PAPST FRANZISKUS: JAHR DES GLAUBENS: DIE AUFERSTEHUNG JESU

Papa Francesco durante l'udienza generale del mercoledi' in Piazza San Pietro, Citta' del Vaticano, 3 aprile 2013. Pope Francis speaks during his weekly general audience in St. Peter's square at the Vatican, 3 April 2013. UPDATE IMAGES PRESS/Riccardo De Luca STRICTLY ONLY FOR EDITORIAL USE

Papst Franziskus während der Generalaudienz am Mittwoch, 3. April 2013

GENERALAUDIENZ

Petersplatz
Mittwoch, 3. April 2013

 

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Heute nehmen wir die Katechesen zum Jahr des Glaubens wieder auf. Im Glaubensbekenntnis sagen wir immer wieder dieses Wort: Er »ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift«. Eben dieses Ereignis feiern wir: die Auferstehung Jesu, das Zentrum der christlichen Botschaft, die von Anfang an zu hören war und weitergegeben wurde, um bis zu uns zu gelangen. Der hl. Paulus schreibt an die Christen von Korinth: »Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf« (1 Kor 15,3–5).

Dieses kurze Glaubensbekenntnis verkündigt das Ostergeheimnis, mit den ersten Erscheinungen des Auferstandenen vor Petrus und dann vor den Zwölf: Der Tod und die Auferstehung Jesu sind der Kern unserer Hoffnung. Ohne diesen Glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu wäre unsere Hoffnung schwach, wäre sie nicht einmal Hoffnung, und gerade der Tod und die Auferstehung Jesu sind der Kern unserer Hoffnung. Der Apostel sagt: »Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden« (V. 17).

Leider hat man oft versucht, den Glauben an die Auferstehung Jesu zu verdunkeln, und auch bei den Gläubigen selbst haben sich Zweifel eingeschlichen. Ein bisschen »Rosenwasser«-Glaube, wie wir sagen, ein verwässerter Glaube: Das ist kein starker Glaube. Und das aus Oberflächlichkeit, manchmal aus Gleichgültigkeit, beschäftigt mit tausend Dingen, die man für wichtiger hält als den Glauben, oder aus einer nur horizontalen Sichtweise des Lebens heraus.

Aber gerade die Auferstehung öffnet uns auf die größere Hoffnung hin, weil sie unser Leben und das Leben der Welt auf die ewige Zukunft Gottes hin öffnet, auf die vollkommene Glückseligkeit, auf die Gewissheit, dass das Böse, die Sünde, der Tod überwunden werden können. Und das führt dazu, die täglichen Wirklichkeiten mit mehr Vertrauen zu leben, ihnen mit Mut und Einsatz zu begegnen. Die Auferstehung Christi erleuchtet diese täglichen Wirklichkeiten mit einem neuen Licht. Die Auferstehung Christi ist unsere Kraft!

Aber wie ist uns die Glaubenswahrheit der Auferstehung Christi weitergegeben worden? Im Neuen Testament gibt es zwei Arten von Zeugnissen: einige in der Form eines Glaubensbekenntnisses, also kurze Formeln, die auf den Kern des Glaubens verweisen; andere wiederum haben die Form eines Berichts über das Ereignis der Auferstehung und der damit verbundenen Tatsachen. Die erste, die Form des Glaubensbekenntnisses, ist zum Beispiel die, die wir gerade vernommen haben, oder die im Brief an die Römer, wo der hl. Paulus schreibt: »Wenn du mit deinem Mund bekennst: ›Jesus ist der Herr‹ und in deinem Herzen glaubst: ›Gott hat ihn von den Toten auferweckt‹, so wirst du gerettet werden« (10,9).

Von den ersten Schritten der Kirche an ist der Glaube an das Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu felsenfest und ganz deutlich. Heute möchte ich jedoch bei der zweiten Form verweilen, die wir in den Evangelien finden, beim Zeugnis in Form eines Berichts. Vor allem sehen wir, dass die ersten Zeuginnen dieses Ereignisses die Frauen waren. Als eben die Sonne aufgeht, kommen sie zum Grab, um den Leib Jesu zu salben, und finden das erste Zeichen: das leere Grab (vgl. Mk 16,1). Dann folgt die Begegnung mit einem Boten Gottes, der verkündigt: Jesus von Nazaret, der Gekreuzigte, ist nicht hier; er ist auferstanden (vgl. V. 5–6). Die Frauen sind von der Liebe getrieben und können diese Verkündigung mit Freude annehmen: Sie glauben und geben es sofort weiter. Sie behalten es nicht für sich, sie geben es weiter. Die Freude zu wissen, dass Jesus lebt, die Hoffnung, die das Herz erfüllt, lässt sich nicht im Zaum halten. Das sollte auch in unserem Leben geschehen. Wir müssen die Freude spüren, Christen zu sein! Wir glauben an einen Auferstandenen, der das Böse und den Tod überwunden hat! Wir müssen den Mut haben »hinauszugehen«, um diese Freude und dieses Licht an alle Orte unseres Lebens zu bringen! Die Auferstehung Christi ist unsere größte Gewissheit; sie ist der kostbarste Schatz! Wie sollten wir diesen Schatz, diese Gewissheit nicht mit den anderen teilen? Sie ist nicht nur für uns da, sie ist da, um weitergegeben zu werden, um sie den anderen zu schenken, um sie mit den anderen zu teilen. Gerade das ist unser Zeugnis.

Ein weiteres Element: In den Glaubensbekenntnissen des Neuen Testaments werden als Zeugen der Auferstehung nur Männer erwähnt, die Apostel, aber nicht die Frauen. Das liegt daran, dass nach dem jüdischen Gesetz jener Zeit Frauen und Kinder kein verlässliches, glaubwürdiges Zeugnis geben konnten. In den Evangelien dagegen haben die Frauen eine erstrangige, grundlegende Rolle. Hier können wir ein Element erblicken, das für die Geschichtlichkeit der Auferstehung spricht: Wenn sie eine erfundene Tatsache wäre, dann wäre sie im Kontext jener Zeit nicht mit dem Zeugnis von Frauen verbunden worden. Die Evangelisten berichten jedoch einfach das, was geschehen ist: Die Frauen sind die ersten Zeuginnen. Das heißt, dass Gott nicht nach menschlichen Maßstäben auserwählt: Die ersten Zeugen der Geburt Jesu sind die Hirten, einfache und bescheidene Menschen; die ersten Zeuginnen der Auferstehung sind die Frauen.

Und das ist schön. Und das ist ein bisschen die Sendung der Frauen: der Mütter, der Frauen! Den Kindern, den Enkeln Zeugnis geben, dass Jesus lebt, dass er der Lebendige ist, dass er auferstanden ist! Mütter und Frauen, gebt weiter dieses Zeugnis! Für Gott zählt das Herz, es zählt, wie offen wir für ihn sind, ob wir wie Kinder sind, die Vertrauen haben. Das bringt uns jedoch auch zum Nachdenken darüber, dass die Frauen in der Kirche und auf dem Glaubensweg eine besondere Rolle gehabt haben und auch heute haben, um dem Herrn die Türen zu öffnen, ihm nachzufolgen und sein Antlitz zu vermitteln, denn der Blick des Glaubens bedarf immer des schlichten und tiefen Blicks der Liebe. Die Apostel und die Jünger tun sich schwerer zu glauben. Die Frauen nicht. Petrus läuft zum Grab, bleibt aber beim leeren Grab stehen; Thomas muss mit seinen Händen die Wunden des Leibes Jesu berühren. Auch auf unserem Glaubensweg ist es wichtig zu wissen und zu spüren, dass Gott uns liebt, und keine Angst zu haben, ihn zu lieben: Den Glauben bekennt man mit Mund und Herz, mit Worten und mit Liebe.

Nach den Erscheinungen vor den Frauen folgen weitere. Jesus wird auf neue Weise gegenwärtig: Er ist der Gekreuzigte, aber sein Leib ist verherrlicht; er ist nicht zum irdischen Leben zurückgekehrt, sondern in einem neuen Zustand. Anfangs erkennen sie ihn nicht wieder, und nur durch seine Worte und seine Gesten werden die Augen geöffnet: Die Begegnung mit dem Auferstandenen verwandelt, gibt dem Glauben eine neue Kraft, eine unerschütterliche Grundlage. Auch für uns gibt es viele Zeichen, in denen der Auferstandene sich zu erkennen gibt: die Heilige Schrift, die Eucharistie, die anderen Sakramente, die Nächstenliebe, jene Gesten der Liebe, die einen Strahl des Auferstandenen bringen. Lassen wir uns erleuchten von der Auferstehung Christi, lassen wir uns von seiner Kraft verwandeln, damit auch durch uns in der Welt die Zeichen des Todes den Zeichen des Lebens weichen.

Ich habe gesehen, dass auf dem Platz viele junge Menschen sind. Da sind sie! Zu euch sage ich: Tragt diese Gewissheit voran: Der Herr lebt und geht an eurer Seite im Leben. Das ist eure Sendung! Tragt diese Hoffnung voran. Bleibt in dieser Hoffnung verankert: mit diesem Anker, der im Himmel ist. Haltet das Seil fest, bleibt in dieser Hoffnung verankert und tragt sie weiter. Ihr, die Zeugen Jesu, tragt das Zeugnis voran, dass Jesus lebt, und das wird uns Hoffnung schenken, es wird dieser Welt Hoffnung schenken, die ein bisschen gealtert ist durch die Kriege, durch das Böse, durch die Sünde. Voran, ihr jungen Menschen!

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Quelle

Mel Gibson verrät den Titel des Nachfolge-Films von „Die Passion Christi“

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Mel Gibson im Interview. Foto: Pastor Greg Laurie via YouTube

In einem Interview mit dem evangelikalen Pastor Greg Laurie bei einer Veranstaltung in Anaheim, Kalifornien, hat Mel Gibson offenbar verraten, wie der Nachfolge-Film zu „Die Passion Christi“ heißen würde.

„Wir reden darüber“, sagte Gibson in Antwort auf eine Frage nach dem Stand des Projekts, das im Juni zum ersten Mal bekannt wurde. „Natürlich ist es ein gewaltiges Unterfangen, und es ist nicht ‚Die Passion 2‘ – es trägt den Titel ‚Die Auferstehung‘ – the Resurrection„.

Was aus christlicher Sicht logisch wäre.

„Das ist natürlich ein sehr großes Thema“, fuhr er fort. „Und es muss behandelt werden, denn wir wollen es nicht einfach wiedererzählen. Wir können alle lesen, was geschehen ist, aber um es wirklich zu erleben und erforschen, was wohl die tiefere Bedeutung dessen ist, worum es geht – das erfordert einigen Aufwand.“

Der Film „die Passion Christi“ – im Original The Passion of the Christ – wurde von Mel Gibson allein finanziert. Allein Produktion und Marketing kosteten rund 34 Millionen US Dollar. Weltweit spielte der Film jedoch 612 Millionen Dollar ein – was ihn zum erfolgreichsten unabhängig produzierten Film aller Zeiten macht, dem umsatzstärksten religiösen Film aller Zeiten, und dem umsatzstärksten Film, der erst ab 17 Jahren freigegeben ist.

Gibson arbeitet an „Die Auferstehung“ zusammen mit Randall Wallace. Die beiden wurden für ihre gemeinsame Arbeit an Braveheart bekannt, die Wallace eine Nominierung für den Oscar für Bestes Drehbuch einbrachte; Gibson gewann den Oscar für Besten Regisseur und Bester Film. In letzter Zeit hat Wallace als Autor und Regisseur unter anderem an dem christlichen Film „Den Himmel gibt’s echt“ – Heaven is for Real – gearbeitet.

Als im Juni das neue Projekt öffentlich wurde, sagte Wallace, dass es den evangelikalen Christen zu verdanken sei, dass es einen Nachfolger geben werde: „Die evangelikale Gemeinschaft hält ‚Die Passion Christi‘ für den großartigsten Film aller Zeiten aus Hollywood, und sie sagten uns immer wieder, dass sie glaubten, dass ein Nachfolge-Film noch größer werde.“

Noch ist unklar, wann der Film produziert werden oder erscheinen soll.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von www.ChurchPOP.com 

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Quelle

Fides christianorum resurrectio Christi est

37-03-012

Der auferstandene Jesus und der Apostel Thomas, Detail, Freske aus dem 14. Jh., Oberkirche des Klosters Sacro Speco, Subiaco (Rom).

Ansprache Pauls VI.

an die Teilnehmer des Symposiums über die Auferstehung Jesu,
Rom, 4. April 1970.

Sehr geehrte Herren,

Wir sind sehr gerührt über die warmherzigen, zuversichtlichen Worte, die der ehrwürdige Pater Dhanis in Ihrem Namen für Uns gefunden hat, und wir danken dem Herrn, der uns dieses Treffen mit hochrangigen Experten im Bereich der Exegese, der Theologie und der Philosophie bescherte, die gekommen sind, um sich brüderlich über ihre Arbeiten zum Geheimnis der Auferstehung Christi auszutauschen. Groß ist Unsere Freude über dieses Symposium, das dank der großherzigen Gastfreundschaft des Instituts „San Domenico“ in der Via Cassia veranstaltet werden konnte. Wir möchten den Verantwortlichen und allen Teilnehmern, die Wir hier begrüßen dürfen, Unseren herzlichen Dank aussprechen, vereint mit Unserer tiefen Wertschätzung, Unserem besonderen Wohlwollen und Zuspruch.

Wir wollen Ihnen hier in aller Einfachheit einige Denkanstöße geben, die uns dieses so bedeutungsvolle Thema der Auferstehung Jesu nahelegt, das Sie lobenswerterweise zum Thema Ihrer Arbeiten machen wollten.

1. Man muss wohl kaum betonen, welch große Bedeutung Wir – wie übrigens alle unsere christlichen Kinder, Brüder und Schwestern – dieser Studie beimessen. Ja, Wir möchten fast zu sagen wagen: die meiste Bedeutung messen Wir ihr bei – schon aufgrund der Rolle, die uns der Herr im Schoße Seiner Kirche zugedacht hat und die Uns zum privilegierten Zeugen und Glaubenshüter macht! Und dreht sich vielleicht nicht die ganze Evangeliengeschichte um die Auferstehung: was wären die Evangelien, die die Frohbotschaft des Herrn Jesus verkünden, ohne sie? Liegt vielleicht nicht gerade darin die Quelle der gesamten christlichen Verkündigung, angefangen beim ersten Kerygma, das ja gerade dem Zeugnis der Auferstehung erwächst (vgl. Apg 2, 32)?

Ist es nicht vielleicht der Angelpunkt der gesamten Epistemologie des Glaubens, ohne den dieser seine Konsistenz verlieren würde, wie schon die Worte des Apostels Paulus besagen: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden […] dann ist euer Glaube sinnlos“ (vgl. 1 Kor 15, 14)?

Ist es vielleicht nicht allein die Auferstehung Jesu, die der ganzen Liturgie, allen unseren „Eucharistiefeiern“ Sinn gibt, mit der Versicherung der Präsenz des Auferstandenen, den wir in der Danksagung feiern: „Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit“ (Anamnesis)?

Ja, die ganze christliche Hoffnung gründet sich auf die Auferstehung Christi, in der unsere eigene Auferstehung mit Ihm „verankert“ ist. Ja, wir sind bereits mit Ihm auferweckt (vgl. Kol 3, 1): in den Stoff unseres christliches Lebens ist diese unerschütterliche Gewissheit und diese verborgene Wirklichkeit eingewoben, mit aller Freude und Dynamik, die sich daraus ergibt.

2. Und ist es vielleicht nicht erstaunlich, dass ein derartiges Geheimnis – so grundlegend für unseren Glauben, so bereichernd für unseren Geist – im Laufe der Geschichte verschiedene Formen angenommen hat und nicht nur das leidenschaftliche Interesse seitens der Exegeten, sondern auch vielfältige Proteste hervorrief? Dieses Phänomen hatte sich schon zu Lebzeiten des Evangelisten Johannes gezeigt, der meinte, präzisieren zu müssen, dass der ungläubige Thomas aufgefordert worden war, die Male der Nägel zu berühren und seine Hand in die verwundete Seite des auferstandenen Wortes des Lebens zu legen(vgl. Joh 20, 24-29).

Wie sollte man hier nicht an die seither angestellten Versuche jener Gnosis denken, die in vielfältigen Formen immer wieder in Erscheinung tritt und die dieses Geheimnis mit allen Ressourcen des menschlichen Verstandes zu durchdringen und auf die Dimensionen rein menschlicher Kategorien zu verkürzen suchte? Eine mehr als verständliche Versuchung, und zweifellos eine unvermeidliche, aber mit der gefährlichen Tendenz, den Reichtum und die Tragweite dessen zu entleeren, was vor allem ein Fakt ist: die Auferstehung des Retters.

Noch heute – und das müssen Wir Ihnen gewiss nicht in Erinnerung rufen – haben wir die letzten dramatischen Folgen dieser Tendenz vor Augen, die nicht selten dazu führt, dass Gläubige, die sich Christen nennen, den historischen Wert des inspirierten Zeugnisses leugnen oder, in jüngerer Zeit, die leibliche Auferstehung Jesu in rein mythischer, spiritueller oder moralischer Weise interpretieren. Wie soll man die unleugbar zerstörerischen Auswirkungen nicht wahrnehmen, die diese schädlichen Diskussionen auf viele Gläubige haben? Aber Wir sehen das alles – wie Wir hier mit Nachdruck betonen – ohne Furcht: Heute wie gestern gelingt es dem Zeugnis „der Elf und der anderen Jünger“ nämlich, mit der Anmut des Heiligen Geistes den wahren Glauben zu erwecken: „Der Herr ist wirklich auferstanden und dem Simon erschienen“ (Lk 24, 34-35).

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Paul VI. betet am Heiligen Grab

3. Mit diesen Gefühlen verfolgen Wir also mit großem Respekt die hermeneutische und exegetische Arbeit, die so qualifizierte Männer der Wissenschaft wie Sie zu diesem wichtigen Thema leisten. Diese Haltung entspricht den Prinzipien und Normen, die die katholische Kirche für die Bibelstudien festgelegt hat; man muss nur an die bekannten Enzykliken Unserer Vorgänger denken: Providentissimus Deus von Leo XIII. aus dem Jahr 1893, und Divino afflante Spiritu von Pius XII. aus dem Jahr 1943 – oder an die dogmatische Konstitution Dei Verbum des II. Vatikanischen Konzils: Darin wird nicht nur die rechte Freiheit der Forschung anerkannt, sondern auch daran gemahnt, dass das Studium der Heiligen Schrift den heutigen Erfordernissen angepasst sein muss und es gilt, „sorgfältig zu erforschen, was die heiligen Schriftsteller wirklich zu sagen beabsichtigten“ (vgl. Dei Verbum, Nr. 12).Diese Perspektive weckt auch in der Welt der Kultur Interesse und stellt eine Quelle neuer Bereicherung für die Bibelstudien dar. Wir freuen Uns, dass dem so ist. Wie immer zeigt sich die Kirche als gestrenge Hüterin der schriftlichen Offenbarung; und heute zeigt sie sich beseelt von einer berechtigten Sorge: Alles zu wissen, alles mit Unterscheidungsvermögen abzuwägen und den Bibeltext kritisch zu interpretieren. Auf diese Weise ist die Kirche, während sie sucht, das Denken der anderen zu kennen, darum bemüht, das zu überprüfen, was ihr eigen ist und den vielen aufrechten Geistern, die auf der Suche sind, die Gelegenheit offener und tröstlicher Begegnungen zu geben. Ja, die Kirche selbst kennt die Schwierigkeiten bei der Exegese von zweifelhaften und schwierigen Texten und weiß um die Nützlichkeit verschiedener Meinungen. So konnte schon Augustinus sagen: „Utile est autem ut de obscuritatibus divinarum Scripturarum, quas exercitationis nostrae causa Deus esse voluit, multae inveniantur sententiae, cum aliud alii videtur, quae tamen omnes sanae fidei doctrinaeque concordent“ (Ep. ad Paulinum 149, 3, 34: PL 33, 644) [Es ist überdies nützlich, dass hinsichtlich unklarer Stellen der Heiligen Schrift – durch die uns Gott ermöglicht, in Übung zu bleiben – viele Urteile gehört werden, solange diese nicht im Kontrast zur gesunden Glaubenslehre stehen].

Und die Kirche gemahnt ihre Kinder, stets unter Leitung des Augustinus, daran, die Lösung durch die Einheit von Gebet und Studium zu suchen: „Non solum admonendi sunt studiosi venerabilium Litterarum, ut in Scripturis sanctis genera locutionum sciant […], verum etiam, quod est praecipuum et maxime necessarium, orent ut intelligant“ (De doctrina christiana III, 37, 56: PL 34, 89).

[Was nun die Schrifterklärer angeht, sollten sie nicht nur dazu angehalten werden, die in der Heiligen Schrift gebrauchten literarischen Gattungen zu kennen […], sondern auch, und das ist das Wichtigste und Notwendigste, zu beten, um zu verstehen].

4. Aber kommen wir wieder auf das Thema Ihres Symposiums zurück. Uns scheint, dass das Ganze der Analysen und Reflexionen letztendlich mit Hilfe neuer Forschungen die Lehre bestätigt, die die Kirche bezüglich des Geheimnisses der Auferstehung anerkennt und bekennt. Wie schon Romano Guardini seligen Angedenkens in einer eindringlichen Glaubensmeditation so treffend erkannte, betonen die Evangelienberichte „oft und mit Nachdruck, dass der auferstandene Christus anders ist als er vor dem Pascha war, anders als die anderen Menschen. Seine Natur hat in den Erzählungen etwas Merkwürdiges. Sein Sich-Nähern erstaunt, erschreckt. Während er vorher ‚kam‘ und ‚ging‘, heißt es nun, dass er ‚auch den Elf erschien‘, als sie bei Tisch waren, dass er ‚verschwand‘“ (vgl. Mk 16, 9-14; Lk 24, 31-36). Körperliche Barrieren gibt es für ihn nicht mehr. Er ist nicht mehr an die Grenzen von Raum und Zeit gebunden. Er bewegt sich mit einer neuen, auf Erden nicht gekannten Freiheit, gleichzeitig aber wird mit Nachdruck bekräftigt, dass Er Jesus von Nazareth ist, in Fleisch und Blut – der, der vorher mit den Seinen gelebt hatte, kein Gespenst.“ Ja, „der Herr ist verwandelt. Er lebt in anderer Weise als zuvor. Seine gegenwärtige Existenz ist für uns unverständlich. Doch ist sie leiblich, umfasst den ganzen Jesus […] ja, durch seine Wundmale umfasst sie sein ganzes gelebtes Leben, das Los, das ihn getroffen hat, sein Leiden und seinen Tod.“ Es handelt sich also nicht nur um das Überleben in Herrlichkeit seines „Ichs“. Wir haben es hier mit der Präsenz einer tiefen und komplexen Realität zu tun, einem neuen, vollkommen menschlichen Leben: „Das Durchdringen, die Verwandlung des ganzen Lebens, einschließlich des Leibes, durch die Präsenz des Heiligen Geistes […] Wir realisieren diese Umpolung, die sich Glaube nennt und die, statt Christus in Funktion der Welt zu denken, bewirkt, dass man die Welt und alle Dinge in Funktion Christi denkt […] Die Auferstehung lässt einen Keim erblühen, der schon immer in Ihm war.“ So können wir mit Romano Guardini sagen: „Wir brauchen die Auferstehung und die Verklärung, um wirklich verstehen zu können, was der menschliche Leib ist […] in Wahrheit hat nur das Christentum gewagt, den Leib in den tiefsten Geheimnissen Gottes anzusiedeln“ (R. Guardini, Le Seigneur, Übersetzung: R. P. Lorson, Bd. II, Alsatia, Paris 1945, SS. 119-126).

Angesichts dieses Geheimnisses sind wir alle von Bewunderung erfüllt, voller Staunen, genauso wie angesichts der Geheimnisse der Fleischwerdung und der jungfräulichen Geburt (vgl. Gregor, der Große,Hom. 26 in Ev., Brevierlesung am 1. Sonntag nach Ostern). Lassen wir uns also – mit den Aposteln – in den Glauben an den auferstandenen Christus einführen, der uns allein das Heil schenken kann (vgl. Apk 4, 12). Und wir sind auch zuversichtlich hinsichtlich der Gewissheit der vom Lehramt der Kirche garantierten Überlieferung, die auch zur wissenschaftlichen Forschung ermutigt und zugleich weiterhin den Glauben der Apostel proklamiert.

Meine lieben Herren, diese wenigen einfachen Worte zum Ausklang Ihrer gelehrten Arbeiten sollten Sie eigentlich nur ermutigen, in diesem Glauben damit weiterzumachen, ohne je den Dienst am Gottesvolk aus den Augen zu verlieren, das vollends neu geschaffen wurde, „damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben“ (1Pt 1, 3). Und wir, im Namen Dessen „der tot war und wieder lebendig wurde“, dieses „treuen Zeugen und Erstgeborenen der Toten“ (Apk 2, 8; 1, 5), erteilen Ihnen als Unterpfand Unseres herzlichen Dankes für Ihre Forschungen Unseren tief empfundenen apostolischen Segen.