Papst: Das Evangelium in der Sprache von heute verkünden

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Papst traf Ordensleute

Das Evangelium muss den Menschen von heute „in einer Sprache und auf eine Weise verkündet werden, die sie verstehen können“. Das sagte Papst Franziskus an diesem Samstag zu Ordensleuten. Die Menschen seien heute umgeben von „Prozessen rascher sozialer und kultureller Veränderung“. Das sei eine Herausforderung zur Kreativität für alle, die das Evangelium wirklich in unserer Zeit einheimisch machen wollten.

„Den Menschen nahe sein, die wie wir sind, den einfachen Menschen… Mir gefällt dieser Abschnitt aus dem Brief des Paulus an Timotheus, in dem er ihn an den Glauben erinnert, den er von seiner Mamma und seiner Oma empfangen hat. Die Einfachheit der Mamma, der Oma… Das ist das Fundament, nicht wahr? Wir sind keine Prinzen, Söhne von Prinzen oder Grafen oder Baronen, wir sind einfache Leute, Volk. Und darum gehen wir mit dieser Einfachheit zu den Einfachen und den Leidenden, den Kranken, den Kindern, den alleingelassenen Alten, den Armen, zu allen. Und diese Armut ist im Zentrum des Evangeliums, weil sie die Armut Jesu ist. Keine soziologische Armut – die Armut Jesu.“

Auch die Mittel der Evangelisierer seien „ganz kleine, einfache“, fuhr der Papst fort. Wir seien doch alle nur „klein“ und „unwürdig“: „Aber wir haben einen großen Horizont, das ist unser Glaube an die Macht des Herrn.“ Mit unserem Kleinsein verhalte es sich wie mit dem Samen aus dem biblischen Gleichnis, der immer größer werde und den der Herr wachsen lasse.

„Die Horizonte der Evangelisierung und die dringende Notwendigkeit, die Botschaft des Evangeliums allen ohne Ausnahme zu bringen, sind ein weites Feld für das Apostolat. So viele Menschen warten heute noch darauf, Jesus kennenzulernen, den einzigen Erlöser des Menschen, und viele ungerechte oder prekäre Situationen können glaubende Menschen nicht ruhig lassen!“

Die Evangelisierung sei heute eine „sehr dringende Mission“, und Voraussetzung für sie sei „die eigene Umkehr und die Umkehr der Gemeinschaft“. „Nur Herzen, die völlig offen sind für die Gnade, können die Zeichen unserer Zeit deuten und den Schrei der Menschheit nach Hoffnung und Frieden aufnehmen!“ Mut und Risikobereitschaft brauche es heute, „um auf die neuen Herausforderungen zu antworten und die Mission neu anzupacken“.

(rv 18.02.2017 sk)

PAPST FRANZISKUS: ZUM ANGELUS AM 31. AUGUST 2014

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Liebe Brüder und Schwestern,
guten Tag!

Auf dem sonntäglichen Weg mit dem Matthäusevangelium gelangen wir heute zu einem entscheidenden Punkt: Nachdem Jesus sich vergewissert hatte, dass Petrus und die anderen Elf an ihn als den Messias und Sohn Gottes glaubten, »begann er, [ihnen] zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und […] vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen« (16,21). Es ist ein kritischer Augenblick, in dem der Gegensatz zwischen der Denkweise Jesu und der seiner Jünger hervortritt.

Petrus fühlt sich sogar verpflichtet, den Meister zu tadeln, da er dem Messias kein derart unwürdiges Ende zuschreiben kann. Daraufhin tadelt Jesus seinerseits Petrus sehr heftig, er »weist ihn zurecht«, weil er »nicht das im Sinn [hat], was Gott will, sondern was die Menschen wollen« (V. 23) und – ohne es zu bemerken – die Rolle Satans, des Versuchers, spielt. Diesen Punkt unterstreicht in der Liturgie des heutigen Sonntags auch der Apostel Paulus, der in seinem Brief an die Christen von Rom schreibt: »Gleicht euch nicht dieser Welt an« – nicht die Denkmuster dieser Welt übernehmen –, »sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist« (Röm 12,2).

Tatsächlich leben wir Christen in der Welt, ganz eingefügt in die gesellschaftliche und kulturelle Wirklichkeit unserer Zeit, und das ist richtig so; doch dies bringt die Gefahr mit sich, dass wir »weltlich« werden, die Gefahr, dass »das Salz seinen Geschmack verliert«, wie Jesus sagen würde (vgl. Mt 5,13), also dass der Christ »verwässert« wird, die Kraft der Neuheit verliert, die vom Herrn und vom Heiligen Geist kommt. Das Gegenteil müsste der Fall sein: Wenn in den Christen die Kraft des Evangeliums lebendig bleibt, dann kann sie »die Urteilskriterien, die bestimmenden Werte, die Interessenpunkte, die Denkgewohnheiten, die Quellen der Inspiration und die Lebensmodelle« umwandeln (Paul VI., Evangelii nuntiandi, 19). Es ist traurig, »verwässerte« Christen zu finden, die wie gestreckter Wein zu sein scheinen, und man weiß nicht, ob sie Christen oder weltlich sind, wie man beim gestreckten Wein nicht weiß, ob das nun Wein oder Wasser ist! Das ist traurig. Es ist traurig, dass es Christen gibt, die nicht mehr das Salz der Erde sind, und wir wissen, dass das Salz zu nichts mehr dient, wenn es seinen Geschmack verloren hat. Ihr Salz hat den Geschmack verloren, weil sie sich dem Geist der Welt ergeben haben, das heißt weil sie weltlich geworden sind.

Deshalb ist es notwendig, sich beständig zu erneuern und dabei aus der Lebenskraft des Evangeliums zu schöpfen. Und wie kann man das praktisch bewerkstelligen? Vor allem gerade durch das tägliche Lesen und Betrachten des Evangeliums, so dass das Wort Jesu in unserem Leben immer gegenwärtig ist. Denkt daran: Das Evangelium immer bei euch zu haben, wird euch dabei eine Hilfe sein – ein kleines Evangelium in der Jackentasche, in der Handtasche, und während des Tages einen Abschnitt daraus lesen. Immer aber mit dem Evangelium, denn das heißt, das Wort Jesu bei sich zu haben und es lesen zu können. Außerdem hören wir durch die Teilnahme an der Sonntagsmesse, wo wir dem Herrn in der Gemeinschaft begegnen, sein Wort und empfangen die Eucharistie, die uns mit ihm und untereinander vereint; und für die geistliche Erneuerung sind die Einkehrtage und die Exerzitien sehr wichtig. Evangelium, Eucharistie und Gebet.

Nicht vergessen: Evangelium, Eucharistie, Gebet. Dank dieser Gaben des Herrn ist es uns möglich, uns nicht an die Welt anzugleichen, sondern an Christus und ihm auf seinem Weg nachzufolgen, dem Weg des »Verlierens des eigenen Lebens«, um es dann neu zu gewinnen (vgl. V. 25). »Es verlieren « im Sinne, es zu verschenken, es aus Liebe und in Liebe hinzugeben – und das bringt das Opfer mit sich, auch das Kreuz –, um es wieder zurückzuerhalten: gereinigt, befreit vom Egoismus und von der Hypothek des Todes, ganz erfüllt von der Ewigkeit. Die Jungfrau Maria geht uns auf diesem Weg immer voran; wir wollen uns von ihr führen und begleiten lassen.

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PAPST BENEDIKT XVI. beim Angelus zum 14. August 2011

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Liebe Brüder und Schwestern!

Der Abschnitt aus dem Evangelium des heutigen Sonntags beginnt mit der Angabe des Gebiets, in das sich Jesus begab: Tyrus und Sidon, im Nordwesten Galiläas, Land der Heiden. Und dort begegnet er einer kanaanäischen Frau, die sich an ihn wendet und ihn bittet, ihre von einem Dämon gequälte Tochter zu retten (vgl. Mt 15,22). Bereits in dieser Bitte können wir den Beginn eines Glaubenswegs erkennen, der im Gespräch mit dem göttlichen Meister wächst und sich verstärkt. Die Frau scheut sich nicht, Jesus zuzurufen: »Hab Erbarmen mit mir«, ein Ausdruck, der oft in den Psalmen vorkommt (vgl. 51,1), sie nennt ihn »Herr« und »Sohn Davids« (vgl. Mt 15,22) und legt so eine feste Hoffnung auf Erhörung an den Tag. Welche Haltung nimmt der Herr angesichts jenes Schmerzensschreis einer heidnischen Frau ein? Das Schweigen Jesu mag beunruhigend erscheinen, so daß es das Eingreifen der Jünger hervorruft, doch es handelt sich nicht um Gefühllosigkeit gegenüber dem Schmerz jener Frau.

Der hl. Augustinus merkt in seinem Kommentar zu Recht an: »Christus zeigte sich ihr gegenüber nicht gleichgültig, um ihr das Erbarmen zu verweigern, sondern um das Verlangen danach zu entflammen« (Sermo 77,1: PL 38,483). Die scheinbare Teilnahmslosigkeit Jesu, der sagt: »Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt« (V. 24), entmutigt die Kanaaniterin nicht, die weiter drängt: »Herr, hilf mir!« (V. 25). Und selbst, als sie eine Antwort erhält, die jeder Hoffnung die Tür zu verschließen scheint – »Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen« (V. 26) –, läßt sie nicht ab. Sie will niemandem etwas wegnehmen: in ihrer Einfachheit und Demut reicht ihr wenig, genügen ihr die Brotreste, es genügen ihr nur ein Blick, ein gutes Wort des Sohnes Gottes. Und Jesus bewundert eine aus einem derart großen Glauben kommende Antwort und sagt zu ihr: »Was du willst, soll geschehen« (V. 28).

Liebe Freunde, auch wir sind aufgerufen, im Glauben zu wachsen, uns zu öffnen und in Freiheit das Geschenk Gottes anzunehmen, Vertrauen zu haben, auch zu Jesus zu rufen: »Schenke uns den Glauben! Hilf uns, den Weg zu finden!« Das ist der Weg, den Jesus seine Jünger, die kanaanäische Frau und die Menschen aller Zeiten und Völker, einen jeden von uns hat zurücklegen lassen. Der Glaube macht uns offen, damit wir die wirkliche Identität Jesu, seine Neuheit und Einzigartigkeit, sein Wort als Quelle des Lebens erkennen und annehmen, um in einer persönlichen Beziehung zu ihm zu leben. Die Erkenntnis aus dem Glauben wächst, sie wächst zusammen mit dem Verlangen, den Weg zu finden, sie ist letztendlich ein Geschenk Gottes, der sich uns nicht als etwas Abstraktes ohne Gesicht und Namen offenbart, sondern der Glaube antwortet einer Person, die mit uns in eine Beziehung tiefer Liebe treten und unser ganzes Leben erfassen will. Daher muß unser Herz jeden Tag die Erfahrung der Umkehr machen; an jedem Tag muß sichtbar werden, wie wir von einem in sich selbst verschlossenen Menschen zu einem Menschen werden, der für das Wirken Gottes offen ist, zum »geisterfüllten Menschen« (vgl. 1 Kor 2,13–14), der sich vom Wort des Herrn ansprechen läßt und sein Leben für dessen Liebe öffnet.

Liebe Brüder und Schwestern, jeden Tag also wollen wir unseren Glauben nähren mit dem tiefgehenden Hören des Wortes Gottes, mit der Feier der Sakramente, mit dem persönlichen Gebet als ein »Rufen« zu ihm und mit der Liebe zum Nächsten. Bitten wir um die Fürsprache der Jungfrau Maria, die wir morgen in ihrer glorreichen Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele betrachten werden, damit sie uns helfe, mit dem Leben die Freude zu verkünden und zu bezeugen, den Herrn gefunden zu haben und ihm begegnet zu sein.

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„Eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes, des Friedens und der Nächstenliebe“

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Angelus / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

‪Die Worte von Papst Franziskus
beim Angelus am Sonntag, dem 3. Juli 2016‬

‪„Eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes, des Friedens und der Nächstenliebe.“ Diese Heilsbotschaft sollten die Jünger und Arbeiter Jesu der ganzen Welt und allen Menschen verkünden, so sagte Papst Franziskus ausgehend vom Tagesevangelium in seiner Katechese vor dem heutigen Angelusgebet.

‪Wer aber das Evangelium verkünden möchte, sollte sich einiger Sachen klar bewußt sein: erstens, dass das Reich Gottes Tag für Tag aufgebaut werde und bereits jetzt auf dieser Erde Früchte der Umkehr, der Purifikation, der Liebe und des Trostes bringe.‬

‪Weiter sollten die Arbeiter Gottes sich der schwierigen und manchmal feindlichen Wirklichkeit gut bewusst sein, so unterstrich der Papst. „Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“, so laute es ja ganz klar im Evangelium. Und tatsächlich stehe die Feindseligkeit immer am Anfang der Verfolgung der Christen, erinnerte der Papst.‬

‪Genau deswegen sollten die Missionare des Reich Gottes freie Männer und Frauen sein, d.h. „frei von menschlichen Konditionierungen jeder Art“. Und deshalb gebe es auch keinen Platz für persönlichen Ruhm, Karrierismus oder Machthunger. Der Jünger Jesu solle sich dagegen demütig zu einem Instrument des Heils machen.‬

‪Die Sendung der Christen in der Welt sei „wunderbar“, so sagte Papst Franziskus. Und sie gelte allen ohne Ausnahme. Sie verlange viel Großzügigkeit und vor allem einen nach oben gewandten Blick und Herz. Und Freude. Die Kirche – so unterstrich der Papst – brauche Christen, die „mit Freude” die Frohe Botschaft im Alltag bezeugen.‬

‪Nach dem Angelus betete der Papst gemeinsam mit den Pilgern auf dem Petersplatz für die Opfer des Terroranschlags in Dhaka, Bangladesh, und bat den Herrn, die vom Hass verblendeten Herzen der Gewalttätigen zu heilen.‬

Zum Schluss erinnerte er die Gläubigen daran, dass am Mittwoch, dem 6. Juli, der Gedenktag der heiligen Maria Goretti (1890-1902) begangen wird. Vor ihrem Tod verzieh die nur elf Jahre alte Märtyrerin aus Nettuno (Latium) ihrem Mörder. „Dieses tapfere Mädchen verdient den Applaus des ganzen Platzes“, sagte der Papst. (pdm)

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