1917 MAXIMILIAN KOLBE: GRÜNDUNG DER IMMACULATA-MILIZ

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Auszug aus dem Buch von Bischof Dr. Rudolf Graber:
AM VORABEND DES KONZILS
Predigten und Aufsätze des ehemaligen Schriftleiters des „Bote von Fatima“
aus den Jahren 1957-1962

VOR VIERZIG JAHREN [1917]:
GRÜNDUNG DER IMMACULATA-MILIZ
DURCH P. MAXIMILIAN KOLBE

Das so bedeutungsvolle Jahr 1917, in dem die beiden Großmächte auf den Plan treten, der Teufel mit dem gottlosen Bolschewismus und die Gottesmutter in ihren Erscheinungen zu Fatima, brachte zwei andere Ereignisse, die in kleine­rem Rahmen jenen weltgeschichtlichen Kampf widerspiegeln.

Am 24. Juni 1917 beging die Freimaurerei die Zweihundertjahrfeier ihrer Gründung. In Rom kam es damals, mitten im Kriege, zu wüsten Szenen. Auf dem Petersplatz wurden Satansbanner herumgetragen, auf denen die Losung stand: „Satan soll herrschen im Vatikan, und der Papst wird sein Sklave sein.“ Leider sind diese Dinge in unserer schnellebigen Zeit viel zu wenig bekannt, und wenn sie bekannt sind, werden sie nicht in den großen Gang der Geschichte eingeordnet. Doch auch hier blieb die Antwort des Himmels nicht aus, und wieder wird sie gegeben von jener Frau, die seit den Tagen des Paradieses dazu bestimmt ist, der höllischen Schlange den Kopf zu zertreten.

Als Werkzeug benützte die göttliche Vorsehung den am 7. Januar 1894 zu Lodz geborenen Franziskaner Maximilian Kolbe. Er weilte damals 1917 studien­halber in Rom und berichtet über diese empörenden Vorgänge: „Als in Rom die Freimaurer sich immer hochfahrender und gemeiner gebärdeten und unter den Fenstern des Vatikans das Satansbanner entrollten, auf dem in gräßlicher Verzerrung Luzifer den Erzengel Michael zu Boden warf, unflätige und gemeine Schriften gegen den Heiligen Vater unter die Menge verteilten, kam der Gedanke auf, einen Bund gegen die Freimaurer und andere Teufels­mächte zu gründen.“ Dies war der Anlaß, der am 17. Oktober 1917 zur Grün­dung der Militia Immaculatae führte. Es waren insgesamt sieben ideal gesinnte Jünger des Armen von Assisi, die sich damals zum Ritterdienst der Immaculata auf immer weihten. Vier Tage vorher hatte das Sonnenwunder in Fatima stattgefunden, und drei Wochen später bricht die bolschewistische Revo­lution aus.

Es ist hier nicht der Ort, das Leben P. Kolbes zu schildern; wer Näheres darüber erfahren will, lese das ergreifende Buch von Maria Winowska über diesen glühenden Marienverehrer (1952 erschienen im Kanisius-Verlag, Konstanz, Blarerstraße 18). Aber auf zwei Dinge wenigstens sei verwiesen.

Kolbe, der längst um die Macht der Presse wußte, stampft buchstäblich die Immaculatastadt Niepokolanow bei Warschau aus dem Boden, jene einzig­artige Klosterstadt, in der katholische Schriften, Zeitungen und Zeitschriften in Massenauflagen gedruckt werden. Technik und Mystik gehen hier Arm in Arm, und ein Kommunist gesteht, daß er hier zum erstenmal seine Gedanken verwirklicht findet. Der Krieg vernichtet das ganze Werk und seinen Gründer. Am 17. Februar 1941 holt die SS P. Kolbe ab und verschleppt ihn in das berüch­tigte Konzentrationslager Auschwitz. Und hier erfolgt die Rache der Hölle. Als ein verheirateter Häftling, Vater von mehreren Kindern, mit neun anderen Todeskandidaten zum Hungerbunker verurteilt wird, meldet sich P. Kolbe freiwillig, um für ihn in den Tod zu gehen. Der Vigiltag von Mariä Himmelfahrt 1941 wurde für ihn der Tag seiner eigenen Himmelfahrt. Nun ist jene Vision aus den Tagen seiner Kindheit erfüllt, wo die Gottesmutter dem Knaben erschienen war und in ihren Händen einen weißen und roten Kranz ihm dar­geboten hatte. Sie hatte ihn lieb angeblickt und gefragt: „Welchen willst du? Der weiße Kranz bedeutet, daß du die Reinheit bewahren wirst, der rote, daß du als Martyrer stirbst.“ Ohne zu zögern, gab das Kind zur Antwort: „Ich wähle alle beide.“ Darauf lächelte die Gottesmutter und verschwand. Die Vision ist Wirklichkeit geworden.

Nochmals müssen wir auf das Jahr 1917 zu sprechen kommen. Damals hatte die Gottesmutter die Bekehrung Rußlands in Aussicht gestellt, jenes Rußlands, das im gleichen Jahr von der Revolution verschlungen werden sollte. Gegen Ende seines Lebens hat P. Kolbe feierlich verkündet: „Ihr werdet eines Tages die Statue der Immaculata auf der höchsten Zinne des Kremls aufgestellt sehen.“ Viele Zeugen haben diese Worte gehört.

P. Pignalberi, einer der sieben Gründer, hatte von P. Kolbe aber noch ein anderes Wort gehört: „Bevor dies der Fall sein wird, müssen wir eine blutige Prüfung bestehen.“ Kolbe hat sie schon bestanden. Und wir?


Dazu einige Gedanken von mir [POS]:

Es existieren verschiedene Varianten des sog. „Großen Geheimnisses“, welches die Seherin Mélanie Calvat von der Muttergottes mitgeteilt bekommen haben soll anlässlich ihrer Erscheinungen auf La Salette im Jahre 1846. (Siehe z.B. „Melanie’s final versions of the Secret„)

Daraus wird vor allem immer wieder folgender „prophetische“ Passus zitiert:

„Rom wird den Glauben verlieren und Sitz des Antichrists werden.“

Dieses Zitat wird von den meisten Traditionalisten und insbesondere Sedisvakantisten dazu verwendet, um ihre Position der Ablehnung/Verurteilung des II. Vatikanischen Konzils und seiner Reformen und der/aller ‚Konzilspäpste‘ auch übernatürlich/himmlisch zu rechtfertigen.

Nun ist aber dieses „Große Geheimnis“ Mélanies nie von der Kirche offiziell beglaubigt worden. Es ist und bleibt völlig umstritten.

Aber einmal angenommen, die Muttergottes hätte diese Vorhersage tatsächlich gemacht, dann kann dieser Satz nicht bedeuten, dass der Heilige Stuhl, also vor allem der Papst, den Glauben verlieren wird und dass der Vatikan Sitz des Antichrists werden wird.

Wohl aber könnte er auf das hinweisen, was in diesem Artikel oben beschrieben wird, d.h. dass Rom, das politische/weltliche Rom, (durch die Freimaurer[ei]) „den Glauben verlieren und Sitz/Zentrum des Antichristen werden wird“.