WEITER: ZUR BESCHÄMUNG DES PAPSTES (FRANZISKUS)

Kritik an Salvini

Der Jesuitenpater Antonio Spadaro, Herausgeber von La Civiltà Cattolica und enger Vertrauter von Papst Franziskus, gehörte zu den katholischen Persönlichkeiten, die Salvinis Verwendung des Rosenkranzes bei der Kundgebung missbilligten.

Spadaro veröffentlichte mehrere kritische Tweets und verbreitete die Kritik auch auf Facebook. Christen sollten empört sein .

Letztes Jahr lehnte Spadaro ein italienisches Gesetz ab, das die Platzierung von Kruzifixen in allen öffentlichen Gebäuden vorsieht, und beschuldigte die Partei der Salvini-Lega auf Twitter, das Kruzifix als eine „blasphemische“ Aktionsfigur verwenden zu wollen.

Auch der vatikanische Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin hat am Sonntag einen offensichtlichen Vorwurf gegen Salvini ausgesprochen.

„Ich glaube, die Parteipolitik spaltet, aber Gott gehört allen“, sagte Parolin den Reportern in der Lateranbasilika. „Gott für sich selbst anzurufen ist immer sehr gefährlich.“

Kardinal Angelo Bagnasco, Präsident der Europäischen Bischofskonferenz, prangerte Salvini laut The Tablet auch der italienischen Zeitung La Stampa an und sagte, bestimmte Gruppen könnten sich christliche Werte nicht aneignen und „Akzeptanz und Integration seien wesentliche Werte des Evangeliums“ und hätten „keine Farbe.“

Bischof Domenico Mogavero von Mazara del Vallo, einem Hafen im Westen Siziliens, Vorsitzender des Justizausschusses der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), sagte, Salvini könne sich laut ANSA news service nicht mehr als Christ bezeichnen.

„Wir können nicht länger schweigen, wenn wir mit einem immer arroganteren Minister prahlen“, sagte Mogavero.

„Wir können nicht länger zulassen, dass (Menschen) sich die heiligen Zeichen unseres Glaubens aneignen, um ihre unmenschlichen, antigeschichtlichen Ansichten zu verbreiten, die der Botschaft des Evangeliums diametral entgegengesetzt sind“, sagte er. „Diejenigen, die bei ihm sind, können sich nicht als Christ bezeichnen, weil sie das Gebot der Liebe missachtet haben.“

Die italienische katholische Wochenzeitung Famiglia Cristiana bezeichnete Salvinis Küssen des Rosenkranzes und seine Reaktion auf den Papst als Beispiel für „fetischistische Souveränität“.

Enzo Bianchi, Laiengründer der ökumenischen Mönchsgemeinschaft Bose und einflussreiche Persönlichkeit der italienischen Kirche, sagte, er sei von Salvinis Handlungen „zutiefst verstört“.

„Wie ist es möglich, dass ein Politiker heute bei einer Wahlkundgebung den Rosenkranz küssen, die Schutzheiligen Europas anrufen und Italien dem makellosen Herzen Mariens anvertrauen kann, um den Sieg seiner Partei zu erringen?“, twitterte Bianchi. „Katholiken, wenn Ihr das Christentum liebt, schweiget nicht. Protestiert!“

Eindeutige Antwort

Gleichzeitig bot C. C. Pecknold, Kolumnist und außerordentlicher Professor für Theologie an der Katholischen Universität von Amerika, eine begründete Analyse an und wies unter anderem darauf hin, dass Salvini die Aussagen des guineischen Kardinals Robert Sarah zur Einwanderung aufgreift.

Sarah, Präfektin der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentendisziplin, hat das Recht einer Nation, zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten zu unterscheiden, bekräftigt und die globalistischen Bemühungen zur Entchristlichung des Westens durch Massenmigration anerkanntEr kritisierte auch die Idee, dass soziale Gerechtigkeitsthemen wie die Einwanderung den primären Zweck der Kirche, Seelen zu retten, verdrängen oder mit diesem in Einklang stehen.

Pecknold bemerkte auch, dass Salvini in seiner Rede Sarah zusammen mit G.K. Chesterton, Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. zitierte.

„Wir brauchen ganze Nationen, die Unserer Lieben Frau geweiht sind“

Pecknold räumte ein, dass Spadaros Politik anders sei als die von Salvini, und war dennoch verblüfft über Spadaros Kommentar, dass Rosenkränze in der Politik Christen verärgern sollten.

„Die Kirche hat keine politischen Vorbilder, die sie empfehlen oder verteidigen könnte“, schrieb Pecknold . „Die Kirche lehrt Vorschriften, die die Standards für jede Ordnung erhöhen. Salvini scheint diese Prinzipien zu kennen, und das sollte von der Kirche gelobt werden, unabhängig von politischen Meinungsverschiedenheiten. “

„In der Politik ist nichts falsch mit Rosenkränzen“, sagte er. „Wir brauchen ganze Nationen, die Unserer Lieben Frau geweiht sind.“

Während Salvini zu den elf führenden Vertretern Europas gehörte, die am Samstag an der Kundgebung teilnahmen, berichtete die Associated Press, dass die meisten Zehntausende von Anhängern, die den Platz vor dem Mailänder Dom füllten, für den italienischen Innenminister da waren und die Flaggen der Liga den Platz füllten unter einem „Splitter“ von Nationalflaggen aus anderen Ländern.

Pecknold hatte auch geschrieben, dass am Ende der Wahlkampfkundgebung, als Salvini sich und sein Land dem Unbefleckten Herzen Mariens empfahl, „die Mailänder Menge mit Beatle-Mania-ähnlicher Kraft jubelte“.

Salvini erwähnte Papst Franziskus während der Mailänder Kundgebung am Samstag und beantwortete Franziskus ‚Äußerungen an eine Gruppe von Journalisten am selben Tag im Vatikan, um nicht zu vergessen, dass das Mittelmeer aufgrund von Ertrinken von Migranten in einen Friedhof verwandelt worden war.

„Zu seiner Heiligkeit, Papst Franziskus“, sagte Salvini, „ich sage, dass die Politik dieser Regierung die Toten im Mittelmeer mit Stolz und christlicher Nächstenliebe verhindert.“

Die Menge raunte sofort bei der Kundgebung, als sie den Namen des Papstes hörte, teilte der Tablet- Bericht mit.

Mehrere italienische Veröffentlichungen berichteten in den letzten Monaten auf der Grundlage von Informationen aus anonymen Quellen, dass sich Papst Franziskus weigert, sich mit Salvini zu treffen, weil Salvini entschieden gegen die illegale Einwanderung vorgeht. Franziskus hat sich wiederholt mit Anhängern von Abtreibungen und anderen Problemen getroffen, die im Widerspruch zur Lehre der Kirche standen .

In jüngerer Zeit sagte auch der päpstliche Allmosenverwalter Kardinal Konrad Krajewski, ein enger Berater von Franziskus, dass der Vatikan Salvini aus dem gleichen Grund einen päpstlichen Segen verweigern würde wie einem Abtreibungsversorger und venezolanischen Diktatoren.

Die Einwanderungspolitik ist eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit, über die sich die Katholiken hinsichtlich der Einzelheiten ihres Umgangs nicht einig sein können. Abtreibung ist jedoch eine Todsünde und gemäß der Lehre der Kirche nicht verhandelbar.

Franziskus: Die Rechte von Migranten sollten den nationalen Sicherheitsbedenken übergeordnet sein.

Franziskus signalisiert immer wieder Unterstützung für eine offene Einwanderung und verurteilt Versuche, die Flut der muslimischen Einwanderung nach Europa einzudämmen, auch auf Kosten der nationalen Sicherheit.

Seit 2015 ist Europa einer großen Zuwanderung auf Krisenebene ausgesetzt, hauptsächlich aus Ländern mit muslimischer Mehrheit im Nahen Osten und in Afrika.

Viele Migranten riskieren und verlieren ihr Leben, während sie versuchen, sich zu bewegen, und es gibt heftige Meinungsverschiedenheiten über den Flüchtlingsstatus, die nationale Souveränität und Sicherheitsbedenken, Terrorismus und Kriminalität sowie die Last der Finanzierung der sozialen Unterstützung für Migranten und Flüchtlinge.

Ein mitschuldiges Medienunternehmen hat während der Krise in den meisten Bereichen die Nachteile der Öffnung der Grenzen immer wieder heruntergespielt.

Der Papst hat Mauern im Zusammenhang mit nationalen Grenzen mehr als einmal verurteilt – ein verschleierter Hinweis auf den US-Präsidenten Donald Trump für die nationale Sicherheitspolitik von Trump gegenüber den USA. Auf der gleichen angeblichen Grundlage sagte Francis im Jahr 2016 sogar, dass „Mauern anstatt „Brücken bauen“ „nicht christlich ist.“ Dann sagte er letzten Monat erneut : „Wer eine Mauer baut, wird zum Gefangenen der Mauer, die er gebaut hat.“

Eine „Pflicht im Rahmen des Möglichen“

Salvini sagte am Montag, dass er den Papst gerne treffen würde, und zitierte den Katechismus, um zu sagen, dass die möglichen Grenzen für die Aufnahme von Einwanderern überschritten worden seien.

„Ich möchte vom Papst empfangen werden, aber ich habe nie darum gebeten“, sagte Salvini. „Er ist einer der anregendsten und faszinierendsten Menschen – ich konnte nur von ihm lernen.“

„Wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich mehr als bereit, ihn zu treffen“, fügte Salvini laut ANSA hinzu. Salvini sagte, die Aufnahme von Migranten sei „eine Pflicht innerhalb der Grenzen des Möglichen“, nach dem Katechismus der katholischen Kirche (und) dass das Mögliche übertroffen sei. „

Am Montag vor einem ANSA-Forum stellte Salvini die Idee in Frage, dass die Berufung auf die Gottesmutter beleidigend sei.

„Ich höre, ich werde als unmenschlich bezeichnet, weil ich mit einem Kruzifix in der Tasche herumgehe“, sagte er . „Darf ich um Marias Hilfe bitten, oder wird jemand beleidigt sein?“

Salvini gab zu, ein Sünder zu sein, und sagte, es hindere ihn nicht daran, einen Rosenkranz bei sich zu behalten, berichtet der internationale deutsche Sender Deutsche Welle in Qantara.de.

„Ich bin der letzte unter den guten Christen“, sagte Salvini, „aber ich bin stolz darauf, immer einen Rosenkranz in der Tasche zu haben.“

_______

Quelle

Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

Manche Bischöfe lassen sich political correctness-Zwangsjacke anlegen

28 November 2018, 07:00

Kardinal Müller: Manche Bischöfe verunsichern die Gläubigen, weil sie in ihren Stellungnahmen nur dem Mainstream folgen. Sie lassen sich die Zwangsjacke der political correctness anlegen,in der sie sich ungelenk bewegen und sich nur lächerlich machen

Passau (kath.net)
Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat in einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) neuerlich Papst Franziskus kritisiert, weil dieser sich bei Entscheidungen nicht immer an die kurienüblichen Verfahren halte. Ein Beispiel dafür sei die aus Deutschland kommende Initiative für den Kommunionempfang evangelischer Ehepartner, bei der die Glaubenskongregation übergangen wurde. Laut dem früheren Präfekten der Glaubenskongregation habe man sich bei der Initiative aus Deutschland „einen Zettel mit theologisch verwaschenen Thesen“ vom Papst signieren lassen. Dies würden der katholischen Glaubenslehre und der klaren Weisung der Glaubenskongregation widersprechen.

Auch beim Fall des Hochschulrektors Ansgar Wucherpfennig SJ sei ähnlich vorgegangen worden. Müller meinte dazu wörtlich: „Mit faulen Kompromissen untergräbt das Lehramt nur seine von Christus gegebene Autorität.“ Der Beifall von „vermeintlich progressistischer Seite“ mache laut Müller diesen „Verfall der Autorität“ nicht wett. Dieser halte auch nur solange an, wie die Verantwortlichen sich zeitgeistkonform verhalten.

Angesprochen auf die Missbrauchsfälle in der Kirche forderte Müller klar, dass Priester, die eine Straftat begangen haben, zuerst wie alle nach weltlichem Recht die Konsequenzen tragen müssen. Zusätzlich müsse auch ein kirchenrechtlicher Prozess durchgeführt werden. Der Kardinal möchte auch festhalten, dass die meisten Priester sich nicht dieser Taten schuldig gemacht haben. Die „voll berechtigte Empörung“ über die Untaten einzelner Personen dürfe daher nicht in die Ungerechtigkeit einer „kollektiven Beschuldigung“ umschlagen.

Zu Forderungen von manchen Kirchenvertretern aus Deutschland, dass die Kirche jetzt ihre Sexuallehre und den Pflichtzölibat überdenken müsse, stellte Müller klar, dass solche Forderungen die Unterstellungen enthalten, dass die Sexualethik, die Kindesmissbrauch eine Sünde nennt, „die vom Reich Gottes ausschließt“ und die freiwillig angenommene ehelose Lebensform Jesu von sich aus zu Sexualverbrechen disponieren. Einige seiner bischöflichen Mitbrüder (in Deutschland) beurteilt der Kardinal durchaus kritisch: „Manche Bischöfe verunsichern die Gläubigen, weil sie in ihren Stellungnahmen nur dem Mainstream folgen. Sie lassen sich die Zwangsjacke der political correctness anlegen, in der sie sich ungelenk bewegen und nur lächerlich machen.“

Bischöfe dürfen laut Müller „nicht zuerst politisch agieren und denken“, um dann „ihre Machtspiele“ pseudotheologisch einzukleiden. Bischöfe seien Diener des Wortes Gottes und Hirten der Gemeinde.

Archivfoto Kardinal Müller (c) Bistum Regensburg

_______

Quelle

LEITLINIEN FÜR DIE BEHANDLUNG VON FÄLLEN SEXUELLEN MISSBRAUCHS

Papst Franziskus betet in Irland in einer Kapelle, die dem Gedenken an von Priestern missbrauchten

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE       

RUNDSCHREIBEN,
UM DEN BISCHOFSKONFERENZEN ZU HELFEN,
LEITLINIEN FÜR DIE BEHANDLUNG VON FÄLLEN SEXUELLEN MISSBRAUCHS VON MINDERJÄHRIGEN DURCH KLERIKER ZU ERSTELLEN

 

Zu den wichtigen Verantwortlichkeiten des Diözesanbischofs im Hinblick auf die Sicherung des Gemeinwohls der Gläubigen und insbesondere auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen gehört es, auf eventuelle Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker in seiner Diözese angemessen zu reagieren. Dies beinhaltet sowohl die Festsetzung von geeigneten Verfahren, um den Opfern derartiger Missbräuche beizustehen, als auch die Bewusstseinsbildung der kirchlichen Gemeinschaft im Blick auf den Schutz Minderjähriger. Dabei ist für die rechte Anwendung des einschlägigen kanonischen Rechts zu sorgen; zugleich sind die entsprechenden staatlichen Rechtsvorschriften zu beachten.

I. Allgemeine Aspekte

a. Die Opfer sexuellen Missbrauchs

Die Kirche muss, in der Person des Bischofs oder eines von ihm Beauftragten, die Bereitschaft zeigen, die Opfer und ihre Angehörigen anzuhören und für deren seelsorgerlichen und psychologischen Beistand zu sorgen. Im Verlauf seiner Apostolischen Reisen hat Papst Benedikt XVI. durch seine Bereitschaft, Opfer sexuellen Missbrauchs zu treffen und anzuhören, ein besonders wichtiges Beispiel gegeben. Anlässlich dieser Begegnungen hat sich der Heilige Vater mit einfühlsamen und aufbauenden Worten an die Opfer gewandt, so auch in seinem Hirtenbrief an die Katholiken in Irland (Nr. 6): „Ihr habt schrecklich gelitten, und das tut mir aufrichtig leid. Ich weiß, dass nichts das von Euch Erlittene ungeschehen machen kann. Euer Vertrauen wurde missbraucht und Eure Würde wurde verletzt.“

b. Der Schutz Minderjähriger

In einigen Ländern wurden im kirchlichen Bereich Erziehungsprogramme zur Prävention gestartet, die „geschützte Räume“ für Minderjährige gewährleisten sollen. Diese Programme versuchen sowohl den Eltern als auch den in Pastoral und Schule Tätigen zu helfen, Anzeichen sexuellen Missbrauchs zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Oftmals haben die genannten Programme Anerkennung gefunden als Modelle dafür, wie der sexuelle Missbrauch Minderjähriger in der heutigen Gesellschaft wirkungsvoll eingegrenzt werden kann.

c. Die Ausbildung zukünftiger Priester und Ordensleute

Im Jahr 2002 sagte Papst Johannes Paul II.: „Im Priestertum und Ordensleben ist kein Platz für jemanden, der jungen Menschen Böses tun könnte“1. Diese Worte erinnern an die spezifische Verantwortung der Bischöfe, der höheren Oberen und derer, die für die Ausbildung der zukünftigen Priester und Ordensleute Sorge tragen. Die einschlägigen Hinweise im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Pastores dabo vobis sowie die Instruktionen der zuständigen Dikasterien des Heiligen Stuhls lenken in zunehmendem Maß den Blick auf die Wichtigkeit einer korrekten Berufungsklärung und einer gesunden menschlichen und spirituellen Ausbildung der Kandidaten. Dabei geht es insbesondere darum, dass die Kandidaten die Keuschheit und den Zölibat der Kleriker sowie deren Verantwortung in der geistlichen Vaterschaft wertschätzen und ihr Wissen um die diesbezügliche Ordnung der Kirche vertiefen können. Genauere Angaben können in die Ausbildungsprogramme der Seminare und der Ausbildungshäuser in jedem Land, jedem Institut des geweihten Lebens und jeder Gesellschaft des apostolischen Lebens mittels der jeweiligen Ratio institutionis sacerdotalis eingefügt werden.

Darüber hinaus muss besondere Aufmerksamkeit auf den gebotenen Informationsaustausch gerichtet werden, vor allem im Zusammenhang mit Priesteramts- oder Ordenskandidaten, die von einem Seminar zu einem anderen, zwischen verschiedenen Diözesen oder zwischen Ordensgemeinschaften und Diözesen wechseln.

d. Die Begleitung der Priester

1. Der Bischof hat die Pflicht, alle seine Priester wie ein Vater und Bruder zu behandeln. Auch soll der Bischof sich mit besonderer Aufmerksamkeit um die ständige Weiterbildung des Klerus sorgen, vor allem in den ersten Jahren nach der Priesterweihe, und dabei auf die Wichtigkeit des Gebets und der gegenseitigen Unterstützung in der priesterlichen Gemeinschaft hinweisen. Die Priester sollen über den Schaden, den ein Kleriker bei Opfern sexuellen Missbrauchs anrichtet, und über die eigene Verantwortung vor dem kirchlichen und staatlichen Recht informiert werden. Auch sollte ihnen geholfen werden, Anzeichen für einen eventuellen Missbrauch Minderjähriger erkennen zu können, von wem auch immer dieser begangen wurde.

2. Die Bischöfe müssen in der Behandlung von möglichen Fällen sexuellen Missbrauchs, die ihnen gemeldet wurden, jeden erdenklichen Einsatz, unter Beachtung der kanonischen und staatlichen Vorschriften und unter Wahrung der Rechte aller Parteien, zeigen.

3. Bis zum Erweis des Gegenteils steht der angeklagte Kleriker unter Unschuldsvermutung. Als Vorsichtsmaßnahme kann der Bischof aber die Ausübung des Weiheamtes bis zur Klärung der Anschuldigungen einschränken. Für den Fall, dass ein Kleriker zu Unrecht beschuldigt wurde, soll man alles unternehmen, um seinen guten Ruf wieder herzustellen.

e. Die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden

Der sexuelle Missbrauch Minderjähriger ist nicht nur eine Straftat nach kanonischem Recht, sondern stellt auch ein Verbrechen dar, das staatlicherseits verfolgt wird. Wenngleich sich die Beziehungen zu staatlichen Behörden in den einzelnen Ländern unterschiedlich gestalten, ist es doch wichtig, mit den zuständigen Stellen unter Beachtung der jeweiligen Kompetenzen zusammenzuarbeiten. Insbesondere sind die staatlichen Rechtsvorschriften bezüglich einer Anzeigepflicht für solche Verbrechen immer zu beachten, freilich ohne das Forum internum des Bußsakraments zu verletzten. Selbstverständlich beschränkt sich diese Zusammenarbeit nicht nur auf die von Klerikern begangenen Missbrauchstaten, sondern erfolgt auch bei Delikten, die Ordensleute oder in kirchlichen Einrichtungen tätige Laien betreffen.

II. Eine kurze Zusammenfassung zur geltenden kirchlichen Gesetzgebung bezüglich der Straftat des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker

Am 30. April 2001 hat Papst Johannes Paul II. das Motu proprio Sacramentorum sanctitatis tutela [SST] promulgiert, durch das der von einem Kleriker begangene sexuelle Missbrauch eines Minderjährigen unter 18 Jahren in die Liste der delicta graviora aufgenommen wurde, die der Kongregation für die Glaubenslehre vorbehalten sind. Die Verjährungsfrist für dieses Delikt wurde auf 10 Jahre festgesetzt, beginnend mit der Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers. Die Bestimmungen des Motu proprio gelten für Kleriker der Lateinischen Kirche wie auch für jene der Orientalischen Kirchen, für den Weltklerus wie auch für den Ordensklerus.

Im Jahr 2003 erteilte Papst Johannes Paul II. dem damalige Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, einige Sondervollmachten, um eine größere Flexibilität in der Durchführung von Strafprozessen bei diesen delicta graviora zu ermöglichen. So wurde etwa die Möglichkeit geschaffen, Verwaltungsstrafverfahren durchzuführen, oder in besonders schweren Fällen um Entlassung aus dem Klerikerstand ex officio zu ersuchen. Diese Vollmachten wurden in die von Papst Benedikt XVI. am 21. Mai 2010 approbierte überarbeitete Fassung des Motu proprio aufgenommen. In den neuen Normen wurde im Fall des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger die Verjährungsfrist, die mit der Vollendung des 18. Lebensjahres des Opfers zu laufen beginnt, auf 20 Jahre festgesetzt. In besonderen Fällen kann die Glaubenskongregation gegebenenfalls von der Verjährung derogieren. In der revidierten Fassung des Motu proprio wurde auch ausdrücklich Kauf, Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials als Straftatbestand des kanonischen Rechts spezifiziert.

Für die Behandlung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger sind an erster Stelle die Bischöfe und höheren Oberen verantwortlich. Sofern eine Anzeige nicht völlig abwegig erscheint, muss der Bischof, der höhere Obere oder ein von ihnen Beauftragter eine kanonische Voruntersuchung gemäß can. 1717 CIC bzw. can. 1468 CCEO sowie Art. 16 SST durchführen.

Wenn sich die Anschuldigung als glaubwürdig erweist, muss der Fall an die Glaubenskongregation übermittelt werden. Nach Studium der Angelegenheit wird die Glaubenskongregation den Bischof oder höheren Oberen anweisen, wie weiter zu verfahren ist. Zugleich wird sie Hilfestellung leisten, um zu gewährleisten, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Dabei wird sowohl für ein gerechtes Verfahren für die beschuldigten Kleriker gesorgt, in dem ihr fundamentales Verteidigungsrecht gewahrt wird, als auch das Wohl der Kirche, einschließlich des Wohls der Opfer, sichergestellt. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die Verhängung einer unbefristeten Strafe, wie etwa die Entlassung aus dem Klerikerstand, normalerweise ein gerichtliches Strafverfahren erfordert. Nach kanonischem Recht (vgl. can. 1342 CIC) können die Ordinarien unbefristete Strafen nicht durch außergerichtliches Dekret verhängen. Zu diesem Zweck müssen sie sich an die Glaubenskongregation wenden, der es zukommt, ein endgültiges Urteil über die Schuld und über eine eventuelle Ungeeignetheit des Klerikers für den pastoralen Dienst zu fällen und die entsprechende unbefristete Strafe zu verhängen (SST Art. 21 § 2).

Die kanonischen Maßnahmen, die gegenüber einem Kleriker Anwendung finden, der des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig befunden wurde, sind grundsätzlich zweifacher Art: 1.) Auflagen, die die öffentliche Ausübung des geistlichen Amtes vollständig oder zumindest insoweit einschränken, dass ein Kontakt mit Minderjährigen ausgeschlossen wird. Diese Auflagen können mit einem Strafgebot (praeceptum poenale) versehen werden. 2.) Kirchliche Strafen, unter denen die schwerste die Entlassung aus dem Klerikerstand ist. In einigen Fällen kann auf Antrag des Klerikers selbst die Dispens von den Verpflichtungen des klerikalen Standes, einschließlich der Zölibatspflicht, pro bono Ecclesiae gewährt werden.

Die Voruntersuchung und das gesamte Verfahren müssen so durchgeführt werden, dass die Privatsphäre der beteiligten Personen geschützt und ihrem guten Ruf die gebotene Aufmerksamkeit zuteil wird.

Sofern nicht gewichtige Gründe entgegenstehen, muss ein beschuldigter Kleriker über die gegen ihn erhobene Anklage informiert werden, um ihm die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zu geben, ehe der Fall der Glaubenskongregation gemeldet wird. Der Klugheit des Bischofs oder des höheren Oberen obliegt es, zu entscheiden, welche Informationen während der Voruntersuchung an den Beschuldigten weitergegeben werden.

Es kommt dem Bischof oder dem höheren Oberen zu, für das Gemeinwohl zu sorgen und festzulegen, welche der in can. 1722 CIC bzw. can. 1473 CCEO genannten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Nach Art. 19 SST kann dies geschehen, sobald die Voruntersuchung begonnen wurde.

Schließlich ist festzuhalten: Wenn eine Bischofskonferenz beabsichtigt, Spezialnormen zu erlassen, müssen diese Partikularnormen, unbeschadet der notwendigen Approbation durch den Heiligen Stuhl, stets als Ergänzung, nicht jedoch als Ersatz der universalkirchlichen Gesetzgebung verstanden werden. Deshalb müssen Partikularnormen sowohl mit dem CIC bzw. CCEO als auch mit dem Motu proprio Sacramentorum sanctitatis tutela (30. April 2001) in seiner überarbeiteten Fassung vom 21. Mai 2010 übereinstimmen. Im Fall, dass eine Bischofskonferenz sich entscheiden sollte, verbindliche Normen zu erlassen, ist es notwendig, bei den zuständigen Dikasterien der Römischen Kurie um die recognitio anzusuchen.

III. Hinweise für die Ordinarien zum Verfahrensablauf

Die von der Bischofskonferenz erarbeiteten Leitlinien sollten den Diözesanbischöfen und höheren Oberen Orientierungshilfen bieten für den Fall, dass diese von möglichen Taten sexuellen Missbrauchs Minderjähriger Kenntnis erlangen, die von Klerikern auf dem Gebiet ihrer Jurisdiktion begangen wurden. Solche Leitlinien sollten daher folgende Gesichtspunkte berücksichtigen:

a. Der Gebrauch des Begriffs „sexueller Missbrauch Minderjähriger“ muss mit der Definition in Art. 6 SST („Die von einem Kleriker begangene Straftat gegen das sechste Gebot mit einem Minderjährigen unter achtzehn Jahren“) und mit der Auslegungspraxis und der Rechtsprechung der Kongregation für die Glaubenslehre übereinstimmen und auch die gesetzlichen Regelungen des jeweiligen Landes berücksichtigen.

b. Die Person, die eine Straftat anzeigt, muss mit Respekt behandelt werden. In den Fällen, bei denen sexueller Missbrauch mit einer Straftat gegen die Heiligkeit des Bußsakramentes (Art. 4 SST) verbunden ist, hat diese Person das Recht zu fordern, dass ihr Name nicht dem beschuldigten Priester mitgeteilt wird (Art. 24 SST).

c. Die kirchlichen Autoritäten sollten sich dazu verpflichten, den Opfern seelsorgerliche und psychologische Hilfe anzubieten.

d. Die Ermittlungen zu den Beschuldigungen sind unter gebührender Wahrung des Grundsatzes der Vertraulichkeit und des guten Rufs der beteiligten Personen durchzuführen.

e. Sofern nicht schwerwiegende Gründe dem entgegenstehen, sollte der beschuldigte Kleriker schon in der Phase der Voruntersuchung über die Anschuldigungen informiert werden und ihm dabei auch die Gelegenheit gegeben werden, dazu Stellung zu nehmen.

f. Die mancherorts vorgesehenen Beratungsorgane und -kommissionen zur Überprüfung und Bewertung einzelner Fälle dürfen nicht das Urteil und die potestas regiminis der einzelnen Bischöfe ersetzen.

g. Die Leitlinien müssen die staatliche Gesetzgebung im Konferenzgebiet beachten, insbesondere was eine eventuelle Unterrichtungspflicht staatlicher Behörden anbelangt.

h. In jedem Moment des Disziplinar- oder Strafverfahrens ist für den beschuldigten Kleriker ein gerechter und ausreichender Unterhalt sicher zu stellen.

i. Die Rückkehr eines Klerikers in den öffentlichen Seelsorgsdienst ist auszuschließen, wenn dieser Dienst eine Gefahr für Minderjährige darstellt oder ein Ärgernis in der Gemeinde hervorruft.

Schluss

Die von den Bischofskonferenzen erarbeiteten Leitlinien haben zum Ziel, Minderjährige zu schützen und den Opfern zu helfen, Unterstützung und Versöhnung zu finden. Sie müssen darüber hinaus deutlich machen, dass in erster Linie der zuständige Diözesanbischof bzw. höhere Obere für die Behandlung von Straftaten sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker zuständig ist. Schließlich werden die Leitlinien innerhalb einer Bischofskonferenz zu einem einheitlichen Vorgehen führen, das dazu beiträgt, die Bemühungen der einzelnen Bischöfe zum Schutz Minderjähriger besser aufeinander abzustimmen.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre am 3. Mai 2011.

William Kardinal Levada
Präfekt

+ Luis F. Ladaria, S.I.
Titularerzbischof von Thibica
Sekretär

________________

1 Ansprache beim interdikasterialen Treffen mit den Kardinälen und führenden Vertretern der Bischofskonferenz der USA, 23. April 2002, Nr. 3.

[00714-05.01] [Originalsprache: Italienisch]

_______
Quelle

‚Erschütternde Untreue der österreichischen Bischöfe‘

Katholischer Philosoph Josef Seifert übt schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn, weil diese zum 50. Jubiläum von Humanae Vitae nur Gegner auf den Websites und via kathpress zu Wort kommen lassen

Wien (kath.net)
Der bekannte österreichische, katholische Philosoph Josef Seifert hat gegenüber dem US-Magazin „OnePeterFive“ schwere Kritik an der österreichischen Bischofskonferenz und an Kardinal Schönborn geübt, weil diese zur 50-Jahresfeier von Humanae vitae via Kathpress nicht weniger als fünf Artikel von Moraltheologen und anderen Katholiken veröffentlichen ließen, die die Enzyklika mehr oder weniger offen angreifen. Seifert kritisierte in dem Zusammenhang vor allem den Wiener Kardinal, weil dieser noch 2008 in einem Hirtenwort die Mariatroster Erklärung mit ihrem „verwaschenen doppelzüngigen Lob“ als Irrtum bezeichnet habe. Wörtlich stellte Seifert fest: „Sie stellen nicht nur die zentrale Aussage und in Humanae Vitae verkündete Wahrheit, dass jeder Akt der Empfangnisverhütung in sich schlecht ist, in Frage, sondern führen zur Unterstützung ihres Irrtums auch noch allgemeinere schwerste und geradezu absurde Irrtümer an, wie etwa den des Moraltheologen Lintner, der behauptet, das moralische Gesetz müsse sich einer Entwicklung unterwerfen, wenn ein Großteil der Menschen ihm nicht folgt und sich nicht nach HV richtet. Wird etwa der Ehebruch gut, weil sehr viele Menschen ihre Ehe brechen? Wird die Abtreibung gut oder zu einer weniger schweren Sünde, ja ist sie nicht mehr ein himmelschreiendes Verbrechen, weil Millionen sie begehen? Wird das Gebot, Gott über alles zu lieben, außer Kraft gesetzt, weil ein Großteil der Menschen es heute bricht? Nichts könnte absurder sein als ein solcher historischer ethischer Relativismus. Und doch finden wir diesen absurden Irrtum sogar auf bischöflichen Webseiten zur 50 Jahresfeier von Humanae Vitae.“

Der bekannte österreichische Philosoph hoffe, dass die österreichischen Bischöfe endlich die Wahrheit der 2008 von Kardinal Schönborn ausgesprochenen Worte begreifen und einstimmig die verkehrte Maria Troster Erklärung widerrufen werden und sich kompromisslos und klar für die Wahrheit der Lehren von Humanae Vitae und Familaris Consortio aussprechen werden. „Empfängnisverhütung ist aus vielen Gründen in sich schlecht (nicht nur, weil die Pille zwei frühabtreibende Wirkungen hat und daher in einem erheblichen Prozentsatz ihrer Anwendung Mord ist und weil Verhütung den prokreativen vom unitiven Sinn des ehelichen Aktes loslöst).“ Wörtlich meint Seifert dann: „Was für eine Schande für die Kirche in Österreich, das 50. Jubiläum von Humanae Vitae in der Kirche Österreichs durch eine Orgie ihrer Gegner auf bischöflichen Webseiten zu begehen!“

Der Philosoph fragt sich, warum die österreichischen Bischöfe nicht Artikel auf ihre Webseite setzen und Redner „zu einer Tagung über Humanae Vitae einladen, die, wie der exzellente österreichische Priester, Pfarrer und Professor in Heiligenkreuz Helmut Prader, Humanae Vitae wunderbar begründen und eine ausgedehnte Pastoral betreiben, die die Wahrheit dieser Enzyklika vielen Ehepaaren und Brautpaaren in beglückender und klarer Form vermittelt? „Auch Weihbischof Andreas Laun, der vielleicht als einziger österreichischer Bischof durchwegs klare Worte über Humanae Vitae gesprochen hat, sowie Bischof Athanasius Schneider, der durch seine schlichte Klarheit unter allen Bischöfen der Welt herausragt und sich oft in wunderbarer Weise zu HV geäußert hat, sollte zu einer solchen Jubiläums-Tagung über Humane Vitae als Redner eingeladen werden und ihre Vorträge oder Aufsätze sollten die bischöflichen österreichischen Webseiten zieren und von der gegenwärtigen Schmach der dort publizierten Aufsätze befreien.“

Vgl. dazu auch: Kardinal Schönborn 2008: ‚Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt‘

Archivvideo: KATH.NET-Interview mit Prof. Seifert

_______

Artikel auf http://www.kath.net/news/64516, 19 Juli 2018, 16:01

Das Schisma ist in greifbarer Nähe

Bischof Dr. Franz Jung

09 Juli 2018, 12:00 — Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht.

Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Wer in den vergangenen Tagen die Webseite der Diözese Würzburg aufrief, fand unter diesem Link folgendes: »In den kommenden Monaten werde in den diözesanen Gremien intensiv über die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert werden. (sagte der Bischof in seiner Predigt. Anm. PW) „Aber heute ergeht die herzliche Einladung an alle gemischtkonfessionellen Paare, zum Tisch des Herrn hinzuzutreten.“«

Das ist nicht etwa von einem vorlauten Volontär der Pressestelle in die Welt gesetzt und schleunigst wieder entfernt worden. Im Gegenteil! Das ist der offizielle Bericht der Pressestelle des Bistums Würzburg über Messen, zu denen besonders Ehepaare zu ihren 50-,60, und höheren Jubiläen eingeladen waren. Der Bischof von Würzburg hatte in den Messen langjährige gemischtkonfessionelle Paare ohne jegliche Vorbedingung zur Kommunion eingeladen.

Hier war die Kommunion also eine Belohnung zu einem besonderen Anlass, nämlich einer lange währenden Ehe. Das ist insofern befremdlich, da das Kirchenrecht immer noch sehr klar regelt, dass katholische Spender die Sakramente gültig nur katholischen Empfängern spenden. Selbst die hochumstrittene Orientierungshilfe der DBK zieht keine bedingungslose Interkommunion als Belohnung als Möglichkeit in Betracht. Vielmehr geht es dort um die Abhilfe bei einer geistlichen Notlage. Auch dieser Aspekt ist keinesfalls so klar umrissen, wie es uns die derzeitige Interkommunionpropaganda einiger deutscher Bischöfe einreden will.

Noch immer steht ein valides Urteil aus Rom aus, ob ein Bischof im Falle einer gemischtkonfessionellen Ehe eine solche Notlage überhaupt feststellen kann. Da gibt es Klärungsbedarf. Insofern befremdet nicht nur die ertrotzte Veröffentlichung der sogenannten Orientierungshilfe, sondern auch das unreflektierte Vorpreschen einiger Bischöfe. Ein Faszinosum erster Güte ist, dass der Bischof von Würzburg nach seinen eigenen Worten gar nicht mehr vor hat, in der Causa überhaupt noch mit den zuständigen Stellen (z.B. dem Rat für die Auslegung der Gesetzestexte) in Rom zu sprechen. Er will nur noch mit den Gremien in seinem Bistum sprechen. Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht. Ergänzend darf gefragt werden, ob er angesichts dieser platten Einladung überhaupt das Eucharistieverständnis der Kirche (noch) teilt.

Diese Fragen gilt es unbedingt um der Wahrheit willen zu beantworten. Es geht nicht darum, den Skandal um des Skandales willen zu suchen. Es darf an dieser Stelle auch nicht zugelassen werden, dass die in der Sache durchaus verständlichen Emotionen – gleich ob pro oder kontra – den Diskurs überlagern.

Das vorliegende Skandalon ist ein Ärgernis aus sich heraus. Es geht hier nicht um eine Kleinigkeit. Es geht nicht einfach um eine „pastorale Lösung“. Es geht um den Glauben an die Eucharistie und damit um den Kern unseres katholischen Glaubens.

Die Frage, die zu beantworten ist, ist mit einem Wort gesagt: ob ein Schisma schon vorliegt.

_______

Quelle

Ein neuer Bischof für St. Pölten (Österreich)

Bischof Alois Schwarz

Papst Franziskus hat den Kärntner Bischof Alois Schwarz zum neuen Diözesanbischof von St. Pölten ernannt und damit zugleich den Rücktritt von Bischof Klaus Küng angenommen. Das wurde mittags zeitgleich in Österreich und im Vatikan bekanntgegeben.

Der in Hollenthon geborene Schwarz war seit Mai 2001 Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt. Nach der Matura am Gymnasium der Erzdiözese Wien in Sachsenbrunn war Schwarz in das Wiener Priesterseminar eingetreten. Am 29. Juni 1976 wurde er von Kardinal Franz König (1905-2004) zum Priester geweiht. Er wirkte danach u.a. als Pfarrer in Krumbach sowie ab 1987 als Leiter des Pastoralamtes der Erzdiözese Wien. Die österreichischen Bischöfe beriefen Schwarz 1994 zusätzlich auch zum Vorsitzenden der „Pastoralkommission Österreichs“ (PKÖ) und beauftragten ihn mit der Leitung des „Österreichischen Pastoralinstituts“ (ÖPI).

Zu Weihnachten 1996 ernannte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) Alois Schwarz zum Weihbischof für die Erzdiözese Wien. Die Bischofsweihe durch Kardinal Christoph Schönborn erfolgte am 22. Februar 1997. Im selben Jahr wurde Schwarz Bischofsvikar für die Priesterberufung und -fortbildung sowie Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald der Erzdiözese Wien, dessen Gebiet in etwa dem niederösterreichischen Industrieviertel entspricht.

Vier Jahre später, im Frühjahr 2001, wurde Schwarz von Johannes Paul II. zum 65. Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt ernannt. Sein bischöflicher Wahlspruch ist ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ (Joh 1,14)

Nachfolge von Bischof Klaus Küng

Der seit 2004 in St. Pölten amtierende Diözesanbischof Klaus Küng – er war zuvor ab 1989 Bischof von Feldkirch – hatte bereits an seinem 75. Geburtstag im September 2015 gemäß dem Kirchenrecht dem Papst seinen altersbedingten Rücktritt angeboten. Dieser wurde damals „nunc pro tunc“ („jetzt für später“) bis zur Regelung der Nachfolge durch den Vatikan angenommen. Alois Schwarz wurde in den vergangenen Monaten immer wieder als möglicher Nachfolger Küngs genannt, u.a. weil er selbst aus Niederösterreich stammt.

Zeitgemäße und lebensnahe Seelsorge

In der Diözese Gurk hat Alois Schwarz zahlreiche Impulse und Initiativen für eine zeitgemäße und lebensnahe Seelsorge gesetzt. In seiner Amtszeit wurde u.a. das neue diözesane Leitbild „Mit Jesus Christus den Menschen nahe sein“ beschlossen und umgesetzt. Schwarz führte auch die „Kontaktwochen“ in den Kärntner Dekanaten ein, bei denen der Bischof jeweils eine Woche lang intensiven Kontakt mit der Bevölkerung sucht.

Schwarz gilt als Förderer einer pfarrübergreifende Zusammenarbeit, etwa in Form von Pfarrverbänden, aber Gegner von Pfarrauflösungen. Immer wieder betonte er in den vergangenen Jahren, dass er Pfarren als „zentralen Erfahrungsort von Kirche“ und Ort der „Gemeinschaft der Gläubigen“ schätze. Katholiken bzw. kirchliche Mitarbeiter müssten in den kommenden Jahren „noch mehr auf den Menschen in der Welt von heute zugehen, ihn nach seiner Hoffnung und Not fragen“ und „ihm mit Jesus Christus nahe sein“, sagte der Kärntner Bischof erst vor wenigen Tagen in einer Ansprache an die Priester seiner Diözese.

Große Anliegen sind Schwarz u.a. die seit 2004 bestehende Diözesanpartnerschaft von Gurk-Klagenfurt mit der Erzdiözese Sarajewo, die Ökumene sowie der Dialog mit dem Islam. Auch das Thema „Ethik und Wirtschaft“ gehört zu den Schwerpunkten des Bischofs. So hat er im Rahmen des Dialogs mit Führungskräften in Wirtschaft und Industrie zahlreiche Initiativen gesetzt und sich für nachhaltiges Wirtschaften wie auch die Schöpfungsverantwortung engagiert. Zudem setzte Schwarz das entschiedene Eintreten der katholischen Kirche in Kärnten für ein gedeihliches Zusammenleben der Volksgruppen fort. Auch Projekte wie die Etablierung des Hemma-Pilgerweges fallen in seine Amtszeit als Kärntner Bischof.

In der Österreichischen Bischofskonferenz ist Bischof Schwarz für Fragen von Pastoral und Evangelisierung, sowie für Sozial-, Wirtschafts- und Umweltfragen verantwortlich. Außerdem fungiert er als „Sportbischof“ und gehört der Finanzkommission der Bischofskonferenz an.

Besuch in Mariazell

Der erste Besuch des neuen Bischofs von St. Pölten galt der Magna Mater Austriae in Mariazell, um dort zu beten. Alois Schwarz machte am Donnerstagvormittag auf seinem Weg von Klagenfurt nach St. Pölten im Marienwallfahrtsort Station, um innezuhalten und Gott um seinen „Segen für die Gläubigen und alle Menschen in Österreich“ zu bitten, wie er im Kathpress-Interview sagte. In Mariazell, dem spirituellen Herzen Österreichs, zeige die Gottesmutter Maria den Gläubigen Jesus Christus. „Mit ihm will ich in meinem bischöflichen Dienst dem Menschen nahe sein“, so Schwarz. Er dankte allen in der Diözese Gurk, „die mich darin bestärkt und begleitet haben und vertraue darauf, dass ich mit Gottes Hilfe auch in der Diözese St. Pölten so meinen Dienst ausüben kann“.

Vom obersteirischen Marienheiligtum, wo er von Superior Pater Michael Staberl empfangen worden war, reiste Bischof Schwarz anschließend nach St. Pölten zur Pressekonferenz weiter.

_______

Quelle

Kardinal Müller: „Wir erleben eine Bekehrung zur Welt anstatt zu Gott“

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation übt schwere Kritik an Kardinal Marx und der Agenda der liberalen deutschen Kirche: „Das sind ihre Ziele, und um diese zu erreichen, sind sie auch bereit, die Bischofskonferenz zu spalten“

Gerhard Kardinal Müller, der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, hat in einem Interview mit „Catholic World Report“ schwere Kritik an Kardinal Marx geübt. „Eine Gruppe der deutschen Bischofskonferenz mit ihrem Präsidenten an der Spitze sieht sich als Trendsetter der katholischen Kirche auf dem Marsch in die Moderne. Sie sehen die Säkularisierung und die De-Christianisierung von Europa als ein nicht mehr rückgängig machbare Entwicklung.“ Daher sei laut Müller in ihren Augen die Neuevangelisierung ein Kampf gegen den objektiven Lauf der Geschichte. Der Kardinal meint, dass sie für die Kirche eine Nische suchen, wo sie in Frieden leben können. Daher müssen in ihren Augen alle Glaubenslehren, die sich gegen den Mainstream richten, reformiert werden.

Müller erklärt dann, dass als Konsequenz daraus die Eucharistie an Menschen ohne katholischen Glauben und an Menschen, die nicht im Stand der heiligmachenden Gnade sich befinden, gespendet werden soll. Auf der weiteren Agenda befinden sich laut Müller Segnungen für Homosexuelle, Interkommunion mit Protestanten, die Relativierung der Unauflösbarkeit der sakramentalen Ehe, die Einführung von Viri probati, die Abschaffung des Zölibats und die Anerkennung von sexuellen Beziehungen vor und außerhalb der Ehe. „Das sind ihre Ziele und um diese zu erreichen sind sie auch bereit, die Bischofskonferenz zu spalten.“ Gläubige, die die Lehre der katholischen Kirche noch ernst nehmen, werden als „Konservative“ gebrandmarkt und außerhalb der Kirche gestoßen. Diese werden laut Müller auch von liberalen und antikatholischen Medien diffamiert.

Müller stellte nochmals klar, dass kein Bischof die Autorität hat, die Eucharistie an Christen zu verteilen, die sich nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche befinden. Eine Ausnahme gäbe es nur bei Todesgefahr. Der Kardinal kritisierte, dass heutzutage nicht einmal Bischöfe den katholischen Glauben von Einheit des Sakraments und der kirchlichen Gemeinschaft kennen. Die Untreue zum katholischen Glauben werde laut Müller mit „pastoralen Gründen“ gerechtfertigt. Dies widerspreche aber den Prinzipien der Kirche.

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation übte anschließend Kritik, dass es in der Kirche ein Kriterium für einen „guten Bischof“ oder „guten Priester“ geworden ist, wenn dieser in der öffentlichen Meinung als beliebt gilt. „Wir erleben eine Bekehrung zur Welt anstatt zu Gott. Wir brauchen Priester und Bischöfe, die mit Eifer für das Haus Gottes erfüllt sind und die sich vollständigen der Rettung der Menschen auf dem Pilgerweg des Glaubens zur ewigen Heimat verpflichtet haben. Es gibt keine Zukunft für ein ‚Christentum Light‘. Wir brauchen Christen mit einem missionarischen Geist.“

Der Kardinal übte auch erneut Kritik an Papst Franziskus, weil dieser die Bedeutung der Glaubenskongregation minimiert habe. „Der Glaube ist wichtig für die Erlösung. Päpstliche Diplomatie kann viel Gutes in der Welt bewirken.“ Aber die Verkündigung des Glaubens dürfe nicht irdischen Machtspiele untergeordnet werden.

_______

Quelle