Diskussion um Priesterausbildung: Woelki über Bedeutung von Theologie

„Fakultäten und Institute weitaus mehr als Ausbildungsstandorte“

In der Diskussion um eine Neuordnung der Priesterausbildung meldet sich der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki zu Wort. Ihm ist vor allem eines wichtig: die Perspektive zu weiten. Denn die theologischen Fakultäten und Institute seien weit mehr als Ausbildungsstandorte.

 

Von Ludwig Ring-Eifel (KNA) |  Köln – 27.06.2020

Die Deutsche Bischofskonferenz hat mit ihren Vorschlägen zur Neuordnung der Priesterausbildung eine heftige Debatte angestoßen. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erläutert der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki als Vorsitzender der Kommission für Wissenschaft und Kultur seine Sicht auf die Bedeutung der Theologie als Wissenschaft an den Universitäten.

Frage: Kardinal Woelki, nach der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz über Vorschläge für die zukünftige Ausbildung von Theologinnen und Theologen häufen sich kritische Wortmeldungen? Sehen Sie die Planungen ähnlich kritisch?

Kardinal Rainer Maria Woelki: Die Vorschläge der Arbeitsgruppe der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Bischofskonferenz sollen ausdrücklich Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen sein, denen ich jetzt hier gar nicht vorgreifen möchte.

Eines aber ist sicher: Die theologischen Fakultäten und Institute sind weitaus mehr als Ausbildungsstandorte. Sie sind Zentren der wissenschaftlichen Erforschung des christlichen Glaubens, der Frage nach Gott und des Dialogs von Glaube und Vernunft. Die Bedeutung der wissenschaftlichen Theologie und ihrer Hochschuleinrichtungen hat nicht zuletzt der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen im Jahr 2010 hervorgehoben.

Er betont, sie reflektierten „im Wissenschaftssystem die Grenzen einer rein wissenschaftsförmigen Selbstdeutung des erkennenden Menschen, insbesondere indem sie ein Bewusstsein von der Kontingenz menschlichen Handelns aufrechterhalten und der Frage nach den Bedingungen für ein Gelingen oder Scheitern menschlicher Existenz einen Ort geben.“ Die katholische Theologie hat demnach zu Recht auf vielfältige Weise einen eigenen Ort im deutschen Hochschulsystem.

Bild: © KNA

Junge Gläubige beten aus dem Stundenbuch.

Frage: Wie viele theologische Fakultäten sind auf mittlere Sicht in Deutschland überlebensfähig?

Woelki: Für die Zukunft der theologischen Fakultäten entscheidend sind – weit über statistische Daten hinaus – vielmehr die wissenschaftliche Qualität von Forschung und Lehre und der interdisziplinäre Dialog mit den anderen Wissenschaften. Deshalb ist es für die Theologie – und damit auch für die Kirche – von hoher Bedeutung, dass die Theologie institutionell in den Universitäten verankert ist, die ja der Ort des wissenschaftlichen Dialogs sind.

Hier können sich Theologinnen und Theologen mit den anderen Wissenschaften austauschen, Lehr- und Forschungskooperationen schließen und gemeinsam nach Antworten suchen auf die drängenden Fragen unserer Zeit und der Menschheit. Papst Franziskus bezeichnet die theologischen Einrichtungen in seiner Apostolischen Konstitution „Veritatis gaudium“ 2017 sehr treffend als „kulturelles Laboratorium“. Dass Theologie gefragt ist, zeigt übrigens die Neugründung des Instituts für Katholische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Theologie am Puls der Zeit!

Frage: Wie kann es gelingen, die Relevanz der theologischen Forschung und Lehre einerseits für die Kirche und andererseits für den interdisziplinären Dialog an den Universitäten neu zu stärken?

Woelki: Die katholische Theologie kennt eine fachliche Bandbreite wie kaum eine andere wissenschaftliche Disziplin, ein Theologiestudium ist in sich schon interdisziplinär. Die unterschiedlichen Methoden und Zugänge – theoretische, praktische, philologische, historische, rechtliche, etc. – schlagen Brücken in andere Wissenschaften hinein, die es nicht nur für die Theologie, sondern auch mit Blick auf die Grundvollzüge der Kirche auszuschöpfen gilt.

Die Geschichte der Theologie als Wissenschaft zeugt geradezu vom engen Dialog mit der Philosophie und anderen Wissenschaften, um den Glauben als rational begründbare Lebensoption auszuweisen. Theologie ist also von ihren Anfängen her eine dialogische Wissenschaft, die ohne den Bezug zu anderen Wissenschaften und zu den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart gar nicht denkbar ist.

Ohne die Theologie könnte auch die Kirche ihre Sendung in der heutigen Gesellschaft, die stärker noch als früher wissenschaftlich geprägt ist, gar nicht erfüllen. Deshalb erwarten wir ja von den zukünftigen Priestern und anderen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch ein abgeschlossenes Theologiestudium. Dort, wo sich Theologie dem Denken und Sprechen anderer Wissenschaften, der Politik und der Gesellschaft stellt und sich in einen von Offenheit und Wertschätzung getragenen Diskurs einbringt, steht sie im Dienst am Menschen.

Linktipp: Bätzing: Noch keine Schließung von Priesterseminaren beschlossen

Die deutschen Bistümer debattieren über die Pläne zur Neuausrichtung der Priesterausbildung. Der Limburger Oberhirte und DBK-Vorsitzende Georg Bätzing betont, die Vorschläge seien erst der Auftakt zu weiteren Beratungen unter den Bischöfen. Auch zur Jesuitenhochschule Sankt Georgen äußert er sich.

Frage: Gibt es Vorbilder in anderen Ländern wie etwa Italien, USA, Frankreich oder Belgien, die uns bei einer solchen Neuorientierung helfen könnten?

Woelki: Die katholische Theologie zeichnet sich wie die katholische Kirche selbst wesentlich durch ihre Internationalität und Weite aus. Daher muss der Blick der Theologie immer wieder auch in andere Wissenschaftssysteme und kulturelle Räume gerichtet werden. Dort wird die Theologie mit anderen Fragen konfrontiert.

Was erforscht die afrikanische Theologie? Welche Ansätze werden in Lateinamerika vertreten? Die für mich spannende Frage ist, was die europäische Theologie hier lernen kann. Dafür braucht es eine Bereitschaft, stärker als bisher neue Wege zu gehen und insbesondere sprachliche Hürden zu überwinden.

Natürlich kann man sagen, dass die Impulse, die Papst Franziskus in seiner Apostolischen Konstitution „Veritatis gaudium“ für eine gesellschaftsrelevante wissenschaftliche Theologie fordert, in Deutschland schon vielfach umgesetzt sind. Dialogbereitschaft, Inter- und Transdisziplinarität sowie die Einbindung in wissenschaftliche und gesellschaftliche (Forschungs-)Netzwerke gehören hier zu den theologisch-wissenschaftlichen Standards.

Ich verstehe dies aber auch als Aufruf, die außerhalb von Deutschland bestehende theologische Expertise wahrzunehmen und deren Erkenntnisse für die katholische Theologie und die Kirche und nicht zuletzt die ganze Gesellschaft in Deutschland fruchtbar zu machen. In diesem Verständnis setzen wir uns auch weiterhin als Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz dafür ein, dass es katholische Theologie an der Universität gibt.

Von Ludwig Ring-Eifel (KNA)

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Kardinal Woelki für Lockerung des Gottesdienst-Verbotes: „Wir haben dazu gelernt“

Bischof Bätzing begrüßt weitere Gespräche zwischen Politik und Kirche, Bischof Hanke kritisiert Bundesregierung

Kardinal Rainer Maria Woelki Foto: Jochen Rolfes / Erzbistum Köln

Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich erneut für eine Lockerung des momentanen Gottesdienst-Verbotes ausgesprochen. Wie der Kölner Erzbischof am Freitag gegenüber CNA Deutsch sagte, müssten dazu die Hygienevorschriften eingehalten werden. Woelki mahnte an, dass das Feiern von Gottesdiensten ein Grundrecht sei, das nicht länger so stark eingeschränkt werden könne. Das Erzbistum teilte mit, dass man bereits an einem Sicherheitskonzept arbeite, um eine Lockerung des Verbots zu erwirken.

Auch auf Bundesebene zeichnet sich mittlerweile eine Lockerung ab dem 30. April ab.

Bereits am Donnerstag hatte sich Kardinal Woelki mit dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), getroffen. Der Erzbischof zeigte sich mit dem Gespräch sehr zufrieden. Er danke dem Politiker für dessen Engagement „für die schnellstmögliche Lockerung des Gottesdienstverbotes“. Abstand, Vorsicht, Hygiene bleibe nach wie vor unverzichtbar, doch „die Sehnsucht der Menschen nach SeelsorgeOrientierungGottesdienst ist gerade jetzt groß“.

Am Freitag bestätigte Kardinal Woelki gegenüber CNA Deutsch, dass man die staatlichen Vorgaben von Anfang an sehr ernst genommen habe und weiterhin alles tun wolle, um zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizutragen und Menschen zu schützen.

„Ohne diese Regeln nun einfach über Bord zu werfen, ist es aber doch höchste Zeit, öffentliche Gottesdienste wieder zu ermöglichen. Ich denke dabei nicht an eine Rückkehr zur Normalität, wie wir sie vor der Corona-Krise kannten. Dafür ist es natürlich viel zu früh. Die Hygienevorschriften müssen weiter eingehalten werden, die Abstandsregeln und vieles mehr. Wir alle haben dazugelernt und werden das auch gewissenhaft praktizieren. Aber in einem genau definierten Rahmen sollten Gottesdienste jetzt so schnell wie möglich wieder zugelassen werden.“

Bei öffentlichen Gottesdiensten gehe es nicht um „irgendein Angebot“, das man mit kulturellen oder gar kommerziellen Angeboten vergleichen könnte, sondern um ein Grundrecht, „das für uns als freiheitliche Gesellschaft so elementar wichtig ist, dass es nicht länger so stark eingeschränkt werden kann“, so Woelki gegenüber CNA Deutsch.

Ebenfalls am heutigen Freitag hat sich Bischof Georg Bätzing von Limburg in seiner Funktion als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz zu den weiteren Gesprächen zwischen Politik und Kirche geäußert. Er sei „froh, dass sich heute Vertreter von Bund und Ländern, der Kirchen und Religionsgemeinschaften in großer Einmütigkeit darauf verständigt haben, dass man im Laufe der nächsten Woche konkrete Wege für eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen religiöser Zusammenkünfte und damit auch von Gottesdiensten prüfen will“, so Bätzing.

Ziel sei, religiöse Veranstaltungen gemäß Anforderungen des Infektionsschutzes möglichst bald nach dem 30. April wieder zuzulassen.

Bistum Eichstätt: Kritik von Bischof Hanke an der Bundesregierung

Dass in dem von der Politik beschlossenen Stufenplan zur Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Kirchen nicht berücksichtigt werden, ist für den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke nicht verständlich. Wie das Bistum mitteilte, kritisiert Hanke, dass die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten beschlossene Lockerung zwar Märkte und Geschäfte einer gewissen Größenordnung berücksichtigt, nicht aber die Kirchen und ihre pastoralen Dienste. Hanke wörtlich:

„Auch für die Kirchen wäre eine stufenweise Wiederaufnahme der öffentlichen Gottesdienste und pastoraler Angebote naheliegend gewesen, etwa die Feier von Gottesdiensten in Kirchen mit entsprechender Fläche, in der eine Feiergestaltunag möglich wäre, bei der die Gefahr der Ansteckung mit dem Covid-19-Virus vermieden werden könnte.“

Das vorliegende Ergebnis deute nicht nur auf die einseitige Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen hin, sondern sei auch vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung wie auch der Wahrung religiöser Grundrechte zu hinterfragen.



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Kardinal Woelki rät von Anpassung des Glaubens an Zeitgeist ab

Bild: (c) katholisch.de Archivbild

„Vielstimmiger Chor“ versuche Offenbarung Gottes zu relativieren

Nur der Glaube, wie er von den Aposteln grundgelegt und durch die Zeiten hindurch bewahrt worden sei, garantiere, „dass wir nicht Irrlichtern aufsitzen und von ihnen in die Irre geführt werden“, mahnt Kardinal Rainer Maria Woelki.

Köln – 06.01.2020

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki rät von einer Anpassung des christlichen Glaubens an den Zeitgeist ab. In der Vielfalt von Heilsangeboten heutzutage scheine selbst in der Kirche eine Orientierung auf das wahre Heil schwer geworden zu sein, sagte er laut Redemanuskript anlässlich des Fests der Heiligen Drei Könige am Montag im Kölner Dom. Ein „vielstimmiger Chor von Meinungen, persönlichen Anschauungen und Interessen“ versuche dort derzeit die Offenbarung Gottes und den Glauben der Kirche zu relativieren und an die Zeit anzupassen.

„Wer keine Ausrichtung mehr hat, verliert die Richtung“

Ein solcher Glaube aber stelle keine überzeugende Alternative zu den anderen Angeboten mehr dar, so der Kardinal. „Wer keine Ausrichtung mehr hat, verliert die Richtung. Und wer die Richtung verliert, verliert das Leben; der verliert seine Relevanz als eine echte, ernstzunehmende Alternative im Konzert säkularer Stimmenvielfalt.“ Nur der Glaube, wie er von den Aposteln grundgelegt und durch die Zeiten hindurch bewahrt worden sei, garantiere, „dass wir nicht Irrlichtern aufsitzen und von ihnen in die Irre geführt werden“, sagte Woelki.

Wie die Heiligen Drei Könige sollten Christen auch heute allein und ausschließlich Christus als das Licht der Welt suchen, verkünden und preisen. Dieses Licht, in dem sich die Wahrheit und das Leben Gottes offenbare, drohe heute in den Herzen vieler Menschen mehr und mehr zu verlöschen, so der Kardinal.

Am 6. Januar feiert die katholische Kirche traditionell das Fest Epiphanie (Erscheinung des Herrn). Im Volksmund wird es auch Heilige Drei Könige genannt. Nach einer Legende wurden deren Gebeine zunächst in Konstantinopel aufbewahrt. Später sollen die sterblichen Überreste nach Mailand gelangt sein. Der Kölner Erzbischof und Reichskanzler von Kaiser Barbarossa, Rainald von Dassel, überführte die Gebeine 1164 nach Köln, wo sie verehrt und im sogenannten Dreikönigenschrein aufbewahrt werden. (KNA)

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D: Lebensrecht ist Grundrecht

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Kardinal Woelki

Freiheit auf Kosten der Schwächsten: so bezeichnete Kardinal Rainer Maria Woelki die Abtreibungen in Deutschland. In einer Predigt zum Fest der Unschuldigen Kinder an diesem Mittwoch erinnerte Woelki Christen an ihre Pflicht, sich für einen umfassenden Schutz des Lebens einzusetzen. In Deutschland würden jährlich rund 100.000 Kinder abgetrieben, kritisierte er in seiner Predigt: „Als Christen wehren wir uns dagegen, dass in unserem Land diese hunderttausendfache Abtreibung als die Normalität einer liberalen, humanen und aufgeklärten Gesellschaft ausgegeben wird.“

Auch am Ende des Lebens stünden Menschen oftmals in einer Situation, in der ihnen Lebensqualität, Lebensrecht und Würde abgesprochen werde, sagte Woelki. Leben aber – ganz egal wie anfänglich, wie alt, wie gebrechlich und wie versehrt – sei einmalig und kostbar. Das Leben sei von Gott geschenkt, und die Menschen hätten es zu hüten. „Das Lebensrecht ist das Grundrecht eines jeden Menschen.“

(kna 29.12.2016 ord)

Siehe dazu auch:

Wort des Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki: Verrückte Welt

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Eklatante Gegensätze: In reichen Ländern wird aus dem Weihnachtsfest ein riesiges Spektakel. In vielen armen Ländern hingegen herrschen Krieg und Hunger. Uns Christen bleibt da nur die Hoffnung auf ein Licht.

Was für eine verrückte Welt: Nicht nur in Aleppo sterben Tag für Tag Menschen in einem grausamen Krieg – und hier bei uns öffnen jeden Tag die Weihnachtsmärkte, steigt jeden Tag eine neue feuchtfröhliche Weihnachtsfeier. Nicht nur in den Elendslagern rund um Nigeria sterben tausende von Kindern vor Hunger – und hier bei uns wissen viele Eltern noch nicht, mit welchem Geschenk sie ihren Kindern eine Freude zum Fest machen können. Nicht nur in Europa werden fast täglich Flüchtlinge und Flüchtlingsheime angegriffen – und gleichzeitig aber gibt es unzählige gute Adventsaktionen, wo Armen und Bedürftigen geholfen wird.

Manchmal drohe ich kirre zu werden an dieser Welt, die sich so zerrissen, so unfriedlich präsentiert. Aber immer wieder bin ich auch überrascht über die unbeschreiblich große Hilfe für Arme und Notleidende, die überall von Menschen geleistet wird.

Gerade jetzt aber im Advent darf ich hoffen. Hoffen auf einen Heiland, der unsere unheilvolle Welt heil macht. Hoffen auf einen Friedensfürst, der unsere kriegerische und terrorbedrohte Welt befriedet. Hoffen auf ein Licht, dass unsere dunkle Welt hell macht.

Ich freue mich auf Weihnachten. Ich freue mich auf den Engel des Herrn, der unsere Ängste und Sorgen kennt und spricht: „Fürchtet Euch nicht. Siehe, ich verkünde Euch eine große Freude …“

Ich wünsche auch Ihnen diese adventliche Hoffnung und Freude.

Ihr

Rainer Woelki
Erzbischof von Köln

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Kardinal Rainer Maria Woelki mahnt zu behutsamem Umgang mit neuen Medien

epa1426775_articoloDer Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat zu einer fairen Kommunikation in den sozialen Netzwerken aufgerufen. Bei der traditionellen Kölner Domwallfahrt sagte Woelki am Sonntag: „Wir brauchen ein Gefühl für den Anderen.“

„Wir leben in einer Zeit, in der jeder seine Meinung in Echtzeit öffentlich machen kann. Wir leben in einer Zeit, in der Tausende von Followern mit einem Klick ihre Be- oder Abwertungen kundtun können, zu der uns Menschen jederzeit erreichen können“, erklärte Woelki. Das könne sehr anstrengend sein.

„Wir sind heute schnell mit unserer Meinung dabei“, so Woelki weiter. Schnell werden man online nach der Meinung gefragt, etwa zu einem möglichen Rücktritt von Politikern. Das sei im wahrsten Sinne des Wortes gnadenlos. „Das hat für uns keine unmittelbare Konsequenzen, aber für den Menschen, über den geurteilt wird, eine enorme.“ Wir befänden uns in einer enormen Verantwortung und Spannung. Zwar brauche es Öffentlichkeit und Transparenz. „Auf der anderen Seite darf öffentliche Kritik nicht anonym und gnadenlos werden.“

„Brauchen menschliches Maß“

Der einfache Klick am Computer – Daumen rauf oder runter – , der schnelle Tweet gegen jemanden, für einen selbst sei dies schnell vergessen. Für den Betroffenen sei dies dagegen „ein Shitstorm, Vorahnung des Fegefeuers, ein Albtraum“. „Nun werden wir die sozialen und bisweilen auch asozialen Netzwerke nicht ändern“, sagte Woelki. „Wir brauchen vernetzte und globale Kommunikation. Aber wir brauchen auch unter veränderten kommunikativen Bedingungen ein menschliches Maß. Wir brauchen ein Gefühl für den Anderen. Wo Kommunikation sich der unmittelbaren Begegnung zunehmend entzieht, steht sie in der Gefahr, den Respekt vor dem Gegegüber zu verlieren, in der Gefahr, ihn nur noch als ein lästiges, als ein anders denkendes Etwas wahrzunehmen. Davor müssten wir uns hüten.“

Dreh- und Angelpunkt der jährlichen Domwallfahrt ist der Weihetag des Kölner Domes am 27. September. An diesem Tag im Jahr 1322 wurde der Chorraum des Gotteshauses geweiht und damit seiner liturgischen Bestimmung übergeben.

(domradio 26.09.2016 sk)

Kardinal Woelki: „Populismus schürt Entsolidarisierung und braucht Sündenböcke“

Pressekonferenz zur Ernennung von Kardinal Woelki zum Erzbischof von Köln

Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Predigt von Kardinal Rainer Maria Woelki
in der Eucharistiefeier am 21. September 2016 in Fulda
zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 

 

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

„Gemeinsam mit Gott hören wir einen Schrei“, so lautet ein Wort unseres Papstes aus seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium.

Es steht über dem heutigen Studientag von uns Bischöfen, an dem wir uns mit Armut und Ausgrenzung als einer Herausforderung für Kirche und Caritas beschäftigen wollen. Bei unserer Bischofsweihe – und übrigens auch schon zuvor bei unserer Diakonen- und Priesterweihe – wurden wir gefragt, ob wir um des Herrn willen bereit seien, den Armen und den Heimatlosen und allen Notleidenden gütig zu begegnen und zu ihnen barmherzig zu sein. So wichtig ist der Kirche die Sorge um die Armen, dass sie die Frage danach vor jeden Empfang einer Weihe stellt.

In Konsequenz dessen hat Papst Benedikt XVI. im Dezember 2012 in seinem Motu proprio zum „Dienst der Liebe“ die Rolle der Bischöfe als „erste Verantwortliche“ für den caritativen Dienst noch einmal festgeschrieben. Hier ist denn auch der Grund, weshalb wir Bischöfe nicht nur für unsere verbandliche Caritas Verantwortung tragen, weshalb wir nicht nur unsere Gemeinden zu caritativem Tun ermutigen sollen. Hier ist auch einer der Gründe, weshalb wir uns als Bischöfe immer wieder in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen haben, dort wo die Rechte der Armen aller Art verletzt und missachtet werden – gelegen oder ungelegen.

Unseren Studientag haben wir – vielleicht weil es die Fügung so will – am Fest des Apostels und Evangelisten Matthäus. Mit Blick auf das, was wir über diesen wissen, werden wir sicher zunächst sagen können, dass dessen Leben wohl ziemlich lange nach dem Gesetz des Stärkeren verlief. Von Beruf war er nämlich Zöllner. Als solcher verdiente er sein Auskommen auf Kosten anderer, ohne dafür wirklich etwas zu leisten. Wer von A nach B wollte, musste bei ihm zahlen. Auch heute müssen viele Menschen zahlen, wenn sie von A nach B wollen – wenn sie dafür bei Schleusern zahlen, ist der Preis nicht selten das eigene Leben. Auch heute leben viele Menschen auf Kosten anderer – ohne sich das wirklich bewusst zu machen. Wir sind keine Zöllner – aber sind wir so viel anders als Matthäus, wenn wir nicht fragen, wer die Kleider gefärbt und genäht hat, die wir am Leibe tragen; wenn wir nicht fragen, woher die Rohstoffe in unseren Smartphones stammen und wo sie wieder entsorgt werden; wenn wir nicht fragen, wer Durst leiden muss, während wir Mineralwasser multinationaler Konzerne in Plastikflaschen kaufen? Man gönnt sich ja sonst nichts – ein oft gehörter Spruch, um zu entschuldigen, dass man jetzt gerade auf Solidarität keine Rücksicht nehmen kann. Entsolidarisierung hat immer da ein leichtes Spiel, wo Menschen enttäuscht sind, wo sie sich zu kurz gekommen vorkommen, wo sie sich um Chancen gebracht fühlen, wo man sie zum „Schwarzer-Peter-Spielen“ instrumentalisieren kann.

Wir erleben in unserem Land zurzeit, was passiert, wenn Menschen an dieser Stelle politisch umworben werden. Populismus schürt Entsolidarisierung und braucht Sündenböcke. Menschen in ihrer Bedürftigkeit – so unterschiedlich diese sein mag – werden auf grausame Weise gegeneinander ausgespielt.

Solidarität hat demgegenüber ein anderes Fundament. Solidarität sieht die eigene und die fremde Bedürftigkeit, sieht die eigene Angewiesenheit und die des Gegenübers. Solidarität weiß darum, dass jede und jeder ein Geschöpf Gottes ist; weiß darum, dass jedem und jeder das Leben von Gott selbst geschenkt ist.

Solidarität speist sich aus einer Quelle, die nicht versiegen kann. Gottes Barmherzigkeit lebt und sprudelt in ihr unter uns Menschen. Solidarität bedeutet etwas von seiner Zeit, seiner Aufmerksamkeit, seinem Gewinn, seinem Erfolg, seinem Talent, seinem Lachen und seiner Zärtlichkeit mit einem anderen zu teilen – ohne Berechnung und ohne Hintergedanken; einfach deswegen, weil es ihn gibt; weil er oder sie da ist; weil er oder sie am Sterben ist; weil er oder sie bedürftig ist; weil er oder sie weniger hat als man selbst, weil er oder sie heimatlos ist, weil er oder sie alt wird und damit fertig werden muss, dass die Kräfte, die Kompetenz, die Selbstständigkeit schwinden – „Erosion des Könnens“ (Wilhelm Schmidt) … Wir alle werden lernen müssen, damit zu leben. Leben – ganz gleich wie anfänglich, wie alt, geboren oder ungeboren, gebrechlich oder unversehrt, getrieben von Angst und Verzweiflung, von Armut gezeichnet oder von Krankheit gebeugt, voller Kraft und Mut, behindert oder nicht behindert, mit legalem Aufenthaltsstatus oder ohne: es ist einmalig und kostbar! Es ist uns von Gott geschenkt, und wir? Wir haben es zu hüten! Das Lebensrecht ist das Grundrecht eines jeden Menschen – wie bedroht dieses Grundrecht ist, zeigen Menschen, die auf der Flucht vor menschenunwürdigen Bedingungen genau solche vorfinden; und bisweilen versuchen Menschen genau das vor anderen zu verstecken, wenn sie vor Armut nicht wissen, wie sie oder ihre Kinder über den Tag kommen sollen; wenn sie nicht wissen, wo das Geld für den Schulausflug oder das Pausenbrot herkommen soll. Und das ist keine ferne Realität – es ist die Realität vieler Tausender Menschen hier in unserem Land. Keine Gesellschaft kann sich menschlich nennen, wenn sie das Schicksal ihrer Armen aus dem Blick verliert oder die Schuld dafür bei anderen Armen sucht und diese zum Sündenbock macht. Wenn wir an die Würde des von Gott geschenkten Lebens glauben, ist es notwendig, für einander Sorge zu tragen. Dazu lädt Jesus den Zöllner Matthäus ein und nimmt selbst die Einladung in sein Haus an.

Er erbarmt sich dieses Zöllners, damit es anders wird untereinander und miteinander, damit von Matthäus keine Ausbeutung mehr ausgeht, sondern Gerechtigkeit. Das ist der Auftrag, den die Kirche hat: dazu beizutragen, diese Gerechtigkeit unter den Menschen zu leben. Immer wieder hat man der Kirche vorgeworfen, sie achte – aus welchen Gründen auch immer – zu sehr auf das ungeborene Leben und zu wenig auf Gerechtigkeit. Und dort, wo sie auf Gerechtigkeit pocht, wird ihr oft vorgeworfen, sie sei zu wenig bei ihrer Sache und der Religiosität und verliere sich im Politischen.

Aber: Ganz gleich an welchen Stellen das Leben von Menschen bedroht ist, es ist immer Aufgabe der Kirche im Namen Jesu Christi ihre Stimme zu erheben und den Schutz des Lebens in allen seinen Phasen und die Sorge füreinander anzumahnen und entsprechend zu handeln. Es ist unsere Aufgabe vorzuleben, was es bedeutet, dass bei Gott niemand abgewiesen wird.

Es ist unsere Aufgabe, dem Anbruch des Reiches Gottes unsere Hände und Herzen zu schenken. Es ist ein Mahl der Gerechtigkeit, das Jesus im Haus des Zöllners Matthäus hält; ein Mahl, mit dem es neu anfängt untereinander. Zu einem solchen Mahl sind auch wir heute eingeladen, wenn Jesus sich uns jetzt in der Feier der Heiligen Eucharistie schenkt. Er ist gekommen, die Sünder zu rufen – auch uns. Nehmen wir daher seine Einladung an, damit es anders wird unter uns und auf dieser Erde.

Amen.

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Quelle

Kardinal Woelki kritisiert EU-Flüchtlingsabkommen

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Archivbild: Kardinal Woelki mit irakischen Flüchtlinge

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei als „infam“ bezeichnet und das Land scharf kritisiert. „Es wurde ein Vertrag mit einem Regime geschlossen, das Menschenrechte, Meinungsvielfalt und -freiheit sowie Pressefreiheit einschränkt und religiöse Minderheiten verfolgt“, sagte er am Freitag dem „Handelsblatt“. Der Erzbischof nannte es problematisch, dass das Türkei-Abkommen den Eindruck erwecke, „dass wir in unserem Land wieder in der alten, vermeintlich heilen Welt leben“.

Das Gegenteil sei der Fall. Abschottung löse die Probleme nicht. Das zeige sich daran, dass wieder mehr Menschen über noch gefährlichere Routen flüchteten. „Das Mittelmeer mutiert zu einem Burggraben für Europa, in dem immer mehr Menschen umkommen.“ Seit dem Jahr 2000 bis zum Juni vergangenen Jahres seien 23.000 Menschen umgekommen. Bis Fronleichnam dieses Jahres seien 3.358 Tote dazugekommen und seitdem noch einige Hundert mehr. „Wir müssen diesen Menschen eine Stimme geben, ihr Leben darf nicht einfach verloren sein“, so der Kardinal.

(kap/kna 17.06.2016 mk)

Siehe dazu ferner:

In Teufels Küche – Bischofswort von Kardinal Woelki

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Der menschliche Embryo ist keine Sache an der man herumexperimentiert, auch nicht wenn er nur paar Tage alt ist. Das sagte Kardinal Woelki  über die jüngsten Entwicklungen in der Genforschung. In Großbritannien sollen Forscher künftig das Erbgut menschlicher Embryonen gezielt verändern dürfen. Die zuständige Behörde HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority) erlaubte Anfang Februar dem Londoner Francis Crick Institute, solche Versuche an Embryonen bis zum Alter von sieben Tagen mithilfe neuer Techniken durchzuführen. Erst einmal nur zu Forschungszwecken – und noch dürfen diese gentechnisch manipulierten Embryos nicht wieder in die Gebärmutter von Frauen eingepflanzt werden. Bevor das Forscherteam starten kann, muss noch eine Ethikkommission zustimmen.

Die Forscher erhoffen sich neue Hinweise zur künstlichen Befruchtung. Insbesondere interessiert die Gruppe um Kathy Niakan, warum es zu Fehlgeburten kommt und wie diese verhindert werden können. Die Embryonen sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen. Diese Entscheidung entfachte die ethische Debatte über Genmanipulation am Menschen erneut.

Ein Kommentar von Kardinal Raienr Woelki für unsere Kollegen vom Domradio in Köln:

„Seit Beginn dieses Monats ist es Wissenschaftlern in Großbritannien erlaubt, Gene an menschlichen Embryonen zu verändern. Erst einmal nur zu Forschungszwecken – und noch dürfen diese gentechnisch manipulierten Embryos nicht wieder in die Gebärmutter von Frauen eingepflanzt werden.

Leider zeigt die Erfahrung: Alles was auf dieser Welt technisch irgendwie machbar ist, wird früher oder später auch durchgeführt – ganz egal, ob legal oder illegal.

So fürchte ich auch, dass man die jetzt in Großbritannien geöffnete Tür nicht wieder zubekommt. Diese Tür aber führt uns direkt in Teufels Küche. Eine Welt, in der Menschen gentechnisch verändert werden, wird eine andere Welt sein, als die, die wir heute kennen. Wenn wir die menschlichen Keimbahnen jetzt verändern, programmieren wir sogar all die künftigen Generationen, die von so einem gentechnisch veränderten Menschen abstammen.

Die Kirche ist nicht gegen Forschung und Wissenschaft, aber wir Christen sind Schützer des Lebens – und zwar von Anfang an. Der menschliche Embryo, wenn auch nur wenige Tage alt, ist doch keine Sache! Schon heute bleiben überall auf der Welt tausende von menschlichen Embryonen bei der Reproduktionsmedizin auf der Strecke. Eltern erfüllen sich ihren Kinderwunsch, aber auf Kosten vieler anderer Embryonen, die nie geboren werden. Dieses Unheil wird nicht dadurch besser, dass wir jetzt noch an diesen Embryonen gentechnisch herumexperimentieren.

Das Recht auf Leben von Beginn an und die Würde eines jeden Menschen sind für uns Christen niemals verhandelbar. Denn für uns Christen ist jedes Menschenleben ein Geschenk Gottes – und kein Produkt aus dem Labor von Frankenstein.“

 

(domradio 22.02.2016 pdy)

Kardinal Woelki verurteilt deutsche Abtreibungspraxis

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Kardinal Rainer Maria Woelki

Der Kölner Kardinal Reiner Maria Woelki hat die Abtreibungspraxis in Deutschland verurteilt. Der Erzbischof verwies am Samstagabend in Düsseldorf auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach es seit langem bundesweit pro Jahr rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche gibt. „Als Christen wehren wir uns dagegen, dass in unserem Land diese hunderttausendfache Abtreibung als die Normalität einer liberalen, humanen und aufgeklärten Gesellschaft ausgegeben wird.“

Niemand habe das Recht, über menschliches Leben zu verfügen, „auch nicht in den ersten zwölf Wochen“, sagte Woelki bei einer ökumenischen Andacht zum Auftakt der Fastenzeit. Wie zu Beginn ihres Lebens werde wehrlosen Menschen oft auch am Ende Lebensrecht und Würde abgesprochen. Keine Gesellschaft und kein Staat könnten darauf verzichten, das Lebensrecht jedes Menschen zu schützen, sei er „jung oder alt, geboren oder ungeboren, behindert oder nicht behindert“.

Laut Woelki sind die Lebensbedrohungen komplex. „Offenkundig wurden etwa das Leben und die Würde Hunderter Frauen in der Silvesternacht durch marodierende Banden junger Männer mit ganz unterschiedlichem Migrationshintergrund bedroht“, sagte er. Bedroht seien auch Emanzipation und Freiheit in den Ländern, aus denen diese jungen Männer kämen. „Da ist der hoffnungsvolle arabische Frühling sehr schnell wieder verblüht“, so der Kardinal.

Der Erzbischof rief dazu auf, jedem Anzeichen von Menschenverachtung und Lebensbedrohung entgegenzutreten. Wer Obergrenzen bei der Flüchtlingsaufnahme fordere, „hat nicht verstanden, was Menschlichkeit bedeutet.“ Woelki verurteilte auch die Angriffe auf Flüchtlinge in ihren Unterkünften.

Erschreckend sei auch, dass wegen ihres Glaubens geflohene Christen hierzulande von Flüchtlingen bedroht werden. In Deutschland müsse das Recht auf Religionsfreiheit gelten, für Christen wie Muslime. Religionsfreiheit müsse aber auch Christen in islamischen Ländern gewährt werden.

(kna 14.02.2016 sk)