Ägypten: Kirche zerstört, protestierende Christen verhaftet

Wir haben Ihnen verschiedene Materialien und Videos zusammengestellt. Darin teilt die verfolgte Kirche ihre Erfahrungen mit uns, um uns zu ermutigen. Klicken Sie auf den Header dieses Newsmails.

In Koum Al Farag, einer Ortschaft in der Nähe von Alexandria, haben die Behörden am vergangenen 20. Mai ein Kirchengebäude zerstört. Die Christen vor Ort sind traurig und empört, da die Behörden geltendes Recht missachteten und die Verfolgung zunehmend eskaliert.

Anlass für das Eingreifen der Behörden war die Anschuldigung, die Gemeinde habe illegale Baumassnahmen durchgeführt. Tatsächlich litten die 3000 Gemeindemitglieder unter den begrenzten Platzverhältnissen. Im Gespräch mit Open Doors berichtet Gemeindediakon Bishoy: «Wir beschlossen zu Beginn des Jahres, für kirchliche Aktivitäten wie Sonntagsschulklassen zwei zusätzliche Stockwerke auf dem Kirchensaal zu bauen, was legal war. Aber sobald wir mit den Bauarbeiten begannen, griffen extremistische Muslime uns an. Glücklicherweise wurde dieser erste Angriff von gemässigten Muslimen in unserem Dorf gestoppt.» Aber die Extremisten gaben nicht auf sondern begannen kurz darauf, auf dem Feld direkt neben der Kirche eine illegale Moschee zu bauen. Das Errichten einer Moschee in nächster Nähe zu einer Kirche macht letztere nachträglich zu einem illegalen Bau.

Der Anwalt der Gemeinde schildert die Entwicklung so: «Nach wiederkehrenden Spannungen zwischen Kopten und Muslimen wegen des Kirchengebäudes erliess der Präsident des Stadtrats am 4. April 2020 einen Beschluss, das koptisch-orthodoxe Kirchengebäude […] vollständig abzureissen. Dem Abrissentscheid gingen drei Berichte über Verletzungen der Bauvorschriften voraus, obwohl das Erdgeschoss bereits vor 15 Jahren gebaut worden war.»

Zwar legte die Kirchenleitung dem Stadtrat die Baugenehmigung vor. Dieser ignorierte sie jedoch und kündigte an, die Kirche zusammen mit der Moschee abreissen zu lassen. Obwohl die Gemeinde daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen den Abriss erwirkte, begannen 200 Sicherheitskräfte im Beisein des ersten Stadtrates am 20. Mai mit den Arbeiten.

Viele Gemeindemitglieder stellten sich vor der Kirche den Arbeitern und Beamten entschlossen entgegen und baten sie flehentlich, ihre Kirche nicht abzureissen. Bishoy schildert die dramatische Situation: «Die Polizei und einige muslimische Extremisten aus unserem Dorf beleidigten unseren Priester und schlugen ihn so heftig ins Gesicht und auf die Brust, dass er ohnmächtig wurde. Dann feuerten sie Tränengas auf uns Kirchenmitglieder ab und wurden handgreiflich. Sie verhafteten 14 Kirchenmitglieder, darunter einige Frauen und einen Mann, dessen Arm von den Angreifern gebrochen und dem die medizinische Behandlung verweigert wurde. Die Festgenommenen wurden erst am nächsten Tag freigelassen.»

Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Ägypten an 16. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

(Bild: Das zerstörte Kirchengebäude)

Gebetsanliegen:

  • Beten wir für die Gemeinde, dass sie durch die gegenwärtigen Schwierigkeiten in ihrem Glauben gestärkt wird und im Geist Jesu auf das Unrecht reagiert.
  • Beten wir, dass die Christen Möglichkeiten finden, sich zu treffen.
  • Beten wir für den Stadtrat und die Angreifer, dass sie das Unrecht erkennen und Jesus als Erlöser begegnen.

 

Verfolgen Sie die Nachrichten der verfolgten Christen auch auf Video!

Der Youtube-Kanal von Open Doors Schweiz bietet regelmässig neue Videos von Zeugnissen oder Reportagen aus Ländern, in denen die Verfolgung am stärksten ist.

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Generalaudienz: Papst ermutigt zu „unbequemem“ Zeugnis

Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz (Vatican Media)

Papst Franziskus hat Christen inmitten eines „Systems der Gier“ zu einem „unbequemen“ Zeugnis ermutigt. Bei seiner Generalaudienz im Apostolischen Palast warnte er an diesem Mittwoch vor einem Leben der Weltlichkeit und „in Funktion des Geldes“.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand auch diese Generalaudienz ohne Pilger in der Bibliothek des Apostolischen Palastes statt. Der Papst schloss dabei seine Katechesen-Reihe über die Seligpreisungen ab und lenkte den Blick auf Christen, die „um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden“.

Die letzte Seligpreisung verkünde „dieselbe Glückseligkeit wie die erste“, schlug er den Bogen zu Beginn seiner Reihe: „das Himmelreich gehört den Verfolgten ebenso wie denen, die arm sind vor Gott; so verstehen wir, dass wir am Ende eines Weges angekommen sind, der in den vorherigen Ankündigungen vorgezeichnet wurde.“

Der Weg der Seligpreisungen sei „ein österlicher Weg“, erinnerte Franziskus. Christen lebten „im Geben und Verzicht“ und eckten in einer Welt des Materialismus und der Interessen an. Inmitten von „Idolen, Kompromissen und Prioritäten“ und „Strukturen der Sünde“ würden sie zum Störfaktor. Ihr Leben in Armut, Sanftmut und nach dem Evangelium werde zum „Irrtum oder Problem“ erklärt, sie würden als „Idealisten oder Fanatikern“ abgestempelt – „zu etwas, was an den Rand gedrängt werden muss“, formulierte der Papst.

Keine Diaktatur des Geldes

Einmal mehr warnte Franziskus vor einer Diktatur des Geldes; die Christen ermutigte er vor diesem Hintergrund zu einem „unbequemen“ Zeugnis:

„Wenn die Welt in Funktion des Geldes lebt, wird jeder, der beweist, dass das Leben im Geben und im Verzicht gelebt werden kann, für das System der Gier zu einem störenden Element. Dieses Wort ,Ärgernis‘ ist der Schlüssel, denn allein das christliche Zeugnis, das so vielen Menschen so viel Gutes tut, ärgert diejenigen, die eine weltliche Mentalität haben. Sie nehmen es als Vorwurf wahr. Wenn sich die Heiligkeit und das Leben der Kinder Gottes zeigen, dann liegt in dieser Schönheit auch etwas Unbequemes, zu dem Stellung genommen werden muss: entweder muss man sich in Frage stellen lassen und sich dem Guten öffnen, oder man weist dieses Licht zurück und verhärtet sein Herz, was zu Widerstand und Zorn führen kann (vgl. Weisheit 2,14-15).“

Auch heute werden Christen verfolgt

Papst Franziskus erinnerte an die Verfolgung der christlichen Märtyrer und verwies dabei auf die Christenverfolgung in den europäischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Auch heute sei Christenverfolgung eine traurige Realität, hielt er fest:

„Es ist schmerzhaft, dass es in diesem Moment viele Christen gibt, die in verschiedenen Teilen der Welt verfolgt werden. Wir müssen hoffen und beten, dass ihre Qual so bald wie möglich beendet wird. Es sind viele: die Märtyrer von heute sind mehr als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte. Wir bekunden diesen Brüdern und Schwestern unsere Nähe. Wir sind ein einziger Körper und diese Christen sind die blutenden Glieder des Leibes Christi, der die Kirche ist.“

Geschmack am Evangelium nicht verlieren

Das „Drama der Verfolgung“ sei auch „Ort der Befreiung von der Unterwerfung durch die Abhängigkeit vom Erfolg, Eitelkeit und den Kompromissen der Welt“, erinnerte der Papst. Franziskus warnte zugleich vor Selbstmitleid: Menschenverachtung sei nicht immer gleichbedeutend mit Verfolgung. Als Jesus die Christen als „Salz der Erde“ bezeichnete, habe er auch davor gewarnt, dass diese den „Geschmack“ am Evangelium verlören (vgl. mt 5, 13) – diese Form der „Verachtung“ sei letztlich selbst verschuldet, schärfte er ein. Der Papst warb für ein Leben nach dem Vorbild Jesu:

„Man muss dem demütigen Weg der Seligpreisungen treu sein, denn das allein führt dazu, dass wir Christus und nicht der Welt gehören. (…) Ausgrenzung und Verfolgung, wenn Gott uns diese Gnade gewährt, lassen uns dem gekreuzigten Christus ähnlich werden und sind, indem wir uns Anteil haben lassen an seiner Passion, Ausdruck eines neuen Lebens. Dieses Leben ist das Leben Christi, der für uns Menschen und zu unserem Heil ,von den Menschen verachtet und abgelehnt‘ wurde (vgl. Jes 53,3; Apg 8,30-35). Seinen Geist anzunehmen, kann uns dazu führen, so viel Liebe in unseren Herzen zu haben, dass wir unser Leben für die Welt anbieten, ohne mit ihren Täuschungen Kompromisse einzugehen und ihre Ablehnung zu akzeptieren. Das ist das Leben des Himmelreiches, die größte Freude, die wahre Glückseligkeit.“

(vatican news – pr)

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„2019 war ein Märtyrerjahr“ – Der Präsident von KIRCHE IN NOT zieht eine erste Bilanz

Für den Präsidenten der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ (ACN), Thomas Heine-Geldern, war „2019 ein Märtyrerjahr, eines der blutigsten Jahre für Christen in der Geschichte. Höhepunkt waren die Attentate auf drei Kirchen in Sri Lanka mit mehr als 250 Toten. Auch die Lage in China oder in Indien bereitet uns große Sorge.“

Positiv sei, dass in „Westeuropa jetzt Politiker und Meinungsbildner deutlich mehr über Religionsfreiheit sprechen“. Als besonders ermutigendes Beispiel zitiert Heine-Geldern die Videobotschaft des britischen Thronfolgers Prinz Charles, aufgenommen für Kirche in Not zu Weihnachten, in der dieser auf das zunehmende Leid und die Verfolgung von Christen weltweit hinweist und zur Solidarität aufruft.

In diesem Zusammenhang wiederholt Heine-Geldern die Forderung an multi-und zwischenstaatliche Organisationen – wie die EU oder die UNO – , Religionsfreiheit als ein fundamentales Menschenrecht auf allen Ebenen und in allen Ländern zu ermöglichen und zu schützen. „Es wird mehr darüber gesprochen, aber immer noch zu wenig gemacht. Es ist schwer zu glauben, dass in einem Land wie Frankreich weiter über 230 Übergriffe gegen christliche Einrichtungen in diesem Jahr registriert worden sind. Schockierend sind auch die Vorgänge in Chile, wo seit Mitte Oktober 40 Kirchen geschändet und beschädigt worden sind“.

Mit Blick auf Afrika zeigt sich der Präsident von „KIRCHE IN NOT“ über die Lage der Christen in Nigeria, wo die islamistischen Terroristen von Boko Haram im Norden und längs der Grenze zu Kamerun ihr Unwesen treiben, besonders besorgt. „Am Heiligen Abend wurde das von Christen bewohnte Dorf Kwarangulum im Bundesstaat Borno von Dschihadisten angegriffen, sie erschossen sieben Menschen, entführten eine junge Frau und brannten die Häuser und die Kirche nieder. Nur einen Tag später veröffentlichte dann eine Splittergruppe des IS ein Video, das nach ihren Angaben die Hinrichtung von zehn Christen und einem Moslem im Nordosten Nigerias zeigt. Das alles bedrückt uns zutiefst. Wir feiern, während andere trauern und sich fürchten müssen.“

2019 sei auch fatal für die Christen in Burkina Faso gewesen, so Heine-Geldern. In manchen Landesteilen würden die Christen Stück für Stück hinausgedrängt, Schulen und Kapellen hätten geschlossen werden müssen. „Nach unseren Informationen gab es mindestens sieben Attacken auf katholische und protestantische Gemeinden. Dabei wurden 34 Christen – unter ihnen zwei Priester und zwei Pastoren – ermordet. Unsere Projektpartner erzählen vom Versuch, das Land zu destabilisieren, religiöse Konflikte zu schüren und Gewalt zu entfachen“.

Immer präsent in Gedanken und Gebet sei die Situation der Christen im Nahen Osten. Heine-Geldern erinnert in diesem Zusammenhang an die Worte des Erzbischofs von Erbil, Bashar Matti Warda, die auf die Gefahr und Situation der Christen im Irak aufmerksam machten: Die Invasion des terroristischen Islamischen Staats sei nur „einer der vielen Angriffe auf diese Gemeinschaft der Christen“ gewesen. Davor habe es schon mehrere gegeben „und mit jedem Angriff geht die Zahl der Christen im Irak – und in Syrien – dramatisch zurück“. Auch die Zuspitzung der Krise im Libanon erschwere die Lage der Christen im Land und schaffe gleichzeitig als Nebenwirkung viele Hindernisse für eine Hilfe in Syrien.

Heine-Geldern blickt aber auch mit Dankbarkeit auf das Jahr zurück: „Das Schöne an unsere Arbeit ist, dass wir neben dem Kreuz und dem Leiden, auch ganz nah die große Hingabe und Liebe vieler Menschen erleben können: Nehmen wir Syrien. Ein Land, das de facto immer noch im Krieg ist und unter den Folgen des Krieges leidet. Wir haben das Land in den letzten Jahren mehrmals besucht und es ist tief beeindruckend, wie alle – engagierte Laien, Ordensschwestern, Priester und Bischöfe, unterstützt durch die Großzügigkeit unserer Spender – alles Mögliche und Unmögliche tun, um die geistliche und materielle Not der Menschen zu lindern“.

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Papst Franziskus beklagt die weltweite Christenverfolgung

Papst Franziskus bekreuzigt sich bei der Generalaudienz am Petersplatz am 31. Januar 2018. Foto: CNA / Daniel Ibanez

VATIKANSTADT , 11 December, 2019 / 7:51 PM (CNA Deutsch).-

Die weltweite Verfolgung von Christen – auch in Europa – hat Papst Franziskus bei der Generalaudienz am heutigen Mittwoch beklagt.

„Heute werden in der Welt, in Europa, viele Christen verfolgt, und sie geben ihr Leben für den eigenen Glauben. Oder sie werden mit ‚weißen Handschuhen‘ verfolgt, sie werden links liegen gelassen und an den Rand gedrängt“, sagte der Papst.

Der Pontifex setzte seine Mittwochs-Katechesen zur Apostelgeschichte fort – und sprach dabei über die Leiden des heiligen Paulus.

Der Apostel entkam immer wieder nur knapp dem Tod und wurde in böser Absicht denunziert, so wie heute Christen denunziert und verdächtigt werden – nicht selten aus den eigenen Reihen.

Wie Jesus selbst sei Paulus seinen Gegnern verhasst gewesen, betonte Franziskus – und sein Zeugnis sei auch heute maßgeblich: „Das Martyrium ist einem Christen, einer christlichen Gemeinschaft, die Luft zum Atmen“, so der Papst.

„Es gibt immer Märtyrer unter uns: das ist Zeichen dafür, dass wir auf dem Weg Jesu gehen. Es ist ein Segen des Herrn, dass es im Volk Gottes Männer oder Frauen gibt, die dieses Zeugnis des Martyriums ablegen.“

Bereits vor der Audienz hatte der Papst an die Verfolgung der Christen im Kommunismus erinnert.

Zum 30. Jahrestag der Anerkennung der ruthenischen Kirche von Mukatschewe gedachte der Papst am heutigen Mittwoch der Verfolgung der Christen in der Ukraine unter dem totalitären Terror der atheistischen Ideologie zur Zeit der Sowjetunion.

Wie „Vatican News“ berichtet, waren rund 1.000 Pilger der ruthenischen Kirche der Eparchie Mukatschewe nach Rom gekommen.

Papst Franziskus erinnerte an den Fall des Eisernen Vorhangs – und dankte Gott dafür, dass die Kirche von der langen Unterdrückung des sowjetischen Regimes befreit wurde.

Der Pontifex würdigte auch den Märtyrer und Bischof Theodor Romscha, den Papst Johannes Paul II. im Jahr 2001 selig sprach.

Die sowjetische Regierung versuchte, den Widerstand der Christen zu brechen und schüchterte immer wieder Vertreter der Kirche ein, um sie gefügig zu machen.

Bischof Romscha blieb standhaft gegen die kommunistischen Drohgebärden. Als der Kleriker am 27. Oktober 1947 von einer Kirchweih heimkehrte, wurde seine Pferdekutsche von einem Militärlastwagen gerammt. Schlägertrupps ermordeten den Kutscher und verletzten die mitgereisten Priester und Seminaristen. Bischof Theodor Romscha kam mit Kopfverletzungen und Kieferbruch in ein Krankenhaus. Dort wurde er durch eine kommunistische Agentin vergiftet.

Stichwort: Ruthenische Kirche

Als katholische Ostkirche erkennt die Ruthenische griechisch-katholische Kirche den Papst als Oberhaupt an. Ihre auf etwa 650.000 Gläubige geschätzten Anhänger leben im Westen der Ukraine, Tschechien sowie den USA. In der Liturgie feiern sie den Byzantinischen Ritus.

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„245 Millionen Gründe“: Internationale Konferenz zur Christenverfolgung in Budapest

Patriarchen, Kardinäle, Priester, Politiker und viele weitere Christen aus der ganzen Welt bei der International Conference on Christian Persecution (ICCP) in Budapest. Foto: Alexey Gotovskiy / EWTN

BUDAPEST , 27 November, 2019 / 3:34 PM (CNA Deutsch).-

Zahlreiche Patriarchen, Kardinäle, Politiker und Christen aus der ganzen Welt sind diese Woche in Budapest zu einer Internationalen Konferenz zum Thema Christenverfolgung zusammengekommen.

Die International Conference on Christian Persecution (ICCP) bringt mittlerweile Teilnehmer aus über 40 Nationen zusammen.

„Wir haben 245 Millionen Gründe, hier zu sein. So viele Menschen werden täglich wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt“, sagte der ungarische Staatssekretär für die Hilfe verfolgter Christen, Tristan Azbej, am gestrigen 26. November zum Auftakt der ICCP-Tagung.

Azbej ist eine treibende Kraft hinter „Hungary Helps“, einer Regierungsinitiative zur Bereitstellung internationaler Hilfe speziell für verfolgte christliche Gemeinschaften im Nahen Osten – ein Engagement, mit dem sich Ungarn von den meisten anderen europäischen Regierungen unterscheidet.

Erzbischof Bashar Warda aus Erbil (Irak) sagte gegenüber CNA, er hoffe, dass mehr europäische Führungskräfte die Tatsache anerkennen – und darauf reagieren, dass Christen im Nahen Osten verfolgt werden.

„Ich appelliere an die europäischen Regierungschefs, die Tatsache anzuerkennen, dass Christen verfolgt werden, denn bis jetzt ist diese Stimme noch schwach“, sagte Warda. „Ungarn und Polen haben das Richtige getan, um deutlich und laut zu erklären: Christen werden verfolgt.“

Seit die ungarische Regierung 2017 die erste Internationale Konferenz zur Christenverfolgung einberufen hat, hat sich die ICCP-Veranstaltung auf 650 Teilnehmer aus über 40 Ländern verdoppelt.

„Was uns zusammenbringt, ist die Sache der verfolgten Christen im Nahen Osten und unsere Suche nach den Faktoren, die diese schrecklichen Situationen für die ältesten christlichen Gemeinschaften im Osten verursachen“, sagte Gewargis III., Patriarch der Assyrischen Ostkirche, auf der Konferenz.

Die ICCP-Tagung, die vom 26. bis 28. November stattfindet, zog zahlreiche syrische, irakische und libanesische Kirchenleiter an, darunter den Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien, Ignatius Aphrem II., den chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mosul, Najeeb Michaeel sowie Pfarrer Joseph Kassab, Leiter der Evangelischen Gemeinschaft von Syrien und Libanon.

Inoffizielle Gespräche fanden am „Tag Null“ der Konferenz zum Umgang mit Islamismus sowie die Rolle von NGOs bei der Unterstützung verfolgter Gemeinschaften statt.

Der Bischof und Primas der armenisch-orthodoxen Diözese von Damaskus, Armash Nalbandian, betonte in seiner Ansprache, dass die gezielte Verfolgung von Christen in Syrien immer noch eine sehr aktuelle Bedrohung ist.

„Vor nicht einmal einem Monat erschoss ein Schütze Pater Hovsep Bedoyan, den Leiter der armenisch-katholischen Gemeinde in Syrien und seinen Vater, Abraham Bedoyan, in Qamischli, nahe der Grenze zur Türkei.“

Der Angriff wurde vom Islamischen Staat (IS) für sich beansprucht, so Nalbandian.

„Die lokalen Medien berichteten von drei Bombenanschlägen in Qamischli, die am gleichen Tag des Attentats verübt und auch vom IS beansprucht wurden.“ Es stehe zu befürchten, dass auch dies koordinierte Angriffe auf Christen in der Stadt waren, fügte er hinzu.

Zu den katholischen Rednern auf der Konferenz gehören Kardinal Peter Erdő, Primas von Ungarn und Erzbischof von Budapest; Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Antoine Camilleri, apostolischer Nuntius in Äthiopien, Bischof Oliver Dashe Doeme von Maiduguri, Nigeria, Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto, Nigeria, und Erzbischof Ephram Yousif Mansoor aus Bagdad, der den syrisch-katholischen Patriarchen von Antiochien, Ignatius Joseph III. Younan, bei der Konferenz vertrat.

Der ungarische Premierminister Viktor Orban hielt eine Grundsatzrede auf der Konferenz. US-Präsident Donald Trump schrieb einen Brief an die Konferenzteilnehmer, der auf der Konferenz laut vorgelesen wurde.

Die ungarische und die US-amerikanische Regierung haben sich im November darauf geeinigt, gemeinsam Wiederaufbau-Projekte in Qaraqosh zu finanzieren, der größten Stadt im Irak mit einer christlichen Bevölkerungsmehrheit.

„Die Ungarn glauben, dass christliche Werte zu Frieden und Glück führen, und deshalb besagt unsere Verfassung, dass der Schutz des Christentums eine Verpflichtung für den ungarischen Staat ist. Das verpflichtet uns, christliche Gemeinschaften in der ganzen Welt zu schützen, die unter Verfolgung leiden“, sagte Orban.

„Die Ungarn machen 0,12% der Weltbevölkerung aus. Hat es einen Sinn, dass sich ein Land dieser Größe für den Schutz der Christen einsetzt? Unsere Antwort ist ja“, sagte der Premierminister.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original der CNA.

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Bat Ye’or: Es ist nicht zu spät…

Bat Ye’or: Dies ist nicht das erste Mal, dass ich vor einem christlichen Publikum spreche. Ich bin eine Tochter Israels, die Schritt für Schritt die Qualen, den Todeskampf und das Ende des größten christlichen Reiches, das durch die Arabisch-Muslimische Invasion zerstört wurde, studiert hat. Dadurch habe ich die Art der modernen und doch so alten Bedrohung früh erkannt. Mein Buch, Der Niedergang des orientalischen Christentums, war eine lange, schmerzhafte Reise, die ich in Gesellschaft von Geistern unternahm. Sie führte mich zu zerstörten Städten, verlassenen Dörfern und Orten, die dem Jahrtausende währenden Djihad im Weg standen. Und ich habe mir folgende Frage gestellt: Was hat den Glauben, den Widerstand der Christen am Leben erhalten?

Die Beschreibungen der an ihnen vollbrachten Gräueltaten waren durchsetzt mit biblischen Wehklagen. Über die Jahrhunderte hinweg gingen die Christen- und Judenverfolgungen in islamischen Ländern Hand in Hand. Ich nenne den islamischen theologischen und rechtlichen, die Juden und Christen betreffenden Kontext: Dhimmitum. Wir leben heute in einer Zeit des weltweiten Djihad und Dhimmitum. Der ist das religiöse Streben die Dominanz des Islam auf die gesamte Welt auszubreiten. Dies ist eine muslimische religiöse Pflicht.

Der militärische Djihad deckt mehrere Bereiche ab: Krieg, Terrorismus, Entführung, Erpressung, Versklavung und Bedingungen für einen Waffenstillstand. Der „soft-jihad“ – der gedämpfte Djihad – umfasst den geistlichen Djihad, der friedlich geführt wird, durch Propaganda und Proselytismus (da’wa); Umsturz der westlichen Kultur und Zivilisationen durch Multikulturalismus und die Einführung der Werte und Gesetze der Scharia in Europa; darunter die Korruption einflussreicher Nicht-Muslime in hohen Positionen, um die Verbreitung des und Eroberung durch den Islam zu begünstigen. Der Djihad ist so alt wie der Islam selbst. Es ist eine Ideologie, eine Doktrin, ein Gesetz basierend auf religiösen Texten. Er beruht auf einer weltweit-greifenden Strategie, auf einer Vision für die Welt, und heutzutage breiter er sich durch ein globales Netzwerk aus. Der Djihad wurde 13 Jahrhunderte lang gegen Nicht-Muslime geführt, hauptsächlich gegen die Christen.

Gemäß der Djihad Doktrin hat die nicht-muslimische Bevölkerung eine Wahl: Zum Islam konvertieren oder sich der muslimischen Oberherrschaft beugen und Schutzgeld, die Dschizya, zahlen. Sie werden ein beschütztes Volk – die Dhimmi. Wenn beides abgelehnt wird, werden sie mit Krieg und damit einhergehenden Massakern, Zerstörung und Versklavung konfrontiert.

Die Dhimmi müssen den Islam annehmen und tyrannisierende und diskriminierende Sharia-Gesetze akzeptieren. Das nenne ich Dhimmitum. Der Djihad und das Dhimmitum sind die zwei Kräfte, die die einheimische nicht-muslimische Bevölkerung in ihren jeweiligen islamisierten Heimatländern stark geschwächt haben. Das islamische Gesetz behandelt die Rechte und Verpflichtungen der Dhimmis detailliert. Das Dhimmitum ist mit dem Djihad verknüpft und sie ist wie der Djihad eine theologische, politische und rechtliche Institution. Das Dhimmitum ist im Prinzip die friedliche Weiterführung des Djihad, denn das Dhimmitum hat die großen nicht-muslimischen Mehrheiten, vor allem die der Christen, die erobert und unterworfen wurden, zerstört. Kriege werden auf mehreren Ebenen ausgetragen, doch die spirituelle Ebene ist wahrscheinlich die wichtigste. Die theologischen Divergenzen, die wir – Juden und Christen – mit dem Islam haben, wurden verschleiert. Wir müssen sie jedoch kennen, um sie lösen zu können. Wir müssen wissen, dass der Koran biblische Namen wie Adam, Noah, Abraham, einige Könige Israels und Jesus als muslimische Propheten nennt, die den Islam predigten. Die Figuren aus dem Koran unterscheiden sich jedoch stark von denen in der Bibel. Für die Muslime ist Jesus ein muslimischer Prophet namens Isa.

Wir haben also einen Jesus namens Isa, ein muslimischer Prophet, der mit dem jüdischen Jesus, der „geboren war in Bethlehem in Judäa“ (Matthäus 2:1), konkurriert.

Die Aufgabe des muslimischen Jesus ist es, das Christentum und alle anderen Religionen zu zerstören. Aus islamischer Sicht ist das Christentum eine Falschdarstellung des Islams und der wahren Botschaft Isa’s, die dieselbe ist, wie die die Mohammed erhalten hat. Daraus ergibt sich, dass ein guter Christ ein Muslim ist. Das wahre Christentum ist demnach der Islam. Folglich ist die wahre Bibel der Koran, und die Heiligen Schriften der Juden und Christen sind nur Falschdarstellungen und die biblischen Figuren sind muslimische Propheten, die den Islam predigten.

Was sind also die Konsequenzen?

1) Die biblischen Erzählungen aus dem Heiligen Land ist die muslimische Geschichte und Juden und Christen haben dort keine Geschichte, da sie erst nach dem Islam kamen.

2) Die Muslime bestreiten, dass sich das Christentum aus dem Judentum ergeben hat, denn sie glauben, dass es eine Falschdarstellung des Islams sei. Aus diesem Grund haben einige palästinensische und arabische Kirchen (vor allem das Sabeel Zentrum in Jerusalem) versucht, sich dem Islam anzunähern, indem sie die jüdischen Wurzeln des Christentums zerstören wollten. Dies ist eine stärker werdende Bewegung in Europa, die durch die antisemitische/antizionistische Bewegung, entstanden durch Palestinianismus unterstützt wird.

Palestinianismus ist das beste Mittel, um das Christentum zu zerstören. Im islamischen Kontext verkörpern die Palästinenser die djihadistische Ideologie gegen Ungläubige sowie die muslimische Replacement Theologie. Der Krieg Palästinas gegen Israel basiert auf der Lehre des Korans, dass alle biblischen Propheten, Könige und Jesus muslimische Propheten seien, und dass die Bibelgeschichte eigentlich eine muslimische Geschichte sei, deren Wahrheit im Koran und nicht in der Bibel begründet liegt.

Der Druck durch den palästinensischen Terrorismus in den späten 60er Jahren des 20. Jahrhunderts sowie der Ölboykott im Oktober 1973 verwickelten Europa in den Djihad Palästinas gegen Israel. Seit 1973 ist der palästinensische Djihad eine gemeinsame Euro-arabische politische und kulturpolitische Angelegenheit: Dies ist der Ursprung von Eurabien. Europa hat sich in eine selbstmörderische Dynamik gebracht, als es den Djihad Palästinas gegen Israel gerechtfertigt hat. Diese Dynamik legitimiert die eigene Zerstörung und die Zerstörung des Christentums. Die gesamte Eurabia-Politik konzentriert sich darauf, Europa mit der muslimisch-arabischen Welt zu vereinen, während gleichzeitig die Verbindungen mit Israel und den geistlichen Wurzeln unterdrückt werden.

Der Krieg der Kultur und der Medien in Europa mit dem Bestreben Israel zu delegitimieren bestätigt die muslimische Ansicht, dass Juden und damit auch die Christen keine historischen Wurzeln im Heiligen Land haben. Wenn die Juden im Heiligen Land keine Legitimierung haben, dann gilt das ebenso für die Christen, da Jesus der muslimische Jesus – Isa – ist. Eine weitere Folge der muslimischen Replacement-Theologie ist, dass wenn wir von jüdisch-christlichen Werten sprechen, wir eigentlich muslimische Werte meinen, da es keine jüdisch-christlichen Werte gibt, denn sowohl das Christen- als auch das Judentum haben sich aus einer falschen Wiedergabe des Islams entwickelt. Und wenn wir über biblische Erzählungen und Personen sprechen, bzw. deren Ikonographie, beleidigen wir die Muslime, da sie nicht in das Modell des Koran passen.

Ich denke, dass wir heute in einer Zeit leben, in der der Djihad und das Dhimmitum eine Wiederbelebung erfahren. Diejenigen von ihnen, die im Südsudan und in Darfur gearbeitet haben und die Gräueltaten dort gesehen haben, werden die in meinen Büchern oder irgendwelchen muslimischen Texten beschriebene Taktik des Djihad erkennen, die seit dem 8./9. Jahrhundert verfolgt wird. Was im Sudan, in Darfur, Irak, Libanon, Israel und an anderen Orten geschieht, weckt die Erinnerung an Geschehnisse, die Christen und Juden in diesen Gebieten schon vor mehr als einem Jahrtausend beschrieben haben. Wir sehen immer wieder dieses Schema endloser Kriege und Verfolgungen von Juden und Christen; in Anatolien, auf dem Balkan und in den Küstengebieten des Mittelmeerraums sowie auf den europäischen Inseln.

Jahrhundertelang haben wir immer wieder dieselbe Taktik des Djihad gesehen, die immer und immer wieder gegen Juden und Christen in verschiedenen Gegenden auf der Welt eingesetzt wurde. Christen und Juden werden für Lösegeldforderungen entführt. Dies war in allen islamischen Ländern üblich. Geschichtliche Zeugnisse solcher Fälle sind zahllos. Im Archiv des Vatikan gibt es Unmengen von Briefen christlicher Familien, die um Geld bitten, damit sie das Lösegeld für zahllose europäische Christen, Männer, Frauen und Kinder, die entführt und versklavt wurden, bezahlen können. Dies ging jahrhundertelang so. Und dies sind nur die katholischen Fälle. Dasselbe passierte aber auch tausend Jahre lang in anderen, christlichen Kirchen. Heute werden junge koptische Christinnen in Ägypten entführt, um sie zu zwingen zu konvertieren.

Die Wiederbelebung des Djihad-Gedankens im Islam hat das Dhimmitum gegen Nicht-Muslime – vor allem gegen Christen, da fast alle Juden nach dem 2. Weltkrieg entweder geflohen oder vertrieben waren – wieder verstärkt. Das Dhimmitum gegen Juden und Christen steht in den Gesetzen der Scharia und wurde von den europäischen Kolonialmächten im 20. Jahrhundert nur mit größten Mühen abgeschafft. Anti-jüdischer Hass ist immer verbunden mit anti-christlichem Hass und anders herum, da es aus derselben religiösen Quelle stammt.

Jahrzehntelang wurden Europäer durch die Verleugnung der Geschichte des Djihad und des Dhimmitums konditioniert. Die Nichtanerkennung Israels geschichtlicher Legitimierung in seinem eigenen Land unterstützt das Replacement durch eine nach dem Djihad gerichtete Weltordnung mit den islamischen Vorstellungen von Gerechtigkeit, die alle nicht-muslimischen Religionen herabsetzt oder unterdrückt. Dieselbe Doktrin verleugnet Europas eigene Souveränität und Legitimität und rechtfertigt den Djihad gegen Europa – gegen das Christentum. Diese westliche Einwilligung in den gegen Israel geführten Djihad hat seine eigenen Werte verdreht und hindert Europa daran, die Gefahren für sein eigenes Fortbestehen zu erkennen.

Für die Christen spielt Israel in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle, da der Djihad im Namen der Replacement-Theologie geführt wird, damit Jesus durch Isa und die Evangelien durch den Koran ersetzt werden. Die Bibel verbindet die Christen mit den Juden. Wenn die Christen dieses Band lösen wollen, dann müssen sie auf das Alte Testament, mit den 10 Geboten, den Propheten, den Psalmen und vielem mehr verzichten. Dann müssen sie einen Weg finden, wie sie das Evangelium mit dem muslimischen Isa des Korans verbinden können. Dies ist Ziel der Palestinänsischen Befreiungstheologie. Die Herausforderung vor der die Christen nun stehen ist nicht nur der militärische Djihad sondern auch ein spiritueller/kultureller Djihad, der in der Islamisierung der christlich-theologischen Wurzeln stattfindet. Und dies ist die spirituelle Bedeutung Israels für die heutigen Christen. Der Djihad gegen Israel ist auch ein Krieg gegen die christliche Welt.

Heute vertrete ich die Meinung, dass Europa das neue Land des Dhimmitums geworden ist. Und ich erkläre ihnen auch warum. In meinem jüngsten Buch Eurabia, beschreibe ich die Ursachen des Dhimmitums in Europa. Politisch und intellektuell sind wir darauf vorbereitet worden Dhimmis zu werden, ohne dass wie das bemerkt hätten, da wir die Zeichen nicht erkennen, da die Geschichte verleugnet wurde. Ich werde an dieser Stelle vier Punkte anführen:

1) Die Muslime betrachten die jüdisch-christliche Bevölkerung als nicht existent. Unsere europäischen Politiker haben daher beschlossen, dass Europa keine jüdisch-christlichen Wurzeln besitzt, um die muslimische Immigranten-Bevölkerung integrieren zu können. Wir verlieren dadurch den wichtigsten Teil unsere Identität.

2) Das muslimische Gesetz verbietet es Nicht-Muslimen, unter Androhung von Schmerz und Tod, den Islam und die Scharia zu kritisieren. Die Europäische Union hat, aus Angst die Muslimen zu verärgern, in diese Regel eingewilligt und hat die Herrschaft des Terrors und der Diskriminierung gegen Christen in muslimischen Ländern verschleiert.

3) Aus demselben Grund unterdrücken die EU Politiker jede Form von Kritik am Djihad. Wir sollen die muslimischen Ansichten, dass der Djihad immer gerecht sei, da er die Gesetze Allahs umsetzt und den Unglauben erniedrigt, respektieren. Aus unserer Sicht war und ist der Djihad ein Krieg zum Zweck des Völkermords. Es wird von uns erwartet, dass wir ihn lobpreisen. Als der Papst bei seiner Ansprache in Regensburg einen byzantinischen Kaiser des 15. Jahrhunderts zitierte indem er sagte, dass der Islam durch das Schwert verbreitet wurde, protestierten die Muslimen und beschuldigten ihn der Islamophobie. Sie sagten, dass der Islam sich friedlich entwickelt hätte. Wir sollen dien Djihad bewundern und jedwede Kritik vermeiden, obwohl der Djihad die christliche Welt zerstört hat. Wir sehen also, dass der spirituelle Krieg gegen die jüdisch-christlichen Werte unseren Geist so konditionieren will, dass wir das lobpreisen, was uns zerstören wird.

4) Für die Muslime ist die Quelle des Bösen auf dem Planeten immer der Unglaube. Deshalb werden der Westen, Amerika, Israel immer für den Terrorismus und die von Muslimen begangenen Verbrechen verantwortlich gemacht. In einem Hadith steht: „Am Tag der Wiederauferstehung werden Menschen unter den Muslimen sein mit Sünden so schwer wie ein Berg und Allah wird ihnen vergeben und die Juden und Christen an ihre Stelle setzen.“ (Muslim, vol. 4, Kap. 1149, 6668). Es gibt viele Hadithe, die besagen, dass die Sünde von den Schultern der Muslime genommen und auf die Christen und Juden übertragen wird. Seltsam ist, dass die Christen diese Argumentation akzeptieren anstatt in dieser Djihad Doktrin der Vorherrschaft der Muslimen über alle anderen die wahre Quelle von Krieg und Terror zu sehen. Stattdessen verurteilen sie Israels Existenz und Selbstverteidigungspoltik. Die Christen haben sogar unbewusst die muslimische Schuldverlagerung verinnerlicht. Sie haben die Ansicht des Djihad, dass der Widerstand der Opfer des Djihad eine islamophobische Aggressionstat sei, angenommen.

Wir leben in einer Zeit des globalen Djihad, woraus sich morgen ein nuklearer Djihad entwickeln kann und wir wissen es nicht. Ebenso wenig wissen wir, wie wir uns verteidigen können gegen den ideologischen Krieg. Wir leben in einer Zeit des Dhimmitums, wir sind vom Dhimmitum konditioniert, die muslimische Version unserer Geschichte zu akzeptieren und wir erkennen dies nicht, weil der historische Rahmen der Djihad und Dhimmitum-Vergangenheit verschleiert wurde.

Lassen Sie mich dies zusammenfassend so ausdrücken: Es gab über Jahrzehnte einige glaubensübergreifende Dialoge, doch nur wenig wurde erreicht. Europa hat Abermilliarden an muslimische Länder weltweit gezahlt, um sich seine Sicherheit zu erkaufen, doch die Djihad-Kultur erstrahlt in Europa und in den Arabischen Ländern trotz der Europäischen „Appeasement-Politik“ in neuer Blüte. Palestinianismus zusammen mit der muslimischen Replacement-Theologie waren die Mittel, die zur Islamisierung und zum Dhimmitum in Europa führten. Europa hat seine eigene Geschichte vernebelt indem es den muslimischen Djihad gegen Israel unterstützt hat. Nun steht es vor einem globalen Djihad und kann die Situation weder richtig einschätzen noch sich verteidigen. Ein Kontinent, der sein Überleben an Appeasement-Politik, Ehrerbietung und Selbstverleugnung koppelt, ist bereits ein toter Kontinent.

Israel repräsentiert die Befreiung der Menschheit von der Versklavung durch Dhimmitum, während Palästina für die Djihad- und Dhimmitum-Ideologie steht, die auf der Replacement-Theologie basiert. Europa, das durch Palestinianismus versklavt wurde, hat die Knechtschaft anstatt die Freiheit gewählt.

Wenn wir wollen, dass Friede herrscht, muss die muslimische Welt die Ideologie des Djihad verbannen und anerkennen, dass Juden und Christen anders und nicht abtrünnige Muslimen, die zum Islam zurückkehren müssen, sind. Und dies muss mit der muslimischen Anerkennung der Legitimität Israels beginnen, denn der Djihad hat gegen die Juden begonnen und kann nur enden, wenn die Juden und Israel wieder rehabilitiert sind. Dadurch werden dann auch die Christen und alle anderen Nicht-Muslimen rehabilitiert. Wir können dies erreichen, wenn wir die Wahrheit aussprechen und das Wissen über den Djihad und das Dhimmitum weiter geben. Dann werden zahlreiche friedlichen Muslime, die die Hass-Ideologie des Djihad abgelegt haben, die von vielen abgelehnt oder ignoriert wird, zu uns stoßen und mit uns gemeinsam den Frieden etablieren.

Wir können den friedlichen Muslimen aber nur helfen, wenn wir uns selbst helfen können. Und nicht, wenn wir uns von dem Dhimmitum ergreifen lassen. Wenn Sie nun noch eine Minute haben, sage ich Ihnen, dass die Zukunft Europas in Ihren Händen liegt. Sie müssen agieren, um ihre Werte und das zu retten, was das Christentum aufgebaut hat. Wenn sie aber tatenlos bleiben, dass werden sie erfolglos sein, denn die Zeit ist schon mehr als reif. Sie sind nicht schuld, wenn sie nichts wissen, aber es ist Ihre Aufgabe zu wissen, um dann andere zu lehren und selbst zu lernen – es ist Ihre Verpflichtung zu lernen und jene anzuweisen, die nicht lernen können – es liegt in Ihrer Verantwortung.

Quelle: Kirche in Not

Irak: Vor fünf Jahren begann die Vertreibung der Christen durch den IS

Christen im Irak in einer wiederaufgebauten Kirche

Die Häuser der christlichen Familien wurden mit einem Symbol gekennzeichnet, dann wurde gehandelt: Am 6. August 2014, vor genau fünf Jahren, eroberten und zerstörten Einheiten des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) die christlichen Ortschaften in der irakischen Ninive-Ebene. Etwa 120.000 Christen mussten über Nacht fliehen.

Hier zum Nachhören

Seit zwei Jahren gibt es eine erfreuliche Rückkehrbewegung der christlichen Bevölkerung in die Ninive-Ebene. Wir sprachen darüber mit Berthold Pelster, Sprecher des Hilfswerks Kirche in Not, das den Christen im Irak beisteht und namentlich in der Ninive-Ebene tatkräftig hilft.

Gudrun Sailer – Vatikanstadt

Vatican News: Herr Pelster, wie sieht die Ninive-Ebene heute aus?

Pelster: Man sieht überall noch Spuren, von damals, was im August 2014 und danach passiert ist. Man sieht immer noch sehr viele zerstörte Häuser. Die Vertreibung der Christen und auch der Jesiden durch den IS war ein abscheuliches Verbrechen. Der IS hat damals versucht, die christliche Gemeinschaft in der Ninive-Ebene komplett auszulöschen, deswegen spricht man auch zu Recht von einem Genozid, einem Völkermord – ähnlich bei den Jesiden. Die Christen wurden buchstäblich über Nacht aus ihrer Heimat vertrieben. Sie haben alles verloren, ihre Häuser, ihren ganzen Besitz, ihre Heimat. Um eine Rückkehr der Christen unmöglich zu machen, hat der IS tausende Wohnhäuser geplündert, hat sie mit Granaten beschossen oder in die Luft gesprengt. Auch die religiösen Wurzeln der Christen wollte der IS zerstören. Deswegen hat er Kirchen und Klöster geschändet und niedergebrannt. Dann kam es zu den monatelangen Gefechten. Der IS wurde militärisch bekämpft. Und auch bei diesen Gefechten kam es immer wieder zu schweren Schäden an vielen Häusern.

Vatican News: Lassen sich die Schäden eigentlich beziffern?

Pelster: Als die ersten Christen 2017 in die Ninive-Ebene zurückkehrten, haben sie mithilfe von „Kirche in Not“ eine Bestandsaufnahme gemacht. Da haben wir festgestellt, dass es 13.000 Häuser gab, die mehr oder weniger schwere Schäden erlitten hatten. Jedes Gebäude war komplett zerstört und mithilfe von „Kirche in Not“ konnte inzwischen ein Teil dieser Häuser wiederhergestellt werden. Deswegen konnten auch einige – oder ein Teil – der Christen zurückkehren. Damals hieß es, es sind etwa 125.000 Christen geflüchtet und vertrieben worden. Etwa die Hälfte davon ist bis heute in die Ninive-Ebene zurückgekehrt und versucht, einen neuen Anfang zu machen. Die andere Hälfte der Flüchtlinge lebt immer noch im Exil.

“ Die andere Hälfte der Flüchtlinge lebt immer noch im Exil ”

Vatican News: Ungefähr die Hälfte der Christinnen und Christen sind in ihre irakische Heimat zurückgekehrt. Viele haben damals Aufnahme in anderen Ländern gefunden, auch in Europa, in Ländern wie Schweden oder Deutschland. Von denen, die bis jetzt nicht oder noch nicht zurückgekehrt sind: Wollen sie ihrer Einschätzung nach zurück in die Heimat oder ziehen sie es vor, im Exil zu bleiben?

Pelster: Viele von jenen Flüchtlingen, die ins Ausland gegangen sind – vor allen in den Westen – haben sich dort eine neue Existenz aufgebaut, und ich fürchte, dass viele von denen wohl nicht zurückkehren werden. Denn die Kinder gehen dort zur Schule, lernen eine neue Sprache, bekommen eine gute Ausbildung. Die Eltern haben Arbeit gefunden, sind vielleicht inzwischen gut integriert. Warum sollten sie zurückkehren in eine weiterhin doch sehr unsichere Region? Auf der anderen Seite gibt es aber auch Christen, die an ihrer Heimat hängen. Das sind dann vor allem Christen, die nach der Vertreibung im Irak geblieben sind, die jetzt also in der kurdischen Region leben. Und ich könnte mir vorstellen, dass von denen eher welche in die Ninive-Ebene zurückkehren würden, wenn sich die Lage verbessert.

Vatican News: So etwas hängt oft auch mit politischen Entwicklungen zusammen. Wie groß ist denn das Vertrauen der irakischen Christen, die zurückgekehrt sind oder diesen Schritt erwägen, in die heutige politische Führung des Landes?

Pelster: Leider nicht sehr hoch. Nach der Vertreibung der Christen haben wir kaum Unterstützung von der irakischen Regierung bekommen. Die humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge kam damals fast ausschließlich von der Kirche und von internationalen Organisationen – wie „Kirche in Not“. Der Irak ist heute immer noch innerlich zerrissen und von Spannungen geprägt. Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten, zwischen Arabern und Kurden. Die politische Führung des Landes ist eher schwach. Dabei hätte die Regierung die wichtige Aufgabe, für Sicherheit zu sorgen. Dafür zu sorgen, dass Christen, Jesiden und andere Minderheiten nicht erneut Opfer von islamistischer oder krimineller Gewalt werden. Die irakische Regierung müsste auch dafür sorgen, dass der islamistischen Ideologie etwas entgegengesetzt wird. Denn die Intoleranz in dieser fanatischen Ideologie des IS hat zur brutalen Gewalt gegen religiöse Minderheiten geführt. Und gegen diese islamistische Gewalt müsste der Staat etwas unternehmen.

Vatican News: Mit welchen Mitteln?

Pelster: Zum Beispiel durch politische Aufklärung, durch Bildungsarbeit für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder auch durch die Medien, über Fernsehen und Radio. Auch die islamischen Geistlichen hätten eine wichtige Aufgabe. Nur das sind bislang eher fromme Wünsche. In der Realität gibt es das bislang kaum. Eine politische Forderung der Christen, die schon seit Jahren erhoben wird, die richtet sich dahin, dass die Christen gleiche Rechte bekommen und gleich behandelt werden – die Forderung nach gleichen Rechten für alle Bürger des Staates, ganz egal, zu welcher Volksgruppe, Religion oder Konfession sie gehören. Aber davon ist die Realität leider noch weit entfernt.

“ Moderate Muslime schätzen die Anwesenheit von Christen im Irak ”

Vatican News: Inwiefern könnte denn gerade von der kleinen christlichen Minderheit ein Impuls ausgehen für die gesellschaftliche Stabilität im Irak – und zwar trotz aller Widrigkeiten, wie Sie sie gerade beschrieben haben?

Pelster: Die Bischöfe im Irak haben wiederholt berichtet, dass sie von moderaten Muslimen gebeten worden sind, alles dafür zu tun, dass die Christen im Land bleiben. Moderate Muslime schätzen die Anwesenheit von Christen im Irak oder anderen muslimischen Ländern. Denn Christen haben aufgrund ihrer Religion tatsächlich Werte und Verhaltensweisen, die ausgleichend und stabilisierend wirken können – zum Beispiel Gewaltfreiheit, Versöhnung und Nächstenliebe, aber sie betreiben auch Krankenhäuser und Schulen, die ein gutes Niveau haben und zugleich allen offenstehen – auch den Muslimen. Solche Einrichtungen werden oft von Muslimen geschätzt und in Anspruch genommen. Allerdings fürchte ich, dass die Zahl der Christen im Irak inzwischen so weit geschrumpft ist, dass ihr Einfluss kaum noch spürbar ist. Vor 30 bis 40 Jahren gab es 1,5 Millionen Christen im Irak. Heute sind es wohl deutlich weniger als 300.000. Das ist ein Rückgang von über 80 Prozent. Und dieser Trend nach unten ist leider bisher ungebrochen.

Vatican News: Nun will Papst Franziskus auch aus diesem Grund – um die Christen im Irak zu bestärken – das Land nächstes Jahr besuchen. Das wäre eine Premiere, denn noch nie war ein Papst im Irak. Wie groß ist denn das Thema Papstbesuch in der Ninive-Ebene?

Pelster: Sollte es tatsächlich zu so einem Papstbesuch kommen, dann wäre das eine ganz große Sache für die Christen. Die Freude der Christen wäre unbeschreiblich, und sie hoffen schon seit Jahren darauf, dass der Papst sie einmal besucht. Das wäre auch ein großes Zeichen der Solidarität und Verbundenheit. Die Christen im Irak und auch im ganzen Nahen Osten haben seit Jahren – wenn nicht seit Jahrzehnten – das Gefühl, dass sie vom christlichen Westen im Stich gelassen werden, vor allem von den Politikern. Die Christen dort haben oft das Gefühl, dass für den Westen nur geopolitische Interessen zählen und dass den westlichen Politikern das Schicksal der Christen im Nahen Osten ziemlich egal ist. Patriarch Kardinal Luis Sako habe ich die Hoffnung äußern gehört, dass Papst Franziskus sich im Irak mit hochrangingen schiitischen Geistlichen treffen könnte und dort auch ein Dokument unterschreiben könnte. Vielleicht auch das gleiche Dokument unterschreiben könnte, das im Februar dieses Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Abu Dhabi unterzeichnet wurde, damals auch von dem Großscheich der Al-Azhar-Universität, dem höchsten Repräsentanten des sunnitischen Islams. Das war ein Dokument über die Brüderlichkeit der Menschen über ein friedliches Zusammenleben in der Welt. Wenn das jetzt mit schiitischen Geistlichen im Irak gelingen könnte, dann wäre auch das eine große Sache. Eine solche Geste könnte ein wichtiger Schritt sein, um im Schutz religiöser Gemeinschaften vor Unterdrückung und Verfolgung ein gutes Stück voran zu kommen.

(vatican news)

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Türkei: Christliche Siedlungen durch Brände bedroht

Luftaufnahme eines Brandes in den USA (ANSA)

Im Südosten der Türkei waren und sind mehrere christliche Dörfer und Klöster von Bränden bedroht, wie die „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) berichtet. Die Region ist syrisch-orthodoxes Kernland.

Der sogenannte Tur Abdin im Südosten der Türkei ist eines der ältesten christlichen Siedlungsgebiete der Welt. Er ist das Kernland der syrisch-orthodoxen Kirche. Die ältesten noch erhaltenen (und bewohnten) Klöster und Kirchen gehen auf das vierte Jahrhundert zurück.

Große Schäden für die Anwohner

In Midin, dem größten christlichen Dorf in der Region, wurden Wälder, Felder und Weingärten vernichtet. Das Feuer brach an mehreren Stellen aus, es wird Brandstiftung vermutet.
Mehrmals war in diesem Sommer auch bereits das Kloster Deyrulzafaran beziehungsweise dessen landwirtschaftliche Flächen, die das Kloster umgeben, von Feuer betroffen. Vor wenigen Tagen vernichtete ein Brand mehr als 500 Olivenbäume und zahlreiche Obstbäume. Auch in diesem Fall vermutet die Polizei Brandstiftung.

Existenz der Mönche bedroht

Das Kloster, das derzeit von drei Mönchen bewohnt wird, hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, die vorhandenen Ländereien aufzupflanzen, um so eine Einkommensquelle zu schaffen. Die Brände gefährden demnach die Existenz der letzten verbliebenen Bewohner des Tur Abdin.

Auch in zahlreichen weiteren christlichen Dörfern, die vor allem in der schwer zugänglichen Bergregion des Tur Abdin liegen, wurden durch Brände große landwirtschaftliche Flächen vernichtet. Personen kamen laut dem in Linz ansässigen Hilfswerk ICO bislang nicht zu Schaden.

Brandstiftung vermutet

Allerdings vermuten vermittlerweile auch die türkischen Behörden, das Brandstifter am Werk waren. Die Taktik des Abbrennens landwirtschaftlicher Nutzflächen wurde heuer auch von untergetauchten IS-Terroristen in Nordsyrien an der türkischen Grenze („Djazira“) in großem Maßstab angewendet. In Syrien ist die Rede davon, dass in der Djazira 50.000 Hektar von den terroristischen Brandanschlägen betroffen waren, was zu großen Ernteausfällen geführt hat.

In den syrisch-orthodoxen Gemeinden weltweit gibt es die Befürchtung, dass die von den Terroristen in Nordsyrien entwickelte Taktik der Brandstiftung auch auf das türkische Gebiet übergeschwappt ist, wie die Stiftung Pro Oriente am Sonntag berichtete. Evgil Türker, der Obmann der „Federation of Syriac Associations“, sagte, man erwarte gespannt die Ergebnisse der Untersuchungen der türkischen Gendarmerie. Der wirtschaftliche Schaden durch die Brandserie sei jedenfalls sehr groß, vor allem, was die nur langsam nachwachsenden Ölbäume und die Weingärten betrifft.

In der Gemeinschaft gibt es aber auch Befürchtungen, dass die Rückkehrbewegung der Christen syrischer Tradition, die auf eine ausdrückliche Einladung des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Bülent Ecevit im Jahr 2001 zurückgeht, islamistischen Gruppierungen in der Türkei nicht gefällt. Die Brandstiftungen könnten dann als „Warnsignale“ gemeint sein.

(kap – cs)

Christenverfolgung in Zeiten der Selbstverachtung

Gemäß dem aktuellen Verfolgungsindex der Hilfsorganisation „Open Doors“ werden weltweit bis zu 200 Millionen Christen verfolgt. Lebensbedrohlich ist das Leben für Protestanten, Katholiken oder Orthodoxe in Nordkorea, wo etwa 300.000 Christen ihre Religion verleugnen müssen, während 70.000 Gläubige in Gulags interniert sind. In Afghanistan, Ägypten, Somalia, Sudan, Pakistan, Eritrea, Libyen, Irak, im Jemen und im Iran gibt es täglich Gewalt gegen Christen, Diskriminierung, Ausgrenzung, Benachteiligung und Schikane durch den Staat oder gesellschaftlichen Druck.

Die Organisation „ADF International“, vernetzt mit den Vereinten Nationen, der OECD und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, hilft verfolgten Christen mit juristischen Experten. In Indien etwa gewannen Partneranwälte schon mehr als 200 Fälle, in denen sie Pastoren, Bischöfe, Missionare oder Familien pro bono verteidigten, die aufgrund ihres Glaubens vor Gericht standen. Das Hilfswerk „Kirche in Not“ spricht von der „grössten Christenverfolgung seit 2000 Jahren“.

Einige Fachleute und Organisationen interpretieren die Entwicklung rein geopolitisch, andere machen islamistische und nationalistische Bewegungen in Afrika, Asien und im Mittleren Osten dafür verantwortlich. „In vielen Ländern treiben Islamisten die Radikalisierung größerer Bevölkerungsteile voran und stürzen sie in Krieg und Chaos,“ schreibt „Open Doors“. Nach den neusten Terroranschlägen in Sri Lanka betonte Volker Kauder, Ex-Fraktionschef im Deutschen Bundestag: „Das ist leider kein Einzelfall. Ich sehe mit großer Besorgnis die wachsende Christenverfolgung im gesamten asiatischen Raum. Nationalistische Bewegungen von Buddhisten, Hindus und Muslimen werden immer militanter.“

Neben dieser physischen, rohen Form der Christenverfolgung gibt es aber auch in den USA oder in Europa eine subtile Form der Verfolgung. Dies zeigt ein aktueller Bericht des “Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians”, eine Dokumentationsstelle, die von der OSCE konsultiert wird. Jährlich werden Hunderte von Fällen gesammelt, vom Arzt, der sich weigert, Abtreibungen durchzuführen und deswegen keinen Job mehr hat, über den Politiker, der gegen die Homoehe votiert und dessen Karriere daraufhin stillsteht.

Gebet als „grobes Fehlverhalten“

Der Bericht zeigt auch, wie christentumsfeindlich das Klima etwa an Deutschen Universitäten geworden ist. Christlichen Gruppen, die nicht missionieren, sondern nur ihre Perspektive in politische, geistesgeschichtliche oder gesellschaftliche Debatten einbringen wollen, wird nicht nur die Anerkennung in Studentenräten verweigert, sondern man verbietet ihnen den Gebrauch von Campuseinrichtungen, das Verteilen von Flyern oder die Durchführung von Veranstaltungen.

Ein Beispiel aus Frankreich: 2017 hat die Nationalversammlung ein Gesetz gegen das „Verbreiten von irreführenden Informationen“ zur Abtreibung verabschiedet. Seither darf man nicht mehr sagen, das werdende Leben sei von Beginn weg menschlich oder man müsse Frauen vor dem „Post Abortion Syndrom“ warnen. Im Grunde muss man per Gesetz „Pro Choice“ statt „Pro Life“ sein, womit alle Websites von Lebensschutzbewegungen kriminalisiert werden.

Ein Beispiel aus England: eine christliche Krankenschwester wurde trotz langjähriger Verdienste wegen „groben Fehlverhaltens“ aus dem staatlichen Gesundheitsdienst entlassen, nachdem sie mit Einverständnis der Patienten über den Glauben gesprochen oder gelegentlich Gebete als Hilfe für die Vorbereitung auf Operationen angeboten hatte. In Schweden darf in einem christlichen Privatkindergarten auf Druck der regionalen Regierung vor dem Essen überhaupt nicht mehr gebetet werden.

„Die Ausgrenzung und das negative Stereotypisieren von Christen sind inakzeptabel. Christentumsfeindlichkeit darf in Europa nicht salonfähig werden,“so Martin Kugler, Präsident des „Observatory”. Interessant dabei ist, dass auch Papst Franziskus von einer „höflichen“ Christenverfolgung in Europa gesprochen hat. Diese sei „verkleidet als Kultur, getarnt als Moderne, als Fortschritt“. Eine Einschätzung, die der päpstliche Gesandte in Bern, Erzbischof Thomas Gullickson, auf Anfrage bestätigt: „Es gibt in Europa Diskriminierung von Christen. Man kämpft gegen die christliche Idee von Ehe und Familie, die natürlichen Unterschiede von Mann und Frau, gegen den Lebensschutz für Kinder im Mutterbauch oder vor Euthanasie am Lebensende. Es ist ein Kampf gegen das Christentum als geistige Wurzel des Westens.“

„Eine fast unheimliche Nichtbeachtung“

Trotz der dramatischen Zunahme der weltweiten Christenverfolgung behandeln viele westliche Medien und Politiker das Thema entweder gar nicht oder nur am Rande. Gemäß dem Linzer Bischof Manfred Scheuer handelt es sich um „eine fast unheimliche Nichtbeachtung.“ Und der Chefredakteur der Catholic News Agency Deutschland, Anian Christoph Wimmer, sagt: „Die Christenverfolgung ist eine blutige Realität, die westliche Politiker und leider auch Bischöfe und andere Katholiken ausblenden, ja, mit wohlfeilen Worten abspeisen. Ich fürchte, es werden viele Kirchen brennen, auch in Europa, bis dieses eigentliche Problem eingestanden und angepackt wird.“

Auffällig ist, dass man in öffentlichen Debatten, aber auch in populären Filmen oder Serien  glaubenstreue Christen oft als rückständig und fundamentalistisch darstellt. So, wie die Medien auch den „Marsch fürs Leben“ oft mit verblendeten Reaktionären und „Abtreibungshassern“ gleichsetzen. Da passt es ins Schema, wenn in Schweden eine sozialdemokratische Politikerin 2017 kein Problem damit hat, Djihadisten mit Abtreibungsgegnern zu verglichen, während in Deutschland der ZDF-Moderator Klaus Kleber den Katechismus der katholischen Kirche auf die gleiche Stufe wie die Scharia stellt. Das fördert ein Klima, in dem Christen, die einen Job zu verlieren haben, sich hüten, öffentlich zu ihrem Glauben zu stehen oder entsprechende Artikel auch nur zu liken.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum Kardinal Francis George, Erzbischof von Chicago, vor einigen Jahren sagte: „Ich erwarte, im Bett zu sterben, mein Nachfolger wird im Gefängnis sterben und dessen Nachfolger wird als Märtyrer auf einem öffentlichen Platz sterben.“ Eine düstere Prognose, die man natürlich nicht teilen muss. Sicher aber ist, dass das Ermorden, Vergewaltigen, Verbrennen, Attackieren, Stigmatisieren und Ausgrenzen von Christen kaum je einen medialen Aufschrei auslöst, einen Mahnmarsch, eine große Solidaritätskundgebung. Einen Aufschrei, der andererseits selten ausbleibt, wenn es nicht um Christen geht, sondern um bedrohte Muslime, um «Me too», Donald Trump oder den Klimawandel.

Es herrschen offensichtlich Doppelstandards. Ein Phänomen, das der deutsch-israelische Psychologe und Autor Ahmad Mansour nach den islamistischen Anschlägen in Sri Lanka so kommentierte:

„Bei den Anschlägen in Neuseeland (Christchurch) sucht man die Zusammenhänge zwischen den Tätern und der rechtsradikalen Ideologie! Muslimfeindlichkeit und sogar Islamkritiker sollen mögliche Ursache für die Gewalt sein. Und jetzt in Sri Lanka? Jetzt haben die islamistischen Attentäter gar nichts mit der Religion zu tun? Obwohl sie sich darauf berufen? Obwohl manche Theologie mehrfach Gründe für den Hass und die Abwertung von Anderen (Christen, Juden) liefert. Man ist nicht bereit, bei islamistischen Anschlägen überhaupt Zusammenhänge zu erwähnen, sie dürfen nicht existieren!“

Diese beobachtete Ungleichbehandlung ist nichts Neues und gereicht in der öffentlichen Wahrnehmung fast immer den Christen zum Nachteil und nährt den Verdacht, dass große Teile unseres Establishments tatsächlich einen „Kampf gegen das Christentum als geistige Wurzel des Westens“ führen. Die Frage ist nur, warum eigentlich?

Es läuft auf kulturelle Selbstverachtung hinaus

Könnte es mit dem sogenannten Multikulturalismus zusammenhängen, der nach wie vor viele Anhänger hat? Zu dieser Weltanschauung gehört die Vorstellung, dass alle Kulturen gleichwertig sind. Das Problem: wie soll man auf dieser Grundlage die Tatsache erklären, dass die westliche Zivilisation für den Rest der Welt seit Jahrzehnten offenbar so attraktiv ist, dass immer wieder Millionen von Migranten aus nicht-westlichen Kulturen herkommen, aber nicht umgekehrt? Hat es damit zu tun, dass nur im christlich geprägten Westen die Menschenrechte entstehen konnten und heute ein Grad an Freiheit und Massenwohlstand existiert, wie die Geschichte ihn noch nie erlebt hat?

Doch Anhänger des Multikulturalismus lassen keine Überlegenheit der freien Welt gelten. Vielmehr kritisieren sie einen militärisch-ökonomischen Imperialismus, mit dem andere Kulturen angeblich seit Jahrhunderten an den Rand der Weltgeschichte gedrückt und ausgebeutet werden. Deswegen gehört zur Weltanschauung des Multikulturalismus immer ein Schuldeingeständnis für die „verbrecherische“ Vorherrschaft des Westens – und eine entsprechende Suche nach den Opfern dieser bösen, patriarchalen Kultur.

Populäre Opfergruppen sind Frauen, Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe und nicht-heterosexueller Orientierung. Diese Gruppen werden regelmäßig nicht nur von westlichen Soziologen, Historikern oder Politikern dazu benutzt, den Westen anzuprangern, sondern auch von Kulturschaffenden und Journalisten. Das Ganze läuft auf eine kulturelle Selbstverachtung hinaus, bei gleichzeitiger Idealisierung fremder Kulturen und Ethnien. Man könnte sagen: es handelt sich um eine kollektive Depression von Leuten, die es nicht als Privileg und Verdienst ihrer Vorfahren ansehen, der westlichen Gesellschaft angehören zu dürfen, sondern die damit ein Problem haben.

Was aber bedeutet das am Ende für die Christen selber? Für die Familien, die Gemeinschaften, die Kirchen? Sie müssen damit rechnen, dass man ihr brutales Leiden und Sterben in Afrika, Asien und dem Mittleren Osten seitens Europa weiterhin mehrheitlich ignoriert, ja dass man dieses Leiden insgeheim sogar als Sühne für den bösen, patriarchalen Westen ansieht. Und dass die Diskriminierung und Ausgrenzung von bekennenden Christen in Europa weiter zunehmen wird. Vielleicht müssen sich die Christen schließlich schmerzhaft daran erinnern, dass Verfolgung und Kreuz seit jeher zum Christentum gehört haben. Schon im römischen Reich wurden die Christen, eine kleine, damals fremdartig anmutende Minderheit, von Römern wie Griechen belächelt, verachtet und auch gehasst.

Auf eindrückliche Weise ist dies festgehalten im „Brief an Diognet“, eine von einem Unbekannten verfasste Schrift aus der frühchristlichen Literatur, wahrscheinlich aus dem 2. oder 3. Jahrundert. Darin wird erklärt, dass die Christen der Antike weder durch Heimat noch durch Sprache oder Sitten von den übrigen Menschen verschieden gewesen sind, dass sie sich an allem wie Bürger beteiligt haben. Es wird erklärt, dass jede Fremde für den Christen damals ein Vaterland und jedes Vaterland eine Fremde gewesen ist, und dass diese Leute wie alle andern geheiratet und Kinder gezeugt, die Geborenen aber nicht ausgesetzt haben, wie das damals offenbar üblich gewesen ist. Zum Schluss heißt es im Brief: „Sie weilen auf Erden, aber ihr Wandel ist im Himmel (…) Sie werden missachtet und in der Missachtung verherrlicht; sie werden geschmäht und doch als gerecht befunden. Sie werden gekränkt und segnen, werden verspottet und erweisen Ehre. Sie tun Gutes und werden wie Übeltäter gestraft. Sie werden angefeindet wie Fremde und verfolgt; aber einen Grund für ihre Feindschaft vermögen die Hasser nicht anzugeben.“

Giuseppe Gracia (51) ist Schriftsteller und Medienbeauftragter des Bistums Chur. 

Dieser Beitrag erschien zuerst in der Weltwoche (Schweiz).

Indien – Nonnen verprügelt und katholische Schule angezündet

Indien –  Mitglieder der radikalen Bewegungen Rashtriya Swayamsevak Sangh, einer hinduistischen, paramilitärischen Gruppe, attackierten Anfang der Woche eine katholische Schule und Kapelle. Dabei zerstörten sie Statuen der Jungfrau Maria und verletzten die Nonnen dort.

Unfassbare Mobgewalt entfesselten hinduistische Extremisten gegen eine katholische Schule, die von Nonnen betrieben wurden. Die Frauen wurden geschlagen und man versuchte sie sogar zu strangulieren. Eine Statue der Jungfrau Maria wurde enthauptet und zerstört, nachdem bereits der Altar der Kapelle mit einer Hacke demoliert und in Brand gesteckt wurde. Die Extremisten verwüsteten die Schule und machten auch nicht vor dem Personal halt, das zum Teil schwer verletzt in die örtlichen Krankenhäuser verbracht wurde, berichtet Asianews.com.

Es ist nicht der erste Angriff auf religiöse Minderheiten in Indien. Das Land ist bekannt für häufig ausbrechende interreligiöse Gewalt. Sowohl Muslime als auch Hindus sind dabei häufig Täter, die sich entweder aneinander oder an Minderheiten wie Christen und Buddhisten vergreifen. Angriffe gegen Christen erlebten in den letzten Jahren in Indien neue Höchstwerte. Allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2019 stieg die Anzahl um 57% Prozent, so Breitbart.

Die Franziskaner, die die Schule betreiben, sprechen von einer koordinierten Attacke auf die christliche Gemeinde. Die etwa 2150 Schüler dort sind teilweise Kinder aus sehr ärmlichen Familien, die im indischen Kastensystem ganz unten angesiedelt sind.

Obwohl die Schule direkt neben einer Polizeistation war, griffen die Polizisten nicht ein und ließen das Pogrom geschehen.  Gewalt gegen Christen ist weltweit auf einem Höchstand, berichtet die NGO Open-Doors, die sich auf den Schutz der Christen spezialisiert hat. Vorreiter bei der Christenverfolgung sind mehrheitlich muslimische Länder. Aber auch Indien, China und Nordkorea gehören zu den besonders christenfeindlichen Nationen. (CK)

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