„Bambino Gesù“ bereit, Charlie Gard aufzunehmen

Charlie Gard / Quelle: © Charliesfight.Org

Erklärung von Mariella Enoc und Anteilnahme von Papst Franziskus

Die Präsidentin des Kinderkrankenhauses „Bambino Gesù“ in Rom, Mariella Enoc, erklärte, dass der Schutz des menschlichen Lebens ein Liebesdienst sei, den Gott jedem Menschen anvertraue. Daher habe sie mit dem „Great Ormond Street Hospital“ in London überprüfen lassen, ob eine Verlegung des kleinen Charlie nach Rom möglich sei, so Mariella Enoc. Charlie Gard wird im „Great Ormond Street Hospital“ behandelt. „Wir wissen, dass der Fall verzweifelt ist, und dass, soweit vorliegt, keine wirksamen Therapien existieren. Wir sind den Eltern im Gebet nah und, wenn es ihr Wunsch ist, bereit, ihr Kind bei uns für die Zeit aufzunehmen, die ihm zum Leben bleibt.“

Am 27. Juni 2017 wurde bekanntgegeben, dass die Behandlung des kleinen Jungen im Krankenhaus abgebrochen werde, weil keinerlei Heilungschancen nach Auffassung der Ärzte bestünden. Eine Beschwerde der Eltern wurde vom Gerichtshof für Menschenrechte abgewiesen.

Greg Burke, Direktor des Pressesaals, ließ am Sonntag, dem 2. Juli 2017 verlautbaren, dass Papst Franziskus mit Anteilnahme das Schicksal des kleinen Charlie Gard verfolge. Papst Franziskus sprach den Eltern des kleinen Jungen seine Nähe aus und versicherte sie seiner Gebete. Der Papst äußerte die Hoffnung, dass dem Wunsch der Eltern gefolgt werde, ihren kleinen Sohn bis zum Ende zu umsorgen und zu begleiten.

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Quelle

BOTSCHAFT VON JOHANNES PAUL II. ZUM WELTTAG DER KRANKEN 2004 

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15 Aout 2004 – 17h00 – ( Jean Paul II à la Grotte de MASSABIELLE )

An den verehrten Bruder
JAVIER Kard. LOZANO BARRAGÁN
Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst

1. Der Welttag der Kranken, eine Gedenkfeier, die jedes Jahr auf einem anderen Kontinent begangen wird, hat diesmal eine einzigartige Bedeutung. Sie findet nämlich in Lourdes, in Frankreich, statt, an jenem Ort, an dem die Jungfrau am 11. Februar 1858 erschienen ist und der seit dieser Zeit zum Ziel zahlreicher Pilgerfahrten wurde. Die Muttergottes wollte in dieser Gebirgsregion ihre mütterliche Liebe besonders den Leidenden und Kranken offenbaren. Seither ist sie auch weiterhin mit steter Fürsorge gegenwärtig.

Das Marienheiligtum wurde deshalb ausgewählt, weil im Jahr 2004 der 150. Jahrestag der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis gefeiert wird. Es war der 8. Dezember 1854, als mein Vorgänger seligen Angedenkens, der sel. Pius IX., mit der dogmatischen Bulle Ineffabilis Deus die Lehre verkündete, »welche festhält, daß die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde« (DS 2803). In Lourdes sagte Maria damals in der örtlichen Mundart: »Que soy era Immaculada Councepciou

2. Wollte die Jungfrau mit diesen Worten nicht auch ihre Verbundenheit mit der Gesundheit und dem Leben zum Ausdruck bringen? Wenn durch die Erbsünde der Tod in die Welt kam, so hat Gott durch die Verdienste Jesu Christi Maria vor jeglichem Makel der Sünde bewahrt, und über uns ist das Heil und das Leben gekommen (vgl. Röm 5,12–21).

Das Dogma der Unbefleckten Empfängnis führt uns ein in die Herzensmitte des Geheimnisses der Erschaffung der Welt und der Erlösung (vgl. Eph 1,4–12; 3,9–11). Gott wollte dem Menschen das Leben in Fülle geben (Joh 10,10), machte jedoch seinen Plan von einer freien und wohlwollenden Antwort abhängig. Mit der Ablehnung dieser Gabe durch den Ungehorsam, der zur Sünde führte, hat der Mensch den lebensnotwendigen Dialog mit dem Schöpfer auf tragische Weise unterbrochen. Dem »Ja« Gottes, Quelle des Lebens in Fülle, stellte sich das »Nein« des Menschen entgegen, erfüllt von hochmütiger Selbstgenügsamkeit als Vorbote des Todes (vgl.Röm 5,19).

Die gesamte Menschheit wurde zutiefst von dieser Verschlossenheit gegenüber Gott erfaßt. Nur Maria von Nazaret wurde im Hinblick auf die Verdienste Christi von jeglichem Makel der Urschuld bewahrt und völlig in den göttlichen Plan aufgenommen, damit der himmlische Vater in ihr das Vorhaben, das er für die Menschen vorgesehen hatte, verwirklichen konnte.

Die Unbefleckte Empfängnis deutet auf die harmonische Verflechtung zwischen dem »Ja« Gottes und dem »Ja« Marias hin, das sie in völliger Hingabe aussprach, als ihr der Engel die Frohe Botschaft überbrachte (vgl. Lk 1,38). Dieses »Ja« im Namen der Menschheit eröffnet der Welt erneut die Pforten zum Paradies dank des Wortes Gottes, das in ihr durch das Wirken des Heiligen Geistes Fleisch geworden ist (vgl. Lk 1,35). Der ursprüngliche Schöpfungsplan wird auf diese Weise in Christus erneuert und bekräftigt; und in diesem Plan findet auch sie, die Jungfrau und Mutter, Platz.

3. Dies ist der Schlüssel zur Wende der Geschichte: Mit der Unbefleckten Empfängnis Mariens hat das große Erlösungswerk begonnen, das sich im kostbaren Blut Christi verwirklicht hat. In Ihm ist jede Person aufgerufen, sich ganz bis zur Vollkommenheit der Heiligkeit zu verwirklichen (vgl. Kol 1,28).

Die Unbefleckte Empfängnis ist deshalb die verheißungsvolle Morgenröte des strahlenden Tages Christi, der durch seinen Tod und seine Auferstehung die vollkommene Eintracht zwischen Gott und der Menschheit wiederherstellen wird. Wenn Jesus die Quelle des Lebens ist, die den Tod besiegt, so ist Maria die fürsorgliche Mutter, die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingeht und für sie die Gesundheit an Seele und Körper erwirkt. Das ist die Botschaft, die das Heiligtum von Lourdes fortwährend den Gläubigen und Pilgern vermittelt. Das ist auch die Bedeutung der körperlichen und geistlichen Heilungen, die sich an der Grotte von Massabielle ereignen.

Seit dem Tag, an dem die Jungfrau Bernadette Soubirous erschienen ist, hat Maria an jenem Ort Schmerzen gelindert und Krankheiten geheilt und somit vielen ihrer Kinder das körperliche Wohlbefinden wiedergeschenkt. Weit unvorhersehbarere Wunder hat sie jedoch in den Seelen der Gläubigen gewirkt, indem sie ihre Herzen öffnete für die Begegnung mit ihrem Sohn Jesus als wahre Antwort auf die innerste Sehnsucht des menschlichen Herzens. Der Heilige Geist, der im Augenblick der Menschwerdung des Wortes über sie kam, verwandelt die Seelen zahlloser Kranker, die sich ihr zuwenden. Auch wenn sie die Gabe der körperlichen Heilung nicht erhalten, so empfangen sie stets ein weit wichtigeres Geschenk: die Umkehr des Herzens als Quelle des Friedens und der inneren Freude. Diese Gabe verändert ihr Leben und macht sie zu Aposteln des Kreuzes Christi, Zeichen der Hoffnung, auch angesichts der härtesten und schwersten Prüfungen.

4. In dem Apostolischen Schreiben Salvifici doloris betonte ich, daß das Leiden zur Transzendenz des Menschen gehört, der lernen muß, es zu akzeptieren und es zu bewältigen (vgl. Nr. 2). Aber wie könnte ihm dies gelingen, wenn nicht durch das Kreuz Christi?

Im Tod und in der Auferstehung des Erlösers findet das menschliche Leiden seinen tiefsten Sinn und seinen heilbringenden Wert. All die Last der Bedrängnis und der Schmerzen der Menschheit gründet im Geheimnis eines Gottes, der, indem er für uns Mensch geworden ist, sich erniedrigt und sich »für uns zur Sünde« gemacht hat (2 Kor 5,21). Auf Golgota hat er die Schuld jedes Menschen auf sich genommen, und in seiner Einsamkeit und Verlassenheit zum Vater gerufen: »Warum hast du mich verlassen?« (Mt 27,46).

Vom Paradoxon des Kreuzes leitet sich die Antwort auf unsere bedrängendsten Fragen ab. Christus leidet für uns: Er nimmt das Leid aller auf sich und befreit uns von ihm. Christus leidet mit uns, wodurch er uns ermöglicht, mit ihm unsere Schmerzen zu teilen. In Verbindung mit dem Leiden Christi wird das menschliche Leiden zum Heilswerk. Eben deshalb kann sich der Gläubige den Worten des hl. Paulus anschließen: »Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt« (Kol 1,24). Der im Glauben angenommene Schmerz wird zur Pforte, um in das Geheimnis des erlösenden Leidens des Herrn einzutreten. Es ist ein Leiden, das uns nicht mehr des inneren Friedens und des Glücks beraubt, denn es ist erleuchtet vom Glanz der Auferstehung.

5. Zu Füßen des Kreuzes leidet Maria im Stillen und nimmt so auf besondere Weise an den Qualen ihres Sohnes teil. Sie wird zur Mutter der Menschheit, die bereit ist, Fürsprache einzulegen, damit jeder Mensch das Heil erlangt (vgl. Apostolisches Schreiben Salvifici doloris, 25).

In Lourdes ist es nicht schwer, diese einzigartige Teilhabe der Gottesmutter am heilbringenden Erlösungswerk Christi zu verstehen. Das Wunder der Unbefleckten Empfängnis erinnert die Gläubigen an eine grundlegende Wahrheit: Nur durch die fügsame Mitwirkung am Plan des Vaters ist es möglich, das Heil zu erwirken, denn er wollte die Welt durch den Tod und die Auferstehung seines eingeborenen Sohnes erlösen. Durch das Sakrament der Taufe wird der Gläubige in diesen Heilsplan eingeführt und von der Erbsünde befreit. Krankheit und Tod verlieren – wenn sie auch im irdischen Leben weiter fortbestehen – ihren negativen Sinn. Im Licht des Glaubens wird der körperliche Tod, der vom Tod Christi besiegt ist (vgl. Röm 6,4), zum unumgänglichen Übergang zur Fülle der Unsterblichkeit.

6. In unserer Zeit wurden große Schritte unternommen bei der wissenschaftlichen Erforschung des Lebens, dieses fundamentalen Geschenkes Gottes, dessen Verwalter wir sind. Das Leben muß angenommen, respektiert und verteidigt werden von seinem Beginn an bis zum natürlichen Tod. Mit ihm soll die Familie als Wiege jedes entstehenden Lebens geschützt werden.

Es wird mittlerweile allgemein von der »Gentechnologie« gesprochen, wobei man auf die außerordentlichen Möglichkeiten verweist, die die Wissenschaft bietet, um auf den Ursprung des Lebens einzuwirken. Jeder wahre Fortschritt in diesem Bereich kann nur ermutigt werden, vorausgesetzt, er respektiert immer die Rechte und Würde der Person vom Augenblick der Empfängnis an. Denn niemand darf es sich anmaßen, das Leben eines Menschen wahllos zu zerstören oder zu manipulieren. Es ist der besondere Auftrag der in der Pastoral im Krankendienst tätigen Personen, alle Menschen, die in diesem schwierigen Sektor arbeiten, dahingehend zu sensibilisieren, daß sie ihre Tätigkeit im Dienst am Leben ausführen.

Anläßlich des Welttages der Kranken möchte ich allen danken, die in der Pastoral im Krankendienst arbeiten, besonders den Bischöfen, die in Euren jeweiligen Bischofskonferenzen diesen Sektor betreuen, den Krankenhausseelsorgern, den Pfarrern und allen weiteren Priestern, die in diesem Bereich wirken, den Orden und religiösen Kongregationen, den freiwilligen Helfern und all jenen, die nicht müde werden, ein treues Zeugnis vom Tod und von der Auferstehung des Herrn angesichts von Leid, Schmerz und Tod abzulegen.

Meine Anerkennung möchte ich auf die im Gesundheitswesen Tätigen ausweiten, auf das medizinische und paramedizinische Personal, die Forscher, besonders auf jene, die sich mit der Herstellung von neuen Heilmitteln und der Produktion von schwer zugänglichen Medikamenten auch für weniger begüterte Menschen befassen.

Alle vertraue ich der allerseligsten Jungfrau an, die im Heiligtum von Lourdes in ihrer Unbefleckten Empfängnis verehrt wird. Möge sie jedem Christen helfen, Zeugnis davon abzulegen, daß die einzige wahre Antwort auf den Schmerz, das Leid und den Tod Christus ist, unser Herr, der gestorben und für uns auferstanden ist.

Mit diesen Empfindungen erteile ich Ihnen, verehrter Bruder und allen, die an der Feier des Welttages der Kranken teilnehmen, meinen besonderen Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, 1. Dezember 2003

JOHANNES PAUL II

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Quelle

Papst trifft Kinderklink-Mitarbeiter: Nie wieder Korruption

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Papst Franziskus traf Patienten der Kinderklinik Bambino Gesù

Papst Franziskus hat am Donnerstag vor Mitarbeitern und Verantwortlichen der Kinderklink Bambino Gesù, die dem Heiligen Stuhl gehört, die Korruption im Gesundheitswesen beklagt. Der Papst war umgeben von Kindern und sprach vorwiegend frei, ohne Redemanuskript. Eine Krankenschwester wollte von ihm wissen, was denn das Markenzeichen des Bambino Gesù sein soll. Daraufhin sagte der Papst vor tausenden Gästen in der Audienzhalle: „Das Markenzeichen der Kinderklinik, die dem Heiligen Stuhl gehört, muss die Angst vor Korruption sein.“ Die mehrstündige Veranstaltung beinhaltete das Treffen mit dem Papst, bei der einige junge Patienten – es waren 150 davon anwesend – sowie Krankenschwestern und Ärzte Franziskus Fragen stellen durften.

„Man muss sich vor Versuchungen hüten, die aus einem Krankenhaus ein Ort des Geldmachens verwandeln will“, fügte der Papst an. „Dort, wo Ärzte zu Wirtschaftsleuten werden, ja sogar die Krankenpfleger und alle anderen auch, da hat uns die Vergangenheit gezeigt, dass es nie gut enden wird. Der schlimmste Feind eines Krankenhauses ist die Korruption“, fügte Franziskus an, der auch auf die Korruptionsskandale rund um den Bambino Gesù hinwies. Nie wieder dürfe die Kinderklinik, die zu den besten weltweit gehört, im Zusammenhang mit Korruption in Verbindung gebracht werden, mahnte er an.

Die Fragen drehten sich rund um das Wesen des Pflegens von jungen Patienten und wie eine Klinik sich im christlichen Sinne organisieren soll.

„Das schlimmste Krebsgeschwür eines Krankenhauses ist die Korruption. Das kommt aber nicht sofort sondern Schritt für Schritt tritt das ein, man merkt es gar nicht. Da wird Bestechungsgeld eingenommen… dort wird jemand eingestellt, weil er jemand kannte usw.“, das sagte der Papst gegenüber der Präsidentin des Krankenhauses, Mariella Enoc, die selber in ihrer Begrüßungsrede auf die Finanzierungsskandale hingewiesen hatte, in der die Klinik in den vergangenen Jahren verwickelt war.

Dem Personal der Kinderklinik zugewandt fügte Franziskus an: „Die Kinder verursachen viel Arbeit, aber sie sind nicht korrupt. Man wird müde mit ihnen und hat viel zu tun, aber sie sind nicht korrupt. In dieser Welt werden so viele Machenschaften durchgeführt, es wird so viel gewirtschaftet mit der Gesundheit und täuscht auch viele Menschen mit der Industrie der Krankheit… Wir sind Sünder, ja, aber niemals dürfen wir Korrupte sein!“

Einem Hilfsarbeiter der Klinik dankte der Papst für die Arbeit. Dieser hatte dem Papst erläutert, dass das Kinderkrankenhaus „eine große Stadt in einer kleinen Umgebung“ sei.

„Danke für deinen Dienst. Ich hoffe, dass die Leiterin, Frau Enoc, neue Räume schaffen kann. Hier im Vatikan gibt es so viele grüne Flächen“, so der Papst und fügte scherzend an: „Frau Enoc möge doch ein Gerät bekommen, um ein Loch zu schaffen und so das Krankenhaus Richtung Urbania ausbauen.“ Neben der Kinderklinik befindet sich das Nordamerikanische Priesterkolleg sowie die Päpstliche Universität Urbaniana. Die Hauptanlage ist also auf dem römischen Gianicolo-Hügel, doch etliche neue Abteilungen sind auch in weiteren Quartieren von Rom und auch außerhalb der Stadt angesiedelt.

Die jüngeren Patienten aber auch die Ärzte wollten natürlich wissen, weshalb denn Kinder krank seien und einige sogar schwerkrank. Der Papst erzählte von seiner Operation an der Lunge – ihm wurde ein Teil wegoperiert – und fügte an, dass er nicht wisse, weshalb Kinder leiden müssten.

„Die Frage nach den Kindern, die leiden, ist sehr schwierig. Ich habe dazu keine Antwort. Vielleicht ist es gut so, dass es keine Antwort dazu gibt. Nur wenn wir das Kreuz mit Jesus anschauen, können wir von ihm eine Antwort sehen. Da kannst du mir jetzt aber sagen: aber Padre, haben Sie nicht Theologie studiert? Klar. Haben Sie nicht Bücher gelesen? Sicher. Aber es gibt keine Antwort. Ich will keine Rezepte veräußern, die nichts nützen. Das ist die Realität. Das Weinen, der Schmerz, ist wie bei Jesus auf dem Kreuz.”

Es sei ihm bewusst, dass es nicht einfach ist, leidende Kinder zu begleiten. Dies könne man am besten durch Zärtlichkeit, Streicheln und da sein tun, so der Papst.

„Ich will euch etwas Persönliches erzählen: Als ich 21 Jahre alt war, bekam ich eine schwere Lungenentzündung. Niemand wusste, was los war. Die Ärzte dachten, es sei eine Grippeerkrankung. Doch ich hatte schweren Fieber. Ich wurde dann ins Krankenhaus eingeliefert. Sie nahmen ganz viel Flüssigkeit von meiner Lunge weg. Ein Arzt kam und befahl einer Krankenschwester ein gewisses Maß Medikamente zu geben und verschwand dann wieder. Eine Nonne, die dabei war, empfiehl aber eine höhere Dosis, weil sie intuitiv vorging. Auch ihr müsst diese Intuition für die Kranken entwickeln“, empfahl der Papst. „Ich will ja nicht gegen Ärzte sprechen“, sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. „Ärzte sind gut, aber die Krankenpfleger sind sehr wichtig, weil sie immer neben den Kranken sind, sie begleiten.“ Mit einem kräftigen Applaus verabschiedeten die Gäste den Papst am frühen Nachmittag.

(rv 15.12.2016 mg)

Im Wortlaut: Die Papstbotschaft zum Weltkrankentag 2017

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Papst Franziskus herzt kranke Kinder

Der Vatikan hat an diesem Donnerstag die Papstbotschaft zum 25. Welttag der Kranken am kommenden 11. Februar veröffentlicht. Radio Vatikan dokumentiert die Botschaft in der offiziellen deutschen Übersetzung. (rv)

 

Botschaft von Papst Franziskus
zum XXV. Welttag der Kranken 2017

Staunen über das, was Gott vollbringt:
» Der Mächtige hat Großes an mir getan « (Lk 1,49)

 

Liebe Brüder und Schwestern,

am kommenden 11. Februar wird in der ganzen Kirche – und besonders in Lourdes – der XXV. Weltkrankentag begangen mit dem Thema: Staunen über das, was Gott vollbringt: » Der Mächtige hat Großes an mir getan « (Lk 1,49). Dieser Tag wurde 1992 von meinem Vorgänger, dem heiligen Johannes Paul II., eingeführt und zum ersten Mal am 11. Februar 1993 gerade in Lourdes gefeiert. Er bietet eine Gelegenheit, der Lage der Kranken und ganz allgemein der Leidenden besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Zugleich ist er eine Einladung an die, welche sich ihnen aufopferungsvoll widmen – angefangen bei den Angehörigen, den Pflegekräften und den Freiwilligen –, Dank zu sagen für die vom Herrn empfangene Berufung, die kranken Brüder und Schwestern zu begleiten. Darüber hinaus erneuert dieser jährliche Gedenktag in der Kirche die geistige Kraft, um jenen grundlegenden Aspekt ihrer Sendung, nämlich den Dienst an den Letzten, den Kranken, den Leidenden, den Ausgeschlossenen und den an den Rand Gedrängten immer so gut wie möglich zu verwirklichen (vgl. JOHANNES PAUL II., Motu proprio Dolentium hominum, 11. Februar 1985, 1). Sicherlich werden die Momente des Gebetes, die Eucharistiefeiern und die Krankensalbung, das Miteinander mit den Kranken und die bioethischen und pastoraltheologischen Vertiefungen, die während dieser Tage in Lourdes stattfinden werden, einen neuen wichtigen Beitrag zu diesem Dienst leisten.

Indem ich mich schon jetzt im Geist zur Grotte von Massabielle und vor das Bild der unbefleckt empfangenen Jungfrau Maria begebe, an der der Allmächtige Großes getan hat für die Erlösung der Menschheit, möchte ich euch allen, liebe Brüder und Schwestern, die ihr die Erfahrung des Leidens durchlebt, wie auch euren Familien meine Nähe kundtun. Zugleich möchte ich meine Wertschätzung gegenüber all denen zum Ausdruck bringen, die in den verschiedenen Rollen und in allen über die Welt verstreuten medizinischen Einrichtungen mit Kompetenz, Verantwortlichkeit und Hingabe für die Linderung eurer Leiden, für eure Pflege und für euer tägliches Wohlergehen arbeiten. Euch alle – Kranke, Leidende, Ärzte, Pflegekräfte, Angehörige und Freiwillige – möchte ich anregen, in Maria, dem Heil der Kranken, die Garantin für die zärtliche Liebe Gottes zu jedem Menschen und das Vorbild der Ergebenheit in Gottes Willen zu betrachten. Findet in einem Glauben, der aus dem Wort Gottes und den Sakramenten seine Nahrung zieht, immer die Kraft, Gott und die Mitmenschen auch in der Erfahrung der Krankheit zu lieben!

Wie die heilige Bernadette trifft uns der Blick Marias. Das einfache Mädchen von Lourdes erzählt, dass die Jungfrau, die sie als „die schöne Frau“ bezeichnet, sie ansah, wie man eine Person ansieht. Diese schlichten Worte beschreiben die Fülle einer Beziehung. Die arme, ungebildete und kranke Bernadette fühlt sich von Maria als Person angeschaut. Die „schöne Frau“ spricht zu ihr mit großem Respekt, ohne Bemitleidung. Das erinnert uns daran, dass jeder Kranke immer eine menschliche Person ist und bleibt und als solche behandelt werden muss. Die Kranken wie die Menschen mit – auch schwersten – Behinderungen haben ihre unveräußerliche Würde und ihre Aufgabe im Leben; nie werden sie zu bloßen Objekten, selbst wenn sie manchmal als nur passiv erscheinen mögen, was aber in Wirklichkeit nie der Fall ist.

Nachdem Bernadette an der Grotte gewesen ist, verwandelt sie durch das Gebet ihre Gebrechlichkeit in Unterstützung für die anderen, wird durch die Liebe fähig, ihren Nächsten zu bereichern und bietet vor allem ihr Leben für das Heil der Menschheit dar. Dass die „schöne Frau“ sie bittet, für die Sünder zu beten, erinnert uns daran, dass die Kranken und Leidenden nicht nur den Wunsch zu genesen in sich tragen, sondern auch ein christliches Leben führen wollen und so weit kommen, es als echte missionarische Jünger Christi hinzugeben. Bernadette erhält von Maria die Berufung, den Kranken zu dienen; sie soll eine „Schwester der Nächstenliebe“ sein – eine Aufgabe, die sie in so hohem Maße erfüllt, dass sie zu einem Vorbild wird, auf das sich jeder und jede im Pflegedienst Tätige beziehen kann. Bitten wir also die „Unbefleckte Empfängnis“ um die Gnade, dass wir es verstehen, in unserer Beziehung zum Kranken immer den Menschen zu sehen, der zwar der Hilfe bedarf und bisweilen sogar für die elementarsten Dinge, der aber seine persönliche Gabe  in sich trägt, um sie mit den anderen zu teilen.

Der Blick Marias, der Trösterin der Betrübten, erleuchtet das Antlitz der Kirche in ihrem täglichen Einsatz für die Bedürftigen und die Leidenden. Die kostbaren Früchte dieser Bemühung der Kirche um die Welt des Leidens und der Krankheit sind ein Grund, Jesus, dem Herrn, zu danken: Er ist für uns eingestanden, im Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters und bis zum Tod am Kreuz, damit die Menschheit erlöst würde. Die Solidarität Christi, des von Maria geborenen Sohnes Gottes, ist der Ausdruck der barmherzigen Allmacht Gottes, die sich in unserem Leben zeigt – vor allem, wenn es gebrechlich, verletzt, gedemütigt, ausgegrenzt und leidend ist – und ihm die Kraft der Hoffnung einflößt, die uns wieder aufstehen lässt und uns unterstützt.

So viel Reichtum an Menschlichkeit und Glaube darf nicht verloren gehen, sondern muss uns vielmehr helfen, uns mit unseren menschlichen Schwächen und zugleich mit den Herausforderungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und der Technologie auseinanderzusetzen. Anlässlich des Weltkrankentags wollen wir uns erneut aufschwingen, um zur Verbreitung einer Kultur beizutragen, die dem Leben, der Gesundheit und der Umwelt mit Respekt begegnet; können wir einen neuen Impuls empfangen, um für die Achtung der Ganzheitlichkeit und der Würde des Menschen zu kämpfen, auch indem wir die bioethischen Fragen, die Fürsorge für die Schwächsten und den Umweltschutz in rechter Weise angehen.

Anlässlich des XXV. Welttags der Kranken wiederhole ich, dass ich euch allen mit meinem Gebet und meiner Ermutigung nahe bin: den Ärzten, den Pflegekräften, den Freiwilligen und allen im Dienst an den Kranken und Bedürftigen beschäftigten Ordensleuten, den in diesem Bereich tätigen kirchlichen und zivilen Einrichtungen sowie den Familien, die sich liebevoll um ihre kranken Angehörigen kümmern. Allen wünsche ich, dass sie immer frohe Zeichen der Gegenwart und der Liebe Gottes sind und so das leuchtende Zeugnis vieler Freunde und Freundinnen Gottes nachahmen. Unter diesen erinnere ich an den heiligen Johannes von Gott und den heiligen Kamillus von Lellis, die Schutzpatrone der Krankenhäuser und der Pflegekräfte, und an die heilige Mutter Teresa von Kalkutta, die Missionarin der Zärtlichkeit Gottes.

Liebe Brüder und Schwestern, lasst uns alle gemeinsam – Kranke, Pflegekräfte und Freiwillige – unser Gebet zu Maria erheben, dass ihre mütterliche Fürsprache unseren Glauben stütze und begleite. Sie erlange für uns von Christus, ihrem Sohn, dass wir auf dem Weg der Heilung und der Gesundheit voller Hoffnung sind, dass wir ein Gespür haben für Brüderlichkeit und Verantwortung, dass wir uns für die ganzheitliche menschliche Entwicklung einsetzen und dass wir jedes Mal, wenn sie uns mit ihrer Treue und ihrer Barmherzigkeit in Erstaunen versetzt, die Freude der Dankbarkeit empfinden.

 

O Maria, unsere Mutter,

die du in Christus jeden von uns als Sohn oder Tochter annimmst,

unterstütze die zuversichtliche Erwartung unseres Herzens,

steh uns bei in unseren Krankheiten und Leiden,

führe uns zu Christus, deinem Sohn und unserem Bruder,

und hilf uns, dass wir uns dem Vater anvertrauen, der Großes vollbringt.

 

Euch allen versichere ich mein stetes Gebetsgedenken und erteile euch von Herzen den Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 8. Dezember 2016, dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria

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Quelle

Siehe auch:

„Lassen wir die Kranken nicht alleine!“

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Generalaudienz, 9. November 2016

Generalaudienz von Mittwoch, dem 9. November 2016 — Volltext

Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die vollständige Ansprache von Papst Franziskus bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz.

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35. Die Kranken und Gefangenen besuchen

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Das Leben Jesu war vor allem in den drei Jahren seiner öffentlichen Sendung durch die unaufhörliche Begegnung mit den Menschen gekennzeichnet. Einen besonderen Stellenwert nahmen dabei die Kranken ein. In wie vielen Seiten des Evangeliums wird von diesen Begegnungen berichtet; der Begegnung mit Gelähmten, Blinden, Leprakranken, Besessenen, Epileptikern und zahlreichen anderen Menschen, die an Krankheiten jeder Art litten … Jesus näherte sich einem jeden von ihm an und heilte sie mit seiner Gegenwart und seiner heilenden Kraft. Daher dürfen der Besuch und die Hilfe der kranken Menschen unter den Werken der Barmherzigkeit nicht fehlen.

Gemeinsam damit können wir auch die Nähe zu den im Gefängnis befindlichen Menschen darunter reihen. So erleben sowohl die Kranken als auch die Gefangenen eine Beschränkung ihrer Freiheit. Und gerade wenn diese uns fehlt, wird uns ihre große Kostbarkeit bewusst! Jesus hat uns die Möglichkeit geschenkt, trotz der Grenzen der Krankheit und der Beschränkungen frei zu sein. Er schenkt uns die von der Begegnung mit ihm und vom neuen Sinn dieser Begegnung für unser persönliches Dasein stammende Freiheit.

Mit diesen Werken der Barmherzigkeit lädt uns der Herr zu einer Geste großer Menschlichkeit ein: das Teilen. Erinnern wir uns an dieses Wort: Teilen. Wer krank ist, fühlt sich oft alleine. Wir können nicht verbergen, dass wir vor allem in unserer Zeit gerade in der Krankheit die tiefste Erfahrung der Einsamkeit erleben, die einen großen Teil des Lebens durchläuft. Ein Besuch kann einen kranken Menschen weniger alleine fühlen lassen und ein wenig Gesellschaft ist eine ausgezeichnete Medizin! Ein Lächeln, eine Zärtlichkeit, ein Händedruck sind einfache, aber sehr wichtige Gesten für Menschen, die sich allein gelassen fühlen. Wie viele Menschen widmen sich dem Besuch der Kranken in den Krankenhäusern oder bei ihnen zuhause! Dies ist ein unbezahlbares freiwilliges Werk. Wenn es im Namen des Herrn geschieht, wird es auch zu einem deutlichen und wirksamen Ausdruck der Barmherzigkeit. Lassen wir die Kranken nicht alleine! Hindern wir sie nicht daran, Erholung zu finden und uns, durch die Nähe zu den Leidenden Bereicherung zu erfahren. Krankenhäuser sind wahre „Kathedralen des Schmerzes“, wo jedoch auch die Kraft der stützenden und Mitgefühl empfindenden Nächstenliebe spürbar wird.

Genauso denke ich an jene, die in einem Gefängnis eingeschlossen sind. Jesus hat auch sie nicht vergessen. Durch die Aufnahme des Besuchs der Gefangenen in die Werke der Barmherzigkeit wollte er uns vor allem dazu einladen, uns nicht als die Richter von jemandem aufzuspielen. Sicherlich hat jemand, wenn er im Gefängnis ist, etwas falsch gemacht, er hat die Regeln des Gesetzes und des gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht erfüllt. Im Gefängnis büßt er daher seine Strafe ab. Aber unabhängig davon, was ein Gefangener getan haben mag, er wird dennoch stets von Gott geliebt.  Wer kann in das Innerste seines Gewissens vordringen um zu begreifen, was er verspürt? Wer kann den Schmerz und die Reue verstehen? Es ist zu einfach, sich die Hände zu waschen und zu sagen, dass er falsch gehandelt hat. Vielmehr ist ein Christ dazu berufen dafür Sorge zu tragen, dass jemand, der einen Fehler gemacht hat, das Übel begreift und in sich selbst zurückkehrt. Der Mangel an Freiheit ist zweifellos eine der größten Entbehrungen für den Menschen. Wenn sich dem der Verfall aufgrund der oft unmenschlichen Bedingungen, in denen diese Menschen leben müssen, hinzugesellt, muss es einem Christen in diesem Fall ein Anliegen sein, ihnen ihre Würde zurückzugeben.

Der Besuch von Menschen im Gefängnis ist ein Werk der Barmherzigkeit, das vor allem heute einen besonderen Wert für die verschiedenen Formen des Justizialismus, denen wir unterliegen, annimmt. Niemand soll daher mit dem Finger auf einen anderen Menschen zeigen. Lasst uns vielmehr alle zu Werken der Barmherzigkeit werden und Haltungen des Teilens und der Achtung annehmen. Ich denke oft an die Gefangenen … oft denke ich an sie, ich trage sie im Herzen. Ich frage mich, was sie zum kriminellen Handeln bewogen hat und wie sie den verschiedenen Formen des Bösen nachgeben konnten. Dennoch spüre ich mit diesen Gedanken, dass alle der Nähe und der Zärtlichkeit bedürfen, denn die Barmherzigkeit Gottes vollbringt Wunder. Wie viele Tränen sah ich auf den Wangen der Gefangenen, die in ihrem ganzen Leben vielleicht noch nie geweint haben; und dies nur, weil sie sich angenommen und geliebt fühlten.

Vergessen wir nicht, dass auch Jesus und die Apostel die Erfahrung des Gefängnisses gemacht haben. In den Erzählungen der Passion erfahren wir von dem Leiden, das der Herr ertragen musste: Er wurde gefangen genommen, wie ein Übeltäter geschleppt, ausgelacht, gegeißelt, mit Dornen gekrönt … Er, der einzige Unschuldige! Und auch die Heiligen Petrus und Paulus befanden sich in Gefangenschaft (vgl. Apg. 12,5; Phil. 1,12-17). Am vergangenen Sonntag – dem Jubiläum der Strafgefangenen – kam mich am Nachmittag eine Gruppe von Gefangenen aus Padua besuchen. Ich fragte sie, was sie am Tag danach, vor ihrer Rückkehr nach Padua, vorhatten. Sie sagten zu mir: „Wir gehen in das Gefängnis Mamertino, um die Erfahrung des hl. Paulus zu teilen“.  Das ist schön; es zu hören, hat mir gut getan. Diese Häftlinge wollten den gefangenen Paulus besuchen. Wie schön, das hat mir gut getan. Und auch dort, im Gefängnis, wurde gebetet und evangelisiert. Bewegend ist der Text aus der Apostelgeschichte über die Gefangenschaft des Paulus: Er fühlte sich allein und verspürte den Wunsch, dass ihn einer seiner Freunde besuchte (vgl. 2 Tim 4,9-15). Er fühlte sich allein, da er von der großen Mehrheit allein gelassen worden war … der große Paulus.

Wie wir sehen, sind diese Werke der Barmherzigkeit alt, aber stets von Aktualität. Jesus ließ das, womit er beschäftigt war, stehen, um die Schwiegermutter des Petrus zu besuchen; ein altes Werk der Barmherzigkeit. Jesus hat es umgesetzt. Lasst uns nicht der Gleichgültigkeit verfallen, sondern werden wir zu Werkzeugen der Barmherzigkeit Gottes. Wir alle können Werkzeuge der Barmherzigkeit Gottes sein und dies tut uns wohler als den anderen, denn die Barmherzigkeit wirkt über eine Geste, ein Wort, einen Besuch und diese Barmherzigkeit ist ein Akt, um jenen Freude und Würde zurückzugeben, die sie verloren haben.

[Übersetzt aus dem Italienischen von Sarah Fleissner]

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Quelle

400 Millionen Menschen leiden an seltenen Krankheiten

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Bakterien / Pixabay CC0 – Skeeze, Public Domain

Pressekonferenz anlässlich der XXXI. Internationalen Konferenz
des Päpstliches Rates für die Pastoral im Krankendienst

Heute morgen fand im Vatikanischen Pressesaal eine Pressekonferenz anlässlich der XXXI. Internationalen Konferenz des Päpstliches Rates für die Pastoral im Krankendienst mit dem Thema „Per una Cultura della Salute accogliente e solidale a servizio delle Persone affette da patologie rare e neglette“, die vom 10. bis 12. November 2016 im Vatikan stattfinden wird.

Über seltene Krankheiten und die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft werden 350 Fachleute aus 50 Ländern diskutieren. Eine Krankheit gilt als selten, wenn sie eine oder weniger als eine Person unter 2000 Menschen befällt. Zwischen 5.000 und 8.000 Krankheitsbilder können dieser Definition zugeordnet werden. 80 Prozent sind genetischen Ursprungs, oft mit tödlichem Ausgang: rund 400 Millionen Menschen sind betroffen, die Hälfte davon Kinder. Eine Milliarde Menschen sind hingegen an sog. vergessenen Krankheiten, die einer Infektion folgen, erkrankt. Vor allem in Regionen ohne Trinkwasser und ausreichende hygienische Versorgung sowie in tropischen Gebieten ist ihre Verbreitung besonders hoch.

In unserer Gesellschaft sind die Anforderungen an die Familien ebenfalls nicht unterzubewerten, da die Pflege eines Erkrankten im Durchschnitt 2.500 Euro pro Monat kostet, was für die betroffenen Familien ohne Hilfe nicht zu bewältigen ist.

Msgr. Jean-Marie Musivi Mupendawatu, Sekretär des Päpstlichen Rates erinnerte daran, dass die Kirche sich seit 2.000 Jahren für die Kranken und Armen einsetze und die barmherzigen Werke einen grundlegenden Teil ihrer Arbeit bilde. Vor allem drei Schlüsselbegriffe hält Msgr. Musivi Mupendawatu für besonders wichtig: Reformieren, Heilen und Bewahren. Er rief alle dazu auf, sich gegen die Wegwerfkultur einzusetzen.

P. Augusto Chendi, M.I., Untersekretär des Päpstlichen Rates, vertiefte den Aspekt der sozialen Ungerechtigkeit und der damit verbundenen mangelhaften medizinischen Versorgung. Er wies darauf hin, dass wegen der Migrationsströme die Versorgung der Krankheiten von globalem Interesse sei. Die Kirche setze sich seit langem im erzieherischen Bereich, in der Vorsorge und Betreuung der Kranken ein.

P. Chendi machte darauf aufmerksam, dass ausreichend Medizin, Information und faire Preise erforderlich seien. Subsidiarität und Solidarität nannte der Pater als die beiden grundlegenden Prinzipien; internationale Zusammenarbeit und Unterstützung der betroffenen Bevölkerung seien notwendig, sodass die Betroffenen selbst die erforderliche medizinische Versorgung übernehmen könnten.

Dr. Claudio Giustozzi, nationaler Sekretär der Onlus „Giuseppe Dossetti: i Valori-Sviluppo e Tutela dei Diritti“ zeigte die Situation in Italien auf und dankte Papst Franziskus für dessen Einsatz für die Kranken.

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