Der Weg in die Fremde verändert mein Leben

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Bischof Stefan Oster SDB

Predigt am Hochfest Erscheinung des Herrn im Dom zu Passau

 

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

in den letzten Jahren gibt es immer mehr junge Menschen, die meist nach dem Schulabschluss ein soziales Jahr oder ein so genanntes Volontariat im Ausland machen. Auch meine Ordensgemeinschaft, die Salesianer Don Boscos, bieten solche Möglichkeiten in den vielen Projekten, die der Orden weltweit unterhält. Und die erstaunliche Erfahrung ist oftmals diese: Wenn es den jungen Leuten gelingt, sich wirklich auf Land und Leute und auf die jeweilige Arbeit offen einzulassen, dann kommen sie meistens erstaunlich verändert zurück, reifer, erfahrener, mit einem klareren Blick auf die Welt und auf sich selbst. Häufig durfte ich erleben, dass so ein Jahr mehr an innerer Veränderung bewirkt als viele Jahre davor und danach. Warum ist das so?

IN DER VERTRAUTEN WELT BIN ICH WENIGER MIT MIR SELBST KONFRONTIERT

Nun, jeder von uns ist einigermaßen vertraut mit der Welt in der er hier lebt. Er gibt sich sprechend und handelnd in diese Welt hinein. Und die vertraute Welt und die anderen Menschen antworten. Man bekommt in der Regel Reaktionen zurück, die man erwartet, die man kennt und erlernt hat. In der vertrauten Umgebung sind Sie deshalb auch mit sich selbst vertraut. Die anderen Menschen, die Umwelt reagiert auf Ihr Handeln in einer erwartbaren Weise, die Sie oft schon kennen oder vorausahnen. Das heißt, Sie werden in einer vertrauten Welt meist sehr viel weniger mit sich selbst konfrontiert. Sie lernen dann oft auch weniger über sich selbst.

DIE FREMDE WELT BRINGT AUCH IN MIR NEUES, MANCHMAL FREMDES HERVOR

Aber in einer fremden Welt, mit fremden Menschen, fremden Sitten und Gebräuchen, fremder Sprache, da kommen auf Ihr Dasein und Sprechen und Handeln andere Reaktionen zurück, solche, die Sie nicht erwarten. Solche, die Sie nicht antizipieren können. Das bedeutet, Sie lernen in einer fremden Welt auch sich selbst und Ihre Reaktionen und Ihr Vermögen, damit umzugehen, noch einmal ganz neu kennen. Und damit lernen Sie oft neu und tiefer etwas über sich selbst. Sie sind freilich auch verletzbarer, schutzloser, weniger kontrolliert. Das heißt, das Hinausgehen in die Fremde ist auch ein Risiko: Wer weiß, was Ihnen da alles widerfährt, was Sie nicht absehen können? Aber wenn Sie trotzdem einigermaßen offen bleiben, werden Sie sich selbst ganz neu entdecken, neue Seiten an sich, neue Eigenschaften, auch neue Verletzbarkeiten, neue Höhen und Tiefen.

ES GIBT AUCH RISIKOMINIMIERER

Freilich, es gibt auch die Risikominimierer. Menschen, die zum Beispiel auf Reisen gehen, und trotzdem nur dorthin gehen, wo sie das Vertraute treffen können, also in gewisser Weise verlässlich auch nur sich selbst. Sie gehen dann auch im Ausland zum Beispiel nur dorthin, wo sie ein Wiener Schnitzel und ein Bayerisches Weißbier bekommen, oder wo es auch ein McDonalds gibt, oder sie umgeben sich wieder nur mit Landsleuten und ähnliches. Solche Menschen werden dann auch beim Gehen in die Fremde kaum wachsen und reifen. Sie bleiben innerlich irgendwie stehen. Es gibt ein Wort des berühmten Philosophen Hegel, das das Phänomen erklären kann. Hegel sagt: Fortgang ist Rückgang in den eigenen Grund. Was bedeutet das? Es bedeutet: Die Begegnung mit der Fremde oder dem Fremden zeigt auch, dass es tiefer in mir Seiten gibt, Potentiale, die mir auch noch fremd sind, die ich aber entdecken kann, weil sie zu mir gehören, an denen ich wachsen kann.

KANN ICH DURCH DIE BEGEGNUNG MIT DEM ANDEREN GANZ NEU WERDEN?

Und wenn das richtig ist, ist die Frage, die sich mir stellt: Kann es eine Begegnung mit dem Fremden geben, ein Hinausgehen, das mir so tief geht, so nahe geht, dass ich wirklich neu werde? So, dass Reifung und Veränderung nicht nur die eine oder andere neue Eigenschaft hervorbringt, sondern so, dass ich spüre, der Grund meines Seins hat sich verändert, der Sinn meines Daseins ist neu geworden. Ich bin vielleicht äußerlich derselbe, aber nun gehe ich innerlich einen anderen Weg, mein Leben hat einen anderen, tieferen Sinn bekommen. Ich bin wie neu geboren?

DIE ERFAHRUNG DER STERNDEUTER

Liebe Schwestern, liebe Brüder, als Antwort auf diese Frage kann man nun die Geschichte der drei Sterndeuter lesen, die uns heute die Liturgie schenkt. Da sind gelehrte, weise Männer, die offensichtlich in der Lage sind, die Zeichen der Natur zu lesen, die Sterne zu lesen. Und sie sind auf der Suche nach dem Sinn, dem Sinn des Ganzen. Sie sehen ein neues, gewaltiges Naturphänomen am Himmel und sie kennen womöglich die heiligen Bücher des jüdischen Volkes, in denen ein neuer König verheißen wird, auf dem Thron Davids. Und sie halten es für möglich, dass sie in ihm einen finden, der der Welt Frieden schenkt und Heil und sie bringen den Stern mit dieser Verheißung in Verbindung. Sie ziehen los, gehen nach Jerusalem und gehen zunächst dort in eine immer noch vertraute Vorstellung hinein: Wenn ein König geboren wird, dann geht man zuerst in den Königspalast, dort wo es Macht gibt und Pracht. Sie gehen also zu Herodes, aber sie spüren mit ihrem offenen Herzen: Das kann es wohl nicht sein. Sie erfahren freilich von den Schriftgelehrten des Herodes den Namen Betlehem und sehen plötzlich den Stern wieder. Sie folgen dem äußeren Stern, der aber tief mit dem Leuchten und Brennen ihrer inneren Sehnsucht korrespondiert. Und tatsächlich: der Stern führt sie nach Betlehem zu Maria, zu Josef und ihrem Kind. Und wenn sie vorher im Königspalast einen korrupten, machtgierigen und mörderischen König getroffen haben, so entdecken sie jetzt in diesem armen Stall, in dieser erbärmlichen Umgebung ein Königtum, das sie nie erwartet hatten. Mitten in der Armut dieser Menschen leuchtet ihnen ein ungeahnter, unfasslicher Reichtum auf: Sie spüren königliche Seelen, menschliche Klarheit und Schönheit, Demut und Liebe, wie sie es nie zuvor gekannt haben. Und sie spüren, dass das Kind der Stern ist, den sie gesucht haben. Der Sinn für ihr Leben, die Richtung für ihr Leben, die Tiefe geht ihnen auf in einem Baby, vor dem sie anbetend niederfallen. In diesem königlichen Kind erfüllt sich jetzt schon die uralte Verheißung der Schriften, dass alle Völker in Israel werden einen König finden können. Einen, der für die ganze Menschheitsfamilie Sinn bringt, einen Stern, der die Richtung nach Hause weist, einen Frieden, der nicht von Menschen gemacht ist.

SIE ZOGEN AUF EINEM ANDEREN WEG ZURÜCK

Und am Ende der heutigen Erzählung heißt es schließlich: Sie zogen auf einem anderen Weg heim in ihr Land. Sie gehen nicht zurück zu Herodes, sie suchen nicht mehr Macht und Reichtum. Sie gehen einen anderen Weg und sie sind auch anders geworden.

ES IST DIE GESCHICHTE VON UNS ALLEN

Liebe Schwestern, liebe Brüder, hier in dieser Erzählung kommen wir alle vor. Die allermeisten von uns entstammen nicht dem jüdischen Volk, wie die Sterndeuter auch nicht. Auch wir kommen von überall her, wir sind ursprünglich Heiden. Und wir sind bildlich gesprochen alle zur Krippe hingezogen. Und wir sind von dort als Getaufte wieder weg gezogen. Und jetzt geht es um die Frage: Wenn wir jedes Jahr Weihnachten feiern, geht uns dann noch etwas auf von dem Geheimnis unserer Taufe auf den Namen des Kindes? Gehen wir von der Krippe als neue, als weihnachtliche Menschen wieder weg, einen anderen Weg als wir gekommen sind? Geht uns noch manchmal auf, dass das Kind in der Krippe eigentlich ein Kind ist, das uns aus dem Vertrauten ziemlich radikal weg führt? Ahnen wir, dass das Kind uns aus der Behaglichkeit dieses Festes in eine Fremde führt, die auch ganz anders ist als das, was wir durchschnittlich vom Leben erwarten? Denn das Kind steht nicht für die beständige Suche nach Anerkennung, nach Lusterfüllung, nach Sicherheit, nach Macht und materiellem Wohlstand. Das Kind sagt uns vielmehr: In alledem, was Dir hier in Deinem Wohlstandsland so vertraut ist, was Du so selbstverständlich genießt, in alledem liegt nicht Dein Heil. Das Kind wird uns später in seinem Leben eine Bergpredigt halten, in der zuallererst die glücklich gepriesen werden, die arm sind vor Gott, die die lieben und Mitleid haben, die friedfertig und reinen Herzens sind, sogar die, die um des Kindes willen verfolgt werden.

JESUS IST DER GANZ NAHE – UND DOCH AUCH DER GANZ ANDERE

Erkennen wir also noch, Schwestern und Brüder, dass der Weg zu Jesus auch ein Weg in die Fremde ist? So sehr, dass dieser Weg, diese Begegnung uns dann auch tatsächlich tiefer in den eigenen Grund zurück führen kann, so sehr, dass wir spüren können: Wenn wir bei Ihm wirklich ankommen, wenn wir uns vom Geheimnis von Weihnachten wirklich berühren lassen, wenn wir das Geheimnis unserer Taufe auf den Namen Jesu wirklich anfangen zu leben, dann kehren wir auf einem anderen Weg nach Hause zurück. Denn dann wird er selbst für uns der Weg, der Weg, die Wahrheit und das Leben – und er wird selbst der, der uns heimführt zum Vater.

Liebe Schwestern und Brüder, Jesus ist der Stern – und je weiter wir zu Ihm in den Stall hinausgehen, in diese fremde, armselige und doch so reiche Gegenwart, desto tiefer finden wir in den eigenen Grund zurück. Dorthin, wo der tiefste Sinn unseres Lebens aufleuchtet. Und so bitten wir den Herrn: Möge die Gnade, die von diesem weihnachtlichen Geheimnis ausgeht, immer wieder unser Herz öffnen und uns über das bloß Vertraute hinausführen. Mögen wir berührt werden davon, dass hier ein verborgener Stern am Grund unserer Seele aufleuchtet, in dem nichts weniger enthalten ist als der Sinn der Welt und der Sinn meines und Deines Lebens. Amen.

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Quelle

Epiphanie: Das zweite Weihnachten

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Anbetung des Kindes durch die Weisen: Epiphanie – RV

Am Tag der Epiphanie wird verschiedener Ereignisse im Leben Jesu gedacht, die ihn „epiphan“, also offenbar haben werden lassen: der Besuch der Weisen aus dem Osten und Erscheinung des Herrn, so die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes „Epipháneia“.Während an Weihnachten die Menschwerdung des Gottessohnes zu Bethlehem gefeiert wird, so ist Epiphanie das Sichtbar-Werden desselben für die Welt. Doch können diese beiden Feste nicht getrennt voneinander gesehen werden. Immerhin ist Epiphanie auch das Fest, an dem die orthodoxen Kirchen den Heiligabend feiern. Weil auch in der Westkirche an diesem Tag liturgisch noch immer die Heilige Nacht gefeiert wird, ist es eigentlich noch ein zweites Mal das Weihnachtsfest.

Doch dieses „zweite Weihnachtsfest“ will sagen: Nicht nur Gott ist zu den Menschen gekommen, sondern durch seine Tat sind die Menschen selbst in Bewegung geraten und gehen zu dem, der zu ihnen gekommen ist. Auf diese Bedeutung weist der volkstümliche Name des Fests, „Dreikönig“, hin: Die Sterndeuter aus dem Morgenland suchten sich durch alle Gefahren hindurch den Weg zum Kind.

Vom 3. Jahrhundert an wurde von der Dreizahl ihrer Gaben (Weihrauch, Myrrhe und Gold) auf drei Weise geschlossen, denen vom 6. Jahrhundert an Namen beigelegt wurden. Gleichzeitig wurden sie aufgrund alttestamentlicher Weissagung zu Königen gemacht. Der Legende zufolge, die ins 12. Jahrhundert zu datieren ist, sollen ihre Gebeine durch die Heilige Helena nach Konstantinopel gebracht worden sein. Von dort kamen sie nach Mailand. Später wurden sie nach Köln übertragen, wo sie im berühmten Dreikönigsschrein beigesetzt wurden.

Das Fest fordert dazu auf, sich dem unbegreiflichen Geheimnis der Liebe Gottes zu nähern, vor ihm auf die Knie zu fallen und anzubeten. Es lädt dazu ein, sich die eigene Sendung und die Verantwortung gegenüber der Welt noch mehr bewusst zu machen.

 

(rv 05.01.2017 jg)

Papstpredigt zum Fest der Erscheinung des Herrn

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Papstmesse zum Hochfest der Erscheinung des Herrn

Predigt von Papst Franziskus während der Messe
zum Hochfest der Erscheinung des Herrn,
6. 1. 2016, im Petersdom.

Die Worte des Propheten Jesaja – an die heilige Stadt Jerusalem gerichtet – rufen uns auf, hinauszugehen, hinauszugehen aus unserer Verschlossenheit, hinauszugehen aus uns selbst, und den Glanz des Lichtes anzuerkennen, das unser Dasein erleuchtet: „Auf, werde licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir“ (Jes 60,1). „Dein Licht“ ist die Herrlichkeit des Herrn. Die Kirche darf sich nicht einbilden, von eigenem Licht zu leuchten. Das kann sie nicht. Daran erinnert der heilige Ambrosius mit einem schönen Ausdruck, wenn er den Mond als Metapher für die Kirche gebraucht: „Mit Recht gleicht die Kirche dem Mond: […] sie leuchtet nicht im eigenen, sondern im Licht Christi und entlehnt ihren Glanz von der Sonne der Gerechtigkeit, so dass sie sagen kann: ‚Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir‘ “ (Hexameron IV,8,32). Christus ist das wahre Licht, das erleuchtet; in dem Maß, in dem die Kirche in Christus verankert bleibt, in dem Maß, in dem sie sich von ihm erleuchten lässt, kann sie das Leben der Menschen und der Völker hell machen. Deshalb sahen die heiligen Väter in der Kirche das mysterium lunae.

Wir brauchen dieses Licht aus der Höhe, um der Berufung, die wir erhalten haben, konsequent zu entsprechen. Das Evangelium Christi zu verkünden ist nicht eine Entscheidung unter den vielen anderen, die wir treffen können, und es ist auch kein Beruf. Für die Kirche heißt missionarisch zu sein nicht, Proselytismus zu betreiben; für die Kirche bedeutet missionarisch zu sein, ihr eigenes Wesen zum Ausdruck zu bringen: von Gott erleuchtet werden und sein Licht zurückstrahlen. Es gibt keinen anderen Weg. Die Mission ist ihre Berufung. Wie viele Menschen erwarten von uns diesen missionarischen Einsatz, denn sie brauchen Christus, sie müssen das Antlitz des Vaters kennen lernen. Das ist der Dienst, einen anderen Weg gibt es nicht, die Verkündigung ist sein Auftrag, sein Licht wiederzugeben. Wie viele Menschen hängen von unserem missionarischen Einsatz ab, weil sie Christus so nötig haben, weil sie das Antlitz Gottes so nötig haben.

Die Sterndeuter, von denen im Matthäusevangelium die Rede ist, sind das lebendige Zeugnis dafür, dass die Samen der Wahrheit überall vorhanden sind, denn sie sind Gaben des Schöpfers, der alle ruft, ihn als guten und treuen Vater zu erkennen. Die Sterndeuter stehen für die Menschen in allen Teilen der Erden, die im Haus des Vaters aufgenommen werden. Bei Jesus gibt es keine Trennung mehr aufgrund der Nation, der Sprache und der Kultur: In diesem Kind findet die ganze Menschheit ihre Einheit. Und die Kirche hat die Aufgabe, den Wunsch nach Gott, den jeder in sich trägt, zu erkennen und deutlicher hervortreten zu lassen. Das ist der Dienst der Kirche, mit dem Licht Gottes diesen Wunsch hervortreten zu lassen, den jeder in sich trägt. Wie die Sterndeuter leben auch in unseren Tagen viele Menschen mit einem „unruhigen Herzen“, das weiter fragt, ohne sichere Antworten zu finden. Auch sie sind auf der Suche nach dem Stern, der ihnen den Weg nach Bethlehem zeigt.

Wie viele Sterne stehen am Himmel! Dennoch sind die Sterndeuter einem anderen, neuen Stern gefolgt, der für sie viel stärker leuchtete. Lange hatten sie das Buch des Himmels erforscht, um eine Antwort auf ihre Fragen zu finden, sie hatten ein unruhiges Herz und schließlich ist ihnen das Licht erschienen. Dieser Stern hat sie verändert. Er ließ sie die täglichen Belange vergessen, und sie brachen sofort auf. Sie schenkten einer Stimme Gehör, die sie in ihrem Inneren dazu antrieb, jenem Licht zu folgen, die Stimme des Heiligen Geistes, der in allen Menschen wirkt; und es führte sie, bis sie den König der Juden in einem ärmlichen Haus in Bethlehem fanden.

Das alles ist eine Lehre für uns. Es tut uns heute gut, die Frage der Sterndeuter zu wiederholen: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“ (Mt 2,2). Wir werden angeregt, vor allem in einer Zeit wie der unsrigen, uns auf die Suche der Zeichen zu begeben, die Gott anbietet, im Wissen, dass sie unseren Einsatz verlangen, um sie zu deuten und so Gottes Willen zu verstehen. Wir sind aufgefordert, nach Bethlehem zu gehen und das Kind und seine Mutter zu finden. Folgen wir dem Licht, das Gott uns anbietet! Ein kleines Licht, wie die Texte des Breviergebetes uns heute sagen.

Das Licht, das vom Gesicht Christi voll Barmherzigkeit und Treue ausgeht. Und wenn wir einmal zu ihm gelangt sind, beten wir ihn mit ganzem Herzen an und bringen wir ihm unsere Gaben dar: unsere Freiheit, unseren Verstand, unsere Liebe. Erkennen wir, dass die echte Weisheit sich im Antlitz dieses Kindes verbirgt. Hier, in der Einfachheit von Bethlehem, findet das Leben der Kirche seine Zusammenfassung. Hier ist die Quelle jenes Lichtes, das jeden Menschen an sich zieht und den Weg der Völker auf den Pfad des Friedens lenkt.

(rv 06.01.2016 cz)