Der Ausverkauf von Pfingsten an den Islam

BREDA, NETHERLANDS – MARCH 08: PVV Candidate, Geert Wilders is guarded by police as he speaks to the crowd, hands out pamphlets or flyers and poses for selfies on his election campaign near Van Coothplein on March 8, 2017 in Breda, Netherlands. (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

Am nächsten Sonntag feiern die Christen das Pfingstfest. Eine evangelische Kirche in den Niederlanden nutzt die Gelegenheit, die Abschaffung des öffentlichen Feiertags für den zweiten Pfingsttag vorzuschlagen. Die Niederländer haben diesen Feiertag seit 1815 offiziell genossen, doch die Kirche will ihn durch einen offiziellen Feiertag an Eid-al-Fitr ersetzen, der Tag, der das Ende des islamischen heiligen Monats Ramadan markiert.

Mit ihrem Vorschlag, sagt die christliche Gruppe, will sie „der Vielfalt der Religionen gerecht werden“. Das ist politisch korrektes Gewäsch. Beim Durchblättern der heutigen Zeitungen kann ich aber verstehen, warum viele Niederländer in festlicher Stimmung sind, sobald der Ramadan vorbei ist! In diesen Tagen sind die Schlagzeilen voller Vorfälle, die De Telegraaf, die führende Zeitung in den Niederlanden, als Ramadan rellen (Ramadan Ausschreitungen) beschreibt.

Angenommen, die Christen würden auf jährlicher Basis nach dem Verlassen der Kirche an Pfingsten zu randalieren beginnen, Eigentum zerstören, Brandstiftungen begehen, die Polizei angreifen und die Fenster der Nachbarn mit Steinen einschmeissen. Angenommen, die Polizei würde sich verpflichtet fühlen, die christliche Fastenzeit im Kalender als Tage erhöhter Spannungen zu markieren. Würden wir uns nicht zu fragen beginnen, was da am Christentum falsch ist?

Oder angenommen, jüdische Banden würden an Yom-Kippur ganze Stadtteile terrorisieren. Würden wir uns nicht fragen, was ihnen wohl in ihren Synagogen gelehrt wird? Oder würden wir es einfach akzeptieren, es sogar feiern als Indikatoren der kulturellen „Vielfalt“ unserer Gesellschaft?

Ich schreibe diese Zeilen in meinem Büro im niederländischen Parlament in Den Haag, kaum ein paar Minuten von dem Haus entfernt, wo der große holländische und jüdische Philosoph Baruch Spinoza aus dem 17. Jahrhundert lebte und starb. Spinoza gab der Welt eine Philosophie der Toleranz und Freiheit.

Was wir jedoch niemals tun sollten, ist, tolerant zu sein gegenüber Intoleranz. Denn wenn Toleranz zur Schlange wird, die ihren eigenen Schwanz verschlingt, wird es bald keine Freiheit mehr geben und die Intoleranz wird die Welt regieren. In der Tat sind wir fast da. Dreieinhalb Jahrhunderte nach Spinoza, in der Stadt, wo er lebte, schreibe ich diese Zeilen in einem schwer geschützten Bereich des Parlamentsgebäudes. Die Fenster sind milchig, die Türen sind gepanzert, und draußen stehen Polizisten. Sie sind da, um mich gegen die Intoleranz zu schützen, die in den letzten Jahrzehnten in unser Land eingetreten ist – eine Intoleranz, die weder christlich noch jüdisch oder weltlich ist, sondern islamisch. Ich bin kein Extremist, wenn ich das sage. Ich sage die Wahrheit. Und das ist meine Pflicht.

Denn hier ist die Krux der Sache: Wenn wir die freie und tolerante Gesellschaft bleiben wollen, die wir früher waren, müssen wir erkennen, dass der Westen eine konkrete Identität hat. Unsere Identität ist nicht islamisch, sondern basiert auf Judentum, Christentum und Humanismus. Unsere Freiheiten ergeben sich aus dieser Identität. Indem wir den Islam der Mittel berauben, unsere Identität zu zerstören, verletzen wir nicht die Freiheit; Wir bewahren unsere Identität und garantieren Freiheit.

Die schreckliche Situation, in der wir uns heute befinden, wird durch unsere Toleranz des Bösen verursacht. Wir sind zu tolerant gegenüber Intoleranz, wir sind zu tolerant gegenüber dem Islam. Wir denken, indem wir den Feinden der Feiheit Freiheit gewähren, dass wir der Welt beweisen, dass wir für die Freiheit einstehen. Aber in Wirklichkeit, indem wir uns weigern, unserer Toleranz Grenzen zu setzen, geben wir unsere Freiheit aus den Händen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen die Idee von Rechten mögen, solange sie keinen Preis dafür zahlen müssen. Die politischen und medialen Eliten sind alle für das Aussprechen der Wahrheit, solange die „Wahrheit“ ein Klischee ist. Doch wenn Pflicht und Ehre ihnen gebieten, sich vor die Geschichte zu stellen und „Stop“ zu schreien, dann fliehen sie. Und jene, die ihre Pflicht tun, werden als Extremisten beschimpft, vor Gericht gezerrt, zum Schweigen gebracht.

Etwas früher heute habe ich gelernt, dass der niederländische Staatsanwalt in Den Haag eine Rede untersucht, die ich vor zwei Jahren in Wien gehalten habe. Er tut dies auf Antrag seines Kollegen, des Staatsanwaltes in Wien, der mich der Verhetzung beschuldigt. Letzteres ist in Österreich eine Straftat und ist vergleichbar mit Aufwiegelung.

Ich finde das wirklich unfassbar. Lassen Sie sie Banditen und Terroristen jagen, statt einen Politiker zu verfolgen, der über den Islam spricht. Es ist eine Schande, dass dies in der Stadt Spinozas geschieht, der nicht nur ein großer Verteidiger der Toleranz, sondern auch der Freiheit des Denkens und der Rede war. Spinozas Gesicht pflegte eine unserer Banknoten zu schmücken, als wir noch unsere eigene Währung hatten. Schade, dass dies heute nicht mehr der Fall ist.

Unglaublich auch, weil es das dritte Mal innerhalb weniger Jahre wäre, dass ich vor Gericht gebracht werden würde, weil ich Dinge gesagt habe, die die Eliten nicht hören wollen. Es ist ein juristischer Dschihad. Während die Eliten für die existenzielle Krise verantwortlich sind, in der wir uns derzeit befinden. Mit ihrer Politik der offenen Grenzen und einer beispiellosen Liebe zum Islam und ihrem kulturellen Relativismus sorgen sie für unseren völligen Ausverkauf und setzen unsere Freiheit und Sicherheit aufs Spiel. Sie haben das Erbe von Spinoza aufgegeben und den Totalitarismus des Mohammedanismus in unsere Nationen eingeführt. Ich sage: nicht länger. Es ist Zeit, unsere Pflicht zu tun und unsere Freiheit und die Freiheit unserer Kinder zu verteidigen.

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Quelle

Geert Wilders: Sagt die Wahrheit über den Islam!

Von Geert Wilders | In dieser Woche wurde eine Dokumentation mit dem Titel “Wilders” beim DocFest, einem Film Festival für Dokumentarfilme in der britischen Stadt Sheffield, aufgeführt.

Der Dokumentarfilm wurde vom amerikanischen Regisseur Stephen Robert Morse gemacht. Obwohl er meinen politischen Ansichten nicht zustimmt, versucht er wenigstens, eine ausgewogene Geschichte zustande zu bringen, was mehr ist als ich von vielen niederländischen Journalisten sagen kann.

Morse und sein Team haben mich einige Monate begleitet. Die Dokumentation zeigt, dass ich aufgrund islamischer Todesdrohungen 24 Stunden am Tag unter Polizeischutz leben muss, dass ich ausschließlich in gepanzerten Fahrzeugen fahren darf, dass ich verpflichtet bin, eine kugelsichere Weste anzulegen, wann immer ich in der Öffentlichkeit auftrete, etc.

Einige andere Menschen leben unter ähnlichen Bedingungen wie ich: der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und sein schwedischer Kollege Lars Vilks, der britische Schriftsteller Salman Rushdie, der dänische Historiker Lars Hedegaard und weitere. In diesem Sinn ist der Dokumentarfilm auch ein Tribut an sie. Uns allen gemeinsam ist, dass wir auf der Todesliste des Islam stehen.

Alle Politiker, die bei den Wahlen antreten, behaupten, dass sie sich um das Amt bewerben, weil sie dem Volk dienen wollen. Aber der Dienst für das Volk beginnt damit, dass den Menschen die Wahrheit gesagt wird.

Die Wahrheit über den Islam ist nicht erfreulich

Wie wundervoll wäre es, wenn der Islam das wäre, was die meisten Politiker behaupten: eine Religion des Friedens. Eine wundervolle Vorstellung, aber naiv! Denn die Wahrheit ist, dass fast alle terroristischen Taten in der heutigen Welt im Namen des Islam ausgeführt werden.

Viele Politiker sagen nicht die Wahrheit über den Islam. Einige finden es viel einfacher, die politisch-korrekten Dogmen der Linken zu wiederholen. Andere fürchten sich davor, wie ich und Westergaard, Vilks, Rushdie, Hedegaard und andere leben zu müssen.

Aber ich betrachtete das als keine akzeptable Ausrede. Denn niemand wird gezwungen, ein Politiker zu sein. Aber wenn Sie sich dafür entscheiden, und wenn Sie dann aufgrund der Bedrohung durch Gewalt schweigen, dann erlauben Sie der gewalttätigen Seite zu siegen. Und das ist etwas, das kein demokratischer Politiker jemals tun sollte.

Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte ist die Terror-Bedrohung im Westen stetig angewachsen. Dieses Wachstum hat alles zu tun mit dem Wachstum des Islam in unseren demokratischen Gesellschaften. Die Politiker, die sich weigern, diese Realität zu sehen, täuschen nicht nur sich selbst, sondern bringen auch die Bürger in Gefahr. Das ist der Grund, warum heute jedermann auf der Todesliste des Islam steht.

Jetzt sind wir alle in Gefahr. Und das ist vollkommen inakzeptabel. Die Menschen haben das Recht, in ihren eigenen Ortschaften und Städten in Sicherheit zu leben. Auch das ist ein grundlegendes Menschenrecht.

Meiner Ansicht nach hat dieses Recht Vorrang vor dem Recht der Islam-Nachfolger, in unserer Gesellschaft gemäß ihrer Religion zu leben. Der Westen sollte dem Islam nicht die Freiheit gewähren, die Freiheit des Westens abzuschaffen.

In der Welt bestehen bereits zahlreiche islamische Nationen, solche wie Saudi-Arabien, Iran, Pakistan, in denen die Scharia das Gesetz des Landes ist. Warum ziehen diejenigen, die in unserem Land die Scharia einführen möchten, nicht einfach dorthin?

Früher oder später werden sogar jene Politiker, die es immer noch vorziehen, von den Problemen wegzuschauen, gezwungen sein, ihnen ins Gesicht zu sehen. Bis dahin jedoch verlieren wir kostbare Zeit. Und die Verantwortung dafür liegt allein bei den gegenwärtig regierenden Eliten.

Je mehr Islam, desto weniger Freiheit

In meinem Land, den Niederlanden, sind wir gegenwärtig im Prozess, eine Regierungskoalition zu bilden. Obwohl meine Partei, die Partei für Freiheit (PVV), zur zweitstärksten Parlamentspartei geworden ist, weigert sich die Liberale Partei (VVD) des scheidenden Premierministers Mark Rutte, die trotz starker Verluste bei den Wahlen am 15. März 2017 stärkste Partei blieb, eine Regierung mit der PVV zu bilden. Dasselbe gilt für die drittstärkste Partei, die Christ-Demokraten (CDA) von Sybrand Buma. Die Folge ist ein politischer Stillstand, der es praktisch unmöglich macht, eine Mehrheitsregierung zu bilden.

Anfang dieser Woche erklärten Mark Rutte und Sybrand Buma in einem Brief, warum sie sich weigern, mit der PVV zusammen zu arbeiten. Sie schreiben, dass sie die PVV als “radikal” betrachten. Aber es ist nicht die PVV, die radikal ist, sondern der Islam.

Beenden wir die Feigheit. Lehnen wir die politische Korrektheit ab. Wie General Patton sagte: “Der Feigling ist derjenige, der zulässt, dass Furcht sein Pflichtgefühl besiegt.” Ich will meine Pflicht weiterhin tun. Voraussichtlich weiterhin als Oppositionsführer. Und ich werde weiterhin die Wahrheit aussprechen, was immer der Preis sein mag. Ich werde die Islamisierung meines Landes bekämpfen und seine Freiheit verteidigen. Ohne Kompromisse und mit Entschiedenheit, Überzeugung und Stärke. Immer.


(Zuerst erschienen auf breitbart.com / Übersetzung von Renate)

Quelle

Kardinal wünscht sich Enzyklika zur Gender-Theorie

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Kardinal Willem Eijk, hier bei einer Sitzung in der vatikanischen Synodenhalle – L’Osservatore Romano

Die Verbreitung der Gender-Theorie wirft unter Katholiken so viele Fragen auf, dass eine Enzyklika zu diesem Thema „nötig werden könnte“. Das sagte der niederländische Kardinal Willem Eijk von Utrecht jetzt in einem Interview mit CNS. Das Lehramt sollte aus seiner Sicht mit einem hochrangigen Dokument dem von der Gender-Theorie hervorgerufenen Eindruck widersprechen, das Geschlecht sei eine Frage der persönlichen Entscheidung und nicht der Biologie.

Auch katholische Eltern akzeptieren es nach Eijks Beobachtung immer häufiger, wenn ihre Kinder ihr soziales Geschlecht („Gender“) ändern wollen. Das liege auch daran, „dass sie nichts Gegenteiliges hören“. Die Kirche habe die dringende Pflicht, an die Wahrheit ihrer Lehre zur Körperlichkeit des Menschen zu erinnern.

Der Kardinal von Utrecht erinnerte an Stellungnahmen gegen die Gender-Theorie von Papst Benedikt XVI. und dem jetzigen Papst Franziskus. Wörtlich sagte er: „Die Gender-Theorie verbreitet sich überall im Westen weiter, und wir sollten die Leute warnen“. Aus moraltheologischer Sicht sei „die Sache klar“: „Du hast kein Recht, dein Geschlecht auf diese Weise zu ändern“, so Eijk.

„Es ist wie mit Euthanasie und der Beihilfe zum Suizid“, fuhr er fort. Zunächst seien die Leute „unsicher“, aber mit der Zeit gewöhne man sich an die einschlägigen Praktiken. Eijk ist Moraltheologe und ausgebildeter Mediziner; der 63-Jährige arbeitete an der Universitätsklinik Amsterdam, bevor er Priester wurde.

Die Gender-Theorie ist ein Dachbegriff für verschiedene Theorien, die sich mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander beschäftigen sowie Diskriminierungen etwa von Frauen oder Homosexuellen sichtbar machen und aus dem Weg räumen wollen. Gemeinsam ist diesen Theorien, dass sie zwischen dem biologischen („sex“) und dem kulturellen Geschlecht („gender“) unterscheiden. Auswüchse des Gender-Denkens propagieren eine freie Wählbarkeit des kulturellen Geschlechts für jeden Menschen.

(cns 09.11.2016 sk)

DER HEILIGE JOHANNES PAUL II. AN DIE BOTSCHAFTERIN DER NIEDERLANDE

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Johannes Paul II. ist am 2. April 2005 gestorben.

ANSPRACHE VON JOHANNES PAUL II.
AN FRAU Monique Patricia Antoinette Frank,
BOTSCHAFTERIN DES KÖNIGREICHS DER NIEDERLANDE*

Samstag, 22. Januar 2005

 

Frau Botschafterin!

1. Es ist mir eine Freude, Eure Exzellenz anläßlich der Übergabe des Beglaubigungsschreibens zu empfangen, mit dem Sie als außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin des Königreichs der Niederlande beim Heiligen Stuhl akkreditiert werden.

Ich danke Ihnen von Herzen, daß Sie mir die freundliche Botschaft Ihrer Majestät Königin Beatrix übermittelt haben, und bitte Sie, Ihrer Majestät dafür meine besten Wünsche für ihre Person, für die königliche Familie sowie für das ganze niederländische Volk auszusprechen.

2. Jeden Tag erinnern die Nachrichten aus der Welt uns alle an die dringende Notwendigkeit, eine friedliche Zukunft für die Menschen aufzubauen; zur Erreichung dieses Ziels muß eine solide internationale Ordnung geschaffen werden, die vor allem durch eine bessere Verteilung der Ressourcen auf internationaler Ebene und durch eine aktive Entwicklungshilfepolitik gewährleistet wird.

Wie Sie soeben angemerkt haben, Frau Botschafterin, sieht sich auch Ihr Land in jüngster Zeit neuen Spannungen ausgesetzt, die sich aus dem raschen Wandel in unseren Gesellschaften ergeben, in einer Welt, die sich der kulturellen Vielfalt immer mehr öffnet. Auch hier wird die Notwendigkeit und Dringlichkeit eines vertieften Dialogs zwischen den verschiedenen Gruppen im Lande erkennbar, damit alle lernen, einander kennenzulernen und zu respektieren. Diese Offenheit gegenüber den Mitmenschen ist unentbehrlich, um die Grenzen zwischen den jeweiligen Gruppen zu überwinden, wie ich schon in meiner Botschaft zur Feier des Weltfriedenstags am 1. Januar 2001 erwähnt habe: »Ein wirksames Mittel dagegen, daß das kulturelle Zugehörigkeitsgefühl zur Abschottung wird, ist das unparteiliche, nicht von negativen Vorurteilen bestimmte Kennenlernen der anderen Kulturen« (Nr. 7).

Unter dieser Bedingung wird es möglich sein, friedliche Beziehungen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften herzustellen, damit alle zusammen das gemeinsame Haus der Nation aufbauen.

3. Zur Gewährleistung eines maßgeblichen Beitrags der katholischen Kirche zu diesem Prozeß, der in vielerlei Hinsicht einer »neuen politischen Kultur« den Weg ebnet (vgl. Botschaft zur Feier des Weltfriedenstags am 1. Januar 2005, 10), habe ich vor gut drei Jahren erneut die Initiative ergriffen und die Vertreter der großen Weltreligionen in Assisi versammelt, um vereint unseren gemeinsamen Willen zum Frieden zu bekunden; ich habe sie aufgerufen, einen tiefgehenden Dialog zwischen allen Religionen zu fördern. Vor allem habe ich sie gebeten, unbedingt davon Abstand zu nehmen, den Rückgriff auf Gewalt durch religiöse Beweggründe zu rechtfertigen, sondern ihn vielmehr ausdrücklich zu verurteilen.

Seither bemüht sich der Heilige Stuhl um die Förderung eines aufrichtigen interreligiösen Dialogs auf allen Ebenen, wobei die Christen aufgefordert sind, in allen Gesellschaften, in denen sie leben, im gleichen Geist zu handeln, nämlich als Bauleute des Friedens und des Dialogs, vor allem im Verhältnis zu den Gläubigen der anderen Religionen, mit denen sie zusammenleben. Ich weiß, daß die katholische Kirche in den Niederlanden sich vor kurzem durch die Stimme ihrer Bischöfe in diesem Sinne geäußert hat, und ich versichere sie bei dieser Gelegenheit meiner vollen Unterstützung.

4. Exzellenz, Sie betonten die wichtige Rolle ihres Landes im Kampf gegen den Hunger und die Armut in der Welt und sein Engagement für die Entwicklung und die gesundheitliche Betreuung von Völkern, die in besonderem Maße dem Drama der Pandemien ausgesetzt sind; darunter ist besonders Aids zu nennen, das sich in Afrika rapide ausbreitet und dort schon unzählige Opfer gefordert hat.

Wie Sie wissen, hält der Heilige Stuhl zur verantwortungsvollen Bekämpfung dieser Krankheit in erster Linie eine Verstärkung der Vorbeugung für nötig, vor allem durch eine Erziehung zur Achtung des heiligen Charakters des Lebens und zu einem rechten Umgang mit der Sexualität, der Keuschheit und Treue voraussetzt.

Auf meine Anregung hin hat sich auch die Kirche zugunsten der Opfer mobilisiert, vor allem um ihnen den Zugang zur erforderlichen medizinischen Versorgung und zu den notwendigen Medikamenten durch zahlreiche Behandlungszentren zu sichern.

Die Niederlande haben vor kurzem den Vorsitz in der Europäischen Union übernommen, zu einer Zeit, da die Union neue Länder in ihren Kreis aufgenommen hat und weitere neue Beitritte vorbereitet werden. Der Heilige Stuhl hat das »Projekt Europa« stets aufmerksam verfolgt und unterstützt es als konstruktiven Beitrag zum Frieden sowohl auf dem Kontinent selbst als auch andernorts, denn er betrachtet es als ein Modell der Zusammenarbeit für andere Regionen der Welt. Wie ich in meiner jüngsten Botschaft zum Weltfriedenstag 2005 eindringlich gefordert habe (vgl. Nr. 10), sind die Regierungen der Europäischen Union aufgerufen, gemeinsam neue Initiativen zur Entwicklungshilfe zu entwickeln, und zwar vor allem in Afrika, unserem Nachbarkontinent, der durch die geschichtlichen Verbindungen Europa so nahe steht; dies kann durch die Ausarbeitung von Abkommen echter Zusammenarbeit und Partnerschaft verwirklicht werden.

5. Seit mehreren Jahren folgt die niederländische Gesellschaft, die vom Phänomen der Säkularisierung geprägt ist, einer neuen Politik im Bereich der Gesetzgebung über den Beginn und das Ende des menschlichen Lebens. Der Heilige Stuhl hat es seither nicht an klaren Stellungnahmen fehlen lassen und die Katholiken der Niederlande aufgefordert, immer entschlossener zu bezeugen, daß sie an der uneingeschränkten Achtung des Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod festhalten.

Erneut fordere ich die Autoritäten und das medizinische Personal sowie alle im Erziehungswesen tätigen Personen auf, die Tragweite dieser Fragen und demzufolge die Bedeutung der von ihnen getroffenen Entscheidungen zu erwägen, damit eine Gesellschaft aufgebaut werden kann, die den Menschen und ihrer Würde gegenüber immer mehr Aufmerksamkeit entgegenbringt.

Die Jugendlichen Ihres Landes, die seit mehreren Generationen das Glück haben, innerhalb der Europäischen Union in Frieden zu leben, und die berechtigterweise nach Entwicklung und Wohlergehen streben, benötigen zur Übernahme ihrer künftigen Verantwortung eine solide Erziehung, die ihre Persönlichkeit zur Entfaltung und Ganzheitlichkeit führt und ihr »Inneres« stärkt, um mit dem schönen Wort des Apostels Paulus zu sprechen (vgl. Eph 3,16). Vor allem aber sollen sie dadurch in einer immer kosmopolitischer und multikultureller werdenden Gesellschaft für die Begegnung mit den Mitmenschen offen werden.

Die katholische Kirche hat seit jeher der Jugend ihre Aufmerksamkeit gewidmet, und sie wird sich auch in Zukunft um eine ganzheitliche Erziehung der Jugendlichen bemühen. Außerdem ist sie bereit, ihren Anteil beizutragen zu den Anstrengungen, die die ganze Nation mit Sicherheit in diesem Sinne unternehmen wird.

6. Ich freue mich, Exzellenz, durch Sie die katholische Gemeinschaft der Niederlande und ihre Hirten grüßen zu können. Mir ist bekannt, daß sie sich aktiv für das Leben des Landes einsetzt, die gesellschaftlichen Entwicklungen aufmerksam verfolgt und entschlossen ist, einen umfassenden Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten durch ihr Zeugnis für das, was sie glaubt und hofft, und durch ihre Bemühung, gemäß dem vom Herrn erhaltenen Liebesgebot zu leben.

Ich ermutige die katholische Kirche der Niederlande besonders zur täglichen Pflege des Dialogs zwischen den Einzelpersonen und den Gruppen in der Gesellschaft, vor allem in den großen städtischen Ballungszentren, wo die Komplexität der zwischenmenschlichen Beziehungen zu großer Einsamkeit führen kann.

Außerdem fordere ich sie auf, sich vorbehaltlos in den Dienst der Schwächsten zu stellen, die in den modernen, von wirtschaftlichem und sozialem Konkurrenzdenken geprägten Gesellschaften oft ausgegrenzt werden.

7. Frau Botschafterin, heute beginnen Sie Ihr hohes Amt als Vertreterin Ihres Landes beim Heiligen Stuhl. Nehmen Sie dazu meine herzlichen Wünsche für ein gutes Gelingen entgegen, und seien Sie sicher, daß Sie bei meinen Mitarbeitern stets Verständnis und die nötige Unterstützung finden werden!

Auf Ihre Exzellenz, Ihre Familie und Ihre Mitarbeiter sowie auf alle Ihre Landsleute rufe ich von ganzem Herzen die Fülle des göttlichen Segens herab.


*L’Osservatore Romano n. 7 p. 8.

© Copyright 2005 – Libreria Editrice Vaticana

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