„Ein starkes Europa, in dem die christlichen Werte gelebt werden“

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Bischof Gerhard Feige / Wikimedia Commons – Thomas Guffler, CC BY-SA 3.0 (Cropped)

Bischof Feige spricht vor der dritten Tagung der
12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
in Magdeburg

Der Bischof von Magdeburg und Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, hat heute (6. November 2016) auf der dritten Tagung der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einem engagierten Einsatz für Europa aufgerufen. Bei allen Anfragen, die es an Europa gebe, sei jeder einzelne gefragt, was er für den europäischen Zusammenhalt leisten könne. „Wir dürfen als Kirchen das Thema der Zukunft Europas nicht ausschließlich den Politikern überlassen. Stattdessen sollten wir gemeinsam für ein menschenwürdiges Europa eintreten, das sich durch Nächstenliebe, Solidarität und Vertrauen auszeichnet“, so Bischof Feige.

Auch wenn die großen Meldungen zur Flüchtlingssituation aus den Nachrichten verschwunden sind, so sei das Thema keineswegs vom Tisch. „Die Frage, wie wir mit denen umgehen, die aus Angst und Verzweiflung Zuflucht bei uns suchen, kann nur gemeinsam beantwortet werden. Dafür brauchen wir ein starkes Europa, das sich mutig und kreativ den Herausforderungen stellt und in dem die christlichen Werte nicht nur beschworen, sondern auch wirklich gelebt werden“, betonte Bischof Feige. Die Synode habe daher mit dem Schwerpunktthema „… so wirst du leben (Lk 10,28). Europa in Solidarität – Evangelische Impulse“ eine aktuelle Fragestellung aufgegriffen.

Bischof Feige ging in seinem Grußwort vor den Synodenteilnehmern auch auf das Reformationsgedenken ein und erinnerte an das ökumenische Zeichen, das auf Weltebene mit dem Gottesdienst von Papst Franziskus und dem Präsidenten des Lutherischen Weltbundes im schwedischen Lund gesetzt werden konnte. „Dass wir vorgestern in der katholischen Kathedrale St. Sebastian hier in Magdeburg gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst nach dem Formular von Lund gefeiert haben, zeigt, wie sehr uns allen die Versöhnung ein Herzensanliegen ist. Auch in unserem Land sind wir dabei auf einem hoffnungsvollen Weg. Das Dokument ‚Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen‘ ist dafür ein lebendiger und starker Ausdruck.“ Bischof Feige fügte hinzu: „Reformationsjubiläen werden nicht in einem luftleeren Raum gefeiert, sondern immer in einem bestimmten historischen und gesellschaftlichen Kontext. Heutzutage ist dieser wie niemals derart zuvor von ökumenischen Entwicklungen, Herausforderungen und Aspekten geprägt. Daher interessiert seit einiger Zeit schon besonders, wie das gewachsene Miteinander der Kirchen in Deutschland aufgegriffen und fruchtbar gemacht wird.“

Seit Beginn der Lutherdekade 2008 habe sich vieles bewegt und geklärt. Eine „ökumenische Lerngeschichte“ sei in Gang gekommen. „Dass wir nun 2017 miteinander ein Christusfest feiern wollen und uns gemeinsam auf den besinnen, der uns die Einheit schenkt und in dem wir schon eins sind, ist eine Frucht dieser konstruktiven Entwicklung. Damit könnte auch unser gemeinsames Christuszeugnis für die Welt an Bedeutung gewinnen. Gerade in den Gebieten der ehemaligen DDR, wo christlicher Glaube längst nicht mehr selbstverständlich ist, kommt dem Umgang der Kirchen miteinander sowie ihrem gemeinsamen Auftreten eine besondere Bedeutung für ihre Glaubwürdigkeit zu“, so Bischof Feige.

Hinweis:

Das Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige auf der Synode der EKD in Magdeburg ist als pdf-Datei unter www.dbk.de verfügbar.

(Quelle: Pressemitteilung der DBK)