Die Botschaft von Marienfried auf Grund der Marienerscheinungen im Jahre 1946

Verfasserin: Maria Hepp

Erklärung

Die folgende Darstellung der Muttergotteserscheinungen in Ma­rienfried, Pfarrei Pfaffenhofen bei Neu-Ulm, entspricht genau den früheren Berichten des Ortsgeistlichen und der Seherin Barbara Rueß an das Bischöfliche Ordinariat in Augsburg.

Mit dieser Veröffentlichung will die Verfasserin dazu beitragen, daß der Auftrag der Mutter Gottes, ihre Botschaft an die Welt zu verbreiten, erfüllt werde. Im Gehorsam gegen das Dekret Papst Ur­ban VIII. erklärt die Verfasserin, daß sie für die hier dargestellten Geschehnisse nur rein menschliche Glaubwürdigkeit beansprucht. Sie will dabei dem endgültigen Urteil der katholischen Kirche, dem sie sich jederzeit vorbehaltlos unterstellt, in keiner Weise vorgreifen.

***

Es war im Jahre 1944. Der Krieg war in ein Sta­dium getreten, das auf ein schlimmes Ende schließen ließ. Da machte die Pfarrei Pfaffenhofen an der Roth, Kreis Neu-Ulm, der Muttergottes das Ge­lübde, ihr zum Dank eine Kapelle zu erbauen, wenn sie die Pfarrgemeinde in den Kriegsnöten beschützen würde. Die Pfarrei Pfaffenhofen durfte den Schutz Mariens erfahren und den Krieg glücklich überste­hen. Ein Jahr nach dem Kriegsende wollten Herr Pfarrer Humpf und seine Pfarrgemeinde die Erfül­lung des Gelübdes nicht mehr länger hinauszögern. Zunächst mußte nun der Ort für die versprochene Marienkapelle ausgesucht werden, da zwei Plätze für den Bau der Kapelle vorgeschlagen waren.

 

Erste Vision
am 25. April 1946

Am Donnerstag, den 25. April 1946, nachmittags 3 Uhr, ging Herr Pfarrer Humpf mit seiner Schwe­ster Anna und Fräulein Bärbel Rueß (damals 22 Jah­re) in den Wald, um sich beide Orte anzuschauen. Auf dem Weg zum zweiten Platz kamen sie auch auf die Entstehungsgeschichte von Wall­fahrtsorten zu sprechen, wobei Maria den von ihr gewünschten Platz oft durch ein Zeichen kenntlich gemacht hatte. Herr Pfarrer Humpf sprach dabei den Wunsch aus, daß auch ihnen ein Zeichen gege­ben werde. Sie beteten dann gemeinsam in diesem Anliegen den Rosenkranz und gingen unterdessen zum ersten Platz zurück, um hier mit der Rodungs­arbeit zu beginnen. Sie wollten hier an einem schön gewachsenen Baum, der inmitten von dichtem Ge­strüpp stand, ein Bildstöckchen anbringen, um so einen Anfang für die Kapelle zu machen. Die drei hatten noch nicht lange mit dem Roden begonnen, als Bärbel Rueß auf einmal sagte: „Es hat mich je­mand gerufen.“ Herr Pfarrer Humpf meinte, es sei vielleicht die kleine Schwester der Bärbel. Aber es war niemand zu sehen. Auf einmal ging Bärbel ins Gebüsch und rief Herrn Pfarrer Humpf zu: „Kom­men Sie doch und sehen Sie, was das für eine Frau ist!“ Herr Pfarrer Humpf kam herbei, konnte aber niemand erblicken. Er fand Bärbel im Gespräch mit jemand, den er nicht sehen konnte. Er hörte ihre Fra­gen: „Wer sind Sie denn eigentlich? . . . Woher wis­sen Sie das? … Das verstehe ich nicht.“ Herr Pfarrer Humpf und seine Schwester Anna begriffen allmählich, daß Bärbel wohl eine Vision habe. Die Frau verschwand wieder und Bärbel kehrte zu ihrer Arbeit zurück. Noch ein zweites und drittes Mal wurde sie gerufen und redete mit der Erscheinung. Sie fragte wieder: „Wer sind Sie denn? Woher wissen Sie denn das? Das verstehe ich nicht! Ja, das war vor 6 Jahren! So, das war der 13. Mai 1940, ein Pfingstmontag. Woher wissen Sie das alles?“ Dann verschwand die Erscheinung. Bär­bel war der festen Meinung, auch Herr Pfarrer Humpf und seine Schwester hätten die Frau gesehen und alles gehört. Als die beiden dies verneinten, war Bärbel ernstlich böse und sagte: „Ich werde doch wissen, was ich gesehen habe. Ich habe doch meine gesunden Sinne.“ Sie war ganz empört, weil beide behaupteten, nichts gesehen zu haben.

Als Herr Pfarrer Humpf Bärbel am anderen Tag fragte, was die Frau gesagt habe, antwortete sie: „Es sind Worte, die ich nicht verstehe:

„Dort, wo das meiste Vertrauen ist und wo man die Menschen lehrt, daß ich bei Gott alles kann, werde ich den Frieden verbreiten. Dann, wenn alle Menschen an meine Macht glauben, wird Friede sein. Ich bin das Zeichen des lebendigen Gottes. Ich drücke mein Zeichen meinen Kindern auf die Stirne. Der Stern wird mein Zeichen verfolgen. Mein Zeichen aber wird den Stern besiegen.“

Auf die Frage, wer sie denn sei, erhielt Bärbel die Antwort: „Wenn ich den Schleier nicht hätte, wür­dest du mich kennen.“ Beim Weggehen sagte die Frau noch:

„Der Friede Christi sei mit euch und mit allen, die hier beten.“

Darauf sagte Herr Pfarrer Humpf zu Bärbel, daß dies das begehrte Zeichen sei. Jetzt wisse er gewiß, daß hier die Kapelle stehen werde. Dann fragte er Bärbel, wer wohl die Frau gewesen sei. Sie sagte, sie wisse es nicht. Es sei dieselbe Frau, die sie schon im Jahre 1940 am 13. Mai auf dem Weg zum Wald ge­troffen habe. Damals habe die Frau sie den soge­nannten Immaculata-Rosenkranz gelehrt. Auf Bär­bels Frage, was das für ein Rosenkranz sei, habe sie gesagt: Statt der bekannten Rosenkranzgeheim­nisse werden folgende Anrufungen gebetet:

Durch deine Unbefleckte Empfängnis
rette unser Vaterland!

Durch deine Unbefleckte Empfängnis
schütze unser Vaterland!

Durch deine Unbefleckte Empfängnis
leite unser Vaterland!

Durch deine Unbefleckte Empfängnis
heilige unser Vaterland!

Durch deine Unbefleckte Empfängnis
regiere unser Vaterland!

Statt „Vaterland“ könne man auch eine andere Meinung einfügen. Herr Pfarrer Humpf sagte nun: „Diese Frau scheint mir die Muttergottes zu sein!“ Daraufhin war Bärbel ganz außer sich und wollte dies unter keinen Umständen gelten lassen.

 

Zweite Vision
am 25. Mai 1946

Am Morgen des 25. Mai wurde Bärbel vom Engel aufgefordert, an diesem Tag zum Erscheinungsort zu gehen. Der Engel kam öfters zu ihr, besonders am Morgen, und betete mit ihr. Er sagte ihr auch die Anliegen, für die sie beten sollte. Er nannte sich selbst den Engel der großen Gnadenvermittlerin. Bärbel bat nach der heiligen Messe Anna, mitzukom­men. Im Laufe des Vormittags aber sandte sie Anna ein Brieflein des Inhalts, sie gehe nicht nach Marien­fried, weil sie alles für eine schlimme Täuschung halte. Daraufhin mahnte Herr Pfarrer Humpf sie eindringlich, den Auftrag des Engels, dem sie bisher immer Folge geleistet habe, zu erfüllen. Sie komme sonst mit sich selbst in unheilvollen Widerspruch. Durch die ernsten Mahnungen ihres Pfarrers ließ Bärbel sich endlich schweren Herzens dazu bewegen.

* Dieser Ort wurde später „Marienfried“ genannt, weil die Mut­tergottes hier gesagt hatte: „Ich vermittle euch den Frieden Christi.“

Nach fünf Uhr nachmittags gingen beide hinaus nach Marienfried. Sie schmückten den Bildstock mit Blumen und beteten eine Zeitlang. Als Bärbels Vater dann mit dem Auto vorbeikam, sagte sie zu Anna: „Komm wir fahren heim.“ Anna wollte noch länger beten, und so blieben sie. Auf einmal sah Bärbel ne­ben dem Baum den Engel, wie er mit dem Finger auf die rechte Seite hinüber zeigte. Hier sah Bärbel wie­der die geheimnisvolle Frau stehen. Die Frau war ganz weiß gekleidet, hatte einen weißen Mantel an, ähnlich einem Umhang. Die Haare waren dunkel und in der Mitte gescheitelt, die Augen auch dun­kel. Es war so ein schönes Leuchten in ihren Augen, in ihrem ganzen Gesicht, so eine Klarheit, Reinheit und Güte, wie es Bärbel früher gar nicht so aufge­fallen war. Es war auf jeden Fall etwas an ihr, das Bärbel irgendwie anzog, das sie gleich gefangen nahm, und sie glaubte zum erstenmal, die Mutter des Heilandes vor sich zu haben. Bärbel rief aus: „Maria!“ Die Erscheinung sagte:

„Ja, ich bin die große Gnadenvermittlerin. Wie die Welt nur durch das Opfer des Sohnes beim Va­ter Erbarmen finden kann, so könnt ihr nur durch meine Fürbitte beim Sohne Erhörung finden. Chri­stus ist deshalb so unbekannt, weil ich nicht bekannt bin. Deshalb goß der Vater seine Zornesschale über die Völker aus, weil sie seinen Sohn verstoßen ha­ben. Die Welt wurde meinem Unbefleckten Herzen geweiht, aber die Weihe ist vielen zur furchtbaren Verantwortung geworden. Ich verlange, daß die Welt die Weihe lebt. Habt restloses Vertrauen auf mein Unbeflecktes Herz! Glaubt, daß ich beim Sohne alles kann! Setzt an die Stelle eurer sündigen Herzen mein Unbeflecktes Herz, dann werde ich es sein, die die Kraft Gottes anzieht, und die Liebe des Vaters wird Christus neu in euch zur Vollendung bilden. Erfüllt meine Bitte, damit Christus bald als Friedenskönig herrschen kann! Die Welt muß den Zornesbecher bis zur Neige trinken wegen der un­zähligen Sünden, wodurch sein Herz beleidigt wird. Der Stern des Abgrundes wird wütender toben denn je und furchtbare Verwüstungen anrichten, weil er weiß, daß seine Zeit kurz ist und weil er sieht, daß sich schon viele um mein Zeichen geschart haben. Über diese hat er keine Macht, wenn er auch den Leib vieler töten wird. Aber aus diesem für mich gebrachten Opfer erwächst meine Macht, die restliche Schar zum Sieg für Christus zu führen. Einige ließen sich mein Zeichen schon eindrücken, und es werden immer mehr werden. Euch, meinen Kin­dern, will ich sagen: Vergeßt in den blutigsten Ta­gen nicht, daß gerade dieses Kreuz eine Gnade ist und dankt dem Vater immer wieder für diese Gnade!

Betet und opfert für die Sünder! Opfert euch selbst und euer Tun durch mich dem Vater auf! Stellt euch restlos zu meiner Verfügung! Betet den Rosenkranz! Betet nicht so sehr um äußere Güter! Es geht heute um mehr. Erwartet auch keine Zeichen und Wun­der! Ich will im Verborgenen wirken als die große Gnadenvermittlerin. Den Frieden der Herzen will ich euch vermitteln, wenn ihr meine Bitten erfüllt. Nur auf diesem Frieden wird sich der Friede der Völker aufbauen können. Dann wird Christus als Friedenskönig über alle Völker herrschen. Sorge, daß mein Wille kund wird. Ich werde dir die nötige Kraft geben.“

Bärbel wandte ein: „Ich kann mir das nicht alles merken, weil ich ein schlechtes Gedächtnis habe.“ Die Erscheinung erwiderte ihr, sie solle Vertrauen haben. Zur rechten Zeit fände sie die rechten Worte wieder. Danach wurde Bärbel etwas gesagt, wovon sie nicht sprechen dürfe. Die Erscheinung sagte, daß sie dies als Geheimnis bewahren müsse: „Du weißt jetzt noch nichts damit anzufangen. Habe Vertrauen, ich werde dich führen. Du wirst es einmal verstehen.“ Zuletzt bekam sie noch den Auftrag, am Fest des hl. Abtes Wilhelm wiederzukommen.

Hinsichtlich des erteilten Auftrages sagte die Er­scheinung noch, daß der Teufel nach außen solche Macht bekommen werde, daß alle, die nicht fest in ihr gegründet seien, sich täuschen ließen, denn der Teufel wisse die Menschen zu blenden, daß sich so­gar die Besten täuschen ließen. Es werde eine Zeit kommen, da werde sie ganz allein stehen und furcht­bar verleumdet werden. Aber sie solle alles auf das Vertrauen gründen. Überall, wo die Menschen nicht auf ihr Unbeflecktes Herz vertrauten, habe der Teufel Macht. Wo aber die Menschen an die Stelle ihrer sündigen Herzen ihr Unbeflecktes Herz setzten, habe der Teufel keine Macht. Er werde jedoch ihre Kinder verfolgen. Sie würden verachtet werden, aber er könne ihnen nichts anhaben.

Als Bestätigung für die Wirklichkeit der Erschei­nung hieß diese Bärbel auf den Kellerberg (auf dem Weg von Pfaffenhofen nach Beuren) zu gehen: „Dort ist ein Mann in größter Not, dem sollst du helfen. Schicke ihn hierher, hier wird ihm geholfen werden. Es soll das Zeichen für dich sein, daß du keiner Täuschung unterliegst.“ Bärbel hatte sich am Morgen lange geweigert hinauszugehen, weil ihr der Gedanke gekommen war, das Ganze könne eine furchtbare Täuschung sein. Bezüglich dieses angst­vollen Zweifels am Morgen, sagte die Erscheinung zu ihr: „Schau, heute morgen habe ich dich ganz allein gelassen, da war meine Gnade nicht bei dir. Es wird noch oft so sein. Ich brauche Opfer. Die größten Gnaden müssen durch solche Leiden er­kauft werden.“

Zuerst hatte die Erscheinung eine ähnliche Gestalt wie am 25. April und behielt dieses einfache Aus­sehen bei, während sie redete. Nach dem Gespräch faltete sie die Hände. Nun fing der Engel, der da­beistand, an zu beten. Bärbel konnte sich nicht alle Anrufungen merken. Einige davon lauteten: „Wir­ke als Mutter der Gnaden. Wirke als dreimal wun­derbare Mutter dreimal wunderbare Gnaden . . . du Weg zum Frieden . . . du vertrauenswürdige Mutter … Rettung der Christenheit … Du große, du getreue, du aller Gnaden Vermittlerin!“ Bärbel antwortete immer: „Bitt‘ für uns!“

Bei diesem Gebet des Engels wurde die Erschei­nung unbeschreiblich schön, ganz licht und hell. Sie breitete die Hände aus. Das Licht, das zuerst nur in ihrem Gesicht zu sehen war, ergriff nun die ganze Gestalt. Einen ganz eigenen Glanz hatten die Augen. Über ihrem Haupte waren dreifach übereinander Strahlen, wie eine dreifache Krone. Als der Engel sein Gebet beendet hatte, sprach er zu Bärbel und Anna: „Kniet euch nieder.“ Darauf erhob die Mut­tergottes ihre Hand zum Segen, den sie nach Art des Priesters gab mit den Worten: „Ich vermittle euch den Frieden Christi im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Als die Erscheinung den Segen gab, wurde sie durchsichtig wie Kristall und noch heller als ein Lichtstrahl. Bärbel war von dem Glanz so geblendet, daß sie wegschauen mußte. Als sie wieder aufschau­te, war die Erscheinung verschwunden. Anna konn­te von der Erscheinung weder etwas sehen noch hören. Sie hatte nur die Fragen von Bärbel bei der Unterredung vernommen.

Darauf ging Bärbel an die von der Erscheinung bezeichnete Stelle und fand einen Menschen, der seiner Sprache nach ein Pole zu sein schien. Er sah ganz verstört aus und verbarg etwas unter seinem Gewand. Bärbel fragte ihn, wohin er gehe. Er antwortete: „In den Wald.“ Bärbel: Was verbirgst du unter deinem Gewand?“ Er: „Nichts!“ Bärbel: „Du hast einen Strick!“ Er: „Es ist so schwer, kannst du mir helfen?“ Bärbel: „Ich kann dir nicht helfen aber ich führe dich an einen Ort, wo dir geholfen wird.“ Sie führte ihn nach Marienfried. Da sagte er: „Ich weiß gar nicht, was mit mir los ist, daß ich mich auf einmal so beeinflussen lasse.“ Er blieb dann allein bei dem Bildstöckchen. Am Abend fanden Mädchen, die zum Bildstöckchen kamen, dort einen Strick hängen. Der arme Mann hatte hier Hilfe gefunden.

Dritte Vision
am 25. Juni 1946

Wie die Erscheinung am 25. Mai verlangt hatte, begaben sich Bärbel, Herr Pfarrer Humpf und seine Schwester Anna am Feste des hl. Abtes Wilhelm nach Marienfried. Es war halb sechs Uhr nachmittags. Unterwegs beteten sie den Rosenkranz. Anna schmückte das Bildstöckchen. Nachdem sie eine Zeitlang gebetet hatten, wollte Bärbel, wie das vorige Mal, auf einmal wieder heimgehen. Anna sagte des­halb zu ihr, es eile doch nicht so. Gleich darauf sah Bärbel die Erscheinung und rief aus: „Maria, wie schön bist du!“ Darauf begann die Frau zu reden:

„Ich bin die große Gnadenvermittlerin. Der Va­ter will, daß die Welt diese Stellung seiner Dienerin anerkennt. Die Menschen müssen glauben, daß ich als dauernde Braut des Heiligen Geistes die getreue Vermittlerin aller Gnaden bin. Mein Zeichen ist im Erscheinen. So will es Gott. Nur meine Kinder er­kennen es, weil es sich im Verborgenen zeigt, und geben dem Ewigen deswegen die Ehre. Meine Macht kann ich der großen Welt heute noch nicht offenbaren. Ich muß mich mit meinen Kindern zu­rückziehen. Im Verborgenen will ich Wunder an den Seelen wirken, bis die Zahl der Opfer voll ist. An euch liegt es, die Tage der Dunkelheit abzukür­zen. Euer Beten und Opfern wird das Bild des Tieres zertrümmern. Dann kann ich mich aller Welt offenbaren zur Ehre des Allmächtigen. Wählt euch mein Zeichen, damit der Dreieinige bald von allen angebetet und geehrt werde. Betet und opfert durch mich! Betet immer! Betet den Rosenkranz! Erbittet euch alles durch mein Unbeflecktes Herz beim Va­ter! Wenn es zu seiner Ehre gereicht, wird er es euch geben. Betet den Immaculata-Rosenkranz, den gnadenreichen Rosenkranz, wie ich ihn dir gezeigt habe. Erfleht in ihm nicht vergängliche Werte, son­dern erbittet Gnaden für einzelne Seelen, für eure Gemeinschaften, für die Völker, damit alle das gött­liche Herz lieben und ehren. Haltet den mir ge­weihten Samstag so, wie ich es gewünscht habe. Die Apostel und Priester sollen sich mir alle besonders weihen, damit die großen Opfer, die der Unerforsch­liche gerade von ihnen fordert, zunehmen an Heilig­keit und Wert, wenn sie in meine Hände gelegt wer­den.

Bringt mir viele Opfer! Macht euer Gebet zum Opfer! Seid uneigennützig! Es geht heute nur dar­um, daß dem Ewigen Ehre und Sühne werde. Wenn ihr euch restlos dafür einsetzt, will ich für alles an­dere sorgen. Meinen Kindern will ich Kreuze auf­laden, schwer und tief wie das Meer, weil ich sie in meinem geopferten Sohn liebe. Ich bitte euch, seid bereit zum Kreuztragen, damit bald Friede werde. Wählt euch mein Zeichen, damit dem Dreieinigen bald die Ehre wird!

Ich fordere, daß die Menschen meine Wünsche bald erfüllen, weil dies der Wille des himmlischen Vaters ist und weil es zu seiner größeren Ehre und Herrlichkeit heute und allezeit notwendig ist. Ein schreckensvolles Wehe verkündet der Vater denen, die sich seinem Willen nicht unterwerfen wollen!“

Die Erscheinung gab Bärbel den Auftrag, diese Botschaft bekannt zu machen. Sie sagte, daß dies ihre Botschaft an die Welt sei, und daß man die Menschen davon unterrichten müsse: „Ich will, daß es die Menschen so erfahren, wie ich es gesagt habe, Wort für Wort. Du kannst es dir merken.“ Bärbel fragte, wie man das machen solle. Die Erscheinung erwiderte, man solle den Menschen sagen, daß sie eine neue Botschaft an die Welt habe. Äußere Um­stände und Einzelheiten müßten nicht gesagt wer­den. Es ginge nur darum, daß die Menschen ihren Willen erfahren, der der Wille des Vaters sei. Die Geister würden sich an dieser Botschaft scheiden.

Eine große Schar werde daran Anstoß nehmen. Eine kleine Schar aber werde sie richtig verstehen und auswerten. Diese werde darin ihren Willen erkennen und sich freuen. Diese Schar habe ihre Stellung in der heutigen Zeit erkannt und ihr viel Freude ge­macht. In vielen Ländern habe diese Schar ihre Ver­treter und diese würden mitsorgen, daß ihre Bot­schaft verbreitet werde. Viele aus dieser Schar hät­ten ihre verborgenen Wunder schon sehen dürfen. Sie hätten erkannt, daß sie die „Wunderbare Mut­ter“ sei und gäben ihr unter diesem Titel die Ehre.

Dann folgte ein längeres Zwiegespräch zwischen der Erscheinung und Bärbel, welche allerlei Fragen stellte, die Herr Pfarrer Humpf und Anna ihr aufge­geben hatten. Sie bat die Erscheinung um ein äußeres Zeichen, damit die Menschen ihrer Botschaft Glau­ben schenken. Da erwiderte diese, daß sie erst dann Zeichen geben werde, wenn die Menschen ihren Wil­len erfüllen. Dann werde sie größere Wunder wir­ken denn je, und zwar Wunder an den Seelen. Sie habe schon so viele Zeichen gegeben und so oft zur Welt gesprochen, aber die Menschen hätten es nicht ernst genommen. Wegen der äußeren Zeichen seien große Massen gekommen, denen es aber nicht um das Wesentliche ging. Wir stünden vor einer Zeit, in der alle jene irre würden, die nur der sichtbaren Wunder wegen an sie glauben. Äußere Zeichen wür­den vielen nur zur größeren Verantwortung ge­reichen, da sie nicht die Folgerungen daraus ziehen würden.

Bärbel fragte dann, ob hier eine Kapelle gebaut werden solle. Die Erscheinung erwiderte: „Ich habe euren Wunsch erfüllt, haltet ihr euer Versprechen!“

Danach fragte Bärbel, welches Bild man für die Kapelle nehmen solle. Die Erscheinung wies auf das Bildstöckchen mit dem Bild der Dreimal wunder­baren Mutter und sagte, man solle dieses Bild neh­men, weil sich auch hier eine Schar gesammelt hätte, die vor diesem Bild schon viel gebetet und geopfert habe. Sie habe diese Opfer angenommen und sie wolle, daß noch viele Menschen zu diesem Bild ge­führt würden und als ihr geweihte Opfer ihr die Macht gäben, das Reich des Friedenskönig zu schaf­fen. Wenn diese Schar anfange, ihren Willen zu er­füllen, dann werde sie von hier aus die ersten und größten Wunder wirken. Sie werde das immer dort tun, wo die Menschen zuerst ihre Botschaft anerken­nen und befolgen. Die Wunder würden aber nur ihren Kindern sichtbar sein, weil sie sich im Ver­borgenen zeigen.

Die Erscheinung forderte Bärbel zum Beten auf:

„Meine Kinder müssen den Ewigen mehr loben und preisen und ihm danken. Dafür hat er sie ja erschaffen: Zu seiner Ehre!“

Für die Sünder solle viel gebetet werden. Deshalb sollen sich ihr viele zur Verfügung stellen, damit sie ihre Aufträge zum Beten geben könne. Es seien viele Seelen, die nur auf das Gebet ihrer Kinder warten. Sie sagte auch, daß man nach jedem Rosenkranz die Anrufungen: „Du große, du getreue, du aller Gna­den Vermittlerin“ beten solle.

Als die Erscheinung zu sprechen aufhörte, war plötzlich eine große Schar von Engeln um sie her. Sie hatten lange weiße Kleider an, knieten auf der Erde und verneigten sich tief. Sie beteten ein Preis­gebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit. Zuerst bete­ten sie ein Preisgebet zum Vater. Als das Gebet zu Ende war, forderte der Engel Bärbel auf, es nachzu­beten. Sie betete es nach. Nach dem Amen sprach der Engel: „Du große Gnadenvermittlerin.“ Bärbel ant­wortete: „Bitt für uns!“ Dann folgte ein Lobpreis auf den Sohn. Bärbel betete wieder nach. Auf die Anrufung: „Du getreue Gnadenvermittlerin“, ant­wortete Bärbel wieder: „Bitt für uns!“

In gleicher Weise folgte ein Lobpreis auf den Hei­ligen Geist mit der Anrufung: „Du aller Gnaden Vermittlerin“, worauf Bärbel antwortete: „Bitt für uns!“ Während Herr Pfarrer Humpf und seine Schwester bei der Zwiesprache Bärbels mit der Er­scheinung nichts vernahmen, sondern nur sahen, wie sie die Lippen bewegte, hörten sie Bärbel das Preisgebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit deutlich und in fließendem Rhythmus sprechen. Es lautete:

  1. Heil dir, ewiger Herrscher, lebendiger Gott, all­zeit Gewesener, furchtbarer und gerechter Richter, immer gütiger und barmherziger Vater! Dir wer­de neu und allezeit Anbetung, Lobpreis, Ehre und Herrlichkeit durch deine sonnengehüllte Tochter, unsere wunderbare Mutter!
  2. Heil dir, geopferter Gottmensch, blutendes Lamm, König des Friedens, Baum des Lebens, du unser Haupt, Tor zum Herzen des Vaters, ewig aus dem Lebenden Geborener, in Ewigkeit mit dem Seienden herrschend! Dir werde neu und allezeit Macht und Herrlichkeit und Größe und Anbe­tung und Sühne und Preis durch deine makellose Gebärerin, unsere wunderbare Mutter!
  3. Heil dir, Geist des Ewigen, allzeit Heiligkeit Strömender, seit Ewigkeit wirkend in Gott! Du Feuerflut vom Vater zum Sohn, du brausender Sturm, der du wehest Kraft und Licht und Glut in die Glieder des ewigen Leibes, du ewiger Lie­besbrand, gestaltender Gottesgeist in den Leben­den, du roter Feuerstrom vom Immerlebenden zu den Sterblichen! Dir werde neu und allezeit Macht und Herrlichkeit und Schönheit durch deine sternengekrönte Braut, unsere wunderbare Mutter!

Dann wurde Bärbel aufgefordert, mit der Er­scheinung den Immaculata-Rosenkranz zu beten. Die Erscheinung sagte immer „Amen“ und betete das „Ehre sei . . .“ ganz allein. Dabei verneigte sie sich tief, ebenso alle Engel. Dasselbe geschah beim Namen Jesu. Nach dem Rosenkranz gab die Erscheinung den Segen wie im Mai. Sie breitete die Hände zum Segen aus. Dabei sprach sie ein Gebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit, das sich Bärbel nicht wörtlich merken konnte. Sie betete für die Kirche, daß diese ihre Stellung anerkennen und den Willen des Vaters achten möge. Sie bat den Dreiei­nigen Gott, daß er die Kirche durch sie segne und den Frieden vermitteln möge.

Die Erscheinung war von Anfang an viel schöner und verklärter als im Mai. Sie war so gut und freundlich. In ihrem Gesicht lag etwas wie ein gro­ßer Schmerz. Sie klagte darüber, daß ihre Kinder sie verlassen und daß sie sie deswegen nicht zum Hei­land führen könne. Das sei für sie ein großer Schmerz. Als die Engelschar zu beten anfing, wurde die Er­scheinung noch viel schöner, ganz klar und licht. Die dreifache Strahlenkrone über ihrem Haupte war so hell und groß, daß sie den ganzen Himmel bedeckte. Als die Muttergottes den Segen gab, streckte sie die Hände aus wie der Priester vor der hl. Wandlung. Dabei sah Bärbel von ihren Händen lauter Strahlen ausgehen, die durch die Engel hindurchgingen und auch durch sie selbst und nach oben weiter zum Him­mel. Die Strahlen gingen dann auch von ihrer ganzen Gestalt aus und durchdrangen alles, was ringsum war, wie ein Sonnenstrahl durchs Fenster leuchtet. Die Erscheinung war ganz hell und durchsichtig gewor­den. Sie war so unbeschreiblich schön und rein. Bärbel hatte alles um sich herum vergessen. Sie wußte nur das eine, daß dies die Mutter des Heilandes war. Sie strahlte einen Glanz aus, der ungleich heller war als der Glanz der Sonne. Bärbel war wie geblendet, so daß sie ihre Augen abwandte. Und dann war auch schon die Erscheinung und mit ihr alles Helle und Schöne verschwunden.

Von den Visionen und den sie begleitenden Reden sahen und hörten Herr Pfarrer Humpf und seine Schwester Anna nichts, nicht einmal die Fragen von Bärbel. Sie hörten nur das Engelsgebet zur allerhei­ligsten Dreifaltigkeit, das Herr Pfarrer Humpf mit­stenographierte.

 


 

Nachwort

Die Pfarrei Pfaffenhofen hat den Segen ihres Kriegsgelübdes erfahren. Zum Dank für den Schutz Mariens in den Kriegsnöten hat sie ihr Gelübde erfüllt und die versprochene Marienkapelle im Jahre 1946/47 erbaut. Sie steht an der Stelle, die Maria selbst durch ihr Kommen angezeigt hat. Am 18. Mai 1947 wurde die Kapelle in Marienfried mit bischöflicher Genehmigung einge­weiht.

Seit der Einweihung kamen immer mehr Pilger aus der nähe­ren und weiteren Umgebung in dieses schwäbische Heiligtum der großen Gnadenvermittlerin. Wegen der besonderen Umstände von Marienfried mußte die Kapelle jedoch einen fast zwanzig­jährigen Ausnahmezustand ertragen. Im Jahre 1966 wurden vom zuständigen bischöflichen Ordinariat Augsburg die kirchlichen Einschränkungen aufgehoben. Die Kapelle Marienfried erhielt die Erlaubnis zur Meßfeier und zur Aufbewahrung des Aller­heiligsten.

Seit dem 24. Oktober 1966, dem Fest des hl. Erzengels Rapha­eI, ist der eucharistische Heiland in der Kapelle dauernd gegen­wärtig.

Am 4. Juni 1970, dem Vorabend des Herz-Jesu-Festes, wurde im Heiligtum Marienfried das furchtbare Sakrileg des Taber­nakelraubes verübt. Es sollte zugleich ein Schlag gegen die Gna­denstätte sein.

Am 25. Juni 1970, dem 24. Jahrestag der letzten Erscheinung, kam aus eigenem Antrieb ein Priester des Engelwerkes, Pater Michael Prader aus Scheffau/Tirol, um in der Kapelle Marien­fried eine Sühnemesse zu feiern. Mit vielen Pilgern trug er dem Heiland und der Muttergottes das Angebot vor: Als Antwort auf die Schändung und Entweihung des Heiligtums wollten sie den Bischof bitten, daß er hier eine Stätte der Anbetung und Sühne errichte, damit hier das erfüllt werde, was die Muttergottes selbst am 25. Juni 1946 gewünscht hatte: „Es geht heute nur dar­um, daß dem Ewigen Ehre und Sühne werde!“ Der Priester des Engelwerkes weihte bei der Sühnemesse die Kapelle Marienfried und ihre Umgebung feierlich den heiligen Engeln, damit sie das Heiligtum der großen Gnadenvermittlerin als ihr Heiligtum hü­ten und ihren König in der Ohnmacht des Brotes bewachen und verherrlichen.

Inzwischen ist in Marienfried eine kraftvolle Anbetungs- und Sühneströmung aufgebrochen, die sich immer mehr vertieft. Re­gelmäßig werden Anbetungsstunden und Sühnenächte gehalten. Viele Pilger legen bewußt ihre Leiden und Opfer der Gnaden­mittlerin als Gnadenkapital und als Sühnebeitrag in die Hände.

Ein Jahr nach der Kapellenschändung, im 25. Jubiläumsjahr der Erscheinung von Marienfried, erhielt die Kapelle einen Chor­anbau, einen neuen Altar und Tabernakel in Angleichung an das Heiligtum in Schönstatt. Die Einweihung des neuen Altares und des Choranbaus fand am 31. Mai 1971 statt, dem Patrozinium der Kapelle Marienfried, die den Titel der Dreimal Wunderba­ren Mutter und Königin von Schönstatt, der Vermittlerin aller Gnaden trägt.

Der ständig wachsende Pilgerzustrom nach Marienfried mach­te den Bau einer Wallfahrtskirche notwendig. Sie konnte 1972, im 25. Jubiläumsjahr der Einweihung der Kapelle Marienfried, in Fertigteilbauweise erstellt werden. Am 23. Juli 1972 wurde diese neue Wallfahrtskirche durch Weihbischof Rudolf Schmid aus Augs­burg eingeweiht. Im Bewußtsein der Sühnelast, die für immer auf Marienfried liegt, erhielt der Grundstein die Inschrift: Ehre —Sühne — Friede. Der renovierte frühere Altar der Marienfried­kapelle mit dem lieb gewordenen Gnadenbild und derselbe sym­bolreiche Tabernakel wie der vor zwei Jahren geraubte, fanden hier ihren Platz.

Schon ein Jahr später, nach der Sühnenacht des 2. August 1973, wurde diese neue Holzkirche in der Frühe des Herz-Jesu-Freitags ein Raub der Flammen. Marienfried wurde von neuem unters Kreuz gestellt. Als erschütterndes Mahnmal blieb nur der verkohl­te Kruzifixus, der mitten in Schutt und Asche gefunden wurde.

Bereits im folgenden Jahr 1974 konnte auf den Grundmauern der abgebrannten Kirche eine ansprechende Gottesdiensthalle er­baut werden. Der Altar, das Gnadenbild und der Tabernakel wurden in derselben Art wiederhergestellt. Zur selben Zeit wur­de mit dem Bau eines Pilgerheimes in Marienfried begonnen. Ne­ben der leiblichen und seelischen Betreuung der Pilger wird es auch dem Wallfahrtspfarrer von Marienfried eine Wohnung bieten. Am 5. Oktober 1974 fand die Einweihung der neuen Wallfahrtskirche, der sogenannten „Marienfried-Halle“, und des Marienfriedhauses durch Diözesanbischof Dr. Josef Stimpfle aus Augsburg statt.Über dreißig Priester feierten mit ihm das hl. Opfer in Konzelebration.

Zum 30. Jahrestag des Kriegsgelübdes wurde in einem Bomben­krater aus der damaligen Zeit eine Lourdesgrotte errichtet. Durch den Immaculata-Rosenkranz ist Marienfried von Anfang an be­sonders mit Lourdes verbunden. So wurde auch den Wald ent­lang ein Rosenkranzweg geschaffen mit den Photos der fünfzehn Geheimnisse aus der Rosenkranzbasilika von Lourdes.

Seit dem Jahr 1966 hält die Blaue Armee Mariens jährlich ihren großen Gebetstag in Marienfried ab. Schon zweimal kam zu diesem Anlaß der Altbischof von Leiria-Fatima, Dom Joâo Venancio Pereira, nach Marienfried. Er hob vor allem die innere Verbindung von Fatima und Marienfried hervor. Hier wie dort ist es eine Botschaft des Friedens für die Welt. In Marienfried wird die Forderung der Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens von Fatima weitergeführt und vertieft. Am 13. Juli 1975 weihte der Altbischof von Fatima beim Gebetstag der Blauen Armee Mariens die neue Fatimagrotte im Waldwinkel und krönte die Fatimamadonna unter dem Beisein von über 10000 Gläubigen.

Am 14. September 1975, Fest Kreuzerhöhung, wurde der erneu­erte Kreuzweg im Wald von Marienfried und das große Jubilä­umskreuz für das Heilige Jahr 1975 eingeweiht.

Zur 30-Jahrfeier der Ereignisse von Marienfried (1946-1976) kam Bischof Dr. Rudolf Graber aus Regensburg hierher und sprach über das Thema: „Die Stunde Mariens ist im Kommen.“ Er be­leuchtete dabei die heutige Situation von Kirche und Welt von der Botschaft von Marienfried her. Seine überzeugenden Worte fanden großen Anklang bei den etwa 12000 Zuhörern.

Auf Grund der eingangs erwähnten kirchlichen Druckerlaub­nis für die Botschaft von Marienfried kann festgestellt werden, daß die gläubige Annahme und Befolgung der Botschaft von Marienfried in keiner Weise bedenklich ist, weil der Inhalt der Botschaft in voller Übereinstimmung mit der katholischen Glau­benslehre steht.

Wenn wir die Bitten Mariens erfüllen, wird sie uns den Frieden der Herzen vermitteln, auf dem allein sich der Friede der Völker aufbauen kann. Dann wird Christus als Friedenskönig über alle Völker herrschen.

So möge denn von diesem Marienheiligtum von Marienfried aus die Königin des Friedens uns den Frieden Christi vermitteln.

 

Verkehrshinweis

Marienfried liegt südöstlich von Pfaffenhofen an der Roth, Kreis Neu-Ulm. Ab Ulm Busbahnhof und Neu-Ulm, kath. Jo­hanneskirche, besteht regelmäßiger Omnibusverkehr nach Pfaf­fenhofen. Eine mit Wegweisern versehene Straße zweigt in Pfaf­fenhofen beim Gasthaus „Äußere Taverne“ von der Bundes­straße 2020 ab nach Marienfried in Richtung Niederhausen. Am Waldrand erhebt sich die neue Marienfriedkirche. Von dort führt ein Weg hinunter zur Kapelle Marienfried und zur Fatimagrotte im Waldwinkel.

Gottesdienste

An Sonn- und Festtagen :  8 Uhr und 10.30 Uhr Pilgermesse, 14 Uhr Marienfeier, anschließend Sühneanbetung mit Rosenkranz.

Abendmeßfeiern: An jedem Priesterdonnerstag und an jedem 17. des Monats um 20 Uhr Sühnemesse, danach Anbetung bis 24 Uhr

Meßfeiern am Werktag : Um 7 Uhr und um 15 Uhr hl. Messe.

An jedem 13. und 18. des Monats und an jedem Herz-Mariä-Samstag zuvor ab 13.30 Uhr Anbetung.

Außerdem werden öfters von auswärtigen Pilgergruppen durch­gehende Sühnenächte gehalten mit vorangehender Sühnemesse um 20 Uhr.


 

Siehe auch:

BETRACHTUNGEN ÜBER DAS GEHEIMNIS VON MARIENFRIED

Marienfried bei UlmAm 13. Mai 1940 begann die Geschichte von Marienfried. In welchen Gnaden­reichtum ist jene Stunde eingehüllt, in der die Unbefleckte zum erstenmal die Erde in Marienfried berührte.

Es war Pfingstmontag, hohe Zeit des Kirchenjahres. Zugleich war es der Jah­restag der ersten Erscheinung Mariens in Fatima. Durch Fatima wird bereits der große Zusammenhang sichtbar, in den Marienfried hineingestellt wird. Der Immaculata-Rosenkranz, den Maria als erste Gabe und als erste Forderung nach Marienfried bringt, stellt in seinen Anrufungen die Beziehung zu Lourdes dar. Doch die Dimension von Marienfried weist damit zugleich in die Zukunft. In ihrer Unbefleckten Empfängnis zertritt Maria den Kopf der Schlange. Ihre Un­befleckte Empfängnis, ihr einzigartiger Gnadenvorzug, ist für Maria nicht Selbstzweck. Sie steht in dieser Gnadenfülle ganz im Dienste des Erlösungs­werkes, im Dienste auch von uns allen.

Im Immaculata-Rosenkranz zeigt uns Maria bereits, wie sie durch ihre Unbe­fleckte Empfängnis die Nöte in uns und um uns besiegen kann, wenn wir sie nur gläubig und vertrauensvoll darum bitten: durch deine Unbefleckte Emp­fängnis rette uns, schütze uns, leite uns, heilige und und regiere uns! Dieses er­ste Erscheinen Mariens am 13. Mai ist wie ein Tor, das aufgestoßen wird in eine neue Zukunft.

Viele Jahre gehen darüber hin, bis am 25. April 1946 Maria von neuem die­sen Flecken Erde heimsucht. Diesesmal wird sie ein wenig den Schleier lüften, wird sie einen kurzen Blick tun lassen in die Dimension von Marienfried: «Ich bin das Zeichen des lebendigen Gottes. Der Stern wird mein Zeichen verfolgen. Mein Zeichen aber wird den Stern besiegen.» Ihr Zeichen ist ihre Unbefleckte Empfängnis. In diesem Zeichen wird Maria den Stern des Abgrundes, Luzifer und seinen Anhang, besiegen. Später wird Maria noch hinzufügen, daß Satan wütender toben wird denn je, weil er weiß, daß seine Zeit kurz ist. Er werde ihre Kinder verfolgen und auch den Leib vieler töten. Aber sonst habe er keine Macht über sie.

Marienfried ist ein apokalyptischer Ort. Immer mehr zeigen die aufeinander­folgenden Botschaften die Größenordnung, in der Marienfried steht. Maria bit­tet hier nicht nur um Gebet und Buße für die Bekehrung der Sünder. Nach dem Willen des Vaters zeigt sie sich hier als die große Gnadenvermittlerin und for­dert, daß wir sie anerkennen, so wie der Dreifaltige Gott sie erhob in ihrer Stel­lung, in ihrer wahren Würde. Denn nur wenn Maria in ihrer wirklichen Würde und Stellung erkannt und anerkannt wird, wird Christus die Ihm gebührende Ehre finden, werden die Menschen Seine Stellung immer klarer erkennen.

Die wahre Größe von Marienfried kann man nur im Lichte des Heiligen Gei­stes erfassen. Denn die Gnadenmittlerschaft Mariens ist Geheimnis des Heili­gen Geistes. Und Maria als dauernde Braut des Heiligen Geistes ist die getreue Vermittlerin aller Gnaden. Nur der Geist Gottes öffnet unser Herz für diese Bot­schaft, für das Licht, das aus der Botschaft von Marienfried kommt. So wie der Geist Gottes uns den Sinn des Evangeliums erschließt, so kann nur Er uns ein­führen in den Sinn der Worte, die Maria uns sagt im Auftrag des Vaters. Denn sie tut nichts aus eigener Vollmacht. Sie spricht nur, was der Vater will im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit. Sie, die sonnengehüllte Tochter des Vaters, die makellose Mutter des Sohnes, die sternengekrönte Braut des Heiligen Gei­stes bleibt immer die demütige Magd des Herrn. Und wenn sie sich zeigt in ihrer strahlenden Schönheit, so weist Maria immer weiter auf den Dreifaltigen Gott. Er gab ihr dieses Licht, diese unvergleichliche Schönheit: Ich selbst bin nichts. Alles, was ich bin, bin ich durch Ihn. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit. Nie läßt Maria sich verehren um ihretwillen. Sie tritt ganz zurück. Ihr einziges Ziel ist es, die Menschen zu Jesus zu führen. Es ist ihre Mutterliebe, die sie auf die Erde zu­rückgebracht hat. Und wenn sie traurig ist, dann ist sie es, weil die Menschen ihren Sohn verworfen haben, weil die Menschen ihrem Sohn nicht mehr dienen wollen. Das ist der Schmerz Mariens. Ihre Mutterliebe läßt ihr keine Ruhe mehr, weil sie sieht, wie ihre Kinder dem Abgrund zugehen, wie der Stern des Abgrun­des sie zu verschlingen droht. So hat sie auch in Marienfried die Erde heimge­sucht. Sie, die strahlende Königin der Engel, die Unbefleckte, der Morgenstern, die Mutter aller Menschen, die Dreimal Wunderbare Mutter, die Vermittlerin aller Gnaden.

Noch muß Maria sich zurückziehen mit ihren Kindern. Doch einmal wird die Zeit kommen, da wird es offenbar werden, was Marienfried bedeutet für Kirche und Welt, wo das Schweigen gebrochen wird und die Steine reden, wo die heili­gen Engel immer unverhüllter wirken auf Erden, wo die Letztzeit noch gewalti­ger einbricht. Dann wird Marienfried immer mehr in den Vordergrund treten als das lange verborgene Licht, als eine Gnadenquelle, aus der ungeahnter Se­gen strömte, der nun offenbar wird. Und von allen Seiten werden die Menschen kommen, um zu trinken am Quell der Gnade. Denn sie dürsten nach dem le­bendigen Wasser, und hier finden sie es. Maria teilt es mit vollen Händen aus, die dauernde Braut des Heiligen Geistes, die Mittlerin aller Gnaden.

Die Menschen werden hier gewandelt werden. Sie werden den Frieden fin­den, den die Welt nicht geben kann. Denn im Licht des Heiligen Geistes haben sie das verborgene Licht von Marienfried erkannt, bejaht, angenommen und in ihrem Leben zur Tat werden lassen. Wo aber die Menschen die Bitten Ma­riens erfüllen, da wird sie die ersten und größten Wunder wirken. Gott tut nichts ohne Sinn. Und so wird auch einmal der Sinn von Marienfried in seiner ganzen Fülle offenbar werden — wenn Gott die Zeit für gekommen hält.

An uns aber liegt es, der Boden zu sein, vielleicht wie die verborgene Wurzel im Erdreich zu arbeiten, ohne zu wissen, wie die Frucht aussieht, ohne sehen zu dürfen, welche Gnadenblüten hervorgehen aus diesem gesegneten Flecken Erde. Die Ewigkeit ist lang genug, um uns all diese Herrlichkeiten, die noch ver­borgen sind, zu zeigen.

Heute aber wollen wir schon Dir, o Herr, im voraus danken für alle Gnaden, die Du schenken wirst und Dich lobpreisen und Dir danken für alle Gnaden, die Du bereits in den vergangenen Jahren über Marienfried ausgegossen und von dort in die Herzen der Menschen gelegt hast.

Marienfried ist ein Ort, wo der Himmel die Erde berührt hat. Wer hier geseg­net wurde, der bleibt gesegnet. Wer hier Heimat fand, dem geht sie nie mehr verloren, es sei denn, er verscherze sie selbst mutwillig. Wer hier im Herzen Ma­riens Geborgenheit fand, dem kann die Welt nichts mehr anhaben, der wird durch das Herz Mariens einmal den Weg finden ins Herz Gottes.

Maria ist getreu, und sie liebt ihre Kinder. Denn sie sind erkauft um das Kost­bare Blut ihres göttlichen Sohnes. Maria ist der Stern in unserem Leben. Wir sind nie verlassen, wenn wir in jeder Not zu ihr flehen, in jeder Angst zu ihr ge­hen, in jeder Ausweglosigkeit unter ihren Schutzmantel flüchten. Niemals wird sie uns vergessen, sie, die Mutter aller Menschen, die Mutter der Kirche, die getreue Vermittlerin aller Gnaden, MARIA.

M. Benedict

Der Dreifaltigkeits-Hymnus von Marienfried

Der Bericht über die Marien­erscheinung in Marienfried sagt:

  1. „Als die Erscheinung zu sprechen aufhörte, war plötzlich eine große Schar von Engeln um sie her.“ — Münd­lich wurde dazu noch berichtet, daß Bärbel (Rueß), die Seherin, soweit das Auge reichte, unzählige Engel sah, darunter ganz große und gewaltige.
  2. „Die dreifache Strahlenkrone über dem Haupt der Erscheinung war so hell und groß, daß sie den ganzen Him­mel bedeckte.“ So stand Maria unter den Engeln als ihre Königin.

Diese dreifache Strahlenkrone kann uns dreierlei sagen: Zum einen ist Maria Königin in den drei Ringen der Engelchöre; zum anderen deutet sie auf die Ehrung Mariens durch den Dreifaltigen — sie trägt die Krone des Vaters als dessen Tochter, die Krone des Sohnes als dessen Mutter und die Krone des Heiligen Geistes als dessen Braut; zum dritten deutet diese Krone auf das dreifache Königtum Mariens: als Königin aller Schöpfung — der stoff­lichen, der leibseelischen und der rein geistigen, d.h. der seligen Geister. Die­se den ganzen Himmel bedeckende Strahlenkrone zeigt Maria als Königin des Weltalls.

  1. Die Gestalt Mariens wird geschil­dert als engelgleich, ganz vergeistigt, verklärt, durchlässig für den Gnaden­strom, dessen Mittlerin sie in ihrer Reinheit und Mütterlichkeit ist, „Licht vom Lichte“ wie ein Kristall. Maria ist das reinste Gefäß göttlicher Herrlich­keit, die sichtbar gewordene Wirklich­keit des Titels, den sie sich nach dem Willen des Vaters selber gibt: „Ich bin die große Gnadenvermittlerin. Der Vater will, daß die Welt diese Stellung seiner Dienerin anerkennt.“

Als die Erscheinung den Segen gab, gingen von ihren Händen lauter Strah­len aus — ein Sinnbild der Gnaden­ströme, die sie vermittelt. Als die „Dau­ernde Braut des Heiligen Geistes“, ganz von seinem Glanz durchflutet, „das kristallene Meer“ (vgl. Offb. 4,6), steht Maria inmitten der reinen Geister, er­haben über sie alle. Maria steht da als die alle Überragende. Denn auch die­ser Heerscharen der reinen Geister wegen war sie unbefleckt empfangen.

Als Neuanfang der neuen Schöp­fung ist sie ja auch um der Menschen und um dieser sichtbaren Welt willen sichtbar als das „Zeichen am Himmel“. Sie ist das große Zeichen für die Worte Gottes in der Geheimen Offenbarung: „Seht, ich mache alles neu“ (21,5). Also um Christi willen und des ganzen Kosmos wegen ist sie so schön, so rein.

Als das Urbild der reinen, gott­gewollten Schöpfung steht sie inmitten der Engel mit dieser dreifachen Strahlenkrone. Die Gnadenmittlerin, die segnet und von deren Händen Strahlen ausgehen, stellt sich hier dar in ihrer totalen Bereitschaft und Durch­lässigkeit.

Dieser Dreifaltigkeitshymnus will bewußt mit Maria und den hl. Engeln gebetet sein und er lehrt uns, wie wir unser ganzes Beten hineinheben sol­len in diese heilige Gemeinschaft.

Dieser Hymnus soll als eine geistige Licht- und Kraftquelle und als Glut­herd gesehen werden, als das „Credo von Marienfried“, das wie Strom­wellen, wie geistliche Wasserströme hinausflutet in die Kirche und in die ganze Welt. Im geistigen Wort liegt die Macht Gottes!

Dieser Hymnus soll mitten aus Kampf, aus Not und Schmerz heraus gebetet werden, als sieghaftes Credo und sich fortsetzen in dem Wort St. Michaels: „Wer ist wie Gott?“ und im Sanctus aller hl. Engel. Und er soll sich fortsetzen in der schönsten Antwort der Schöpfung: „Ecce ancilla domini, fiat mihi secundum Verbum tuum.“ ­„Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“

Dieser Hymnus wie auch alle ande­ren Worte Mariens und der hl. Engel sind nicht nur wirksames Lob Gottes in unserem Mund — andere Gebete nicht ausgenommen—, sondern sie sind auch eine mächtige Peitsche gegen die Mächte der Finsternis, welche den Exorzismus und die Segenskraft der Priester unterstützt. Aber immer muß dieses Lob Gottes unterbaut sein von unserer wahren Armut im Geiste und unserer Lauterkeit.

So wollen wir uns an Jericho erin­nern. Es fiel durch den Glauben, durch das Opfer, durch den Lobgesang der Israeliten, die mit der Bundeslade, der Arche des Bundes, um die Stadtmauern zogen. So ist Marienfried eine herrliche Siegesbotschaft!

Franz Josef Wieser

 

HYMNUS ZUR HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT

von den Engeln
bei der Muttergottes-Erscheinung in Marienfried

am 25. Juni 1946 gebetet:

Heil Dir, ewiger Herrscher, lebendiger Gott, allzeit Gewesener, furchtbarer und gerechter Richter, immer gütiger und barmherziger Vater! Dir werde neu und allezeit Anbetung, Lobpreis, Ehre und Herrlichkeit durch Deine sonnengehüllte Tochter, unsere wunderbare Mutter!

Heil Dir, geopferter Gottmensch, blutendes Lamm, König des Friedens, Baum des Lebens, Du unser Haupt, Tor zum Herzen des Vaters, ewig aus dem Lebenden Geborener, in Ewigkeit mit dem Seienden herrschend! Dir werde neu und allezeit Macht und Herrlichkeit und Größe und Anbetung und Sühne und Preis durch Deine makellose Gebärerin, unsere wunderba­re Mutter!

Heil Dir, Geist des Ewigen, allzeit Heiligkeit Strömender, seit Ewigkeit wirkend in Gott! Du Feuerflut vom Vater zum Sohn, Du brausender Sturm, der Du wehest Kraft und Licht und Glut in die Glieder des ewigen Leibes, Du ewiger Liebesbrand, gestaltender Gottesgeist in den Leben­den, Du roter Feuerstrom vom Immerlebenden zu den Sterblichen! Dir werde neu und in alle Ewigkeit Macht und Herrlichkeit und Schönheit durch Deine sternengekrönte Braut, unsere wunderbare Mutter!

Jakob Häne, Kirchberg SG
Jakob Häne, Kirchberg: Die Engel beten mit Maria den Hymnus zur Heiligsten Dreifaltigkeit