Vatikan klagt Ausbeutung durch multinationale Firmen an

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Sanchez Sorondo – RV

„Es kann nicht sein, dass wenige reiche multinationale Konzerne über mehr als 50 Prozent aller Güter, die von natürlichen Ressourcen herrühren, verfügen – das ist nicht gerecht.“ Es waren deutliche Worte, mit denen der Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften am Donnerstag die Ausbeutung von Natur- und Bodenschätzen durch Wirtschaftsunternehmen anklagte. Zum Abschluss einer Umweltschutz-Konferenz an der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften kritisierte Marcelo Sanchez Sorondo die Rücksichtslosigkeit einer ausschließlich auf Profit fixierten Wirtschaft, die auf Kosten der Natur und der Ärmsten in der Welt geht.

Nachhaltigkeit statt Ausbeutung

Papst Franziskus und die katholische Kirche setzen dem Modell der Ausbeutung und Profitmaximierung eine Vision entgegen, die den Schutz der Schöpfung, Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens und soziale Gerechtigkeit hochhält. Durchdekliniert wird sie in Franziskus Umwelt-Enzyklika „Laudato sì“. „Das ist die Grundidee der Kirche: an das Gemeinwohl und das Wohl eines jeden Menschen zu denken und nicht nur an den Profit“, brachte dies Sanchez Sorondo auf den Punkt. Gemeinsam mit internationalen Klimaforschern und Konfliktforschern erinnert die Kirche daran, dass Klimaschutz, wachsende Armut und Konflikte eng verquickt sind. Solche Zusammenhänge werden auch in der Abschlusserklärung des Workshops über Biodiversität und Umweltschutz, der am Donnerstag zuende ging, geschildert: „Am wichtigsten ist es, die Armut auszurotten und zweitens, weltweite soziale Gerechtigkeit zu suchen“, fasste der Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften die Ziele der Konferenz zusammen. Mit Blick auf den Schutz der Schöpfung und Artenvielfalt forderten die Tagungsteilnehmer „positives menschliches Handeln“, um Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu fördern.

Sozial- und umweltverträgliches Wirtschaften

Was kann ein solch positives Handeln sein? Beispiele gibt es: Die wirtschaftliche Ausbeutung natürlicher Ressourcen in der Amazonas-Region hat etwa in der Form, wie sie heute geschieht, mit Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit wenig zu tun. Sanchez Sorondo: „Und deshalb ist es notwendig, dass Regierungen die Steuern für das Gemeinwohl einsetzen, auch indem sie Steuern verhängen – zum Beispiel, damit die Armen im Amazonasgebiet ihre Wälder behalten können und nicht dazu gezwungen sind, sie zu verkaufen, um zu überleben.“ Eine konkrete Forderung an Regierungen wie etwa Brasilien, den Profit von Wirtschaftsunternehmen, die in der „grünen Lunge des Planeten“ operieren, anders zu besteuern und den Lebensraum der indigenen Völker besser zu schützen. Gerade ihr Überleben hängt ja direkt von den Wäldern und den dort lebenden Tieren und Pflanzen ab. Dass gerade das Aussterben von Spezies, die wichtig für das Überleben des Menschen sind, fatal sein kann, unterstrich der Konferenzleiter und Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Werner Arber: Der Schweizer Nobelpreisträger trat zu Abschluss des Workshops zusammen mit Sanchez Sorondo vor die Presse.

Horrende Ausdünnung der Arten in Gang

Zur Ausdünnung der weltweiten Artenvielfalt legte die Vatikankonferenz erschreckende Zahlen vor. Die Verlustrate der Biodiversität ist den Angaben zufolge heute tausend Mal höher als in der Vergangenheit, Millionen von Tier- und Pflanzenarten seien vom Verschwinden bedroht, bis Ende des Jahrhunderts könnte durch den Klimawandel und die Erderwärmung bis zu 40 Prozent der Artenvielfalt zerstört sein. Wie Sanchez Sorondo betonte, ist von der Vielzahl der Arten heute „nur ein geringer Teil“ überhaupt bekannt, nämlich weniger als ein Fünftel. „Wir wissen, dass viele Spezies aussterben, und das ist schrecklich: schrecklich für die Zukunft und schrecklich auch für die Harmonie des menschlichen Lebens. Hauptursachen dafür sind die Nutzung von Energien aus Erdöl und Kohle, die Veränderung des Wasserzyklus und als Folge daraus die Einschränkung der Biodiversität.“

Es wäre genug für alle da

Überhaupt ist für die Experten der menschliche Umgang mit den natürlichen Ressourcen die Hauptursache des Übels, nicht die menschliche Bevölkerung oder ihr Wachstum an sich. Die Kapazität des Planeten werde heute zu 156 Prozent ausgeschöpft – am Ende der 1960er Jahre waren es noch 70 Prozent. Der Vatikan sieht in einem verantwortungsvolleren und weitsichtigeren Umgang mit den Schätzen und Zyklen der Natur Lösungen für aktuelle globale Probleme, etwa für das Problem der Umweltverschmutzung. Sanchez Sorondo erinnerte in diesem Kontext: „Es ist nicht die Bevölkerung, die Kohlendioxid produziert, sondern die menschliche Produktion und der menschliche Energieverbrauch, der zur Umweltverschmutzung führt. Wir möchten, dass der Mensch wegkommt von dieser Form der Energiegewinnung und stattdessen Techniken verwendet, die den Menschen (am Ende der Produktionskette, Anm.) mehr Essen geben können.“

Der Vatikanvertreter mag hier an die weltweit 100 Millionen Hungerleidenden und 800 Millionen chronisch Unterernährten sowie die skandalöse Ungleichverteilung des weltweiten wirtschaftlichen Reichtums gedacht haben. 19 Prozent der reichsten Weltbevölkerung konsumiert heute insgesamt über die Hälfte aller verfügbaren Ressourcen. Dabei werden Ressourcen nicht nur konsumiert, sondern auch negativ verändert, was Sanchez Sorondo anhand des Wassers verdeutlicht: „Zunächst muss man Wasser sparen und vor der menschlichen Umweltverschmutzung schützen… Die Frage des Wassers ist zentral, wie der Papst sagt, denn die globale Erderwärmung entsteht wesentlich durch die Beeinträchtigung des Wasserkreislaufes, was zu Kriegen führen kann.“ Mit anderen Worten: Menschengemachte Klimaveränderungen führen zu Dürren und entfesseln Kriege um Ressourcen. Dass alle Menschen ein Recht auf Zugang zu sauberem Wasser haben müssen, hatte in der vergangenen Woche der Papst erneut gefordert. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Vereinten Nationen hatten 2014 ungefähr 748 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu Trinkwasser.

Der Workshop mit dem Thema „Biologisches Aussterben. Wie die natürliche Umwelt schützen, von der wir abhängen?“ fand vom 27.2.-1.3.2017 an der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in den Vatikanischen Gärten statt. Wenige Tage zuvor hatte dort noch eine Konferenz zum „Menschrecht auf Wasser“ stattgefunden, auf der auch Papst Franziskus intervenierte.

(rv 03.03.2017 pr)

Die Papstansprache in der Arena von Malmö

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Der Papst in Malmö – ANSA

Wir dokumentieren hier die Papstansprache in der Sport- und Konzertarena von Malmö in der offiziellen deutschen Übersetzung, gehalten am 31. Oktober 2016 anlässlich einer ökumenischen Begegung.

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Liebe Brüder und Schwestern,

ich danke Gott für dieses gemeinsame Gedenken des fünfhundertsten Jahrestags der Reformation, das wir mit einer erneuerten Mentalität und in dem Bewusstsein erleben, dass die Einheit unter den Christen eine Priorität ist. Denn wir erkennen, dass unter uns das, was uns eint, viel mehr ist, als das, was uns trennt. Der Weg, den wir unternommen haben, um zur Einheit zu gelangen, ist bereits ein großes Geschenk, das Gott uns macht, und dank seiner Hilfe sind wir heute hier versammelt – Lutheraner und Katholiken – in einem Geist der Gemeinschaft, um unseren Blick auf den einen Herrn Jesus Christus zu richten.

Der Dialog zwischen uns hat ermöglicht, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen, wechselseitiges Vertrauen zu schaffen und den Wunsch zu bekräftigen, auf die volle Gemeinschaft zuzugehen. Eine der Früchte, die dieser Dialog hervorgebracht hat, ist die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen des Lutherischen Weltbunds und der Katholischen Kirche. Dank diesem neuen Klima des Verständnisses werden die Caritas Internationalis und die Lutheran World Federation – World Service eine gemeinsame Erklärung über Vereinbarungen unterzeichnen, deren Ziel es ist, eine Kultur der Zusammenarbeit zur Förderung der Menschenwürde und der sozialen Gerechtigkeit zu entwickeln und zu festigen. Herzlich begrüße ich die Mitglieder beider Organisationen, die in einer durch Kriege und Konflikte zersplitterten Welt ein leuchtendes Beispiel der Hingabe und des Dienstes für den Nächsten waren und sind. Ich ermuntere sie, auf dem Weg der Zusammenarbeit weiterzugehen.

Aufmerksam habe ich die Zeugnisse angehört, wie ihr inmitten vieler Herausforderungen Tag für Tag hingebungsvoll euer Leben dem Aufbau einer Welt widmet, die immer mehr den Plänen Gottes entsprechen soll. Pranita hat von der Schöpfung gesprochen. Es stimmt, dass die ganze Schöpfung eine Manifestation der unermesslichen Liebe Gottes zu uns ist; darum können wir auch auf dem Weg über die Gaben der Natur Gott betrachten. Ich teile deine Bestürzung über die Missbräuche, die unserem Planeten, unserem gemeinsamen Haus, schaden und auch ernste Folgen für das Klima hervorrufen. Wie du richtig erwähnt hast, fallen die stärksten Beeinträchtigungen oft auf die Menschen zurück, die am verletzlichsten sind und über weniger Mittel verfügen und daher gezwungen sind auszuwandern, um sich vor den Auswirkungen des Klimawandels zu retten. Alle sind wir verantwortlich für die Bewahrung der Schöpfung, und in besonderer Weise wir Christen. Unser Lebensstil und unser Verhalten müssen mit unserem Glauben übereinstimmen. Wir sind berufen, für eine Harmonie mit uns selbst und mit den anderen, aber auch mit Gott und dem Werk seiner Hände zu sorgen. Pranita, ich ermutige dich, mit deinem Engagement für unser gemeinsames Haus fortzufahren.

Prälat Héctor Fabio Henao hat uns über die gemeinsame Arbeit informiert, die Katholiken und Lutheraner in Kolumbien vollbringen. Es ist eine gute Nachricht, zu erfahren, dass die Christen sich zusammentun, um gemeinnützige kommunale und soziale Prozesse ins Leben zu rufen. Ich bitte euch um ein besonderes Gebet für dieses wunderbare Land, damit unter Mitwirkung aller endlich der so ersehnte und für ein würdiges menschliches Zusammenleben so notwendige Friede erreicht werden kann. Möge es ein Gebet sein, das auch all die Länder mit einschließt, in denen schwere Konfliktsituationen fortdauern.

Marguerite hat uns auf die Arbeit für Kinder aufmerksam gemacht, die Opfer vieler Grausamkeiten sind, und auf den Einsatz für den Frieden. Es ist etwas Bewundernswertes und zugleich ein Aufruf, zahllose Situationen der Verletzlichkeit ernst zu nehmen, unter denen viele wehrlose Menschen – jene, die keine Stimme haben – leiden. Was du als eine Sendung betrachtest, ist ein Same gewesen, der reichlich Frucht gebracht hat, und dank diesem Samen können heute Tausende Kinder lernen, heranwachsen und die Gesundheit wiedererlangen. Ich danke dir dafür, dass du jetzt sogar im Exil weiter eine Friedensbotschaft vermittelst. Du hast gesagt, dass alle, die dich kennen, meinen, dass das, was du tust, ein Irrsinn ist. Freilich, es ist der Irrsinn der Gottes- und der Nächstenliebe. Könnte man doch nur diesen vom Glauben und vom Vertrauen auf die göttliche Vorsehung erleuchteten Irrsinn verbreiten! Mach weiter, und möge diese Stimme der Hoffnung, die du zu Beginn deines Abenteuers gehört hast, weiter dein Herz und das Herz vieler junger Menschen ermutigen!

Rose, die Jüngste, hat ein wirklich bewegendes Zeugnis gegeben. Sie hat es verstanden, aus dem Talent, das Gott ihr geschenkt hat, durch den Sport einen Nutzen zu ziehen. Anstatt ihre Kräfte in widrigen Situationen zu vergeuden, hat sie sie für ein gehaltvolles Leben eingesetzt. Während ich deine Geschichte anhörte, kam mir das Leben vieler Jugendlicher in den Sinn, die Zeugnisse wie das deine brauchen. Ich würde gerne daran erinnern, dass alle diesen wunderbaren Umstand, Kinder Gottes zu sein, und das Privileg, von ihm gewollt und geliebt zu sein, entdecken können. Rose, ich danke dir von Herzen für deine Bemühungen und deine Fürsorge, um andere Mädchen zu ermutigen, in die Schule zurückzukehren, und auch dafür, dass du alle Tage für den Frieden in dem jungen Staat Süd Sudan betest, der dieses Friedens so sehr bedarf.

Nachdem ich diese mutigen Zeugnisse gehört habe, die uns an unser eigenes Leben denken lassen und daran, wie ich auf Notsituationen reagiere, die es in unserer Nähe gibt, möchte ich allen Regierungen danken, die den Flüchtlingen, den Vertriebenen und den Asylsuchenden helfen, denn alle Taten zugunsten dieser Schutzbedürftigen sind eine wichtige Geste der Solidarität und der Anerkennung ihrer Würde. Für uns Christen ist es eine Priorität, den Ausgeschlossenen und an den Rand Gedrängten unserer Welt entgegenzugehen und die Zärtlichkeit und die barmherzige Liebe Gottes, der niemanden ausschließt, sondern alle aufnimmt, spürbar zu machen.

Gleich werden wir das Zeugnis von Bischof Antoine hören, der in Aleppo lebt, der vom Krieg ausgezehrten Stadt, wo sogar die grundlegendsten Rechte missachtet und mit Füßen getreten werden. Die Nachrichten sprechen uns täglich von dem unbeschreiblichen Leiden, das durch den syrischen Konflikt verursacht wird, der schon über fünf Jahre andauert. Inmitten von so viel Zerstörung ist es wirklich heldenhaft, dass dort Männer und Frauen ausharren, um Notleidenden materiellen und geistlichen Beistand zu bieten. Es ist auch bewundernswert, dass du, lieber Bruder, inmitten so vieler Gefahren weiterarbeitest, um uns von der dramatischen Situation der Syrer zu berichten. Jeder Einzelne von ihnen hat einen Platz in unserem Herzen und in unserem Gebet. Lasst uns die Gnade der Bekehrung der Herzen derer erflehen, die für die Belange jener Region die Verantwortung tragen!

Liebe Brüder und Schwestern, lassen wir uns von den Widrigkeiten nicht niederdrücken! Mögen diese Geschichten uns motivieren und uns neuen Antrieb geben, immer mehr vereint zu arbeiten. Wenn wir nach Hause zurückkehren, lasst uns das Engagement mitnehmen, jeden Tag eine Geste des Friedens und der Versöhnung zu vollbringen, um mutige und ehrliche Zeugen der christlichen Hoffnung zu sein!

(rv)

»Der Weg der Kirche ist der Weg des Menschen selbst«

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25 Jahre nach Centesimus annus

»Unterwegs mit den Menschen« erklärte Johannes Schasching 1991 in seinem Kommentar zur Enzyklika »Centesimus annus« von Papst Johannes Paul II. zum »Grundprogramm der katholischen Soziallehre: Der Weg der Kirche verläuft nicht neben den Menschen und auch nicht über die Menschen hinweg. Es ist der Weg des Menschen selbst«.1

Dieser Weg des Menschen ist geprägt von »dignitas humana«, nämlich der Freiheit und Würde des Einzelmenschen, die in der Gottes­ebenbildlichkeit des Menschen2 begründet ist und begleitet von sozialen sowie politischen Umweltbedingungen seitens des Staates und der Gesellschaft. Dies veranlasste schon Papst Leo XIII. 1891 zur Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus und Sozialismus im Wirtschafts- und Sozialleben sowie Humanität, Legalität und Konstitutionalität des Staates zu fordern. Es war der Beginn der katholischen Soziallehre mit Sozial­enzykliken als Sozialgestaltungsempfehlungen an Gesellschaft, Staat und Völkergemeinschaft. Sie war mit der Sozialenzyklika »Centesimus annus« 1991 von Papst Johannes Paul II. wegweisend und begleitend zur Zeit des Endes des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa. Das Streben der Menschen nach Freiheit und Anerkennung ihrer Würde hatte sich als stärker erwiesen als die Herrschaftsansprüche von Diktatoren und Ideologien. Dieses Ende des Kommunismus bedeutet aber nicht das Ende der sozialen Frage! Es verlangt vielmehr die Mehrzweckverwendung des Staates, die auf kulturellen Fortschritt, wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit gerichtet ist.

Für diese Mehrzweckverwendung ist ein gegenseitiges Verstehen von Staat, Gesellschaft und Einzelnen erforderlich, das ein Für- und Miteinander ermöglichen und zum Frieden beitragen kann. Österreich hat nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Sozial- und Wirtschaftspartnerschaft hiezu bis heute wegweisendes Beispiel gegeben! Diese Entwicklung ließ die Solidarität der Menschen im Sozialleben und das Erfordernis der Subsidiarität im Staat erkennen. Ein neues Nebeneinander der Staaten und eine Offenheit der Gesellschaft wurde deutlich, die Chancen für die Menschen bot; dazu erklärte 1965 die Pastoralkonstitution »Gaudium et spes« des 2. Vatikanischen Konzils über die Kirche in der Welt von heute schon einleitend »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi«.

Diese Freude und Hoffnung bezog sich auch auf die Pluralitäten der Zeit. In diesem Sinne anerkannte das 2. Vatikanische Konzil »Die richtige Autonomie der irdischen Wirklichkeiten«3 und verdeutlichte »Durch ihr Geschaffensein selber nämlich haben alle Einzelwirklichkeiten ihren festen Eigenstand, ihre eigene Wahrheit, ihre eigene Gutheit sowie ihre Eigengesetzlichkeit und ihre eigenen Ordnungen, die der Mensch unter Anerkennung der den einzelnen Wissenschaften und Techniken eigenen Methoden achten muss.«4 Diese erlebbare Pluralität verlangt Akzeptanz und wird von der Kirche mit ihrer Lehre angesprochen. »Da« die Kirche »kraft ihrer Sendung und Natur an keine besondere Form menschlicher Kultur und an kein besonders politisches, wirtschaftliches oder gesellschaftliches System gebunden ist, kann die Kirche kraft dieser ihrer Universalität ein ganz enges Band zwischen den verschiedenen menschlichen Gemeinschaften und Nationen bilden«.5 Die Kirche »selbst hat keinen dringlicheren Wunsch, als sich selbst im Dienste des Wohles aller frei entfalten zu können unter jeglicher Regierungsform, die die Grundrechte der Person und der Familie und die Erfordernisse des Gemeinwohls anerkennt.«6

In diesem Apostolat sollen »die Laien selbst … im Licht christlicher Weisheit und unter Berücksichtigung der Lehre des kirchlichen Lehramtes darin ihre eigene Aufgabe wahrnehmen.

Oftmals wird gerade eine christliche Schau der Dinge ihnen eine bestimmte Lösung in einer konkreten Situation nahelegen. Aber andere Christen werden vielleicht, wie es häufiger und zwar legitimer der Fall ist, bei gleicher Gewissenhaftigkeit in der gleichen Frage zu einem anderen Urteil kommen …«; hierzu »müsste doch klar bleiben, dass in solchen Fällen niemand das Recht hat, die Autorität der Kirche ausschließlich für sich und seine eigene Meinung in Anspruch zu nehmen. Immer aber sollen sie in einem offenen Dialog sich gegenseitig zur Klärung der Frage zu helfen suchen; dabei sollen sie die gegenseitige Liebe bewahren und vor allem auf das Gemeinwohl bedacht sein.«7

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Philip Alexius de László; Porträt von Papst Leo XIII., 1900.

Das II. Vatikanum hat mit und in dieser ihrer Pastoralkonstitution auf die Verantwortung des Christen mit der Kirche in der Welt von heute verwiesen, die nach dem Ende des Kommunismus sowie der Teilung Europas Staatsordnungen ermöglichte, die in Auseinandersetzung mit der jeweiligen Tradition in politischen, liberalen, sozialen und existentiellen Grundrechten für die Einzelmenschen Freiheiten in dem Staat, für den Staat, von dem Staat und durch den Staat sowie eine abgestimmte parlamentarische und plebiszitäre Staatswillensbildung verlangen.

Diese im Dienste der Freiheit und Würde des Menschen stehenden Grundrechte sollten in den jeweiligen Grundrechtswerten angepassten Grundrechtsformen als subjektiv öffentliches Recht, Einrichtungsgarantie, Programmsatz oder Organisationsvorschriften positiviert werden.

Diese Positivierung von Grundrechtsansprüchen des Einzelnen setzen eine öffentliche Meinungsbildung und Interessenvertretung voraus, welche entsprechend dieser Staatsaufgaben auch die zu deren Erfüllung erforderlichen Kompetenzen des Staates in Gesetzgebung und Vollziehung sowie einen partnerschaftlichen Interessenausgleich von Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite verlangt.

Diese Demokratisierung des öffentlichen Lebens sollte einerseits den Staat nicht zu einer Vergesellschaftung des Staates auf Kosten seiner Autorität und so den Staat zu einem Clearinghaus der Gruppeninteressen werden lassen und andererseits nicht zu einer Verstaatlichung der Gesellschaft auf Kosten der Freiheit des Einzelnen führen. Es kommt vielmehr auf das Zustandekommen einer partnerschaftlichen Ordnung des gegenseitigen Verstehens von Einzelnen, Gesellschaft und Staat an, zu welchen die päpstlichen Sozialenzykliken, vor allem Rerum Novarum (1891) Papst Leos XIII. und Centesimus annus (1991) Papst Johannes Pauls II., Sozialgestaltungsempfehlungen gaben, die Papst Franziskus 2015 mit seiner Enzyklika Laudato si’ auf die Notwendigkeit des Umweltschutzes im Dienste der Schöpfungsordnung hinweisend richtunggebend erweitert hat.8

In dieser seiner Enzyklika Laudato si’ über die Sorge für das gemeinsame Haus will Papst Franziskus die Individualverantwortung des Einzelnen sowie die Sozialverantwortung in Gesellschaft und Staat ansprechen; »alle können wir als Werkzeuge Gottes an der Bewahrung der Schöpfung mitarbeiten, ein jeder von seiner Kultur, seiner Erfahrung, seiner Initiative und seinen Fähigkeiten aus«, betont Papst Franziskus9.

Unter Betonung der Freiheit und Würde des Menschen haben bereits Papst Leo XIII. und Papst Johannes Paul II. auf die Dimensionen der Individual- und Sozialverantwortung verwiesen, die Papst Franziskus auf den Umweltschutz und damit auch auf den Schutz der Natur und so der Schöpfungsordnung erweitert; er verlangt die Berücksichtigung der »Wechselwirkungen der Natursysteme untereinander und mit den Sozialsystemen«10 und verdeutlicht »die Erkenntnis, dass Gott die Welt erschaffen und in sie eine Ordnung und Dynamik hineingelegt hat, die der Mensch nicht ignorieren darf.«11

Da diese Katholizität die Menschen aller Erdteile durch die Weltkirche anzusprechen vermag, kann die katholische Soziallehre wegweisend durch ihre Sozialenzykliken, wie »Rerum novarum«, »Centesimus annus« und »Laudato si’, wie es Papst Franziskus betont hat, »eine Spiritualität heranreifen«12 lassen und damit durch ein gegenseitiges Verstehen, das ein Für- und Miteinander ermöglichen kann, zum Frieden beitragen; ein Auftrag, der sich allen Gläubigen stellt; auf sie kommt es an, eine Ökumene der wertestiftenden Kräfte zu ermöglichen; diese und die soziale Partnerschaft von Arbeitgebern und Arbeitnehmern können jene Solidarität an Menschlichkeit und Barmherzigkeit zum Tragen bringen, auf die Centesimus annus 100 Jahre nach Rerum novarum 1991 hinwies und Papst Franziskus 2015 in Laudato si’ aktualisiert.

Fußnoten

1 Johannes Schasching, Unterwegs mit den Menschen. Kommentar zur Enzyklika »Centesimus annus« von Johannes Paul II., Wien-Zürich 1991, S. 9.

2 Gen 1,26f., Gen 9,6 und Ps 8,5-7; siehe dazu Herbert Schambeck, Die Menschenrechte in der Lehre der katholischen Kirche, in: ders., Kirche, Politik und Recht, ausgewählte Abhandlungen und Vorträge, Berlin 2013, S. 78ff.

3 Gaudium et spes, Nr. 36.

4 Gaudium et spes, Nr. 36.

5 Gaudium et spes, Nr. 42.

6 Gaudium et spes, Nr. 42.

7 Gaudium et spes, Nr. 43.

8 Siehe Herbert Schambeck, Umweltschutz und Grundrechte. Staatsrechtliche Gedanken zur Enzyklika »Laudato si’«, in: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, 6. November 2015, Nr. 45, S. 6

9 Laudato si, Nr. 14.

10 Laudato si’, Nr. 139.

11 Laudato si’, Nr. 221.

12 Laudato si’, Nr. 240.

Von Prof. Dr. Herbert Schambeck österreichischer Bundesrat i.R.

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Quelle: Osservatore Romano 24/2016

Paris (Klimagipfel): Es gibt keinen Plan B

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Laut dem Experten Oliver Ruppel hat die Enzyklika von Papst Franziskus zum Erfolg des Klimagipfels beigetragen. Hier ein Bild von der Lichtershow „Fiat Lux“ am Petersdom zum Thema Umwelt.

Es gibt keinen Plan B für unser Klima. Das sagt Professor Oliver Ruppel von der Stellenbosch-Universtität in Südafrika. Der Klimagipfel in Paris ist vergangenes Wochenende zu Ende gegangen und 196 Staaten haben sich auf einen Vertrag geeinigt. Als Mitglied im Weltklimarat war auch Ruppel dieses Jahr vom 30. November bis 11. Dezember dabei in Paris. Mit Pia Dyckmans sprach er über die Ergebnisse des Vertrags von Paris:

Oliver Ruppel: „Erfreulicherweise – im Gegensatz zu den Klimaverhandlungen der vergangenen Jahre – ist dieses Jahr auch ein positives Ergebnis dabei erzielt worden: das Paris Agreement. Der Pariser Vertrag, der meines Erachtens ein historisches Klimaabkommen darstellt, was die Welt in eine neue Klimaepoche bringt. Ich habe im Rahmen meiner Tätigkeit beim Klimarat in den vergangen Jahren viel mit klimatisch-wissenschaftlichen Gegebenheiten zu tun gehabt und freue mich daher umso mehr, dass diese Reports, die wir im Klimarat verfasst haben, vielleicht einen kleinen Beitrag leisten konnten, dass man sich in Paris endlich hat einigen können, um eine klimaverträgliche Entwicklung zu erreichen und voran zu treiben und eine Emissions-Minderung sicherzustellen. Natürlich auch um den Klimawandel auf weniger als zwei Grad, im Optimalfall sogar weniger als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.“Radio Vatikan: Warme Worte oder feste Verpflichtungen: Wie (rechtlich) verbindlich sind die Resultate des Klimagipfels?Ruppel: „Man muss realistisch sein. Sicherlich sind einige ambitionierte Klimaschützer nicht mit den Verbindlichkeiten der Ziele zufrieden. Dennoch handelt es sich hier um einen völkerrechtlich verbindlichen Klimavertrag, der den globalen Klimaschutz auf eine neue juristische Grundlage stellt und der meines Erachtens – und das ist vielleicht das Wichtigste – belegt, dass die Staatengemeinschaft sich auf eine weltweite Transformation zu einer klimaverträglichen Wirtschaft verständigt hat. Vertraglich wurden auch Fragen nach Anpassungen an den Klimawandel festgehalten, was den Umgang mit Verlusten, Schäden und Folgen der globalen Erwärmung angeht, was Finanzzusagen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar jährlich betrifft. Das sind konkrete Anhaltspunkte. Des Weiteren sind vielseitige Unterstützungsangebote der wohlhabenden Länder an die weniger wohlhabenden Länder verbindlich mitgeteilt worden.“

RV: Nicht nur UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, auch US-Präsident Barak Obama und insbesondere Papst Franziskus haben im Vorfeld betont: „Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel aufhalten kann.“ Schaffen wir das mit dem, was in Paris beschlossen wurde?

Ruppel: „Ohne den Pariser Vertrag hätten wir es in jedem Fall nicht schaffen können. Was eine sehr wichtige Nachricht war, war was vom Eifelturm am Freitag ausgestrahlt wurde: Wir haben keinen Plan B, wir müssen jetzt handeln. Insofern hat die Staatengemeinschaft sich zusammengerauft, Differenzen vergangener Jahre überwunden, woran man seit dem Kopenhagener Gipfel 2009 lange nicht mehr geglaubt hat, dass sie überwunden werden. Ich glaube, dass da nicht nur UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon einen ganz besonderen Beitrag dazu geleistet hat, sondern insbesondere Papst Franziskus mit Laudato Si´, die zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. Ich bin optimistisch, dass wir es mit dem, was in Paris beschlossen wurde, schaffen können. Entscheidend ist allerdings, dass wir uns nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen, sondern entscheidend für die Effektivität dieses Abkommens ist, dass die Staaten den Vertrag weiter konkretisieren.“

RV: Im Sommer hat Papst Franziskus seine erste, eigene Enzyklika veröffentlicht: Laudato Si‘ steht ganz im Zeichen der Ökologie. In sehr klaren und verständlichen Sätzen appelliert der Papst an alle – auch an die Verantwortlichen in Paris – den Klimaschutz ernst zu nehmen und den Klimawandel zu verhindern. Die Veröffentlichung der Enzyklika war so gewählt, dass sie auf den Klimagipfel Einfluss nehmen sollte: Hat sie das?

Ruppel: „Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Laudato Si´ zum optimalen Zeitpunkt gekommen ist, dass die Nachricht und das Zeichen, die Papst Franziskus damit gesetzt hat – ein Appell an die Staatengemeinschaft – auch angekommen ist. In vielen Gesprächen war die Enzyklika Thema und zwar im Zeichen der Ökologie und zum anderen, dass die Staaten mit mehr Ehrlichkeit und Mut an die Herausforderungen herangehen müssen. Ich denke, dass der Pariser Vertrag ein Zeichen von Ehrlichkeit und Mut und ein Neuanfang ist. Ich führe diesen Erfolg unter anderem auch auf die Enzyklika zurück, die die richtigen Worte gefunden hat.“

(rv 14.12.2015 pdy)

Brief von Papst Franziskus zur Einführung des »Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung« am 1. September

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Leidenschaft für die Sorge um die Schöpfung

An die verehrten Brüder

Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden und

Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen

In der Sorge um die Zukunft der Schöpfung, die ich mit dem geliebten Bruder, dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, teile(vgl. Enzyklika Laudato si’, 7-9), und auf den Vorschlag seines Vertreters Metropolit Ioannis von Pergamon eingehend, den dieser bei der Vorstellung der Enzyklika Laudato si’ über die Sorge um das gemeinsame Haus gemacht hat, möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich entschieden habe, auch in der Katholischen Kirche den »Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung« einzuführen, der beginnend mit diesem Jahr immer am 1. September gefeiert werden soll, wie es in der Orthodoxen Kirche schon lange geschieht.

Als Christen wollen wir unseren Beitrag zur Überwindung der ökologischen Krise leisten, welche die Menschheit zurzeit durchlebt. Dazu müssen wir zunächst aus unserem reichen spirituellen Erbe die Beweggründe heranziehen, welche die Leidenschaft für die Sorge um die Schöpfung fördern. Dabei erinnern wir uns immer daran, dass für die Glaubenden an Jesus Christus, das für uns Mensch gewordene Wort Gottes, »die Spiritualität nicht von der Leiblichkeit, noch von der Natur oder den Wirklichkeiten dieser Welt getrennt ist, sondern damit und darin gelebt wird, in Gemeinschaft mit allem, was uns umgibt« (ebd., 216). Die ökologische Krise ruft uns also zu einer tiefen geistlichen Umkehr: Die Christen sind berufen zu einer »ökologische[n] Umkehr, die beinhaltet, alles, was ihnen aus ihrer Begegnung mit Jesus Christus erwachsen ist, in ihren Beziehungen zu der Welt, die sie umgibt, zur Blüte zu bringen« (ebd., 217). Denn »die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben; sie ist nicht etwas Fakultatives, noch ein sekundärer Aspekt der christlichen Erfahrung« (ebd.).

Der jährliche Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung bietet sowohl den einzelnen Gläubigen wie auch den Gemeinschaften eine gute Möglichkeit, ihre persönliche Einwilligung in ihre eigene Berufung als Hüter der Schöpfung zu erneuern, indem sie Gott für das wunderbare Werk danken, das er unserer Sorge anvertraut hat, und ihn um seine Hilfe für den Schutz der Schöpfung und um seine Barmherzigkeit für die gegen unsere Welt begangenen Sünden bitten. Dass wir den Gebetstag zum selben Termin wie die Orthodoxe Kirche begehen, wird eine günstige Gelegenheit sein, Zeugnis abzulegen für unsere wachsende Gemeinschaft mit unseren orthodoxen Brüdern und Schwestern. Wir leben in einer Zeit, in der alle Christen vor denselben wichtigen Herausforderungen stehen, auf die wir, um glaubwürdig und erfolgreich zu sein, gemeinsame Antworten geben müssen. Deswegen ist es mein Wunsch, dass dieser Gebetstag möglichst auch weitere Kirchen und kirchliche Gemeinschaften einbeziehe und im Einklang mit den Initiativen des Ökumenischen Rates der Kirchen zu diesem Thema gefeiert werde.

Sie, Kardinal Turkson, bitte ich als Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden darum, die Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden der einzelnen Bischofskonferenzen sowie die im Umweltbereich tätigen nationalen und internationalen Organisationen über die Einführung des Weltgebetstages für die Bewahrung der Schöpfung in Kenntnis zu setzen, so dass in Übereinstimmung mit den örtlichen Erfordernissen und Situationen die Feier gebührenderweise begangen werden kann unter der Teilnahme des gesamten Gottesvolkes: Priester, Ordensleute und Laien. Deswegen möge sich Ihr Dikasterium darum bemühen, gemeinsam mit den Bischofskonferenzen geeignete Initiativen zur Anregung und Förderung durchzuführen, so dass die jährliche Feier ein intensiver Moment des Gebets, der Reflexion, der Umkehr und der Hinwendung zu einem konsequenten Lebensstil wird.

Sie, Kardinal Koch, bitte ich als Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen darum, die nötigen Kontakte mit dem Ökumenischen Patriarchat und den anderen Gesprächspartnern in der Ökumene aufzunehmen, so dass dieser Weltgebetstag zu einem Zeichen wird, dass alle an Christus Glaubenden gemeinsam einen Weg gehen. Ihr Dikasterium möge sich auch um die Koordinierung mit ähnlichen Initiativen kümmern, die der Ökumenische Rat der Kirchen unternimmt.

In der Hoffnung auf eine umfangreiche Zusammenarbeit für einen guten Beginn und eine gute Entwicklung dieses Gebetstages für die Bewahrung der Schöpfung rufe ich die Fürsprache der allerseligsten Gottesmutter Maria und des heiligen Franz von Assisi an, der in seinem Sonnengesang so viele Frauen und Männer guten Willens zum Lob des Schöpfers und zur Achtung der Schöpfung inspiriert hat. Diesen Wunsch bekräftige ich mit dem Apostolischen Segen, den ich Ihnen, meine Herren Kardinäle, und allen Ihren Mitarbeitern von Herzen erteile.

Aus dem Vatikan, am 6. August 2015, dem Fest der Verklärung des Herrn

(Ital. in O.R. 10./11.8.2015)