Kongregation für die Glaubenslehre: über die neue Formulierung der Nr. 2267 des KKK bezüglich der Todesstrafe

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE 
ÜBER DIE NEUE FORMULIERUNG DER NR. 2267
DES KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE
BEZÜGLICH DER TODESSTRAFE

1. In der Ansprache zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution Fidei depositum, mit der Johannes Paul II. den Katechismus der Katholischen Kirche promulgierte, hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, die Lehre über die Todesstrafe neu zu formulieren, um die in jüngster Zeit erfolgte Entwicklung der Lehre zu diesem Thema besser zusammenzufassen.[1] Diese Entwicklung beruht hauptsächlich darauf, dass es in der Kirche ein immer klareres Bewusstsein der Achtung gibt, die jedem menschlichen Leben geschuldet wird. In diesem Sinn stellte Johannes Paul II. fest: «Nicht einmal der Mörder verliert seine Personwürde, und Gott selber leistet dafür Gewähr».[2]

2. In diesem Licht ist die Haltung zur Todesstrafe zu verstehen, die sich in der Lehre der Hirten und im Empfinden des Volkes Gottes immer mehr durchgesetzt hat. Wenn nämlich die politische und soziale Lage früherer Zeiten die Todesstrafe zu einem annehmbaren Mittel für die Wahrung des Gemeinwohls machte, so haben heute die wachsende Einsicht, dass die Menschenwürde auch durch das Begehen schwerster Verbrechen nicht verloren geht, ein vertieftes Verständnis vom Sinn der Strafsanktionen durch den Staat sowie das Vorhandensein von wirksameren Haftsystemen, die den erforderlichen Schutz der Bürger sicherstellen, zu einem neuen Bewusstsein geführt, das die Unzulässigkeit der Todesstrafe anerkennt und deshalb ihre Abschaffung fordert.

3. In dieser Entwicklung ist die Lehre der Enzyklika Evangelium vitae von Johannes Paul II. von großer Bedeutung. Dieser Papst erwähnte unter den Hoffnungszeichen für eine neue Zivilisation des Lebens «die immer weiter verbreitete Abneigung der öffentlichen Meinung gegen die Todesstrafe selbst als Mittel sozialer „Notwehr“, in Anbetracht der Möglichkeiten, über die eine moderne Gesellschaft verfügt, um das Verbrechen wirksam mit Methoden zu unterdrücken, die zwar den Täter unschädlich machen, ihm aber nicht endgültig die Möglichkeit der Besserung nehmen».[3] Die Lehre von Evangelium vitae wurde in der editio typica des Katechismus der Katholischen Kirche aufgegriffen. Darin ist die Todesstrafe nicht als eine der Schwere des Verbrechens entsprechende Strafe dargestellt, sondern wird nur dann gerechtfertigt, wenn sie «der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen», auch wenn heute «die Fälle, in denen die Beseitigung des Schuldigen absolut notwendig ist, schon sehr selten oder praktisch überhaupt nicht mehr gegeben» sind (Nr. 2267).

4. Johannes Paul II. äußerte sich auch bei anderen Gelegenheiten gegen die Todesstrafe und berief sich dabei auf die Achtung vor der Würde der Person wie auch auf die Mittel der modernen Gesellschaft, um sich vor Verbrechern zu schützen. So brachte er in der Weihnachtsbotschaft 1998 den Wunsch zum Ausdruck, dass «in der Welt der Konsens über dringende und angemessene Maßnahmen erhalten (bleibe) mit dem Ziel , die Todesstrafe abzuschaffen».[4] Im darauf folgenden Monat wiederholte er in den Vereinigten Staaten: «Ein Zeichen der Hoffnung ist die zunehmende Einsicht, dass die Würde des menschlichen Lebens niemals in Abrede gestellt werden darf, auch dann nicht, wenn jemand ein Verbrechen begangen hat. Die moderne Gesellschaft hat die Mittel, sich selbst zu schützen, ohne Verbrechern die Möglichkeit der Besserung endgültig zu nehmen. Ich rufe erneut dazu auf, wie ich es kürzlich an Weihnachten getan habe, zu einer Übereinstimmung bezüglich der Abschaffung der Todesstrafe, die grausam und unnötig ist, zu kommen».[5]

5. Der entschiedene Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe ging unter den nachfolgenden Päpsten weiter. Benedikt XVI. machte «die Verantwortlichen der Gesellschaft … auf die Notwendigkeit aufmerksam, alles im Bereich des Möglichen zu tun, um die Abschaffung der Todesstrafe zu erlangen».[6] Später brachte er vor einer Gruppe von Gläubigen den Wunsch zum Ausdruck, dass «eure Entscheidungen die politischen und gesetzgeberischen Initiativen fördern, die in einer wachsenden Zahl von Ländern vorangetrieben werden, um die Todesstrafe abzuschaffen und wesentliche Fortschritte zu unterstützen, damit das Strafrecht den Ansprüchen der Menschenwürde der Gefangenen wie auch der wirksamen Erhaltung der öffentlichen Ordnung angeglichen werden».[7]

6. Auf derselben Linie bekräftigte Papst Franziskus: «In der heutigen Zeit ist die Todesstrafe unzulässig, so schwer das Verbrechen des Verurteilten auch sein mag».[8] Auf welche Weise die Todesstrafe auch vollzogen wird, immer schließt sie «eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung» ein.[9] Sie ist auch «wegen der mangelhaften Selektivität des Strafrechtssystems und angesichts der Möglichkeit des Justizirrtums» abzulehnen.[10] In diesem Licht rief Papst Franziskus dazu auf, den Abschnitt über die Todesstrafe im Katechismus der Katholischen Kirche neu zu formulieren, um zu betonen, «dass, egal wie schwer das begangene Verbrechen auch war, die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und und Würde der Person verstößt».[11]

7. Die neue Formulierung der Nr. 2267 des Katechismus der Katholischen Kirche, die Papst Franziskus approbiert hat, liegt auf der Linie des vorausgehenden Lehramts und führt eine konsequente Entwicklung der katholische Lehre weiter.[12] Der neue Text folgt den Spuren der Lehre von Johannes Paul II. in Evangelium vitae und bekräftigt, dass die Beseitigung des Lebens eines Verbrechers als Strafe für ein Vergehen unzulässig ist, weil sie gegen die Würde der Person verstößt, eine Würde, die auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat. Zu diesem Schluss gelangt man auch, wenn man die vom modernen Staat angewandten Strafsanktionen in Betracht zieht, die vor allem auf die Besserung und soziale Wiedereingliederung des Verbrechers abzielen müssen. Schließlich ist die Todesstrafe unter Berücksichtigung der wirksameren Haftsysteme der modernen Gesellschaft nicht notwendig, um das Leben unschuldiger Personen zu schützen. Selbstverständlich bleibt die Pflicht der öffentlichen Autorität bestehen, das Leben der Bürger zu verteidigen, wie das Lehramt immer bestätigt hat und wie der Katechismus der Katholischen Kirche in den Nummern 2265 und 2266 bekräftigt.

8. All das zeigt, dass die neue Formulierung der Nr. 2267 des Katechismus eine authentische Entwicklung der Lehre ausdrückt, die nicht im Widerspruch zu früheren Aussagen des Lehramts steht. Diese Aussagen können nämlich im Licht der vorrangigen Verantwortung der öffentlichen Autorität für die Wahrung des Gemeinwohls in einem sozialen Umfeld verstanden werden, in dem die Strafsanktionen eine andere Bedeutung hatten und in einem Milieu erfolgten, in dem es schwerer war zu garantieren, dass der Verbrecher sein Vergehen nicht mehr wiederholen kann.

9. In der neuen Formulierung wird hinzugefügt, dass das Bewusstsein über die Unzulässigkeit der Todesstrafe «im Licht des Evangeliums»[13] gewachsen ist. Das Evangelium trägt nämlich zu einem besseren Verständnis der geschaffenen Ordnung bei, die der Sohn Gottes angenommen, gereinigt und zur Fülle gebracht hat. Es lädt uns auch ein, die Barmherzigkeit und die Geduld des Herrn zu üben, der jedem Zeit schenkt, sich zu bekehren.

10. Die neue Formulierung der Nr. 2267 des Katechismus der Katholischen Kirche möchte, auch durch einen respektvollen Dialog mit den politischen Autoritäten, zu einem entschiedenen Einsatz dafür anspornen, dass eine Mentalität gefördert wird, welche die Würde jedes menschlichen Lebens anerkennt, und die Bedingungen entstehen können, um die Todesstrafe heute abzuschaffen, wo sie noch in Kraft ist.

Papst Franziskus hat in der dem unterzeichneten Sekretär am 28. Juni 2018 gewährten Audienz das vorliegende Schreiben, das von der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation am 13. Juni 2018 beschlossen worden war, gutgeheißen und seine Veröffentlichung angeordnet.

Gegeben zu Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 1. August 2018, dem Gedenktag des heiligen Alfons Maria von Liguori.

Luis F. Card. Ladaria, S.I.
Präfekt

+ Giacomo Morandi
Titularerzbischof von Cerveteri
Sekretär

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[1] Vgl. Franziskus, Ansprache zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche (11. Oktober 2017): L’Osservatore Romano (13. Oktober 2017), 4.

[2] Johannes Paul II., Enzyklika Evangelium vitae (25. März 1995), Nr. 9: AAS 87 (1995), 411.

[3] Ebd., Nr. 27: AAS 87 (1995), 432.

[4] Johannes Paul II., Botschaft Urbi et Orbi (25. Dezember 1998), Nr. 5: Insegnamenti XXI,2 (1998), 1348.

[5] Ders., Homilie in St. Louis (27. Januar 1999): Insegnamenti XXII,1 (1999), 269; vgl. Homilie in Mexiko (23. Januar 1999):«Dem unnötigen Rückgriff auf die Todesstrafe muss ein Ende gesetzt werden!»: Insegnamenti XXII,1 (1999), 123.

[6] Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Africae munus (19. November 2011), Nr. 83: AAS 104 (2012), 276.

[7] Ders., Generalaudienz (30. November 2011): Insegnamenti VII,2 (2011), 813.

[8] Franziskus, Schreiben an den Präsidenten der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe (20. März 2015):L’Osservatore Romano (20.-21. März 2015), 7.

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] Franziskus, Ansprache zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche (11. Oktober 2017): L’Osservatore Romano (13. Oktober 2017), 5.

[12] Vgl. Vinzenz von Lérins, Commonitorium, cap. 23: PL 50, 667-669. In Bezug auf die Todesstrafe hat die Päpstliche Bibelkommission bei der Erörterung der spezifischen Ausformungen der Gebote des Dekalogs von einer “Verfeinerung” der moralischen Positionen der Kirche gesprochen: «Im Lauf der Geschichte und mit der Entwicklung der Zivilisation hat die Kirche auch ihre eigene moralische Stellungnahme verfeinert, was die Todesstrafe und den Krieg angeht. Das geschah im Namen der Achtung des menschlichen Lebens, die in ihr lebendig ist auf Grund der unablässigen Meditation der Schrift und die immer mehr zu einem absoluten Wert wird. Was diese anscheinend radikalen Positionen trägt, ist immer derselbe anthropologische Grundbegriff: die fundamentale Würde des Menschen, der als Bild Gottes geschaffen ist» (Bibel und Moral. Biblische Wurzeln des christlichen Handelns, 2008, Nr. 98).

[13] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 4.

Katechismus: Todsünde und lässliche Sünde

IV Die Schwere der Sünde -Todsünde und lässliche Sünde

1854 Die Sünden sind nach ihrer Schwere zu beurteilen. Die schon in der Schrift erkennbare [Vgl. 1 Joh 6,16-17] Unterscheidung zwischen Todsünde und lässlicher Sünde wurde von der Überlieferung der Kirche übernommen. Die Erfahrung der Menschen bestätigt sie.

1855 Die Todsünde zerstört die Liebe im Herzen des Menschen durch einen schweren Verstoß gegen das Gesetz Gottes. In ihr wendet sich der Mensch von Gott, seinem letzten Ziel und seiner Seligkeit, ab und zieht ihm ein minderes Gut vor.

Die lässliche Sünde lässt die Liebe bestehen, verstößt aber gegen sie und verletzt sie.

1856 Da die Todsünde in uns das Lebensprinzip, die Liebe, angreift, erfordert sie einen neuen Einsatz der Barmherzigkeit Gottes und eine Bekehrung des Herzens, die normalerweise im Rahmen des Sakramentes der Versöhnung erfolgt.

„Wenn der Wille sich zu etwas entschließt, was der Liebe, durch die der Mensch auf das letzte Ziel hingeordnet wird, in sich widerspricht, ist diese Sünde von ihrem Objekt her tödlich …‚ verstoße sie nun, wie die Gotteslästerung, der Meineid und ähnliches gegen die Liebe zu Gott oder, wie Mord, Ehebruch und ähnliches gegen die Liebe zum Nächsten … Wenn hingegen der Wille des Sünders sich zu etwas entschließt, was in sich eine gewisse Unordnung enthält, aber nicht gegen die Liebe zu Gott und zum Nächsten gerichtet ist, wie z. B. ein müssiges Wort, übermäßiges Lachen und anderes, so sind das lässliche Sünden“ (Thomas v. A., s. th. 1-2, 88, 2).

1857 Damit eine Tat eine Todsünde ist, müssen gleichzeitig drei Bedingungen erfüllt sein: „Eine Todsünde ist jene Sünde, die eine schwerwiegende Materie zum Gegenstand hat und die dazu mit vollem Bewusstsein und bedachter Zustimmung begangen wird“ (RP 17).

1858 Was eine schwerwiegende Materie ist, wird durch die zehn Gebote erläutert, entsprechend der Antwort Jesu an den reichen Jüngling: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen … ehre deinen Vater und deine Mutter“ (Mk 10,19). Sünden können mehr oder weniger schwer sein: ein Mord wiegt schwerer als ein Diebstahl. Auch die Eigenschaft der Personen, gegen die man sich verfehlt, ist zu berücksichtigen: eine Gewalttat gegen die Eltern wiegt schwerer als die gegen einen Fremden.

1859 Eine Todsünde erfordert volle Erkenntnis und volle Zustimmung. Sie setzt das Wissen um die Sündhaftigkeit einer Handlung, ihren Gegensatz zum Gesetz Gottes, voraus. Die Todsünde schließt auch eine genügend überlegte Zustimmung ein, um persönliche Willensentscheidung zu sein. Selbstverschuldete Unwissenheit und Verhärtung des Herzens [Vgl. Mk 3,5-6; Lk 16,19-31] mindern die Freiwilligkeit der Sünde nicht, sondern steigern sie.

1860 Unverschuldete Unkenntnis kann die Verantwortung für ein schweres Vergehen vermindern, wenn nicht sogar aufheben. Aber von niemandem wird angenommen, dass er die sittlichen Grundsätze nicht kennt, die in das Gewissen jedes Menschen eingeschrieben sind. Auch Triebimpulse, Leidenschaften sowie von außen ausgeübter Druck oder krankhafte Störungen können die Freiheit und die Willentlichkeit eines Vergehens vermindern. Die Sünde aus Bosheit, aus überlegter Entscheidung für das Böse wiegt am schwersten.

1861 Die Todsünde ist wie auch die Liebe eine radikale Möglichkeit, die der Mensch in Freiheit wählen kann. Sie zieht den Verlust der göttlichen Tugend der Liebe und der heiligmachenden Gnade, das heißt des Standes der Gnade, nach sich. Wenn sie nicht durch Reue und göttliche Vergebung wieder gutgemacht wird, verursacht sie den Ausschluss aus dem Reiche Christi und den ewigen Tod in der Hölle, da es in der Macht unseres Willens steht, endgültige und unwiderrufliche Entscheidungen zu treffen. Doch wenn wir auch beurteilen können, dass eine Handlung in sich ein schweres Vergehen darstellt, müssen wir das Urteil über die Menschen der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit Gottes überlassen.

1862 Eine lässliche Sünde begeht, wer in einer nicht schwerwiegenden Materie eine Vorschrift des Sittengesetzes verletzt oder das Sittengesetz zwar in einer schwerwiegenden Materie, aber ohne volle Kenntnis oder volle Zustimmung übertritt.

1863 Die lässliche Sünde schwächt die göttliche Tugend der Liebe; in ihr verrät sich eine ungeordnete Neigung zu geschaffenen Gütern; sie verhindert, dass die Seele in der Übung der Tugenden und im Tun des sittlich Guten Fortschritte macht; sie zieht zeitliche Strafen nach sich. Falls die lässliche Sünde mit Bedacht geschieht und nicht bereut wird, macht sie uns allmählich bereit, Todsünden zu begehen. Die lässliche Sünde macht uns jedoch nicht zu Gegnern des Willens Gottes und seiner Freundschaft; sie bricht den Bund mit Gott nicht. Sie lässt sich mit der Gnade Gottes menschlich wiedergutmachen. Sie „entzieht nicht die heiligmachende, vergöttlichende Gnade, die Liebe und so auch nicht die ewige Seligkeit“ (RP 17).

„Solange der Mensch im Fleisch wandelt, kann er wenigstens nicht ohne leichte Sünden sein. Halte aber diese Sünden, die wir als leicht bezeichnen, nicht für harmlos. Falls du sie für harmlos ansiehst, wenn du sie wägst, zittere, wenn du sie zählst. Viele kleine Dinge bilden eine große Masse; viele Tropfen füllen einen Fluss; viele Körner bilden einen Haufen. Welche Hoffnung haben wir also? Zuerst das Bekenntnis“ (Augustinus, ep. Jo. 1,6).

1864 „Wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften“ (Mk 3,29) [Vgl. Mt 12,32; Lk 12,10]. Die Barmherzigkeit Gottes ist grenzenlos; wer sich aber absichtlich weigert, durch Reue das Erbarmen Gottes anzunehmen, weist die Vergebung seiner Sünden und das vom Heiligen Geist angebotene Heil zurück [Vgl. DeV 46.]. Eine solche Verhärtung kann zur Unbußfertigkeit bis zum Tod und zum ewigen Verderben führen.

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Quelle

DIE LITURGIE ALS WERK DER DREIFALTIGKEIT: GOTT DER VATER, GOTT DER SOHN, GOTT DER HEILIGE GEIST

AMT FÜR DIE LITURGISCHEN FEIERN DES PAPSTES

Liturgie als Werk der Dreifaltigkeit/1: Gott der Vater
(KKK 1077-1083)

Ohne die Mittlerschaft des Sohnes hätten wir den Vater nicht kennengelernt und den Geist nicht empfangen, der es uns ermöglicht, den Sohn als Herrn anzuerkennen und in ihm den Vater anzubeten. Der Vater hat vor der Erschaffung der Welt die Entscheidung getroffen, uns zu all dem zu befähigen bzw. uns als Kinder anzunehmen (vgl. Katechismus der katholischen Kirche (KKK), 1077). Die Befähigung, als Einzelne und als Glieder eines auserwählten und geweihten Volkes zu wirken, nennt sich „Liturgie“; zu Recht wird sie als Werk des Geheimnisses der drei (göttlichen) Personen definiert. Das heißt, dass das trinitarische Handeln das Urbild für das sakrale oder liturgische Handeln ist. Betrachtet man jedoch den kirchlichen und liturgischen Aktivismus, der dazu geführt hat, sogar in die heilige Liturgie Begriffe wie „Schauspieler“ oder „Operator“ hineinzutragen, müssen wir, das Wesen dieses Handelns bestimmen, um Missverständnisse zu vermeiden. Die heilige Handlung der Liturgie ist im Wesentlichen eine „Segnung“, ein Begriff, den alle kennen, aber nicht in seiner wahren Bedeutung. Dies tut der folgende Artikel des Katechismus, den ganz wiederzugeben sich lohnt: „Segnen ist eine göttliche Handlung, die Leben schenkt und im Vater ihren Ursprung hat. Sein Segen (bene-dictio, eu-logia) ist zugleich Wort und Gabe. Auf den Menschen bezogen bedeutet das Wort „Segen“ Anbetung und Selbstübergabe an den Schöpfer in der Danksagung“ (KKK, 1078).

Die Liturgie ist folglich göttliche Segnung, Wort und Gabe, und menschliche Anbetung, oder (eucharistische) Danksagung und Opfer. Ist nicht die ganze heilige Messe in dieser Definition enthalten? Niemand kann es unterlassen, die heilige Liturgie oder das Sakrament so zu definieren. Die Anbetung ist nichts anderes als dieselbe Liturgie. Alle Versuche, die beiden Dinge zu trennen, widersprechen dem katholischen Glauben und der katholischen Wahrheit.

Macht man heute nicht geltend, dass der Mensch Gott mit seinem ganzen Sein anbetet? Das heißt mit Leib und Seele. Deshalb ist in der Bibel das ganze „Werk Gottes Segnung“ (vgl. KKK, 1079-1081): Die kosmische Dimension durchdringt die Heilige Schrift von der Genesis bis zur Apokalypse und gleichermaßen die Liturgie. Wenn Segnen Anbeten heißt, dann ist die Segnung oder Anbetung durch die Niederwerfung und das körperliche Beugen der Knie sowie das metaphysische des Herzens  belegt. Nur der Teufel beugt nicht die Knie, weil er – so sagen es die Wüstenväter – keine Knie hat. So sieht der heilige Paulus das Zusammenklingen der Heilsgeschichte und des Kosmos vor Jesus: Jedes Knie im Himmel, auf der Erde und unter der Erde muss sich beugen. Die konkrete Konsequenz: Das Knien muss als primäre Geste in den Ritus der Messe, in den Verlauf, als Inspiration und Geschmack des heiligen Gesangs und in die Einrichtung zurückkehren: Eine Kirche ohne Kniebänke ist keine katholische Kirche.

Warum sich niederwerfen? Weil die göttliche Segnung sich insbesondere durch die „Gegenwart Gottes im Tempel“ kundtut (KKK, 1081): Die erste und grundlegende Geste in seiner Gegenwart ist die Anbetung. Man sage nicht, dass der Tempel abgeschafft worden sei, als Jesus ihn reinigte, indem er ihn durch seinen Leib ersetzte, in welchem seine Göttlichkeit leibhaftig wohnt. So ist die göttliche Gegenwart nun die des Leibes Christi und  trifft in höchstem Maße mit dem Allerheiligsten Sakrament zusammen. Man beachte, dass wir bis hierher von Sachverhalten gesprochen haben, die vom Herrn selbst in der Heiligen Schrift offenbart wurden. In der „Einführung in den Geist der Liturgie“ hat Josef Ratzinger gezeigt, wie sehr es bei der Liturgiereform geschadet hat, die Verbindung zwischen dem jüdischen Tempel und der christlichen Kirche aufzuheben: Das sehen wir heute in den neuen Kirchen, während man auf der ökumenischen Ebene mit den Juden im Dialog steht. Wenn der Leib Christi durch den geistlichen Bau seiner Glieder errichtet wird (vgl. 1 Petr 2,5), dann muss man wissen, dass dort, wo die Kirche sich um die Mysterien versammelt, ein „heiliger Raum“ entsteht.

Jetzt kann man verstehen, was der Katechismus in aller Klarheit aussagt: „In der Liturgie der Kirche wird der Segen Gottes vollkommen geoffenbart und mitgeteilt: Der Vater wird als Ursprung und Ziel allen Segens der Schöpfung und des Heils anerkannt und angebetet; in seinem fleischgewordenen, für uns gestorbenen und auferstandenen Wort überhäuft er uns mit seinen Segnungen und durch das Wort legt er uns die Gabe aller Gaben, den Heiligen Geist, ins Herz“ (KKK, 1082). So wird dadurch letztlich die doppelte Dimension der Liturgie der Kirche bestimmt: Sie ist einerseits die Segnung des Vaters durch Anbetung, Lobpreis und Danksagung; sie ist andererseits die Darbringung seiner selbst und der eigenen Gaben an den Vater und die Anrufung des Heiligen Geistes, damit er auf die ganze Welt herabkommt. Alles geht über die priesterliche Mittlerschaft oder durch die Opfergabe und „die Gemeinschaft mit dem Tod und der Auferstehung Christi des Priesters und durch die Macht des Geistes“ (KKK, 1083).

Wenn die Auferstehung Christi sich nicht historisch ereignet hätte und nicht die Geschichte ursprünglich „erfüllt“ hätte, indem sie ihr die endgültige Richtung einprägt, hätten die Sakramente keine Wirksamkeit und das Ziel würde vermindert, zu dem sie gespendet werden: unsere Auferstehung am Ende des Lebens und der Menschheitsgeschichte. Einer entmythologisierenden Exegese folgt normalerweise eine auf den Symbolismus reduzierte Theologie; das katholische Denken jedoch spricht mit dem Apostel von der „Macht seiner Auferstehung“: Den Erscheinungen des Auferstandenen folgen nicht nur das Kerygma und der Glaube der Jünger, sondern das Einströmen der Auferstehungskraft in die Sakramente. Daher ist die Wahrheit von der leiblichen Auferstehung Christi entscheidend für die Wirksamkeit der Sakramente und ihr wirkliches Einwirken auf die Umgestaltung des Menschen.

Gerade weil das österliche Geheimnis den Sohn vom Tod zum Leben hat hinübergehen sehen, sieht es ebenso die Kinder Gottes hinübergehen. Deshalb wird es „österlich“ genannt, wegen dieses Übergangs, der dank des Opfers des Gottessohnes geschehen ist. Daher also ist das eucharistische Opfer das Zentrum der Schwerkraft aller Sakramente (vgl. KKK, 1113), so wie Ostern das Zentrum des liturgischen Jahres ist.

Der göttliche Heilsplan ist einer: Die Menschen und die Dinge des Himmels und der Erde unter die Herrschaft Christi zurückzubringen. Das erste Werk der drei (göttlichen) Personen zielt darauf ab, den Menschen zu seinem ursprünglichen Wesen zurückzuführen, damit jenes Bild in ihm wiederhergestellt wird, das durch die Sünde entstellt wurde.

 

Die Liturgie, Werk der Dreifaltigkeit /2: Gott der Sohn
(KKK 1084-1090)

Im zweiten, Gott dem Sohn gewidmeten Teil des Abschnitts über Liturgie als Werk der Heiligen Dreifaltigkeit, erläutert der Katechismus der Katholischen Kirche die Grundlagen der Sakramentaldoktrin. Der auferstandene und verherrlichte Christus gießt den Heiligen Geist über die Kirche aus, die sein Leib ist, und wirkt jetzt und heute in den Sakramenten, durch die er seine Gnade vermittelt. Der Katechismus wiederholt, nach der klassischen Definition, was die Sakramente sind: 1. durch die Sinne wahrnehmbare Zeichen (Worte und Handlungen), die 2. von Christus eingesetzt wurden und 3. die Gnade bewirken, die sie bezeichnen (vgl. Nr. 1084).

In der Feier der Sakramente, das heißt in der heiligen Liturgie, bezeichnet und verwirklicht Christus kraft des Heiligen Geistes das Pascha-Mysterium seines Leidens, seines Kreuzestodes und seiner Auferstehung. Dieses Mysterium besteht nicht nur aus einer Kette von Geschehnissen, die sich in ferner Vergangenheit zugetragen haben (obwohl man auf die geschichtliche Wahrheit dieser Ereignisse nicht verzichten kann!), sondern es betritt die Dimension der Ewigkeit, weil der „Wirkende“, d.h. jener, der in diesen Ereignissen gewirkt und gelitten hat, das fleischgewordene Wort selbst war. Aus diesem Grund steht das Pascha-Mysterium Christi „über allen Zeiten und wird in ihnen gegenwärtig“ (Nr. 1085) mittels der Sakramente, die er selbst seiner Kirche anvertraut hat, allen voran das Opfer der Eucharistie.

Diese außergewöhnliche Gabe wurde zunächst auf die Apostel übertragen, als der Auferstandene in der Kraft des Heiligen Geistes, ihnen seine Heiligungsgewalt anvertraute. Die Apostel wiederum übertrugen diese Macht ihren Nachfolgern, den Bischöfen; und so werden die Heilsgüter im sakramentalen Leben des Volkes Gottes weitergegeben und aktualisiert bis zur Parusie, wenn Christus in der Herrlichkeit wiederkehren wird, um das Reich Gottes zu erfüllen. So garantiert diese „apostolische Sukzession“, dass in der Feier der Sakramente die Gläubigen in Kommunion mit Christus treten und durch die Gabe seiner rettenden Liebe an seinem Segen teilhaben, vor allem in der Eucharistie, wenn er sich selbst unter der äußerlichen Form des Brots und des Weins hingibt.

Die sakramentale Teilnahme am Leben Christi hat eine ganz bestimmte Form, die im „Ritus“ besteht, den der damalige Kardinal Ratzinger im Jahr 2004 als „die Form der Feier und des Gebets“ bezeichnete, „die im Glauben und im Leben der Kirche heranreift“. Der Ritus – oder besser, die verschiedenen Riten jener Kirchen, die apostolischen Ursprungs sind – ist „verdichtete Form der lebenden Tradition […], durch die wir gleichzeitig die Kommunion zwischen den Generationen erfahren, die Kommunion mit denen, die vor und nach uns beten. Daher ist der Ritus wie ein Geschenk, das die Kirche erhalten hat, eine lebende Form der Paradosis [Tradition]“ (30 Tage, Nr. 12 – 2004).

Indem er sich auf die Lehre der Konstitution über die heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils beruft, erinnert der Katechismus an die verschiedenen Arten der Gegenwart Christi in den liturgischen Handlungen. An erster Stelle ist der Herr in der Person des geweihten Dieners im Eucharistieopfer gegenwärtig, denn „derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der sich einst am Kreuz selbst dargebracht hat“ [Konzil von Trient], und vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Außerdem ist Christus mit seiner Kraft in den Sakramenten gegenwärtig, dann mit seinem Wort, wenn die heiligen Schriften gelesen werden, und schließlich, wenn die Mitglieder der Kirche, der geliebten Braut Christi, in seinem Namen versammelt sind, um zu beten und zu lobpreisen (vgl. Nr. 1088 und Sacrosanctum Concilium, Nr. 7). So verwirklicht sich in der irdischen Liturgie das doppelte Ziel des gesamten Gotteskults, nämlich Gott zu verherrlichen und den Menschen zu heiligen (vgl. Nr. 1089).

Tatsächlich nimmt die irdische Messfeier, im Glanz der großen Kathedralen genauso wie an schlichten, doch würdevollen Orten, an der himmlischen Liturgie des neuen Jerusalem teil und lässt uns die künftige Herrlichkeit in der Gegenwart des lebendigen Gottes vorauskosten. Dieser Dynamismus verleiht der Liturgie ihre Größe, bewahrt die einzelnen Gemeinden davor, sich in sich selbst zu verschließen, und öffnet ihnen den Zugang zur Versammlung der Heiligen in der himmlischen Stadt, wie der Hebräerbrief es beschreibt: „Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels“ (Hebr 12,22-24).

Es scheint daher angebracht zu sein, zum Abschluss dieser kurzen Gedanken die trefflichen Worte des seligen Kardinals Ildefonso Schuster zu zitieren, der die Liturgie als „ein heiliges Gedicht“ bezeichnete, „an dem wahrhaftig Himmel und Erde zusammen gearbeitet haben“.

 

Die Liturgie, Werk der Dreifaltigkeit/3: Gott, der Heilige Geist
(KKK 1091-1109)

Die Liturgie oder das öffentliche Werk, das im Namen des Volkes ausgeübt wird, ist unsere Teilhabe am Gebet Christi zum Vater im Heiligen Geist. Ihre Feier taucht uns in das Leben der Gottheit ein, wie es in der Präfation vom Wochentag IV zum Ausdruck kommt: „Du bedarfst nicht unseres Lobes, es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir dir danken. Unser Lobpreis kann deine Größe nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil durch unseren Herrn Jesus Christus“. Deswegen gab es die Liturgie schon ehe wir daran teilnehmen konnten, denn sie begann in der Heiligsten Dreieinigkeit und Christus, der uns während seines Erdenlebens beispielhaft zeigte, wie wir den Vater anbeten sollen, gab denjenigen, die glauben, durch die Feier der Liturgie, in der uns das Leben der Dreieinigkeit mitgeteilt wird, die Mittel an die Hand, um ihr Dasein zu verwandeln.

In der Liturgie werden wir durch das Wirken des Heiligen Geistes mit dem Siegel der liebenden Beziehung der Dreieinigkeit, die im Herzen der Kirche steht, geprägt und geheiligt. Der Heilige Geist ist derjenige, der den Glauben weckt und unser Mitwirken hervorruft. Es handelt sich um jenes ehrliche Mitwirken, das unsere Sehnsucht nach Gott zum Ausdruck bringt und die Liturgie zum gemeinsamen Werk der Dreieinigkeit und der Kirche werden lässt (KKK 1091-1092).

Ehe der Heilsauftrag Christi in der Welt begann, legte der Heilige Geist die Grundlage dafür, dass Christus aufgenommen werden konnte, indem er die Verheißungen des Alten Bundes zur Erfüllung brachte. Wie dies auch in der Liturgie des Hauses Israel der Fall war, bildet die Erinnerung an diese Meisterwerke Gottes in nicht geringerer Weise das Rückgrat unserer eigenen Liturgie. Betrachte man doch das Alte Testament mit seinen großen literarischen Werken und der Schönheit der Psalmen! – Was wäre die kirchliche Feier des Advents ohne den Propheten Jesaja? – die Liturgie vom Gründonnerstagabend ohne die Verkündigung des rituellen Paschafestes im Buch Exodus (Kap. 12)? Mehr noch, wie sonst könnte die Ostervigil ohne den Bericht über den Durchgang durch das Rote Meer und die hiermit verbundene Hymne im Buch Exodus (Kapp.14-15) auf so wirkungsvolle Weise die Harmonie zwischen dem Alten und dem Neuen Testament herausstellen (KKK 1093-1095)? Die großen Feste im liturgischen Jahreskreis offenbaren die innere Beziehung von jüdischer und christlicher Liturgie, wie es bei der Feier des Osterfestes ersichtlich ist, bei der „die Juden das auf die Zukunft ausgerichtete geschichtliche Pascha [feiern]; die Christen das im Tod und in der Auferstehung Christi in Erfüllung gegangene, wenn auch noch stets auf die endgültige Vollendung harrende Pascha“ (KKK 1096).

Wenn auch in der Liturgie des Neuen Bundes die versammelte Gemeinde auf ihre Begegnung mit Christus und seiner Kirche vorbereitet werden muss, besteht diese Vorbereitung nicht primär in einer gedanklichen Rezeption theologischer Wahrheiten, sondern ist eine innere Angelegenheit des Herzens, dem Ort, wo Umkehr am besten zum Ausdruck kommt und wo die Überzeugung, ein Leben in Einheit mit dem Willen des Vaters zu führen, am lebendigsten wahrgenommen wird. Diese Verfügbarkeit oder Gelehrsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist ist die Vorbedingung für die Gnaden, die man während der Feier selbst empfängt sowie für deren spätere Auswirkungen und Folgen (KKK 1097-1098).

Das Band zwischen dem Heiligen Geist und der Kirche zeigt Christus selbst und sein Heilswerk in der Liturgie auf. Besonders bei der Messfeier ist die Liturgie das „Gedenken an sein Heilsmysterium“, während der Heilige Geist das „lebendige Gedächtnis der Kirche“ ist, denn sie begeht das Gedächtnis des Geheimnisses Christi. Die bevorzugte Art und Weise, wie der Heilige Geist die Bedeutung des Heilsereignisses ins Gedächtnis ruft, besteht darin, dass er durch das Wort Gottes, das in der Liturgie verkündet wird, Leben hervorruft, sodass es in den Hörern Teil ihres Lebensvollzugs und somit wirksam werden kann. Sacrosanctum Concilium erklärt unter Nr. 24, dass die Heilige Schrift in ihrer Lebendigkeit sowohl die Hirten als auch die Gläubigen in eine lebendige Beziehung zu Christus zu bringen vermag (KKK 1099-1101).

„Von größtem Gewicht für die Liturgiefeier ist die Heilige Schrift. Aus ihr werden nämlich Lesungen vorgetragen und in der Homilie ausgedeutet, aus ihr werden Psalmen gesungen, unter ihrem Anhauch und Antrieb sind liturgische Gebete, Orationen und Gesänge geschaffen worden, und aus ihr empfangen Handlungen und Zeichen ihren Sinn“ (SC 24).

Die liturgische Versammlung ist also ihrem Wesen nach nicht eine Ansammlung von Menschen verschiedener Veranlagung, sondern eine Glaubensgemeinschaft. Die Verkündigung in der Liturgie erfordert eine „gläubige Antwort“, in der gleichzeitig „Zustimmung und Verpflichtung“ aufleuchten, deren Konstrukteur der Heilige Geist ist, der in denjenigen, die an der Versammlung teilnehmen“ „eine Anamnese der Großtaten Gottes“ hervorruft, die sich fortschreitenden entwickelt. Die Dankbarkeit gegenüber Gott für alles, was er getan hat, geht dann auf natürliche Weise in den Lobpreis Gottes oder Doxologie über (KKK 1102-1103).

Bei der Feier des Ostergeheimnisses wird das Pascha-Geheimnis nicht wiederholt. Vielmehr sind es die einzelnen Feiern, die wiederholt werden. Die Ausgießung des Heiligen Geistes macht bei jeder Feier dieses eine, spezifische Geheimnis gegenwärtig. Bei der Epiklese wird der Heilige Geist herabgerufen und wenn der Gläubige auf rechte Weise vorbereitet in der heiligen Eucharistie den Leib und das Blut Christi empfängt, wird er selbst zu einem lebendigen Opfer für Gott, ist voll Hoffnung auf das himmlische Erbe und legt über die liturgische Feier hinaus Zeugnis vom Leben des Heiligen Geistes ab. „Die Frucht des Geistes in der Liturgie ist“ dann „zugleich Gemeinschaft mit der heiligsten Dreifaltigkeit und brüderliche Gemeinschaft“ (KKK 1104-1109). Wie Abt Alcuin Deutsch von Collegeville 1926 in seinem Vorwort zu der (von Virgil Michel erarbeiteten) englischen Übersetzung des von Lambert Beauduin stammenden Werkes La pieté de l’Église, geschrieben hat, „bringt die Liturgie auf feierliche und öffentliche Weise den Glauben, die Liebe, die Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste der Gläubigen gegenüber Gott zum Ausdruck. […] Sie ist das Produkt einer seelenbewegenden Erfahrung; sie pulsiert mit Leben und mit der Wärme des Feuers des Heiligen Geistes, von denen ihre Worte voll sind und unter deren Inspiration sie entstand. Wie nichts Anderes hat sie die Macht, die Seele zu bewegen, ihre Leben einzuflößen und ihr Geschmack an Gottes Dingen zu vermitteln” (S. IV).

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Quelle1 Quelle2 Quelle3

Siehe des Weiteren:

 

Karl Hörmann – Lexikon der christlichen Moral: Todesstrafe

https://gloria.tv/article/YoHVrSx2dEsn24iWgyPtydRAq

gedruckt: 20.08.2018
Karl Hörmann: LChM 1976, Sp. 1583-1589

Die Frage, ob man einen Verbrecher, d.h. einen Menschen, der die Gesellschaft schuldhaft schwer geschädigt hat, mit dem Tod bestrafen darf, wird verschieden beantwortet, von der leidenschaftl. Bejahung bis zur leidenschaftl. Verneinung. Gegen die Todesstrafe scheinen weniger grundsätzl. Erwägungen als praktische Bedenken zu stehen.

1. Grundsätzl. kann man der Staatsgewalt nicht das Recht absprechen, im Interesse der öffentl. Ordnung, für die sie verantwortl. ist, gegen Verbrecher vorzugehen. Sie hat ja die Pflicht und daraus entspringend das Recht, für jenen Bereich des Gemeinwohls zu sorgen, der öffentl. Ordnung genannt wird, und alles dazu Notwendige zu unternehmen. Zweifellos gehört dazu die Ausübung der Strafgerechtigkeit. Zu fragen ist nun, ob in manchen Lagen die Strafgerechtigkeit die Todesstrafe notwendig macht.

Die Staatsgewalt kann den Eindruck haben, daß in der gegebenen Lage eine größere Zahl von Menschen nur durch die Todesstrafe von schweren Verbrechen abgeschreckt wird und nur so für die öffentl. Sicherheit genügend gesorgt werden kann. Aus einer solchen Erwägung heraus haben des öfteren Staaten, die die Todesstrafe abgeschafft hatten, in außerordentl. Notzeiten wieder auf sie zurückgegriffen. Mit der Abschreckung durch die Todesstrafe rechnet man im AT (Dtn 13,12), und auch Paulus verweist auf sie, wenn er von der staatl. Gewalt sagt: „Wenn du aber das Schlechte tust, so fürchte, denn nicht umsonst trägt sie das Schwert“ (Röm 13,4). So mag die Staatsgewalt die Verhängung der Todesstrafe als eine Art Notwehr der Gesellschaft gegen Verbrecher oder als Notstandsmaßnahme als gerechtfertigt, ja notwendig ansehen. Dabei kann sie auch das Ziel der Besserung mit im Auge behalten, wenn sie näml. unter Besserung in erster Linie die innere Sinnesänderung des Verbrechers versteht; Erfahrungsberichte sagen, daß viele zum Tod Verurteilte durch das Wissen um das nahe Ende aufgerüttelt und geläutert wurden.

Im großen und ganzen hat die Menschheit die Todesstrafe für schwere Verbrechen als zulässig angesehen. Auch durch die Offenbarung wird sie nicht auf alle Fälle ausgeschlossen. Das AT, das den Grundsatz „Leben um Leben“ lehrt (Dtn 19,21; vgl. Ex 21,23), setzt auf die Tötung eines Menschen die Todesstrafe: „Wer Menschenblut vergießt, durch Menschen soll sein Blut vergossen werden“ (Gen 9,6; vgl. Ex 21,12.14; Lev 24,17.21; Num 35,16–21; Dtn 19,11 f). Auch Paulus scheint die grundsätzl. Berechtigung der Todesstrafe vorauszusetzen, da er die das Schwert tragende Staatsgewalt Gottes Dienerin nennt (Röm 13,4). Die christl. Tradition hielt an dieser Auffassung fest (vgl. Clemens von Al., Strom. I 27; PG 8,917; Augustinus, De civon D. I 21; PL 41,35; Thomas von A., S.Th. 2,2 q.64 a.2). Erst die Waldenser bestritten die Berechtigung der Todesstrafe Im Glaubensbekenntnis, das ihnen Innozenz III. für ihre Versöhnung mit der Kirche vorschrieb, ist eine Stellungnahme zur Todesstrafe enthalten: „Von der weltl. Gewalt versichern wir, daß sie ohne Todsünde das Blutgericht ausüben kann, wenn sie nur zur Verhängung der Strafe nicht aus Haß, sondern aus Gerechtigkeit, nicht unbedacht, sondern überlegt vorgeht“ (D 795). Pius XI. und Pius XII. nehmen vom Grundsatz der Unantastbarkeit des menschl. Lebens jene aus, die todeswürdige Verbrechen begangen haben (D 3720–22; UG 2228 2239 2363).

Der Verbrecher selbst beraubt sich durch sein Verbrechen des Lebensrechtes, als Folge nimmt ihm der Staat das Lebensgut (UG 2280).

2. Nach dem Urteil der Kirche lädt die Staatsgewalt, die die Todesstrafe verhängt, nur unter bestimmten Voraussetzungen keine schwere Schuld auf sich: wenn sie gerecht und vorsichtig vorgeht (non odio, sed iudicio, non incaute, sed consulte; D 795).

a) Wie bei jeder Strafe muß bei der Todesstrafe gerecht vorgegangen werden: Sie darf nur für eine schuldhafte Tat verhängt werden, die in ihrer Schwere der Schwere dieser Strafe entspricht (nach dem AT soll das Blut dessen vergossen werden, der selbst Menschenblut vergossen hat; Gen 9,6). Nur wenn die Gerechtigkeit gewahrt wird, kann die Todesstrafe dazu beitragen, in den Staatsbürgern die Überzeugung zu festigen, daß die sittl. Ordnung gilt (die letztl. in Gott verankert ist; Paulus sieht daher die Obrigkeit, die das Schwert trägt, als „Gottes Dienerin, Vollstreckerin des Zorngerichts für den, der das Schlechte tut“, Röm 13,4); daß sich die Festigung dieser Überzeugung für das Gemeinwohl gut auswirkt, bedarf keines Beweises.

Die Todesstrafe darf also als Sanktion nur für schwere Verbrechen vorgesehen werden, durch die das Gemeinwohl empfindl. geschädigt wird (vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.66 a.6 ad 2; Pius XII., UG 408). Dazu müssen nicht zu allen Zeiten dieselben Taten gezählt werden; dasselbe Verbrechen kann zu verschiedenen Zeiten in verschiedenem Grad gemeinwohlschädl. sein. Mehr und mehr setzt sich in der Menschheit die Überzeugung durch, daß nur der Mord mit dem Tod bestraft werden soll.

Die Festsetzung, ob und für welche Verbrechen die Todesstrafe zu verhängen sei, ist Sache des staatl. Gesetzgebers, der für die öffentl. Ordnung verantwortl. ist. Er hat sorgfältig zu prüfen, ob die gesellschaftl. Zustände im betreffenden Staat die Todesstrafe erforderl. machen oder nicht und, wenn ja, welche Verbrechen darunter fallen sollen. Das Ergebnis der Prüfung kann sein, daß man die Todesstrafe unter den gegebenen Verhältnissen nicht mehr braucht; in einem solchen Fall ist sie als überholt und unzulässig anzusehen.

In Österreich wurde die Todesstrafe im ordentl. Gerichtsverfahren 1950 durch die Strafe lebenslangen schweren Kerkers ersetzt, in der BRD wurde sie durch das Grundgesetz (Art. 102) abgeschafft.

Die Kirche anerkennt die Rechtmäßigkeit der Todesstrafe unter entsprechenden Voraussetzungen, wirkt aber auf ihre Abschaffung hin, wo dadurch die öffentl. Ordnung nicht geschädigt wird.

So erklärt sie z.B. als zum Empfang und zur Ausübung einer Weihe ungeeignet (irregulares ex defectu) den Richter, der ein Todesurteil gefällt hat, und alle, die jemanden hingerichtet oder dabei freiwillig und unmittelbar mitgeholfen haben (CICc. 984 nn. 6.7; vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.64 a.4). Dort, wo das Gesetz die Todesstrafe vorsieht, entspricht dem Geist des Christentums die Begnadigung des Verurteilten, falls dadurch der Gesellschaft nicht ein Schaden droht (vgl. Augustinus, De mend. 14,25; PL 41,445; Thomas von A., S.Th. 2,2 q.67 a.4). Schon im AT nahm der König für sich das Begnadigungsrecht in Anspruch (vgl. 2 Sam 14,1–11). Dieses Recht des Staatsoberhauptes kann von besonderer Bedeutung werden, wenn das formale Gesetz, das die Todesstrafe vorsieht, dem Einzelfall nicht ganz gerecht wird. Allerdings sollte die an Stelle der Todesstrafe verfügte Freiheitsberaubung nicht vorzeitig aufgehoben werden; viele Wünsche, die Todesstrafe solle festgehalten oder wieder eingeführt werden, würden verstummen, wenn die Allgemeinheit nicht den Eindruck hätte, Begnadigungen würden auf Kosten ihrer Sicherheit gewährt.

Das Christentum zielt natürl. auf solche gesellschaftl. Verhältnisse hin, in denen keine todeswürdigen Verbrechen mehr vorkommen und sich die Todesstrafe damit von selbst erübrigt.

b) Nicht nur die gesetzl. Verankerung (Gesetzgebung) der Todesstrafe ist Sache des Staates, sondern auch ihre Verhängung im Einzelfall (Rechtssprechung), handelt es sich dabei doch um eine Angelegenheit von hervorragendem Interesse für die öffentl. Ordnung (vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.64 a.3). Der Staat übt dieses sein Recht durch die Gerichte aus.

Augustinus nennt als zur Tötung von Verbrechern berechtigt jene, die die öffentl. Gewalt vertreten („personam gerentes publicae potestatis“, De. civon D. I 21; PL 41,35; vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.64 a.3). Papst Alexander VII. lehnt die private Tötung von Übeltätern ab (D 2039), wäre sie doch eine Quelle neuen Übels. Blutrache ist nur dort in einem gewissen Ausmaß gerechtfertigt, wo noch keine staatl. Organisation besteht, die für den Rechtsschutz sorgt (vgl. Num 35,10–34).

Die Bedingung des gerechten und vorsichtigen Vorgehens ist nur dann erfüllt, wenn der Angeklagte in einem richtigen Gerichtsverfahren, in dem er die Möglichkeit der Verteidigung hat, eines todeswürdigen Verbrechens überführt (vgl. die Forderung von zwei Zeugen, Num 35,30; Dtn 17,6) und zum Tod verurteilt wird. Die Hauptverantwortung für die Hinrichtung liegt natürl. auf dem verurteilenden Richter, nicht auf dem ausführenden Henker (vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.64 a.3 ad 1); der letztere ist allerdings im Gewissen verpflichtet, seine Mitwirkung zu verweigern, wenn er von der Unschuld des Verurteilten überzeugt ist (vgl. ebd. ad 3).

Die Todesstrafe darf nur dann ausgesprochen werden, wenn die schwere Schuld des Angeklagten sicher ist, d.h. wenn nachgewiesen wurde, daß er sicher der Täter ist und daß er das Verbrechen schwer schuldbar begangen hat (Anrechenbarkeit, vgl. Pius XII., UG 4572). Bei bloßer Wahrscheinlichkeit muß zur Vermeidung eines nicht wiedergutzumachenden Fehlgriffs zu seinen Gunsten entschieden werden. Eines der praktischen Hauptbedenken gegen die Todesstrafe liegt in der häufig bestehenden Schwierigkeit, die erforderl. Sicherheit zu gewinnen.

3. Die Einwände, die man gegen die Berechtigung der Todesstrafe vorbringt, scheinen nicht deren Unzulässigkeit für jeden Fall zu erweisen.

a) Man beruft sich auf das Tötungsverbot des Dekalogs. Dieses Verbot bezieht sich jedoch nur auf schuldloses Menschenleben, wie sich aus der Gesamtschau der Hl. Schrift, im besonderen des AT, ergibt (vgl. Augustinus, De lib. arb. I 4; PL 32,1226). Sprachl. läßt sich der Unterschied schon daraus erkennen, daß das Tötungsverbot ein anderes hebräisches Verbum (rasach) verwendet als die Bestimmung über die Todesstrafe (qatal) („Du sollst nicht morden!“).

b) Wer die Todesstrafe als Verstoß gegen die Menschenwürde ansieht, sollte darauf achten, daß der Übeltäter diese Würde zuerst schon von sich wirft (vgl. Thomas von A., S.Th. 2,2 q.64 a.2 ad 3).

c) Der Behauptung, dem Verbrecher werde mit dem Vollzug der Todesstrafe die Gelegenheit zur Besserung genommen, kann entgegengehalten werden, daß er sich im Anblick des bevorstehenden Todes bekehren kann und daß das Interesse der Gesellschaft an der Beseitigung des Verbrechers vor dem Interesse an seiner Besserung den Vorrang haben kann (vgl. Thomas von A., S.c.G. III 146,5).

d) Der Befürchtung, ein nicht wiedergutzumachender verhängnisvoller Fehler könne durch Verurteilung und Hinrichtung eines Unschuldigen (Justizmord) begangen werden, versuchen andere mit der Forderung zu begegnen, die Todesstrafe dürfe eben nur in solchen Fällen verhängt werden, in denen jegl. Unsicherheit ausgeschlossen werden kann.

e) Der Behauptung, die Todesstrafe sei unmenschl., steht die Behauptung gegenüber, lebenslängl. Freiheitsberaubung sei in ihrer Eintönigkeit noch härter. Außerdem macht man geltend, daß allzu große Rücksicht auf den Verbrecher Unmenschlichkeit gegenüber seinen Opfern bedeuten kann.

f) Wer die Todesstrafe im Widerspruch zum Kulturfortschritt sieht, müßte überlegen, worin der Kulturfortschritt besteht. Wenn sein Wesen in der sittl. Entfaltung des Menschen liegt, wäre zu prüfen, ob in gewissen Situationen die Todesstrafe dazu eine unentbehrl. Hilfe sein kann.

© Gemeinschaft vom hl. Josef · 1996 – 2018

Kontinuität im Wandel: Die Kirche und ihre Lehre

Todesstrafe: Künstlerische Darstellung (ANSA)

Seit der Katechismusänderung am 2. August lehrt die Kirche offiziell, dass „die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“. Das war nicht immer so: ein Gespräch über Wandel und Entwicklung, über Bewusstsein und Kultur und darüber, was absolut unwandelbar ist und bleibt.

Es war einmal vor gar nicht langer, langer Zeit, da war die Todesstrafe in der Kirche zumindest geduldet. Sie war eine Möglichkeit der Strafe, klare Bedingungen wie rechtsstaatlicher Prozess und so weiter vorausgesetzt. Von der Kirche gebilligt, gab es die Todesstrafe auch in katholischen Ländern. Selbst der Kirchenstaat praktizierte bis 1868 Hinrichtungen.

Papst Franziskus hat im Oktober vergangenen Jahres angekündigt, den Katechismus mit einem klaren Nein zur Todessstrafe zu versehen. Seit einer Woche ist es nun soweit, die Todesstrafe ist aus katholischer Sicht unter allen Umständen unzulässig. Hat sich hier oder wurde hier kirchliche Lehre geändert? Das hat Vatican News Michael Seewald gefragt. Er lehrt Dogmatik und Dogmengeschichte an der Universität Münster und hat unter anderem ein Buch mit dem Titel geschrieben „Dogma im Wandel: Wie Glaubenslehren sich entwickeln“.

Seewald: „Die Lehre wurde nicht im strengen Sinne geändert, sondern eine gewisse Offenheit, welche die kirchliche Lehre hatte, wurde geschlossen hin zu einer größeren Eindeutigkeit. Diese Eindeutigkeit besagt nun, dass die Todesstrafe aus kirchlicher und theologischer Sicht unter keinen Umständen als adäquates Mittel der Bestrafung angesehen wird.“

Vatican News: Die Neuformulierung des Katechismus beginnt mit „lange Zeit wurde …“. Ist Lehre der Zeit ‚unterworfen‘? Der ‚Einsicht‘? Muss sie also immer wieder angepasst werden?

Seewald: „Die Kirche versteht sich selber nicht als statische Gesellschaft, sondern als eine dynamische Gemeinschaft, die lebt aus dem Umgang und der Beziehung mit Gott, aus dem Umgang und der Beziehung zum Evangelium und natürlich auch aus dem Umgang und der Beziehung mit ihrer Zeit. Aus dieser Dreieckskonstellation ergeben sich immer wieder Verschiebungen und dadurch auch Korrekturen kirchlicher Lehrpositionen.“

Vatican News: Wie bleibt dann das Glaubensgut erhalten, das uns weiter zu geben aufgetragen ist? Wie kann ich mich überhaupt noch darauf verlassen, dass nicht vielleicht ein Papst etwas ändert?

Seewald: „Die Kirche hat verbindliche und normative Strukturen herausgebildet, mit denen sie versucht, Lehre festzuschreiben. Gleichzeitig muss man aber sagen, dass sich gewisse Festschreibungen nicht nur über die Zeit hinweg präzisiert haben, sondern über bestimmte Zeiten auch verändert haben. Und das betrifft unter Umständen auch ganz zentrale Dinge.

Papst Pius XII. hatte noch gelehrt, dass die Evolutionstheorie kirchlicherseits nur dann anzuwenden ist, wenn sie darauf hinausläuft, dass alle Menschen von dem einen Paar Adam und Eva im biologischen Sinne abstammen. Das war eine zentrale Angelegenheit, um die Lehre über die Erbsünde zu schützen. Nun ist das, was wir heute evolutionsbiologisch wissen, natürlich ganz anders als das, was Pius XII. damals gesagt hat, so dass hier eine mit hoher Verbindlichkeit eingeschärfte Lehre im Nachhinein gar nicht mehr weiter verfolgt wurde, sondern einfach ausgelaufen ist, könnte man sagen. Sie wird im Katechismus von 1992 gar nicht mehr erwähnt.

“ Gewisse Festschreibungen haben sich nicht nur über die Zeit hinweg präzisiert, sondern über bestimmte Zeiten auch verändert. Und das betrifft unter Umständen auch ganz zentrale Dinge. ”

Das ist ein signifikantes Beispiel dafür, dass auch verbindliche Dinge in der Kirche mit der Zeit besserer Einsicht weichen können. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Lehren wo wir sagen, dass hier Dinge am Werk sind, wo man eine vertiefende Einsicht gewinnen kann, die aber keiner Korrektur oder einem historischen Verfallsdatum unterworfen sind. ‚Jesus Christus, die lebendige Offenbarung Gottes, die den Menschen anspricht‘ – da ist es nicht vorstellbar, dass man in zehn oder zwanzig Jahren sagt, dass wir das falsch verstanden haben und nun anders machen müssen.“

Vatican News: Wie unterscheide ich das dann? Wie kann ich sagen, dass eine Sache für alle Menschen gilt, und dass etwas für verschiedene Kulturen nur eingeschränkt gilt? Andere und vor allem nichteuropäische Kulturen werden da ihre eigenen Ansichten und Prägungen haben.

Seewald: „Wie man das unterscheidet, ist immer eine Gratwanderung. Grundsätzlich muss man Entstehungs- und Erkenntniszusammenhänge unterscheiden von Geltungszusammenhängen. Natürlich ist die Idee von Menschenrechten in einem ganz konkreten kulturellen Zusammenhang entstanden, der übrigens nicht nur ein christlicher war, sondern der sich auch vom Christentum abgesetzt hat. Das Verhältnis der Kirche zu den Menschenrechten ist kein erfreuliches Thema für die Dogmengeschichte.

“ Das Verhältnis der Kirche zu den Menschenrechten ist kein erfreuliches Thema für die Dogmengeschichte. ”

Diese Rechte sind also in ganz konkreten Kontexten entstanden, was aber nicht bedeutet, dass die Geltungsansprüche, welche diese Rechte haben, nicht über diese Kontexte hinausgehen. Das ist jeweils die Gratwanderung, welche die Theologie und die Reflexion zu vollziehen hat: Was sind nun partikulare kulturelle Normen, die hier anders sein können als dort, und was sind Fragen universeller Verbindlichkeit, in der die Kirche auch als weltumspannende Gemeinschaft gefragt ist, um gewisse ethische Standards durchzusetzen und zu befördern.

Die Fragen stellte Pater Bernd Hagenkord (Vatican News)

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Quelle

Franziskus: Todesstrafe ist unzulässig und gehört abgeschafft

Pope Francis speaking to pilgrims during his weekly general audience, Aug. 1, 2018. (Daniel Ibáñez/CNA)

Todesstrafe – Papst Franziskus lässt Katechismus abändern – Neue Passage im Wortlaut auf kath.net
Rom (kath.net [02 August 2018, 12:30])

Der Vatikan hat am Donnerstag mitgeteilt, dass Papst Franziskus die Passage über die Todesstrafe im Weltkatechismus geändert hat und die alte Passage durch eine neue ersetzen hat lassen. Franziskus hat schon 2017 bei einer Veranstaltung mitgeteilt, dass die Verurteilung der Todesstrafe im Katechismus „angemessener und konsequenter“ einen Ausdruck finden müsse.

Die neue Passage im WORTLAUT:

Todesstrafe

2267. Lange Zeit wurde der Rückgriff auf die Todesstrafe durch die rechtmäßige Autorität – nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren – als eine angemessene Antwort auf die Schwere einiger Verbrechen und als ein annehmbares, wenn auch extremes Mittel zur Wahrung des Gemeinwohls angesehen.

Heute gibt es ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat. Hinzu kommt, dass sich ein neues Verständnis vom Sinn der Strafsanktionen durch den Staat verbreitet hat. Schließlich wurden wirksamere Haftsysteme entwickelt, welche die pflichtgemäße Verteidigung der Bürger garantieren, zugleich aber dem Täter nicht endgültig die Möglichkeit der Besserung nehmen.

Deshalb lehrt die Kirche im Licht des Evangeliums, dass „die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“ [[1]], und setzt sich mit Entschiedenheit für deren Abschaffung in der ganzen Welt ein.

 

KATH.NET dokumentiert auch einen Brief der Glaubenskongregation:

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE
Schreiben an die Bischöfe
über die neue Formulierung der Nr. 2267
des Katechismus der Katholischen Kirche
bezüglich der Todesstrafe

1. In der Ansprache zum 25. Jahrestag der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution Fidei depositum, mit der Johannes Paul II. den Katechismus der Katholischen Kirche promulgierte, hat Papst Franziskus dazu aufgerufen, die Lehre über die Todesstrafe neu zu formulieren, um die in jüngster Zeit erfolgte Entwicklung der Lehre zu diesem Thema besser zusammenzufassen.[1] Diese Entwicklung beruht hauptsächlich darauf, dass es in der Kirche ein immer klareres Bewusstsein der Achtung gibt, die jedem menschlichen Leben geschuldet wird. In diesem Sinn stellte Johannes Paul II. fest: «Nicht einmal der Mörder verliert seine Personwürde, und Gott selber leistet dafür Gewähr».[2]

2. In diesem Licht ist die Haltung zur Todesstrafe zu verstehen, die sich in der Lehre der Hirten und im Empfinden des Volkes Gottes immer mehr durchgesetzt hat. Wenn nämlich die politische und soziale Lage früherer Zeiten die Todesstrafe zu einem annehmbaren Mittel für die Wahrung des Gemeinwohls machte, so haben heute die wachsende Einsicht, dass die Menschenwürde auch durch das Begehen schwerster Verbrechen nicht verloren geht, ein vertieftes Verständnis vom Sinn der Strafsanktionen durch den Staat sowie das Vorhandensein von wirksameren Haftsystemen, die den erforderlichen Schutz der Bürger sicherstellen, zu einem neuen Bewusstsein geführt, das die Unzulässigkeit der Todesstrafe anerkennt und deshalb ihre Abschaffung fordert.

3. In dieser Entwicklung ist die Lehre der Enzyklika Evangelium vitae von Johannes Paul II. von großer Bedeutung. Dieser Papst erwähnte unter den Hoffnungszeichen für eine neue Zivilisation des Lebens «die immer weiter verbreitete Abneigung der öffentlichen Meinung gegen die Todesstrafe selbst als Mittel sozialer „Notwehr“, in Anbetracht der Möglichkeiten, über die eine moderne Gesellschaft verfügt, um das Verbrechen wirksam mit Methoden zu unterdrücken, die zwar den Täter unschädlich machen, ihm aber nicht endgültig die Möglichkeit der Besserung nehmen».[3] Die Lehre von Evangelium vitae wurde in der editio typica des Katechismus der Katholischen Kirche aufgegriffen. Darin ist die Todesstrafe nicht als eine der Schwere des Verbrechens entsprechende Strafe dargestellt, sondern wird nur dann gerechtfertigt, wenn sie «der einzig gangbare Weg wäre, um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen», auch wenn heute «die Fälle, in denen die Beseitigung des Schuldigen absolut notwendig ist, schon sehr selten oder praktisch überhaupt nicht mehr gegeben» sind (Nr. 2267).

4. Johannes Paul II. äußerte sich auch bei anderen Gelegenheiten gegen die Todesstrafe und berief sich dabei auf die Achtung vor der Würde der Person wie auch auf die Mittel der modernen Gesellschaft, um sich vor Verbrechern zu schützen. So brachte er in der Weihnachtsbotschaft 1998 den Wunsch zum Ausdruck, dass «in der Welt der Konsens über dringende und angemessene Maßnahmen erhalten (bleibe) mit dem Ziel , die Todesstrafe abzuschaffen».[4] Im darauf folgenden Monat wiederholte er in den Vereinigten Staaten: «Ein Zeichen der Hoffnung ist die zunehmende Einsicht, dass die Würde des menschlichen Lebens niemals in Abrede gestellt werden darf, auch dann nicht, wenn jemand ein Verbrechen begangen hat. Die moderne Gesellschaft hat die Mittel, sich selbst zu schützen, ohne Verbrechern die Möglichkeit der Besserung endgültig zu nehmen. Ich rufe erneut dazu auf, wie ich es kürzlich an Weihnachten getan habe, zu einer Übereinstimmung bezüglich der Abschaffung der Todesstrafe, die grausam und unnötig ist, zu kommen».[5]

5. Der entschiedene Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe ging unter den nachfolgenden Päpsten weiter. Benedikt XVI. machte «die Verantwortlichen der Gesellschaft … auf die Notwendigkeit aufmerksam, alles im Bereich des Möglichen zu tun, um die Abschaffung der Todesstrafe zu erlangen».[6] Später brachte er vor einer Gruppe von Gläubigen den Wunsch zum Ausdruck, dass «eure Entscheidungen die politischen und gesetzgeberischen Initiativen fördern, die in einer wachsenden Zahl von Ländern vorangetrieben werden, um die Todesstrafe abzuschaffen und wesentliche Fortschritte zu unterstützen, damit das Strafrecht den Ansprüchen der Menschenwürde der Gefangenen wie auch der wirksamen Erhaltung der öffentlichen Ordnung angeglichen werden».[7]

6. Auf derselben Linie bekräftigte Papst Franziskus: «In der heutigen Zeit ist die Todesstrafe unzulässig, so schwer das Verbrechen des Verurteilten auch sein mag».[8] Auf welche Weise die Todesstrafe auch vollzogen wird, immer schließt sie «eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung» ein.[9] Sie ist auch «wegen der mangelhaften Selektivität des Strafrechtssystems und angesichts der Möglichkeit des Justizirrtums» abzulehnen.[10] In diesem Licht rief Papst Franziskus dazu auf, den Abschnitt über die Todesstrafe im Katechismus der Katholischen Kirche neu zu formulieren, um zu betonen, «dass, egal wie schwer das begangene Verbrechen auch war, die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unverletzbarkeit und Würde des Menschen verstößt».[11]

7. Die neue Formulierung der Nr. 2267 des Katechismus der Katholischen Kirche, die Papst Franziskus approbiert hat, liegt auf der Linie des vorausgehenden Lehramts und führt eine konsequente Entwicklung der katholische Lehre weiter.[12] Der neue Text folgt den Spuren der Lehre von Johannes Paul II. in Evangelium vitae und bekräftigt, dass die Unterdrückung des Lebens eines Verbrechers als Strafe für ein Vergehen unzulässig ist, weil sie gegen die Würde der Person verstößt, eine Würde, die auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat. Zu diesem Schluss gelangt man auch, wenn man die vom modernen Staat angewandten Strafsanktionen in Betracht zieht, die vor allem auf die Besserung und soziale Wiedereingliederung des Verbrechers abzielen müssen. Schließlich ist die Todesstrafe unter Berücksichtigung der wirksameren Haftsysteme der modernen Gesellschaft nicht notwendig, um das Leben unschuldiger Personen zu schützen. Selbstverständlich bleibt die Pflicht der öffentlichen Autorität bestehen, das Leben der Bürger zu verteidigen, wie das Lehramt immer bestätigt hat und wie der Katechismus der Katholischen Kirche in den Nummern 2265 und 2266 bekräftigt.

8. All das zeigt, dass die neue Formulierung der Nr. 2267 des Katechismus eine authentische Entwicklung der Lehre ausdrückt, die nicht im Widerspruch zu früheren Aussagen des Lehramts steht. Diese Aussagen können nämlich im Licht der vorrangigen Verantwortung der öffentlichen Autorität für die Wahrung des Gemeinwohls in einem sozialen Umfeld verstanden werden, in dem die Strafsanktionen eine andere Bedeutung hatten und in einem Milieu erfolgten, in dem es schwerer war zu garantieren, dass der Verbrecher sein Vergehen nicht mehr wiederholen kann.

9. In der neuen Formulierung wird hinzugefügt, dass das Bewusstsein über die Unzulässigkeit der Todesstrafe «im Licht des Evangeliums»[13] gewachsen ist. Das Evangelium trägt nämlich zu einem besseren Verständnis der geschaffenen Ordnung bei, die der Sohn Gottes angenommen, gereinigt und zur Fülle gebracht hat. Es lädt uns auch ein, die Barmherzigkeit und die Geduld des Herrn zu üben, der jedem Zeit schenkt, sich zu bekehren.

10. Die neue Formulierung der Nr. 2267 des Katechismus der Katholischen Kirche möchte, auch durch einen respektvollen Dialog mit den politischen Autoritäten, zu einem entschiedenen Einsatz dafür anspornen, dass eine Mentalität gefördert wird, welche die Würde jedes menschlichen Lebens anerkannt, und die Bedingungen entstehen können, um die Todesstrafe heute abzuschaffen, wo sie noch in Kraft ist.

Papst Franziskus hat in der dem unterzeichneten Sekretär am 28. Juni 2018 gewährten Audienz das vorliegende Schreiben, das von der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation am 13. Juni 2018 beschlossen worden war, gutgeheißen und seine Veröffentlichung angeordnet.

Gegeben zu Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 1. August 2018, dem Gedenktag des heiligen Alfons Maria von Liguori.

Luis F. Card. Ladaria, S.I.
Präfekt
+ Giacomo Morandi
Titularerzbischof von Cerveteri
Sekretär

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Quelle

DIE KIRCHE – VOLK GOTTES, LEIB CHRISTI, TEMPEL DES HEILIGEN GEISTES

Katechismus der Katholischen Kirche:

Absatz 2:
DIE KIRCHE – VOLK GOTTES, LEIB CHRISTI, TEMPEL DES HEILIGEN GEISTES

 

I  Die Kirche ist Volk Gottes

781 „Zu jeder Zeit und in jedem Volk ist Gott jeder willkommen, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt. Gott hat es jedoch gefallen, die Menschen nicht einzeln, unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung, zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen sollte. So hat er das israelitische Volk sich zum Volk erwählt und hat mit ihm einen Bund geschlossen und es Stufe für Stufe unterwiesen … Dies alles jedoch wurde zur Vorbereitung und zum Vorbild jenes neuen und vollkommenen Bundes, der in Christus geschlossen … werden sollte … Diesen neuen Bund hat Christus gestiftet in seinem Blute, indem er sich aus Juden und Heiden ein Volk berief das nicht dem Fleische nach, sondern im Geiste zur Einheit zusammenwachsen“ sollte (Lumen Gentium LG 9).

Die Besonderheiten des Volkes Gottes

782 Das Volk Gottes weist Besonderheiten auf, die es von allen Religions- und Volksgruppen, von allen politischen und kulturellen Gruppen der Geschichte klar unterscheiden:

Es ist das Volk Gottes. Gott gehört keinem Volk zu eigen. Er hat sich aber aus denen, die einst kein Volk waren, ein Volk erworben: „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, einen heiligen Stamm“ (1 Petr 2,9).

Glied dieses Volkes wird man nicht durch die leibliche Geburt, sondern durch die „Geburt von oben“, „aus Wasser und Geist“ (Joh 3,3-5), das heißt durch den Glauben an Christus und die Taufe.

Dieses Volk hat Jesus, den Christus [Gesalbten, Messias] zum Haupt. Weil ein und dasselbe Salböl, der Heilige Geist, vom Haupt in den Leib hinabfließt, ist es „das messianische Volk“.

„Es hat als Stand die Würde und die Freiheit der Kinder Gottes, in deren Herzen der Heilige Geist wie in einem Tempel wohnt.“

„Es hat als Gesetz das neue Gebot, zu lieben, wie Christus uns geliebt hat [Vgl. Job 13,34]“ (LG 9). Das ist das „neue“ Gesetz des Heiligen Geistes [Vgl. Röm 8,2; Gal 5,25].

Es hat als Sendung, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein [Vgl. Mt 15,13-16]. Es ist „für das ganze Menschengeschlecht die unzerstörbare Keimzelle der Einheit, der Hoffnung und des Heils“.

„Es hat schließlich als Ziel das Reich Gottes, das von Gott selbst auf Erden grundgelegt wurde und weiter ausgedehnt werden muß, bis es am Ende der Zeiten von ihm auch vollendet wird“ (LG 9).

Ein priesterliches, prophetisches und königliches Volk

783 Jesus Christus wurde vom Vater mit dem Heiligen Geist gesalbt und zum „Priester, Propheten und König“ bestellt. Das ganze Volk Gottes hat an diesen drei Ämtern Christi teil und ist verantwortlich für die Sendung und den Dienst, die sich daraus ergeben [Vgl. RH 18-21].

784 Wer durch den Glauben und die Taufe in das Volk Gottes eintritt, erhält Anteil an der einzigartigen Berufung dieses Volkes: an seiner priesterlichen Berufung. „Christus der Herr, als Hoherpriester aus den Menschen genommen, hat das neue Volk ‚zum Königreich und zu Priestern für Gott und seinen Vater gemacht‘. Durch die Wiedergeburt und die Salbung mit dem Heiligen Geist werden die Getauften nämlich zu einem geistigen Haus und einem heiligen Priestertum geweiht“ (LG 10).

785 „Das heilige Volk Gottes nimmt auch teil am prophetischen Amt Christi“, vor allem durch den übernatürlichen Glaubenssinn, der dem ganzen Volk, den Laien und der Hierarchie, zu eigen ist. Durch ihn „hängt [es] dem einmal den Heiligen übergebenen Glauben unwiderruflich an“ (LG 12), versteht ihn immer tiefer und wird inmitten dieser Welt zum Zeugen Christi.

786 Das Gottesvolk hat auch an der königlichen Funktion Christi Anteil. Christus übt sein Königtum dadurch aus, daß er durch seinen Tod und seine Auferstehung alle Menschen an sich zieht [Vgl. Joh 13,32]. Christus, der König und Herr des Weltalls, hat sich zum Diener aller gemacht, denn er „ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mt 20,28). Für den Christen bedeutet Christus zu dienen „König sein“ (LG 36) – vor allem „in den Armen und Leidenden“, in denen die Kirche „das Bild ihres armen und leidenden Gründers erkennt“ (LG 8). Das Volk Gottes wahrt seine „königliche Würde“ dadurch, daß es der Berufung nachlebt, mit Christus zu dienen.

„Alle, die in Christus wiedergeboren sind, macht das Zeichen des Kreuzes zu Königen, während die Salbung des Heiligen Geistes sie zu Priestern weiht. Darum sollen sich auch alle geistlichen und geistigen Christen bewußt sein, daß sie – abgesehen von den besonderen Aufgaben Unseres Amtes – aus königlichem Geschlecht stammen und an den Pflichten des Priesters Anteil haben. Was ist so königlich, als wenn ein Gott untertäniger Geist die Herrschaft über seinen Leib führt? Und was entspricht den Obliegenheiten eines Priesters mehr, als dem Herrn ein reines Gewissen zu weihen und ihm auf dem Altare seines Herzens makellose Opfer der Frömmigkeit darzubringen?“ (Leo d. Gr., serm. 4,1).

 

II  Die Kirche ist Leib Christi

Die Kirche ist Gemeinschaft mit Jesus

787 Jesus hat von Anfang an die Jünger an seinem Leben teilnehmen lassen [Vgl. Mk 1,16-20; 3,13-19]. Er enthüllt ihnen das Mysterium des Gottesreiches [Vgl. Mi 13,10-17] und gibt ihnen Anteil an seiner Sendung, seiner Freude [Vgl. Lk 10,17-20] und an seinen Leiden [Vgl. Lk 22,28-30]. Jesus spricht von einer noch innigeren Verbundenheit zwischen ihm und denen, die ihm nachfolgen: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch … Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Joh 15,4-5). Und er kündigt eine geheimnisvolle, wirkliche Gemeinschaft zwischen seinem und unserem Leib an: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm“ (Joh 6,56).

788 Als seine sichtbare Gegenwart den Jüngern genommen wurde, ließ Jesus sie nicht als Waisen zurück [Vgl. Joh 14,18]. Er versprach, bei ihnen zu bleiben bis zum Ende der Zeiten [Vgl. Mt 28,20], und sandte ihnen seinen Geist [Vgl. Joh 20,22; Apg 2,33]. In gewissem Sinne wurde die Gemeinschaft mit Jesus dadurch noch vertieft: „Indem er nämlich seinen Geist mitteilte, hat er seine Brüder, die er aus allen Völkern zusammenrief, in geheimnisvoller Weise gleichsam zu seinem Leib gemacht“ (LG 7).

789 Der Vergleich der Kirche mit dem Leib wirft Licht auf die innige Verbindung zwischen der Kirche und Christus. Die Kirche ist nicht nur um ihn versammelt, sondern in ihm, in seinem Leib geeint. Drei Aspekte der Kirche als des Leibes Christi sind besonders hervorzuheben: die Einheit aller Glieder untereinander durch ihre Vereinigung mit Christus; Christus als das Haupt des Leibes; die Kirche als die Braut Christi.

Ein einziger Leib

790 Die Gläubigen, die auf das Wort Gottes antworten und zu Gliedern des Leibes Christi werden, werden eng mit Christus vereint: „In jenem Leibe strömt Christi Leben auf die Glaubenden über, die durch die Sakramente auf geheimnisvolle und wirkliche Weise mit Christus, der gelitten hat und verherrlicht ist, vereint werden“ (LG 7). Dies gilt vor allem von der Taufe, durch die wir mit dem Tod und der Auferstehung Christi vereint werden [Vgl. Röm 6,4-5; 1 Kot 12,13.], und von der Eucharistie, durch die „wir wirklich Anteil am Leib des Herrn [erhalten] und … zur Gemeinschaft mit ihm und miteinander erhoben“ werden (LG 7).

791 Die Einheit des Leibes hebt die Verschiedenheit der Glieder nicht auf:

„Bei der Auferbauung des Leibes Christi waltet die Verschiedenheit der Glieder und der Aufgaben. Der eine Geist ist es, der seine vielfältigen Gaben gemäß seinem Reichtum und den Erfordernissen der Dienste zum Nutzen der Kirche austeilt.“ Die Einheit des mystischen Leibes bewirkt und fördertunter den Gläubigen die Liebe zueinander: „Daher leiden, wenn ein Glied etwas leidet, alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle Glieder mit“ (LG 7). Die Einheit des mystischen Leibes überwindet alle menschlichen Trennungen: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus [als Gewand] angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ‚einer‘ in Christus Jesus“ (Gal 3,27-28).

Christus ist das Haupt des Leibes

792 Christus „ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche“ (Kol 1,18). Er ist Ursprung der Schöpfung und der Erlösung. In die Herrlichkeit des Vaters erhoben, „hat er in allem den Vorrang“ (Kol 1,18), besonders in der Kirche, durch die er sein Reich auf alles ausdehnt.

793 Er vereint uns mit seinem Pascha. Alle Glieder müssen sich ihm anzugleichen suchen, „bis Christus in [ihnen] Gestalt annimmt“ (Gal 4, 19). „Deswegen werden wir aufgenommen in die Mysterien seines Lebens … werden wir seinen Leiden – als Leib dem Haupt – zugesellt; wir leiden mit ihm, um mit ihm verherrlicht zu werden“ (LG 7).

794 Er sorgt für unser Wachstum [Vgl. Kol 2,19.]. Um uns ihm, unserem Haupt, entgegenwachsen zu lassen [Vgl. Eph 4,11-16.], versieht Christus seinen Leib, die Kirche, mit den Gaben und Diensten, durch die wir uns gegenseitig auf dem Weg des Heils voranbringen.

795 Christus und die Kirche bilden somit den „ganzen Christus“ [Christus totus]. Die Kirche ist mit Christus eins. Die Heiligen sind sich dieser Einheit sehr lebhaft bewußt:

„Laßt uns also jubeln und Dank sagen, daß wir nicht bloß Christen geworden sind, sondern Christus. Versteht ihr, Brüder, erfaßt ihr die Gnade, die Gott uns schenkte, als er uns Christus zum Haupt gab? Staunt, freut euch, Christus sind wir geworden. Denn wenn jener das Haupt ist, wir die Glieder, dann ist der ganze Mensch er und wir … Die Fülle Christi, das ist also Haupt und Glieder. Was heißt: Haupt und Glieder? Christus und die Kirche“ (Augustinus, ev. J0. 21,8).

„Unser Erlöser erweist sich als eine Person mit der heiligen Kirche, die er sich zu eigen gemacht hat“ (Gregor d. Gr., mor. præf. 1,6,4).

„Haupt und Glieder sind gleichsam eine mystische Person“ (Thomas v. A., s. th. 3,48,2, ad 1).

Der von den heiligen Glaubenslehrern gelehrte Glaube und das gesunde Empfinden der Gläubigen äußern sich in einem Wort der hl. Jeanne d‘Arc an ihre Richter: „Von Jesus und der Kirche denke ich, daß das alles eins ist und daß man daraus kein Problem machen soll“.

Die Kirche ist die Braut Christi

796 Die Einheit zwischen Christus und der Kirche, dem Haupt und den Gliedern des Leibes, besagt auch, daß die beiden zwar voneinander verschieden sind, aber in einer persönlichen Beziehung stehen. Dieser Aspekt wird oft durch das Bild von Bräutigam und Braut zum Ausdruck gebracht. Daß Christus der Bräutigam der Kirche ist, wurde von den Propheten angedeutet, und Johannes der Täufer verkündete es [Vgl. Joh 3,29]. Der Herr selbst hat sich als „der Bräutigam“ bezeichnet (Mk 2,19) [Vgl. Mt 22, 1-14; 25,1-13]. Der Apostel stellt die Kirche und jeden Gläubigen, der Glied des Leibes Christi ist, als eine Braut dar, die er Christus dem Herrn „verlobt“ hat, damit sie ein Geist mit ihm sei [Vgl. 1 Kor 6, 15-17; 2 Kor 11,2]. Sie ist die makellose Braut des makellosen Lammes [Vgl. Offb 22,17; Eph 1,4; 5,27], die „Christus … geliebt“ und für die er sich „hingegeben hat, um sie … rein und heilig zu machen“ (Eph 5,25-26), die er durch einen ewigen Bund mit sich verbunden hat und die er pflegt wie seinen eigenen Leib [Vgl. Eph 5,29].

„Der ganze Christus, Haupt und Leib, einer aus vielen … Rede nun das Haupt oder rede der Leib, immer redet Christus: er redet aus der Rolle des Hauptes [ex persona capitis] wie aus der des Leibes [ex persona corporis]. Wie steht es geschrieben? ‚Zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche‘ (Eph 5,31-32). Und der Herr selbst sagt im Evangelium: ‚Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch‘ (Mt 19,6). Es sind, wie ihr wißt, zwei Personen, und doch wiederum nur eine durch die eheliche Verbindung Bräutigam nennt er sich selber als Haupt, Braut als Leib“ (Augustinus, Psal. 74,4).

 

III  Die Kirche – Tempel des Heiligen Geistes

797 „Was unser Geist, das heißt unsere Seele, für unsere Glieder ist, das ist der Heilige Geist für die Glieder Christi, für den Leib Christi, die Kirche“ (Augustinus, serm. 267,4). „Diesem Geist Christi als dem unsichtbaren Prinzip ist zuzuschreiben, daß alle Teile des Leibes sowohl untereinander als auch mit ihrem erhabenen Haupt verbunden sind, da er ganz im Haupt ist, ganz im Leib, ganz in den einzelnen Gliedern“ (Pius XII., Enz. „Mystici Corporis„: DS 3808). Der Heilige Geist macht die Kirche zum „Tempel des lebendigen Gottes“ (2 Kor 6, 16) [Vgl. 1 Kor 3, 16-17; Eph 2,21]:

„Dieses göttliche Geschenk ist der Kirche anvertraut … In ihr ist niedergelegt die Gemeinschaft mit Christus, das heißt der Heilige Geist, das Angeld der Unverweslichkeit, die Befestigung unseres Glaubens, die Himmelsleiter zu Gott Wo die Kirche, da ist auch der Geist Gottes; und wo der Geist Gottes, dort ist die Kirche und alle Gnade“ (Irenäus, hier. 3,24,1).

798 Der Heilige Geist ist „in allen Teilen des Leibes das Prinzip jeder lebenspendenden und wirklich heilsamen Handlung“ (Pius XII., Enz. „Mystici Corporis„: DS 3808). Er bewirkt auf vielfältige Weise die Auferbauung des ganzen Leibes in der Liebe [Vgl. Eph 4,16]: durch das Wort Gottes, „das die Kraft hat, aufzubauen“ (Apg 20,32); durch die Taufe, durch die er den Leib Christi bildet [Vgl. 1 Kor 12,13]; durch diejenigen Sakramente, die den Gliedern Christi Wachstum und Heilung geben; durch die „Gnade der Apostel“, die unter den Gnadengaben „hervorragt“ (LG 7); durch die Tugenden, die das gute Handeln bewirken; durch die vielfältigen besonderen Gaben, die sogenannten Charismen, durch die er die Gläubigen „geeignet und bereit macht, verschiedene für die Erneuerung und den weiteren Aufbau der Kirche nützliche Werke und Dienste zu übernehmen“ (LG 12) [Vgl. AA 3].

Die Charismen

799 Die Charismen, ob außergewöhnlich oder schlicht und bescheiden, sind Gnadengaben des Heiligen Geistes, die direkt oder indirekt der Kirche dienen: sie sind zum Aufbau der Kirche, zum Wohl der Menschen und für die Nöte der Welt geschenkt.

800 Die Charismen sind von dem, der sie erhält, aber auch von allen Gliedern der Kirche dankbar entgegenzunehmen. Sie sind ja ein wunderbarer Gnadenreichtum für die apostolische Lebenskraft und für die Heiligkeit des ganzen Leibes Christi. Es muß sich dabei um Gaben handeln, die wirklich vom Heiligen Geist kommen, und sie sind so auszuüben, daß sie den echten Anregungen dieses Geistes voll entsprechen. Kurz, sie müssen in Liebe ausgeübt werden, die das eigentliche Maß der Charismen ist [Vgl. 1 Kor 13].

801 In diesem Sinn ist es stets notwendig, die Charismen zu prüfen. Kein Charisma enthebt der Pflicht, die Hirten der Kirche zu ehren und ihnen zu gehorchen, da es ihnen „in besonderer Weise zukommt, den Geist nicht auszulöschen, sondern alles zu prüfen und, was gut ist, zu behalten“ (LG 12). Alle Charismen, die in ihrer Verschiedenheit einander ergänzen, sollen so zusammenwirken, daß „sie anderen nützen“ (1 Kor 12,7) [Vgl. LG 30; CL 24].

 

KURZTEXTE

802 Christus Jesus hat sich für uns hingegeben um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen das ihm als sein besonderes Eigentum gehört (Tit 2 14)

803 Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht eine königliche Priesterschaft ein heiliger Stamm ein Volk das sein besonderes Eigentum wurde (1 Petr 2 9).

804 Der Eintritt in das Volk Gottes geschieht durch den Glauben und die Taufe „Zum neuen Volk Gottes werden alle Menschen gerufen“ (LG 13) damit in Christus die Menschen eine einzige Familie und ein einziges Gottesvolk bilden“ (AG 1).

805 Die Kirche ist der Leib Christi Durch den Geist und sein Wirken in den Sakramenten vor allem in der Eucharistie macht der gestorbene und auferstandene Christus die Gemeinschaft der Gläubigen zu seinem Leib.

806 In der Einheit dieses Leibes gibt es eine Verschiedenheit der Glieder und der Aufgaben. Alle Glieder sind miteinander verbunden insbesondere mit denen die leiden arm sind oder verfolgt werden.

807 Die Kirche ist der Leib dessen Haupt Christus ist Sie lebt aus ihm in ihm und für ihn; er lebt mit ihr und in ihr.

808 Die Kirche ist die Braut Christi Er hat sie geliebt und sich für sie hin gegeben. Er hat sie durch sein Blut gereinigt. Er hat sie zur Frucht baren Mutter aller Kinder Gottes gemacht.

809 Die Kirche ist der Tempel des Heiligen Geistes Der Geist ist gleichsam die Seele des mystischen Leibes das Prinzip seines Lebens der Einheit in der Verschiedenheit und des Reichtums seiner Gaben und Charismen.

810 So erscheint die ganze Kirche als das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk (Cyprian).

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Quelle