Aufbruch in Augsburg – Raus aus den alten Strukturen!

„Ich wurde selbst gestärkt und ermutigt durch die Tage in Augsburg.“

Gastkommentar über die #MEHR-Konferenz des Gebetshauses Augsburg

von Gabriele Kuby

Augsburg-München (kath.net) Seit zehn Jahren wird gebetet im Augsburger Gebetshaus an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden täglich. Bei Gott fängt alles klein an – ein kleines Häuflein junger Leute, die alles auf Gott gesetzt und einfach nur gebetet haben, hauptberuflich! Wagnisse für Gott mit reinem Herzen und großer Vision segnet Gott. Zehn Jahre später füllen 10.000 junge Leute die Kongresshalle von Augsburg, loben und preisen Gott und hören von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmittag zehn „Teachings“, wie man zu einem Jünger Jesu wird. Sieben davon hält Johannes Hartl, 38 Jahre alt, verheiratet, vier Kinder, promovierter Theologe. Schmal, wie er ist, mit kurz geschorenen Haaren, gestyltem Outfit, bunten Schnürsenkeln in den Turnschuhen und einer Sprache, die sich von hochdeutschen Gepflogenheiten nicht begrenzen lässt, gelingt es ihm, die zehntausend Menschen zu fesseln, sozusagen auf Duzfuß mit ihnen zu kommen. Johannes Hartl brennt für Gott und er entzündet für Gott.

Die Menschen sind durstig wie dürres lechzendes Land ohne Wasser, oft ohne zu wissen, wonach sie eigentlich dürsten. Dieser Durst wird kaum mehr gestillt in unseren Gemeinden, wo die ganze Botschaft unseres liebenden Gottes nur noch selten verkündet wird. Man müsse den Menschen entgegenkommen, ist die stereotype Rechtfertigung; aber dieses Entgegenkommen löscht das Feuer, das Jesus auf die Erde werfen will, durch Anpassung an den Zeitgeist. Etwa eine halbe Million Menschen pro Jahr finden das unerquicklich und verlassen die Kirchen. Kein Erschrecken, keine Umkehr, kein Aufbruch, statt dessen Verwalten der Existenzkrise.

Auch hier in Augsburg kommt man der jungen Generation entgegen mit poppiger, rockiger Lobpreismusik. Schon immer musste das Evangelium inkulturiert werden. Die Leute da abholen, wo sie sind. Wenn wir sie abholen, wo sie nicht sind, funktioniert es nicht. Seit Woodstock sind die Leute daran gewöhnt, ihren Körper rhythmisch unter Strom zu setzen und zwar laut, sehr laut. Dann fühlen sie sich lebendig. Gregorianische Musik würde einer Generation, die so geprägt ist, tot erscheinen. Also geht hier die Post ab mit Rock und Pop und Lightshow zum Lobpreis des Herrn.

Abholen heißt, ich gehe da hin, wo du bist, um dich auf einen Weg mitzunehmen. Abholen heißt nicht, ich komme zu dir ins Gefängnis und bleibe da. Wer abholt zu Gott, muss eine lebendige Beziehung zu Gott haben, er tritt in den Riss zwischen Gott und seinen geliebten Kindern, die kaum mehr etwas von ihm wissen. In den Teachings spricht Hartl biblischen Klartext. Er, dem das Bistum gerade bestätigt hat, dass er katholisch ist, hat Katholiken, Protestanten, Evangelikale vor sich. Ut unum sint ist ihm ein zentrales Anliegen, denn es war Jesu letzte Bitte an den Vater: „Sie sollen eins sein, wie wir eins sind, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinigen ebenso geliebt hast wie mich“ (Joh 17,22-23). Hartl will keine Universalkirche. Am Freitag gibt es eine katholische Messe mit dem päpstlichen Hofprediger Raniero Cantalamessa, der auch einen Vortrag über Heiligkeit durch die Gnade Jesu hält: Be holy to be happy, ist seine Botschaft. Am Samstag wird Abendmahl gefeiert, am Sonntag, dem Fest der Taufe Jesu, heilige Messe mit Weihbischof Wörner. Alle Sprecher wollen, dass wir unseren Glauben leben und offen sind für das Wirken des Heiligen Geistes, der allein die dogmatischen Gegensätze überwinden kann.

Allen Christen gemeinsam ist das Wort Gottes. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Mt 24,35). Darauf baut Hartl, wenn er über Vaterschaft redet und uns auffordert, den Status des Waisenkindes endlich zu überwinden, das nie genug kriegt, weil nie genug da war, und deswegen Ersatzstrategien der Selbstversorgung entwickelt, deren Kern die innere Leere ist. Nein, wir sind reich, wir haben einen Vater, „dem alle Ölquellen der Welt gehören“, der den Überfluss liebt und Feste mit uns feiert. Sechshundert Liter Wein beschert Jesus einer Hochzeitsgesellschaft, der der Wein ausgegangen ist; dem verlorenen Sohn eilt der Vater entgegen, kleidet ihn neu ein, erneuert den Bund mit einem Ring, zieht ihm Schuhe an, damit er laufen kann, und schlachtet das Mastkalb für ein Fest mit Musik und Tanz.

Die Selbsterkenntnis und innere Arbeit, die nötig sind, um den Waisenkindstatus abzulegen, Sohn zu werden und als Sohn Verantwortung zu übernehmen und Vater zu werden oder Mutter, ist für jeden Christen dieselbe, in welcher der christlichen Kirchen er seinen Weg auch gefunden haben mag. Hartl stört sich nicht daran, dass in der Bibel oft nur von Söhnen und nicht von Töchtern die Rede ist. Er müsse schließlich auch damit zurechtkommen, dass er als Mann Braut Christi sei.

„Lieben heißt, den anderen stehen lassen.“ Wer das als Absage an die Mission hört, hat den Satz missverstanden. Wieviel von unserem Eifern für die eigene Dogmatik hat seine Wurzeln in einem Sicherheitsbedürfnis, das danach verlangt, von den Mitmenschen bestätigt zu werden? Möge die Wahrheit leuchten, weil sie getan wird (Joh 3,31), und selbst der Magnet sein, der andere anzieht.

Ein gewaltiger Magnet ist in Vorbereitung in Augsburg: Mission Campus – „ein Ort der Hoffnung“. Die Baupläne liegen fertig auf dem Tisch für ein Trainingszentrum für Tausende. Sie sollen zuerst und vor allem beten lernen, denn dann kann Gott wirken – das ist für die Gebetshaus-Crew die überwältigende Erfahrung. Sie glaubt, „dass es Zeit ist für einen geistlichen Klimawandel in Europa“. Für dieses Projekt wird zu Spenden aufgerufen, Spenden, die ein echtes Opfer sind, nämlich mindestens 1000 Euro. Hier sind Söhne am Werk, keine Waisenkinder.

Hartl spricht über den „Duft der Hoffnung“ – nicht zu glauben, wie viel in der Bibel über Duft zu finden ist. Maria gießt es in verschwenderischer Fülle über Jesus aus, Judas, „der ein Dieb war“, nimmt daran Anstoß. Wir sollen Jesus nicht kleinlich lieben, kleinlich mit unserer Gebetszeit, kleinlich mit unserem Ja zu Gott, das nur in großherziger Hingabe zu einem Baum werden kann, in dem die Vögel nisten. Europe shall be saved, skandiert der Saal. Europa soll gerettet werden und es wird gerettet werden.

Die Hoffnung setzt Kraft frei, Kraft ein Held zu sein. In seinem letzten Vortrag „Erwecke den Helden“ ruft Hartl zum Kampf auf – kein Kampf gegen Menschen, kein Kampf für die Ersatzbefriedigungen von Waisenkindern, sondern Kampf der Söhne und Töchter Gottes für den Herrn. Die Essenz des Helden besteht darin, dass er wagt, den status quo zu durchbrechen, dann kommen die anderen nach. Die Bibel ist voll von Heldengeschichten, z. B. der von Ester, die mit einer Heldentat ihr Volk rettet: „Wenn ich umkomme, dann komme ich eben um (Est 4,16).“

Ich selbst wurde gestärkt und ermutigt durch die Tage in Augsburg, ermutigt zu „siegreichem Glauben“, der immer auf der eigenen Umkehr beruht. Die Bereitschaft zur Umkehr ist das, was Einheit stiftet und uns öffnet für die fortschreitende Erkenntnis der ganzen Wahrheit. Überall auf der Welt beruft Jesus heute, in der Bedrängnis unserer Zeit, Menschen zu seinen Jüngern, er stellt keine dogmatischen Vorbedingungen. Sie erkennen sich am Duft der Nachfolge und sie wollen die rettende Botschaft Jesu in die Welt bringen.

Es war laut in Augsburg. Wunderbar wäre es, wenn auch akustisch und visuell ein Weg beschritten würde, der zehntausend Menschen immer einmal wieder in die Stille führt – in die stille Anbetung, über die Raniero Cantalamessa in seiner Predigt gesprochen hat. Mein stärkster Eindruck auf dem Weltjugendtag in Rom im Jahr 2000 war die Erfahrung der Gegenwart Gottes, als ein Mönch mit der Monstranz in der Hand das Stadion abschritt – in völliger Stille. Eine solche Erfahrung überschreitet dogmatische Differenzen und eint. Auch die Augen können Ruhe finden, wenn ihnen Gelegenheit gegeben wird, auf große christliche Kunst zu blicken, etwa den Altarraum einer romanischen Kathedrale. Vielleicht könnte dann sogar ein gregorianischer Choral heilige Resonanz in den Herzen erzeugen.

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Quelle

Das Gebet ist die stärkste Kraft der Kirche

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Audienz für Pater Pio-Gebetsgruppen auf dem Petersplatz

Rom/Vatikanstadt. Unter großer öffentlicher Anteilnahme ist die Ganzkörperreliquie des italienischen Volksheiligen Pater Pio für einige Tage nach Rom gebracht worden. Der weitgehend erhaltene Leichnam wurde zuerst in der Kirche San Lorenzo fuori le mura und dann bis zum 11. Februar im Petersdom der Verehrung durch die Gläubigen dargeboten. Anlass ist das vom Papst ausgerufene »Jahr der Barmherzigkeit«, in dem er Katholiken besonders auf die Möglichkeit der Vergebung hinweisen will. Pater Pio besaß einen Ruf als herausragender Beichtvater und Seelenführer. Er zählt zu den populärsten Heiligen Italiens.

Gemeinsam mit dem Leichnam Pater Pios wurde auch der heilige Leopold Mandic´ (1866-1942) nach Rom gebracht, auch er Kapuziner und bekannter Beichtseelsorger.

Am 5. Februar hat Papst Franziskus die Pater Pio-Gebetsgruppen sowie Pilger der »Casa Sollievo della Sofferenza« und der Erzdiözese Manfredonia-Vieste-San Giovanni Rotondo auf dem Petersplatz in Audienz empfangen. In seiner Ansprache sagte der Heilige Vater:

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Herzlich heiße ich euch willkommen – ich sehe, dass ihr sehr zahlreich seid! – und danke Erzbischof Castoro für seine an mich gerichteten Worte. Mein Gruß gilt euch allen, die ihr aus verschiedenen Ländern und Regionen gekommen seid, vereint durch eine große Zuneigung und Dankbarkeit gegenüber dem heiligen Pater Pio aus Pietrelcina. Ihr seid ihm sehr dankbar, weil er euch geholfen hat, den Schatz des Lebens – das heißt die Liebe Gottes – zu entdecken und die Schönheit der Vergebung und der Barmherzigkeit des Herrn zu erfahren. Und das ist eine Wissenschaft, die wir jeden Tag lernen müssen, weil sie schön ist: die Schönheit der Vergebung und der Barmherzigkeit des Herrn.

Wir können zu Recht sagen, dass Pater Pio ein Diener der Barmherzigkeit war. Er war es in Vollzeit, da er teilweise bis zur Erschöpfung »das Apostolat des Zuhörens« praktizierte. Durch den Dienst der Beichte ist er zu einer lebendigen Liebkosung des Vaters geworden, der die Wunden der Sünde heilt und das Herz durch den Frieden erquickt. Der heilige Pater Pio wurde nie müde, die Menschen zu empfangen und sie anzuhören, Zeit und Kraft zu opfern, um den Wohlgeruch der Vergebung des Herrn zu verbreiten. Er konnte dies tun, weil er stets mit der Quelle verbunden war: er stillte seinen Durst unaufhörlich beim gekreuzigten Christus und wurde so ein Kanal der Barmherzigkeit. Er trug viele Menschen und viele Leiden in seinem Herzen und vereinte alles mit der Liebe Christi, der sich »bis zur Vollendung« (Joh 13,1) hingegeben hat. Er hat das große Geheimnis des aus Liebe aufgeopferten Schmerzes gelebt. So wurde sein kleiner Tropfen zu einem Strom der Barmherzigkeit, der viele ver­ödete Herzen getränkt und Oasen des Lebens in vielen Teilen der Welt geschaffen hat.

Ich denke an die Gebetsgruppen, die Pater Pio als »Saatbeete des Glaubens, Herdfeuer der Liebe« bezeichnet hat; nicht nur Begegnungszentren, um sich unter Freunden wohlzufühlen und etwas Trost zu finden, sondern Herdfeuer der göttlichen Liebe. Das sind die Gebetsgruppen! Denn das Gebet ist eine wahre Mission, die der ganzen Menschheit das Feuer der Liebe bringt. Pater Pio sagte, dass das Gebet »eine Kraft« ist, »die die Welt bewegt«. Das Gebet ist eine Kraft, die die Welt bewegt! Aber glauben wir daran? Es ist so. Probiert es aus! Das Gebet, so fügte er hinzu, »breitet das Lächeln und den Segen Gottes über jede Niedergeschlagenheit und Schwäche aus« (Zweiter Internationaler Kongress der Gebetsgruppen, 5. Mai 1966).

Das Gebet ist also nicht bloß eine gute Übung, um ein wenig Frieden im Herzen zu haben, und genauso wenig ist es ein frommes Mittel, um das, was wir brauchen, von Gott zu erlangen. Wenn dem so wäre, dann wäre es von einem subtilen Egoismus angeregt: Ich bete, damit es mir gut geht, so als würde ich ein Aspirin nehmen. Nein, so ist es nicht. Ich bete, um diese Sache zu erhalten. Aber das bedeutet, ein Geschäft zu machen. So ist es nicht. Das Gebet ist etwas anderes, es ist etwas anderes. Das Gebet ist ein Werk der geistlichen Barmherzigkeit, das alles zum Herzen Gottes bringen will. »Nimm du es, der du Vater bist!« Das wäre es, um es einfach auszudrücken. Beten bedeutet zu sagen: »Nimm du es, der du Vater bist! Blick du auf uns, der du Vater bist!« Es ist diese Beziehung zum Vater. So ist das Gebet. Es ist ein Geschenk des Glaubens und der Liebe, eine Fürbitte, die man genauso braucht wie das Brot. Mit einem Wort, es bedeutet: anvertrauen, das heißt dem Vater die Kirche anvertrauen, die Menschen anvertrauen, die Situationen anvertrauen – »Ich vertraue dir dies an« –, damit er dafür Sorge trägt. Daher ist das Gebet, wie Pater Pio gerne zu sagen pflegte, »die beste Waffe, die wir haben, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet«. Ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet: es ist ein einfacher Schlüssel. Das Herz Gottes ist nicht mit vielen Sicherheitsvorkehrungen »gepanzert«. Du kannst es mit einem gewöhnlichen Schlüssel öffnen, mit dem Gebet. Denn er hat ein liebevolles Herz, das Herz eines Vaters. Das Gebet ist die stärkste Kraft der Kirche, die wir nie aufgeben dürfen, denn die Kirche wird Frucht bringen, wenn sie so handelt wie Maria und die Apostel, die »einmütig im Gebet verharrten« (vgl. Apg 1,14), als sie den Heiligen Geist erwarteten. Ausdauernd und einmütig im Gebet. Andernfalls besteht die Gefahr, sich auf etwas anderes zu stützen: auf die Mittel, auf das Geld, auf die Macht; dann verschwindet die Evangelisierung, die Freude verlöscht und das Herz wird gelangweilt. Wollt ihr ein gelangweiltes Herz haben? [Nein!, antworten die Gläubigen auf dem Platz.] Wollt ihr ein frohes Herz haben? [Ja!] Betet! Das ist das Rezept.

Ich danke euch für euren Einsatz und ermutige euch, damit die Gebetsgruppen »Zentralen der Barmherzigkeit« sein mögen: stets offene und aktive Zentralen, die mit der demütigen Macht des Gebets der Welt das Licht Gottes und der Kirche die Energie der Liebe zukommen lassen. Pater Pio, der sich bloß »ein einfacher Ordensbruder, der betet« nannte, hat geschrieben, dass das Gebet »das höchste Apostolat ist, das eine Seele in der Kirche Gottes ausüben kann« (Briefe II,70). Sei stets frohe Apostel des Gebets! Das Gebet wirkt Wunder. Das Apostolat des Gebets wirkt Wunder.

Neben dem Werk der geistlichen Barmherzigkeit, den Gebetsgruppen, wünschte Pater Pio ein außerordentliches Werk der leiblichen Barmherzigkeit: die »Casa Sollievo della Sofferenza« [Haus zur Linderung des Leidens], das vor 60 Jahren eröffnet wurde. Er wünschte, dass es nicht nur ein hervorragendes Krankenhaus sein sollte, sondern ein »Tempel der Wissenschaft und des Gebets«. Denn »Menschen brauchen immer mehr als eine bloß technisch richtige Behandlung. Sie brauchen Menschlichkeit. Sie brauchen die Zuwendung des Herzens« (Benedikt XVI. Enzyklika Deus caritas est, 31). Und das ist sehr wichtig: die Krankheit heilen, aber vor allem sich des Kranken annehmen. Das sind zwei verschiedene Dinge, und beide sind wichtig: die Krankheit heilen, aber auch sich des Kranken annehmen. Es kann geschehen, dass sich die Wunden der Seele verschlimmern, während man die Wunden des Leibes behandelt. Denn sie heilen langsamer und sind oft schwerer zu heilen. Auch die Sterbenden, die zuweilen nicht bei Bewusstsein zu sein scheinen, nehmen am gläubigen Gebet in ihrer Nähe teil und vertrauen sich Gott und seiner Barmherzigkeit an. Ich erinnere mich an den Tod eines befreundeten Priesters. Er war ein Apostel, ein Mann Gottes. Aber er war seit langer, langer Zeit im Koma… Die Ärzte sagten: »Wir wissen nicht, wie er immer noch atmen kann.« Ein anderer befreundeter Priester betrat das Zimmer, näherte sich ihm und sprach zu ihm. Er hörte es. »Lass dich zum Herrn tragen. Lass es zu weiterzugehen. Hab Vertrauen, vertrau dich dem Herrn an.« Und mit diesen Worten ließ er in Frieden los. Viele Menschen, viele Kranke brauchen es, dass man Worte zu ihnen spricht, dass man ihnen Liebkosungen schenkt, die ihnen Kraft geben, die Krankheit weiter zu tragen oder dem Herrn entgegenzugehen. Sie brauchen es, dass man ihnen hilft, dem Herrn zu vertrauen. Ich bin euch und allen, die den Kranken mit Kompetenz, Liebe und lebendigem Glauben dienen, sehr dankbar. Bitten wir um die Gnade, die Gegenwart Jesu in den Kranken und Leidenden zu erkennen, so wie Pater Pio stets sagte: »Der Kranke ist Jesus.« Der Kranke ist Jesus. Er ist das Fleisch Christi.

Einen besonderen Wunsch möchte ich auch den Gläubigen aus der Erzdiözese Manfredonia-Vieste-San Giovanni Rotondo aussprechen. Der heilige Johannes Paul II. hat gesagt: »Wer sich nach San Giovanni Rotondo aufmachte, um an seiner Messe teilzunehmen, ihn um Rat zu bitten oder bei ihm zu beichten, erkannte in ihm ein lebendiges Abbild des leidenden und auferstandenen Christus. Im Gesicht von Pater Pio erstrahlte das Licht der Auferstehung« (Predigt zur Selig­sprechung von P. Pio da Pietrelcina, 2. Mai 1999; in: O.R. dt., Nr. 20, 14.5.1999, S. 7). Jeder, der in eure schöne Gegend kommt – Ich möchte gerne dorthin gehen! –, möge auch in euch ein Widerschein des himmlischen Lichtes finden! Ich danke euch und bitte vergesst nicht, für mich zu beten! Danke.

Wir wollen alle gemeinsam beten und an die Tür von Gottes Herz klopfen, der ein barmherziger Vater ist: Vater unser…

Und wir sind keine verwaiste Kirche: Wir haben eine Mutter. Beten wir zu unserer Mutter, beten wir zu unserer Mutter. Ave Maria…

(Orig. ital. in O.R. 7.2.2016)

Lourdes-Kapelle, Appenzell (Schweiz)

Lourdes-Kapelle, Appenzell (Schweiz)

Lourdes-Kapelle Appenzell – Hier findet an jedem dritten Dienstag des Monats, abends von 19 – 21 Uhr eine Sühneandacht des IMMACULATA-RINGS SANKT JOSEPH, APPENZELL, statt, in der Regel mit einer Heiligen Messe zelebriert von einem Priester der Petrusbruderschaft.