Kardinal Müller: „Lateinamerika wird gedrängt, die Gender-Ideologie anzunehmen“

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller am 26. Dezember 2016. Foto: CNA/Paul Badde

Vor „dem Druck eines ideologischen Totalitarismus“ auf die Länder Lateinamerikas, der Entwicklungshilfe davon abhängig mache, Abtreibung und Gender-Ideologie zu akzeptieren, hat der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gewarnt.

Der kirchliche Würdenträger erhob diese Anklage in einem exklusiven Interview mit der italienischen Ausgabe von CNA, ACI Stampa, anlässlich seines Buches „Benedikt & Franziskus: Ihr Dienst in der Nachfolger Petri“.

„Die Staaten und die Gesellschaft Lateinamerikas sind, wie auch jene in Europa und Nordamerika, unter dem Druck eines neuen ideologischen Totalitarismus, der sich allen Ländern aufzwingen will, indem er die Entwicklungshilfe an die Akzeptanz seiner Postulate koppelt, wie es bei der Gender-Ideologie und dem freien Zugang zur Abtreibung geschieht, die ein Mord ist, der als Recht dargestellt werden soll. Das sind Bedrohungen, die die Fundamente der modernen Staaten schwächen“, mahnte Kardinal Müller.

Er betonte, dass Europa und Lateinamerika jedoch unterschiedliche Charakteristiken besäßen, die es ihnen erlauben würden, auf unterschiedliche Weise auf dieses Phänomen zu reagieren.

„In Europa hat sich die Demokratie besser entwickelt. In Lateinamerika hingegen wird ein Präsident gleichsam wie ein Idol betrachtet, das dazu bestimmt ist, alle Probleme zu lösen. Die Gesellschaft braucht Bildung. Es braucht Personen, die fähig sind, sich um das Gemeinwohl zu kümmern, nicht nur um ihre eigenen Kunden.“

„Andererseits verhindert der Klientelismus manchmal auch im Westen eine gute Entwicklung der Gesellschaft und eine angemessene Beziehung zum Staat. Es ist wichtig, darauf zu bestehen, dass Staat und Gesellschaft nicht [miteinander] identifiziert werden können. Wenn das geschieht, bedeutet es, dass sich ein neuer Totalitarismus bildet“, fügte er hinzu.

Während des Interviews mit CNA erinnerte Kardinal Müller daran, dass es „Aufgabe der Bischöfe und vor allem des Papstes sei, der einen besonderen Auftrag für die Einheit und die Wahrung des Glaubens hat“, die Bedrohungen anzuprangern, die der Gesellschaft von der Verbreitung bestimmter Ideologien totalitären Anspruchs kommen – konkret Ideologien wie die Gender-Theorie – dass es aber auch eine Verkörperung des Naturgesetzes sei.

Im Fall Lateinamerikas, sagte er, sei es nötig, dass die Kirche „ein prophetisches Zeugnis für eine würdige Entwicklung der Strukturen von Staat und Gesellschaft gebe.“

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Quelle

Kardinal wünscht sich Enzyklika zur Gender-Theorie

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Kardinal Willem Eijk, hier bei einer Sitzung in der vatikanischen Synodenhalle – L’Osservatore Romano

Die Verbreitung der Gender-Theorie wirft unter Katholiken so viele Fragen auf, dass eine Enzyklika zu diesem Thema „nötig werden könnte“. Das sagte der niederländische Kardinal Willem Eijk von Utrecht jetzt in einem Interview mit CNS. Das Lehramt sollte aus seiner Sicht mit einem hochrangigen Dokument dem von der Gender-Theorie hervorgerufenen Eindruck widersprechen, das Geschlecht sei eine Frage der persönlichen Entscheidung und nicht der Biologie.

Auch katholische Eltern akzeptieren es nach Eijks Beobachtung immer häufiger, wenn ihre Kinder ihr soziales Geschlecht („Gender“) ändern wollen. Das liege auch daran, „dass sie nichts Gegenteiliges hören“. Die Kirche habe die dringende Pflicht, an die Wahrheit ihrer Lehre zur Körperlichkeit des Menschen zu erinnern.

Der Kardinal von Utrecht erinnerte an Stellungnahmen gegen die Gender-Theorie von Papst Benedikt XVI. und dem jetzigen Papst Franziskus. Wörtlich sagte er: „Die Gender-Theorie verbreitet sich überall im Westen weiter, und wir sollten die Leute warnen“. Aus moraltheologischer Sicht sei „die Sache klar“: „Du hast kein Recht, dein Geschlecht auf diese Weise zu ändern“, so Eijk.

„Es ist wie mit Euthanasie und der Beihilfe zum Suizid“, fuhr er fort. Zunächst seien die Leute „unsicher“, aber mit der Zeit gewöhne man sich an die einschlägigen Praktiken. Eijk ist Moraltheologe und ausgebildeter Mediziner; der 63-Jährige arbeitete an der Universitätsklinik Amsterdam, bevor er Priester wurde.

Die Gender-Theorie ist ein Dachbegriff für verschiedene Theorien, die sich mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander beschäftigen sowie Diskriminierungen etwa von Frauen oder Homosexuellen sichtbar machen und aus dem Weg räumen wollen. Gemeinsam ist diesen Theorien, dass sie zwischen dem biologischen („sex“) und dem kulturellen Geschlecht („gender“) unterscheiden. Auswüchse des Gender-Denkens propagieren eine freie Wählbarkeit des kulturellen Geschlechts für jeden Menschen.

(cns 09.11.2016 sk)

Bischof Hanke unterstützt Bürgerinitiative zum Schutz von Ehe und Familie

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Die europäische Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ unterstützt der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Das teilt der Pressedienst der Diözese mit.

Mit seiner Unterschrift schließe sich der Bischof der Forderung nach einer EU-Verordnung an, mit der Ehe und Familie geschützt werden sollen.

Bischof Hanke betonte, dass auf dem christlichen Menschenbild auch ein entsprechendes Verständnis von Ehe und Familie aufgebaut ist:

„Heute wird in der Europäischen Union viel über die Förderung von Ehe und Familie geredet, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“.

Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ lädt europaweit ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen und so für den Schutz der Ehe und Familie einzutreten.

Neben anderen Bischöfen gehört auch Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, zu den Unterstützern. Die Initative wirbt auch in den Sozialen Medien für Unterschriften und Unterstützung.

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Das internationale Hilfswerk Kirche in Not hat einen Video-Aufruf zur Initiative veröffentlicht:

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EICHSTÄTT , 26 October, 2016 / 5:53 PM (CNA Deutsch).-

Papst besucht katholische Kirche in Tiflis – Absage an Gendertheorie

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Papst Franziskus schrieb bei der Begegnung eifrig mit.

So wichtig auch der ökumenische Akzent bei dieser Reise ist, gerade angesichts aller Widrigkeiten: Franziskus’ Visite gilt natürlich auch den Katholiken. Auch wenn das nicht viele sind, gerade mal zwei Prozent der georgischen Bevölkerung, in Zahlen: 112.000 Menschen. In einer der zwei katholischen Kirchen der Hauptstadt Tiflis hat sich der Papst am Samstagnachmittag mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen getroffen – und dabei frei gesprochen, ohne vorbereiteten Redetext.

Es war fast eine familiäre Atmosphäre: Franziskus saß auf einem Stuhl vor dem Hauptaltar der kleinen Kirche und hörte zunächst einigen katholischen Georgiern zu, die aus ihrem Leben erzählten. Vom Kirchesein in der Minderheit war da viel die Rede; eine Frau namens Irina sprach das Thema der gemischten katholisch-orthodoxen Ehen an, und welche Probleme es aufwirft, wenn solche Ehen zerbrechen. „Ich weiß, dass Sie von uns erwarten, dass wir mit der Zeit eine Ortskirche werden, die ganz auf eigenen Füßen steht“, bemerkte ein Priesteramtskandidat, „doch der Weg dahin ist meiner Meinung nach noch ziemlich lang.“ Der Papst saß nach vorn gebeugt und schrieb eifrig mit. In den Bänken: ein paar hundert Menschen; in den Fensternischen Blumenschmuck.

Franziskus erzählte zunächst eine Anekdote von seinem Besuch in Armenien Ende Juni; da habe er mehrmals in der Menge eine einfache Frau aus Georgien gesehen, eine armenische Katholikin, die eigens nach Armenien gereist sei, um ihn zu sehen. „Fest im Glauben stehen – das ist das Zeugnis, das diese Frau uns gegeben hat. Sie glaubte an das Zeugnis, das Petrus von Jesus Christus abgelegt hat, und sie wollte Petrus sehen! Fest im Glauben sein bedeutet, die Fähigkeit zu haben, den Glauben von anderen zu empfangen und ihn an andere weiterzureichen.“ Glaube sei wie „frisches Wasser“; man dürfe ihn nicht „in einem Kasten verstecken“, sondern solle andere daran teilhaben lassen.

Das Nebeneinander vieler verschiedener christlicher Riten und Konfessionen nannte der Papst „einen schönen Fruchtsalat“. Dem Proselytismus bei orthodoxen Christen erteilte er eine klare Absage: „Wir sind Brüder, wir glauben an die Dreifaltigkeit! Wir sollten die Freundschaft untereinander pflegen, gemeinsam vorwärtsgehen, füreinander beten und gemeinsam karitative Hilfe anbieten. Das ist Ökumene! Aber nie verurteilen.“

Eindringlich sprach er von „dunklen Momenten“, die jeden Christen, auch die gottgeweihten, irgendwann einmal heimsuchten. „Was man in diesem Moment tun sollte, ist: Stehenbleiben und sich erinnern – erinnern an den Moment, in dem ich vom Heiligen Geist berührt wurde.“ Alle Menschen seien Sünder, auch Priester und Ordensleute, „aber die Barmherzigkeit Gottes ist viel größer als unsere Sünden“.

Bezogen auf Irina bemerkte der Papst: „Die Ehe ist das Schönste, das Gott geschaffen hat.“ Mann und Frau zusammen seien nach dem Zeugnis des Buches Genesis „als Ebenbild Gottes geschaffen“ worden. Er wisse, wie viele Schwierigkeiten es in einer Ehe geben könne; doch wer sich von seinem Partner scheiden lasse, der verletze in gewisser Weise Gott selbst, denn Gott habe doch das Zueinander von Mann und Frau als sein Ebenbild gewollt.

„Man muss alles unternehmen, um eine Ehe zu retten! Dass man in der Ehe streitet, ist ganz normal, das kommt vor. Da fliegen auch schon mal die Teller! Aber wenn es eine wahre Liebe ist, dann schließt man sofort wieder Frieden.“ Natürlich gebe es „Situationen, die etwas komplexer sind“, räumte Franziskus ein. „Aber wenn diese Versuchung kommt, dann bemüht euch sofort um Hilfe!“ Die katholischen Gemeinschaften sollten mithelfen, „Ehen zu retten“.

„Der große Feind der Ehe ist die Gendertheorie. Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören. Er wird nicht mit Waffen geführt, sondern durch ideologische Kolonisierung. Darum ist es wichtig, die Ehe vor diesen Kolonisierungen zu verteidigen!“

 

(rv 01.10.2016 sk)

Gegen den „religiösen Analphabetismus“ mit der Sprache des Verstandes, des Herzens und der Hände

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© PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Gespräch von Papst Franziskus mit den Bischöfen Polens

Papst Franziskus hatte während seines Besuchs in Krakau am 27. Juli 2016 eine längere Unterredung mit den Bischöfen Polens, die sich mit einigen Fragen an den Papst wandten. Der Inhalt der Unterredung wurde heute veröffentlicht.

Das erste Thema betraf die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft. Papst Franziskus erklärte, er sehe die größte Gefahr in der „Entchristianisierung“, d.h. in einem Leben ohne Christus. Ohne Christus werde die Kirche zur Waise. Das Gegenmittel sei die Nähe des Klerus zum Volk: Konkretheit, Nähe und Berührung, die Werke der Barmherzigkeit, das entspreche dem Evangelium. Wie ein Vater zuhören, den Jugendlichen Gehör schenken, wie Jesus unter das Volk gehen nannte Papst Franziskus Maßnahmen gegen die Säkularisierung und erinnerte an den wichtigen Beitrag der Großeltern, die unter dem Kommunismus in Polen den Glauben weitergegeben hätten. Es sei wichtig, eine Beziehung zwischen den Großeltern und Jugendlichen zu schaffen. Nähe schaffen und nahe sein gab Papst Franziskus als Rat.

Die nächste Frage zielte auf das Thema der Barmherzigkeit und wie sie gelebt werden solle in Zeiten sozialer Probleme und des Terrorismus. Papst Franziskus wiederholte, dass die Welt sich im Dritten Weltkrieg befinde. Geld und Ausbeutung stünden im Mittelpunkt des menschlichen Handelns. Der Reichtum befinde sich in den Händen einer ganz kleinen Elite. Der Rest der Menschheit leide unter Ausbeutung, Jugendarbeitslosigkeit, Korruption. Papst Franziskus sprach von einem „religiösen Analphabetismus“. Dieser müsse mit der Sprache des Verstandes, des Herzens und der Hände bekämpft werden.

Eine weitere Frage vertiefte das Leben in der Gemeinde. Die Gemeinde hält Papst Franziskus für einen unverzichtbaren Bestandteil des kirchlichen Lebens, da sie das Haus Gottes sei. Der Papst kritisierte Gemeinden, die sich nicht durch Hilfsbereitschaft, sondern Unfreundlichkeit gegenüber ihren Gemeindemitgliedern auszeichneten. Gemeindearbeit sei ermüdend, da der Pfarrer wie ein guter Hirte Mitglieder verschiedenen Alters und mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen betreuen müsse. Kirchliche Bewegungen könnten eine Ergänzung zur Gemeinde darstellen. Die Gemeinde sei und bleibe Bezugspunkt für die Gläubigen. Erfindungsgeist und die Menschen aufsuchen bezeichnete Papst Franziskus als grundlegend in der Gemeindearbeit.

Die nächste Fragestellung befasste sich mit dem Problem der Migration. Papst Franziskus erinnerte daran, dass sein Vater nach Argentinien emigriert sei und wandte ein, dass sich die Zeiten geändert hätten. Die Menschen flöhen heute vor Krieg, Ausbeutung und Hunger . Ursache seien die Korruption und Ideologien. Jedes Land solle christlich und großzügig entsprechend der eigen Möglichkeiten gegenüber den Flüchtlingen sein. Eine allgemeine Antwort gebe es nicht, da die Entscheidung vom Land und der Kultur abhänge. Papst Franziskus vertraut in die Kraft der Gebete und der Integration.

Papst Franziskus sprach die Ideologien an und kritisierte die Gender-Politik, die es erlaube, dass jeder sein Geschlecht selbst wähle. Der Papst zitierte Benedikt XVI. mit dem er das Thema jüngst besprochen hatte, der diese Ideologie als Sünde gegen den Schöpfer verstehe. Gott habe Mann und Frau geschaffen, wir hingegen täten das Gegenteil, erklärte Papst Franziskus.

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Quelle

Kirche in Not: GENDER-IDEOLOGIE – EIN LEITFADEN

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Glaubens-Kompass

… damit der Glaube lebt!

„Bald wird man nicht mehr behaupten dürfen, dass die Homosexualität – wie die katholische Kirche es lehrt – eine objektive Unordnung im menschlichen Leben darstellt.“ Diese Prophezeiung des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger vom 1. April 2005 hat bereits begonnen sich zu erfüllen.

Als im Winter 2012/2013 bis zu eine Million Menschen im sozialistischen Frankreich gegen die geplante Legalisierung der „Homo-Ehe“ auf die Straße gingen und ihren Protest u. a. mit einem bedruckten T-Shirt zum Ausdruck brachten, ging die Polizei gegen das Kleidungsstück und ihre Träger vor. Hemden wurden beschlagnahmt, Geldstrafen verhängt und einige T-Shirt-Träger sogar verhaftet. Doch welches strafwürdige Motiv war auf den Hemden abgedruckt? Es zeigte eine „traditionelle“ Familie, bestehend aus Vater, Mutter und zwei Kindern.

Unterschiede zwischen Mann und Frau einebnen 

Nicht nur in Frankreich haben sich viele Menschen gefragt, warum die friedlichen Demonstrationen gegen die Zerstörung der bislang gültigen familiären Ordnung so vehement von der französischen Regierung bekämpft wurden. Wer könnte ein Interesse daran haben, der Ehe von Mann und Frau ihren Status als einzige staatlich anerkannte Lebenspartnerschaft zu entziehen? Allein schon das Aufkommen dieser Frage zeigt, wie wenig bekannt jene geistige Strömung ist, die sich seit Jahrzehnten mit Macht dafür einsetzt, die Unterschiede zwischen Mann und Frau einzuebnen.

Hier geht es nicht um die feministische Forderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, die uneingeschränkte Unterstützung verdient. Die Zielsetzung lautet vielmehr: Die Verbindung von Mann und Frau ist als exklusives Ehemodell infrage zu stellen und stattdessen jedwede lebenspartnerschaftliche Beziehung als der Ehe gleichwertig anzuerkennen. Eine Lebenspartnerschaft zwischen zwei lesbischen Frauen, zwei schwulen Männern oder einem transsexuellen Mann, der sich als Frau fühlt, mit einer bisexuellen Frau, die sich zu beider- lei Geschlechtern hingezogen fühlt, habe demnach angeblich den gleichen Wert wie eine eheliche Verbindung von Mann und Frau.

Gender = soziales Geschlecht 

Die Weltanschauung, die solche Ideen verbreitet, heißt „Gender-Ideologie“, auch Genderismus genannt. „Gender“ ist ein englisches Wort und bedeutet „Geschlecht“. Gemeint ist nicht das biologische Geschlecht (englisch: sex), sondern das soziale Geschlecht, das nicht naturgegeben sei, sondern von menschlicher Gewohnheit festgelegt werde.

Gender-Ideologen sind davon überzeugt, dass es keine grundlegenden Unterschiede zwischen Mann und Frau gebe. Die Einteilung der Menschheit in einen männlichen und einen weiblichen Teil sei lediglich eine Erfindung patriarchaler Gesellschaften. Diese hätten festgelegt, welche Rollen die biologischen Geschlechter in der Gesellschaft zu spielen hätten und wie sie sich verhalten sollten. Im Hintergrund steht eine feministische Leitidee der französischen Philosophin Simone de Beauvoir aus dem Jahr 1947: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird dazu gemacht.“

Das tiefgreifende unterschiedliche Verhalten und Empfinden der Geschlechter ist also in den Augen der Genderisten nicht angeboren, sondern lediglich kulturell bedingt und anerzogen. Das Mann- oder Frausein sei angeblich keine natürliche Identität, sondern vielmehr eine von der Erziehung aufgezwungene Identität.

Mann und Frau seien auch nicht grundsätzlich aufeinander bezogen: Vielmehr habe jeder Mensch unabhängig von seinem biologischen Geschlecht eine „persönliche sexuelle Orientierung“, die heterosexuell, homosexuell (= schwul oder lesbisch), bisexuell, transsexuell oder intersexuell (= nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zuzuordnen) sein könne.

Menschen, die keine heterosexuelle Ausrichtung haben, werden häufig unter der aus dem Englischen stammenden Abkürzung LGBT zusammengefasst. Sie steht für „Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender“. Für die Genderisten gibt es keinerlei Geschlechtsidentitätsstörungen, sondern jegliche sexuelle Orientierung gilt ihnen als gleich gut und sollte daher auch ausgelebt werden.

Damit stellen die Vertreter der Gender-Ideologie Naturgesetze infrage, die seit Menschengedenken Gültigkeit haben, wonach die beiden biologischen Geschlechter aufeinander bezogen und zudem in der Lage sind, durch die Zeugung von Kindern das Leben weiterzugeben.

Gender-Mainstreaming 

Unter dem Schlagwort „Gender-Mainstreaming“ (= das Bemühen, Gender-Denken in der breiten Masse der Gesellschaft zu verankern) hat die Gender-Ideologie längst in der Politik Einzug gehalten. Um die Ideen des Genderismus in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu verbreiten, hat das Bundesfamilienministerium 2003 an der Berliner Humboldt-Universität sogar ein eigenes „Gender-Kompetenz-Zentrum“  gegründet.

Wegbereiter des Genderismus 

Die Verwendung des Begriffs „Gender“ an Stelle von „Geschlecht“ geht auf den neuseeländischen Psychologen John Money zurück. Der Vorreiter des Genderismus versuchte seit den 1950er-Jahren in den USA zu beweisen, dass die Erziehung – und nicht die Biologie – maßgeblich für die Ausprägung der Geschlechterrollen sei.

Der Begriff „Gender-Mainstreaming“ trat erstmals 1985 in Erscheinung: Damals diskutierten ihn die Teilnehmerinnen der 3. UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi. Auf der Folgekonferenz in Peking wurde er zehn Jahre später weiterentwickelt. Die EU erklärte im Amsterdamer Vertrag von 1997 Gender-Mainstreaming zu einer verbindlichen Aufgabe für alle ihre Mitgliedsstaaten. Ein Jahr später setzte sie eine eigene Richtlinie zur Umsetzung von Gender-Mainstreaming in Kraft.

Ziele des Genderismus 

Was sind die Ziele des Genderismus? Diese Ideologie möchte die völlige Auswechselbarkeit von Mann und Frau in allen Lebensbereichen erreichen. Geschlechterbezogene Rollenbilder sollen sich auflösen, da es keine spezifisch männlichen oder spezifisch weiblichen Fähigkeiten gäbe. Beide Geschlechter könnten vielmehr alle Aufgaben gleich gut erfüllen, seien also vollkommen austauschbar. Lediglich überholte kulturelle Klischees würden z. B. junge Männer daran hindern, in großer Zahl den Beruf des Erziehers zu ergreifen.

Ebenso würden z. B. viele junge Frauen den Beruf der Automechanikerin anstreben, wenn nur die Gesellschaft dies eher akzeptieren und ihr überkommenes Rollenverständnis des biologischen Geschlechts überdenken würde.

Als wichtigster Gradmesser für die Umsetzung der Gender-Ideologie gilt die Frage, wieweit Frauen ins Erwerbsleben eingestiegen sind und wie viel sie dabei noch vom Beschäftigungsumfang der Männer trennt. Dementsprechend ist jede Hausfrau und Mutter, die zum Wohl ihrer Familie auf eine berufliche Vollzeitbeschäftigung verzichtet, den Genderisten ein Dorn im Auge. So stellt die Europäische Kommission in ihrem „Strategiepapier 2010-2015 für die Gleichstellung von Frauen und Männern“ mit Bedauern fest:

„Frauen übernehmen nach wie vor einen übermäßig großen Anteil der Verantwortung für die Familie.“

Absurde Forderungen 

Manche Forderungen der Genderisten nehmen absurde Züge an. Mit der Begründung, dass es von vornherein kein objektives Geschlecht des Menschen gebe, sondern nur „kulturell bedingte Geschlechterrollen“, verlangen die Gender-Ideologen, dass jeder Mensch sein Geschlecht selbst auswählen solle. Es sei nur gerecht, wenn der Einzelne selber bestimme, ob er Mann oder Frau oder auch beides zugleich sein wolle.

Wie konsequent die Genderisten diesen Kurs verfolgen und wie weitreichend ihr Einfluss auf die Gesetzgebung bereits ist, zeigte eine irische Gesetzesinitiative zu Beginn des Jahres 2014: Demnach sollen Personen ab 16 Jahren das Recht haben, ihr Geschlecht frei zu wählen. Die Behörden müssten anschließend alle entsprechenden Dokumente (wie Geburtsurkunden, Pässe etc.) den Wünschen entsprechend ändern. Einzige Bedingung solle sein, dass die Eltern von minderjährigen Jugendlichen dem „angenommenen Geschlecht“ auch  zustimmen.

Neue Begriffe 

Ideologien, auch die Gender-Ideologie, führen gerne neue Begriffe oder Begriffsbedeutungen ein, da sich gesellschaftliche Veränderungen durch sprachliche Veränderungen leichter verwirklichen lassen. Ein Beispiel für eine solche sprachliche Neuschöpfung ist das Wort „Geschlechtervielfalt“: Dieser Begriff unterstellt, dass es neben „männlichen“ und „weiblichen“ noch weitere geschlechtliche Identitäten gäbe.

Die Genderisten wollen auf diesem Weg jedwede sexuelle Orientierung – wie zum Beispiel Homosexualität; die Pädophilie ist   in dieser Hinsicht zurzeit noch umstritten – als gesellschaftlich akzeptierte geschlechtliche Identität etablieren. So soll sich im allgemeinen Bewusstsein die Vorstellung festsetzen, dass es ein weites Spektrum sexueller Ausrichtungen gäbe, die allesamt völlig normal, gleichwertig und gleichberechtigt seien.

Eine andere Wortschöpfung der Genderisten ist der Begriff „Homophobie“ (= Feindseligkeit gegenüber Menschen mit gleichgeschlechtlicher Neigung). Sie setzen ihn gerne als Totschlag-Argument gegen Andersdenkende ein, die praktizierte Homosexualität nicht als natürliche Form menschlicher Geschlecht- lichkeit anerkennen.

Wem die Genderisten das Etikett „homophob“ verpasst haben, wird häufig von der Gesellschaft als jemand betrachtet, der rückständig ist und aus irrationalen Gründen andere diskriminiert. Ein Beispiel: Anfang 2014 wurde in Spanien Fernando Sebastián Kardinal Aguilar wegen Homophobie angezeigt. Sein „Vergehen“: Er hatte ausgeführt, dass er die homosexuelle Liebe für defizitär halte, weil sie aus eigener Kraft keine Nachkommen hervorbringen könne (was bekanntermaßen den biologischen Tatsachen entspricht). Homophobie ist in Spanien ein Straftatbestand, der mit Gefängnisstrafe geahndet werden kann.

Weitere Begriffe, denen die Gender-Ideologie eine neue bzw. abgewandelte Bedeutung gegeben hat, sind z. B. „Geschlechtergerechtigkeit“ (= Gleichstellung aller sozialen Geschlechter) oder auch „Geschlechtsidentität“ (= subjektives Zugehörigkeitsgefühl zu sozialen Geschlechtern).

Neue Bezeichnungen in der Verwaltungssprache

In der schweizerischen Hauptstadt Bern hat das Gender-Mainstreaming bereits die Verwaltungssprache reformiert. Personen werden hier grundsätzlich „geschlechtsabstrakt“ bezeichnet: Die „Fußgängerzone“ wurde zur „Flanierzone“, während „Vater“ oder „Mutter“ in öffentlichen Dokumenten zu „Elternteil 1“ und „Eltern- teil 2“ umgewandelt wurden.

Die Sprache der Genderisten verrät ihr eigentliches Ziel: Sie wollen das biologische Geschlecht abschaffen, die Zweigeschlechtlichkeit von Mann und Frau aufheben und stattdessen einer Vielfalt von Geschlechtern das Wort reden; sie wollen die Ehe von Mann und Frau lediglich als eine unter vielen anderen Möglichkeiten hinstellen, und sie wollen die Familie nicht mehr aus Blutsverwandten bestehen lassen, sondern aus sozialen Gebilden, losgelöst von der biologischen Abstammung. Letztlich kommt es dadurch zu einer großen allgemeinen Verunsicherung und Identitätsverwirrung bei den Einzelnen sowie zu einer tiefgreifenden Unordnung auch in den kleinsten  gesellschaftlichen Strukturen.

Noch nicht einmal vor der Heiligen Schrift macht die Ideologie halt. So gibt es seit 2006 eine Bibelübersetzung, die der „massiv patriarchalischen Welt“ der Bibel die Stirn bieten möchte. Aus  dem „Knaben“ wird dann beispielsweise das „männliche Kind“ (Lev 12,2). Diese Umschreibung ist den Übersetzern lieber, da sie die Geschlechtervielfalt berücksichtigt; denn während „Knabe“ nur ein Gegenstück kennt (nämlich Mädchen), lenkt das „männliche Kind“ zusätzlich den Blick auf das weibliche, schwule, lesbische, transsexuelle usw. Kind. Aufgrund der erweiterten Perspektive rühmt sich diese Übersetzung ihrer „Geschlechtergerechtigkeit“ und nennt sich daher „Bibel in gerechter Sprache“.

Auch in der allgemeinen Schreibweise hinterlässt der Genderismus seine Spuren. So heißt es beispielsweise in einer Pressemitteilung der Technischen Universität Dresden aus dem Jahr 2014: „Die sächsischen Student_innenvertretungen starten die Aktion „Lehrer_in werden in Sachsen.“ Der Unterstrich (= „Gender Gap“) weist darauf hin, dass es neben der männlichen und der weiblichen Spielart des Geschlechts (Lehrer, Lehrerin) auch noch weitere soziale Geschlechter gibt, die der Einfachheit halber nicht aufgeführt werden (schwule Lehrer, lesbische Lehrerinnen, transsexuelle Lehrer usw.).

Genderismus auf der politischen Agenda

Der Genderismus hat nicht nur in der Sprache aller westlichen Staaten Einzug gehalten, die Ideologie steht seit vielen Jahren auch auf der politischen Agenda des Westens. Bereits 1999 hat das Kabinett der Bundesrepublik Deutschland das Gender-Mainstreaming zum Leitprinzip der Regierungsarbeit gemacht. Damit war eine folgenschwere politische Maxime ohne vorausgehende öffentliche Diskussion eingeführt. Ein Jahr später wurde die ministerienübergreifende Arbeitsgruppe „Gender-Mainstreaming“ eingerichtet.

Bei ihrem Kampf für Vollzeitarbeit von Müttern zu Lasten eines geregelten Familienlebens haben die Genderisten große Erfolge erzielt. Wichtige Akteure bei diesem Bemühen sind sog. „Gleichstellungsbeauftragte“, auch „Frauenbeauftragte“ genannt. Mehr als 1900 Frauen erfüllen diese Aufgabe in deutschen Kommunalbehörden (Stand: 2014). Um Mütter und andere Frauen möglichst weitgehend in die Berufswelt eingliedern zu können, sind Gleichstellungsbeauftragte mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet: Sie haben Zutritt zu nahezu allen Gremien, dürfen Personalakten auch ohne Genehmigung der Betroffenen einsehen und haben bei jeder Stellenbesetzung ein Wort mitzureden.

Genderismus in der Bildungspolitik 

Nachdem die Gender-Ideologen die Beschäftigungspolitik bereits tiefgreifend umgestalten konnten, wollen sie nun auch in der Bildungspolitik neue Akzente setzen.

Das bekannteste Beispiel ist der Bildungsplan der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg, der ab 2015 für die allgemeinbildenden Schulen gelten soll. Diese Unterrichtsleitlinien folgen den Vorgaben des Gender-Mainstreamings. Demnach sollen die Schüler möglichst früh zu „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ erzogen werden. Die Kinder und Jugendlichen sollen lernen, dass die Verbindung von Mann und Frau nur eine von vielen gleichberechtigten Möglichkeiten sei, Sexualität zu leben. Auf diese Weise könne der Weg zu einer angeblich „vorurteilsfreien Gesellschaft“ geebnet werden. Dem Entwurf des Bildungsplans zufolge haben die traditionelle Ehe und Familie keinen herausgehobenen Wert mehr.

Angesichts der zahlreichen Kritiker des Bildungsplanentwurfs verwies das Kultusministerium von Baden-Württemberg auf den Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung: Darin habe man sich darauf geeinigt, sich für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben mit Heterosexuellen sowie für „Toleranz“ einzusetzen.

Auch der schwarz-rote Koalitionsvertrag der Bundesregierung äußert sich anerkennend zu gelebter Homosexualität. Wörtlich heißt es dort: „Wir wissen, dass in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Werte gelebt werden, die grundlegend für unsere Gesellschaft sind. (…) Wir verurteilen Homophobie (…) und werden entschieden dagegen vorgehen“ (Punkt 4.1).

Wissenschaftlicher Anstrich 

Der Genderismus gibt sich den Anstrich von Wissenschaftlichkeit. Als intellektuelle Leitfiguren gelten der französische Philosoph Michel Foucault († 1984) und die amerikanische Sprachwissenschaftlerin Judith Butler. In den letzten Jahrzehnten wurden allein in Deutschland mehr als 170 Professuren für Genderforschung eingerichtet, und die Zahl der Gender-Studien ist seither regelrecht explodiert.

Allerdings stellt die Genderforschung ihre angebliche „Wissenschaftlichkeit“ von vornherein selbst infrage, indem sie die Erkenntnisse der Naturwissenschaften vielfach ignoriert, allen voran die der Biologie, deren Forschungsergebnisse dem Konzept des Gender-Mainstreamings massiv widersprechen: Biologen konnten nachweisen, dass Männer und Frauen in bestimmten Bereichen grundverschieden sind. Jedes Geschlecht hat eigene Stärken und Schwächen.

Die strikte Weigerung der Genderisten, die Erkenntnisse einer naturwissenschaftlich orientierten (und nicht bloß sozial orientierten) Geschlechterforschung anzuerkennen, verdeutlicht, dass es sich beim Genderismus wirklich um eine Ideologie handelt: Ihre Vertreter arbeiten sogar darauf hin, Biologie als eigenständiges Unterrichtsfach abzuschaffen! Wenn sich die Pläne der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg durchsetzen, wird dort ab 2015 der Fächerverbund „Naturphänomene und Technik“ das traditionelle Schulfach Biologie in den Klassen 5 und 6 ablösen.

Das christliche Menschenbild 

Die Naturwissenschaften ziehen aus ihren Forschungsergebnissen eine Schlussfolgerung, die sich mit dem christlichen Menschenbild deckt: Mann und Frau ergänzen einander. Der maßgebliche Ausgangspunkt der christlichen Geschlechterlehre ist der biblische Schöpfungsbericht im Buch Genesis: Demnach schuf Gott Mann und Frau gleichermaßen als sein Ebenbild (vgl. Gen 1,26-27).

Aus diesem gemeinsamen Privileg ergeben sich mehrere Konsequenzen: Mann und Frau besitzen die gleiche personale Würde und sind daher gleichwertig und einander ebenbürtig; da Gott den Menschen aber „als Mann und Frau“ (Gen 1,27) schuf, sind die Geschlechter nicht einfach gleichartig: Gerade ihre Verschiedenheit bietet ihnen die Möglichkeit, einander zu ergänzen und mithilfe ihrer jeweiligen Fähigkeiten bei den verschiedenen Aufgaben optimal zusammenzuarbeiten. Weil Mann und Frau beide Gott als ihren gemeinsamen Ursprung haben, sind sie aber trotz ihrer Verschiedenheit eine Einheit.

Diese positive Sicht der menschlichen Geschlechtlichkeit hat die Glaubenskongregation 2004 in einem Dokument verdeutlicht, das den Titel trägt: „Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“.

Die Betrachtung der menschlichen Geschlechtlichkeit als „soziale Rolle“, die jeder selbst „frei wählen“ solle, entspringt letztlich einer atheistischen Sichtweise des Menschen: Sie blendet den Schöpfer aus, der jedem Menschen sein (weibliches oder männliches) Geschlecht zuteilt, damit dieser es als Gabe und Aufgabe empfange.

Auf die immer vehementer vorgetragenen Forderungen der Genderisten reagierten Ende 2013 drei europäische Bischofskonferenzen: Unabhängig voneinander verfassten die Bischöfe Portugals, der Slowakei und Polens eigene Hirtenbriefe, die vor der Gleichmacherei der Gender-Ideologie warnen. Anfang 2014 taten es ihnen die norditalienischen Bischöfe nach.

Dämonische Ideologie 

Gender-Mainstreaming beherrscht heute weitgehend die politische Agenda der westlichen Länder. Gleichzeitig wissen die meisten Bürger aber nicht, welche weitreichenden ideologischen Ziele sich unter dem Deckmantel von Wörtern wie „Gleichstellung“ und „Geschlechtergerechtigkeit“ verbergen.

Papst Franziskus brachte die Perversion des Genderismus auf den Punkt, als er beim Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe 2014 in Rom formulierte: „Die Gender-Ideologie ist dämonisch!“

Aufklärung vor dieser teuflischen Ideologie ist daher das Gebot der Stunde.

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Literaturhinweis: 

Gabriele Kuby

Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit Hardcover, 456 Seiten, 19,95 €,
ISBN 978-3-86357-032-3
Übersetzungen auf Polnisch, Kroatisch, Ungarisch, Slowakisch, Tschechisch.
Erhältlich im Buchhandel oder bei Fe-Medienverlag,
Tel.: 07563 – 92006, Fax: 07563 – 3381,
E-Mail: info@fe-medien.de

Titelbild:
Eine „traditionelle“ Familie aus Vater, Mutter und Kindern. Foto: Eric Ward

 

Ausgaben in dieser Reihe:

www.glaubenskompass.de

KIRCHE IN NOT ist ein weltweites katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das im Geist des Gebetes, der tätigen Liebe und der Evangelisierung überall dort hilft, wo die Kirche verfolgt oder bedrängt wird oder nicht genügend Mittel für die Seelsorge hat. Als pastorales Werk setzt sich KIRCHE IN NOT im Dienst der Neuevangelisierung für die Vertiefung und Stärkung des christlichen Glaubens ein, vor allem dort, wo dieser zu erlöschen droht.
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… damit der Glaube lebt!

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Siehe dazu auch:

Kardinal Sarah: Gender und IS sind die großen Gegenpole zur Familie

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Kardinal Raymond Leo Burke, links, spricht mit Kardinal Robert Sarah bei der Synode (2015)

Sarah bat in seinen Bischofssynodenstatement um mehr „Freiheit, Transparenz und Objektivität“ im Synodengeschehen und schlug dafür auch die Veröffentlichung von Zusammenfassungen sämtlicher Redebeiträge vor.

Vatikan (kath.net) „Ich fühle einen starken Wunsch, den Geist der Wahrheit und der Liebe anzurufen, der die Quelle der parrhesia [Freimut, Offenheit] im Reden und der Demut im Hören ist und der allein dazu fähig ist, wahre Harmonie in Pluralität zu schaffen.“ Mit diesem Satz begann Kurienkardinal Robert Sarah sein Statement in der Bischofssynode, wie Edward Pentin in seinem Blog berichtete. Sarah ist der Präfekt der Gottesdienstkongregation, er stammt aus Guinea/Afrika. Vor kurzem erschien sein vielbeachtetes Buch „Gott oder Nichts“. Mit dem Ausdruck „parrhesia“ knüpfte der Kardinal an mehrfache Aufforderungen von Papst Franziskus zur offenen Rede an.

Sarah äußerte „offen“, dass man in der Synode 2014 eine Tendenz dazu gesehen habe, sich von der Mentalität der säkularisierten Welt und des individualisierten Westens erweichen zu lassen. Eine Anerkennung von sogenannten „Lebenswirklichkeiten“ als einen Locus theologicus würde bedeuten, dass man die Hoffnung auf die verwandelnde Kraft des Evangeliums aufgeben würde. Außerdem machte er auf die Gefahr aufmerksam, dass manche der Gesprächsprozesse, die bei der Synode 2014 benutzt worden waren, vor allem darauf abzielten, „einige Randgruppen aus den reichsten Kirchen zu fördern“. Dies stehe aber im Widerspruch zu „einer armen Kirche“, die „ein freudiges, evangeliumsgemäßes und prophetisches Zeichen des Widerspruchs zur Weltlichkeit“ darstelle. Beispielsweise kritisierte Sarah, dass Themen wie die Gender-Ideologie ignoriert würden. Sarah bat um mehr „Freiheit, Transparenz und Objektivität“ im Synodengeschehen und schlug dafür auch die Veröffentlichung von Zusammenfassungen sämtlicher Redebeiträge vor.

Der Kurienkardinal drückte auch seine Hoffnung aus, dass sich die Bischofssynode nicht nur auf einige Pastoralthemen (etwa eine Möglichkeit des Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene) beschränken, sondern dem Heiligen Vater in der weltweiten Verkündigung klarer Wahrheiten helfen werde. Er sehe gegenwärtig „zwei unerwartete Herausforderungen (nahezu schon wie zwei ‚apokalyptische Tiere‘), die zwei Gegenpole darstellen“: der Götzendienst westlicher Freiheit und der islamische Fundamentalismus, „atheistischer Säkularismus kontra religiösem Fanatismus“. „Wir befinden uns, um einen Slogan zu benutzen, zwischen ‚Gender-Ideologie und IS‘“. Aus diesen beiden Polen erwüchsen die beiden Hauptbedrohungen für die Familie, auf der einen Seite „leichte und schnelle Scheidungen, Abtreibung“, Euthanasie, vertreten etwa durch die Gendertheorie, durch „Femen“, die LGBT-Lobby etc. Auf der anderen Seite stünde, so Sarah, die „Pseudofamilie im ideologisierten Islam, welche Polygamie, Abwertung der Frau, sexuelle Sklaverei, Kinderheirat“ etc. legitimiere.

Zwar müsse man alle Menschliche miteinschließen und willkommen heißen, doch was vom Feind komme, dass dürfe nicht assimiliert werden. Man könne nicht gleichzeitig Christus und Belial dienen. „Was im 20. Jahrhundert Nazi-Faschismus und Kommunismus gewesen waren, das sind heute westliche Ideologien über Homosexualität und Abtreibung sowie der Islamistische Fanatismus“.

Um den Gefahren von „Homogamie und Polygamie“ zu begegnen, müsse die Kirche das wahre Familienmodell der Monogamie in ehelicher Liebe, die offen ist für das Leben, furchtlos hervorheben und den Willen des Schöpfers für die Ehe „mit einem klaren und starken Wort des Obersten Lehramtes“ definitiv zu verkünden.

Zum vollen Text von Robert Kardinal Sarah in englischer Übersetzung siehe Edward Pentin – Cardinal Sarah: ISIS and Gender Ideology Are Like ‚Apocalyptic Beasts‘ (Der Wortlaut steht weiter unten).

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