950 Millionen Pilger weltweit für Heiliges Jahr

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Eine der Heiligen Pforten: Die Caritas am römischen Bahnhof Termini

950 Millionen: So viele Menschen haben nach Schätzung des vatikanischen Kurienkardinales Rino Fisichella weltweit am Heiligen Jahr teilgenommen. Da nicht nur im Petersdom, sondern in jeder Diözese der Welt mindestens eine Heilige Pforte geöffnet worden war, hatten so viele Menschen wie nie zuvor die Möglichkeit, auch ohne lange Reisen eine Heilige Pforte zu durchschreiten und somit einen Ablass ihrer Sündenstrafen zu erhalten. Nicht nur in Kirchen, sondern auch in wohltätigen Einrichtungen und sogar in Haftanstalten waren Heilige Pforten eingerichtet worden. In Ländern mit katholischer Bevölkerungsmehrheit, so der Präsident des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung am Montag in Rom, hätten rund 80 Prozent der Bevölkerung eine Pforte durchschritten. Datenerhebungen aus den einzelnen Bistümern legen nahe, dass weltweit etwa 56 bis 62 Prozent der katholischen Gläubigen am Heiligen Jahr teilgenommen habe. Etwa 1,2 Milliarden Katholiken gibt es auf dem Globus.

(rv 21.11.2016 cs)

Papstpredigt: Das paradoxe Königtum Christi

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Papst Franziskus feiert die Messe zum Abschluss des Heiligen Jahres

Text der Papstpredigt vom Hochfest Christkönig,
zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit.

Der Christkönigssonntag krönt das liturgische Jahr und dieses Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Das Evangelium stellt das Königtum Christi nämlich auf dem Höhepunkt seines Erlösungswerkes dar, und zwar auf erstaunliche Weise. »Der erwählte Messias Gottes«, »der König« (Lk 23,35.37) erscheint ohne Macht und Ruhm: Er hängt am Kreuz und scheint eher Besiegter als Sieger zu sein. Sein Königtum ist paradox: Sein Thron ist das Kreuz, seine Krone ist aus Dornen; er hat kein Zepter, sondern ein Rohr wird ihm in die Hand gedrückt; er trägt keine prunkvollen Gewänder, sondern wird seiner Kleider beraubt; er trägt keine funkelnden Ringe am Finger, sondern seine Hände sind von Nägeln durchbohrt; er besitzt keine Schätze, sondern wird für dreißig Silberstücke verkauft.

Sein Reich ist wirklich nicht von dieser Welt (vgl. Joh 18,36), aber genau in ihm, wie uns der Apostel Paulus in der zweiten Lesung sagt, finden wir Erlösung und Vergebung (vgl. Kol 1,13-14). Denn die Größe seines Reiches besteht nicht in der Macht nach Maßstäben der Welt, sondern gemäß der Liebe Gottes, einer Liebe, die alles erreichen und heilen kann. Aufgrund dieser Liebe hat sich Christus bis zu uns herab erniedrigt, hat in unserem menschlichen Elend Wohnung genommen, hat unser widrigstes Menschsein erfahren: Ungerechtigkeit, Verrat, Verlassenheit; er hat Tod, Grab und Hölle erfahren. Auf diese Weise ging unser König bis an die Grenzen des Universums, um alles Leben zu umarmen und zu retten. Er hat uns nicht verdammt, er hat uns auch nicht bezwungen, er hat nie unsere Freiheit verletzt, sondern er hat sich den Weg durch die demütige Liebe gebahnt, die alles entschuldigt, die alles hofft, die allem standhält (vgl. 1 Kor 13,7). Nur diese Liebe hat unsere großen Widersacher besiegt und besiegt sie weiter: Sünde, Tod und Angst.

Heute, liebe Brüder und Schwestern, verkünden wir diesen einzigartigen Sieg, durch den Jesus König der Zeiten, der Herr der Geschichte geworden ist: mit der bloßen Allmacht der Liebe, welche das Wesen Gottes, sein Leben selbst ist und die niemals aufhört (vgl. 1 Kor 13,8). Freudig teilen wir die Schönheit, Jesus zum König zu haben. Seine Herrschaft verwandelt Sünde in Gnade, Tod in Auferstehung, Angst in Vertrauen.

Es wäre aber wenig, nur an Jesus als König des Universums und Mitte der Geschichte zu glauben, ohne ihn zum Herrn unseres Lebens werden zu lassen: All das ist umsonst, wenn wir ihn nicht persönlich aufnehmen und wenn wir nicht auch seine Art zu herrschen aufnehmen. Dabei helfen uns die Personen, die das heutige Evangelium vorstellt. Neben Jesus treten drei Figuren auf: das schaulustige Volk, die Gruppe der Menschen beim Kreuz und der Verbrecher neben Christus am Kreuz.

Zunächst die Leute: Das Evangelium sagt, dass sie „dabeistanden und zuschauten“ (Lk 23,35). Keiner sagt ein Wort, keiner geht näher heran. Die Leute stehen weit entfernt, um zu schauen, was passiert. Es sind die gleichen Leute, die sich für die eigenen Bedürfnisse um Jesus gedrängt haben und jetzt Distanz halten. Angesichts der Lebensumstände oder unserer nicht verwirklichten Erwartungen können auch wir versucht sein, auf Distanz zum Königtum Jesu zu gehen, nicht bis zum Äußersten das Ärgernis seiner demütigen Liebe anzunehmen, die unser Ich erregt und stört. Man bevorzugt, am Fenster zu bleiben, eher abseits zu stehen, als sich zu nähern und sich zum Mitmenschen zu machen. Das heilige Volk Gottes aber, das Jesus zum König hat, ist gerufen, seinem Weg der konkreten Liebe zu folgen, sich zu fragen – ein jeder, täglich: „Was verlangt die Liebe von mir, wohin drängt sie mich? Welche Antwort gebe ich Jesus mit meinem Leben?“

Es gibt eine zweite Gruppe, die sich aus verschiedenen Personen zusammensetzt: die führenden Männer des Volkes, die Soldaten und ein Verbrecher. Sie alle verspotten Jesus. Sie richten an ihn die gleiche Provokation: „Hilf dir selbst!“ (vgl. Lk 23,35.37.39). Das ist eine schlimmere Versuchung als die der Leute. Hier versuchen sie Jesus, so wie es der Teufel zu Beginn des Evangeliums tat (vgl. Lk 4,1-13), damit er darauf verzichte, auf die Weise Gottes zu herrschen, und stattdessen nach der Logik der Welt: Steig vom Kreuz herab und besiege die Feinde! Wenn du Gott bist, zeig Macht und Überlegenheit! Diese Versuchung ist ein direkter Angriff gegen die Liebe: »Hilf dir selbst!« (Vv. 37.39), nicht den anderen, sondern dir selbst. Das Ich möge siegen mit seiner Kraft, mit seinem Ruhm, mit seinem Erfolg. Das ist die furchtbarste Versuchung, die erste und die letzte des Evangeliums. Doch angesichts dieses Angriffs auf das ureigene Wesen seiner Person sagt Jesus nichts, er reagiert nicht. Er verteidigt sich nicht, er versucht nicht zu überzeugen, er gibt keine Rechtfertigung seines Königtums. Er liebt vielmehr weiter, vergibt, lebt den Augenblick der Prüfung im Einklang mit dem Willen des Vaters und in der Gewissheit, dass die Liebe Frucht bringen wird.

Um das Königtum Christi aufzunehmen, sind wir gerufen, gegen diese Versuchung zu kämpfen und den Blick auf den Gekreuzigten zu richten und ihm so immer treuer zu werden. Wie oft werden hingegen auch unter uns die befriedigenden Sicherheiten gesucht, welche die Welt bietet. Wie oft sind wir versucht, vom Kreuz herabzusteigen. Die Anziehungskraft der Macht und des Erfolgs wird als ein leichter und schneller Weg für die Verbreitung des Evangeliums dargestellt und rasch wird dabei vergessen, wie das Reich Gottes wirkt. Dieses Jahr der Barmherzigkeit hat uns eingeladen, die Mitte wiederzuentdecken, zum Wesentlichen zurückzukehren. Diese Zeit der Barmherzigkeit ruft uns dazu auf, auf das wahre Antlitz unseres Königs zu schauen, das zu Ostern aufleuchtet, und das junge und schöne Antlitz der Kirche wiederzuentdecken, das aufstrahlt, wenn sie gastfreundlich, frei, treu, arm an Gütern, doch reich an Liebe und missionarisch ist. Wenn die Barmherzigkeit uns ins Herz des Evangeliums führt, dann fordert sie uns auch auf, auf die Gewohnheiten und Gebräuche zu verzichten, die den Dienst am Reich Gottes behindern können; sie mahnt uns, uns nur am bleibenden demütigen Königtum Jesu zu orientieren und uns nicht an die unsicheren Königtümer und unbeständigen Mächte einer jeden Zeit anzupassen.

Im Evangelium tritt noch eine weitere Gestalt auf, die näher bei Jesus ist. Es ist der Verbrecher, der ihn bittet: »Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst« (V. 42). Dieser Mensch hat einfach auf Jesus geschaut und dadurch an sein Reich geglaubt. Er hat sich nicht in sich verschlossen, sondern hat sich mit seinen Fehlern, seinen Sünden und Schwierigkeiten an Jesus gewandt. Er hat darum gebeten, an ihn zu denken, und er hat die Barmherzigkeit Gottes erfahren: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (V. 43). Sobald wir ihm die Möglichkeit dazu geben, denkt Gott an uns. Er ist bereit, die Sünde vollständig und für immer zu tilgen, denn sein Gedächtnis zeichnet nicht das getane Böse auf und stellt nicht immer das erlittene Unrecht in Rechnung, wie es das unsere tut. Gott denkt nicht an die Sünde, er denkt an uns, an einen jeden von uns, seine geliebten Kinder. Und er glaubt, dass es immer möglich ist, neu zu beginnen und wiederaufzustehen.

Bitten auch wir und die Gabe dieses offenen und lebendigen Gedächtnisses. Bitten wir um die Gnade, nie die Türen der Versöhnung und der Vergebung zu verschließen, sondern stets über das Böse und die Divergenzen hinauszugehen und so jeden möglichen Weg der Hoffnung zu eröffnen. So wie Gott ungeachtet unserer Verdienste grenzenlos an uns selbst glaubt, sind auch wir gerufen, den anderen Hoffnung zuzusprechen und Chancen zu geben. Denn auch wenn die Heilige Pforte geschlossen wird, steht uns die wahre Pforte der Barmherzigkeit, das Herz Christi, immer weit offen. Aus der geöffneten Seite des Auferstandenen strömen bis zum Ende der Zeiten Barmherzigkeit, Trost und Hoffnung.

Viele Pilger haben die Heiligen Pforten durchschritten und jenseits lauter Berichterstattungen die große Güte des Herrn erfahren. Wir wollen dafür danken und uns daran erinnern, dass uns Barmherzigkeit zuteilwurde, damit wir die Gesinnung der Barmherzigkeit anlegen und auch wir zu Werkzeugen der Barmherzigkeit werden. Gehen wir diesen Weg weiter – gemeinsam. Dabei begleite uns die Gottesmutter Maria. Auch sie war nahe beim Kreuz und hat uns dort als liebevolle Mutter der Kirche geboren, die alle unter ihrem Mantel sammeln will. Unter dem Kreuz hat sie gesehen, wie der gute Schächer Vergebung erlangt hat, und hat den Jünger Jesu als ihren Sohn angenommen. Sie ist die Mutter der Barmherzigkeit und wir vertrauen uns ihr an: Keine Begebenheit, kein Gebet, mit denen wir vor ihre barmherzigen Augen kommen, wird ohne Antwort bleiben.

 

(rv 20.11.2016 ord)

Messe zum Abschluss des Heiligen Jahres: „Jesus liebt weiter“

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Schließt die Heilige Pforte: Papst Franziskus

Es ist soweit: An diesem Sonntag um 9.58 Uhr hat Papst Franziskus die Heilige Pforte des Petersdoms geschlossen und somit das außerordentliche Jahr der Barmherzigkeit offiziell beendet. Nach einem letzten Erklingen der Hymne des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit und nach einem stillen Gebet hat der Papst selbst die Pforte geschlossen. Ein nächstes Mal wird die Tür für das Jubeljahr 2025 geöffnet werden – sofern nicht in der Zwischenzeit ein weiteres außerordentliches Heiliges Jahr ausgerufen wird. Im Beisein zahlreicher Würdenträger und etwa 70.000 Gläubiger und bei mildem Wetter feierte er anschließend den Abschlussgottesdienst des Heiligen Jahres auf dem Petersplatz. In einer Ansprache dankte er vor dem Angelusgebet ausdrücklich allen, die zum Gelingen des Heiligen Jahres beigetragen hatten.

Das „paradoxe“ Königtum Christi stellte der Papst in den Mittelpunkt seiner Predigt, die Kirche feiert am letzten Sonntag des Kirchenjahres das Hochfest Christkönig. Das Königtum ohne Macht und Ruhm, das am Kreuz hängt, der König der für dreißig Silberstücke verkauft ist. „Die Größe seines Reiches besteht nicht in der Macht nach Maßstäben der Welt, sondern gemäß der Liebe Gottes, einer Liebe, die alles erreichen und heilen kann“, so der Papst. Es sei eine Liebe, die „alles Leben umarmt und rettet“. „Er hat uns nicht verdammt, er hat uns auch nicht bezwungen, er hat nie unsere Freiheit verletzt, sondern er hat sich den Weg durch die demütige Liebe gebahnt, die alles entschuldigt, die alles hofft, die allem standhält“.

Diese paradoxe Herrschaft verwandle „Sünde in Gnade, Tod in Auferstehung, Angst in Vertrauen“, fuhr der Papst fort. Das alles wäre aber „umsonst, wenn wir ihn nicht persönlich aufnehmen und wenn wir nicht auch seine Art zu herrschen aufnehmen.“

Verwandelnde Herrschaft Christi

Drei Figuren aus dem Evangelium des Tages – die Kreuzigung Jesu – nahm der Papst zur Verständnishilfe dazu. Zunächst sei da das schaulustige Volk. „Es sind die gleichen Leute, die sich für die eigenen Bedürfnisse um Jesus gedrängt haben und jetzt Distanz halten“, so Franziskus. Es seien Menschen, die sein Königtum nicht annähmen und nicht zum Mitmenschen würden. Das wahre Volk hingegen sei gerufen, täglich Jesus mit dem eigenen Leben zu antworten.

„Es gibt eine zweite Gruppe, die sich aus verschiedenen Personen zusammensetzt: die führenden Männer des Volkes, die Soldaten und ein Verbrecher. Sie alle verspotten Jesus. Sie richten an ihn die gleiche Provokation: ‚Hilf dir selbst!’“ Diese zweite Gruppe ist in noch schlimmerer Versuchung als die erste, urteilt der Papst, es ist ein direkter Angriff auf die Liebe, ‚Hilf dir selbst!’, nicht den anderen, sondern dir selbst. Das Ich möge siegen mit seiner Kraft, mit seinem Ruhm, mit seinem Erfolg. Das ist die furchtbarste Versuchung, die erste und die letzte des Evangeliums.“ Jesus reagiere nicht und rechtfertige sein Königtum nicht, „Er liebt vielmehr weiter“.

Er liebt weiter

Gegen diese Versuchung gelte es anzukämpfen, gegen die Versuchung, vom Kreuz hinab zu steigen. „Die Anziehungskraft der Macht und des Erfolgs wird als ein leichter und schneller Weg für die Verbreitung des Evangeliums dargestellt und rasch wird dabei vergessen, wie das Reich Gottes wirkt. Dieses Jahr der Barmherzigkeit hat uns eingeladen, die Mitte wiederzuentdecken, zum Wesentlichen zurückzukehren“. Das Wesentliche, das sei für ihn eine gastfreundliche, freie, treue und missionarische Kirche, arm an Gütern und Reich an Liebe.

Die dritte Gestalt im Evangelium sei die des Verbrechers, vervollständigte der Papst seine Aufzählung. „Dieser Mensch hat einfach auf Jesus geschaut und dadurch an sein Reich geglaubt“, ohne sich zu verschließen. Dieser Mensch habe Barmherzigkeit erfahren. „Sobald wir ihm die Möglichkeit dazu geben, denkt Gott an uns. Er ist bereit, die Sünde vollständig und für immer zu tilgen, denn sein Gedächtnis zeichnet nicht das getane Böse auf und stellt nicht immer das erlittene Unrecht in Rechnung, wie es das unsere tut. Gott denkt nicht an die Sünde, er denkt an uns, an einen jeden von uns, seine geliebten Kinder. Und er glaubt, dass es immer möglich ist, neu zu beginnen und wiederaufzustehen.“

Barmherzigkeit geht weiter

Auch wenn die Heilige Pforte geschlossen werde, stehe die wahre Pforte der Barmherzigkeit immer offen, schloss der Papst seine Gedanken. „Viele Pilger haben die Heiligen Pforten durchschritten und jenseits lauter Berichterstattungen die große Güte des Herrn erfahren. Wir wollen dafür danken und uns daran erinnern, dass uns Barmherzigkeit zuteilwurde, damit wir die Gesinnung der Barmherzigkeit anlegen und auch wir zu Werkzeugen der Barmherzigkeit werden. Gehen wir diesen Weg weiter – gemeinsam.“

(rv 20.11.2016 ord)

Papst: „Reform der Kirche beginnt im Beichtstuhl“

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Petersdom

„Lasst euch von der göttlichen Barmherzigkeit umformen!“ Das hat Papst Franziskus niederländischen Rom-Pilgern an diesem Dienstag im Petersdom mit auf den Weg gegeben. Priester, Bischöfe und Gläubige aus allen Bistümern der Niederlande waren kurz zuvor feierlich durch die Heilige Pforte der Barmherzigkeit gezogen.

„Das Heilige Jahr bringt uns in eine tiefere Beziehung zu Jesus Christus, dem Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Wir werden dieses große Geheimnis der Liebe Gottes nie ausschöpfen können! Sie ist die Quelle unseres Heils: Die ganze Welt, wir alle brauchen die göttliche Barmherzigkeit. Sie rettet uns, gibt uns Leben, schafft uns neu als wahre Söhne und Töchter Gottes.“

Der Papst warb auch für eine Neuentdeckung des Beichtsakraments: Hier lasse sich Gottes rettende Güte „ganz besonders erfahren“. „Sie ist der Ort, wo man Gottes Vergebung und Barmherzigkeit geschenkt bekommt. Hier beginnt die Verwandlung eines jeden von uns, und auch die Reform des Lebens der Kirche!“

Sie sollten „Werkzeuge der göttlichen Barmherzigkeit“ im Alltag werden, sagte der Papst den Pilgern weiter. „Die Männer und Frauen von heute dürsten nach Gott, dürsten nach seiner Güte und Liebe! Und ihr könnt als Kanäle der Barmherzigkeit mithelfen, diesen Durst zu stillen. Ihr könnt so vielen Menschen helfen, Christus wiederzuentdecken…“

(rv 15.11.2016 sk)

Am 13. November Schließung der Heiligen Pforten

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Lateranbasilika / Wikimedia Commons – Pedro Reis, CC BY-SA 2.5

Gottesdienste in den päpstlichen Basiliken

Das Büro für die liturgischen Feiern des Papstes teilte mit, dass am Sonntag, dem 13. November 2016, die Heiligen Pforten an den päpstlichen Basiliken geschlossen würden.

An der Basilika San Giovanni in Laterano wird die Schließung um 17.30 Uhr mit einer Heiligen Messe, an der Basilika Santa Maria Maggiore um 18.00 Uhr mit einer Heiligen Messe, an der Basilika San Paolo fuori le Mura um 17.00 Uhr mit einem Vespergebet und einer Heiligen Messe erfolgen.

Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit endet am Sonntag, dem 20. November, mit der Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom. (bd)

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Quelle

Vatikan: Ältestes Kruzifix wird zum Denkmal des Jubiläums

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Das älteste Kruzifix in St. Peter

Wenn am 20. November das Heilige Jahr zu Ende gehen wird, soll im Petersdom zur „Erinnerung“ an dieses außerordentliche Jubiläumsjahr das älteste Kruzifix von St. Peter für alle Gläubigen wieder sichtbar angebracht werden. Das kündigte an diesem Freitag der Erzpriester der vatikanischen Basilika an, Kardinal Angelo Comastri. Er stellte der Presse das frisch restaurierte Kruzifix vor. 15 Monate lang haben die Arbeiten gedauert, rund 60.000 Euro hat das Ganze gekostet, so Kardinal Comastri.

„Es handelt sich um ein hölzernes Kruzifix, der aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt, also aus der Zeit von Dante Alighieri, und ist bei weitem das älteste Kreuz dieser Größe, das wir hier im Petersdom haben“, so der Erzpriester von St. Peter. Doch in den vergangenen achtzig Jahren war es an einer „ungünstigen“ Stelle platziert, abseits von der Öffentlichkeit. Davor stand ein Aufzug, den nur die Päpste und ihre Begleiter benützten und immer noch exklusiv verwenden. Das Kruzifix ist über 2,15 Meter groß und ist aus dem Stamm eines Nussbaumes erstellt worden. Doch trotz verschiedener Restaurierungsarbeiten im Lauf der Jahrhunderte befand es sich in einem ziemlich schlechten Zustand, wie die Restauratorin Lorenza D’Alessandro erläutert. „Wir mussten jede einzelne Schicht mit speziellen Lasergeräten entfernen“, sagt sie bei der Vorstellung des „neuen“ Kruzifixes. Die Arbeiten fanden im Kapitelsaal der Sakristei von St. Peter statt, wo das frisch restaurierte Kreuz auch der Presse vorgestellt wurde.

„Das Kruzifix wird dann erstmals am 6. November zum Anlass des Gottesdienstes mit dem Papst für das Jubiläumsjahr der Gefängnisinsassen wieder der Öffentlichkeit gezeigt. Gerade für die Gefängnisinsassen als Pilger in St. Peter wird das ein besonderes Zeichen der Hoffnung und eine Botschaft der Barmherzigkeit sein“, so Kardinal Comastri. Übrigens, Franziskus selber hat das Kreuz noch nicht gesehen und wird es wie die Pilger erst am 6. November sehen.

Danach soll es als „Denkmal für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ in der Sakramentskapelle – also unmittelbar neben dem Grabmal des heiligen Papstes Johannes Paul II. – aufgestellt werden. „Der Pilger, der in jene Seitenkapelle zum Beten kommt, wird dann als erstes den Anblick des Gekreuzigten sehen“, fügt der Erzpriester an.

(rv 28.10.2016 mg)

Polen: Über 100.000 Pilger beim „Großen Buße“-Treffen

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Wielka Pokuta, Jasna Góra / EpiskopatNews – B.M.Sztajner/ Niedziela, CC NY-NC-SA

Das Treffen mit Gottesdienst und eucharistischer Anbetung
fand am Samstag in Jasna Gora statt

In Anwesenheit von 100.000 Pilgern hat auf Jasna Gora das „Große Buße“- Treffen stattgefunden, bei dem eine Bußandacht für die Sünden der Nation begangen sowie eine Bitte um Barmherzigkeit für Polen ausgesprochen wurde. Auf dem Programm des Gebetstages standen: eine Danksagung für das, was in der Geschichte Polens geschehen ist, ein Bußteil mit Zeugnissen und eucharistischer Anbetung, sowie ein Gottesdienst, der von Erzbischof Stanisław Gądecki, dem Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, gefeiert wurde.

Viele Teilnehmer empfingen das Beichtsakrament und betonten den Sinn des gemeinsamen Gebets. „Wir wollen zeigen, dass die Gottesmutter die Rettung für Polen und für die Welt ist, durch Maria können wir alles tun. Oft war in der Geschichte Polens das Gebet nötig und jetzt ist diese Zeit wieder gekommen“, sagt einer der Pilger.

Die „Große Buße“ ist vor allem als Sühne für die persönlichen Sünden und die der ganzen Nation zu verstehen, darunter fallen besonders die Tötung der ungeborenen Kinder, Süchte, Neid und Spaltungen.

Die Vorträge und Gebetseinheiten leiteten die brasilianischen Missionare und Oberen der Gemeinschaft „Bündnis der Barmherzigkeit“, Pater Antonello Cadeddu und Pater Henrique Porcu, sowie der Exorzist Pater Piotr Glas.

„Ich denke, dass hier jeder etwas für sich selbst finden kann, so wie der Heilige Geist ihn zur eigenen Spiritualität der Sühne führt“, meint der Salesianer-Pater Dominik Chmielewski.

Das Programm der Veranstaltung bestand aus drei Teilen. Zuerst wurde dem Schöpfer für alles Gute gedankt, das in der Geschichte Polens geschehen ist. Am Nachmittag wurde die Heilige Messe von Erzbischof Stanisław Gądecki, dem Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz, gefeiert, der auch die Predigt hielt. Er betonte anhand des Vorbilds des verlorenen Sohnes die Notwendigkeit für die Personen und Gemeinschaften, zu Gott zurückzukehren. Am Abend fand der Bußteil statt, in dem Gott für die persönlichen und gesellschaftlichen Sünden um Vergebung gebeten wurde.

Das „Große Buße“-Treffen war eine Initiative von Laien in Zusammenarbeit mit Geistlichen. Die Organisatoren betonen, dass dieses Ereignis ein Glaubenszeugnis war und Ausdruck der Überzeugung, dass Erneuerung nur in Gott und durch Maria möglich ist.

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