Ein tief frommer Reformer – und bald ein seliger Papst?

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Wird Papst Benedikt XIII. bald seliggesprochen? Am 24. Februar 2017 wurde der diözesane Informationsprozess mit Übergabe der Akten an die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse abgeschlossen.

Von Angela Ambrogetti

Ein tüchtiger Reformer, der die Menschen liebte, gegen den Pomp und Luxus kämpfte – und vor allem in tiefer Frömmigkeit lebte, könnte bald selig gesprochen werden: Benedikt XIII. Er war der – bis heute – letzte Papst aus dem Dominikaner-Orden.

Pius XI. war es gewesen, der seine Seligsprechungsprozess ins Rollen brachte und ihn 1931 zum Diener Gottes erklärte. Jetzt wurde der Prozess feierlich abgeschlossen – 86 Jahre später – und fünf Jahre nach Eröffnung des diözesanen Prozesses zu Benedikt XIII.

Kardinalvikar Agostino Vallini stand am 24. Februar in der Aula della Conciliazione des Lateranpalastes der Abschlusszeremonie vor. Anwesend waren ebenso die Mitglieder des diözesanen Gerichtes, die die Untersuchung durchgeführt hatten: Monsignore Giuseppe D’Alonzo, der delegierte Richter, der Kirchenanwalt Don Giorgio Ciucci und der Gerichtsschreiber, Notar Marcello Terramani.

Pier Francesco Orsini, der spätere Papst Benedikt XIII., war der bis dato letzte Papst, der Dominikaner gewesen war. Daher wurde er 1733 in der Basilika Santa Maria sopra Minerva beerdigt.

Ein Spross aus adliger Familie – und mit 23 Kardinal

Benedikt XIII. wurde 1949 in Gravina in einer adeligen Familie geboren. Bald trat er ins Kloster ein und wurde 1668 Ordensmann mit dem Namen Frater Vincenzo Maria. Mit 22 Jahren war er Priester und wurde das Jahr darauf, auf Beschluss von Papst Clemens X., Kardinal.

Er wollte nicht annehmen und trat seinen Dienst in Rom letztendlich nur aus Gehorsam an. Er war Präfekt der Kongregation für das Konklave, Mitglied vieler Kongregationen und wurde 1675 zum Erzbischof von Manfredonia ernannt.

Er war als Hirte sehr aktiv, vor allem durch zahlreiche Pastoralbesuche und durch die Einberufung der ersten diözesanen Synode. Außerdem begann er das Experiment einer Form landwirtschaftlichen Kredits: Der sogenannte „Getreideberg“, der später in Benevent noch weiter gefördert und verbreitet wurde.

Das Kardinalskolleg wählte ihn für seine Heiligkeit

Von Manfredonia ging er nach Cesena und als er erfuhr, dass in Manfredonia ein extremer Getreidemangel herrschte, kaufte er in der Romagna Weizen und kümmerte sich persönlich darum, dass er transportiert und an die Armen verteilt würde. Auch in Cesena war der pastorale Stil des Kardinals ein besonderer und er ließ Volksmissionen abhalten. Zuletzt kam er nach Benevent, wo er sich – vor allem als zwei Erdbeben wüteten – ganz dem Hirten- und Lehrdienst widmete.

Nach dem Tod Innozenz´ XIII. im Jahr 1724 wurde Vincenzo Maria Orsini nach einem dreimonatigen Konklave zum Papst gewählt, da ihn das Kardinalskolleg als den Heiligsten ansah. Das Datum seiner Wahl war der 29. Mai 1724. Auch in diesem Fall, wie beim Kardinalstitel, weigerte er sich zunächst, bezeichnete sich als unzulänglich und beteuerte seine Unwürdigkeit. Aber am Ende gehorchte er und wählte den Namen Benedikt XIII.

Er führte das Leben in heiliger Demut auch auf dem Stuhl Petri weiter; er pflegte die Frömmigkeit, Demut, Einfachheit, die Loslösung von allen Eitelkeiten, aber vor allem bewahrte er die Liebe zu den Armen. Im Vergleich zu ihnen, glaubte er, immer zu viel zu besitzen, obwohl er in äußerster Bescheidenheit lebte.

Ihm verdankt man die erste drastische Verkleinerung der Kurie. Zu den Priestern, die mit ihm arbeiteten und die von seiner Vertaulichkeit überrascht waren, sagte er, dass er in der Öffentlichkeit der Papst sei, privat aber immer Frater Vincenzo Maria bleibe.

Auf ihn geht auch die Einrichtung des ältesten Kardinals als Dekan des Kardinalskollegs zurück.

Er tat viel für Rom, angefangen mit der Errichtung des Krankenhauses San Gallicano für Hautkranke und des neuen Krankenhauses von Santa Maria della Pieta, wo jene hingebracht wurden, die man damals die „Verrückten“ nannte. Er bemühte sich auch, die Haftbedingungen in den Gefängnissen zu verbessern.

Ein besonderer Augenblick seiner pastoralen Vorbildhaftigkeit war das Jubiläumsjahr 1725. In diesem Jahr berief er im Lateran ein Konzil ein; seit den Zeiten von Innozenz dem III. war in Rom keines mehr abgehalten worden.

Er war 81 Jahre alt als er 1730 an einem Fieber starb.

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