„Der letzte aufrichtige Katholik“: Bischof Laun erklärt Gender-Ideologie zur Lüge des Teufels

Bischof Laun wird sich auch weiter nicht den Mund verbieten lassen. Foto: unzensuriert.at

Die HOSI (Homosexuelle Initiative) sieht Rot. Sie wirft einem „Herrn Laun“ vor,  einen Text verfasst zu haben, der „derart hetzerische und menschenrechtsverachtende Passagen und Vergleiche“ beinhaltet, „dass eine strafrechtliche Relevanz zu prüfen ist“.

Laun spricht Klartext zur Genderideologie

Bei dem „Herrn Laun“ handelt es sich um den Salzburger Weihbischof und Ordenspriester (der Oblaten des hl. Franz von Sales) Andreas Laun und bei dem Text um einen Hirtenbrief, den der Bischof auf dem Online-Magazin der römisch-katholischen Kirche kath.net veröffentlichte.

Dort warnt Andreas Laun mit größter Eindringlichkeit vor der Gender-Ideologie und nennt seine Worte dazu „Klartext“.

Einleitend schreibt er, dass es in seiner Diözese „vermutlich mehr Skorpione und Kamele als Christen und natürlich viele Muslime, die Jesus Christus leider noch nicht kennen“ gibt. Doch hegt er die Hoffnung, dass diesen „Hirtenbrief“ viele lesen und dadurch von den warnenden Stimmen des Papstes, vieler Kardinäle (etwa Kardinal Sarah) und Bischöfen der Weltkirche erreicht werden.

Gender-Ideologie ist Lüge des Teufels

Dann aber spricht Bischof Laun tatsächlich Klartext, wenn er zu den zwei teuflischen Ideologien, Nationalsozialismus und Kommunismus, die unendlich viel Leid über die Menschen brachten und sich beide in gewaltigen Lügen über Gott und die Menschen gründeten, eine weitere Ideologie hinzufügt: Die Gender-Ideologie, hinter der für ihn die Lüge des Teufels steht.

Der Papst etwa nannte diese Ideologie „dämonisch“ und auch für Bischof Laun ist sie es, denn die Gender-Ideologie „greift vor allem auch nach den Kindern und zerstört die Liebe zwischen Mann und Frau, die Familie“.

Teufel ist Meister der Lüge

Dann erklärt Bischof Laun, dass der Teufel ein Meister des Lügens ist und wie leicht es ist, dass Menschen auf Lügen hereinfallen. Im Reich Hitlers hat für ihn der Teufel behauptet, dass eine Rasse besser als die andere wäre und bei den Kommunisten bediente sich der Teufel der Lüge, dass durch die Enteignung alle Menschen gleich werden, „aber die Folgen waren in beiden Systemen Diktatur und Ströme von Blut“.

Unterschied von Mann und Frau keine Einbildung

Jetzt, mit Gender, lautet die Lüge: Es gibt nicht wirklich Mann und Frau, sondern: Dass die Menschen Frauen oder Männer sind, ist nur Einbildung, in Wirklichkeit sei dieser Unterschied eine Erfindung der Menschen selbst. Daher könne jeder Mensch selbst entscheiden, was er sein will, Mann oder Frau, und nur deswegen gibt es Männer und Frauen. Zu sagen, es gäbe sie wirklich, nennen die Ideologen abschätzig „Zwangsheterosexualität“. Besonders gefällt dem Teufel bei dieser Lüge, dass es irgendwie gestörte Männer und Frauen gibt, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren und damit seine Lüge zu bestätigen scheinen.

Genderideologen verachten den Leib

Falls man also, so Bischof Laun, diese Lüge ernst nehmen würde, „gäbe es eine menschliche Gesellschaft ohne den Unterschied von Mann und Frau“, denn dieser Unterschied kann ja laut Gender-Ideologie einfach beseitigt werden.

Darüber, dass nur Frauen Kinder gebären können, schweigen sie, aber sie behaupten immerhin, dass Männer genauso gut wie Frauen für Kinder sorgen können und dass daher auch Homosexuellen erlaubt sein müsse, Kinder zu adoptieren. In dieser Lüge steckt auch eine uralte Verachtung des Leibes, der angeblich keine wirkliche, keine bestimmende Bedeutung habe, nur Material wäre, mit dem Menschen machen können, was immer sie wollen und können.

Skurrile Dummheiten

Weiters erklärt er, dass diese Lüge deswegen schwer zu durchschauen ist, weil das Ganze derart verrückt ist, dass man es kaum glauben kann. Trotzdem beharren die Vertreter der Gender-Ideologie darauf, dass es zur Selbstbestimmung des Menschen gehört, zu entscheiden ob man Mann oder Frau sein will. Bischof Laun führt dann noch so skurrile Dummheiten an, wie das Vermeiden von Begriffen wie Vater und Mutter, die dann durch „Elter 1“ und „Elter 2“ ersetzt werden. Auch bringt er als weiteres Beispiel für den überall grassierenden Genderwahn „die Umrüstung von Verkehrszeichen auf männliche und weibliche Figürchen“.

Überall wird bereits gegendert

Dann kritisiert Bischof Laun Regierungen, die dieses Gendermainstreaming auch noch unterstützen, etwa durch Förderung von dementsprechenden Lehrstühlen.

Man hat Lehrstühle dafür errichtet, man zwingt Studenten und Schüler, Kurse zu machen und nur „gegenderte“ Prüfungsarbeiten abzugeben, man passt Formulare an, man passt die Sprache an, soweit dies geht.

Auch der Unfug, dass etwa das Geschlecht in Personalausweisen nicht mehr erwähnt werden soll, wird von ihm thematisiert, genauso wie der Wahnsinn, das „Transvestismus und Geschlechtsumwandlungen als denkbar und sogar wünschenswert“ gelten, was in folgenden mahnenden Worten seinen Ausdruck findet:

Liebe Gläubige, hinter der Gender-Ideologie steht die Lüge des Teufels, und auch diese Lüge bringt Unglück über die Menschen, wie alle seine Lügen im Lauf der Geschichte.

Bischof Laun wird sich auch weiter nicht den Mund verbieten lassen

Weihbischof Andreas Laun wird im Herbst 75 Jahre alt, was bedeutet, dass er als Bischof in den Ruhestand treten wird. Doch die Hoffnung, dass er dann schweigt, wird er den Gendermainstream-Jüngern und sonstigen Gesellschaftszerstörern nicht erfüllen (trotz etwaiger Klage-Drohungen der HOSI).

Er war auch der einzige hohe Repräsentant der österreichischen katholischen Kirche, der den Mut hatte, zu sagen, dass Alexander Van der Bellen in allen heiklen und gefährlichen Fragen (Lebensschutz, Gottesfrage, Gender) auf der falschen Seite stehe.

Bei Norbert Hofer hingegen meinte er, dass alles was man von ihm liest und hört, vernünftig und in Ordnung ist und dass für und nicht gegen Hofer spricht, „dass ihn die Linken hassen und mit ihrer erprobten „Nazikeule“ prügeln“.  Daher erklärte Bischof Laun damals, dass man „nur Hofer wählen“ kann (unzensuriert.at berichtete).

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Quelle

Siehe ferner:

„Wir brauchen ein Lehrschreiben über Gender“: Kardinal Wim Eijk

„Als Mann und Frau erschuf er sie, er segnete sie und nannte sie Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden“ (Gen 5,1-2) Foto: Pixabay

Kardinal Willem Jacobus Eijk, Erzbischof von Utrecht, hat keine Zweifel: Es „braucht dringend“ ein Dokument des römischen Lehramts zur Gendertheorie.

Nicht, weil sich die Kirche nicht zum Thema geäußert hätte, sondern weil ein verständliches Dokument nötig isei, das diesem gewidmet ist, um den Menschen die Sicht der Kirche grundlegend zu erklären. Ein Dokument, dass dem Druck entgegenwirken kann, der zu diesem Thema von den großen internationalen Organisationen kommt.

In einem Interview haben Sie gesagt, es würde eine Enzyklika zur Gendertheorie brauchen. Denken Sie das immer noch?

Im November wurde ich in einem Interview gefragt, ob nicht ein Dokument des römischen Lehramtes zur Gendertheorie  nützlich wäre. Ich habe sofort Ja gesagt. Ich würde nicht sagen, dass es unbedingt eine Enzyklika sein muss. Es kann auch eine andere Art von Dokument sein, wie eine Instruktion von Seiten der Kongregation für die Glaubenslehre. Wichtig ist jedoch, dass es ein maßgebendes Dokument der Kirche zu dieser Theorie ist. Denn wir beobachten, dass internationale Organisationen viel Druck ausüben, diese Theorie einzuführen, vor allem auf dem Gebiet der Erziehung.

Glauben Sie, dass die Kirche das Thema der Gendertheorie unterschätzt hat?

Die Kirche hat sich viele Male zur Gendertheorie  geäußert. Der Heilige Vater, beispielsweise, unter Nummer 151 in der Enzyklika Laudato Si und auch im nachsynodalen apostolischen Schreiben Amoris Laetitia – aber nicht als zentrales Thema. Angemessen wäre hingegen ein Dokument, das sich auf das Thema der Gendertheorie  konzentriert. Die Leute brauchen das, denn sie hören davon in den Medien, in der Politik, in den Schulen, überall. Die Kirche ist vor allem auch gerufen, ihre Sicht darzubieten.

Was sind, ihrer Meinung nach, die Themen, die in einem eventuellen Lehramtsdokument hervogehoben werden sollten?

Man muss den Leuten klar machen, warum die Kirche die Gendertheorie  nicht akzeptiert. Gender bezeichnet eine soziale sexuelle Rolle der Frau und des Mannes. Diese Rollen werden in gewisser Weise als „austauschbar“ betrachtet und als abhängig von Kultur und Geschichte. Man kann über die Veränderung der sozialen Rolle von Mann und Frau diskutieren. Der Punkt ist jedoch, dass die Gendertheorie  impliziert, dass die Rolle des Mannes und der Frau komplett vom biologischen Geschlecht gelöst sei. Das ist unvereinbar mit der Sicht der Kirche zum Menschen, mit der Heiligen Schrift, die die Grundlage der Lehre ist.

Was ist die Sichtweise der Kirche?

Die Gendertheorie  basiert auf einer dualistischen Anthropologie, die die menschliche Person auf das menschliche Bewusstsein reduziert, bei der das Zentrum der rationalen Tätigkeit, der autonomen Entscheidungen und der typische menschlichen sozialen Fähigkeit im Gehirn liegt. Die Gendertheorie sieht den Körper als etwas Sekundäres an, als etwas der menschlichen Natur „Außerliches“, der nicht teilhat an der Würde der Person als solche. Sie sieht ihn nicht als intrinsischen Wert der Person. Die grundlegende Frage ist: Welchen Wert hat für mich der menschliche Körper? Eine Frage, die eine andere mit sich bringt: Welchen Wert hat das biologische Geschlecht? Für die Kirche ist das biologische Geschlecht in Einklang mit dem menschlichen Körper der menschlichen Natur intrinsisch. Es ist offensichtlich, dass die Gendertheorie  so der Sichtweise der katholischen Kirche entgegengesetzt ist. Die Sicht der Kirche kann man übrigens auch verstehen, wenn man sich auf die rein menschliche Vernunft gründet, mit philosophischen Argumenten, auch ohne Bezug auf die Offenbarung zu nehmen.

Worauf basiert die katholische Sichtweise?

Sie gründet in erster Linie auf der Heiligen Schrift. Gemäß der Schrift gehört der menschliche Leib wesentlich zum Menschen, er hat auch teil an der Würde der menschlichen Person. Wie Gaudium und Spes sagt: Wir sind „corpore ed anima unus.“ Wir besitzen eine materielle und eine spirituelle Dimension und beide sind für uns als menschliche Wesen essentiell. Darin können wir die Gendertheorie nicht akzeptieren. Wenn der Leib für die menschliche Person wesentlich ist, dann betrifft das auch das biologische Geschlecht.

Die Loslösung des Leibes von der menschlichen Person ist etwas, das man auch in den Forderungen der Befürworter von Abtreibung und Euthanasie beobachtet. Gibt es eine Eskalation bei diesem Thema?

Da die Sicht der aktuellen Welt den Körper als etwas der menschlichen Person Extrinsisches ansieht und folglich als reines Mittel, das Wert hat je nach dem wie er ihm von der menschlichen Person beigemessen wird, wird dem Menschen das Recht gegeben, über den Leib in beträchtlicher Weise zu verfügen. Vielleicht in totaler Weise. Und die drastischste, radikalste Weise, über den Körper zu verfügen, sind die Euthanasie, die sogenannte Sterbehilfe, und die Beendigung des Lebens ohne Aufforderung durch die betroffene Person. Dabei verfügt man auf radikale Weise sogar über Leben und Tod.

Ist es daher dringend, diese Themen anzugehen?

Diese dualistische Anthropologie durchzieht die ganze Gesellschaft, sie hat Einfluss auf fast alle Bereiche des Denkens, einschließlich der medizinischen Ethik, und verändert die Art und Weise sich selbst zu sehen und wahrzunehmen. Daher ist er mehr als dringlich, die wahre Sicht des Menschen in dieser Welt darzustellen. Ansonsten werden wir den Weg verfehlen.

Es scheint, als würde die Kirche bei diesem Thema nicht wirklich gehört werden…

Ich möchte der Kirche oder dem Lehramt nichts vorwerfen, denn das römische Lehramt hat viele Dokumente veröffentlicht, es gibt viele wichtige Reden. Auch die Bischöfe tun das, was möglich ist. Auch die Priester. Aber die Medien nehmen den Geschichtspunkt der Kirche nicht auf. Es gibt eher eine gewisse Tendenz, sich auf Skandale zu konzentrieren. Die negativen Nachrichten ziehen die ganze Aufmerksamkeit an sich, und der Grund dafür ist in der heutigen Mentalität zu finden. Sobald, beispielsweise, ein Politiker etwas Negatives tut, auch wenn es eine kleine Sache ist, wird das als ein Skandal gewertet und es kann ihn seinen Sitz im Parlament oder in der Regierung kosten. Wir leben in dieser Situation, die sehr angespannt ist und daher dazu führen kann, dass die Objektivität der Nachrichten in den Medien abhanden kommt.

Welche Verantwortung haben die Medien?

DieMedien haben die große Verantwortung, zu informieren. Wir hören viele Skandalnachrichten, wenig gute Nachrichten. Und die gibt es. Wenn wir uns nur von den Massenmedien leiten lassen, bekommen wir die Idee einer apokalyptischen Situation. Das ist nicht vernünftig. Von vielen negativen Nachrichten ist am nächsten Tag nichts mehr zu merken. Man muss die Nachrichten selektiv auswählen. Der größte Teil der Gesellschaft denkt, er sei autonom, aber letztendlich ist er das nicht. Die Soziologen sagen, dass es einen Konformismus in der Welt gibt, wie man ihn in der Vergangenheit nie gesehen hat.

Wie kann die Kirche also diese Schlacht gewinnen?

Es ist wichtig, dass die Kirche ihre eigenen Medien betreibt. In Holland, beispielsweise, sind die katholischen Zeitungen in den 60ern verschwunden, die Abonnentenzahlen waren ungenügend. Man muss klare Entscheidungen treffen und die katholischen Medien, die es noch gibt, unterstützen. Auch die Diözesen müssen attraktive Websites unterhalten, die up to date sind. Das ist nicht leicht, aber es ist möglich. Die Menschen, die noch glauben, suchen die Nachrichten, die von den Bischofskonferenzen und den Diözesen veröffentlicht werden.

Ist es wichtiger, die Wahrheit zu verbreiten, als konkret den Armen zu helfen,um zu evangelisieren?

Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Diejenigen, die nicht materiell arm sind, können spirituell sehr arm sein. Und wir müssen auch an jene denken, die spirituell arm sind, weil sie nie die Wahrheit gehört haben. Wir müssn versuchen, den Glauben an Christus so viel wie möglich zu verkünden. Das ist heute schwierig, denn die Kirche hat immer weniger Kräfte: weniger Priester, weniger Diakone, weniger Freiwillige als in der Vergangenheit. Aber durch die digitalen Medien gibt es auch mehr Möglichkeiten, die Menschen zu erreichen, als in Vergangenheit.

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Quelle

Kardinal Müller: „Lateinamerika wird gedrängt, die Gender-Ideologie anzunehmen“

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller am 26. Dezember 2016. Foto: CNA/Paul Badde

Vor „dem Druck eines ideologischen Totalitarismus“ auf die Länder Lateinamerikas, der Entwicklungshilfe davon abhängig mache, Abtreibung und Gender-Ideologie zu akzeptieren, hat der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, gewarnt.

Der kirchliche Würdenträger erhob diese Anklage in einem exklusiven Interview mit der italienischen Ausgabe von CNA, ACI Stampa, anlässlich seines Buches „Benedikt & Franziskus: Ihr Dienst in der Nachfolger Petri“.

„Die Staaten und die Gesellschaft Lateinamerikas sind, wie auch jene in Europa und Nordamerika, unter dem Druck eines neuen ideologischen Totalitarismus, der sich allen Ländern aufzwingen will, indem er die Entwicklungshilfe an die Akzeptanz seiner Postulate koppelt, wie es bei der Gender-Ideologie und dem freien Zugang zur Abtreibung geschieht, die ein Mord ist, der als Recht dargestellt werden soll. Das sind Bedrohungen, die die Fundamente der modernen Staaten schwächen“, mahnte Kardinal Müller.

Er betonte, dass Europa und Lateinamerika jedoch unterschiedliche Charakteristiken besäßen, die es ihnen erlauben würden, auf unterschiedliche Weise auf dieses Phänomen zu reagieren.

„In Europa hat sich die Demokratie besser entwickelt. In Lateinamerika hingegen wird ein Präsident gleichsam wie ein Idol betrachtet, das dazu bestimmt ist, alle Probleme zu lösen. Die Gesellschaft braucht Bildung. Es braucht Personen, die fähig sind, sich um das Gemeinwohl zu kümmern, nicht nur um ihre eigenen Kunden.“

„Andererseits verhindert der Klientelismus manchmal auch im Westen eine gute Entwicklung der Gesellschaft und eine angemessene Beziehung zum Staat. Es ist wichtig, darauf zu bestehen, dass Staat und Gesellschaft nicht [miteinander] identifiziert werden können. Wenn das geschieht, bedeutet es, dass sich ein neuer Totalitarismus bildet“, fügte er hinzu.

Während des Interviews mit CNA erinnerte Kardinal Müller daran, dass es „Aufgabe der Bischöfe und vor allem des Papstes sei, der einen besonderen Auftrag für die Einheit und die Wahrung des Glaubens hat“, die Bedrohungen anzuprangern, die der Gesellschaft von der Verbreitung bestimmter Ideologien totalitären Anspruchs kommen – konkret Ideologien wie die Gender-Theorie – dass es aber auch eine Verkörperung des Naturgesetzes sei.

Im Fall Lateinamerikas, sagte er, sei es nötig, dass die Kirche „ein prophetisches Zeugnis für eine würdige Entwicklung der Strukturen von Staat und Gesellschaft gebe.“

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Quelle

Kardinal wünscht sich Enzyklika zur Gender-Theorie

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Kardinal Willem Eijk, hier bei einer Sitzung in der vatikanischen Synodenhalle – L’Osservatore Romano

Die Verbreitung der Gender-Theorie wirft unter Katholiken so viele Fragen auf, dass eine Enzyklika zu diesem Thema „nötig werden könnte“. Das sagte der niederländische Kardinal Willem Eijk von Utrecht jetzt in einem Interview mit CNS. Das Lehramt sollte aus seiner Sicht mit einem hochrangigen Dokument dem von der Gender-Theorie hervorgerufenen Eindruck widersprechen, das Geschlecht sei eine Frage der persönlichen Entscheidung und nicht der Biologie.

Auch katholische Eltern akzeptieren es nach Eijks Beobachtung immer häufiger, wenn ihre Kinder ihr soziales Geschlecht („Gender“) ändern wollen. Das liege auch daran, „dass sie nichts Gegenteiliges hören“. Die Kirche habe die dringende Pflicht, an die Wahrheit ihrer Lehre zur Körperlichkeit des Menschen zu erinnern.

Der Kardinal von Utrecht erinnerte an Stellungnahmen gegen die Gender-Theorie von Papst Benedikt XVI. und dem jetzigen Papst Franziskus. Wörtlich sagte er: „Die Gender-Theorie verbreitet sich überall im Westen weiter, und wir sollten die Leute warnen“. Aus moraltheologischer Sicht sei „die Sache klar“: „Du hast kein Recht, dein Geschlecht auf diese Weise zu ändern“, so Eijk.

„Es ist wie mit Euthanasie und der Beihilfe zum Suizid“, fuhr er fort. Zunächst seien die Leute „unsicher“, aber mit der Zeit gewöhne man sich an die einschlägigen Praktiken. Eijk ist Moraltheologe und ausgebildeter Mediziner; der 63-Jährige arbeitete an der Universitätsklinik Amsterdam, bevor er Priester wurde.

Die Gender-Theorie ist ein Dachbegriff für verschiedene Theorien, die sich mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander beschäftigen sowie Diskriminierungen etwa von Frauen oder Homosexuellen sichtbar machen und aus dem Weg räumen wollen. Gemeinsam ist diesen Theorien, dass sie zwischen dem biologischen („sex“) und dem kulturellen Geschlecht („gender“) unterscheiden. Auswüchse des Gender-Denkens propagieren eine freie Wählbarkeit des kulturellen Geschlechts für jeden Menschen.

(cns 09.11.2016 sk)

Bischof Hanke unterstützt Bürgerinitiative zum Schutz von Ehe und Familie

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Die europäische Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ unterstützt der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Das teilt der Pressedienst der Diözese mit.

Mit seiner Unterschrift schließe sich der Bischof der Forderung nach einer EU-Verordnung an, mit der Ehe und Familie geschützt werden sollen.

Bischof Hanke betonte, dass auf dem christlichen Menschenbild auch ein entsprechendes Verständnis von Ehe und Familie aufgebaut ist:

„Heute wird in der Europäischen Union viel über die Förderung von Ehe und Familie geredet, aber jeder versteht darunter etwas anderes. Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter und Kind“ möchte Ehe und Familie europaweit so definieren, dass sie mit dem christlichen Menschenbild übereinstimmt: Ehe als Lebensbund von Mann und Frau, Familie als Gemeinschaft, die auf der Ehe basiert. Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“.

Die Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ lädt europaweit ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen und so für den Schutz der Ehe und Familie einzutreten.

Neben anderen Bischöfen gehört auch Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, zu den Unterstützern. Die Initative wirbt auch in den Sozialen Medien für Unterschriften und Unterstützung.

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Das internationale Hilfswerk Kirche in Not hat einen Video-Aufruf zur Initiative veröffentlicht:

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EICHSTÄTT , 26 October, 2016 / 5:53 PM (CNA Deutsch).-

Papst besucht katholische Kirche in Tiflis – Absage an Gendertheorie

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Papst Franziskus schrieb bei der Begegnung eifrig mit.

So wichtig auch der ökumenische Akzent bei dieser Reise ist, gerade angesichts aller Widrigkeiten: Franziskus’ Visite gilt natürlich auch den Katholiken. Auch wenn das nicht viele sind, gerade mal zwei Prozent der georgischen Bevölkerung, in Zahlen: 112.000 Menschen. In einer der zwei katholischen Kirchen der Hauptstadt Tiflis hat sich der Papst am Samstagnachmittag mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen getroffen – und dabei frei gesprochen, ohne vorbereiteten Redetext.

Es war fast eine familiäre Atmosphäre: Franziskus saß auf einem Stuhl vor dem Hauptaltar der kleinen Kirche und hörte zunächst einigen katholischen Georgiern zu, die aus ihrem Leben erzählten. Vom Kirchesein in der Minderheit war da viel die Rede; eine Frau namens Irina sprach das Thema der gemischten katholisch-orthodoxen Ehen an, und welche Probleme es aufwirft, wenn solche Ehen zerbrechen. „Ich weiß, dass Sie von uns erwarten, dass wir mit der Zeit eine Ortskirche werden, die ganz auf eigenen Füßen steht“, bemerkte ein Priesteramtskandidat, „doch der Weg dahin ist meiner Meinung nach noch ziemlich lang.“ Der Papst saß nach vorn gebeugt und schrieb eifrig mit. In den Bänken: ein paar hundert Menschen; in den Fensternischen Blumenschmuck.

Franziskus erzählte zunächst eine Anekdote von seinem Besuch in Armenien Ende Juni; da habe er mehrmals in der Menge eine einfache Frau aus Georgien gesehen, eine armenische Katholikin, die eigens nach Armenien gereist sei, um ihn zu sehen. „Fest im Glauben stehen – das ist das Zeugnis, das diese Frau uns gegeben hat. Sie glaubte an das Zeugnis, das Petrus von Jesus Christus abgelegt hat, und sie wollte Petrus sehen! Fest im Glauben sein bedeutet, die Fähigkeit zu haben, den Glauben von anderen zu empfangen und ihn an andere weiterzureichen.“ Glaube sei wie „frisches Wasser“; man dürfe ihn nicht „in einem Kasten verstecken“, sondern solle andere daran teilhaben lassen.

Das Nebeneinander vieler verschiedener christlicher Riten und Konfessionen nannte der Papst „einen schönen Fruchtsalat“. Dem Proselytismus bei orthodoxen Christen erteilte er eine klare Absage: „Wir sind Brüder, wir glauben an die Dreifaltigkeit! Wir sollten die Freundschaft untereinander pflegen, gemeinsam vorwärtsgehen, füreinander beten und gemeinsam karitative Hilfe anbieten. Das ist Ökumene! Aber nie verurteilen.“

Eindringlich sprach er von „dunklen Momenten“, die jeden Christen, auch die gottgeweihten, irgendwann einmal heimsuchten. „Was man in diesem Moment tun sollte, ist: Stehenbleiben und sich erinnern – erinnern an den Moment, in dem ich vom Heiligen Geist berührt wurde.“ Alle Menschen seien Sünder, auch Priester und Ordensleute, „aber die Barmherzigkeit Gottes ist viel größer als unsere Sünden“.

Bezogen auf Irina bemerkte der Papst: „Die Ehe ist das Schönste, das Gott geschaffen hat.“ Mann und Frau zusammen seien nach dem Zeugnis des Buches Genesis „als Ebenbild Gottes geschaffen“ worden. Er wisse, wie viele Schwierigkeiten es in einer Ehe geben könne; doch wer sich von seinem Partner scheiden lasse, der verletze in gewisser Weise Gott selbst, denn Gott habe doch das Zueinander von Mann und Frau als sein Ebenbild gewollt.

„Man muss alles unternehmen, um eine Ehe zu retten! Dass man in der Ehe streitet, ist ganz normal, das kommt vor. Da fliegen auch schon mal die Teller! Aber wenn es eine wahre Liebe ist, dann schließt man sofort wieder Frieden.“ Natürlich gebe es „Situationen, die etwas komplexer sind“, räumte Franziskus ein. „Aber wenn diese Versuchung kommt, dann bemüht euch sofort um Hilfe!“ Die katholischen Gemeinschaften sollten mithelfen, „Ehen zu retten“.

„Der große Feind der Ehe ist die Gendertheorie. Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören. Er wird nicht mit Waffen geführt, sondern durch ideologische Kolonisierung. Darum ist es wichtig, die Ehe vor diesen Kolonisierungen zu verteidigen!“

 

(rv 01.10.2016 sk)

Gegen den „religiösen Analphabetismus“ mit der Sprache des Verstandes, des Herzens und der Hände

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© PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Gespräch von Papst Franziskus mit den Bischöfen Polens

Papst Franziskus hatte während seines Besuchs in Krakau am 27. Juli 2016 eine längere Unterredung mit den Bischöfen Polens, die sich mit einigen Fragen an den Papst wandten. Der Inhalt der Unterredung wurde heute veröffentlicht.

Das erste Thema betraf die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft. Papst Franziskus erklärte, er sehe die größte Gefahr in der „Entchristianisierung“, d.h. in einem Leben ohne Christus. Ohne Christus werde die Kirche zur Waise. Das Gegenmittel sei die Nähe des Klerus zum Volk: Konkretheit, Nähe und Berührung, die Werke der Barmherzigkeit, das entspreche dem Evangelium. Wie ein Vater zuhören, den Jugendlichen Gehör schenken, wie Jesus unter das Volk gehen nannte Papst Franziskus Maßnahmen gegen die Säkularisierung und erinnerte an den wichtigen Beitrag der Großeltern, die unter dem Kommunismus in Polen den Glauben weitergegeben hätten. Es sei wichtig, eine Beziehung zwischen den Großeltern und Jugendlichen zu schaffen. Nähe schaffen und nahe sein gab Papst Franziskus als Rat.

Die nächste Frage zielte auf das Thema der Barmherzigkeit und wie sie gelebt werden solle in Zeiten sozialer Probleme und des Terrorismus. Papst Franziskus wiederholte, dass die Welt sich im Dritten Weltkrieg befinde. Geld und Ausbeutung stünden im Mittelpunkt des menschlichen Handelns. Der Reichtum befinde sich in den Händen einer ganz kleinen Elite. Der Rest der Menschheit leide unter Ausbeutung, Jugendarbeitslosigkeit, Korruption. Papst Franziskus sprach von einem „religiösen Analphabetismus“. Dieser müsse mit der Sprache des Verstandes, des Herzens und der Hände bekämpft werden.

Eine weitere Frage vertiefte das Leben in der Gemeinde. Die Gemeinde hält Papst Franziskus für einen unverzichtbaren Bestandteil des kirchlichen Lebens, da sie das Haus Gottes sei. Der Papst kritisierte Gemeinden, die sich nicht durch Hilfsbereitschaft, sondern Unfreundlichkeit gegenüber ihren Gemeindemitgliedern auszeichneten. Gemeindearbeit sei ermüdend, da der Pfarrer wie ein guter Hirte Mitglieder verschiedenen Alters und mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen betreuen müsse. Kirchliche Bewegungen könnten eine Ergänzung zur Gemeinde darstellen. Die Gemeinde sei und bleibe Bezugspunkt für die Gläubigen. Erfindungsgeist und die Menschen aufsuchen bezeichnete Papst Franziskus als grundlegend in der Gemeindearbeit.

Die nächste Fragestellung befasste sich mit dem Problem der Migration. Papst Franziskus erinnerte daran, dass sein Vater nach Argentinien emigriert sei und wandte ein, dass sich die Zeiten geändert hätten. Die Menschen flöhen heute vor Krieg, Ausbeutung und Hunger . Ursache seien die Korruption und Ideologien. Jedes Land solle christlich und großzügig entsprechend der eigen Möglichkeiten gegenüber den Flüchtlingen sein. Eine allgemeine Antwort gebe es nicht, da die Entscheidung vom Land und der Kultur abhänge. Papst Franziskus vertraut in die Kraft der Gebete und der Integration.

Papst Franziskus sprach die Ideologien an und kritisierte die Gender-Politik, die es erlaube, dass jeder sein Geschlecht selbst wähle. Der Papst zitierte Benedikt XVI. mit dem er das Thema jüngst besprochen hatte, der diese Ideologie als Sünde gegen den Schöpfer verstehe. Gott habe Mann und Frau geschaffen, wir hingegen täten das Gegenteil, erklärte Papst Franziskus.

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Quelle