Fatima: Die drei Hirtenkinder und die Wunderheilung des kleinen Lucas

João Batista & Lucila Yurie, Eltern Des Kleinen Lucas, Fatima / © ZENIT – AB

Pilgerreise am 12. und 13. Mai 2017

Den drei Hirtenkindern, Lucia, Jacinta und Francisco, erschien die Jungfrau Maria im Jahr 1917 sechs Mal, das erste Mal am 13. Mai. Lucia war damals zehn Jahre alt, ihre beiden Cousins, Francisco und Jacinta, jeweils neun und sieben Jahre alt. Während der Erscheinungen konnte nur Lucia sehen, hören und sprechen, Jacinta sehen und hören, Francisco nur sehen. Daher berichteten nur die beiden Mädchen über das Geschehene.

Durch die Erscheinungen änderte sich das Leben der drei Hirtenkinder, die ein einfaches und gläubiges Elternhaus hatten, grundlegend. Täglich beteten sie den Rosenkranz und mussten Anfeindungen und Anschuldigungen ertragen. Jacinta und Francisco starben nur wenige Jahre nach den Marienerscheinungen an der Spanischen Grippe, Francisco am 4. April 1919 und Jacinta am 20. Februar 1920.

Lucia, die wie ihre beiden Cousins in Aljustrel geboren war, hatte bereits 1915 eine Vision, wie sie später in ihren Erinnerungen berichtete. Nach der letzten Marienerscheinung 1917 lebte sie im Kolleg von Villar in Porto, danach, vom 17. Mai 1946 bis zu ihrem Tod am 13. Februar 2005, in Klausur im Karmel von Santa Teresa.

1922 verfasste Sr. Lucia die erste Niederschrift der Marienerscheinungen, 1924 wurde sie von einer offiziellen Kommission zu den Ereignissen in Fatima befragt. Sechs Jahre später, am 13. Oktober 1930, veröffentlichte der Bischof von Leiria einen Pastoralbrief zum Kult Unserer Lieben Frau von Fatima. Sr. Lucia verfasste von 1935 bis 1992 ihre Erinnerungen in sechs Teilen.

Am 3. Februar 2008 wurde der Seligsprechungsprozess für Sr. Lucia dos Santos eingeleitet und damit die übliche Fünfjahresfrist in ihrem Fall aufgehoben. Ihre Seligsprechung erfolgte am 13. Februar 2017.

Jacinta und Francisco wurden am 13. Mai 2000 seliggesprochen. Ihre Heiligsprechung am 13. Mai 2017 erfolgte aufgrund der Anerkennung eines Wunders, der Heilung eines kleinen Jungen aus Brasilien, der am 3. März 2013 im Alter von fünf Jahren einen schweren Unfall erlitten hatte.

Der kleine Lucas war beim Spielen aus dem Fenster in 6,50 Meter Tiefe gestürzt. Das Kind fiel ins Koma; die behandelnden Ärzte schätzten die Überlebenschancen des kleinen Jungen sehr gering ein. Die Eltern beteten in ihrer Verzweiflung zu Unserer Lieben Frau von Fatima und baten auch eine Schwesterngemeinschaft um Gebete.

Der Zustand ihres Sohnes verschlechterte sich besorgniserregend, doch am 9. März erwachte der kleine Lucas aus dem Koma, begann zu sprechen und nach seiner Schwester zu fragen. Am 15. März konnte er aus dem Krankenhaus entlassen werden. Von dem schweren Unfall sind Lucas keinerlei Folgeschäden geblieben. Wissenschaftlich ist seine Heilung nicht erklärbar.

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Quelle

Das weltberühmte Wunder in Seefeld

Buchstäbliche Urkunde über die Entstehung der heiligen Hostie;
verfaßt auf Befehl Sr. Majestät Kaiser Karl VI.

Kundt und zuwüssen seye Jedermann. Als in dem Jahr nach Christi Geburt aintausent dreyhundert vier und achtzig ain Mächtiger Edelmann Nahmens Oßwald Milser, der zu selber Zeit den gleich ausser Seefeld gelegenen Burgfriden und Schlößl Schloßberg besitzete, zur österlichen Zeit den fünf und zwanzigsten Marty am heil. Grien Donnerstag das Allerheiligste Sakrament empfangen wollte, und auß allzugroßen Hochmuet von dem Priester zu Seefeld nicht wie andere Layen und arme Leüth mit einer kleinen, sondern mit einer großen Heil. Hostia gespeiset zu werden begehrte, der Priester auch ihme dieses begehren wegen seinen großen ansehen auß Forcht und Menschlicher Schwachheit, nit abzuschlagen getrauete, mithin demselben die große Hostiam dar reihte. Das besagter Edelmann, so bald als ihme der Priester das heil. Sacrament auf die Zungen legte, vor dem Altar augenblicklich bis an die Knie in die Erdten gesunken, und da er sich an den Alltarstein halten wollte, auch dieser der Hand wundersam gewichen seye. Wie dann die Zaichen noch allda zu sehen. Wie dann der Priester die H. H. Hostiam dem Edelmann gleich wiederum aus dem Mund nahme, wäre selbe von des Mundts Nattürlichen Feuchtigkeit etwas zusammen gezohen, und mit Bluet- und Blauen Bisszeichen unterloffen, und wirdet dieselbe bis heunt zu Tag in dieser gestalt allhier in einer Monstranzen aufbehalten. Der Milser fielle in große Reühe, thete Bueß, und starb nach zwey Jahre zu Stambs in aller Gottes-Forcht. Sein Weib aber wollte obig ihro auß der Kürchen gleich beigebrachte Begebenheit nit glauben, es were dann, wie sye sprache, daß der ihro Zugegen gewesste Holzstock frische Rosen brächte, welches auch zu so ungewöhnlicher Jahres-Zeit augenblücklich geschehen. Worüber sye Rasend worden, und in die Wiltnüssen wie Wildes Thyer verloffen ist.

Anfang der Wallfahrt

Die allerheiligste Hostie, dem Munde des stolzen Edelmannes entnommen, wurde mit höchster Ehrfurcht im damals noch kleinen St. Oswalds-Kirchlein aufbewahrt, und nach vollendeter kirchlichen Untersuchung zur öffentlichen Anbetung und Verehrung ausgesetzt, damit nicht blos die Anwesenden, sondern die ganze Nachwelt – Alle, die dieses Gotteshaus und den Schatz desselben besuchen und die wunderbaren Spuren der für den Frevler erfolgten Strafe sehen, Gottes Allmacht und Gerechtigkeit, Güte und Barmherzigkeit erkennen, im Glauben gestärkt, von der unwürdigen Kommunion abgeschreckt mit Gnaden und Wohlthaten mögen bereichert werden. Von allen Seiten pilgerte auf diese Nachricht das Volk auf den Berg zur Wunderstätte und fand Erhörung in vielen Anliegen. Als unter Andern der edle Ritter Parzival von Weineck, Besitzer des Schlosses Fragenstein bei Zirl, die Wunderwerke in Seefeld geschaut hatte, ließ er in seinem heiligen Eifer eine silberne Monstranze verfertigen und selbe vergolden, und verehrte sie hieher, um die heilige Hostie auf würdige Weise aufzubewahren. Die Uebersetzung geschah mit größter Feierlichkeit, (wie ein noch vorhandenes Gemälde zeigt), wozu alle Priester der ganzen Umgegend eingeladen wurden, und wobei die hochheilige Wunderhostie in feierlicher Prozession in Gegenwart einer zahlreichen Volksmenge herumgetragen wurde. Auch ließ Ritter Parzival ein schönes Gemälde ganz im Stile jenes Zeitalters verfertigen, das in lebhafter Weise die Wundergeschichte vom 25. März 1384 darstellt. Zugleich ist selbe am untersten Theile des Bildes einschlägig mit der Schreibart und Sprache jener Zeit lateinisch und deutsch abgefaßt, nur einige Worte davon sind jetzt verwischt. Die halbtausendjährige Tafel und beigefügte Beschreibung ist die erste Urkunde, die wir von dem wunderbaren Ereignisse haben.

Aufblühen der Wallfahrt

Nachdem nun Gott hier seinen Ernst und seine Güte so offenbar gezeigt hatte, so blieb die Nachricht von den wunderbaren Begebenheiten in Seefeld nicht eingeschränkt in dem engen Kreise unserer Umgebung, sie verbreitete sich immer mehr, und im ganzen Lande wurde geredet von der Strafe und Buße des Oswald Milser. Und gewiß war es der Wille Gottes, daß die Kunde davon auch ins Ausland drang, damit diese Wunderzeichen allenthalben desto mehr geglaubt und daß nicht blos Seefeld und dessen Umgebung allein, sondern auch die Fremden ihre Ermahnung, Frucht und ihren Nutzen haben sollten. Und so gesellten sich zu den einheimischen auch ausländische Pilger. Zum ferneren Aufschwung der Wallfahrt zu unserer wunderbaren Hostie trugen durch ihre Andacht und Verehrung zu derselben auch viel bei die frommen Landesfürsten von Tirol, welche besonders freigebig durch Stiftungen und Opfer das Gotteshaus beschenkten und dasselbe auch manchesmal besuchten.

Wir lesen, daß die andächtigen Töchter Kaiser Ferdinands I. die größte Freude hatten, so oft ihnen ihr kaiserlicher Vater erlaubte, von Innsbruck nach Seefeld zu pilgern. Im Jahre 1583 am 21. Oktober machte Erzherzog Ferdinand II. mit seiner zweiten Gemahlin Anna Katharina, und seinen beiden Söhnen, dem Kardinale Andreas und dem Markgrafen Karl von Burgau, sammt allen Hofbedienten, dann den Herren von der Regierung und Kammer, auch Vielen von der Stadt Innsbruck zu Fuß eine große Wallfahrt zum heiligen Blute auf dem Seefeld, wo sich über 2000 Menschen versammelten. So wurde durch die Verehrung und Andacht zur Wunderstätte, und durch die zahllosen Gnaden an Kranken, Leidenden und Bedrängten, welche fleißig aufgeschrieben wurden, Seefeld ein vorzüglicher Wallfahrtsort; und eine Menge aus Metall, Stein, Holz und Wachs verfertigte Gelübde-Opfer, als Dankes- und Gedenkzeichen, bezeugten, daß jede Gattung der Gnaden und Wunderthaten, welche die Allmacht Gottes anderwärts gewirkt, auch bei dieser wunderthätigen Hostie den Hilfsbedürftigen und allda ihre Zuflucht nehmenden Christgläubigen widerfahren sind und noch widerfahren.

Später als den Augustiner Eremiten hier das Kloster erbaut wurde, nahm die Wallfahrt wegen des feierlichen Gottesdienstes der Ordensgeistlichen, und weil dieselben im Jahre 1655 die Bruderschaft zum heiligsten Sakramente, um die Liebe zu Jesus in demselben immer zu nähren, eingeführt haben, noch mehr zu. Hohe und Niedere, Reiche und Arme scheuten keine Beschwerden des Weges und pilgerten nach Seefeld, um da Trost und Hilfe zu suchen. So groß war ihre Ehrfurcht, daß sie nur auf den Knieen dem Gnadenthrone nahten, wie man es noch heut zu Tage vielfältig sieht.

Am stärksten war die Wunderstätte besucht die drei Zeiten des Jahres: 1. Um Pfingsten, wo dreizehn Gemeinden mit Kreuz erschienen, 2. in der Frohnleichnams-Oktav, und 3. von Mariä Himmelfahrt bis Mariä Namen. Die Zahl der hieher wallfahrtenden Kommunikanten stieg jährlich auf 12000. Ganze Gemeinden kamen in bedrängten Zeiten zur heiligen Hostie und lagen flehend auf den Knieen, um Abwendung von Krieg, ansteckenden Krankheiten, Hungersnoth u. dgl. zu erbitten. Wer kann da alle geistlichen Wohlthaten zählen! Gott allein weiß die Thränen der Buße, der Liebe und des Dankes! Wie viele wurden gestärkt im heiligen Glauben – besonders an die heilige Gegenwart Jesu im allerheiligsten Sakramente, wie Viele haben Kraft und Stärke an Leib und Seele erfahren, wie Viele haben heilige Entschließungen gemacht, wahrhaft zu Gott wieder zurück zu kehren, die Bahn der Sünde zu verlassen und auf immer den Weg der Tugend zu betreten!

Schicksale der hochheiligen Wunderhostie

Nicht immer waren ruhige Zeiten und konnte unsere heilige Hostie in der Monstranze des Ritter Parzival thronen.

Bei Feindesgefahr, wohl auch beim Bau der gegenwärtigen Kirche, wurde sie in einem uralten Sakramentshäuschen in der Sakristei aufbewahrt, dieses Häuschen ist ein Meisterwerk. Ein Schlüssel setzt hier auf einmal 24 Schlösser in Bewegung, welche die ganze Thür umgeben. Ein österreichischer Prinz soll es gemacht haben. Ja am 30. Juli 1703, da man von der Wuth und Grausamkeit der Feinde, die auch das Heiligste nicht schonten, Kunde bekam, wurde die allerheiligste Hostie, die schon als Heiligthum über 319 Jahren von allerorts herbeiströmenden Pilgern in höchster Verehrung gehalten worden war, von zwei Augustiner Patern nach Telfs, und von da in das Kloster Stams und endlich am 1. August nach Fließ in Oberinnthal gebracht, wo sie mit dem kostbaren Heiligthume sieben Wochen verblieben. Damit aber die heiligste Hostie von Zeit zu Zeit eine würdige Verehrung erhielt, wurde sie von der Hochwürdigen Geistlichkeit mit ihrem Volke in Prozession öfters besucht und von vielen tausenden andächtiger Pilger angebetet.

Als wieder einige Ruhe eintrat, wurde sie von Fließ zurückgebracht und am 22. September in ihrer alten Gnadenstätte eingesetzt, in Begleitung aller umliegenden Gemeinden mit ihren Fahnen. Auch in den Kriegsjahren am Anfang dieses Jahrhunderts mußte die heilige Hostie ihren Wohnsitz verlassen und in Sicherheit gebracht werden, um nicht der Verunehrung der Feinde ausgesetzt zu sein. Den 3. November 1805, da die Nachricht von dem Vordringen der Franzosen von Scharnitz her Seefeld in Schrecken setzte, nahm P. Johannes Bachmann die heilige Hostie aus dem Tabernakel, verschloß sie in ein eigens dazu bereitetes Kästchen und trug sie heimlich in das Kirchlein nach Mösern, eines Weilers, der eine kleine Stunde von Seefeld entfernt ist. Indessen wurde die Flucht der heiligen Hostie bekannt. Der gute P. Johannes nahm nun das Kästchen wieder, damit der himmlische Schatz nicht den Feinden verraten werde, und trug es zuerst in den Wald hinein, und als es dunkle Nacht geworden, ging er mit einem frommen Bauer, Namens Michael Spiegl, der ihn begleitete, in dessen Haus und verschloß es in dessen Kammer in einem Kasten, und kehrte, um keinen Verdacht zu erregen, wieder nach Hause zurück.

Als am 5. November die Feinde arg in Seefeld hausten, da wurde dem Bauer Spiegl berichtet, er solle das Kästchen weiter in Sicherheit bringen. Er verbarg es dann in einem Stadel, und später in einer Felsenhöhle. An diesem Orte blieb das Heiligthum vier Tage und wurde abwechselnd von Michael Spiegl, Kassian Gapp und noch einem dritten Vertrauten bewacht. Hierauf ward es wieder nach Mösern und endlich am 14. November bei finsterer Nacht auf Umwegen nach Seefeld gebracht, wo es hinter dem Hochaltare der Pfarrkirche verborgen wurde. Erst am 25. März des folgenden Jahres fand durch den Hochwürdigsten Prälaten Sebastian Stöckl von Stams die Wiedereinsetzung der heiligen Hostie in die ehrwürdige Blutskapelle mit großer Feierlichkeit statt. Nicht lange aber genoß sie der Ruhe; schon im Sturmjahre 1809 sah man sich abermals genöthiget, den Gnadenschatz wieder zu entfernen und in Sicherheit zu bringen. Der nämliche P. Johannes kam am 25.Oktober mit dem heiligen Blute nach Stams, von wo er sich damit, da er sich nicht sicher wußte, nach einigen Tagen über Ochsengarten bis nach Huben im Oetzhale flüchtete. Als wieder Friede geworden war, wurde die heilige Wunderhostie unverletzt zum größten Troste der Gläubigen zurückgebracht.

Seitdem thront sie wieder in der heiligen Kapelle, und immer wallen Gläubige dahin, und Viele kehren benadiget zurück.

Und gerade jetzt bei Gelegenheit der 500jährigen Säkularfeier sind so viele Pilger gekommen, wie Seefeld auf einmal wohl nie gesehen hat. Das ganze Dorf war festlich geschmückt und das Benehmen der Pilger über alles Lob erhaben.

Möge der Herr des Himmels und der Erde, der hier ein Denkmal seiner Wunder hinterlassen hat, fortfahren da zu wohnen und seine Gnaden auszutheilen, da, wo er besonders uns zuruft: „Kommet Alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid und ich will euch erquicken, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“

Der gegenwärtige Zustand der heiligen Hostie

Die heilige Wunderhostie ist noch gerade so, wie sie in der ersten Urkunde am Bilde in der Blutskapelle und in den spätern Erzählungen beschrieben wird. Sie ist zusammengekrümmt, man sieht noch an ihr das Cruzifixbild und dasselbe hat auf der Brust blaurothe Blutzeichen (Zahnbisse des Oswald Milser), nur ist die weiße Farbe der Gestalt durch die Länge der Zeit etwas bräunlich geworden. Oefters besorgte man eine baldige Auflösung dieser hochheiligen Hostie, aber diese Besorgniß hat sich nicht bewährt. Auffallend und wunderbar ist und bleibt die Erhaltung derselben durch volle 500 Jahre, und das um so mehr, indem am 13. August im Jahre 1588 aus Unvorsichtigkeit die Monstranze mit der heiligen Hostie umgestürzt worden ist, und dann, indem sie bald da, bald dort, und auch weithin in Sicherheit gebracht werden mußte, aber jedesmal kam sie ohne Verletzung zurück.

Sie befindet sich in der nämlichen Monstranze, die vor einem halben Jahrtausend Parzival von Weineck machen ließ und wird in der Regel nur auf besonderes Verlangen den Wallfahrtern gezeigt. An der Monstranz erkennt man noch deutlich das Weineckische Wappen und den Namen Parzival. Sie ist gothisch, zierlich und fein gearbeitet, 14 Zoll hoch, ein merkwürdiges Meisterstück mittelalterlicher Kunst, und steht in einem viereckigen Glasgefäß, ist mit einem gestickten Mäntelchen bekleidet und mit einer werthvollen Krone aus Perlen überdeckt.

Entstehung der gegenwärtigen Kirche und des Klosters

Gleich nach der Wundergeschichte, die sich mit Oswald Milser zugetragen, dachte man daran, hier dem Herrn eine größere, würdigere Wohnung zu bauen, und das um so mehr, weil das frühere Kirchlein für die Ortsbewohner und die zahlreichen Wallfahrter nun viel zu klein war. Doch verging noch einige Zeit, bis Herzog Friedrich IV. das alte Kirchlein abbrechen (nur jener Altar blieb unberührt, an dessen Seite Oswald gesunken ist) und die jetzige gothische Kirche bauen ließ. Diese Kirche ist hinsichtlich ihrer Bauart eines der merkwürdigsten Gotteshäuser im ganzen Lande Tirol. Auch wurde auf sein Ansuchen Seefeld vom Bischofe Ulrich II. von Brixen zur freien Pfarre erhoben am 31. Juli 1432, nachdem Johann Feder, Pfarrer von Telfs, schon am 25. August 1423 auf seine pfarrlichen Rechte zu Seefeld verzichtet hatte. Doch erlebte der gute Herzog nicht mehr die Vollendung der Pfarrkirche. Ebenso schenkte Erzherzog Sigismund der Owaldskirche zu Seefeld viele Aufmerksamkeit, beehrte öfters die Ortschaft mit seinem Besuche, machte mehrere Schenkungen, damit der Gottesdienst mehr zunehme und für Alles vorgesorgt werde.

Einen nicht minder eifrigen und werkthätigen Beförderer der Verehrung der hochheiligen Wunderhostie erhielt die Kirche an dem tirolischen Landesfürsten und römischen Kaiser Maximilian I. Dieser ließ die Einkünfte der Pfarre verbessern, wie auch ihre Verbindlichkeiten genau verzeichnen, und gab ihr auch einen Schutzbrief, um sie zu schützen und zu schirmen. Dieser nämliche erlauchte Fürst legte auch den Grund zu einem Kloster nächst der Pfarrkriche; allein sein im Jahre 1519 erfolgter Tod verhinderte die Vollendung seines Vorhabens.

Inzwischen haben sich immer fromme Pilger in Seefeld eingefunden und die Erzherzoge waren auch öfters Zeugen davon, und so erstand dieser Kirche wieder ein großer Gönner, nämlich der Landesfürst Ferdinand II., der Gemahl der berühmten Philippine Welser. Derselbe ließ ober der Sakristei in der Kirche im Jahre 1574 durch den Baumeister Albert Luches eine Kapelle bauen zur würdigern Aufbewahrung der wunderbaren Hostie. Die Einweihung dieser Kapelle zu Ehren der heiligen Martyrer Vitus und Modestus geschah am 20. Juli 1576, und an diesem Tage wurde auch die heilige Hostie feierlich übertragen. Auch schenkte er im Jahre 1586 der Kirche zur Aufbesserung der Pfarreinkünfte den Burgfrieden Schloßberg mit allen Erträgnissen und den sogenannten Kirchwald, dessen Grenzen und Marken er selbst bestimmte, und den die Kirche noch besitzt. Die von ihm neugebaute heilige Blutskapelle wurde reichlich ausgestattet und von hohen und höchsten Personen, von denen viele hieher wallfahrteten, der heiligen Messe beiwohnten und da kommunizirten, durch kostbae Verehrungen mit wahrhaft königlicher Pracht ausgeschmückt. Artistisch merkwürdig in dieser Beziehung ist auch besonders das Altarblatt, gemalt von Daponte, und der Tabernakel, verfertiget von einem Meister Marc-Antonio Fava aus Mailand.

Im Jahre 1604 vollendete der Landesfürst Maximilian der Deutschmeister den schon von Kaiser Maximilian I. begonnenen, aber nach dessen Tod ins Stocken gerathenen Bau des Klosters und übergab es wohl dotirt den 20. September 1604 mit sammt der Pfarre den Augustiner Eremiten. In den Gängen des Klosters wurden Gemälde angebracht von der ganzen Geschichte des Oswald Milser, von der Erbauung der Kirche und des Klosters und deren Uebergabe an die Eremiten.

Im Kloster selbst wurden an der mittägigen Seite Fürstenzimmer hergestellt und ein Fürstensaal, in denen die Erzherzoge oft wohnten, wenn sie aus Andacht oder der Jagd wegen nach Seefeld kamen. Kaiser Karl VI. erneuerte 1724 die Blutskapelle und verschönerte den Zugang zu derselben mit 19 Marmorstufen. Auch ließ er längs dieser Stiege an der Seitenwand 12 Tafeln aufhängen, auf welchen in 12 Sprachen ganz kurz das Ereigniß mit Oswald Milser und der heiligen Hostie zu lesen ist. Die glorreiche Kaiserin Maria Theresia ließ noch im Jahre 1762 die veralteten Altäre erneuern und einige Reparaturen im Kloster anbringen, auch schenkte sie hieher kostbare Paramente.

Aufhebung des Klosters

Alles dessen ungeachtet wurde dieses Kloster, das Denkmal frommen Sinnes so vieler fürstlichen Häupter, nachdem es 181 Jahre bestanden, bald nachher, am 3. März 1785, also gerade vor 100 Jahren, aufgehoben und den Augustiner Eremiten die Räumung desselben anbefohlen. Der ganze Reichthum der Kirche, bestehend aus 500 Pretiosen, die hohe und höchste Personen des In- und Auslandes als Bitt- und Dankopfer auf den Altar des heiligen Blutes niederlegten, wurde weggenomnmen. Alle diese Kostbarkeiten hatten auch bedeutenden geschichtlichen Werth, weil bei den meisten zugleich die Namen der meist aus hohen und uralten Geschlechtern opfernden Personen sammt der Jahrzahl beigesetzt waren.

Die Seelsorge wurde den Zisterziensern von Stams übergeben und die leeren Räume der Kirche und des Klosters 1786 ihnen pachtweise überlassen.

Im Jahre 1800 kaufte das Stift Stams sämmtliche seefeldische Kloster-Realitäten um 27000 fl. und verpflichtete sich zur Einhaltung der Baulichkeiten, zur Beischaffung des erforderlichen Kirchenaufwandes, zur Besetzung mit Stiftsindividuen und Persolvirung sämmtlicher Stiftungen.

Im Jahre 1805 im November wurde unsere schöne Kirche nicht nur von außen, sondern auch von innen arg zugerichtet, indem der französische General Rey 800 Mann hineinlegen ließ. Besonders gingen bei dieser Gelegenheit fast alle Geräthschaften verloren. Die in der Sakristei befindlichen Kästen wurden erbrochen, alle leinenen Kirchenparamente wurden geraubt, das Silber von den Altarzierden, das Kostbare von den Kirchenornamenten herabgerissen, und mit diesen allerlei höhnischer und entehrender Frevel getrieben. Ja sogar von dem uralten Meßgewande (das noch vorhanden ist), das aus dem dunkelgrünen sammtenen Mantel gemacht worden war, den Oswald Milser in der Kirche bei seiner verhängnißvollen Kommunion am 25. März 1384 getragen und den er mit sich ins Kloster gebracht hatte, wurden noch die guten Borten herabgeschnitten. Doch das Alles war noch nicht genug!

Am 5. Dezember 1807 setzte die bairische Regierung in Tirol alle Klöster unter die Administration, das heißt so viel, als hob sie auf. Die dem Stifte Stams als eigen gehörigen Klostergüter in Seefeld wurden feilgeboten und von zwei gemeinschaftlichen Käufern am 7. März 1808 um 20.300 fl. ersteigert. Die Geistlichkeit mußte ausziehen und das Gesindehaus als Widdum übernehmen.

Kurz darauf, nämlich im Sturmjahre 1809 am 31. Juli, legten feindiche Soldaten Feuer an mehrere Häuser, wobei der Pfarrhof, das Posthaus und noch 14 andere Wohngebäude ein Raub der Flammen wurden und 19 Familien dadurch in die tiefste Armuth versanken. Kirche und Kloster wurden dadurch sehr beschädigt, der Kichthurm ausgebrannt und zur Hälfte zerstört, die Glocken geschmolzen und davon noch bei 12 Zentner Glockspeise gestohlen. Das Gewölbe und die Säulen der Kirche standen noch, diese überdauerten den schrecklichen Brand. Weil aber jetzt die Feinde zuwenig Obdach mehr hatten für ihre Pferde, so trieben sie dieselben hinein in diese ausgebrannten, ehrwürdigen Räume, und so wurde aus diesem einst so herrlichen Gotteshause zuletzt noch ein Pferdestall. Wer sollte da nicht weinen und wehklagen, wie der Prophet Jeremias auf den Trümmern der Stadt Jerusalem!? Wer sollte da nicht den Vorsatz machen, durch innige Anbetung und Verehrung dem Herrn wenigstens einigen Ersatz zu leisten für alle Unehre, die ihm hier widerfahren?

Es kostete viele Mühe und große Auslagen, um Alles einigermaßen wieder herzustellen, und besonders in den letzten Jahren hat man angefangen, dieses altehrwürdige, hochberühmte Gotteshaus stilgerecht zu renoviren. Gerade bei dieser 500jährigen Säkularfeier sind zwei neue gothische Altäre hineingekommen, während an der neuen Kanzel jetzt gearbeitet wird. O wie gerne und fleißig würde man die Renovation fortsetzen, wenn nur immer die Mittel dazu vorhanden wären! Wie mancher Gebildete und Reiche findet zwar noch Vieles auszustellen, hat aber nicht die Gnade, auch nur Einen Kreuzer zur Ehre Gottes zu geben!

(Fortsetzung folgt)

Wunder gibt es ständig

Berg Tabor / Wikimedia Commons – אלי זהבי, CC BY

Impuls zum 2. Fastensonntag 2017 im Jahreskreis A — 12. März 2017

Am 2. Fastensonntag wird im Evangelium des hl. Matthäus beschrieben, wie Jesus mit dreien seiner Jünger auf einen Berg steigt – der Überlieferung nach war es der Berg Tabor –, wo er “vor ihren Augen… verwandelt wurde” (Mk 9,2). Zu seiner Rechten und zu seiner Linken erscheinen außerdem zwei Propheten, Mose und Elija, die Jahrhunderte vor ihm gelebt haben. Die drei reden miteinander. Die drei Apostel Petrus, Jakobus und Johannes fallen vor Schreck zu Boden, Petrus sagt das berühmte Wort von den drei Hütten, die er gerne bauen würde, eine für Jesus, eine für Mose und eine für Elija. Der Evangelist fügt hinzu: “Er wusste aber nicht, was er sagte”. Damit soll angedeutet sein, dass die drei Männer angesichts des übernatürlichen Geschehens ihrer Sinne nicht ganz mächtig sind. Was die anderen drei Männer, Jesus und die beiden Propheten miteinander besprechen, wird nicht berichtet. Höchstwahrscheinlich sprechen sie über das Wichtigste, über das, was Gott und die Menschen interessiert: die Erlösung des Menschengeschlechts. Nach der klassischen Deutung steht Mose für das Gesetz und Elija für das Prophetentum, Jesus aber für die Erfüllung beider.

Für Petrus, Jakobus und Johannes muss dieses Erlebnis sehr aufwühlend gewesen sein, kennen sie doch bisher Jesus nur als den bescheidenen Wanderprediger, der zwar beim Volk sehr beliebt ist, aber gleichzeitig bei den Führern des Volkes umstritten. Nun aber sehen sie ihn, wie er wirklich ist, strahlend und machtvoll. Die größten Persönlichkeiten des Alten Bundes behandeln ihn mit Respekt. Außerdem erschallt eine Stimme, die ruft: “Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!”

Als kurz darauf alles wieder vorbei ist, und die vier wieder vom Berg herabsteigen, werden die Apostel innerlich sehr damit beschäftigt gewesen sein, das Erlebte richtig einzuordnen und zu verarbeiten. Was war der Sinn dieses Geschehens? Dass Jesus übernatürliche Kräfte hatte, war den Jüngern nicht verborgen geblieben. Er heilte viele, teils unheilbare Kranke, er erweckte sogar einige Tote und trieb Dämonen aus. Gewiss konnte das alles auch eine natürliche Erklärung haben.

Die Heilung der Kranken konnte psychisch verursacht sein, der Tote konnte scheintot sein, und was die Leute als Dämonen bezeichneten, konnten ja irgendwelche psychische Störungen sein. Seien wir ehrlich: auch wir, die wir ohnehin nicht dabei waren, können immer wieder, wenn wir wollen, die Wunder Jesu weginterpretieren (und es wird sich immer ein Exeget finden, der uns den Gefallen tut). Ganz sicher aber erweist sich in diesen “Randunschärfen” der Wunder die ganze Barmherzigkeit Gottes, der den Menschen nicht festnageln will, und der dem Unglauben immer noch ein Schlupfloch lässt. Er will ja, dass wir glauben, weil wir wollen, nicht weil wir müssen.

Allerdings erinnern sich die Jünger vielleicht, während sie den Berg hinunterstiegen, an jenes Erlebnis mit dem fürchterlichen Sturm auf dem See Genesareth, der ihr Schifflein fast zum Kentern gebracht hätte. Jesus, der geschlafen hatte, erhob sich und gebot dem Sturm: “Schweig, sei still!” und sofort war das Unwetter vorbei. So etwas ist einem “normalen Sterblichen” niemals möglich. Dass die entfesselten Naturkräfte einem Menschen aufs Wort gehorchen, kommt nicht vor. Bezeichnenderweise sind bei diesem eklatanten Wunder außer den Jüngern keine Zeugen zugegen.

Was aber sollten sie zu diesem neuerlichen Sichtbarwerden der Macht und Herrlichkeit Jesu sagen? Warum zeigte er das nicht allen Menschen, ja nicht einmal allen seinen Jüngern? Wäre dann die Verkündigung des Reiches Gottes nicht viel leichter gewesen? Eine Frage, die sich die Christen immer wieder stellten und stellen: warum ist der Herr mit seinen Wundern so sparsam?

Aber es ist nicht wirklich so. Die Wunder finden täglich statt. Nachdem das Erlösungswerk vollendet war, hat der Herr das Wunder sozusagen institutionalisiert. In den Sakramenten geschehen jeden Tag auf der ganze Erde gewaltige Zeichen. Bei der Firmung erhält der Mensch “die Gabe Gottes, den Hl. Geist”, bei der Taufe wird aus einem Geschöpf Gottes ein Kind Gottes. Und mehr noch: bei der Hl. Messe wird aus Brot und Wein der Leib und das Blut Jesu Christi. Diese Wandlung ist beinahe noch überwältigender als die Verwandlung Jesu auf dem Tabor. Damals war Jesus ja schon vorher zugegen, nur dass er seine Herrlichkeit, wie gewohnt, verborgen hatte. Bei der Wandlung in der Hl. Messe werden aber harmlose Gegenstände des täglichen Nahrungsbedarfs in die Person Jesu umgewandelt.

Unser Problem ist: alle diese objektiv realen Wunderdinge sind für unsere Sinne nicht wahrnehmbar. Und es ist verständlich, dass wir wieder fragen: wäre die Verkündigung nicht viel leichter, wenn man wenigstens etwas von diesen Herrlichkeiten Jesu des Herrn wahrnehmen könnte? Ein plötzlicher Glanz bei der hl. Wandlung, ein verklärtes Lächeln des eben getauften Kindes, leuchtende Augen beim gefirmten Jüngling?

Nichts davon.

Der Herr will unseren Glauben. Die Zeitgenossen Jesu, die den Herrn sahen, hatten es nicht leichter als wir. Auch sie mussten glauben. Petrus, Jakobus und Johannes sollten später beim Anblick der Todesangst Jesu im Ölgarten in der Erinnerung an seine Verklärung in ihrem Glauben gestärkt werden, den sie vielleicht sonst verloren hätten.

Wenn wir einmal schwach sind im Glauben, soll uns das nicht anfechten. Der Herr weiß das ja. Und auch uns gibt er die notwendigen Hilfen, damit wir im Glauben nicht wanken. Die größte Hilfe ist dabei, das was der himmlische Vater den Jüngern zuruft: “Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!” (Mt 17,7)

Als Christus durch seine Auferstehung sein Erlösungswerk vollendet hatte, ließ er nämlich durch Maria Magdalena seinen Jüngern ausrichten: “Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott” (Joh. 20,17). Hier gilt das gleiche wie bei dem Jesuswort: “Siehe da, dein Sohn. Siehe da, deine Mutter” (Joh 19,27). Alle Menschen sind gemeint. Wir alle sind Brüder und Schwestern Jesu Christi, der himmlische Vater ist unser Vater. Und – so tröstlich – die Mutter Gottes ist unsere Mutter.

Wenn wir das wirklich im Glauben tun, nämlich auf den “geliebten Sohn” hören mit allem, was das mit sich bringt, dann muss das Leben gelingen.

Das größte Wunder aber erwartet uns danach: wir selbst werden verwandelt. Und dann können wir Gott schauen wie er ist.

Msgr. Dr. Peter von Steinitz war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den hl. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt“, „Leo – Allah mahabba“ (auch als Hörbuch erhältlich) und „Katharina von Ägypten“.  Der Fe-Medienverlag hat einige ZENIT-Beiträge vom Autor als Buch mit dem Titel „Der Stein, den die Bauleute verwarfen“ herausgebracht.

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Quelle

Video: Warum sich dieser sterbenskranke Mann zum Priester weihen ließ

Dieser sterbenskranke Seminarist wurde am 7. Januar zum Priester geweiht. Bei Pater Philip Johnson wurde ein Gehirntumor im dritten Stadium diagnostiziert.

Die Ärzte gaben ihm 18 Monate zu leben. Das war vor neun Jahren.

Pater Johnson sagt, sein Leben sei ein Wunder – und dass er zahlreiche weitere Wunder während seiner Krankheit erlebt hat.

Das größte Wunder? Den erlösenden Wert von Leid und Herzschmerz zu lernen.

„Unser Leiden kann eine große Bedeutung haben, wenn wir es mit dem Leiden Christi verbinden und es für die Bekehrung und Anliegen anderer aufopfern“, so der Priester. Er habe große Trauer durchlitten, aber auch Zeiten großer Freude erlebt, sagt Pater Johnson. Derzeit wirkt er als Priester im Bistum Raleigh (US-Bundesstaat North Carolina).

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Wie ein Kreuz eine der großen Mystikerinnen des 20. Jahrhunderts ankündigte

Ungefähr 40 Meilen nördlich von Porto in Portugal liegt das Dorf Balazar. Hier wurde die selige Mystikerin Alexandrina Da Costa 1904 geboren. Auf der Flucht vor einigen Männern, die sie vergewaltigen wollten, erlitt sie eine Lähmung. Bekannt wurde sie dadurch, dass sie Anteil an den Leiden der Passion und Kreuzigung Christi erhalten hatte.

Viele Jahre vor Geburt der Seligen trat in Balazar ein merkwürdiges Kreuz am Erdboden auf, das bis heute sichtbar ist. Am Fronleichnamstag des Jahres 1832 bemerkten die Gläubigen, die zur Heiligen Messe gingen, nahe der Kirche dieses geheimnisvolle Kreuz.

Damals sandte der Pfarrer von Balazar einen Brief an den Erzbischof von Braga, in welchem er ihm berichtete, „dass die Erde, die das Kreuz zeichnete, weißer war als die umliegende und dass es schien, als würde auf den gesamten Erdboden Tau gefallen sein, außer auf die Stelle, an der sich das Kreuz befand.“

„Ich bat sie, den ganzen Staub und die Erde wegzufegen, die an diesem Ort verstreut waren, und wie zuvor erschien an der gleichen Stelle und in der gleichen Form das Kreuz. Ich befahl, reichlich Wasser darauf zu schütten, damit das Kreuz und die Erde verschwänden. Daraufhin nahm die Erde, die die Form des Kreuzes bildete, eine schwarze Färbung an, welche sie bis heute bewahrt hat“ schildert Pater Leopoldino Mateus.

Am Ort der Erscheinung des Kreuzes wurde eine Kapelle errichtet, mit der Zeit nahm die Verehrung zu und es geschahen Wunder. Trotzdem konnte sich niemand erklären, warum sich dieser Vorfall in Balazar ereignet hatte.

An einem Donnerstag, dem 30. März 1904, wurde in diesem Dorf Alexandrina María Da Costa geboren. Als die Selige 14 Jahre alt war, drangen Männer in ihr Haus ein, in der Absicht sich an ihr, an ihrer Schwester und an einer Freundin der beiden zu vergehen. Um ihre Reinheit zu verteidigen, stürzte sich Alexandrina aus dem Fenster des zweiten Stocks und blieb später aufgrund der Folgen des Sturzes für den Rest ihres Lebens gelähmt.

Ihr Gebetsleben vertiefte sich und sie hatte mehrere mystische Visionen, in denen der Herr sie einlud, ihre Leiden und Opfer für die Rettung der Seelen darzubringen.

Die selige Alexandrina erlitt mehrere Jahre hindurch an jedem Freitag die Schmerzen der Passion Christi und am 5. Dezember 1947 offenbarte ihr Christus die Bedeutung der Erscheinung des Kreuzes in Balazar.

„Ich habe der Pfarrei dieses Kreuz gesandt als Vorankündigung Deiner Kreuzigung. Das Kreuz war bereit, Du aber fehltest noch. Du bist das erwählte Opfer des göttlichen Ratschlusses. Es ist nicht nur meine Alexandrina, die gekreuzigt ist, sondern Christus in ihr. Durch sie habe ich zwei Früchte erhalten: die Liebe zum Kreuz und eine große Sühne für die Sünden der Welt.“

Gegenwärtig hat sich die Kapelle, die an der Stelle des Kreuzes und des Geburtshauses der seligen Alexandrina Da Costa steht, in eine Gebets- und Wallfahrtsstätte für Tausende von Gläubigen aus aller Welt verwandelt. Das Fest des Heiligen Kreuzes (auch Fest des Herrn vom Kreuz genannt) wird in Balazar jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli mit einem feierlichen Gottesdienst begangen.

(Eine frühere Version dieser Geschichte wurde am 10. Oktober 2015 veröffentlicht.)

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PORTO , 03 January, 2017 / 8:47 AM (CNA Deutsch).-

Quelle

Italien: Blutwunder in Neapel ausgeblieben

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So sah das letztes Jahr aus: flüssiges Blut in der Ampulle. Am 16. Dezember 2016 bliebt das Blut gestockt.

Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten ist in Neapel das sogenannte Blutwunder ausgeblieben. Das eingetrocknete Blut des heiligen Januarius verflüssigte sich am Freitag im Dom der Stadt nicht, wie italienische Medien (Samstag) berichteten. Das Ausbleiben des Blutwunders gilt den Neapolitanern als schlechtes Omen. Der Hüter der Reliquie, Monsignore Vincenzo De Gregorio, appellierte an die wartenden Gläubigen im Dom, nicht in Panik zu verfallen. „Wir dürfen nicht an Katastrophen und Unglücke denken“, so der Geistliche. Er rief sie dazu auf, weiter zu beten.

Seit Jahrhunderten verflüssigt sich das in einer gläsernen Ampulle aufbewahrte verklumpte Blut des Stadtpatrons laut der Überlieferung regelmäßig am 16. Dezember, dem Gedenktag an eine Warnung vor dem Vesuv-Ausbruch von 1631. Weitere Termine sind das Fest des Heiligen und frühchristlichen Märtyrers am 19. September sowie der Samstag vor dem ersten Sonntag im Mai. Zum 19. September dieses Jahres war das Wunder pünktlich eingetreten.

Zuletzt blieb das Blutwunder 1980 aus. Dies brachten die Neapolitaner mit dem Erdbeben von Irpinia in Verbindung; durch die verheerendste Naturkatastrophe der italienischen Nachkriegszeit starben damals 2.900 Menschen. Zuvor warteten die Neapolitaner 1973 vergeblich auf eine Verflüssigung des Bluts. In jenem Jahr wurde Neapel von einer Cholera-Epidemie heimgesucht.

Für das Phänomen der Verflüssigung gibt es naturwissenschaftliche Erklärungsversuche, die jedoch keine allgemeine Anerkennung fanden. Januarius (italienisch „San Gennaro“) wurde der Überlieferung nach zur Zeit der Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian am 19. September 305 enthauptet.

(kna 17.12.2016 pdy)