Video: Warum sich dieser sterbenskranke Mann zum Priester weihen ließ

Dieser sterbenskranke Seminarist wurde am 7. Januar zum Priester geweiht. Bei Pater Philip Johnson wurde ein Gehirntumor im dritten Stadium diagnostiziert.

Die Ärzte gaben ihm 18 Monate zu leben. Das war vor neun Jahren.

Pater Johnson sagt, sein Leben sei ein Wunder – und dass er zahlreiche weitere Wunder während seiner Krankheit erlebt hat.

Das größte Wunder? Den erlösenden Wert von Leid und Herzschmerz zu lernen.

„Unser Leiden kann eine große Bedeutung haben, wenn wir es mit dem Leiden Christi verbinden und es für die Bekehrung und Anliegen anderer aufopfern“, so der Priester. Er habe große Trauer durchlitten, aber auch Zeiten großer Freude erlebt, sagt Pater Johnson. Derzeit wirkt er als Priester im Bistum Raleigh (US-Bundesstaat North Carolina).

_______

Quelle

Wie ein Kreuz eine der großen Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts ankündigte

Ungefähr 40 Meilen nördlich von Porto in Portugal liegt das Dorf Balazar. Hier wurde die selige Mystikerin Alexandrina Da Costa 1904 geboren. Auf der Flucht vor einigen Männern, die sie vergewaltigen wollten, erlitt sie eine Lähmung. Bekannt wurde sie dadurch, dass sie Anteil an den Leiden der Passion und Kreuzigung Christi erhalten hatte.

Viele Jahre vor Geburt der Seligen trat in Balazar ein merkwürdiges Kreuz am Erdboden auf, das bis heute sichtbar ist. Am Fronleichnamstag des Jahres 1832 bemerkten die Gläubigen, die zur Heiligen Messe gingen, nahe der Kirche dieses geheimnisvolle Kreuz.

Damals sandte der Pfarrer von Balazar einen Brief an den Erzbischof von Braga, in welchem er ihm berichtete, „dass die Erde, die das Kreuz zeichnete, weißer war als die umliegende und dass es schien, als würde auf den gesamten Erdboden Tau gefallen sein, außer auf die Stelle, an der sich das Kreuz befand.“

„Ich bat sie, den ganzen Staub und die Erde wegzufegen, die an diesem Ort verstreut waren, und wie zuvor erschien an der gleichen Stelle und in der gleichen Form das Kreuz. Ich befahl, reichlich Wasser darauf zu schütten, damit das Kreuz und die Erde verschwänden. Daraufhin nahm die Erde, die die Form des Kreuzes bildete, eine schwarze Färbung an, welche sie bis heute bewahrt hat“ schildert Pater Leopoldino Mateus.

Am Ort der Erscheinung des Kreuzes wurde eine Kapelle errichtet, mit der Zeit nahm die Verehrung zu und es geschahen Wunder. Trotzdem konnte sich niemand erklären, warum sich dieser Vorfall in Balazar ereignet hatte.

An einem Donnerstag, dem 30. März 1904, wurde in diesem Dorf Alexandrina María Da Costa geboren. Als die Selige 14 Jahre alt war, drangen Männer in ihr Haus ein, in der Absicht sich an ihr, an ihrer Schwester und an einer Freundin der beiden zu vergehen. Um ihre Reinheit zu verteidigen, stürzte sich Alexandrina aus dem Fenster des zweiten Stocks und blieb später aufgrund der Folgen des Sturzes für den Rest ihres Lebens gelähmt.

Ihr Gebetsleben vertiefte sich und sie hatte mehrere mystische Visionen, in denen der Herr sie einlud, ihre Leiden und Opfer für die Rettung der Seelen darzubringen.

Die selige Alexandrina erlitt mehrere Jahre hindurch an jedem Freitag die Schmerzen der Passion Christi und am 5. Dezember 1947 offenbarte ihr Christus die Bedeutung der Erscheinung des Kreuzes in Balazar.

„Ich habe der Pfarrei dieses Kreuz gesandt als Vorankündigung Deiner Kreuzigung. Das Kreuz war bereit, Du aber fehltest noch. Du bist das erwählte Opfer des göttlichen Ratschlusses. Es ist nicht nur meine Alexandrina, die gekreuzigt ist, sondern Christus in ihr. Durch sie habe ich zwei Früchte erhalten: die Liebe zum Kreuz und eine große Sühne für die Sünden der Welt.“

Gegenwärtig hat sich die Kapelle, die an der Stelle des Kreuzes und des Geburtshauses der seligen Alexandrina Da Costa steht, in eine Gebets- und Wallfahrtsstätte für Tausende von Gläubigen aus aller Welt verwandelt. Das Fest des Heiligen Kreuzes (auch Fest des Herrn vom Kreuz genannt) wird in Balazar jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli mit einem feierlichen Gottesdienst begangen.

(Eine frühere Version dieser Geschichte wurde am 10. Oktober 2015 veröffentlicht.)

_______

PORTO , 03 January, 2017 / 8:47 AM (CNA Deutsch).-

Quelle

Italien: Blutwunder in Neapel ausgeblieben

afp4012955_articolo

So sah das letztes Jahr aus: flüssiges Blut in der Ampulle. Am 16. Dezember 2016 bliebt das Blut gestockt.

Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten ist in Neapel das sogenannte Blutwunder ausgeblieben. Das eingetrocknete Blut des heiligen Januarius verflüssigte sich am Freitag im Dom der Stadt nicht, wie italienische Medien (Samstag) berichteten. Das Ausbleiben des Blutwunders gilt den Neapolitanern als schlechtes Omen. Der Hüter der Reliquie, Monsignore Vincenzo De Gregorio, appellierte an die wartenden Gläubigen im Dom, nicht in Panik zu verfallen. „Wir dürfen nicht an Katastrophen und Unglücke denken“, so der Geistliche. Er rief sie dazu auf, weiter zu beten.

Seit Jahrhunderten verflüssigt sich das in einer gläsernen Ampulle aufbewahrte verklumpte Blut des Stadtpatrons laut der Überlieferung regelmäßig am 16. Dezember, dem Gedenktag an eine Warnung vor dem Vesuv-Ausbruch von 1631. Weitere Termine sind das Fest des Heiligen und frühchristlichen Märtyrers am 19. September sowie der Samstag vor dem ersten Sonntag im Mai. Zum 19. September dieses Jahres war das Wunder pünktlich eingetreten.

Zuletzt blieb das Blutwunder 1980 aus. Dies brachten die Neapolitaner mit dem Erdbeben von Irpinia in Verbindung; durch die verheerendste Naturkatastrophe der italienischen Nachkriegszeit starben damals 2.900 Menschen. Zuvor warteten die Neapolitaner 1973 vergeblich auf eine Verflüssigung des Bluts. In jenem Jahr wurde Neapel von einer Cholera-Epidemie heimgesucht.

Für das Phänomen der Verflüssigung gibt es naturwissenschaftliche Erklärungsversuche, die jedoch keine allgemeine Anerkennung fanden. Januarius (italienisch „San Gennaro“) wurde der Überlieferung nach zur Zeit der Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian am 19. September 305 enthauptet.

(kna 17.12.2016 pdy)

Johannes Paul II.: Gebet zur Muttergottes in der Kapelle der Wunderbaren Medaille an der Rue du Bac am 31. Mai 1980

Paris Rue du Bac

Gegrüßt seist du, Maria!

Gegrüßt seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unse­res Todes. Amen.

O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen!

Das ist das Gebet, das du, Maria, hier an diesem Ort vor nunmehr einhundert­fünfzig Jahren der hl. Katharina Labouré eingegeben hast; und diese Anrufung, die dann in die Medaille eingeprägt wurde, wird nun von so vielen Gläubigen in die ganze Welt getragen und verkündet!

Am heutigen Tag, an dem die Kirche das Fest deines Besuches bei Elisabeth feiert, als Gottes Sohn bereits in deinem Schoß Fleisch angenommen hatte, soll unser erstes Gebet dich loben und preisen. Du bist gebenedeit, unter allen Frauen! Selig, die du geglaubt hast! Wunderbares hat der Allmächtige an dir vollbracht! Das Wunder deiner göttlichen Mutterschaft! Und daher das Wun­der deiner unbefleckten Empfängnis! Das Wunder deines „Fiat“! Du warst so eng mit dem ganzen Werk unseres Erlösers verbunden; dein Herz wurde durch­bohrt an der Seite seines Herzens. Und nun, in der Herrlichkeit deines Sohnes, hörst du nicht auf für uns arme Sünder einzutreten. Du wachst über die Kirche, deren Mutter du bist. Du wachst über jedes deiner Kinder. Du erhältst von Gott für uns alle Gnaden, die die Lichtstrahlen symbolisieren, die von deinen geöff­neten Händen ausgehen. Unter der einzigen Bedingung, daß wir den Mut ha­ben, dich darum zu bitten, daß wir uns dir mit dem Vertrauen, der Kühnheit und der Unbefangenheit eines Kindes nähern. Und so führst du uns unaufhör­lich zu deinem göttlichen Sohn.

Und an diesem gesegneten Ort möchte ich selbst dir heute erneut das Ver­trauen aussprechen, die ganz tiefe Zuneigung, die du mir stets gnädig ge­schenkt hast. „Totus tuus.“ Ich komme als Pilgernach all denen, die seit einhun­dertfünfzig Jahren in diese Kapelle gekommen sind, wie das ganze christliche Volk, das sich hier Tag für Tag drängt, um dir seine Freude, sein Vertrauen, sei­ne inständige Bitte auszusprechen. Ich komme wie der selige Maximilian Kol­be: vor seiner Missionsreise nach Japan, vor genau fünfzig Jahren, kam er hier­her, um deine besondere Hilfe zu erbitten für die Verbreitung seiner „Heer­schar der Unbefleckten“, wie er sie später nannte, und um unter deinem Schutz sein wunderbares Werk geistlicher Erneuerung auszuführen, ehe er sein Leben für seine Brüder hingab. Christus verlangt heute von seiner Kirche ein großes Werk geistlicher Erneuerung. Und ich, demütiger Nachfolger des Petrus, kom­me, um dir dieses große Werk anzuvertrauen, wie ich es in Jasna Gora, bei Un­serer Lieben Frau in Guadalupe, in Knoch, in Pomp eji, in Ephesus getan habe und wie ich es im kommenden Jahr in Lourdes tun werde.

Wir weihen dir unsere Kräfte und unsere Bereitschaft, dem Heilsplan zu die­nen, den dein Sohn ausgeführt hat. Wir bitten dich, daß durch den Heiligen Geist im ganzen christlichen Volk der Glaube sich vertiefen und festigen möge, daß die Gemeinschaft sich über alle Keime der Spaltung hinweg setze und daß in allen, die entmutigt sind, die Hoffnung neu auflebe. Wir bitten dich beson­ders für dieses französische Volk, für die Kirche in Frankreich, für ihre Hirten, für die gottgeweihten Seelen, für die Familienväter und -mütter, für die Kinder und Jugendlichen, für die Männer und Frauen des dritten Lebensalters. Wir bitten dich für alle, die an einem besonderen physischen oder moralischen Ge­brechen leiden, die die Versuchung der Untreue kennenlernen, die in einem Klima des Unglaubens vom Zweifel erschüttert werden; wir bitten auch für jene, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Wir vertrauen dir das Apostolat der Laien an, den Dienst der Priester, das Zeugnis der Ordensfrauen. Wir bitten dich, daß der Anruf zum Priester- und Ordensberuf weithin gehört und befolgt werde zur Ehre Gottes und für die Lebensfähigkeit der Kirche in diesem Land und in den Ländern, die immer noch missionarische Hilfe er­warten.

Wir empfehlen dir ganz besonders die große Zahl der Töchter der Liebe, deren Mutterhaus hier ist, und die im Geiste ihres Gründers, des hl. Vinzenz von Paul, und der hl. Louise de Marillac zum Dienst an der Kirche und an den Ar­men in allen Schichten und in allen Ländern so bereit sind. Wir bitten dich für jene, die in diesem Hause wohnen und die im Herzen dieser fieberhaft-hekti­schen Großstadt alle Pilger aufnehmen, die um den Wert des Schweigens und des Gebetes wissen.

Gegrüßt seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unse­res Todes. Amen.


Das Ordensleben ist nicht euer Eigentum

Ansprache an die Ordensfrauen

von Paris in der Rue du Bac am 31. Mai 1980

Meine lieben Schwestern!

1. Im Verlauf meiner apostolischen Reisen empfinde ich es als sehr tiefes und immer neues Glück, mit den Ordensfrauen zusammenzutreffen, deren durch die drei evangelischen Räte geweihter Stand „unerschütterlich zum Leben und zur Heiligkeit der Kirche gehört“ (Lumen gentium, Nr. 44). Loben wir gemein­sam den Herrn, der uns diese Begegnung gewährt hat! Loben wir ihn für die Früchte, die in eurem persönlichen Leben, in euren Kongregationen, im Volk Gottes daraus hervorgehen werden! Habt Dank, daß ihr in so großer Zahl aus allen Stadtvierteln und der Umgebung von Paris, ja sogar aus der Provinz ge­kommen seid. Ich bin glücklich, euch, die ihr hier anwesend seid, sowie allen Ordensfrauen Frankreichs meine Wertschätzung, meine Liebe, meine Ermuti­gung zum Ausdruck zu bringen.

Diese Versammlung in beinahe ländlicher Umgebung läßt mich an jene Stun­den der Ruhe und Entspannung denken, die Christus selbst seinen ersten Jün­gern nach der Rückkehr von bestimmten apostolischen „Reisen“ vorbehielt. Auch ihr, liebe Schwestern, kommt aus euren Häusern und euren Arbeitsstät­ten im Dienst des Evangeliums: Kliniken oder Krankenhäusern, Schulen oder Kollegien, Zentren der Katechese oder Jugendheimen, Pfarrdiensten oder Ar­beit im Elendsmilieu. Ich möchte euch gern die Worte des Herrn wiederholen: „Kommt mit … und ruht ein wenig aus“ (Mk 6, 31). Miteinander wollen wir über das Mysterium und die evangelischen Räte meditieren, die Motiv eurer Beru­fung sind.

2. Das Ordensleben ist nicht euer Eigentum noch ist es es Eigentum eines Insti­tuts. Es ist ,,die göttliche Gabe, welche die Kirche von ihrem Herrn empfangen hat und in seiner Gnade immer bewahrt“ (Lumen gentium, 43). Mit einem Wort, das Ordensleben ist ein Erbe, eine in der Kirche seit Jahrhunderten von einer Vielzahl von Männern und Frauen gelebte Wirklichkeit. Und die Erfah­rung, die sie gemacht haben, geht über die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede hinaus, die von einem Land zum andern bestehen können, sie übersteigt auch die Niederschriften, die sie hinterlassen haben, und liegt jen­seits der Mannigfaltigkeit heutiger Verwirklichungen und Untersuchungen. Dieses reiche geistliche Erbe gilt es zu achten und zu lieben. Es gilt, diejenigen Männer und Frauen zu hören und nachzuahmen, die das Ideal der evangeli­schen Vollkommenheit am besten verkörpert haben und die in so großer Zahl Frankreich geheiligt und berühmt gemacht haben.

Bis an den Abend eures Lebens bleibt ihr in dem Staunen und Wirken der Gna­de nach dem geheimnisvollen Anruf, der eines Tages in der Tiefe eures Her­zens zu vernehmen war: „Folge mir nach!“ (vgl. Mt 9, 9; Joh 1, 43). „Geh, ver­kauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen, so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ (Mt 19, 21). Ihr habt diesen Anruf zunächst als ein Geheimnis mit euch getragen, dann habt ihr ihn dem Urteil der Kirche unterstellt. Es ist in der Tat ein sehr großes Wagnis, alles zu verlassen, um Christus zu folgen. Aber ihr fühltet bereits – und ihr habt es später erfahren –, daß Er euer Herz erfüllen kann. Das Ordensleben ist eine Freundschaft, ein intimes Vertrauensverhältnis mystischer Art mit Christus. Euer persönlicher Lebensweg muß gleichsam eine originale Neuausgabe des berühmten Hohenliedes Salomos sein. Liebe Schwestern, im „Herz zu Herz“ des Gebets, das für jede von euch absolut lebensnotwendig ist, sowie bei euren verschiedenen apostolischen Einsätzen hört ihr, wie der Herr denselben Anruf an euch richtet: „Folge mir nach!“ Die Glut eurer Antwort wird euch in der Le­bendigkeit und Frische eurer ersten Bereitschaft erhalten. Ihr werdet auf diese Weise von Tag zu Tag treuer und zuverlässiger werden!

3. Nachfolge Christi ist etwas ganz anderes als die Bewunderung eines Vorbil­des, selbst wenn ihr gute Kenntnisse der Schrift und der Theologie besitzt. Die Nachfolge Christi ist etwas Existentielles. Ihm so nachfolgen wollen heißt, daß man ihm gleichgestaltet, ihm ähnlich wird bis zu dem Punkt, wo man – nach den Worten von Schwester Elisabeth von der Dreifaltigkeit – „sein Menschsein fortsetzt“. Und das durch das Geheimnis der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams. Ein solches Ideal übersteigt das Fassungsvermögen und die Kräfte des Menschen! Es ist nur mit Hilfe von festgesetzten Zeiten schweigender und glühender Betrachtung des Herrn Jesus zu verwirklichen. Die sogenannten „aktiven“ Ordensfrauen müssen von Zeit zu Zeit zu „kontemplativen“ werden nach dem Beispiel der Nonnen, an die ich mich in Lisieux wenden werde. Die Keuschheit des Ordenslebens, meine Schwestern, heißt, wirklich werden wollen wie Christus; alle Gründe, die man sonst noch vorbringen kann, wer­den unbedeutend vor dem einen wesentlichen Grund: Jesus war keusch. Dieser Stand Christi war nicht nur eine Überwindung der menschlichen Ge­schlechtlichkeit, die auf die künftige Welt hindeutete, sondern ebenso eine Bekundung, eine „Epiphanie“ des universalen Charakters seines Erlösungs­opfers. Das Evangelium zeigt unablässig, wie Jesus die Keuschheit gelebt hat. In seinen menschlichen Beziehungen, die im Verhältnis zu den Traditionen seiner Umgebung und seiner Zeit einzigartig weit waren, geht er vollkommen auf die tiefe Persönlichkeit des anderen ein. Seine Einfachheit, seine Achtung, seine Güte, seine Kunst, im Herzen der Menschen, die ihm begegneten, das Be­ste zu wecken, bringen die Samariterin, die Ehebrecherin und viele andere Menschen aus der Fassung und zur Umkehr. Möge euer Gelübde der Jungfräu­lichkeit – vertieft und gelebt im Geheimnis der Keuschheit Christi –, das schon eure Persönlichkeit verwandelt hat, euch veranlassen, wirklich euren Brüdern und Schwestern in ihren jeweiligen konkreten Situationen in Menschlichkeit zu begegnen! Wie viele Menschen in unserer Welt sind in irgendeiner Weise verwirrt, niedergedrückt, verzweifelt! Laßt sie, unter Beachtung der Regeln der Klugheit, fühlen, daß ihr sie in der Weise Christi liebt, indem ihr aus seinem Herzen die menschliche und göttliche Liebe schöpft, die er ihnen entgegen­bringt.

Ebenso habt ihr Christus gelobt, wie er und mit ihm arm zu sein. Sicher, die In­dustrie- und Konsumgesellschaft stellt die evangelische Armutspraxis vor komplizierte Probleme. Hier ist nicht der Ort und die Zeit darüber zu sprechen. Mir scheint, daß jede Kongregation in diesem Wirtschaftsphänomen eine Auf­forderung der Vorsehung erblicken sollte, dem armen Christus eine Antwort zu geben, die althergebracht und trotzdem neu ist. Das heißt, wenn ihr häufig und ausführlich über sein radikal armes Leben nachdenkt, wenn ihr oft und eifrig die einfachen und armen Leute besucht, die auch sein Gesicht tragen, werdet ihr fähig sein, alles, was ihr seid, und alles, was ihr habt, hinzugeben. Die Kirche muß an eurem Zeugnis lernen. Ermeßt eure Verantwortung!

Was den Gehorsam Jesu angeht, so nimmt er in seinem Erlösungswerk eine zentrale Stelle ein. Ihr habt oft die Abschnitte meditiert, wo der hl. Paulus vom Ungehorsam des Anfangs spricht, der gleichsam das Eingangstor der Sünde und des Todes in der Welt war; und er spricht vom Geheimnis des Gehorsams Christi, der die Rückkehr der Menschheit zu Gott einleitet. Die Selbstentäuße­rung, die Demut fallen unserer Generation, die sich für Autonomie und auch Phantasie begeistert, nicht leicht. Man kann sich j edoch ein Ordensleben ohne Gehorsam gegenüber den Oberinnen, die die Hüterinnen über das treue Fest­halten am Ideal des Instituts sind, nicht vorstellen. Der hl. Paulus unterstreicht den Zusammenhang von Ursache und Wirkung zwischen dem Gehorsam Chri­sti bis zum Tod am Kreuz (Phil 2, 6-11) und seiner Verherrlichung als der Auf­erstandene und Herr des Universums. Ebenso trägt der Gehorsam jeder Ordensfrau – der immer ein Opfer des Willens aus Liebe ist – reiche Früchte des Heils für die ganze Welt.

4. Ihr habt es also auf euch genommen, Christus zu folgen und ihm ähnlich zu werden, um denen, die es schon kennen, wie auch denen, die es noch nicht ken­nen, sein wahres Gesicht deutlich zu machen. Und das durch all die apostoli­schen Tätigkeiten, auf die ich zu Beginn unserer Begegnung angespielt hatte. Was diesen Tätigkeitsbereich anbelangt, so fordere ich euch lebhaft auf, unter Wahrung der besonderen Spiritualität eurer Institute euch in das ausgedehnte Netz pastoraler Aufgaben der Gesamtkirche und der Diözesen einzuschalten (vgl. Perfectae caritatis, Nr. 20). Ich weiß, daß Kongregationen – aus Mangel an Mitgliedern – nicht alle Appelle, die ihnen von den Bischöfen und ihren Prie­stern zugehen, erwidern können. Tut dennoch das Unmögliche, um die lebens­wichtigen Dienste der Pfarreien und der Diözesen sicherzustellen. Ordens­frauen sollten, entsprechend vorbereitet, an der Pastoral neuer Gegebenheiten mitarbeiten, die so zahlreich sind. Mit einem Wort, setzt in höchstem Maß all eure natürlichen und übernatürlichen Gaben und Fähigkeiten in der heutigen Evangelisierung ein. Seid immer und überall in der Welt gegenwärtig, ohne selbst von der Welt zu sein (vgl. Joh 17, 15-16).

Habt keine Angst, euer Selbstverständnis als dem Herrn geweihte Frauen klar erkennen zu lassen! Die Christen und die, die es nicht sind, haben ein Recht, zu wissen, wer ihr seid. Christus, unser Meister in allem, hat sein Leben zu einer mutigen Enthüllung seines Selbstverständnisses gemacht (vgl. Lk 9, 26).

Mut und Vertrauen, meine lieben Schwestern! Ich weiß, daß ihr seit Jahren viel über das Ordensleben, über eure Konstitutionen nachgedacht habt. Die Zeit ist gekommen, in der Treue zum Herrn und zu euren apostolischen Aufgaben zu leben. Ich bete aus ganzem Herzen, daß das Zeugnis eures geweihten Lebens und das Gesicht eurer Ordensgemeinschaften im Herzen zahlreicher junger Mädchen den Vorsatz wecken möge, wie ihr Christus zu folgen. Ich segne euch sowie alle Ordensfrauen Frankreichs, die auf dem Boden der Heimat oder in an­deren Kontinenten tätig sind. Und ich segne alle, die eurem Herzen und eurem Gebet nahestehen.

_______

Quelle: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, 21, Predigten und Ansprachen von Papst Johannes Paul II. bei seiner Pilgerfahrt nach Frankreich , 30. Mai bis 2. Juni 1980

Sechsjährige kann nach Lourdeswallfahrt wieder hören

1024px-Lourdes_Basilique_et_gave-740x493

Mariä-Empfängnis-Basilika, Lourdes / Wikimedia Commons – Roland Darré, CC BY-SA 3.0

Das Mädchen hatte nach der Geburt das Gehör verloren

Eine sechs Jahre junge Lourdespilgerin aus Italien, die nach der Geburt ihr Gehör verloren hatte, kann plötzlich wieder ohne Gerät hören, wie die Organisation Unitalsi bekanntgab. Die italienische Vereinigung organisiert Pilgerreisen für Kranke nach Lourdes und zu anderen Wallfahrtsorten. Die spontane Heilung zeigte sich bei einer Pilgerfahrt zu dem südfranzösischen Marienheiligtum am 11. Mai, die sie zusammen mit ihrer Mutter, Großmutter sowie ihrem kleinen Bruder angetreten hatte.

Zeuge wurde Giuseppe Secondi, Präsident der Untersektion der Unitalsi Mailand Südwest und Wallfahrtsdirektor. „Es war 20.30 Uhr und wir haben mit dem Mädchen gespielt.“ Er habe ihr gesagt, dass nun eine Verpflichtung auf ihn wartete. Er habe gesehen, dass die Kleine zur Mutter ging und ihre Hörgeräte ablegte. Die Mutter habe sie dann gebeten, die wieder einzusetzen. Da antwortete das Mädchen: „Ich höre gut, sie nützen mir nichts mehr.“

Die Mutter führte sie daraufhin sofort zum Amt für Medizinische Gutachten in Lourdes, wo die Ärzte die Patientenakte gefragt und neue Hörtests vorgeschlagen haben. Das Mädchen war als Frühgeburt von 26 Wochen mit nur 800 Gramm Gewicht zur Welt gekommen und hatte drei Monate im Pädiatrischen Institut Gaslini in Genua verbracht.

Die Ärzte waren in der Lage, sie zu retten, aber einige Medikamente verursachten Gehirnblutungen, wobei ihre Gehörgänge beschädigt wurden. Die Untersuchungen bestätigten später, dass sie auf beiden Ohren unter einem hochgradigem Hörverlust litt. Von rund 7.000 Heilungen in Lourdes sind bislang nur 69 als Wunder anerkannt worden.

_______

Quelle

Italien: Dorne blutet am Karfreitag wenn er auf den 25. März fällt

ANSA974137_Articolo

Der heilige Dorn von Andria – hier schon verewigt auf einer Briefmarke vom 25. März 2016

Eine einzelne Dorne, die der Überlieferung nach von der Dornenkrone Christi stammt und seit 1308 in der Kathedrale von Andria in Italien verwahrt wird, „blutet” jedes Mal, wenn Karfreitag auf den 25. März fällt. Dies sei auch dieses Jahr geschehen, meldet die katholische Agentur CNA unter Berufung auf den emeritierten Bischof von Andria, Raffaele Calabro. Bereits seit 1633 sei dieses Wunder überliefert, das letzte Mal war es 2005 soweit. Eine zur Überwachung des Wunders abgestellte Kommission bestätigte das erneute Bluten der Dorne, das sich durch die Bildung dreier unerklärlicher tropfenförmiger Gebilde an der Dornenspitze äußerte, am Karfreitag. Das nächste Mal fallen Karfreitag und 25. März erst wieder im Jahr 2157 auf einen Tag.

(cna 29.03.2016 cs)