Was können wir der Gender-Ideologie entgegensetzen?

Reichstag / Wikimedia Commons – Lars Steffens, CC BY-SA 2.0

Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis,
Lesejahr A — 2. Juli 2017

Ein entscheidendes Merkmal der neuen Ideologie, die die westliche Welt im Griff hält, ist ihre glatte Weichheit. Klingt es nicht ansprechend das Wort von der „Ehe für alle“? Ist es nicht mehr als nur gerecht, dass ein so wertvolles Gut wie die Ehe für jedermann zur Verfügung stehen soll?

Die Ideologien, die nach dem „Tod Gottes“ Europa und Nordamerika beherrschten, waren mit jeweils einem harten Zwangsstaat verbunden. Sowohl der Marxismus-Kommunismus im Osten wie die Nazi-Ideologie in Deutschland hatten die Menschen hart im Griff.

Die Gender-Ideologie, viel klüger als ihre Vorgängerinnen, macht es auf die sanfte Tour, aber im Griff hat sie die Menschen auch. Größtenteils mit semantischen Mitteln. Erstaunlich, wie viele Dinge heute mit anderen Namen belegt werden als früher, und in der Regel mit geschickteren Namen. Früher wurde man bei der Behörde abgefertigt, heute wird man bedient. Wer mit der Bahn fährt, ist immer wieder gerührt davon, dass man im Lautsprecher sehr zuvorkommend angesprochen wird, und der Sprecher sich für jede größere oder kleinere Unannehmichkeit entschuldigt. Oder: niemand wird von Krüppeln oder Verrückten sprechen, es sind geistig oder körperlich Behinderte.

Ist das etwas Schlimmes? Nein, im Gegenteil, unsere öffentliche Kommunikation hat sicher in den letzten Jahrzehnten dazu gelernt. Aber gerade durch die Kommunikation, die uns die Medien präsentieren, wird uns seit Jahren, ohne dass wir es merken, auch Gift in mancherlei Form eingeflößt. Man hat so lange, und gleichzeitig so besonnen und ruhig, für die Freigabe der Abtreibung plädiert, dass in wenigen Jahrzehnten eine echte „Umwertung der Werte“ im Sinne Friedrich Nietzsches stattgefunden hat. Danach kam die verständnisvolle Einstellung zur Euthanasie, von der wir Deutschland eigentlich noch üble Erinnerungen haben sollten – aus der vorhergehenden Ideologie.

All diese neuen „Erkenntnisse“ hätte man im kommunistischen Russland oder in Nazideutschland den Menschen mit dem Holzhammer eingebläut, was erfahrungsgemäß längst nicht so wirksam ist. Mit den sanften Mitteln einer angepassten Sprache (George Orwell nannte das „Neusprech“) wird auch die absurdeste Auffassung akzeptiert. Man muss sie nur häufig genug, wie bei der Werbung, wiederholen.

Konkret wird mit edlen Begriffen hantiert, wie Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Wer wird denn so unbarmherzig sein und von einem jungen Mädchen verlangen, dass sie ihr Kind austrägt, da ihre Karriere dadurch infrage gestellt sein wird. Auch bei der aktiven Sterbehilfe wird mit der Barmherzigkeit Schindluder getrieben: „Der arme Kranke, muss man ihn denn so leiden lassen?“. Bei der sog. Ehe für alle: „Ist es nicht ungerecht, den Homosexuellen das vorzuenthalten, was die Heterosexuellen haben?“ Die Abstimmung im Deutschen Bundestag ist folgerichtig genauso ausgefallen wie das Referendum in Irland vor einigen Monaten, wo sich sogar eine gewisse Euphorie ausbreitete, weil man es der katholischen Kirche mal gezeigt hatte.

Und da liegt der eigentlich Grund dafür, dass denjenigen, die die überlieferten Werte hochhalten, die Felle wegschwimmen. Seit dem 18. Jahrhundert hat sich Europa von Gott verabschiedet, zuerst die Intellektuellen und heute auch die breite Bevölkerung. Und wenn Gott keine Rolle spielt (höchstens noch für die „religiösen Bedürfnisse“ der Menschen), dann gibt es auch keinen Grund, die Bibel oder das überlieferte Lehramt der Kirche ernst zu nehmen.

Allerdings gab es bis jetzt immerhin einen gewissen Nachklang an die Lehre der Kirche im so genannten Naturrecht oder Naturgesetz. Bei den Juristen spielt es gelegentlich noch eine Rolle, indem sie sagen, es muss doch Werte geben, die von der Mehrheitsmeinung der Menschen  und vom positiven Recht unabhängig sind. So jedenfalls hat es der emeritierte Papst Benedikt XVI. seinerzeit im Deutschen Bundestag in Erinnerung gerufen. Aber machen wir uns nichts vor: das Naturrecht ist im Kern nur begründbar, wenn Gott der Schöpfer eine Rolle spielt. Wenn er ausgespielt hat, gibt es in der Tat keinen Grund, warum man gegen den demokratischen Willen der Mehrheit nicht auch wesentliche Dinge der Weltanschauung und der Moral verändern kann.

Dass jahrhundertelang die Ehe von Mann und Frau als größte Selbstverständlichkeit gegolten hat, auch bei Leuten, die nicht gläubig sind, hängt mit dem Gottesglauben – nicht nur dem christlichen – zusammen. Wir sehen es gerade heute, dass alle politischen Begründungen dafür, die Ehe von Mann und Frau höher zu bewerten als andere Verbindungen, weggepustet werden.

Bei vielen bleibt allerdings ein seltsames Gefühl, wenn er sieht, wie ein Mann einem Mann, eine Frau einer Frau das Jawort gibt. Aber man wird sich daran gewöhnen.

Diejenigen aber, die den christlichen Glauben in seiner kraftvollen, nicht angepassten Form, hochhalten, und die daher den Wunsch haben, anderen die absoluten Wahrheiten des Christentums weiterzugeben, müssen erschrecken. Denn was hier geschieht, ist nicht nur eine der sinnfreien Kapriolen der Tagespolitik, hier wird dem Schöpfer mitten ins Gesicht geschlagen. Im Ton der Gender-Mentalität wird aber auch hier ruhig und sachlich argumentiert: „Da Gott nicht existiert, gibt es auch keine vorgegebene Schöpfungsordnung. Wir nehmen das selbst in die Hand.“

Die deutschen Bischöfe haben dankenswerterweise Protest angemeldet, aber noch oder schon das Zentralkomité der Deutschen Katholiken (eine von niemandem gewählte Institution) lässt verlauten: „Sie [die eingetragenen Partnerschaften] sind gut und fruchtbar für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben,“ so Thomas Sternberg, der Vorsitzende des ZK.

Der hl. Paulus bringt einen ernsten Ton in die Debatte: „Irret euch nicht; Gott lässt seiner nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er ernten (Gal. 6,7)

Dennoch, zwar könnte man angesichts der Lage pessimistisch werden. Das aber will Gott nicht. Genau wie die vorher gegangenen Ideologien wird auch Gender einmal auf dem Kehrichthaufen der Geschichte landen.

Angesagt ist Widerstand statt Mitläufertum. Und vor allem Gebet. Schwester Lucia von Fatima sagte einmal, in unserer Zeit geht der Kampf vor allem um die Familie. Konsequenz für uns: die Familie – im überkommenen Sinne natürlich – stärken, junge Leute ermutigen, die Lehren der Kirche, vor allem Familiaris Consortio und Humanae Vitae, zu studieren, sich klar zu machen, nur in der Ehe von Mann und Frau erfahren Kinder die Schönheit der Schöpfung. Und eben nicht mit den Wölfen zu heulen. Damit spätere Generationen uns nicht, wie unseren Großvätern sagen können: „Wieso habt ihr damals dafür gestimmt?“

Der Trost schlechthin: in Fatima sagt die Gottesmutter „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz siegen!“

Msgr. Dr. Peter von Steinitz war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den hl. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt“, „Leo – Allah mahabba“ (auch als Hörbuch erhältlich) und „Katharina von Ägypten“.  Der Fe-Medienverlag hat einige ZENIT-Beiträge vom Autor als Buch mit dem Titel „Der Stein, den die Bauleute verwarfen“ herausgebracht.

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Bischof Vitus Huonder: Themenschwerpunkte bis 2019

Liebe Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonalen Dienst
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge

Wie in meinem Interview mit der “Luzerner Zeitung” vom 4. Mai 2017 angekündigt, möchte ich die beiden Jahre, um die Papst Franziskus meinen Dienst als Diözesanbischof verlängert hat, nutzen, um einige pastorale Themen aufzugreifen, die mir vordringlich scheinen. Ich habe sie mittlerweile im Bischofsrat zur Diskussion gestellt und möchte sie Ihnen nun vorstellen, verbunden mit der Bitte, sie sich zu eigen zu machen und bei ihrer Bearbeitung sowie Umsetzung behilflich zu sein.

1. Erarbeitung von diözesanen Standards für die Ehevorbereitung

Das vordringlichste Anliegen, geradezu ein Gebot der Stunde, scheint mir die Ehevorbereitung zu sein. Wer den Bund der Ehe eingeht, geht ihn, wie man zu sagen pflegt, “für’s Leben” ein. Deshalb ist es wichtig, dass dies nicht unüberlegt oder unvorbereitet geschieht, sondern wohlbedacht und gut informiert, getragen von der Kirche und ihrer Glaubenslehre. Gerade die vielen Krisen, welche es bekanntlich heute in Ehen gibt, und die nicht selten zu einer zivilen Ehescheidung führen, müssen uns Ansporn sein, in der Pastoral einen Schwerpunkt bei der Vorbereitung auf den Empfang dieses Sakraments zu setzen.

Das Anliegen einer erneuerten, verbesserten, den heutigen Erfordernissen angemessenen Ehevorbereitung ist zuletzt von Papst Franziskus betont worden. Im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben “Amoris Laetitia” (205-211) ruft der Papst dazu auf, diesem Aspekt der Seelsorge Beachtung zu schenken. Und er lädt die einzelnen Ortskirchen, also die Diözesen, ein, tätig zu werden: “Es gibt verschiedene legitime Weisen, die unmittelbare Vorbereitung auf die Ehe zu gestalten, und jede Ortskirche soll unterscheiden, was für sie das Beste ist” (207).

Die Verhältnisse sind nicht nur unter den einzelnen Ortskirchen unterschiedlich. Auch innerhalb unserer Ortskirche gibt es aufgrund der sozialen Verschiedenheiten sowie der geschichtlichen, demographischen und konfessionellen Prägungen beträchtliche Unterschiede. Es kann deshalb für uns nicht darum gehen, einen einzigen Ehevorbereitungskurs zu entwerfen. Was aber dennoch getan werden kann und getan werden muss, ist die Erarbeitung von Standards für die Ehevorbereitung, die von allen gewahrt werden müssen, die sich in diesem pastoralen Feld engagieren.

Ich habe deshalb den Aufrag gegeben an den Verantwortlichen für die Jugendpastoral, Weihbischof Marian Eleganti, und an den Pastoralamtsleiter, Bischofsvikar Christoph Casetti, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten zu Handen des Bischofsrats. In einer späteren Phase sollen dann auch der Priesterrat und der Rat der Laientheologinnen, Laientheologen und Diakone konsultiert werden. Ziel muss es sein, den Eheleuten wirklich das mitzugeben, was sie auf ihrem gemeinsamen Weg benötigen, um das Sakrament der Ehe in seiner Fülle, dauerhaft und fruchtbar zu leben, zum Aufbau der Kirche und im Dienst an der Welt.

2. Weiterbearbeitung der Frage Bistumseinteilung

Die von der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich im 2012 an mich herangetragene Frage, ob man das Bistum Chur aufteilen solle, hat bekanntlich viel Aufsehen erregt. Ich habe das Anliegen aufgenommen und eine breit angelegte Konsultation durchgeführt. Auf dieser Basis haben später Gespräche stattgefunden, unter anderem mit den Vertretern der kantonalen staatskirchenrechtlichen Körperschaften (“Biberbrugger Konferenz”). Die Tatsache, dass schliesslich der Tag näher kam, an dem ich dem Papst meine Demission anbieten würde, hat möglicherweise dazu geführt, dass das Thema dann geruht hat. Nun, da wir wieder für zwei Jahre Planungssicherheit haben, möchte ich das Thema Bistumseinteilung nochmals aufgreifen und mit der “Biberbrugger Konferenz” weiter diskutieren. Ich habe deshalb Generalvikar Martin Grichting und Bischofsvikar Joseph M. Bonnemain gebeten, ein Schreiben aufzusetzen, um das Gespräch wieder in Gang zu bringen.

3. “Gender-Ideologie”

Seit längerem beschäftigt mich das Thema der “Gender-Ideologie”. Ich habe dazu im Jahr 2013 ein Wort des Bischofs (http://www.bistum-chur.ch/startseite/gender-die-tiefe-unwahrheit-einer-theorie-wort-des-bischofs-zum-tag-der-menschenrechte-vom-10-dezember-2013-2/) verfasst. Die deutlichen und mit meiner Haltung übereinstimmenden Aussagen von Papst Franziskus zu diesem Thema zeigen, dass das Thema weiterhin aktuell ist. Die Stellungnahmen von Papst Franziskus zeigen, wie man vom Standpunkt des Christentums diese Ideologie beurteilen soll. Auch Franziskus bezeichnet in “Amoris Laetitia” “Gender” ausdrücklich als “Ideologie” (56). Er betont, dass sie die anthropologischen Grundlagen der Familie aushöhle. Und er sieht die Gefahr, dass diese Ideologie Erziehungspläne und Gesetzgebungen unterwandert. Sie unterwandert leider auch die katholische Kirche, wie man dem in der Schweiz veröffentlichen Werk “Familienvielfalt” entnehmen kann. “Verfallen wir nicht der Sünde, den Schöpfer ersetzen zu wollen”, ruft uns demgegenüber Papst Franziskus in “Amoris Laetita” (56) zu.

In seiner Ansprache an die polnischen Bischöfe im Jahr 2016 (http://m.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2016/july/documents/papa-francesco_20160727_polonia-vescovi.html) hat der Papst “Gender” sogar als “ideologischen Kolonialismus” bezeichnet.  Er zitiert Papst Benedikt XVI., welcher zu ihm gesagt hat: “Heiligkeit, dies ist die Zeit der Sünde gegen den Schöpfergott”. Und in einer Generalaudienz im April 2015 hatte Franziskus bereits gesagt, die Beseitigung der Geschlechterdifferenz sei “das Problem, nicht die Lösung” (https://w2.vatican.va/content/francesco/de/audiences/2015/documents/papa-francesco_20150415_udienza-generale.html). In Georgien schliesslich bezeichnete Franziskus 2016 die Gender-Theorien als “grossen Feind der Ehe” und sagte: “Es gibt heute einen weltweiten Krieg, um die Ehe zu zerstören. Heute gibt es ideologische Kolonialismen, die zerstörerisch sind: Man zerstört nicht mit Waffen, sondern mit Ideen. Darum muss man sich gegen die ideologischen Kolonialismen verteidigen” (http://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2016/october/documents/papa-francesco_20161001_georgia-sacerdoti-religiosi.html).

Ferner bleibt grundlegend für das Problem der “Gender-Ideologie” die Ansprache von Papst Benedikt dem XVI. vom 21. Dezember 2012 an die Römische Kurie, in welcher er die die “tiefe Unwahrheit” dieser Theorie aufgezeigt hat (http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2012/december/documents/hf_ben-xvi_spe_20121221_auguri-curia.html).

Es geht hier, wie die Versuche zeigen, “Gender” in Erziehungsplänen und Gesetzen zu etablieren, keineswegs nur um eine akademische Debatte. Wir sind als Glieder der Kirche aufgerufen, hier unsere Stimme zu erheben. Denn es geht um den Menschen. Papst Benedikt XVI. hat dies eindringlich betont in der erwähnten Ansprache: “Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, daß dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen”.

Ich habe deshalb Bischofsvikar Christoph Casetti den Auftrag gegeben, dieses Thema in die Diözesane Pastoralkonferenz einzubringen. Dieses Gremium dient ja als Koordinationsgremium der kantonalen Seelsorgeräte. Diese bitte ich, sich auf der Basis der Lehre der Päpste Benedikt XVI. und Franziskus mit dem Thema auseinanderzusetzen und ihrerseits Multiplikatoren in die Kantone hinein zu sein, damit die Kirche auch in unserem Bistum dieser verderblichen Ideologie etwas entgegenzusetzen hat.

4. Kirche und Politik

Ein Thema, das in den letzten Jahren immer wieder aktuell war, ist die Haltung der Kirche zu Fragen der Politik. Es gibt regelmässig Konflikte, wenn in Politik und Medien die Stimme der Kirche für (partei-)politische Anliegen instrumentalisiert wird. Wenn ich bedenke, wie viele Gläubige in den letzten Jahren ihren Austritt aus den staatskirchenrechtlichen Körperschaften erklärt haben, weil kirchliche Amtsträger die Kirche für tagespolitsche Anliegen missbraucht haben, dann müssten auch die Körperschaften an diesem Thema interessiert sein.

Wir müssen es zur Kenntnis nehmen: Es gibt eine sehr große Zahl von Fragen, zu denen man als Christ getrost und mit vernünftigen Argumenten dieser oder jener Meinung sein kann. Wie man eine gerechte Gesellschaft schafft, wie man mit der Energie und den verschiedenen Formen ihrer Erzeugung richtig umgeht, wie man die Natur effektiv schützt, wie man die wirtschaftlichen Lasten so verteilt, dass niemand verarmt, aber auch der Leistungswille des einzelnen nicht frustriert wird: Hier gibt es einen legitimen Pluralismus und gute Gründe für diese oder jene parteipolitische Haltung. Und es brüskiert viele Gläubige, bis hin zum ominösen “Austritt”, wenn sie von amtlichen Vertretern der Kirche als nicht ganz katholisch, irgendwie unmoralisch oder egoistisch hingestellt werden, nur weil sie zu bestimmten politischen Optionen andere Ansichten haben. Das II. Vatikanische Konzil hat in LG 37 ausdrücklich betont: “Die gerechte Freiheit, die allen im irdischen bürgerlichen Bereich zusteht, sollen die Hirten sorgfältig anerkennen“.

Diese Frage hat auch mit der Sendung der Laien zu tun, wie sie das II. Vatikanische Konzil gelehrt hat. Die Laien haben den Auftrag, mitten in der Welt das Reich Gottes auszubreiten, auf der Basis ihres christlich gebildeten Gewissens. Sie tun es nicht als amtliche Vertreter der Kirche. Genau darin besteht ihr Mündigkeit. So lange wir aber dazu neigen, die Kirche mit der Hierarchie zu identifizieren und dann zu bedauern, die Laien seien von der Mitwirkung an der kirchlichen Sendung ausgeschlossen, kommen wir nicht weiter, auch nicht zu einer Kirche, die hinausgeht, bis an die Ränder, von der Papst Franziskus immer wieder spricht. Es ist gerade Papst Franziskus, der diese Binnenfixierung bedauert hat in seinem Apostolischen Schreiben “Evangelii Gaudium”: “Auch wenn eine größere Teilnahme vieler an den Laiendiensten zu beobachten ist, wirkt sich dieser Einsatz nicht im Eindringen christlicher Werte in die soziale, politische und wirtschaftliche Welt aus. Er beschränkt sich vielmals auf innerkirchliche Aufgaben ohne ein wirkliches Engagement für die Anwendung des Evangeliums zur Verwandlung der Gesellschaft. Die Bildung der Laien und die Evangelisierung der beruflichen und intellektuellen Klassen stellen eine bedeutende pastorale Herausforderung dar” (102).

Ich habe deshalb Generalvikar Martin Grichting den Auftrag gegeben, mir Vorschläge für Initiativen zu machen, wie wir in diesen beiden Fragen eine positive Wende herbeiführen können. Das Thema ist wichtig. Ich erinnere dazu gerne an den französischen Philosophen Alexis de Tocqueville, der einmal gesagt hatte, die Religionsgemeinschaften, welche ihre Autorität über die religiösen Dinge hinaus ausdehnten, würden Gefahr laufen, in keiner Sache mehr Glauben zu finden.

Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie in den nächsten zwei Jahren mithelfen, bei der Behandlung und Umsetzung der hier angeführten vier Themen mitzuwirken. Sie werden Ihnen in den Räten des Bistums, aber auch in Anregungen für die Verkündigung und in der praktischen Seelsorge begegnen.

Gerne benütze ich die Gelegenheit, Sie zu ermutigen, sich von neuem in der Pastoral mit aller Kraft einzusetzen. Für alles, was Sie dort zum Aufbau des Reiches Gottes tun, danke ich Ihnen herzlich und grüsse Sie, verbunden mit meinem bischöflichen Segen, freundlich

+ Vitus Huonder
Bischof von Chur

Chur, 23. Mai 2017

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„Der letzte aufrichtige Katholik“: Bischof Laun erklärt Gender-Ideologie zur Lüge des Teufels

Bischof Laun wird sich auch weiter nicht den Mund verbieten lassen. Foto: unzensuriert.at

Die HOSI (Homosexuelle Initiative) sieht Rot. Sie wirft einem „Herrn Laun“ vor,  einen Text verfasst zu haben, der „derart hetzerische und menschenrechtsverachtende Passagen und Vergleiche“ beinhaltet, „dass eine strafrechtliche Relevanz zu prüfen ist“.

Laun spricht Klartext zur Genderideologie

Bei dem „Herrn Laun“ handelt es sich um den Salzburger Weihbischof und Ordenspriester (der Oblaten des hl. Franz von Sales) Andreas Laun und bei dem Text um einen Hirtenbrief, den der Bischof auf dem Online-Magazin der römisch-katholischen Kirche kath.net veröffentlichte.

Dort warnt Andreas Laun mit größter Eindringlichkeit vor der Gender-Ideologie und nennt seine Worte dazu „Klartext“.

Einleitend schreibt er, dass es in seiner Diözese „vermutlich mehr Skorpione und Kamele als Christen und natürlich viele Muslime, die Jesus Christus leider noch nicht kennen“ gibt. Doch hegt er die Hoffnung, dass diesen „Hirtenbrief“ viele lesen und dadurch von den warnenden Stimmen des Papstes, vieler Kardinäle (etwa Kardinal Sarah) und Bischöfen der Weltkirche erreicht werden.

Gender-Ideologie ist Lüge des Teufels

Dann aber spricht Bischof Laun tatsächlich Klartext, wenn er zu den zwei teuflischen Ideologien, Nationalsozialismus und Kommunismus, die unendlich viel Leid über die Menschen brachten und sich beide in gewaltigen Lügen über Gott und die Menschen gründeten, eine weitere Ideologie hinzufügt: Die Gender-Ideologie, hinter der für ihn die Lüge des Teufels steht.

Der Papst etwa nannte diese Ideologie „dämonisch“ und auch für Bischof Laun ist sie es, denn die Gender-Ideologie „greift vor allem auch nach den Kindern und zerstört die Liebe zwischen Mann und Frau, die Familie“.

Teufel ist Meister der Lüge

Dann erklärt Bischof Laun, dass der Teufel ein Meister des Lügens ist und wie leicht es ist, dass Menschen auf Lügen hereinfallen. Im Reich Hitlers hat für ihn der Teufel behauptet, dass eine Rasse besser als die andere wäre und bei den Kommunisten bediente sich der Teufel der Lüge, dass durch die Enteignung alle Menschen gleich werden, „aber die Folgen waren in beiden Systemen Diktatur und Ströme von Blut“.

Unterschied von Mann und Frau keine Einbildung

Jetzt, mit Gender, lautet die Lüge: Es gibt nicht wirklich Mann und Frau, sondern: Dass die Menschen Frauen oder Männer sind, ist nur Einbildung, in Wirklichkeit sei dieser Unterschied eine Erfindung der Menschen selbst. Daher könne jeder Mensch selbst entscheiden, was er sein will, Mann oder Frau, und nur deswegen gibt es Männer und Frauen. Zu sagen, es gäbe sie wirklich, nennen die Ideologen abschätzig „Zwangsheterosexualität“. Besonders gefällt dem Teufel bei dieser Lüge, dass es irgendwie gestörte Männer und Frauen gibt, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren und damit seine Lüge zu bestätigen scheinen.

Genderideologen verachten den Leib

Falls man also, so Bischof Laun, diese Lüge ernst nehmen würde, „gäbe es eine menschliche Gesellschaft ohne den Unterschied von Mann und Frau“, denn dieser Unterschied kann ja laut Gender-Ideologie einfach beseitigt werden.

Darüber, dass nur Frauen Kinder gebären können, schweigen sie, aber sie behaupten immerhin, dass Männer genauso gut wie Frauen für Kinder sorgen können und dass daher auch Homosexuellen erlaubt sein müsse, Kinder zu adoptieren. In dieser Lüge steckt auch eine uralte Verachtung des Leibes, der angeblich keine wirkliche, keine bestimmende Bedeutung habe, nur Material wäre, mit dem Menschen machen können, was immer sie wollen und können.

Skurrile Dummheiten

Weiters erklärt er, dass diese Lüge deswegen schwer zu durchschauen ist, weil das Ganze derart verrückt ist, dass man es kaum glauben kann. Trotzdem beharren die Vertreter der Gender-Ideologie darauf, dass es zur Selbstbestimmung des Menschen gehört, zu entscheiden ob man Mann oder Frau sein will. Bischof Laun führt dann noch so skurrile Dummheiten an, wie das Vermeiden von Begriffen wie Vater und Mutter, die dann durch „Elter 1“ und „Elter 2“ ersetzt werden. Auch bringt er als weiteres Beispiel für den überall grassierenden Genderwahn „die Umrüstung von Verkehrszeichen auf männliche und weibliche Figürchen“.

Überall wird bereits gegendert

Dann kritisiert Bischof Laun Regierungen, die dieses Gendermainstreaming auch noch unterstützen, etwa durch Förderung von dementsprechenden Lehrstühlen.

Man hat Lehrstühle dafür errichtet, man zwingt Studenten und Schüler, Kurse zu machen und nur „gegenderte“ Prüfungsarbeiten abzugeben, man passt Formulare an, man passt die Sprache an, soweit dies geht.

Auch der Unfug, dass etwa das Geschlecht in Personalausweisen nicht mehr erwähnt werden soll, wird von ihm thematisiert, genauso wie der Wahnsinn, das „Transvestismus und Geschlechtsumwandlungen als denkbar und sogar wünschenswert“ gelten, was in folgenden mahnenden Worten seinen Ausdruck findet:

Liebe Gläubige, hinter der Gender-Ideologie steht die Lüge des Teufels, und auch diese Lüge bringt Unglück über die Menschen, wie alle seine Lügen im Lauf der Geschichte.

Bischof Laun wird sich auch weiter nicht den Mund verbieten lassen

Weihbischof Andreas Laun wird im Herbst 75 Jahre alt, was bedeutet, dass er als Bischof in den Ruhestand treten wird. Doch die Hoffnung, dass er dann schweigt, wird er den Gendermainstream-Jüngern und sonstigen Gesellschaftszerstörern nicht erfüllen (trotz etwaiger Klage-Drohungen der HOSI).

Er war auch der einzige hohe Repräsentant der österreichischen katholischen Kirche, der den Mut hatte, zu sagen, dass Alexander Van der Bellen in allen heiklen und gefährlichen Fragen (Lebensschutz, Gottesfrage, Gender) auf der falschen Seite stehe.

Bei Norbert Hofer hingegen meinte er, dass alles was man von ihm liest und hört, vernünftig und in Ordnung ist und dass für und nicht gegen Hofer spricht, „dass ihn die Linken hassen und mit ihrer erprobten „Nazikeule“ prügeln“.  Daher erklärte Bischof Laun damals, dass man „nur Hofer wählen“ kann (unzensuriert.at berichtete).

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Siehe ferner:

„Wir brauchen ein Lehrschreiben über Gender“: Kardinal Wim Eijk

„Als Mann und Frau erschuf er sie, er segnete sie und nannte sie Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden“ (Gen 5,1-2) Foto: Pixabay

Kardinal Willem Jacobus Eijk, Erzbischof von Utrecht, hat keine Zweifel: Es „braucht dringend“ ein Dokument des römischen Lehramts zur Gendertheorie.

Nicht, weil sich die Kirche nicht zum Thema geäußert hätte, sondern weil ein verständliches Dokument nötig isei, das diesem gewidmet ist, um den Menschen die Sicht der Kirche grundlegend zu erklären. Ein Dokument, dass dem Druck entgegenwirken kann, der zu diesem Thema von den großen internationalen Organisationen kommt.

In einem Interview haben Sie gesagt, es würde eine Enzyklika zur Gendertheorie brauchen. Denken Sie das immer noch?

Im November wurde ich in einem Interview gefragt, ob nicht ein Dokument des römischen Lehramtes zur Gendertheorie  nützlich wäre. Ich habe sofort Ja gesagt. Ich würde nicht sagen, dass es unbedingt eine Enzyklika sein muss. Es kann auch eine andere Art von Dokument sein, wie eine Instruktion von Seiten der Kongregation für die Glaubenslehre. Wichtig ist jedoch, dass es ein maßgebendes Dokument der Kirche zu dieser Theorie ist. Denn wir beobachten, dass internationale Organisationen viel Druck ausüben, diese Theorie einzuführen, vor allem auf dem Gebiet der Erziehung.

Glauben Sie, dass die Kirche das Thema der Gendertheorie unterschätzt hat?

Die Kirche hat sich viele Male zur Gendertheorie  geäußert. Der Heilige Vater, beispielsweise, unter Nummer 151 in der Enzyklika Laudato Si und auch im nachsynodalen apostolischen Schreiben Amoris Laetitia – aber nicht als zentrales Thema. Angemessen wäre hingegen ein Dokument, das sich auf das Thema der Gendertheorie  konzentriert. Die Leute brauchen das, denn sie hören davon in den Medien, in der Politik, in den Schulen, überall. Die Kirche ist vor allem auch gerufen, ihre Sicht darzubieten.

Was sind, ihrer Meinung nach, die Themen, die in einem eventuellen Lehramtsdokument hervogehoben werden sollten?

Man muss den Leuten klar machen, warum die Kirche die Gendertheorie  nicht akzeptiert. Gender bezeichnet eine soziale sexuelle Rolle der Frau und des Mannes. Diese Rollen werden in gewisser Weise als „austauschbar“ betrachtet und als abhängig von Kultur und Geschichte. Man kann über die Veränderung der sozialen Rolle von Mann und Frau diskutieren. Der Punkt ist jedoch, dass die Gendertheorie  impliziert, dass die Rolle des Mannes und der Frau komplett vom biologischen Geschlecht gelöst sei. Das ist unvereinbar mit der Sicht der Kirche zum Menschen, mit der Heiligen Schrift, die die Grundlage der Lehre ist.

Was ist die Sichtweise der Kirche?

Die Gendertheorie  basiert auf einer dualistischen Anthropologie, die die menschliche Person auf das menschliche Bewusstsein reduziert, bei der das Zentrum der rationalen Tätigkeit, der autonomen Entscheidungen und der typische menschlichen sozialen Fähigkeit im Gehirn liegt. Die Gendertheorie sieht den Körper als etwas Sekundäres an, als etwas der menschlichen Natur „Außerliches“, der nicht teilhat an der Würde der Person als solche. Sie sieht ihn nicht als intrinsischen Wert der Person. Die grundlegende Frage ist: Welchen Wert hat für mich der menschliche Körper? Eine Frage, die eine andere mit sich bringt: Welchen Wert hat das biologische Geschlecht? Für die Kirche ist das biologische Geschlecht in Einklang mit dem menschlichen Körper der menschlichen Natur intrinsisch. Es ist offensichtlich, dass die Gendertheorie  so der Sichtweise der katholischen Kirche entgegengesetzt ist. Die Sicht der Kirche kann man übrigens auch verstehen, wenn man sich auf die rein menschliche Vernunft gründet, mit philosophischen Argumenten, auch ohne Bezug auf die Offenbarung zu nehmen.

Worauf basiert die katholische Sichtweise?

Sie gründet in erster Linie auf der Heiligen Schrift. Gemäß der Schrift gehört der menschliche Leib wesentlich zum Menschen, er hat auch teil an der Würde der menschlichen Person. Wie Gaudium und Spes sagt: Wir sind „corpore ed anima unus.“ Wir besitzen eine materielle und eine spirituelle Dimension und beide sind für uns als menschliche Wesen essentiell. Darin können wir die Gendertheorie nicht akzeptieren. Wenn der Leib für die menschliche Person wesentlich ist, dann betrifft das auch das biologische Geschlecht.

Die Loslösung des Leibes von der menschlichen Person ist etwas, das man auch in den Forderungen der Befürworter von Abtreibung und Euthanasie beobachtet. Gibt es eine Eskalation bei diesem Thema?

Da die Sicht der aktuellen Welt den Körper als etwas der menschlichen Person Extrinsisches ansieht und folglich als reines Mittel, das Wert hat je nach dem wie er ihm von der menschlichen Person beigemessen wird, wird dem Menschen das Recht gegeben, über den Leib in beträchtlicher Weise zu verfügen. Vielleicht in totaler Weise. Und die drastischste, radikalste Weise, über den Körper zu verfügen, sind die Euthanasie, die sogenannte Sterbehilfe, und die Beendigung des Lebens ohne Aufforderung durch die betroffene Person. Dabei verfügt man auf radikale Weise sogar über Leben und Tod.

Ist es daher dringend, diese Themen anzugehen?

Diese dualistische Anthropologie durchzieht die ganze Gesellschaft, sie hat Einfluss auf fast alle Bereiche des Denkens, einschließlich der medizinischen Ethik, und verändert die Art und Weise sich selbst zu sehen und wahrzunehmen. Daher ist er mehr als dringlich, die wahre Sicht des Menschen in dieser Welt darzustellen. Ansonsten werden wir den Weg verfehlen.

Es scheint, als würde die Kirche bei diesem Thema nicht wirklich gehört werden…

Ich möchte der Kirche oder dem Lehramt nichts vorwerfen, denn das römische Lehramt hat viele Dokumente veröffentlicht, es gibt viele wichtige Reden. Auch die Bischöfe tun das, was möglich ist. Auch die Priester. Aber die Medien nehmen den Geschichtspunkt der Kirche nicht auf. Es gibt eher eine gewisse Tendenz, sich auf Skandale zu konzentrieren. Die negativen Nachrichten ziehen die ganze Aufmerksamkeit an sich, und der Grund dafür ist in der heutigen Mentalität zu finden. Sobald, beispielsweise, ein Politiker etwas Negatives tut, auch wenn es eine kleine Sache ist, wird das als ein Skandal gewertet und es kann ihn seinen Sitz im Parlament oder in der Regierung kosten. Wir leben in dieser Situation, die sehr angespannt ist und daher dazu führen kann, dass die Objektivität der Nachrichten in den Medien abhanden kommt.

Welche Verantwortung haben die Medien?

DieMedien haben die große Verantwortung, zu informieren. Wir hören viele Skandalnachrichten, wenig gute Nachrichten. Und die gibt es. Wenn wir uns nur von den Massenmedien leiten lassen, bekommen wir die Idee einer apokalyptischen Situation. Das ist nicht vernünftig. Von vielen negativen Nachrichten ist am nächsten Tag nichts mehr zu merken. Man muss die Nachrichten selektiv auswählen. Der größte Teil der Gesellschaft denkt, er sei autonom, aber letztendlich ist er das nicht. Die Soziologen sagen, dass es einen Konformismus in der Welt gibt, wie man ihn in der Vergangenheit nie gesehen hat.

Wie kann die Kirche also diese Schlacht gewinnen?

Es ist wichtig, dass die Kirche ihre eigenen Medien betreibt. In Holland, beispielsweise, sind die katholischen Zeitungen in den 60ern verschwunden, die Abonnentenzahlen waren ungenügend. Man muss klare Entscheidungen treffen und die katholischen Medien, die es noch gibt, unterstützen. Auch die Diözesen müssen attraktive Websites unterhalten, die up to date sind. Das ist nicht leicht, aber es ist möglich. Die Menschen, die noch glauben, suchen die Nachrichten, die von den Bischofskonferenzen und den Diözesen veröffentlicht werden.

Ist es wichtiger, die Wahrheit zu verbreiten, als konkret den Armen zu helfen,um zu evangelisieren?

Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Diejenigen, die nicht materiell arm sind, können spirituell sehr arm sein. Und wir müssen auch an jene denken, die spirituell arm sind, weil sie nie die Wahrheit gehört haben. Wir müssn versuchen, den Glauben an Christus so viel wie möglich zu verkünden. Das ist heute schwierig, denn die Kirche hat immer weniger Kräfte: weniger Priester, weniger Diakone, weniger Freiwillige als in der Vergangenheit. Aber durch die digitalen Medien gibt es auch mehr Möglichkeiten, die Menschen zu erreichen, als in Vergangenheit.

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Kardinal Müller: „Lateinamerika wird gedrängt, die Gender-Ideologie anzunehmen“

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller am 26. Dezember 2016. Foto: CNA/Paul Badde

Vor „dem Druck eines ideologischen Totalitarismus“ auf die Länder Lateinamerikas, der Entwicklungshilfe davon abhängig mache, Abtreibung und Gender-Ideologie zu akzeptieren, hat der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gewarnt.

Der kirchliche Würdenträger erhob diese Anklage in einem exklusiven Interview mit der italienischen Ausgabe von CNA, ACI Stampa, anlässlich seines Buches „Benedikt & Franziskus: Ihr Dienst in der Nachfolger Petri“.

„Die Staaten und die Gesellschaft Lateinamerikas sind, wie auch jene in Europa und Nordamerika, unter dem Druck eines neuen ideologischen Totalitarismus, der sich allen Ländern aufzwingen will, indem er die Entwicklungshilfe an die Akzeptanz seiner Postulate koppelt, wie es bei der Gender-Ideologie und dem freien Zugang zur Abtreibung geschieht, die ein Mord ist, der als Recht dargestellt werden soll. Das sind Bedrohungen, die die Fundamente der modernen Staaten schwächen“, mahnte Kardinal Müller.

Er betonte, dass Europa und Lateinamerika jedoch unterschiedliche Charakteristiken besäßen, die es ihnen erlauben würden, auf unterschiedliche Weise auf dieses Phänomen zu reagieren.

„In Europa hat sich die Demokratie besser entwickelt. In Lateinamerika hingegen wird ein Präsident gleichsam wie ein Idol betrachtet, das dazu bestimmt ist, alle Probleme zu lösen. Die Gesellschaft braucht Bildung. Es braucht Personen, die fähig sind, sich um das Gemeinwohl zu kümmern, nicht nur um ihre eigenen Kunden.“

„Andererseits verhindert der Klientelismus manchmal auch im Westen eine gute Entwicklung der Gesellschaft und eine angemessene Beziehung zum Staat. Es ist wichtig, darauf zu bestehen, dass Staat und Gesellschaft nicht [miteinander] identifiziert werden können. Wenn das geschieht, bedeutet es, dass sich ein neuer Totalitarismus bildet“, fügte er hinzu.

Während des Interviews mit CNA erinnerte Kardinal Müller daran, dass es „Aufgabe der Bischöfe und vor allem des Papstes sei, der einen besonderen Auftrag für die Einheit und die Wahrung des Glaubens hat“, die Bedrohungen anzuprangern, die der Gesellschaft von der Verbreitung bestimmter Ideologien totalitären Anspruchs kommen – konkret Ideologien wie die Gender-Theorie – dass es aber auch eine Verkörperung des Naturgesetzes sei.

Im Fall Lateinamerikas, sagte er, sei es nötig, dass die Kirche „ein prophetisches Zeugnis für eine würdige Entwicklung der Strukturen von Staat und Gesellschaft gebe.“

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Quelle

Kardinal wünscht sich Enzyklika zur Gender-Theorie

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Kardinal Willem Eijk, hier bei einer Sitzung in der vatikanischen Synodenhalle – L’Osservatore Romano

Die Verbreitung der Gender-Theorie wirft unter Katholiken so viele Fragen auf, dass eine Enzyklika zu diesem Thema „nötig werden könnte“. Das sagte der niederländische Kardinal Willem Eijk von Utrecht jetzt in einem Interview mit CNS. Das Lehramt sollte aus seiner Sicht mit einem hochrangigen Dokument dem von der Gender-Theorie hervorgerufenen Eindruck widersprechen, das Geschlecht sei eine Frage der persönlichen Entscheidung und nicht der Biologie.

Auch katholische Eltern akzeptieren es nach Eijks Beobachtung immer häufiger, wenn ihre Kinder ihr soziales Geschlecht („Gender“) ändern wollen. Das liege auch daran, „dass sie nichts Gegenteiliges hören“. Die Kirche habe die dringende Pflicht, an die Wahrheit ihrer Lehre zur Körperlichkeit des Menschen zu erinnern.

Der Kardinal von Utrecht erinnerte an Stellungnahmen gegen die Gender-Theorie von Papst Benedikt XVI. und dem jetzigen Papst Franziskus. Wörtlich sagte er: „Die Gender-Theorie verbreitet sich überall im Westen weiter, und wir sollten die Leute warnen“. Aus moraltheologischer Sicht sei „die Sache klar“: „Du hast kein Recht, dein Geschlecht auf diese Weise zu ändern“, so Eijk.

„Es ist wie mit Euthanasie und der Beihilfe zum Suizid“, fuhr er fort. Zunächst seien die Leute „unsicher“, aber mit der Zeit gewöhne man sich an die einschlägigen Praktiken. Eijk ist Moraltheologe und ausgebildeter Mediziner; der 63-Jährige arbeitete an der Universitätsklinik Amsterdam, bevor er Priester wurde.

Die Gender-Theorie ist ein Dachbegriff für verschiedene Theorien, die sich mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander beschäftigen sowie Diskriminierungen etwa von Frauen oder Homosexuellen sichtbar machen und aus dem Weg räumen wollen. Gemeinsam ist diesen Theorien, dass sie zwischen dem biologischen („sex“) und dem kulturellen Geschlecht („gender“) unterscheiden. Auswüchse des Gender-Denkens propagieren eine freie Wählbarkeit des kulturellen Geschlechts für jeden Menschen.

(cns 09.11.2016 sk)

Bischof Hanke unterstützt Bürgerinitiative zum Schutz von Ehe und Familie

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Die europäische Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ unterstützt der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Das teilt der Pressedienst der Diözese mit.

Mit seiner Unterschrift schließe sich der Bischof der Forderung nach einer EU-Verordnung an, mit der Ehe und Familie geschützt werden sollen.

Bischof Hanke betonte, dass auf dem christlichen Menschenbild auch ein entsprechendes Verständnis von Ehe und Familie aufgebaut ist:

„Heute wird in der Europäischen Union viel über die Förderung von Ehe und Familie geredet, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“.

Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ lädt europaweit ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen und so für den Schutz der Ehe und Familie einzutreten.

Neben anderen Bischöfen gehört auch Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, zu den Unterstützern. Die Initative wirbt auch in den Sozialen Medien für Unterschriften und Unterstützung.

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Das internationale Hilfswerk Kirche in Not hat einen Video-Aufruf zur Initiative veröffentlicht:

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EICHSTÄTT , 26 October, 2016 / 5:53 PM (CNA Deutsch).-