Papst Franziskus betet mit Pilgern zum Barmherzigkeitssonntag

Santa-Faustina-Kowalska

Die heilige Faustina Kowalska

Tausende Pilger sind seit Donnerstag in Rom, um mit dem Papst an diesem Sonntag den „Tag der Göttlichen Barmherzigkeit“ (Dies Divinae Misericordia) zu feiern. Gemäß den Organisatoren des Heiligen Jahres – dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung – handelt es sich um einen der vielen Höhepunkte im gesamten Barmherzigkeitsjahr. Bereits in Rom unterwegs sind Vereine, Bewegungen und Ordensgemeinschaften, die besonders der Spiritualität der Göttlichen Barmherzigkeit verbunden sind. Alle Pilger treffen den Papst an diesem Samstagabend um 18 Uhr zur Vigil auf dem Petersplatz und am Sonntag um 10 Uhr zum Pilgergottesdienst.

Zu den Tagen im Zeichen der Barmherzigkeit gehörte am Freitag ab 18 Uhr eine „Nacht der Versöhnung“ in den vier Kirchen Santo Spirito in Sassia, San Salvatore in Lauro, San Giovanni Battista dei Fiorentini und Santa Maria in Vallicella. Dort gab es bis 24 Uhr Gelegenheit zur Eucharistischen Anbetung, zur Beichte und zu individueller Bibelmeditation.

Was ist eigentlich der Barmherzigkeitssonntag?

Papst Johannes Paul II. hatte den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit im Jahr 2000 für die gesamte Kirche eingeführt. Die heilige polnische Ordensschwester Faustina Kowalska hatte den Auftrag dazu in ihren Visionen von Jesus empfangen. Der Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit wird eine Woche nach Ostern, in Kombination mit dem „Weißen Sonntag“, begangen. Dieses Jahr jährt sich am Vortag des Festes der Todestag von Johannes Paul II. zum elften Mal.

Das Datum ist also eng verbunden mit Papst Johannes Paul II. Der 2. April 2005 ist sein Sterbetag. Es war 21:37 Uhr am Vorabend des Weißen Sonntags, als die Totenglocke für Papst Johannes Paul II. erklang. Dieser erste Sonntag nach Ostern hatte dem Papst immer besonders am Herzen gelegen.

Barmherzigkeit im Sinne der Liebe

Bei der Heiligsprechung Faustinas im Jahr 2000 hat Papst Johannes Paul II. diese Barmherzigkeit so beschrieben:

„Ist denn nicht diese Barmherzigkeit ein anderer Name für die Liebe? Verstanden im Hinblick auf ihre tiefste und zärtlichste Seite. Auf ihre Eigenschaft, sich um jedwede Not zu sorgen. Und insbesondere in ihrer grenzenlosen Fähigkeit zur Vergebung?“

Für ihn lag hier die zentrale Botschaft, des christlichen Glaubens: Gott schenkt uns seine Barmherzigkeit, seine unendliche Liebe. Diese Barmherzigkeit macht den Menschen erst fähig, Gott zu erkennen, auf ihn zuzugehen und selbst barmherzig zu sein gegenüber den Mitmenschen.

Diese Eigenschaft Gottes hervorzuheben war das große Anliegen des polnischen Papstes.

„Daher ist es wichtig, dass wir am zweiten Sonntag in der Osterzeit, der von nun an in der ganzen Kirche den Namen Barmherzigkeitssonntag haben wird, die Botschaft des Gotteswortes zu erfassen.“

(rv/kap/pm 02.04.2016 mg)

DAS REICH DES GÖTTLICHEN WILLENS

Luisa Piccarreta, Corato

Luisa Piccarreta, Corato (Italien)

 

AUFRUF

des Königs der Könige an sein Volk
zum Eintritt in das Reich seines göttlichen Willens

An meine Kinder!

Ich komme zu euch mit einem Herzen, das sich überwältigt sieht von den Flammen der Liebe. Komme als Vater zu seinen vielgeliebten Kindern, bei ihnen zu verbleiben und mit ihnen ein gemeinschaftliches Leben zu führen, in dem nur ein Wille und eine Liebe wirksam sind. Komme mit der Gefolgschaft meiner Leiden, meines Blutes, meiner Werke und sogar meines Todes. Nun achtet auf meine Worte!

Jeder Tropfen meines Blutes, jedes Leid, jede meiner Handlungen, jeder meiner Schritte wetteifern miteinander, euch meinen göttlichen Willen darzubieten, selbst mein Tod will euch die Auferstehung zum Leben in meinem Willen geben. Durch meine Menschheit habe ich alles vorbereitet, Gnaden, Beistand, Licht und Stärke für euch erlangt, um ein so großes Gut in Empfang zu nehmen. Von meiner Seite ist alles getan, nun erwarte ich, daß auch ihr euren Teil tut. Wer wird so undankbar sein, mich und das Gut, das ich mitbringe, nicht annehmen zu wollen? Wisset, meine Liebe ist so groß, daß ich über euer vergangenes Leben keine Rechenschaft fordere. Alle eure Verschuldungen, alles Böse, das ihr getan, will ich im Meere meiner Liebe begraben, im Feuer meiner Liebe verzehren lassen. So beginnen wir gemeinsam ein neues Leben, ganz in meinem Willen. Wer könnte so hartherzig sein, mir Widerstand zu leisten und meinen so väterlichen Besuch abzuweisen? Nehmet ihr mich auf, dann werde ich bei euch bleiben wie ein Vater inmitten seiner Kinder, für immer mit euch in einem Willen leben. 0 wie verlange, wie sehne ich mich danach, daß meine Kinder immer mit mir seien und von meinem Willen leben möchten!

Seit beinahe zweitausend Jahren rufe ich nach meinen Kindern, möchte sie um mich haben, sie glücklich und heilig machen. Meine Liebe hat einen solchen Grad erreicht, daß sie mich übermannt und Qualen ausstehen, unter Seufzern und Leiden mich immer wieder ausrufen läßt: Kinder, meine Kinder, warum kommt ihr nicht zu eurem Vater? Warum geht ihr weg von ihm, um in Armut und Elend zu darben? Eure Übel sind Wunden für mein Herz und ich bin es müde, auf euch zu warten. Da ich nun meine Liebe, die in mir wie Feuer brennt, nicht mehr meistern kann, suche ich euch auf und bringe euch das erhabene Geschenk meines Willens. O ich bitte, ich beschwöre euch, ich flehe zu euch: höret auf mich und laßt euch durch meine Tränen und die Seufzer einer glühenden Sehnsucht zum Mitleid bewegen.

Seht, mit diesem Büchlein komme ich nicht allein als Vater, sondern auch als Lehrer inmitten der Schüler. Wofern ihr mir Gehör schenkt, will ich euch überraschende Dinge lehren, himmlische Unterweisungen geben, die Licht spenden, das nie erlischt, Liebe, die stets zündet, göttliche Kraft, die nie erlahmt, unerschütterlichen Mut, der vor keinem Hindernis und keinem Opfer zurückschreckt und eine Heiligkeit, die stets zunimmt. Diese Güter werden auf Schritt und Tritt euch den Weg bahnen, der sicher zum himmlischen Vaterland führt.

Beachtet überdies: Ich komme als König zu meinem Volke, nicht um Steuern und Abgaben zu fordern, nein, vielmehr, daß ihr mir euren Eigenwillen, euer Elend, eure Schwächen, alle eure Übel abtretet. Meine Hoheit beansprucht nur das, was euch quält, unglücklich und ruhelos macht, um alles in den Feuerofen meiner Liebe zu werfen und dort in Flammen aufgehen zu lassen. Ich meinerseits werde euch wie ein wohltätiger, friedliebender und großmütiger König als Gegengabe meinen Willen, die Zärtlichkeit meiner Liebe, meine Reichtümer, meine Glückseligkeit mit ihrem Frieden und die reinsten Freuden schenken. Gebt ihr mir euren Willen hin, dann werdet ihr vollauf glücklich sein und auch ich. Darum habe ich kein anderes Sehnen als daß mein Wille unter euch das Szepter führe.

Himmel und Erde lächeln euch zu, meine gebenedeite Mutter wird auch euch Mutter und Königin sein. Da sie wohl das hohe Gut kennt, das euch das Reich meines göttlichen Willens gewährt, und euch als ihre wahren Kinder liebt, so ist sie, um meine glühende Sehnsucht zu stillen und euch glücklich zu machen, ganz Eifer, die Völker und Nationen vorzubereiten und zu befähigen, die Herrschaft des Reiches meines göttlichen Willens willkommmen zu heißen. Ihr, welche die Völker vorbereitete1, daß deren Erwartung und Sehnsucht mich vom Himmel auf die Erde herabsteigen ließ, ist von mir auch jetzt die hohe und heilige Aufgabe beschieden, kraft ihrer mütterlichen Liebe die Völker in Bereitschaft zu setzen, ein so erhabenes Gut entgegenzunehmen.2

So hört mich an, meine Kinder! Leset aufmerksam und mit voller Hingabe Seite für Seite dieses Büchleins3, und ihr werdet das Bedürfnis empfinden, in meinem Willen zu leben. Ich stelle mich an eure Seite, wenn ihr leset, werde euren Geist erleuchten, euer Herz rühren, damit ihr die Kostbarkeit der Gabe, die euch meine glühende Liebe anbietet, begreifet, den heldenmütigen und feierlichen Entschluß fasset, zu mir zu kommen und mit mir zu leben in der Heiligkeit meines göttlichen Willens.

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1 Mit der Erwartung des verheißenen Erlösers ging die Erwartung seiner Mutter, jenes Weibes, das der höllischen Schlange den Kopf zertreten sollte, Hand in Hand. Erst mußte die Mutter erscheinen, bevor ihr göttlicher Sohn kam. Flehten die Gerechten des Alten Bundes um die Ankunft der einen wie des anderen, so hat Maria indirekt die Völker auf die Ankunft des Messias vorbereitet, die Erwartung und Sehnsucht nach ihm gesteigert. Sie war die Morgenröte, welche die aufgehende Sonne der Gerechtigkeit ankündigte.

2 Das Reich des göttlichen Willens

3 Derselbe Bescheid gilt auch für die anderen Büchlein, die nachfolgen werden.

 

1.

Wer den Willen Gottes tut, handelt auf göttliche Weise. Die lebendigen und die toten Hostien.

Es spricht Jesus zur Seele:

„Mein Wille ist die Heiligkeit jeglicher Heiligkeit. Die Seele, die meinen Willen tut, mag sie noch so gering erscheinen, ungenannt und unbekannt sein, kommt allen anderen Heiligen gleich, auch wenn diese Großtaten verrichtet, staunenswerte Bekehrungen vollbracht, Wunder gewirkt haben. Noch mehr. Seelen, die vollkommmen meinen Willen erfüllen, sind wie Königinnen. Die es aber daran fehlen lassen, gleichen jenen, die in deren Diensten stehen.

Es scheint zwar, als ob die Seelen, die meinen Willen erfüllen, nichts tun, aber in Wirklichkeit tun sie alles. Indem sie feststehen in meinem Willen, handeln sie auf staunenswürdige, ja göttliche Weise, wenn sie auch ganz verborgen wirken. Sie sind wie ein Licht, das leuchtet, ein Wind, der reinigt, ein Feuer, das brennt, eine Großmacht, die wundertätig ist. Die Heiligen sind zuweilen nur Kanäle. In jenen Seelen hingegen, die vollkommen meinen Willen tun, hat die Wunderkaft selbst ihren Thron aufgeschlagen. Sie sind der Fuß des Missionärs, die Zunge des Predigers, die Stärke der Schwachen, die Geduld der Kranken, das Regiment der Oberen, der Gehorsam der Untergebenen, die Duldsamkeit der Verleumdeten, die Beständigkeit der Gefährdeten, der Heroismus der Helden, der Stakmut der Martyrer, die Heiligkeit der Heiligen.

Sie werden meine wahren Hostien, aber lebendige, nicht tote Hostien. Die Akzidenzien der sakramentalen Hostien sind leblos und haben keinen Einfluß auf mein Leben. Die Seele jedoch ist eine lebensvolle Substanz. Indem sie meinen Willen tut, hat, sie Einfluß auf alles und wirkt bei allem mit, was ich tue. Das ist der Grund, weshalb mir jene durch meinen Willen konsekrierten Hostien teurer sind als selbst die sakramentalen Hostien, und wenn ich in diesen existiere, geschieht es nur, um mir jene Hostien, zu bilden, die von meinem Willen konsekriert sind.

Meine Tochter! Das Wohlgefallen, das ich an meinem Willen finde, ist so groß, daß, wenn man nur von ihm spricht, ich aufjuble vor Freude und den ganzen Himmel berufe zur Festfeier. Mache dir nun selbst eine Vorstellung davon, welche Bedeutung jene Seelen haben, die meinen Willen tun. Ich finde jede Befriedigung in ihnen und gewähre auch ihnen jede Befriedigung. Ihr Leben ist das Leben der Seligen. Nur zwei Dinge liegen ihnen am Herzen, sind der Gegenstand ihrer Sehnsucht, ihres Verlanges: mein Wille und meine Liebe. Scheinbar tun sie wenig, in Wirklichkeit alles, wie schon bemerkt. Auch ihre Tugenden sind in meinen Willen und in meine Liebe übergegangen. So habe ich ihnen nichts mehr hinzuzufügen. Denn mein Wille enthält alles, besitzt alles, nimmt alles in sich auf, aber in göttlicher, unermeßlicher, unendlicher Weise. Das ist das Leben der Seligen im Himmel.“

 

4.

Es gibt kein Gut weder im Himmel noch auf Erden, das nicht jener im Sterben mit sich nimmt, der den Willen Gottes erfüllt.

„Meine Tochter! Wer in meinem Willen lebt, macht sich alles zu eigen, was ich tue. Ist einmal der Wille der Seele eins geworden mit dem meinigen, tut auch sie all das, was mein Wille tut. Stirbt nun jemand so in meinem Willen, dann gibt es kein Gut, das er nicht mit sich nimmt, da es kein Gut gibt, das mein Wille nicht enthält. Er allein ist ja jeden Gutes Ursprung und Leben. Wer also in meinem Willen stirbt, nimmt mit sich die Verdienste der Messen, die gelesen, der Gebete, die verrichtet, der guten Werke, die vollbracht werden, weil sie alle die Frucht meines Willens sind. Ein einziger Akt mit meinem Willen gewirkt, übertrifft unendlich das Wirken aller Geschöpfe in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Stirbt jemand in meinem Willen, dann gibt es keine Schönheit, keine Hoheit, keine Heiligkeit, keine Weisheit, keine Liebe, nichts, gar nichts, das jener Seele gleichkommen könnte. Ihr öffnen sich beim Eintritt ins himmlische Vaterland die Pforten, ihr Ehre zu erweisen für all das, was sie mit meinem Willen vollbracht hat. Wie dir die Festlichkeit schildern, wie das Erstaunen, das sich der Seligen bemächtigt, wenn sie diese Seele schauen, deren Wirken ganz das Siegel des göttlichen Willens trägt? Wenn sie sehen, daß alles, was sie in meinem Willen getan: jeder ihrer Gedanken, jedes ihrer Worte und ihrer Werke in ebensoviele Sonnen verwandelt sind, die ihren Schmuck bilden? Sonnen, von denen jede einzelne an Glanz und Schönheit von der anderen verschieden ist? Sie werden auch ebensoviele göttliche Bächlein sein, die alle Seligen mit Wonne überfluten. Und als ob die Himmelsbewohner deren Fülle nicht zu fassen vermöchten, fluten sie abwärts, um auch jene zu beglücken, die noch auf der irdischen Pilgerschaft begriffen sind.“

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Quelle: Separatdruck Immaculata-Zentrum, 22.11.1997

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Siehe auch:

AUS DEM „ORATORIUM DER MUTTER DER GÖTTLICHEN LIEBE“ IN MAILAND (2)

Fortsetzung zum ersten Teil

„DIE LÄSTIGEN PERSONEN GEDULDIG ERTRAGEN“
30. Juni 1968

Liebe Tochter, Ich werde mit Meinen Unterweisungen fortfahren, indem Ich mit dir von jenem Werke der Barmherzig­keit spreche, welches zu praktizieren viele sich weigern, dafür aber andere es üben lassen, nämlich:

„Die lästigen Personen ertragen.“

Vergiß nicht, daß ihr alle unvollkom­men seid, und daß die Unvollkommenhei­ten in euerm Leben an den Tag kommen durch eure Art und Weise zu sprechen, durch euer Benehmen, durch die Art und Weise, die Dinge zu sehen und die eigenen Meinungen zu äußern.

Was fehlerhaft ist, mißfällt nicht nur Gott, der unendlichen Vollkommenheit, sondern auch den Menschen, die, obwohl sie die Vollkommenheit nicht besitzen, diese bei den andern erwarten.

Wenn ihr alle vollkommen wäret, wäre das Zusammenleben leicht, wie das Leben im Himmel wonnevoll sein wird, da nichts dorthin gelangt, was unvollkommen ist.

Solange ihr auf dieser Erde seid, wird es für euch ein Kreuz bedeuten, einen andersgearteten Charakter zu ertragen; mit Andersdenkenden Zusammenstöße in Kauf zu nehmen; sich damit abzufinden, in Augenblicken des persönlichen Schmerzes sich zu freuen mit dem, der glücklich ist; den Mißerfolg der eigenen Angelegenheiten konstatieren zu müssen, während andere von ihren fabelhaften Erfolgen erzählen.

All das würde das Leben unerträglich gestalten, wenn nicht jenes obgenannte, gesegnete Werk der Barmherzigkeit, das die Nächstenliebe als Basis hat, das Ertragen des andern erleichterte.

Dieses gute Werk hat als Basis, wie gesagt, die Nächstenliebe; aber bei dessen Ausübung müssen notwendigerweise mit­wirken: Geduld, Demut, Gehorsam, Ver­ständnis, Großmut und grenzenlose Güte. Wenn du alle diese Tugenden übst, kon­statierst du bald, daß es neben dir keine lästigen Personen mehr gibt, sondern liebenswürdige Menschen, mit denen du im Umgang und im Gespräch viel Freude erlebst.

Denke daran, daß du dich noch so sehr anstrengen magst, deine Fehler abzulegen, irgendeiner wird immer bleiben, der dich bei den andern unangenehm macht. Den­ke oft an dies, damit auch du mit den Unvollkommenheiten oder den wirkli­

chen Fehlern deines Nächsten Nachsicht übst und suche ihn nicht nur zu ertragen, sondern auch zu lieben, so wie er ist, mit seinem Charakter, seiner Persönlichkeit und seinen Schwächen.

All dies tue immer aus Liebe zu Gott, denn der himmlische Vater wünscht, daß ihr einander liebt; und wenn ihr euch liebt, euch erträgt und miteinander Nach­sicht habt aus Liebe zu Ihm, gebt ihr einer menschlichen Handlung einen gött­lichen Wert, ihr macht sie deshalb würdig einer ewigen Belohnung.

Ahme Mein Beispiel nach, Meine Toch­ter, der Ich, obwohl Ich als Gott alle Tugenden und Fähigkeiten in einem un­endlichen Grade besaß, Mich doch allen angepaßt habe. Ich ertrug den Geiz und den Verrat des Judas, die Untreue und die Menschenfurcht des Petrus, die Schein­heiligkeit der Pharisäer, den Hochmut, die Schlechtigkeit, die Bosheit, die Undank­barkeit eines ganzen Volkes, das Mir während drei Jahren gefolgt war.

Es hatte Meine Wunder gesehen, es hatte Meine Macht, Meine Weisheit, Mei­ne barmherzige Güte handgreiflich erfah­ren, ohne davon etwas zu verstehen.

Sei allen alles, um alle für Gott zu gewinnen. Dies ist deine Mission und die jedes wahren Christen.

„ZU GOTT BETEN FÜR DIE LEBENDEN UND DIE TOTEN“
1. Juli 1968

Meine Tochter, Ich bin hier, um die Belehrungen über die Werke der Güte und der Barmherzigkeit abzuschließen, die du vollbringen kannst und mußt, um die werktätige Liebe, königliche Tugend und unentbehrlich im Leben eines Christen, in die Tat umzusetzen.

Ich werde dir nun sagen, wie du allen Lebenden und Verstorbenen, die darauf warten, die selige Heimat zu erreichen, helfen kannst: „Beten für die Lebenden und die Toten.“

Vorerst sollst du wissen: ihr könnt Lebende sein, obwohl schon gestorben, und ihr könnt Tote sein, obschon noch am Leben. Habe acht auf Meine Erklä­rung.

Du beweinst jene als tot, die die Welt verlassen; aber, wenn das Leben der Gnade in ihnen ist, beginnen sie in Wirklichkeit erst jetzt das wahre Leben, jenes, das nie enden wird.

Im Gegensatz dazu siehst du auf den Straßen viele Leute spazieren, die du als lebende Wesen taxierst, aber wenn du ihre Seele sehen könntest, würdest du dich

entsetzen. Es sind wandelnde Leichname. So beschränkt sich das Werk der Barm­herzigkeit nicht nur auf das Gute, das du jenen Personen, die um dich leben und jenen, die du auf den Friedhof begleitest, tun kannst, sondern umfaßt alle Leben­den der Erde.

Bete für alle, Ich bitte dich, wie es die Kirche tut.

Denke in deinem Gebet an alle Men­schen, und mögen alle in deiner Hilfe die Glut deiner Liebe spüren und den Herrn preisen. Mögen die Irrenden zum Schaf­stall zurückkehren. Mögen die dem Leben der Gnade Erstorbenen neu geboren wer­den. Mögen die Guten im Glauben wach­sen und möge sich ihr Herz immer mehr der Gnade öffnen. Mögen die Leidenden an ihrer Seite einen guten Simon von Cyrene spüren, der ihnen das Kreuz tragen hilft.

Mögen alle die Gnade wie frischen göttlichen Tau verspüren, der sie berieselt. Seht was ihr mit euerm Gebet erreichen könnt, liebe Kinder.

Ich habe euch gesagt, wenn ihr Glau­ben haben und zu einem Berg sagen würdet: „Stürze dich ins Meer“, er sich hineinstürzen würde. Nun sage Ich euch: habt Glauben und betet. Euer Glaube sei der Beweggrund eurer Gebete, und Ich verspreche euch, daß ihr mit euerm Gebet die Welt umwandeln werdet.

Das Gebet entwaffnet Mich. Vom Menschen, der betet, läßt sich der Vater rühren, Er verzeiht, Er gewährt, Er zieht Seine Hand zurück, die auf der Welt lastet. Er hat Erbarmen.

Meine Tochter, erinnere dich an die Vision des Jakob: an die Leiter, welche von der Erde zum Himmel reichte, und wie die Engel daran auf- und abstiegen! Die Engel trugen die Gebete der Men­schen unaufhörlich zu Gott und brachten Jakob Gottes Gnaden zurück.

Und so ist es immer in der Welt. Wehe euch, wenn das Gebet fehlt. Es ist eure Kraft.

Heutzutage betet man wenig in der Welt, zu wenig, und deswegen gehen die Dinge schief. Man gedenkt umzuformen, bessere Systeme zu finden als jene, die Ich gelehrt habe, und man hört auf zu beten. Man will die Formeln abschaffen, die gleichen, die Ich gelehrt und derer Ich Mich bedient habe.

Man will nicht hören auf das, was Meine Mutter gelehrt hat und was Sie bei allen Ihren Erscheinungen auf der Erde heute noch lehrt. Der Rosenkranz ist langweilig, sagt man. Er ist monoton; das paßt nicht mehr für die Jungen.

Nachdem man so das von Uns Gelehrte ausgeschieden hat, beginnt man das Gebet mit einem Akte des Hochmutes. Was wird man dadurch erreichen?

Es ist wahr, daß jede Gebetsformel vom Geiste und vom Herzen inspiriert sein muß; aber Ich versichere euch, daß sie euch eine große Hilfe sein wird. Sie wird wie das Geleise sein, auf dem ihr den Geist und das Herz gleiten läßt.

Benützt selbst die Kirche im liturgi­schen Gebet nicht auch immer die glei­chen Formeln und wiederholt sie?

Fürchtet nicht, euch zu irren, wenn ihr Meinen Belehrungen folgt. Betet und erhebt euer ganzes Sein zu Gott. Auch euer Körper, ebenfalls ein Werk Gottes, sei zu Ihm hingewendet.

Wenn es nicht möglich ist, daß ihr das Leben mit gefalteten Händen durchwan­delt — o, gesegnet die gefalteten Hände, die auf der Welt am Verschwinden sind ­wenn es also den Menschen, die von tausend Dingen des Lebens in Anspruch genommen werden, nicht möglich ist, die Tage im Gebete zu verbringen, gibt es doch bestimmte Augenblicke, wo Gott Anspruch hat auf Anbetung, Anrufung, Danksagung und das Flehen Seiner Kin­der.

Gesegnet seien jene Familien, in denen man sich morgens und abends zu einem gemeinsamen Gebet zusammenfindet, wo man Mich mit dem Tischgebet einlädt, am Mahle teilzunehmen. Ich versichere euch, daß Ich diese Einladung vergelten werde, wenn Ich euch am ewigen Mahl teilneh­men lassen werde.

Und jetzt gebe Ich dir einen Rat. Bete an erster Stelle für jene Personen, die dir wehe tun, für jene, gegen die du Antipa­thie empfmdest, für jene, die dir nicht gefallen. Dein Verdienst wird so verdop­pelt, und dein Herz wird zu verzeihen und zu lieben geneigt sein.

Vereinige deine Gebete immer mit den Meinigen, die Ich fortwährend vom Ta­bernakel aus zum Vater erhebe, mit jenen Meiner Mutter und der ganzen Kirche.

Kraft der Gemeinschaft der Heiligen wirst du deinem Gebete einen unendli­chen Wert geben und jede deiner geist­lichen Übungen wird zu einem wirklichen Werk der Barmherzigkeit werden.

DIE VERLEUMDUNG
4. August 1968

Meine Tochter, Ich will mit dir von zwei sehr schweren Sünden sprechen, die man in der Welt begeht, und die Mein Herz so sehr betrüben: die Verleumdung und das Ärgernis.

Beide sind dem Morde gleich. Die Verleumdung tötet die Ehre, das Ärgernis mordet die Unschuld, die Seele einer Person, indem sie sie zur Sünde und zum Bösen verführt.

Nun möchte Ich wirklich allen Meinen Kindern die Schwere der Verleumdung erklären, die sich so leicht verbreitet, und die so viel Schaden anrichtet in den

Familien, bei den Einzelnen und in der Gesellschaft.

Sie ist wie ein Gift, das ohne jemandes Wissen eindringt und die Masse vergiftet. Sie ist wie ein giftiges Serum, das der Feind einer lebenden Person während des Schlafes einspritzt. Sie ist ein Schuß in den Rücken, ein Verrat.

Manchmal glaubst du, dieser oder jener befreundeten Person vertrauen zu kön­nen; aber sie profitiert von deinen Ver­traulichkeiten, fügt vielleicht ihre eigenen, wenig wohlwollenden Überlegungen hin­zu und verbreitet so unwahre Nachrich­ten. Nicht, daß sie sie auf öffentlichem Marktplatze verkündet, aber doch gehen die Neuigkeiten von Mund zu Mund als Vertraulichkeit und Geheimnis.

Die so gesammelten und verbreiteten Neuigkeiten wechseln immer Form und Substanz; wenn sie etwas Schlechtes betreffen, verbreiten sie sich wie ein ins Wasser gegossener Topfen Öl. Ich erinnere euch daran, liebe Kinder, daß, wer das Böse verbreitet, sich dessen schuldig macht. Aus diesem Grunde habe Ich andere Male darauf bestanden, daß man unter Christen das Böse nicht einmal nennen sollte, da es niemandem nützt.

Wer verleumdet, freut sich über das Böse und verbreitet es mit satanischer Lust unter dem Anschein, sich darüber zu betrüben und damit aufzuräumen. Es ist dies eine Sünde, die man mit viel Leicht­sinn und Sorglosigkeit begeht, und über die ihr euch in den Beichten mit wenig Aufrichtigkeit anklagt, weshalb sie in den meisten Fällen gar nicht verziehen wird.

Es ist eine Sünde, die nur schwer verziehen wird, denn wer stiehlt, erlangt erst dann Verzeihung, wenn er das Ge­stohlene zurückgegeben hat. Wer dem Nächsten den guten Ruf stiehlt, dem kann nicht verziehen werden, wenn er den Weg der Verleumdung im umgekehr­ten Sinn nicht noch einmal zurücklegt, indem er jener Person, jenem Priester, jener Freundin oder jener Unbekannten die geschädigte Ehre wieder herstellt.

Du selbst siehst, wie schwierig eine solche Wiedergutmachung ist und infolge­dessen wie schwierig es ist, Verzeihung zu erlangen.

Ich will euch nicht erschrecken mit dem Gedanken an die ewigen Strafen, aber Ich versichere euch, daß eine schreckliche Strafe die Zunge der Ver­leumder treffen wird, auch im Fegfeuer. Wenn Meine Kinder in diesem Leben jene Strafe auch nur von weitem sehen wür­den, wären sie so entsetzt davon, daß sie eher auf die Gabe der Sprache verzichten würden, als weiter ihre Zunge schlecht zu gebrauchen.

Ich möchte wirklich, Meine lieben Kinder, daß eine heilige Furcht vor dieser Sünde euch wachsam erhalte, damit ihr nicht später etwas bitter zu bereuen habt.

Wer Kenntnis hat von Bösem oder etwas Bösem, darf die in Frage stehende Person warnen, aber er muß sich verge­wissern, ob es sich wirklich um Böses

handelt, da dies manchmal, auch wenn es den Anschein hat, in Wirklichkeit nicht der Fall ist, da die Absicht der ausführen­den Person nicht böse war. Es ist für euch schwierig, in der Seele zu lesen und unmöglich, über die Absichten zu urtei­len. Wer Böses verbreitet, das andere begangen haben, begeht eine Sünde, mehr oder weniger schwer, je nach der Schwere des Fehlers, den er verbreitet, auch wenn das, was er sagt, wahr ist.

Liebt die Aufrichtigkeit und die Klug­heit! Dann wird es für euch nicht so leicht sein, in die Sünde der Verleumdung zu fallen. Wie viele wunderbare Werke sind zusammengestürzt durch böse Zungen. Wie viele Familien ruiniert! Wie viele eifrige und gut gesinnte Seelen entmutigt!

Die Verleumdung ist noch viel schlim­mer, wenn sie vom Herzen und von den Lippen Meiner bevorzugten Kinder aus­geht. Jene, die Mich oft empfangen, die die Kirche besuchen, gehen mit großer Leichtigkeit von der üblen Nachrede zur Verleumdung über.

Manchmal rührt sie vom Neid her, manchmal vom Hochmut. Manchmal sind es kleine Rivalitäten, auch im Guten, die euch satanisch stimmen. Es ist der Neid über die Gnade, die andere erhalten haben, die euch fähig macht, auch Dinge zu entdecken, die nicht bestehen und Böses zu verbreiten, das gar nicht exi­stiert.

Liebe Kinder, weint über diese so schwere Sünde, die todbringend ist für die Ehre von Personen, die euch nahe stehen, ohne daß sie es wissen und macht ein feierliches Versprechen, daß ihr euch nie mehr mit dieser so schwer wiedergutzu­machenden Sünde befleckt!

Wenn ihr nichts Gutes sagen könnt von euerem Nächsten, schweigt. Viel besser wäre es für euch, stumm zu bleiben, als die Zunge schlecht zu gebrauchen!

Ihr alle bildet mit Mir einen einzigen Leib, Meinen Mystischen Leib. Wer ver­leumdet, zerfleischt Meinen Leib, reißt Mir Glieder aus, macht Mich leiden; es ist ein Übel, das sich auf die ganze Kirche auswirkt.

Meine Kinder, fürchtet und zittert!

DAS ÄRGERNIS
5. August 1968

Nehmen wir die Unterweisung von ge­stern wieder auf, und Ich werde mit dir über das Ärgernis sprechen, von dem Ich dir gesagt habe, daß es ein wirklicher Mord sei, wenn auch unsichtbar für die Augen des Leibes.

Im Evangelium (Mt. 18,6-7) habe Ich euch gesagt: „Wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt. Es wäre besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ Und Ich sage dir: wer sich ins Meer stürzt, schadet nur sich selber, wer aber Ärgernis gibt, verursacht überdies den Ruin anderer, und du kannst nicht einmal sagen, wie viele es sein werden.

Beobachte was geschieht, wenn du einen Stein ins Wasser wirfst: es bilden sich eine Vielzahl von konzentrischen Kreisen, die sich immer mehr entfernen. So verhält es sich mit jeder Sünde. Sie hat eine Auswirkung auf die ganze Welt und besonders auf Meinen Mystischen Leib, die Kirche, so daß ihr mit Recht sagen könnt, wer sündigt, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch den Brüdern, auch wenn diesen die Sünde unbekannt ist.

Dies geschieht bei jeder Sünde, aber in besonderer Weise bei der Sünde des Ärgernisses.

Du verstehst sofort, wie die Belohnung im Himmel sich auf die geübte Nächsten­liebe gründen wird. So wird strenge Strafe jenen treffen, der dem Nächsten Schaden zufügt und besonders, wenn dieser Scha­den nicht nur den Leib, sondern die Seele betrifft.

Ich kam in die Welt, lebte und starb am Kreuze, um die Seelen zu retten. Der Ärgernisgeber arbeitet gegen Mich und macht die Frucht Meiner Erlösung zu­nichte. Daran kannst du die Schwere dieser Sünde erkennen.

Ich würde auch für eine einzige Seele Meine Passion und Meinen Tod wieder­holen, und der Ärgernisgeber verdirbt Mir die Seelen, die Mir gehören und für deren Glückseligkeit Ich das Leben gegeben habe. Scheint es dir nicht, daß es keine größere Bosheit geben kann?

Ich werde dir jetzt sagen, wie man Ärgernis gibt.

Alles was in der Welt geschieht, das die andern zum Bösen verführen kann, ist Ärgernis: verderbliche Worte und Hand­lungen, die im Geist und im Herzen des andern eine schädigende Spur hinterlassen und ihn verleiten, dem bösen Beispiel zu folgen.

Das Werk des Ärgernisgebers ist schlimmer als jenes des Teufels, durch welchen es unterstützt und organisiert wird. Jetzt aber will Ich dir nicht die großen Ärgernisse in Erinnerung rufen, die in der Welt geschehen, vielmehr will ich dich einen Augenblick in dich selbst einkehren und dich nachdenken lassen über dein Betragen, um zu versuchen, alles wegzunehmen, was nicht erbaulich ist für deinen Nächsten.

Gedanken, Worte, Handlungen und Unterlassungen werden bei Meinem Ge­richt Gegenstand des Urteils sein, und das alles wird auch in Verbindung mit dem Nächsten beurteilt werden.

Darum beginne gleich jetzt, alles weg­zuschaffen aus deinem Leben, was nicht erbaulich ist. Wache über deine Worte, über deine Handlungen, über dein Betra­gen. Mache, daß alles in dir Licht sei, daß alles zum Guten führe.

Ich habe dir andere Male gesagt, daß eine Seele nie allein in den Himmel kommt, sondern jene Seelen mit sich bringt — natürlich jede zu ihrer Zeit — die sie gerettet hat.

Das Beispiel reißt mit. Bekämpfe auf diese Art das Ärgernis, das viele geben; reiße das Unkraut aus, das sie säen, indem du das gute Beispiel gibst. Sei Werkzeug der Rettung und des Lebens, wo man den Tod sät.

ENTWURF ZU EINER LEBENSORDNUNG
6. August 1968

Meine Tochter, rufe unaufhörlich die Hilfe Gottes an, wenn du alle Schwierig­keiten besiegen und überwinden willst, denen du begegnest und die sich zwischen dich und Gott stellen.

Richte deine Handlungen, deine Ge­danken, deine Worte immer nach Gott aus, damit alles Seinem Willen gemäß geschehe.

Wache über dich selbst: über den Verstand, über das Herz, über die Zunge, damit nichts in dir vorkomme, das Gott nicht wohlgefällig ist.

Heilige dein Leben, indem du es ganz zur Ehre Gottes verbringst und zum Wohle des Nächsten; verschwende auch nicht einen Augenblick der Zeit, jener kostbaren Münze, mit der du dir das ewige Leben erkaufen kannst.

Habe Ehrfurcht vor allen. Urteile über niemanden, denn niemand von euch hat das Recht, andere zu richten, wenn du willst, daß Jener, der dich am letzten Tag richten wird, nachsichtig mit dir sei.

Sei allen gegenüber gerecht, indem du jedem das gibst, was ihm zukommt. Ich liebe die Rechtschaffenheit und die Ge­rechtigkeit, Eigenschaften, die euch bei Gott und den Menschen beliebt machen.

Sei großmütig im Opferbringen, so­wohl im Alltag — das Opfer begleitet jeden Menschen — wie auch in den großen Gelegenheiten des Lebens, wenn der Herr an die Türe deines Hauses klopft, um dich zur Mitarbeit mit Ihm aufzurufen durch dein Kreuz und durch dein Leiden.

Vertraue auf den Herrn, deinen Gott, denn Er wacht über dich, Er liebt dich und will dein Glück. Du hast nichts anderes zu tun, als dich in Seine Arme zu werfen wie ein Kind und dich von Ihm führen zu lassen.

Erfülle deine tägliche Pflicht mit Freu­de, mit Treue, mit Genauigkeit und mit Liebe, indem du dich mit Mir vereinigst, der Ich immer in dir lebe.

Hier hast du in Kürze eine Lebensregel, die du bei deinen Gewissenserforschungen benutzen sollst.

Wenn du vorgehen wirst, wie Ich dir gesagt habe, wirst du deine Probleme vereinfachen, dein Leben wird durchsich­tig und für alle ein gutes Beispiel sein; du wirst die von Gott so sehr gewünschte und angeordnete Heiligkeit erreichen.

Erinnere dich des Befehls, den Ich an alle Meine Jünger richtete und durch sie an alle, die Mich lieben und Mir folgen würden:

„Seid heilig, wie euer Vater im Him­mel heilig ist.“

(FIDELITAS, Schaffhausen)

 

Dies sind Auszüge aus dem Heft 7 der Schriftenreihe „GEDANKEN UND ÜBERLEGUNGEN“ der deutschen Übersetzung des Werkes von „Mamma Carmela Carabelli, „Zöna­kel der göttlichen Liebe und Barmherzig­keit“, Mailand.

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Zönakel der Göttlichen Liebe und Barmherzigkeit

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 09 (Schluss)

«Ich habe es euch gesagt: ‹Wer sein Leben retten will, wird es verlieren›, und ihr könnt auch nicht vor­geben, Mich zu lieben und Mir zu dienen, und (gleichzeitig) die Welt lieben und leben wie die Welt. Ihr müßt wählen: entweder ihr seid für Mich, und dann seid ihr gegen die Welt, oder ihr entscheidet euch für die Welt, und dann bekämpft ihr Mich.»

(Und weinend spricht Jesus weiter:)

«Wann endlich werdet ihr die unermeßliche Pein Meines Herzens verstehen? Warum lebt ihr stur wei­ter fern von Mir? Niemand indessen kann euch mehr lieben als Ich. Ich will euer Heil und nicht euern Un­tergang.»

[B 671] «Unsinnige Menschen, eure Verblendung und eure Taubheit werden euch in den Untergang führen. Schlaget also Gewinn aus Meiner Barmher­zigkeit, da euch heute die Chance gegeben ist; mor­gen wird es, Ich sage es euch, zu spät sein für euch.»

«Mögen sich all diese gleichgültigen, sorglosen und nachlässigen Hirten, die ihre Herde verlassen oder sich selbst überlassen, um hierhin und dorthin zu lau­fen, ohne daß das erforderlich oder zweckdienlich ist, in acht nehmen. Sie können ihre Verantwortung auf die Schultern des Nachbarn laden, aber sie mögen nicht vergessen, daß sie es sind, die Rechenschaft ab­zulegen haben werden über den Verlust der Herde, und nicht der Nachbar. Sie ziehen es vor, nach Lust und Laune zu handeln und ihre Begierden zu befrie­digen, anstatt allen Vergnügen zu entsagen, um, wie sie es tun sollten, die Pflichten zu erfüllen, die ihnen zufallen, und die Verantwortung zu tragen, [B 672] die Ich ihnen Selbst übertragen habe, indem Ich sie an die Spitze einer Herde gestellt habe.»

«All diese schlechten Hirten werden äußerst streng bestraft werden für ihre Nachlässigkeit und ihre Gleichgültigkeit. Es ist nicht verwunderlich, daß sich die Schafe verirren und sich manchmal tödlich ver­wunden, wenn der Hirte selbst es vorzieht, auf Aben­teuer aus zu sein, statt seine Schafe zu bewachen und zu lieben, die sich ihm völlig anvertrauen, um in den Schafstall zu gelangen.

«Mögen alle Priester auf der vollständigen Entsa­gung bestehen als dem alleinigen und einzigen Weg, der zu Mir führt. Vor allem sollen sich diese Priester, die sich weigern, diese Lehre zu praktizieren, beeilen, sie wieder aufzugreifen und danach zu leben; denn ihr müßt sie nicht nur predigen, sondern der Welt das Beispiel dafür geben, um dieser unbekümmerten und ichbezogenen Welt die furchtbaren Katastrophen zu ersparen, die sie zermalmen werden, wenn sie ihr Le­ben nicht ändert.»

[B 673] «Mögen alle jene, die durch den Mißbrauch ihrer Autorität auf irgendeine Art und Weise der Ausbreitung dieser Lehre von der Entsagung scha­den, indem sie der kleinen Zahl der treuen Diener das Schweigen aufzwingen, die trotz des Modernismus und der Evolution der Sitten dieses Jahrhunderts sich nicht fürchten, die Enthaltsamkeit zu verkünden, mögen alle jene, die ihre Autorität zum Schaden Meiner Lehre mißbrauchen, sich in acht nehmen, ihre Herzen erforschen und ihre Verantwortung wohl abwägen; denn Mein Strafgericht wird fürchterlich sein.»

«Wenn ihr Meine Lehre den Ideen und der Mentali­tät der Welt anzupassen sucht, seid ihr schlechte Die­ner.»

«Die Welt dieses Jahrhunderts, die nur daran denkt, zu genießen, sich zu befriedigen, indem sie alle Opfer und alle Abtötung meidet, möge sich nicht in trügeri­scher Hoffnung wiegen; [B 674] denn Ich werde in nichts Meine Lehre ändern, und selbst wenn dies den Ideen dieser modernen Welt entgegensteht, sage Ich euch doch, daß der Welt nichts anderes übrigbleibt, als sich anzupassen und sich der Lehre von der Ent­sagung, vom Gebet und der Buße zu unterwerfen, oder sie wird für immer, fern von Mir, untergehen.»

«Beeilt euch also alle, den Weg wieder unter die Füße zu nehmen, der euch zu mir führt; denn täuscht euch nicht darüber: man spottet Gottes nicht unge­straft; da Ich ja von aller Ewigkeit her eure verbor­gensten Gedanken kenne und die liebenden und auf­richtigen Diener, die sich nicht fürchten, für Mich alles zu ertragen, zu erkennen weiß und zu unterschei­den verstehe vom egoistischen Diener und Feigling, der nur sein Vergnügen sucht und der alles tut, um sich das geringste Opfer zu ersparen, während er be­hauptet, Mich zu lieben. Von dieser Paradeliebe be­darf Ich nichts; Ich will eine aufrichtige Liebe, die be­reit ist, für Mich alles zu opfern. Ich will alles oder gar nichts. Schreibt es gar gut auf den Grund eures Her­zens, [B 675] um es ja nie zu vergessen …»

* 161 *

[B 677] Ich sah Ihn am Rande meines Bettes sitzen, die Augen voller Tränen. Ich hatte meinen Tag mit schwe­rem Herzen verbracht, wegen eines Schmerzes, der mir von ich weiß nicht woher kam, seit ich Ihn beim Gottes­dienst hatte weinen sehen. Da konnte ich nicht anders als auch weinen. Ich sagte Ihm: «Herr, verzeih mir. Ich bin wirklich ungeschickt; statt Dich zu trösten, weine ich mit Dir.» Lächelnd hat Er gesagt:

«Deine Tränen sind Balsam für Mein Herz. Beun­ruhige dich also nicht wegen nichts. Liebe Mich; das ist alles, was Ich will.»

Ich habe Ihm gesagt: «Wenn Du viel von mir erwar­test, wirst Du besser tun, Dich vorzubereiten, mir die Kraft und den Mut zu geben; denn ganz allein wird es mir niemals gelingen; ich werde nichts tun können.»

«Was tut’s! Ich kann alles.»

Dann habe ich mich umgewandt, und ich habe ver­sucht, die Gedanken zu wechseln; da habe ich gehört:

[B 678] «Warum schaust du Mich nicht an?»

Wider Willen habe ich Ihn angeblickt. Sein von Trau­er erfülltes Antlitz dreht mir das Herz ganz um. Ich kann nicht sagen, was ich fühle. Man würde meinen, daß mir etwas das Herz zusammenpreßt. «0 Herr!», habe ich gesagt, «ich möchte wirklich aufhören, an all das zu denken. Das hat keinen Sinn. Das muß meine Einbildung sein.» Je mehr ich daran denke, desto weniger hat es einen vernünftigen Sinn, daß Er sich bei mir aufhält, die ich so viele Torheiten begangen habe, die ich nicht ein­mal die Geduld aufbringe, irgend etwas zu ertragen. Das ist gut für die Heiligen, dies, nicht für mich. Ich bin weit davon entfernt, eine Heilige zu sein. Ich habe Lust, mich mit all dem nicht mehr zu beschäftigen, indem ich (trotzdem) mein Möglichstes tue, um ein so heiligmäßi­ges Leben zu führen, wie es eben geht. Ich will nicht an­ders sein als die anderen, indem ich ungewöhnliche Din­ge vollbringe; denn das ist doch keineswegs normal!

«Ach, Herr! wie bin ich müde! Was wartest Du, um mich davon zu befreien?» Ich sage Ihm immer: «Wenn es ein Wahn ist, Herr, und wenn es Dir mißfällt, befreie mich davon, laß nicht zu, daß dies mich entferne von Dir.»

«Warum handelst du so mit Mir? Warum versuchst du, Mich aus deinen Gedanken und aus deinem Her­zen zu vertreiben? Ist das deine Art, Mich zu lieben? Ich verwandle dein Leben, Ich weiß es; aber du mußt selbst das akzeptieren. Ich wiederhole dir: warum versuchst du zu verstehen? Es wird dir nie gelingen. Laß dich führen und vergiß alles, was nicht Ich bin. Du schadest dir, wenn du zu wissen versuchst, was du nicht wissen sollst. Du fügst Mir großes Leid zu, Klei­ne, wenn du an Mir zweifelst.»

«Ich zweifle nicht an Dir, Herr; aber all dies hat keinen vernünftigen Sinn, es sind zweifellos Einbil­dungen.»

«Wenn du Mir mit deiner Einbildung Seelen zufüh­ren würdest, wäre es nicht der Mühe wert, daß du (damit) fortführest, aus Liebe zu Mir? Da ja das, was du schreibst, nicht gegen Mich ist, so ist es also für Mich, und wenn es für Mich ist, darfst du nichts tun, was der Ausbreitung von all dem schadet; denn sonst wärest du gegen Mich. Erleide Ich nicht genug Qua­len, ohne daß du, kleines Mädchen, Mir deren auch noch zufügst? Du willst Mir also nicht gehören und nicht Mich allein nur lieben?»

«Aber doch, Herr.»

«Warum widersetzest du dich dann? Ich habe es dir gesagt: ‹Überlaß dich gänzlich Mir.› Liebe Mich mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele [B 681] und allen deinen Kräften, und kümmere dich nicht um das Weitere.»

«Was kümmert es dich, was mit dir geschehen wird, was man von dir denken wird, solange du sicher bist, Mir zu gefallen; das ist alles, was zählen muß für dich, Mir wohlgefällig sein und für Mich allein leben, ist das so schwer? Ich, habe Ich dir nicht gezeigt, bis zu welchem Grad Ich dich liebe? Du bist die Unwürdig­ste, und dennoch bist du die am reichsten Beschenk­te. Ich weiß, daß du Meine Handlungsweise nicht ver­stehst. Du gibst nicht zu, daß Ich dich bis zur Torheit lieben kann und dich zu leiden bitte. Du wirst Mich nie verstehen können, da ihr nie mit Mir der gleichen Ansicht sein werdet.»

«Es gibt keine größere Torheit als die des Kreuzes; habe Ich Mich nicht dazu erniedrigt aus Liebe zu euch? Habe Ich euch nicht das Beispiel des Leidens und der totalen Entsagung in Meinem irdischen Le­ben gegeben? Wenn Ich, [B 682] der Herr, Mich die­sem Gesetz des Leidens unterziehen mußte, warum sollte es sich anders verhalten bei euch, die ihr nicht einmal würdig seid, für Mich zu leiden? Der Diener steht nicht über dem Meister, vergeßt das nicht.»

«Wenn ihr in all euern Leiden und euern Schmer­zen innehalten würdet, um mit allen Fasern eures Herzens an all das zu denken, was Ich für euch ertra­gen habe, um wieviel leichter würden euch eure Lei­den und weniger mühsam eure Schmerzen erschei­nen. Seid also nicht egoistisch und kleinlich mit Mir. Gebt Mir, ohne zu zählen. Ich werde es euch hundert­fältig zurückerstatten.»

«Bedauerst du deine Gedanken von vorhin, Klei­ne?»

«Ja, Herr, du weißt wohl, daß ich es nicht getan haben würde.»

[B 683] «Daß du es nur schon gedacht hast, hat Mir einen gar großen Schmerz zugefügt. Beraube Mich niemals, ohne triftigen Grund, des Glücks, das mir dein Beiwohnen der Messe am Morgen gibt, und vor allem des Glückes, das Ich empfinde, wenn Ich in dein Herz hinabsteige. Wohin würde Ich gehen, wenn Ich nicht mehr in deinem Herzen Zuflucht nehmen könnte? Diejenigen sind so rar, die Mich aufrichtig zu lieben begehren. Die Menge der Gleichgültigen nimmt je­den Tag zu. Man liebt Mich nicht; man verachtet Mich, man verschmäht Mich, und man flieht Mich.»

«Entartete Menschen und Feiglinge! Habe Ich euch nicht überreich beschenkt? Ihr verdankt Mir al­les, und was gebt ihr Mir dafür? Gleichgültigkeit und Verachtung.»

«Wie groß ist Mein Schmerz angesichts der Kälte der Menschen. Mein Herz ist überdrüssig und müde. Selbst die Meinen verstoßen Mich und finden Mich zu anspruchsvoll. Ich bin allein und von allen verlas­sen. Es gibt auf der Erde keine größere Einsamkeit als die Meinige.»

«In dieser großen Stadt voll von Leuten, die vorge­ben, Mich zu lieben, habe Ich Mühe, Seelen zu finden, die einwilligen, Mich aufrichtig zu lieben und zu lei­den, [B 684] um ihre Schuld zu sühnen und die Schuld derer, die sich weigern, dies zu tun, vor allem die Schuld Meiner Priester.»

«Indes, seht die sittlichkeitsgefährdenden Theater und die Vergnügungslokale, die sich zum Bersten fül­len, wegen Darbietungen, die Stunden dauern, wäh­rend man den Sonntagsgottesdienst ermüdend und zu lang findet.»

«Ich sage euch: nehmt euch in acht, eure Freuden und eure Vergnügen gehen zur Neige, und bald wer­det ihr weinen und stöhnen; doch es wird vielleicht zu spät sein. Entsagt also all diesen Vergnügen, die euch von Mir entfernen. Kehrt aufrichtig um zu Mir, er­weckt Reue, und Ich werde alles vergessen. Ich werde euch mit Mir nehmen, und ihr werdet dann die ganze Nichtigkeit (Gehaltlosigkeit) dieser Freuden einse­hen, die ihr heute vorzieht, wenn ihr die kleinste jener (Freuden) gekostet habt, die ihr bei Mir finden wer­det.»

«Macht Mein Opfer nicht unnütz [B 685] durch eure Weigerung, Mich zu hören. Profitiert von dieser Barmherzigkeit, die Ich euch anbiete; wartet nicht, bis es zu spät ist.»

«Beeilt euch; denn morgen wird es vielleicht zu spät sein. Meine Geduld erschöpft sich, und wenn ihr euch nicht ändert, werde Ich euch alle strafen. Nehmt euch in acht. Meine Rache wird schrecklich und er­barmungslos sein. Wartet nicht, bis sich Mein Herz für immer verschließt; denn dann wird es euch nichts nützen zu versuchen, Mich zu erweichen. Ich werde taub bleiben gegenüber euren Flehrufen und euren Tränen. Meine kleinen Kinder, zwingt Mich nicht, streng zu verfahren mit euch. Ich sage es euch, dies wird dann zu eurem ewigen Unglück sein, vergeßt es nicht.»

«Ich will euer Heil und nicht euer Verderben; nehmt also die erforderlichen Mittel, um zu Mir zu kommen. Nur die Buße, die Abtötung, die vollständi­ge Entsagung werden euch zu Mir führen. Die ande­ren Mittel sind eitel und unnütz.»

«Täuscht euch nicht darüber: ihr müßt dem glei­chen Weg folgen, dem Ich Selbst gefolgt bin.»

* 162 *

[B 686] Bezüglich eines Mädchens, das Mutter gewor­den ist und dem ich begegnet bin, hat Er mir gesagt:

«Selbst um den Preis eines unglücklichen Lebens habt ihr nicht das Recht, um das Gerede der anderen und die Demütigungen zu meiden, euch eurer Pflicht und eurer Verantwortung zu entziehen. Die Seele die­ses Kindes, das bald das Licht der Welt erblicken wird, ist kostbarer als alles andere; vergeßt es nicht. Wenn es das Licht erblickt, so wegen des menschli­chen Egoismus; treibt also diesen Egoismus nicht so weit, daß ihr diese Seele in fremde Hände gebt, unter dem Vorwand, euch ein unglückliches Leben zu er­sparen. Ihr habt die Schwäche gehabt, eine Dumm­heit zu begehen; habt also wenigstens den Mut, die­sen Fehler wiedergutzumachen, indem ihr euch be­müht, aus der Frucht eurer Schwäche ein Wesen zu bilden, das würdig ist, Kind Gottes genannt zu wer­den.»

«Mögen sich alle, die ihr Kind verlassen, wie wenn es ein Luxusobjekt wäre, vorsehen. Sie werden Mir gegenüber gestrenge Rechenschaft ablegen müssen. Wenn Mein Lohn für diejenigen unermeßlich groß ist, die sich damit belasten, diese verlassenen und versto­ßenen Kinder in Obhut zu nehmen, wird Meine Strafe schrecklich sein für die, die sie aus falscher Scham verlassen haben, [B 687] ohne sich um sie zu küm­mern.»

* 163 *

[19. Mai 1955] «Willst du Meine Herrlichkeit nicht tei­len?»

«Doch, Herr.»

«Warum versuchst du dann, das Leiden zu fliehen? Eines Tages werde Ich dich unter Meinen Mantel nehmen, und Ich werde dich mit Mir fortnehmen, da­hin, wo du nie mehr zu leiden haben wirst, und Ich werde alle deine Wünsche überreichlich erfüllen; doch dafür mußt du dich all dem unterziehen, was Ich von dir fordere. Suche also nicht, Mich zu fliehen; du könntest sonst nicht dorthin gelangen. Nichts und niemand wird dich je von Mir trennen können; denn jeden Tag ziehe Ich die Glieder der Kette, die dich mit Mir vereint, enger an.»

«Es ist zu spät, zurückzuweichen. Ich habe dir die Freiheit gelassen zu wählen; Ich habe dich nicht ge­fragt: [B 688] «Nimmst du dies an oder das, willst du auf dies oder das verzichten?»

«Nein, Ich habe dir gesagt: ‹Willst du alles anneh­men, was Ich dir schicken werde, und für Mich allem entsagen?› Du hast freiwillig angenommen; versuche nicht, dich zurückzuziehen, Kleine.»

«Ich verspreche dir kein rosiges Leben, Mein klei­nes Kind; du wirst viel leiden. Du leidest schon; Ich weiß es. Du wirst mehr zu leiden haben als die ande­ren, weil Ich dich mit einer besonderen und grenzen­losen Liebe liebe. Ich habe dir mehr gegeben; Ich ver­lange (darum) mehr von dir; ist das nicht mein Recht?»

«Laß dich also nicht einnehmen oder einschüch­tern von der List desjenigen, der versucht, dich damit zu Fall zu bringen, womit er sich selbst ins Verderben gestürzt hat – mit dem Stolz. [B 689] Was tut’s, wenn man über dich lacht, wenn sie dich als verrückt be­zeichnen. Was wirst du erst tun, wenn du das von dei­ner Umgebung erleiden mußt, wenn es dich jetzt schon plagt? Selbst wenn du von Sinnen wärst, warum dich ängstigen, welche Bedeutung hätte das für dich, da Ich dich doch so liebe, wie du bist?»

«Die Welt hält diejenigen für verrückt, die ihren Ideen und ihren Gesetzen zuwiderhandeln. Sind nicht diejenigen die Verrücktesten, die sich den Ge­setzen und den Ansprüchen der Welt unterwerfen, die schließlich nichts ist, da Ich sie in Meinen Händen halte und da Ich sie in einem Augenblick vernichten und zu Staub verwandeln könnte?»

«Unsinnige Menschen, wie groß ist eure Verblen­dung! Ihr könnt ja nicht einmal mehr den Wert der Schätze erkennen, die Ich euch anbiete, und zieht all dem «Schätze» vor, die der Zeit nicht werden stand­halten können.»

«Alles, worauf ihr euer Herz und eure Hoffnung setzt, wird euch eines Tages entrissen werden, an je­nem Tag, [B 690] da ihr sie wider Willen werdet verlas­sen müssen, da für euch die Stunde schlagen wird, in der ihr Rechenschaft geben müßt. Von welchem Nut­zen werden euch dann alle diese Nichtigkeiten sein, die ihr Mir in grober Beleidigung heute vorzieht, die die Ursache eures ewigen Unheils sein werden? Der Luxus, der Komfort, die Befriedigung aller eurer Begierden sind der Hauptgrund dafür, daß alle diese Seelen verlorengehen, und die Welt weigert sich, das zuzugeben.»

«Wie ist Mein Schmerz groß angesichts des Be­nehmens der Menschen! Schlimmer als alle Leiden ist jenes, das Mir das Betragen Meiner Priester verur­sacht; sie sogar verstoßen Mich. Der größte Teil Meiner Priester läßt sich mitreißen von diesem Sturm der Torheit, den Satan entfesselt in der Welt. Wenn die Priester es verstanden hätten, diesem Milieu des Vergnügens und der sinnlichen Befriedigung zu widerstehen, die das Gesetz und der Geist der Welt dieses Jahrhunderts ist, wären ihnen viele Unglücke erspart geblieben. [B 691] Ja, wenn Meine Priester den rauhen Weg der Vollkommenheit vorgezogen und diese Lehre, die die Meine ist, unterstützt hätten, wäre die Welt nicht so tief gesunken, und der Zerfall der Menschheit wäre nicht so groß. Ich hatte Mein Vertrauen in diese auserwählten Seelen gesetzt. Ich hatte sie in die Welt gestellt, um sie zu Mir zu führen. Statt dessen verlieren Meine Priester ihr Herz an Un­wichtiges, zögern sie, die Abtötung zu verkünden, aus Furcht, die Protestrufe der Welt zu hören und sich dagegenstellen zu müssen oder verlacht zu werden in diesem 20. Jahrhundert, in welchem die Genußsucht als Meisterin herrscht.»

«Gemäß der Welt muß man verrückt sein, wenn man die Entsagung predigt. Ich jedoch, Ich sage euch: so seid denn verrückt; denn bin Ich, Ich der Herr des Himmels und der Erde, nicht der erste, den die Welt zum Narren verurteilt hat, als Ich es annahm, Mich der Schande des Kreuzes zu unterziehen? Doch die Schande des Kreuzes ist zur größten Ehre und Verherrlichung aller Zeiten geworden, da Ich die Welt überwunden und da Ich ihr bewiesen habe, daß Mir selbst der Tod unterworfen war; denn Ich habe aus eigener Kraft über ihn triumphiert.»

«Ihr alle, ihr Priester, die ihr euch bis zu diesem Tag dieser Lehre von der gänzlichen Entsagung und Ent­haltung widersetzt habt, indem ihr sie selbst nicht ausgeübt oder indem ihr sie nicht verkündet habt, wie ihr es tun müßt, nehmt euch in acht. Schrecklich sind Meine Strafgerichte, und Ich sage euch: ihr werdet zermalmt werden von all diesen Seelen, die verloren­gegangen sein werden durch eure Weigerung, euch dem zu unterziehen, was Ich euch Selbst gelehrt habe.»

«Hört auf, Kompromisse zu machen und um eure kleinliche materielle Sicherheit und euer Wohl­ergehen zu bangen; entsagt allem, was nicht zu Mir führen kann. Verkündet es den anderen, indem ihr je­den Tag eures Lebens das Beispiel einer vollkomme­nen Losschälung von allen Gütern der Erde und vor allem auch von den erlaubten Vergnügen gebt. Beeilt euch, das Übel und das Unrecht wiedergutzumachen, das ihr Mir zugefügt habt.»

«Was euch angeht, die ihr beauftragt seid, die Prie­ster zu führen, welches auch euer Rang sei: wenn ihr nicht den notwendigen Mut aufbringt, alles zu prakti­zieren, was Ich euch gelehrt habe, nehmt euch dann in acht und hütet euch, die anderen davon abzuhalten und den treuen und aufrichtigen Herzen Meiner bei­spielhaften, aber leider so wenig zahlreichen Priester, die euren beißenden Spott nicht fürchten, wenn sie trotz allem die vollkommene Entsagung predigen und sie selbst vorleben, in irgendeiner Weise zu schaden.»

«Ich sage euch: nur sie leben in der Wahrheit und gefallen Meinem Herzen. Ihre Treue wird ihnen un­endliche Wonnen einbringen; ihr aber, [B 694] die ihr euch Vorgesetzte dieser Priester nennt, aufgrund eurer Intelligenz und eurer Kenntnisse, und die ihr eure Autorität dazu benutzt, um ihrer Lehre zu scha­den, euch sage Ich, euer Herr und euer Meister: nehmt euch in acht. Überprüft eure Entscheidungen, und sorgt dafür, daß Meine Lehre in Meinem Sinn verkündet wird und nicht entsprechend dem Ge­schmack der Welt und dem eurigen, sonst wehe euch.»

«Meine Rache wird fürchterlich sein, wenn ihr ih­nen den Mund verschließt; vergeßt nicht, daß ihr dann gegen Mich seid. Treibt die Verwegenheit nicht so weit, daß ihr gegen Mich kämpft; denn Ich werde euch in ein Nichts verwandeln. Die Zeit der Vergnü­gen ist zu Ende; die Stunde der Sühne hat geschlagen, und wenn die Welt dem Abgrund entkommen will, der auf sie lauert, muß sie sich allem unterwerfen, was Ich fordere, und diesen schauerlichen Marsch zu den Vergnügen stoppen, bei denen Meine Gesetze, Meine Liebe und Mein Herz mit Füßen getreten werden.»

[B 695] «Ich werde nicht noch mehr ertragen. Mei­ne Geduld hat die Grenzen erreicht; die Welt muß sich ändern, vor allem die Priester; denn Ich wieder­hole: die Welt wird sich nicht bessern, wenn ihr Prie­ster, die ihr damit beauftragt seid, sie zu führen, nicht das praktiziert, was ihr zu verkünden beauftragt seid.»

«Beeilt euch also, ihr Priester, nutzt all die Warnun­gen, die Ich euch zu eurem Vorteil gebe, und laßt Mir durch euer Verhalten und durch das Beispiel, das ihr der Welt durch euern vollständigen Verzicht auf alles, was nicht Ich bin, die Ehre zuteil werden, die Mir auf Erden zukommt.»

«Überlegt gut, Wort für Wort, alles, was Ich euch gesagt habe, und schlagt euren Gewinn daraus; denn wenn ihr diese Warnungen achtlos übergeht, werdet ihr auf immer verlorengehen …»

* 164 *

[B 698, 20. Mai 1955] Ich hatte meine Heilige Stunde von ein bis zwei Uhr (nachts) gehalten. Ich hatte alle Not der Welt, die Augen offen zu halten. Um halb zwei Uhr hat Er gesagt:

«Knie dich hin.»

Das habe ich dann gemacht. Von diesem Augenblick an, sage ich Ihnen, hatte ich keine Mühe mehr, wach zu bleiben. 0 Herr! Ich sah Ihn mit vor Sich gebundenen Händen, und es waren auch viele Priester da. Diese Leu­te lachten, [B 699] schwatzten und diskutierten. Man spuckte Ihm ins Angesicht; man schlug Ihn, und manchmal stieß man Ihn sogar so heftig, daß Er fast auf den Boden gefallen wäre. Er sagte nicht ein Wort, und Er hatte ein trauriges Gesicht; doch in Seinen Augen konnte man den Zorn sehen. Da habe ich in mir gehört:

«Sieh diese Masse von Gleichgültigen, die sich wie Entfesselte auf Mich stürzen. Was habe Ich ihnen ge­tan? Das einzige Verbrechen, das sie Mir anlasten können, ist, sie zu sehr geliebt zu haben, geliebt zu haben bis zur Torheit des Kreuzes. All die Leiden, die Ich ertrage, werden Mir zugefügt durch das, was ihr mit allzu großer Unverschämtheit ‹kleine Beleidi­gungen› nennt, und vor allem durch die Gleichgültig­keit, die Sorglosigkeit und die Nachlässigkeit der Welt, vor allem der Priester. Ich müßte Mich auf Meine Priester stützen und die Gewißheit haben können, wenigstens von diesen Seelen geliebt zu werden, [B 700] die Ich Selbst auserwählt habe; doch Ich kann nicht einmal auf die Treue und die Liebe Meiner Prie­ster zählen; denn heute unterscheidet sich ihr Wandel in nichts von jenem des Weltmenschen.»

«Ich mag noch so weinen, flehen, drohen; niemand hält inne. Ich finde nirgends Mitleid. Man denkt nur daran, sich zu befriedigen. Man verschmäht Mich; man verachtet Mich; Ich empfange von niemandem Mitgefühl; aber Ich sage euch: nicht umsonst werdet ihr Mein Herz gebrochen und gemartert und Meine Liebe verachtet haben. Ich werde Mich für euer ver­ächtliches Benehmen rächen, ihr Natterngezücht, und Ich werde euch in so gräßliche und bittere Leiden eintauchen, daß ihr bis in eure tiefsten Eingeweide hinein darunter leiden werdet. Ihr werdet weinen, ihr werdet schreien, und ihr werdet stöhnen; doch es wird zu spät sein. Ich werde euch nicht mehr hören kön­nen, weil ihr von Mir getrennt sein werdet durch die Mauer, die eure Gleichgültigkeit zwischen uns aufge­richtet haben wird.»

«Ich sage es euch: hört Mich. Ich verlange von euch einzig, Mich zu lieben; ist das so schwierig? Entsagt euch selbst, und tut alles aus Liebe zu Mir.»

Als er sagte:

«Du, du warst eine von diesen, es ist noch nicht so lange her!»

Da konnte ich die Tränen nicht zurückhalten, die ich im Herzen behielt, seit ich Ihn so gesehen hatte. Ich habe Ihm gesagt: «Verzeihung, Herr, für alle die Sünden meines Lebens. Verzeihung für die Sünden der Priester, Verzeihung für die Sünden der ganzen Welt.»

Ich wußte nicht mehr, was ich sagen sollte, und ich weinte immerzu; da hat Er gesagt:

«Weine nicht mehr, Kleine. Leg dich zu Bett. Du mußt dich nun ausruhen; denn die Stunde der großen Leiden hat noch nicht geschlagen für dich.»

Ich habe mich zu Bett gelegt; doch kaum lag ich, da hat Er gesprochen:

«Du, Mein kleines Kind, willst du den Schmerz Meines Herzens teilen?»

Ich habe gesagt: «Ja.» Und dann – was ich während ungefähr einer Minute empfand, das kann ich nicht sagen. Ich glaube, daß ich, wenn dies länger angedauert hätte, gestorben wäre. Es war, wie wenn man mir ein Messer in das Herz gepflanzt hätte. Es tat mir weh bis zum Rücken. Ich hatte den Eindruck, daß mein Herz nicht mehr schlage. Da habe ich gesagt: «Ich habe Angst, Herr!» Er sagte:

«Ducke dich in Meine Armhöhle, und denke an nichts anderes mehr als an die große Liebe, die Ich für dich hege; denn Ich liebe dich unendlich.»

Im selben Moment hat der Schmerz abgenommen und ist vollständig verschwunden. Und in meinem Her­zen war ein Friede und eine Freude, die ich nicht be­schreiben kann, und ich bin eingeschlafen [B 703] mit dem ganz klaren Empfinden, daß ich wirklich in Seinen Armen war. Wenn das nicht Verrücktheit ist, was ist es dann?

* 165 *

Auf dem Kreuzweg, am Freitag, bei der ersten Station, habe ich gehört:

«Vergiß nicht einen einzigen Augenblick die Lei­den, die Ich in Meiner Passion erduldet habe; es sind deine Sünden, die die Ursache davon sind.»

Es brauchte nicht mehr, um mir das Herz umzudre­hen. Ich mußte mich die ganze Zeit angestrengt zurück­halten, um nicht zu weinen, so sehr hatte ich ein wundes Herz; manchmal kamen mir so viele Tränen, [B 704] daß mir die Augen überliefen. Eines schönen Tages werde ich mich nicht mehr zurückhalten können, dann werde ich wohl hübsch aussehen. Was werde ich tun? Ich, die ich vorher nie geweint habe, überwältigt, so daß ich un­unterbrochen Tränen in den Augen habe.

* 166 *

[22. Mai 1955] Heute morgen, als ich von der Messe heimkehrte, schmerzte es mich überall, und ich fühlte mich müde, so daß ich zu mir sagte: «Mein Gott, wie bin ich müde!»

«Und Ich, glaubst du, daß Ich nicht müde bin, in Meinem Herzen diesen Überdruß mitzuschleppen, diese Pein und diesen Ekel, die Mir der Wandel der Menschen verursachen? Kannst du Mir nicht helfen und diese Müdigkeit mit Mir teilen?»

«Du wirst viel leiden, Mein kleines Kind, so viel, daß dein Körper, dein Herz und dein Geist zu einem Abgrund der Leiden werden; doch du darfst keine [B 705] Angst haben und nicht versuchen, dir vorzu­stellen, welches deine Leiden sein werden. Ich will, daß du dich völlig Mir anheimgibst, ohne Furcht, was es auch sei, was du zu ertragen haben wirst. Ich werde immer bei dir sein; du hast nichts zu befürchten.»

«Wenn alle diese Worte, die Ich dir anvertraut habe, sich zu verbreiten begonnen haben werden, werde Ich ein wenig warten, um die Haltung der Welt und vor allem der Priester angesichts dessen, was Ich ihnen gesagt habe, zu sehen. Wenn die Priester und die Welt sich nicht ändern, werde Ich strenger verfah­ren müssen mit der Welt dieses Jahrhunderts, und zwar ohne jede weitere Warnung; denn Meine Lang­mut hat jetzt ein Ende, und Mein Herz kann nicht noch mehr ertragen.»

[B 706] «Aber, Herr, wenn man sich weigern würde, diese Worte weitergeben zu lassen ?»

«Wehe jenen, die es wagen werden, gegen Mich zu kämpfen. Ich werde sie schon hier unten bestrafen mit schrecklichen Strafgerichten; denn es ist von le­benswichtiger Bedeutung, daß diese Schriften in der ganzen Welt verbreitet werden.»

«Ich wiederhole: es ist nötig, daß sich zuerst die Priester ändern und ihre Vergnügen beiseite lassen und gewisse (gar) ihre Laster. Man muß der Welt ent­sagen und allem, was dies einbegreifen mag. Denn wenn die Priester nicht erneut ein Leben des Opfers und des Verzichts führen, das sie eigentlich immer hätten führen müssen, ist es nutzlos, die Welt ändern zu wollen; es wird verlorene Zeit sein. Die Welt braucht das Beispiel, damit sie dazu gebracht werden kann, das zu tun, was sie tun muß.»

«Mögen alle Priester und jene, die damit beauftragt sind, sie zu leiten, die notwendigen Maßnahmen er­greifen, damit sich so rasch wie möglich radikale Veränderungen im Wandel der Priester einstellen. Ich will keine [B 707] Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit mehr und vor allem kein Sichgehenlassen in der Er­füllung ihres Dienstes.»

«Ich will Priester, die erfüllt sind von Eifer und Glut für das Heil der Seelen. Ich will, daß das Leben der Priester ein Leben des ständigen Verzichts und Op­fers sei, losgelöst von allen Gütern der Erde, und vor allem von allen Vergnügen, selbst von denjenigen, die euch am zulässigsten erscheinen.»

«Ihr seid Meine Stellvertreter auf Erden; vergeßt es nicht. Nicht dadurch, daß ihr zu den Gelagen, den Vorstellungen lauft und allen Arten von weltlichen Festen beiwohnt, könnt ihr Mich vertreten und Mir die Seelen zuführen. Im Gegenteil: indem ihr die Ver­gnügen der Welt flieht, und indem ihr der Welt zeigt, daß ihr nur eine einzige Liebe habt und nur ein einzi­ges Ziel im Leben kennt, Mich, euern Herrn und euern Meister, nur damit werdet ihr die Seelen für Mich gewinnen.»

[B 708] «Ich wiederhole: es ist dringend erforder­lich, daß die Welt sich ändert; denn die Zeit drängt, und ihr werdet Mir Rechenschaft abzulegen haben über euer ganzes Leben. Noch einmal: es ist Meine große Liebe zu euch Menschen, die Mich drängt, euch vor den Gefahren zu bewahren, von denen die Welt bedroht ist. Selbst wenn Ich euch streng und hart erscheine, wisset, daß es zum Wohle von euch allen und eines jeden ist, wenn Ich Mich unter diesem Zei­chen zeigen muß.»

«Die Welt ist verhärtet im Laster, in den Leiden­schaften und den Vergnügen aller Art. Es ist notwen­dig, daß sie von diesem Schlaf aufwacht; denn jeden Tag rückt sie weiter vor auf den Abgrund zu, der sich bald unter ihren Schritten auftun wird und der sie im ewigen Feuer verschlingen wird. Wachet also auf aus diesem todbringenden Schlaf. Fangt euch wieder und beeilt euch, Mir gegenüber aufrichtige Reue zu zei­gen und den ehrlichen Wunsch, Mich zu lieben und eure Verirrung durch das Opfer, die Buße und den Verzicht auf alles aus Liebe zu Mir wiedergutzuma­chen.»

[B 709] «Ich bin streng, aber unendlich gerecht; prüft eure Herzen, ihr alle, ihr herzlosen, ehebreche­rischen und betrügerischen Menschen, und seht, wel­che Ungerechtigkeit ihr Mir gegenüber begeht mit euerm schändlichen Wandel.»

«Ich habe euch aus dem Nichts hervorgeholt. Ich habe euch mit allem erfüllt. Wäre es nicht gerecht, daß ihr Mich liebt wegen allem was Ich für euch getan habe? Ihr verschmäht Mich; ihr verlacht Mich; ihr verachtet Mich; ihr hängt euer Herz an flüchtige Nichtigkeiten, und ihr habt die Stirn, Mir die Ge­schöpfe vorzuziehen.»

«Daß ihr ungerecht seid gegenüber Euresgleichen, ist ein großes Unrecht; daß ihr es Mir gegenüber seid, indem ihr Mich verachtet oder indem ihr mit einer beißenden Gleichgültigkeit mit Mir umgeht, ist ein Verbrechen, welches Ich nun lange genug ertragen habe. Ich kann nicht mehr länger schweigen; daher sage Ich euch: «Es ist genug. [B 710] Haltet einen Augenblick lang ein und überlegt alles wohl, was Ich euch in diesen Schriften gesagt habe; es ist zu euerm Besten und zu Meiner größeren Ehre.»

«Gebt Mir, was Mir gehört. Beeilt euch. Wartet nicht, bis es zu spät ist; denn morgen, vielleicht, wird es zu spät sein. Erinnert euch, daß Mein Werk ein Liebeswerk ist. Zeigt Mir ein bißchen Glaube und Liebe, und Ich werde euch alles geben. Vergeßt je­doch nicht, daß Ich jeden, selbst den geheimsten Ge­danken von euch kenne.»

«Versucht nicht, Mich zu täuschen, indem ihr Mir sagt, daß ihr Mich liebt, wenn doch eure Taten dem widersprechen, was ihr beteuert; denn dann wärt ihr Heuchler.»

[B 711] «Ich will die alle Tage eures Lebens gelebte Liebe. Ich will, daß ihr euch jeden Tag bemüht, Mich ein wenig mehr zu lieben als am Vortag. Erinnert euch stets, daß ihr, um Mich aufrichtig zu lieben, al­lem entsagen müßt. Ich liebe keine Halbheiten. Ich will alles oder gar nichts. Prägt es euch im Tiefsten eures Herzens gut ein, und tut nichts, was ihr nicht aus Liebe zu Mir tun könnt. Ihr werdet, wenn ihr so handelt, immer die Gewißheit haben, Mir wohlgefäl­lig und in Meiner Liebe zu sein.»

* 167 *

[24. Mai 1955] «Du sprichst nicht zu mir, Herr; hast Du mir nichts mehr zu sagen ?»

«Ich habe euch das Wesentliche gesagt. Alles, was Ich hinzufügen könnte, wären Ergänzungen, [B 714] die nicht (unbedingt) notwendig sind, um zu verste­hen, was Ich von euch allen fordere. Überdenkt alles gut, was Ich euch gesagt habe, und richtet euer Leben dementsprechend ein; wenn ihr dies tut, werdet ihr die Gewißheit haben, euch auf dem Weg zu befinden, der zu Mir führt.»

«Wirst du also nicht mehr zu mir sprechen? Wirst du mich ganz allein lassen ?»

«Warum beunruhigst und quälst du dich? Ich will sagen, daß ihr durch die Schriften, die Ich dir gegeben habe, leicht im Bilde sein könnt über Meine Gedan­ken hinsichtlich der Welt und der Priester dieses Jahrhunderts. Das will nicht heißen, daß Ich nicht mehr zu deinem Herzen sprechen werde, sondern daß Ich dir das Wichtigste und alles gesagt habe, was die Welt und die Priester absolut wissen mußten, um allen und jedem die Chance zu geben, sich wieder aufzufan­gen und [B 715] das Leben zu ändern, ehe es zu spät ist.»

«Wenn Ich Mich deiner bedient habe, der Unwür­digsten, so gerade, um der Welt die Größe Meiner Barmherzigkeit und Meiner Liebe zu euch allen zu zeigen, und daß Ich jenen, die aufrichtig im Tiefsten ihres Herzens den wahren Wunsch hegen, Mich zu lieben und Mir zu gefallen, nichts verweigern kann und daß Ich sie über ihre Wünsche hinaus mit Wohl­taten überhäufe; du, Kleine, du weißt etwas davon.»

«Es ist sehr wichtig und notwendig, daß man sich nach dem richte, was folgt: Ohne zu sagen, wer du bist, will Ich, daß die Welt weiß, was du bist und was du gewesen bist, bevor Ich Mich zu dir hinabgeneigt habe, und ehe Ich Mich von der Aufrichtigkeit und Offenheit deines Kinderherzens anziehen lassen habe, damit die verhärtetsten Sünder von Meiner großen Barmherzigkeit gerührt und befreit werden von der Furcht, die viele von ihnen daran hindert, sich Mir zu nahen.»

[B 716] «Ich will, daß sie sehr wohl und endgültig die große Liebe Meines Herzens für die Sünder verste­hen, ungeachtet des Abgrundes, in den sie sich hin­eingleiten ließen. Welches auch die Menge und die Größe eurer Sünden ist, fürchtet euch nicht; Ich wer­de euch verzeihen, und Ich werde sie alle vergessen, wenn Ich in euerm Herzen, in eurer Reue Aufrichtig­keit und den wahren Wunsch sehe, Mich zu lieben und durch die Buße, die Abtötung und den Verzicht auf alles, was nicht Ich bin, für die Verirrungen eures vergangenen Lebens Genugtuung zu leisten.»

«Doch vergeßt es nicht, daß Ich eure geringfügig­sten Gedanken kenne und daß Ich euer Herz durch­forsche bis in die kleinsten Winkel hinein. Versucht also nicht, Mich zu hintergehen und Meiner zu spot­ten; nichts ist Mir ein größerer Greuel als die Heuch­ler, die unter einer glänzenden Fassade in ihrem In­nern nur Fäulnis haben [B 717]. Ihr könnt die Men­schen betrügen, nicht aber Mich; ihr werdet Mich niemals irreführen.»

«Du sagst, daß du nicht mehr zu mir sprechen wirst, und Du sprichst doch. Ich werde das nie annehmen kön­nen, Herr. Das hat keinen vernünftigen Sinn. Warum verlangst Du so viel von mir?»

«Kleine Tochter, sage nicht: ‹Ich werde nicht kön­nen›; es wäre richtiger zu sagen, daß dein Stolz und deine hochmütige Natur nicht können; doch dein Herz, wird es Mir irgend etwas verweigern können? Ich kenne es so gut, und Ich liebe es so sehr, dieses Kinderherz, das Mir trotz des Widerstandes deiner schlechten Natur ganz gehört.»

«Nein, nein, ich werde nicht können. Du verlangst zuviel von mir; nimm Dir eine andere. Es gibt viele, die nach nichts anderem verlangen.»

«Wo könnte Ich ein größeres Nichts finden als dich? Dich habe Ich erwählt; dich will Ich. [B 718] Warum willst du Widerstand leisten und eigensinnig sein? Ich will, daß du deinen Stolz, deinen Hochmut und deinen Eigenwillen mit Füßen trittst und daß du dich ganz Meinem Willen und Meiner Liebe zu dir unterwirfst.»

«Als du (stets) dieselben Dummheiten wiederhol­test, als du Mein Herz mit Füßen tratst, um deine Ge­lüste und die der Männer zu befriedigen, habe Ich dir da gesagt: ‹Du fügst Mir zuviel Leid zu, Ich werde Mich nicht mehr mit dir befassen?› Wenn Ich es ge­tan haben würde, wärst du heute in den tiefsten Re­gionen des Abgrundes, fern von Mir für immer verlo­ren. Statt dessen, was habe Ich getan? Ich habe alles erduldet. Ich habe geweint. Ich habe unter den Schlä­gen ausgeharrt, ohne etwas zu sagen. Fern davon, dich zu verlassen und dich zu verstoßen, habe Ich Mich zu deiner großen Schwäche herabgeneigt. Ich habe Mitleid gehabt mit diesem kleinen Kind, das ver­loren war unter den Wölfen. Ich habe dich in Meine Arme geschlossen. Ich habe dich mit einer besonde­ren und unendlichen Liebe geliebt.»

[B 719] «Heute möchtest du, um deinen Stolz zu be­friedigen, dich Meinen Armen entwinden, um in die Mitte der reißenden, wilden Tiere zurückzukehren? Kleine Tochter! Ich habe es dir gesagt: Ich habe dich wieder zurückerobert, und nichts und niemand wird dich von Mir trennen können, weil Ich weiß, daß du trotz deines Widerstrebens und deines Stolzes nur einen Wunsch hast: Mir anzugehören und Mich zu lieben. Fürchte dich nicht, Kleine. Du wirst viel lei­den, aber Ich werde da sein, um dir zu helfen, alles zu ertragen. Du wirst in deinem Herzen schlimmere Lei­den ertragen als all die körperlichen Leiden; aber alle deine Leiden werden niemals die Leiden Meines Her­zens angesichts der Schandtaten und der Gleichgül­tigkeit der Menschen, vor allem Meiner Priester, er­reichen.»

[B 720] «Überlege wohl, und denke an nichts ande­res als an die große Liebe, die Ich für dich hege. Du mußt verstehen und begreifen, was Ich für dich getan habe, obschon du die Unwürdigste gewesen bist. Wenn du es ein wenig verstehen und begreifen wirst, wird dies deine Kraft sein, und es wird dir helfen, von Mir alles anzunehmen. Vergiß nicht, Mein kleines Kind: Ich verlange mehr von dir, weil Ich dir mehr ge­geben habe.»

«Warum dieser Schmerz deines Herzens, bei dem Gedanken, den Demütigungen und dem beißenden Spott der Menschen ausgesetzt zu sein?»

«Bald vielleicht wirst du glauben, Ich würde dich verlassen, weil du Mich nicht mehr bei dir fühlen wirst. Selbst wenn dich das verdrießt und dir weh tut, wirst du sehen, bis zu welchem Grade dir daran lag, ohne es zu wissen. Du wirst glauben, Ich sei fern; dein Herz wird dann Leiden und Ängste kennen, die schlimmer sind als [B 721] all die körperlichen Leiden, und niemand wird sie lindern oder dir wegnehmen können.»

«Das einzige, was dir helfen wird, das alles zu ertra­gen, ist die Gewißheit, daß Ich da sein werde, obwohl du Mich nicht mehr hören und Meine Gegenwart nicht mehr fühlen wirst. Du wirst von demjenigen ge­tröstet werden, dem Ich dich anvertraut habe; doch das Leid deines Herzens wird so groß sein, daß selbst er nicht in der Lage sein wird, dich von deinem Leid zu befreien; denn nichts und niemand wird Mich in einem Herzen ersetzen können, das ganz Mir gehört. Und nichts und niemand wird den Schmerz deines Herzens verringern können, angesichts Meiner Ab­wesenheit und Meines Schweigens. Du wirst dieses Leiden annehmen müssen, wie du alles von Mir an­nehmen mußt, zur Sühne für deine Sünden und die der Priester.»

«Selbst eingehüllt in Finsternisse, und selbst wenn du eingetaucht sein wirst in die Dunkelheit, so daß du nirgend den geringsten Schimmer wahrnimmst, will Ich, daß du den Zweifeln aller Art widerstehst, die dein Herz beschleichen werden und die Ursache großer Leiden für dich sein werden. Indem du Mir ein Vertrauen ohne Grenzen bewahrst und indem du die Versicherung hast, daß selbst, wenn Ich fern zu sein scheine, Ich doch immer ganz nah bei dir bin; verlaß dich nie auf dich selbst, sondern unterwirf dich Mir in allem. Vergiß nicht, daß du nichts bist und daß du nichts kannst, daß Ich aber alles vermag und daß Ich alles bin …»

* 168 *

[B 723] Selbst wenn ich nie zu Gott gelangen sollte, will ich Ihn dennoch auf Erden lieben und alles tun, was ich nur kann, um zu bewirken, daß die anderen Ihn lieben …

* 169 *

[B 724, 25. Mai 1955] Er war in der Bank und weinte. Ich habe Ihm gesagt: «Was hast Du, daß Du weinst, Herr? Habe ich Dir weh getan?»

«Wegen wem denkst du, weine Ich, wenn nicht we­gen dir?»

[B 725] «Was habe ich Dir denn getan ?»

«Dein Eigensinn und dein Widerstreben gegen Meinen Willen verursachen Mir einen Schmerz, den du nie wirst ermessen können. Je mehr Liebe Ich zu einer Seele habe, desto leichter ist es dieser Seele, Mich zu verwunden und Mir Leid zuzufügen. Teile diese Pein, die du Mir verursacht hast.»

«Nicht hier; ich kann nicht.» Ich fühlte, wie sich mein Herz zusammenschnürte, und ich sagte bei mir: «Ich will nicht weinen; ich werde nicht weinen, nein, nein.»

«Wann endlich wirst du dich dieser Furcht vor der Lächerlichkeit entledigen, die dich hindert, dich mit Mir zu vereinigen, wie Ich es will? An dir ist es, dich Meinem Willen zu unterwerfen, und nicht an Mir, den deinen zu tun. Ich habe es dir gesagt und oft wieder­holt: «Du wirst die Motive dessen, was Ich von dir ver­lange, nie verstehen können, weil deine Sicht nie die Meinige sein wird. Erinnere dich daran, und suche nicht zu verstehen; es ist dennoch leicht; laß dich führen von Mir. Was hast du zu befürchten? Du wirst vielleicht [B 726] von den Menschen verlacht werden; Ich aber, Ich liebe dich; was willst du mehr?»

«Ich verstehe sie nicht, Deine Weisen zu lieben, und ich liebe sie nicht sehr.»

«Du brauchst nicht zu verstehen oder zu schätzen, was Ich von dir verlange; du hast es nur zu tun aus Liebe zu Mir.»

«Bist Du erbost, Herr?»

«Kann man böse sein mit einem kleinen Kind, das nicht weiß, was es tut? Was wirst du tun, um diesen Schmerz, den du Mir gestern und heute morgen zuge­fügt hast, wiedergutzumachen und um Mich ihn ver­gessen zu lassen?»

«Was soll ich tun? Ich weiß nicht, was ich machen soll; Du bist so launisch.»

«Selbst wenn dem so wäre; habe Ich nicht das Recht, es zu sein? [B 727] Liebe Mich mehr. Ich will deine Liebe; das ist alles, was Ich will. Zeige Mir, daß du Mich liebst.»

«Indem ich was tue?»

«Indem du dich Mir ohne Rückhalt hingibst.»

«Wenn ich allein wäre, wäre es leichter.»

«Zweifellos leichter, aber weniger verdienstlich, bei weitem. Ich habe es dir gesagt: du wirst viel leiden, weil du in der Welt sein mußt, während es der Wunsch deines Herzens wäre, fern der Welt zu sein, um Mich leichter lieben zu können. Ich will indessen, daß du Mich in jedem Augenblick des Tages liebst, wie du es tun würdest, wenn du in einem Kloster wärest, und dies, obwohl du in der Welt bleibst und indem du dei­ne Pflicht erfüllst. Was deine Umgebung denken wird, [B 728] ist nicht von Belang; du brauchst im Hinblick auf deine Seele niemandem Rechenschaft zu geben, außer Mir und jenem, den Ich an deine Seite gestellt habe, damit er über dich wache.»

«Die anderen mögen dich lächerlich machen, dei­ner spotten, dich verhöhnen, weil sie dich nicht ver­stehen werden; nie jedoch, hörst du, darfst du dich weigern, das zu tun, was Ich will, aus Furcht davor, das Gerede der Welt zu werden. Niemand kann Mich lieben, wie Ich geliebt werden will von dir, ohne daß die anderen die Veränderung merken, die in dir vor­gehen wird, was deine Haltung gegenüber der Welt und den Dingen der Welt betrifft

Ich dachte bei mir: «Ach Herr! Wenn dies keine Ver­rücktheit ist, all dies, was ist es dann?» Da hat Er gesagt: «Liebe.»

* 170 *

(B 729] Als ich zu uns nach Hause zurückkehrte, hatte an der Straßenecke ein Auto angehalten, in welchem ein Priester und eine Frau waren. Sie ist ausgestiegen und zur Straßenbahn gegangen; er lief in der anderen Rich­tung weg. In mir habe ich dann gehört:

«Glaubst du, daß Ich deiner nicht bedarf zu Meiner Hilfe, um all das zu ertragen? Wirst du kein Mitleid haben mit Mir? Wirst du Mir dieses Joch nicht er­leichtern, das auf Meine Schultern drückt und Mein Herz erstickt, indem du alle Meine Leiden und Schmerzen teilst? Warum widerstehst du Mir, kleine Tochter? Was wirst du tun können ohne Mich? Ich will alles oder gar nichts.»

«Warum verlangst Du nicht etwas anderes von mir; ich will nicht weinen.»

«Du mußt auf alle deine Wünsche verzichten. Wa­rum willst du eigensinnig sein und (nur) das tun, was du willst? Es ist Mein Wille, den du tun mußt, und nicht der deine.»

Ich werde wohl bald gezwungen sein, mit «Maria Magdalena» zu unterschreiben, [B 730] wenn ich mich gehen lasse und weine

[359] Als ich den ganzen Ernst dieser Sache erwog und mit Verspätung für meine 6.30-Uhr-Messe aufstand, hat Er zu mir gesagt, als ich mich ankleidete:

«Notiere dir dies auf, um es nicht zu vergessen.»

«Höre, ich habe mich verspätet; ich habe (jetzt) keine Zeit.»

«Tue, was Ich dir sage.»

«Gut, dann zuerst.» Ich nahm Papier und versuchte gleichwohl, mich weiter anzukleiden. Ich war unfähig dazu. Ich dachte daran, daß es ernst war, und ich begann, es zu glauben. Da sprach Er:

[360] «Ja, dies ist sehr ernst und sehr wertvoll. Gunsterweise wie diese werden euch nie mehr ge­währt werden.»

«Selbst wenn Ich von neuem auf die Erde gekom­men wäre, hätte Ich euch nichts anderes sagen kön­nen. Ihr habt hier alle Meine Gedanken. Betrachtet das als aus dem Munde Gottes selbst kommend, und handelt dementsprechend.»

«Ihr alle des 20. Jahrhunderts, die ihr euch den an­deren, die euch vorausgegangen sind, überlegen wähnt mit eueren Kenntnissen und eurer Intelligenz, welches wird euer Urteilsspruch sein? Werdet ihr so handeln wie die Juden von damals ? Werdet ihr alles dies verneinen, und werdet ihr Mich von neuem kreu­zigen, oder werdet ihr glauben und euch Meinem Wil­len unterwerfen, der immer der gleiche war und sein wird, den jedoch euer Modernismus verfälscht hat, indem ihr ihn derart auslegt, daß er mit eurer Narren­liebe für alles das, was nicht Ich bin, übereinstimmt?»

«Überlegt es euch alle sehr wohl, vom Kleinsten bis zum Größten; denn die Stunde ist ernst und die Zeit ist kurz.»

Ende des 1. Bandes

(Weitere Bände sind vorgesehen.)

 

ANHANG

Lieber Leser,

Wenn Sie dieses Buch ganz gelesen haben, werden Sie sich zweifellos manche Frage stellen, und vielleicht auch die folgenden:

Vorerst: Ist es möglich, so viel in so kurzer Zeit (von nur ungefähr 90 Tagen) zu schreiben, und was mehr ist, ohne vorher überlegt und lange über den Gegenstand nachgedacht zu haben, da der ganze Text ohne No­tizen und Entwürfe, von der Feder weg geschrieben wurde? Auf diese Frage lautet die Antwort: Ja.

Dann: Ist es möglich, auf so einfache, klare und präzise Weise zu schreiben, wenn man nur Grundschulbildung hat und wenn man aus Ar­beiterkreisen kommt? Ich antworte: Ja, und die Echtheit (der Schriften) ist nachweisbar.

Schließlich: Wie ist es möglich, so ernsthafte Dinge in einem wahrhaft evangelischen Stil zu schreiben über eine Lehre, die gegenwärtig in der Welt keine gute Presse findet, die man praktisch seit Jahren nicht mehr vernimmt, die aber in einer Linie bleibt mit den Meistern der Mystik, den Kirchenlehrern, ohne (irgendwelche) theologische Irrtümer? Man kann die Antwort in den folgenden Worten finden, die «Gaby» hörte, als sie sich vorzustellen versuchte, wie es ihr habe gelingen können, alles dies zu schreiben:

«Warum versuchst du, ein (Phänomen) zu verstehen? Die größten Weisen werden nie dazu gelangen. Ich habe deinem Geist Fähigkeiten verliehen, die er normalerweise nicht besitzt. Es wäre leichter, das My­sterium der Heiligsten Dreifaltigkeit zu begreifen, als zu verstehen, was du bist»

Man wird vielleicht die Auffassung vertreten, daß zu viele Wiederho­lungen vorkommen. Darauf kann man die Antwort geben, die einer Per­son erteilt wurde, welche bereits die gleiche Bemerkung gemacht hatte:

«Es scheint, daß Ich in diesen Schriften die gleichen Dinge (zu oft) wiederhole. Ich glaube dennoch, daß Ich sie noch nicht genug wieder­holt habe, da man ja, wenn man die Zahl derjenigen sieht, die Meine Lehre befolgen, nie wird sagen können, daß genau das seit Jahrhunder­ten gelehrt wird.»

Und jenen, die glauben, daß dies, selbst wenn es wahr wäre, heutzuta­ge überholt ist, könnte man die Aufforderung entgegenhalten, erneut das zu lesen und darüber nachzudenken, was bereits gelesen wurde:

«Selbst für die Leute des 20. Jahrhunderts, denen das Ganze in alten Teilen widerstrebt, bleibt es bestehen: Ihr müßt danach trachten und streben, euch zu heiligen, und zwar jeden Tag mehr.»

Zweifellos werden auch viele Psychologen, Psychiater oder Psycho­analytiker versucht sein, dieses «Phänomen» auf natürliche Weise zu er­klären; aber es wird immer wahr bleiben, daß es Erlebtes, daß es reine Wahrheit, daß es echt ist.

Und wenn Sie diese Schrift so sehr zu fesseln vermochte, daß Sie sie bis zu Ende gelesen haben, so ist das schon ganz gut. Und wenn Sie in ihr Stoff zum Nachsinnen gefunden haben, so ist es noch viel besser. Schließlich aber, wenn die Schrift Sie dermaßen zu interessieren ver­mochte, daß sie Ihr Leben beeinflußt hat, und zwar in dem in ihr ange­zeigten Sinn, dann kann ich Ihnen versichern, daß Sie zu jenen gehören, die «den Weg» gefunden haben, «der zum (ewigen) Leben führt».

Haben Sie dieses Buch geschätzt? Nun denn, lesen Sie es noch einmal, diesmal aber, indem sie es betrachten. Und wenn Sie aus ihm Ihren per­sönlichen Gewinn gezogen haben, warum sollten Sie es nicht verbreiten, da ja die wahre Nächstenliebe darin besteht, den anderen Gutes zu tun, vor allem geistigerweise.

A. L., Priester

«Es hat Gott gefallen, die Gläubigen durch die Torheit Seiner Botschaft zu retten.» (1. Kor. 1,21)


 Einige Gebete von „G-A-B-Y“:


GEBET ZUM HEILIGSTEN HERZEN JESU

O mildes und erbarmungsreiches Herz Jesu, göttlicher König des Himmels und der Erde, der Du dennoch vom Menschen, Deinem eigenen Geschöpf, so verkannt wirst, ich werfe mich zu Deinen Füßen nieder, ich bete Dich an, ich preise Dich, ich sage Dir Dank für alle Menschen der Erde. Niedergedrückt unter der Last meiner Sünden und meiner Unwürdigkeit, flehe ich Dich an, Herz Jesu, Liebe meines Lebens, mir zu vergeben und Erbarmen zu haben mit diesem Nichts, das ich bin. Verzeihung, Herz Jesu, Verzeihung für meine Sünden und jene der ganzen Welt. Anbe­tungswürdiges Herz meines Jesus, Du, der Du das Licht meines Lebens bist, Du, dessen Milde und Liebe grenzenlos ist, ich bitte Dich, nicht auf meine Niedrigkeit und mein Nichts zu achten, sondern einzig auf die glühende Begierde, die ich habe, Dich zu lieben und Dir zu gefallen; und ich wage es, dich demütig zu bit­ten, mir Dein Herz zu öffnen und mich darin zu verbergen, um mich vor allen Wechselfällen der Welt zu bewahren. So verbor­gen im Tiefsten Deines göttlichen Herzens, werde ich vor allen Gefahren in Sicherheit sein, die mich von Dir entfernen könnten. O göttliches und majestätisches Herz Jesu, ich beschwöre Dich, mich vor dem Unglück zu bewahren, je von Dir getrennt zu werden; und um sicher zu gehen, daß Du mich niemals Deinem Herzen entweichen lassen wirst, bitte ich Dich, es hinter mir zu verschließen und mich Dir näher sein zu lassen im Himmel, da­mit ich Dich die ganze Ewigkeit lang in Vereinigung mit Maria und allen Heiligen anbeten und Deine Herrlichkeit besingen kann. AMEN.

AUFOPFERUNG

Mein Gott, ich opfere Dir mein Leben; mache damit, was Du willst. Nimm es, wann Du willst, wie Du willst. Ich nehme im vor­aus alles an, was Du mir schicken wirst: die Leiden, die Schmer­zen, die Entsagungen, die Du zur Genugtuung und Sühnung meiner unzähligen Sünden und der Sünden der Seelen, die Dir besonders geweiht sind, von mir fordern wirst, und dies als eine Wirkung Deiner großen und unermeßlichen Barmherzigkeit gegenüber dem Nichts, das ich bin. Ich opfere Dir alles auf in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu Christi, meines Erlösers. AMEN.

APOSTOLISCHES GEBET

Ich bekenne vor Dir, Herr, daß ich nichts bin und daß ich ohne Dich nichts vermag. Ich danke Dir dafür, daß Du in Deiner gren­zenlosen Barmherzigkeit geruht hast, Deinen Blick auf dieses Nichts zu werfen, das ich bin. Mach, Herr, daß ich mir dieses Nichtsseins stets bewußt bleibe, damit Du, wenn Du Dich mei­ner bedienst, um Deine Absichten auszuführen, daraus alle Ehre und Verherrlichung erhältst. AMEN.

Nihil obstat: Saint-Hyacinthe, 15.7.1969, Armand Bail, ptre. Imprimatur: †Albert Sanchagrin, o.m.i., Bischof von Saint­-Hyacinthe, Kanada, 21.7.1969

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell

CHARISMEN, PRIVATOFFENBARUNGEN, WAS NÜTZEN SIE?

„Es gibt Christen, die keinen Geschmack an Mystischem, an Privat­offenbarunge haben. „Das Wort Gottes, das kirchliche Lehramt, diese zuverlässigen Quellen genügen mir!“ Hut aber vor denen, die das Wort Gottes hören und befolgen! Um es aber zu verstehen, wird es vom Prediger auf der Kanzel und in der Bibel erklärt. Privatof­fenbarungen wollen nicht das Wort Gottes ersetzen, sondern haben die Aufgabe, es zu beleuchten und zu seiner Befolgung anzuregen. P. Alois Mager, O.S.B., der doch auch etwas von Mystik verstanden hat, sagte bei Exerzitien: „Unser Glaube gründet nicht auf Privatof­fenbarungen, jedoch sind solche geeignet, das religiöse Leben neu zu befruchten, uns neue Antriebe zu geben, uns zu innigerer Liebe, zu größerer Treue und vor allem zu tieferer Demut anzuspornen. Und in dem Sinne hat auch der HL. Vater die Offenbarungen von Fatima übernommen“. Und er erzählte ein Beispiel vom heilsamen Einfluß begnadeter Seelen. Er sagte: „Die liturgische Bewegung wurde von Dom Guéranger (Solesmes) eingeleitet. Von da kam sie nach Beuron durch Abt Maurus und Abt Placidus Wolter. Und da ist es nun interessant, zu erfahren, daß Dom Guéranger zum liturgi­schen Beten nicht gebracht wurde durch die Pracht der Liturgie, die sich vor ihm entfaltete, auch nicht durch Studium, sondern durch seine Besuche bei den beiden Stigmatisierten: Palma d’Oria in Italien und Louise Lateau in Belgien*). Wenn er bei ihnen war und dort betete, so reagierten sie, die den Sinnen ganz entrückt waren, sofort darauf. Sie falteten die Hände, begannen zu leuchten, zu strahlen, und ähnliches mehr. Besonders stark geschah dies bei Louise. Und dies war immer besonders auffallend dann, wenn er liturgische Gebete sprach. Das hat ihn nachdenklich gemacht. Wenn das so ist, so sagte er sich, dann müssen die liturgischen Gebete einen ganz besonderen Wert haben. Und da hat er nun fleißig nachgeforscht und studiert und so kam er zu der liturgischen Erneuerung. Auch unser Vater Erzabt Placidus war bei Louise gewe­sen und hatte die gleichen Erfahrungen gemacht, wie er uns selbst noch erzählte. Auch auf ihn hatte das großen Eindruck gemacht, und er wurde dadurch in der Erkenntnis bestärkt, daß das eine große Mission sei, das liturgische Beten wieder ins Volk hineinzutragen.“

Ja, es ist schon so: Charismen, Privatoffenbarungen wirken sich auch heute noch sehr heilsam aus. Es ist darum unverantwortlich, ihren segensreichen Einfluß durch hochmütiges Verächtlichmachen und Ablehnen zu hemmen.

Wenn die Muttergottes sich nicht begnügt mit ihrer Erscheinung in ihrem Erdenwandel, sondern auch noch im 20. [und 21.] Jahrhundert er­scheint, so hat sie, welche der Sitz der Weisheit ist, dafür ihre guten Gründe, über die sie uns keine Rechenschaft ablegen muß. Ihr erbarmungsreiches, von Liebe erfülltes Mutterherz nimmt eben Rücksicht auf jene, denen ihre neuen Erscheinungen von Nutzen sind. Sie weiß, wie viel Bekehrungen dadurch erfolgen, wie viel Freude ihre lieben Kinder auf Erden daran haben…“

Univ.-Prof. Dr. Josef Dillersberger

*) Über diese beiden Stigmatisierten (Louise Lateau und Palma d’Oria) hat übrigens Dr. A. lmbert-Gourbeyre, Professor an der Schule für Medizin, Clermont-Ferrant, je einen detaillierten Zeugnis-Band geschrieben, die bei Victor Palme, Paris, 1873, erschienen sind.

DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT … (Das Tagebuch von Gaby) – Folge 08

* 142 *

[B 597] Da ich mich fragte, wie viele Personen es wohl sein mögen, die auf dem rechten Weg sind, da es mit den Priestern nun einmal so steht, habe ich in mir gehört:

[B 598] «Auf der Erde, in der Welt, finde Ich nicht ein Herz auf hundert, das Mir treu ist und Mich liebt, wie Ich es will. Ich habe euch alle eingeladen, an den gleichen Wonnen teilzunehmen, doch nur sehr weni­ge werden dahin gelangen; denn Ich finde nirgendwo Herzen, die bereit sind, alles zu opfern auf Erden, um in den Himmel zu kommen.»

«Denn täuscht euch darin nicht, Meine Kinder, nichts Unreines wird in das Reich Meines Vaters ein­gehen. Ihr müßt gereinigt sein von jeglicher Beflec­kung, und das einzige Mittel, euch reinzumachen, ist die Sühne im Leiden, in den Schmerzen und die Ent­sagung gegenüber allen Sünden, die ihr begangen habt, indem ihr es ablehntet, Meinen Willen zu tun. Ihr müßt auch, um bei Mir zugelassen zu werden, Mich auf Erden geliebt haben mit eurer ganzen Seele, mit allen euren Kräften, und euren Nächsten aus Lie­be zu Mir. Niemand wird diesem Gesetz der Liebe und der Nächstenliebe entgehen, und wenn ihr euch wei­gert, es zu beachten, werdet ihr alle [B 599] fern von Mir verloren gehen.»

* 143 *

Ich sage Ihnen, mein Pater, ich hätte nicht gedacht, daß es so schwierig sein würde, das Lippenstiftrot (die Schminke) wegzumachen. Ich habe das Gefühl, als ob jedermann mich anblickt. Ich fühle mich nicht wohl; es ist entsetzlich. Mir scheint, daß mir etwas fehlt; ich den­ke, daß es nicht schlimmer wäre, wie wenn ich eines schönen Morgens zur Messe ginge und vergäße, meine Strümpfe anzuziehen. Da habe ich gleich folgendes ge­hört:

«Arme kleine Tochter! Du siehst (nun), bis zu wel­chem Grad du an diesen Nichtigkeiten hängst! Du findest es hart, die Schminke zu opfern; was wird es wohl dann erst sein, wenn die Zeit der großen Opfer kommt?» …

[B 601] Es ist (doch) klar, ein Farbanstrich verschö­nert, und nicht nur die Häuser, nicht wahr?

* 144 *

[1. Mai 1955] «Die Zeiten gehen zu Ende, und Ich wer­de bald streng verfahren müssen gegen diese sündige Welt, die sich weigert, innezuhalten, um Mich anzu­hören. Wie ist Meine Traurigkeit groß angesichts al­ler dieser kalten und selbstzufriedenen Herzen! Wie viele gibt es unter ihnen, die an diesem Tag des Herrn innehalten, um aufrichtig an Mich zu denken, und das mit ihrem Herzen, mit Liebe tun? Ich fühle Mich ein­sam und fremd inmitten dieser frivolen (leichtferti­gen) Welt, die begierig nach allen Vergnügen jagt. Ich finde keinen Platz, Mich auszuruhen. Öffne Mir dein Herz, Kleine, und laß dich nicht ablenken durch diese Nichtigkeiten, die die Herzen von Mir fernhalten.»

* 145 *

[B 602] Ich war damit beschäftigt, »Steak» zu machen, und meine Pfanne hatte Feuer gefangen, und die Flam­me ist sehr hoch emporgestiegen. Er hat gesagt:

«Siehst du dich in die Flammen eingetaucht, die tausendmal glühender wären als diese, und doch, Kleine, wenn du nicht auf alles verzichtest um Mei­netwillen, wirst du ihnen nicht entgehen.»

* 146 *

[2. Mai 1955] Heute morgen schien mir, Ihn bei mir kniend zu sehen, das Gesicht in Seinen beiden Händen. Er weinte, und in meinem Herzen hörte ich:

«Sieh die Verlassenheit, in der Ich Mich befinde. Ich werde nirgends aufgenommen. Überall verleug­net man Mich, macht man Mich lächerlich, verhöhnt man Mich. Ich finde niemanden, der Mich liebt. Das Herz des Menschen ist egoistisch und hart; er sucht nur, was seinen Sinnen und seinem Stolz schmeichelt. [B 603] Nehmt euch indes in acht; denn wenn auch jede Sünde vergeben wird, bleibt doch nicht eine einzige Beleidigung ungestraft, die ihr Mir zugefügt haben werdet. Beeilet euch, aufrichtige Reue zu er­wecken und alle diese Sünden zu sühnen, wenn ihr für all eure Laster nicht schwerstens bestraft werden wollt.

Ich sah Ihn, als ich heimging zu uns, mit tränenüber­strömtem Angesicht. Ich sagte zu Ihm: «Warum weinst Du? Ich hab‘ das nicht gern, und ich weiß nicht, was ich tun soll, um Dich zu trösten.»

«Liebe mich, Kleine, und verlaß Mich nie, du, Mein kleines Kind. Selbst wenn du das zu hart findest und wenn du manchmal versucht bist, zurückzuweichen, verlaß Mich nie. Ich bedarf der Seelen so sehr, um Mich über diese groben Beleidigungen hinwegzutrö­sten, die Ich von den meisten Menschen empfange. Vor allem fürchte dich nicht, Ich werde dir stets diese Kraft geben, die dir fehlt, um Mir auf dem Erlösungs­weg zu folgen. [B 604] Hab Vertrauen, Kleine, was dir auch immer zustoßen mag, und selbst wenn du an ge­wissen Tagen meinst, daß Ich dich verlasse, so wird dem doch nie so sein; denn Ich werde immer da sein bei dir, um dir zu helfen, den Weg zu gehen, den zu beschreiten Ich dich gebeten habe, mit Mir, um Mir diese Seelen näherzubringen, die sich weigern, Mich zu lieben und sich selbst zu verleugnen. In Zukunft sollst du es ablehnen, an diese Orte zu gehen wie je­nen, zu dem du gestern gegangen bist (Grill-Party). Ich will dich da nicht sehen, nicht einen Augenblick, denn diese Orte sind die Schlupfwinkel aller Laster und aller Niedrigkeiten; schon wenn du sie nur mit deinen Füßen betreten würdest, könntest du deine Seele beschmutzen, die – vergiß es nie – Mir gehört.»

Ich weiß nicht, was es mir ausmacht, Ihn so zu sehen; es tut mir so weh, ich kann nicht beschreiben, wie ent­setzlich das ist. Wenn man mir gesagt hätte, alle meine Verwandten seien gestorben [B 605] und ich hätte nie­manden mehr, ich glaube, der Schmerz, den ich dabei empfunden haben würde, hätte sich nicht vergleichen lassen mit dem, den ich in diesem Moment fühle.

Ich wünschte so sehr, ich könnte es verhindern, daß Tränen aus Seinen Augen fließen, doch ich kann es nicht, und ich kann nicht umhin, auch zu weinen. Eben versuchte ich – da ich nicht weinen wollte – meine Ge­danken auf etwas anderes zu lenken. An Ihn denkend, begann ich dieses Lied zu singen, das wie folgt lautet: «Mein Herz weint für Dich, weint für Dich aus Liebe; wenn es eines Tages stirbt, wird es für dich gewesen sein.» Und durch Seine Tränen hindurch habe ich Ihn lä­cheln gesehen; aber ich glaube, daß mir dieses Lächeln noch mehr Schmerz verursacht hat als die Tränen, so traurig war Er. Ich scheine empfindsam zu sein; ich kann nicht anders als weinen, meine Augen sind stets wäßrig: Ich versuche, es zurückzuhalten, doch wider Willen flie­ßen die Tränen. Was geht mit mir vor? Vielleicht bin ich tatsächlich von Sinnen, Herr?

[B 606] Ich möchte Sie, mein Pater, so gerne hier bei mir haben in diesem Moment. Ich fühle mich einsam; nur Ihnen kann ich sagen, was ich empfinde. Was werde ich sagen, wenn man es merken sollte, daß ich weine? Es gibt nichts zu machen, solange ich Ihn mit diesem Ge­sicht vor mir habe, werde ich nicht anders können.

«Du Kleine, wirst du Mitleid haben mit diesem Mann der Schmerzen, der Ich bin? Wirst du Meine Leiden und Meine Schmerzen teilen wollen? Wirst du den Mut haben, Mir alles zu opfern? Wird dein Herz taub bleiben können auf den Anruf des Meinigen?»

«Ich will deine Liebe. Ich will fühlen, daß du Mir ganz gehörst, damit Ich in dein Herz kommen kann, um den Trost zu suchen, dessen Ich bedarf; denn obwohl Ich der Herr der Welt bin, wird kein einziges Menschenherz je einen Schmerz empfinden, der ver­gleichbar wäre mit dem, den Ich erleide angesichts der Undankbarkeit und der Achtlosigkeit der Men­schen, vor allem Meiner auserwählten Seelen, die sich Meiner bedienen, [B 607] um die Ausschweifun­gen ihres Herzens und ihres Lebens zu verdecken. Ich kann das nicht mehr länger ertragen; Mein Herz steht im Begriff, Sich zu empören. Ich habe genug gelit­ten.»

«Beeilt euch also, Mich zu lieben, wie Ich geliebt werden will. Schneidet aus eurem Herzen alles Über­schüssige heraus, und gebt Mir den Platz, der Mir ge­bührt.»

«Macht schnell, Meine kleinen Kinder. Früher als ihr glaubt, werdet ihr alle vor Mir erscheinen, und wenn ihr Mich auf Erden nicht geliebt habt, werde Ich euch für immer und ewig weit von Mir stoßen. Un­zählbar werden die Plätze sein, die leer bleiben in Meinem Reich, weil die Menschen in ihrer Verblen­dung ihr irdisches Glück demjenigen vorgezogen ha­ben werden, das Ich ihnen hätte geben können, wenn sie Mich geliebt hätten.»

[B 608] «Nichts verursacht Mir mehr Leiden als der Anblick der Seelen, für die Ich Mein Blut vergeblich vergossen habe. Jeden Tag mehrt sich die Zahl der sich auflehnenden Seelen, die begierig sind nach Freuden und Vergnügen aller Art, und ach! jeden Tag auch nimmt die Zahl der gerechten Seelen bedauer­lich ab, die den Wunsch hegen, Mir zu gefallen und alles zu opfern. Wie viele werden den Mut aufbringen, bis zum Ende durchzuhalten? Ich sage euch allen, die ihr keinen anderen Wunsch kennt, als Mir zu gefal­len: selbst wenn ihr überall um euch her die anderen zurückweichen und Mich verlassen seht, tut nicht desgleichen, und vertraut und hofft auf Mich, bis zum Ende. Dann werde Ich euch das Hundertfältige des­sen geben, was ihr für Mich getan haben werdet.»

«Traurigen Herzens sage Ich euch sogar: Wenn sich unter Meinen Priestern und denjenigen, die da­mit beauftragt sind, Meine Kirche zu leiten, welche befinden, die euch eine andere Lehre vortragen als die der Entsagung und des Opfers, [B 609] des Gebets und der Buße, hört nicht auf sie; denn ihre Lehre ist falsch, selbst wenn sie euch dem Anschein nach nicht schlecht erscheint.»

«Der Weg, der zu Mir führt, war immer ein harter und schwieriger Weg, und selbst wenn gewisse Mei­ner Priester, die einen leichteren Weg für sich selbst haben wollen, versuchen, Meine Lehre zu erleichtern, indem sie sie nicht so lehren, wie sie ist, indem sie ein Beispiel der Nachlässigkeit und der Gleichgültigkeit in ihrem Wandel und in ihrer Diensterfüllung geben, so sage Ich euch: vertraut euch ihnen nicht an. Sie sind schlechte Diener, die Ich für ihren Ungehorsam bestrafen werde; denn Ich habe sie als Meine Nach­folger ausgesandt, damit sie Meine Lehre so lehren, wie Ich sie Selbst gelehrt habe, ohne einen einzigen Abstrich zu machen, und nicht entsprechend ihrem Geschmack und ihrer Schwäche.»

[B 610] «Wehe allen diesen schlechten Priestern, die die Ursache des Verlustes einer so großen Zahl von Seelen sind, weil sie selbst der Beobachtung Mei­ner Gesetze ihren Eigensinn, ihre Bequemlichkeit, ihre Leidenschaften, ja sogar ihre Laster vorziehen. Da sie sie selbst nicht in die Tat umsetzen können, diese Lehre, die die Meine ist, schließen sie Kom­promisse für die andern. Ich habe es euch gesagt, und Ich wiederhole es für euch Menschen des 20. Jahrhunderts, die ihr nur eurer Befriedigung lebt: Ich werde nicht ein einziges Meiner Gesetze ändern, und wenn ihr sie nicht alle befolgt bis in ihre gering­sten Einzelheiten, werdet ihr alle zugrundegehen.»

«Ihr werdet bei allem [B 611], was ihr tut, niemals nach eurem Gutdünken handeln, euer Vergnügen und eure Befriedigung suchen können, und dabei vorgeben können, Mich zu lieben. Wer Mich aufrich­tig lieben will, muß all seinen Neigungen, seinen Wünschen entsagen und darf nie seine Befriedigung suchen, sondern muß alles tun und alles annehmen aus Liebe zu Mir. Nur wenn er so handelt, wird er bis zu Mir gelangen.»

«Von jetzt an bis zum Ende der Zeiten wird es viele falsche Propheten geben, die versuchen werden, euch zu überzeugen, daß sie es sind, die die wahre Lehre verkünden. Und ihr werdet solche falsche Propheten selbst unter den Meinen finden; das wird euren Weg noch schwieriger machen; denn der Zweifel wird in euer Herz eindringen. Aber seid sicher, daß wenn man euch nicht die Selbstverleugnung predigt, die Geduld in euern Prüfungen, die Erfüllung eurer Stan­despflichten, bis in die kleinsten Einzelheiten, und vor allem die Liebe zu Gott und euerm Nächsten aus Liebe zu Mir, dann lehrt man euch nicht die wahre Lehre.»

«Ich will, daß sich die Welt und vor allem die Prie­ster wohl darüber im Klaren sind, daß selbst wenn Ich es ihnen noch nicht fühlbar zeige, Ich ihren Wandel, ihr Benehmen verurteile. [B 612] Schlagt also Gewinn aus all diesen Warnungen, die Ich euch gebe. Das zeigt euch klar, daß Meine Liebe zu euch trotz euerm schlechten Benehmen Mir gegenüber den gerechten Zorn übersteigt, den die Flut der Schandtaten in Mir aufwühlt, die von der Erde zu Mir emporsteigt, wie eine Herausforderung an Meine unendliche Barm­herzigkeit.»

«Da Ich noch einmal geruhte, Mich zu euch berab­zuneigen und euch vor den unheilvollen Schicksals­schlägen zu warnen, die euer Anteil sein werden, wenn ihr euer Leben nicht ändert, so bitte Ich euch, macht keine tauben Ohren. Denn wenn ihr euch wei­gert, Mich heute zu hören, werde Ich euch euerm Schicksal überlassen, und die Gerechtigkeit wird die Stelle der Barmherzigkeit einnehmen. Dann wird Mein Gericht schrecklich und unerbittlich sein, und ihr werdet dagegen nichts tun können; denn es wird zu spät sein für euch.»

«Gehet denn in euch, solange noch Zeit ist dafür; denn Ich wiederhole es euch: die Zeit drängt, und bald werdet ihr über alles Rechenschaft abzulegen haben vor Meinem Vater. [B 613] Was werdet ihr Ihm vorzubringen haben, um eure Weigerung, Mich zu lieben, zu entschuldigen? Seht, Ich reiche euch die Arme, und Ich öffne euch Mein Herz, kommet zu Mir, und Ich werde alle eure Sünden vergessen im Aus­tausch gegen eine aufrichtige und totale Liebe. Mei­ne kleinen Kinder, Ich bitte euch darum, zwingt Mich also nicht, streng mit euch zu verfahren, die Ich euch so sehr liebhabe, trotz allem, was ihr euch Mir gegen­über habt zuschulden kommen lassen. Habt keine Furcht, es gibt keine Sünde, so groß sie auch sein möge, die Ich nicht nachlassen kann, wenn ihr Mir die aufrichtige Reue und den wahren Wunsch zeigt, aus euerm Leben eine Meiner Liebe dargebrachte im­merwährende Opfergabe zu machen.»

[B 614, 3. Mai 1955] «Ich will, daß diese Gedanken, die Ich dir übermittelt habe, sich überall in der Welt ausbreiten, damit alle darüber nachdenken und den Irrtum erkennen können, in dem die Welt versunken ist.»

«Alles was ihr in diesen Gedanken finden werdet, fordere Ich von jedem einzelnen Menschen, ungeach­tet seiner Klasse, seines Standes oder seiner Beru­fung. Wenn ihr nicht alles aufrichtig übt, was Ich von euch verlange, werdet ihr unwiederbringlich verlo­rengehen; denn rascher als ihr glaubt, werdet ihr vor Meinem Vater über die Werke eures Lebens Rechen­schaft ablegen müssen.»

«Beeilt euch also, Meine Kinder, die Zeit drängt. Nützt diese Gunst, die Ich euch erweise, alle und je­der, wer ihr auch seid, während Ich euch die Gele­genheit gebe, eure Sünden zu erkennen und sie auf­richtig zu bereuen.»

«Laßt hinter euch diese Vergnügen, selbst die harmlosen, und diese üblen Leidenschaften, die euch direkt in die Hölle bringen, und betretet den Weg der Buße, des Opfers und der Entsagung, der euch [B 615] mit Bestimmtheit zu Mir führen wird.»

«Vergeßt vor allem nicht, daß ihr nicht nur im Zu­sammenhang mit dem Verstoß gegen meine Gebote Opfer bringen müßt, sondern daß ihr vor allem auch auf das verzichten müßt, was euch erlaubt ist, wenn ihr zur Verminderung der Leiden beitragen wollt, die eine Folge eurer Sünden sind.»

Ich wollte das nicht schreiben, was Er mir sagte, da hat Er hinzugefügt:

«Wie kannst du vorgeben, Mich zu lieben, und da­bei dich weigern, Mir zu helfen, möglichst viele See­len an Mich zu ziehen, und allen Meine Gedanken und Meine Ansichten bekanntzugeben? Wenn du in dieser Weigerung verharrst, wirst du viele Seelen von Mir fernhalten; denn zahlreich sind die Seelen, die zu Mir zurückkehren werden aufgrund all dieser Schrif­ten, vor allem unter den Priestern.»

«Zu ihrem größeren Unglück werden es viele von ihnen leider ablehnen, an dies alles zu glauben; aber sie werde Ich ihrem Schicksal überlassen, [B 616] und wenn sie in das Grab der Schmerzen, des Stöhnens, der Leiden und der Tränen gesunken sein werden, wird ihnen der Verstand aufgehen, doch dann wird es für sie zu spät sein; denn es wird ihnen nicht mehr möglich sein, Mich zu lieben in dieser verfluchten Hölle, in der sie ewig wohnen werden. Und die größte Qual dieser Seelen wird es sein festzustellen, daß sie sich aus eigener Schuld ins Verderben gestürzt hat­ten, indem sie sich weigerten, auf Mich zu hören und Nutzen zu ziehen aus diesen Warnungen, die Ich ih­nen heute in Meiner unendlichen Barmherzigkeit und vor allem wegen Meiner großen Liebe zu den Sün­dern gebe.» …

* 147 *

[5. Mai 1955] «Mein Gott, ich verlasse mich in allem auf Dich, und Du hältst mich nicht wach!»

«Beim nächsten Mal wirst du dich hinknien. Du kannst jetzt schlafen, es ist 2 Uhr.»

[B 617] «Bist du nicht stolz auf dich? Ich jedenfalls bin es.»

«Du verlangst nicht viel»

«Ich verlange nie das Unmögliche; tue stets soviel wie eben möglich, und versuche nicht zu erfahren, ob es genug ist; Ich werde alles ergänzen, was dir abgeht. Liebe Mich, und sorge dich nicht um den Rest.»

* 148 *

Ich ging sehr schnell, als ich zu mir nach Hause zurück­kehrte, um beizeiten dort zu sein, Da hat Er mir gesagt:

«Willst du, daß Ich dir Flügel gebe, Kleine?»

«Ich bitte Dich nicht um gar soviel, Herr; doch gib, daß ich nicht zu spät ankomme», habe ich geantwortet.

* 149 *

[B 618] Ich war gegangen, um meine Heilige Stunde zu halten, aber ich konnte nicht persönlich beten, weil die Kirche voller Kinder war, die ganz laut beteten, und ich fragte mich, ob es Ihm gefalle, daß ich die gleichen Gebete spreche wie die kleinen Kinder.                    

«Das Gebet der Kinder ist (gerade) das Gebet, das Mir am teuersten ist. Dein Herz und deine kindliche Treuherzigkeit sind der Grund dafür, daß Ich dich so sehr liebe. Bist du nicht das kleinste und schwächste dieser Kinder? Versuche nicht, dein Herz zu ändern; du gefällst mir so.»

* 150 *

Ich dachte an das, was der Pater am Vortag hinsichtlich des Sparens gesagt hatte, und ich bat Ihn, mir sparen zu helfen, weil es notwendig sei.

«Ich würde Mich nicht gegen die materielle Absi­cherung erheben, wenn der Mensch in seiner Stumpf­sinnigkeit sich dieser Sicherheit, die ihm das Sparen bringt, nicht bediente, um sich von Mir zu entfernen, indem er sich in allem gänzlich auf sich selbst ver­läßt.»

«Übe das Sparen, nicht um dir dadurch eine Si­cherheit zu verschaffen, die dich vielleicht von Mir entfernen wird, sondern um den Armen und Elenden zu helfen, [B 619] die nicht nur nicht an die Zukunft denken (können), sondern nicht einmal für die Ge­genwart genug haben. Das Elend wäre nicht so groß in der heutigen Welt, wenn die Herzen nicht so egoi­stisch und so kleinlich wären, und wenn man sich nicht mit dem Vorwand, für die Zukunft vorzusorgen, weigern würde, jenen beizustehen, denen es am Not­wendigen in der Gegenwart fehlt. Täuscht euch je­doch darüber nicht; denn ihr werdet Rechenschaft abzulegen haben über all diesen überspannten, närri­schen Luxus und Komfort, dieweil euer Bruder nicht einmal ein Stück Brot hat, um seinen Hunger zu stil­len. Ihr lehnt es ab, den Überfluß herzugeben, wäh­rend ihr sogar das Notwendige mit denjenigen teilen müßtet, die nichts besitzen. Denkt wohl daran: ihr werdet nach dem Grad der Liebe und der Mildtätig­keit, die ihr eurem Nächsten aus Liebe zu Mir ge­schenkt haben werdet, gerichtet werden.»

* 151 *

[B 620, 7. Mai 1955] « Warst du erbost, Herr?»

«Glaubst du, daß Mein Zorn nicht zurecht besteht, Kleine? Überall wohin Ich blicke auf dieser Erde, sehe Ich nur erdverhaftete Herzen, so eingenommen von ihren Leidenschaften und von ihren Lastern, daß sie sich aufführen, als existierte Ich nicht. Nie haben sie auch nur einen Gedanken für Mich. Sie sind zu­frieden mit sich selbst, und wenn man sie handeln sieht, würde man glauben, sie seien für immer auf der Erde. Doch sie mögen sich vorsehen, alle die süchtig sind nach Genüssen, nach Vergnügen und selbst nach niedersten Lastern; denn Ich werde sie in ihrer Sünde überraschen; Ich werde sie schlagen, ohne Vorwar­nung, wie ein Donnerschlag, und in einem Nu werden sie Mir gegenüberstehen, ohne Mir eine einzige Ent­schuldigung vorbringen zu können. Denn wenn ihr euch vor Meinem Vater befinden werdet, [B 621] wird keine Zeit mehr dazu sein, eure Niedrigkeiten und eure Sünden zu entschuldigen oder zu verbergen; denn von aller Ewigkeit her kenne Ich euer Herz bis in die kleinsten Winkel hinein, und nicht einer eurer Gedanken ist Mir unbekannt.»

«Unsinnige Menschen, ihr glaubt, in Sicherheit zu sein, weil ihr dem Äußern nach in den Augen eurer Brüder als rechtschaffen und ehrbar geltet. Ihr ver­steckt euch, um euch euren Schändlichkeiten hinzu­geben; aber wenn auch eure Brüder nur eure Fassade kennen, so weiß Ich doch, was ihr wert seid, und ihr werdet Meiner Gerechtigkeit nicht entgehen können, die furchtbar sein wird. Ich wiederhole es euch: Mein Zorn ist groß, beeilt euch, Reue zu erwecken, wenn ihr nicht wollt, daß Mein Arm schwer auf euch la­ste; denn sonst wird es zu spät sein. An jenem Tag werden weder eure Klagen noch eure Flehrufe zu Mir empordringen können. Mein Herz [B 622] wird kalt sein wie Stein für euch; Ich werde euch dann das auf­tischen, was ihr Mir während eures irdischen Lebens aufgetischt habt: Haß, Verachtung, Gleichgültig­keit.»

«Es hat den Anschein, als ob auf der Erde große Frömmigkeit herrscht; aber wie viele leben aus die­sem Glauben, den sie zu besitzen scheinen, wenn man sie beten sieht? Die Gebete, das Lippengemurmel ge­fällt Mir nicht; es wäre besser für euch, weniger mit dem Mund zu beten, und dafür aus euerm ganzen Le­ben ein immerwährendes Gebet zu machen, indem ihr arbeitet, euren Nächsten und all die Widerwärtigkei­ten und die Leiden eures Lebens ertragt aus Liebe zu Mir, und vor allem, indem ihr die Vergnügen, die Ge­nüsse und die Befriedigungen all eurer Begierden flieht, und indem ihr euch selbst entsagt, um nur mehr für Mich zu leben.»

[B 623] »Mögen jene, die sagen: Schließlich ist das ja nichts Schlechtes, Gott verlangt nicht gar so viel, mögen sie sich in Acht nehmen und ihr Herz prüfen; denn ihre Gedanken sind falsch. Ich will kein halbes Maß; Ich fordere alles; denn vergeßt es nicht: Ich habe euch auf die Erde gesetzt, damit ihr an jedem Tag eures Lebens darnach strebt, die gleiche Heilig­keit zu erlangen wie Ich. Habe Ich es euch nicht ge­sagt in der Vergangenheit: ‹Seid vollkommen wie euer himmlischer Vater vollkommen ist›.»

«Selbst für die Genußsüchtigen des 20. Jahrhun­derts, denen das alles widerstrebt, gilt das noch im­mer. Ihr müßt versuchen, euch zu heiligen, und das jeden Tag mehr; denn, wenn ihr so heilig sein werdet, wie man heiliger nicht mehr sein kann, werdet ihr noch nicht einmal Mein Schatten sein. Vor allem ver­laßt euch nicht auf euch selbst; denn ihr würdet nie dahin gelangen. Lernt, euch Mir anzuvertrauen in al­lem, [B 624] selbst in den für euer Leben notwendigen materiellen Dingen, und ihr werdet niemals an irgend etwas Mangel leiden.»

«Zeigt Mir ein bißchen Glaube und Vertrauen, und Ich werde euch alles geben, dessen ihr bedürft, um zu Mir zu gelangen, das einzige, was euch interessieren soll hier unten. Denn alles übrige ist Nichtigkeit und ist nicht der Mühe wert, sich darüber aufzuhalten. Glaubt Mir, Meine Kinder, Ich bin der Weg der Wahrheit, und das ist der einzige Weg, der euch zum wahren Leben führen wird.»

«Wenn Ich schon alles fordere vom Weltmenschen, so fordere Ich noch mehr von den Priestern; denn sie habe Ich auserwählt aus den andern, um Meine Barke in den guten (richtigen) Hafen zu steuern. Sie müssen mit ihrem Wandel den anderen ein Beispiel geben, indem sie sich bis in die kleinsten Einzelheiten selbst an Meine geringsten Gesetze halten. Mögen alle diese Priester, die sich leidenschaftlich ereifern für den Sport, das Theater, das Auto, die Getränke, die Ge­schöpfe, endlich die Vergnügen, die Befriedigungen aller Art, die Verantwortung, die auf ihnen lastet, alles wohl überlegen und abwägen.»

[B 625] «Ich habe die Priester in die Welt hineinge­stellt, damit sie die Welt erleuchten und sie zu Mir führen, und nicht, damit sie sich auf die Stufe der Welt erniedrigen, indem sie nach allen Vergnügun­gen jagen. Ich sage euch: alles, was nicht dazu bei­trägt, euch Mir näherzubringen, entfernt euch von Mir. Meidet es also, und tut nichts, was ihr nicht tun könnt aus Liebe zu Mir. Ich habe euch das Leben ge­geben, die größte Wohltat, und Ich erhalte es euch alle Tage. Wie viele denken daran, Mir dafür zu dan­ken? Ich habe euch alles gegeben, und Ich empfange dafür nur Verachtung und Gleichgültigkeit und manchmal sogar Haß.»

[B 626] «Meine Barmherzigkeit ist unendlich; aber bald wird keine Zeit mehr sein für die Barmherzig­keit, und wenn ihr alle, wer ihr auch seid, euer Leben nicht bessert und nicht Buße tut zur Sühne für alle eure Sünden, werde Ich Meinen Zorn ausbrechen las­sen gegen den herzlosen, egoistischen und genuß­süchtigen Menschen, und die Oberfläche der Erde wird wie ein verzehrendes Feuer werden, und die Welt wird sich selbst vernichten.»

«Haltet also an, alle, um nachzusinnen und den Weg wieder unter die Füße zu nehmen, auf dem ihr gehen müßt, um Mir zu gefallen. Säumet nicht; denn morgen wird es vielleicht zu spät sein für euch.»

«Ich will, daß alles, was Ich dir sage, überall in der Welt verbreitet wird und alle Gesellschaftsklassen, ohne Ausnahme, erreicht.»

«Es ist nicht notwendig für dich, Kleine, daß du gern schreibst, was Ich dir sage. Alles, was Ich von dir verlange ist, es aus Liebe zu Mir zu tun. Denn Meine Ansichten sind nicht eure Ansichten, und das wird (auch) nie der Fall sein können. Alles, was Ich von dir verlangen werde, wird dir stets mißfallen; denn wenn Ich irgendeine Möglichkeit gesehen hätte, daß es dir gefallen könnte, und daß du es schließlich [B 627] aus Zuneigung tun würdest, hätte Ich dich nicht auser­wählt, um Meine Gedanken zu übermitteln, die dazu dienen werden, Mir die Seelen näherzubringen. Du wirst es immer als störend, widerwärtig empfinden, ge­zwungen zu sein, das niederzuschreiben, was Ich dir sage, weil es deine Freiheit einschränkt und dich auch mehr an Mich kettet. Gewohnt wie du es bist, nach allen deinen Launen zu handeln, ohne je irgend jemanden zu Rate zu ziehen, wird es für dich immer ein Leiden sein, dich unterwerfen zu müssen. Du wirst viel leiden, Kleine, doch du wirst nie den Grad der Schmerzen erreichen können, die Ich für dich in der Vergangenheit wegen deiner gänzlichen Nachlässig­keit, deiner Leichtfertigkeit und deiner Sorglosigkeit Mir gegenüber ertragen habe.»

«Denke gut über all das nach, Kleine, was Ich dir seit einem Jahr gegeben habe, denn, wenn Ich nicht eingegriffen hätte, wärst du (jetzt) noch keinen Schritt weitergekommen Was wäre aus dir geworden, Kleine? Du verdankst Mir alles, und vor allem vergiß nie, [B 628] daß Ich dir alles gegeben habe ohne ir­gendein Verdienst deinerseits; du warst die Unwür­digste von allen.»

«Vergiß es nicht: du bist nichts; aber aus diesem Nichts, das du bist, werde Ich eine größere Verherrli­chung ziehen.»

«Du verstehst nichts, Ich weiß, und du wirst niemals etwas verstehen. Denn der weiseste Mensch der Erde besitzt nicht ein Quentchen Meiner Intelligenz; das ist der Grund dafür, daß Meine Ansichten niemals übereinstimmen werden mit denjenigen der Men­schen. Ich verlange von euch nicht, Mich zu verste­hen, sondern Meinem Willen zu gehorchen, ohne zu verstehen, aus Liebe zu Mir. Das ist alles, was Ich will; Ich werde Ersatz bieten für alle eure Unfähigkeiten.»

«Der Mensch muß aus dem Stolz heraustreten, der ihn ins Verderben stürzt, und er muß anerkennen, daß er gänzlich von Mir abhängt; [B 629] denn ohne Mich könnt ihr nichts tun.»

«Für denjenigen, der euch mit Wohltaten und Ge­schenken überhäuft, habt ihr doch viel Hochschät­zung. Warum kennt ihr dann Mir gegenüber, der Ich euch alles gegeben habe, selbst den letzten Tropfen Meines Blutes, nur Verachtung und Gleichgültig­keit?»

«Warum wollt ihr euer Herz und eure Hoffnung auf den Menschen setzen, der nichts ist neben dem Schöpfer? Seid ihr so blind, daß ihr das Geschöpf vom Schöpfer nicht mehr unterscheiden könnt? Wehe euch dann, denn euer Los wird furchtbar sein, und ihr werdet vor Schrecken zittern. Wenn die Zeit für euch kommt, Rechenschaft abzulegen, werdet ihr nicht dem Menschen Rede und Antwort stehen müßen, den ihr Mir vorgezogen haben werdet, sondern Gott, den ihr euer ganzes Leben lang gering geschätzt, verach­tet und verhöhnt haben werdet, indem ihr euch wei­gertet, euch Meinen Gesetzen zu unterwerfen und Mich zu lieben, wie Ich geliebt werden will.»

«Sinnet nach, ihr alle, Meine Kinder, und seht, wie unendlich Meine Liebe zu euch ist, da Ich geruhe, Mich zu euch hinabzuneigen und euch vor dem Un­heil zu warnen, das über den Menschen schwebt, wenn ihr das Leben nicht ändert und wenn ihr Mir nicht den Platz gebt, der Mir zukommt in euerm Le­ben und in euern Herzen. Bleibet nicht taub gegen­über dem Anruf Meines Herzens, und nützt Meine Barmherzigkeit, solange noch Zeit dazu ist. Wartet nicht, bis eure Sünden Mich zwingen, mit euch streng zu verfahren; denn dann wird es zu spät sein für euch, umzukehren. Die Zeit der Barmherzigkeit wird für immer zu Ende sein, und die Gerechtigkeit wird an ihre Stelle treten. Denket wohl daran, Meine Kinder; denn es wird für die ganze Ewigkeit sein.»

* 152 *

[B 631, 8. Mai 1955] Ich war in der Kirche zu meinem Sonntagsbesuch; ich hatte meine Lippen geschminkt, denn nachher mußte ich zu meiner Mutter gehen. Er hat gesagt:

«Unter dem Anschein einer modernen Frau, die sich allen Kaprizen des Weltgeistes fügt, habe Ich Mühe, Mein kleines Kind zu erkennen.»

Er hatte ein trauriges und vorwurfsvolles Aussehen. Ich hätte fähig sein wollen, Seinem Blick zu entfliehen; mir war nicht wohl, und es tat mir weh, Ihm ein Leid an­getan zu haben. Ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Ich habe begonnen, meinen Rosenkranz zu beten, und da ist plötzlich eine Frau von außerordentlicher Schönheit vor meinem Geist erschienen, und sie hat zu mir gesagt durch eine Art von Sprechen, im Innern meines Her­zens; – ich habe geglaubt zu hören):

«Du wirst dich Seinem Willen fügen müssen, da Er Seine Augen auf dich gerichtet hat; doch beruhige dich, Meine kleine Tochter, selbst die aus Liebe zu Ihm ertragenen größten Leiden [B 632] werden zu Freuden, die sich mit keinen anderen vergleichen las­sen.»

«Tröste Du Ihn; ich kann es nicht», habe ich der Hei­ligsten Jungfrau gesagt.

«Diesen Schmerz hast du ihm verursacht; du allein kannst ihn aus Seinem Herzen nehmen.»

* 153 *

Ich sagte nach der Kommunion: «Mein Gott, ich liebe Dich, doch mehre meine Liebe», da habe ich gehört:

«Weißt du, was du sagst, wenn du sprichst, du liebst Mich? Bist du sicher, daß du Mich liebst? So viele Leute versichern Mir, daß sie Mich lieben, und den­noch, schau sie an. Sie können sich nicht lösen von all ihrem Eigensinn, tun alles nach Wunsch und Laune, und wenn man von ihnen ein Opfer verlangt, finden sie das übertrieben; man müsse ja schließlich ent­sprechend den Erfordernissen des Zeitalters leben, die Sitten der Welt hätten sich fortentwickelt, und man müsse sich ihnen unterziehen, [B 633] selbst wenn sie Meinen Gesetzen und Meinen Wünschen entgegenstünden. Man macht Mir Glaubens- und Liebeserklärungen, die nur von den Lippen kommen. Das Herz jedoch ist zersplittert, offen für dies und das, für Lappalien, Bagatelle. Man verweichlicht sein Herz und seinen Geist, indem man sich jede Bequem­lichkeit gewährt, indem man all seine Begehrlichkei­ten befriedigt, und wenn die Zeit kommt, die Sünde zu meiden, die tödlich ist für die Seele, bringt man nicht den erforderlichen Mut auf, sich davon fernzuhalten, und man läßt sich hineinschlittern, bis es ein Dauer­zustand wird. Wenn ihr wüßtet, was eine einzige Tod­sünde zerstören kann in einer Seele! Kein einziges leibliches Übel kann dem Körper soviel schaden wie eine einzige Todsünde der Seele. Sie vergiftet sie mit einem Übel, das sie verschlingt und gänzlich aufzehrt, wenn ihr nicht den Mut habt, euch ihr zu entwinden und die erforderlichen Mittel anzuwenden, um euch davon fernzuhalten.»

[B 634] «Wenn ihr Mich nur hören und verstehen wolltet, daß Mich einzig Meine große Liebe zu euch allen dazu drängt, euch ein weiteres Mal vor den Gefahren und den Unheilsschlägen zu warnen, die über der Welt schweben, weil die moderne Welt sich wei­gert, Mir den Platz zu geben, der Mir gebührt. Man liebt Mich, wenn man daran denkt, oder wenn man anderswo nicht mehr lieben kann. Man gibt Mir die Reste. Ich will nichts von einer mittelmäßigen Liebe, ohne Wärme, die man kleinlich bemißt, aus Furcht, zuviel zu geben. Diese Liebe widert Mich an und macht Mich wütend; denn wenn ihr so handelt, spot­tet ihr Meiner und macht die große Liebe lächerlich, die Ich euch erwiesen habe, indem Ich starb, um euch zu retten.»

«Es nützt nichts, Mich mit schönen, unbedeuten­den Phrasen zu überhäufen; Ich will wahre, aufrichti­ge und gelebte Liebe. [B 635] Ich will, daß Ich in jeder eurer Taten einen Beweis der Liebe zu Mir erblicken kann. Blind wie ihr alle seid, lauft ihr in euern Unter­gang; denn alles, was ihr Mir auf Erden vorgezogen haben werdet, wird euch unheilbar verderben. Öffnet die Augen, bevor es zu spät ist, und ergreift diese Hand, die Ich euch reiche, um euch auf dem Weg zu leiten, der euch zum Leben führen wird. Alle diese Leidenschaften und diese sinnlichen Vergnügen, an die ihr euch verliert, werden euch ebenso sicher töten wie das tödlichste Gift. Ihr seid alle tot, und ihr wißt es nicht. Es gibt mehr lebende Kadaver auf der Erde als unter der Erde.»

«Wachet auf aus dieser Erstarrung, in der ihr euch befindet. Öffnet eure Ohren. Hört Mich, Ich sage es euch: die Zeit drängt. Beeilt euch, zu verstehen, wo euer Gut ist. [B 636] Kehrt aufrichtig um zu Mir, mit dem festen Wunsch, ein neues Leben zu beginnen, das gänzlich aus Liebe zu Mir besteht. Ich wiederhole es euch: um Mich zu lieben, wie Ich will, daß ihr Mich liebt, müßt ihr auf alles verzichten, was euch gefällt; ihr müßt euer Herz von allem losschälen, was nicht Ich bin. Ich wiederhole es euch: Ich will kein halbes Maß. Ich will euer ganzes Herz oder gar nichts.»

«Tut nie etwas zu eurem Vergnügen, sondern aus Liebe zu Mir, und was ihr nicht aus Liebe zu Mir tun könnt, tut es nicht. Vergeßt nicht, daß Mir die kalten und gleichgültigen Herzen, auch wenn sie Meine Ge­setze nicht (ausdrücklich) übertreten, ebenso sehr mißfallen, wie die Herzen derjenigen, die Meinen Ge­setzen keine Beachtung schenken.»

«Ich will Liebe. Ich bin der Einzige, der würdig ist, geliebt zu werden. Wann werdet ihr es zugeben?»

«Ich bin es überdrüssig, zu warten und Geduld zu üben. Kehrt um zu Mir. Gebt Mir diese Liebe, die Mir gehört. Nützt Meine Barmherzigkeit aus, solange noch Zeit ist dazu. [B 637] Früher als ihr glaubt, wer­det ihr vor Mir erscheinen müssen. Einzig die ein­dringlichen Bitten Meiner Mutter, die sich nicht da­mit abfinden kann, euch angesichts eures schuldhaf­ten Wandels, alle getroffen vom Blitzschlag Meines Zornes, der in Meinem Herzen aufsteigt, verlorenge­hen zu sehen, hindert Mich daran, euch unverzüglich zu bestrafen, wie ihr es verdientet. Aber Ich wiederho­le es: beeilt euch, die Zeit drängt. Mein von euern La­stern, euern Sünden, eurer Gleichgültigkeit und eurer Verachtung schmählich gekränktes Herz schreit nach Rache, und bald werde Ich Meinem Zorne freien Lauf lassen, und dann werdet ihr alle, ihr Menschen mit verdorbenem und betrügerischem Herzen, wün­schen, niemals geboren zu sein, so schrecklich wird Mein Zorn sein. Gebt acht, hütet euch. Verlaßt euch nicht auf die Länge der Zeit. Die Zeit ist kurz, und ohne daß ihr eine Handbewegung tun könnt, um es zu verhindern, [B 638] wird Mein rächender Arm auf euch niederfahren.»

«Ihr werdet euch beklagen, und ihr werdet stöhnen; doch es wird zu spät sein. Mein Herz wird sich für immer verschlossen haben, und die Gerechtigkeit wird an die Stelle der Barmherzigkeit getreten sein, die ihr heute zurückweist, verblendet wie ihr seid vom Stolz, dieser Krankheit, die die Herzen zerfrißt und so viele Seelen fern von Mir untergehen läßt.»

* 154 *

[10. Mai 1955] Als Antwort auf die gestellte Frage, ob der Prozentsatz bezüglich des Klerus, der früher angegeben wurde, sich auf die Diözese, auf das Land oder auf die ganze Welt beziehe:

«Auf welche Kategorie sich dies bezieht? Auf alle, vom Weltpriester bis zum Ordenspriester, vom Un­tergebenen bis zum Führer; mögen alle und jeder daraus Nutzen ziehen; denn ihr werdet nie genug hei­lig sein. Das wird dazu dienen, die einen vor den furchtbaren Strafgerichten zu warnen, die sie bedro­hen, wenn sie ihr Leben nicht ändern, und die Kalten und die Nachlässigen zu erwärmen, indem es sie ein­lädt, sich zu entsagen und Mich aufrichtig zu lieben, die anderen wird dies ermutigen, auszuharren [B 639] und sie daran hindern, aufzugeben, wenn sie manch­mal versucht wären dazu. Von allen und von einem jeden fordere Ich den totalen Verzicht auf die Welt und auf alles, was sie beinhaltet. In allem und überall muß Ich ihr einziges Ziel und ihre einzige Liebe sein. Alles was nicht zu Mir strebt, wird ihnen stets zum Schaden gereichen.»

* 155 *

Ich war in der Messe, und plötzlich ist die gleiche Person wie am Sonntag in meinem Geiste erschienen und hat die Gebärde gemacht, wie wenn sie mir die Wange lieb­koste, indem Sie sprach:

«Meine kleine Tochter.»

Zu mir habe ich gesagt: «Wie bist Du schön», und lä­chelnd hat Sie gesagt:

«Und Ich habe Meine Lippen nicht geschminkt, weißt du.»

[B 640] Ich wandte mich um, um zu sehen, was Er sa­gen würde. Er hat gelächelt und gesagt:

Ich bin nicht eifersüchtig auf Meine Mutter.» …

* 156 *

[12. Mai 1955] «Was tust du, um den Schmerz zu tilgen, den du Mir seit einigen Tagen mit deiner Ungläubigkeit, [B 642] mit deinem Mangel an Vertrauen und deiner Angst vor der Lächerlichkeit zufügst, die dich hindern, dich Mir völlig anheimzugeben? Was war­test du, Kleine, da Ich da bin? Was kannst du befürch­ten von der Welt? Niemand vermag etwas gegen dich; denn Ich werde über dich wachen. Man wird dich kri­tisieren, dich verlachen, dir Leid bereiten können; aber das hat wenig Gewicht, da Ich dich liebe und du Mich liebst. Die Welt, sie wird dich nicht lieben kön­nen. Denn wenn du geliebt und umschmeichelt wer­den willst von der Welt, wirst du darauf verzichten müssen, von Mir geliebt zu werden, denn du wirst niemals beides auf einen Nenner bringen können, die Welt und Mich. Wie das Feuer und das Wasser, der Tag und die Nacht sich nie vereinen werden, ebenso ist es mit der Welt und Mir. Es ist der Irrtum, in dem die Mehrheit der Welt befangen ist.»

«Man möchte Mich wohl lieben, jedoch anderseits will man der Welt und ihrem Geist nicht entsagen, [B 643] Der Weltgeist ist Mein größter Feind; denn er ist der Geist Satans. Dieser wird sich immer anstren­gen, euern Augen die Vergnügen, die Genüsse, die Befriedigungen aller Art vorzuspiegeln, mit dem al­leinigen und einzigen Zweck, euer Herz und euern Geist mit Beschlag zu belegen und euch so daran zu hindern, euch Mir zu nähern. Paßt auf, Meine Kinder, der Geist der Welt ist heuchlerisch und heimtückisch.

Unter der Lehre des Erlaubten bietet er euch den Prunk an, die Verschwendung, die Behaglichkeit und die Befriedigung aller eurer Lüste und aller eurer Wünsche; doch Ich, Ich sage euch: «Wenn ihr euer ganzes Leben hindurch euern Willen getan und euern Gelüsten gefrönt habt, werdet ihr nicht zu Mir gelan­gen; denn ihr könnt nicht euch in allem befriedigen und zugleich Meiner Liebe Genüge tun.»

«Wenn euch eine einzige Todsünde daran hindert, die Pforten des Himmels zu durchschreiten, wieviel mehr, so sage Ich euch, wird dann die Gleichgültig­keit [B 644] und die Anhänglichkeit an alles Geschaf­fene genügen, euch dieses Tor zu verschließen. Ihr müßt, um bei Mir zugelassen zu werden, alle Tage eures Lebens versuchen, euch von allem Geschaffe­nen loszuschälen und euch zu Mir zu erheben.»

«Demjenigen, der sein ganzes Leben lang alle An­strengungen unternommen haben wird, um sich von allem zu lösen, dem werde Ich, selbst wenn es ihm nur zur Hälfte gelungen ist, die Tore Meines Königrei­ches öffnen, da er jeden Tag sein Möglichstes getan haben wird.»

«Ich kenne eure Schwäche; fürchtet euch nicht, Meine Kinder, Ich werde nie mehr von euch verlan­gen, als ihr geben könnt. Indes, nehmt euch in Acht; denn Ich durchforsche die Herzen, und nichts ist Mir unbekannt. Was jenen betrifft, der sich – ohne Mich zu beleidigen – alle Behaglichkeiten gewährt, aus al­len Fleischesfreuden Profit geschlagen haben wird, selbst wenn sie gestattet sind (denn auch darin müßt ihr euch abtöten, da ihr euer Herz und euern Geist nicht erheben könnt, wenn ihr euerm Fleisch unter all ihren Spielarten die Befriedigung gewährt), demjeni­gen also, der sich sein ganzes Leben lang gesagt ha­ben wird: ‹Es ist doch schließlich nicht verboten; ich tue niemandem etwas Schlechtes, man muß doch le­ben, [B 645] wenn ich nur zur Messe gehe am Sonntag und an den Feiertagen, wenn ich nur meinen Zehnten bezahle und den Fürsorgewerken etwas gebe, bin ich ein guter Christ, und ich bin Gott ohne Zweifel wohl­gefällig›, wohlan, diesem und allen Seinesgleichen sage Ich: ‹Ihr seid Mir nicht wohlgefällig, ihr ekelt Mich an; denn alles, was ihr tut, tut ihr wie etwas, was ihr unter allen Umständen tun müßt, weil ihr sonst fürchten müßtet, bestraft zu werden.› Wo ist eure Lie­be zu Mir in euerm ganzen Leben? Sie existiert nicht, und Ich wiederhole es: ‹Wenn ihr Mich nicht mehr liebt als die, die zu euerm Lebenskreis gehören: Va­ter, Mutter, Brüder, Schwestern, gefallt ihr Mir nicht, und wenn ihr aus Liebe zu Mir nicht allen euern Be­friedigungen, euern Lüsten, euern Vergnügen entsa­gen könnt, mißfallt ihr Mir gewiß, und Ich werde euch fern von Mir verstoßen.› Denn, vergeßt es nicht: [B 646] ihr werdet nach der Liebe gerichtet werden, die ihr für Mich empfunden haben werdet.»

«Um Mir zu gefallen, müßt ihr Meinen Willen tun. Ihr müßt eure Standespflicht erfüllen; ihr müßt allem entsagen aus Liebe zu Mir.»

«Anstatt eure Zeit zu verlieren in Theatern, in Grill-Parties, auf unnützen Reisen, kurz bei Zerstreuungen, die euch die Welt bietet, wäre es besser für euch, eure Mußestunden und die Zeit, die ihr frei habt, damit auszufüllen, Kranke zu besuchen, das Los der Armen zu erleichtern, jene zu trösten, die leiden, und euern Eltern und euern Nächsten zu helfen, wenn sie in Schwierigkeiten sind.»

«Es gibt so viel Elend in der Welt, und so rar sind die freigebigen und selbstlosen Herzen, die bereit sind, ihre Zeit und ihr Geld zu opfern, um Linderung zu bringen. [B 647] Indes, Meine Kinder, ohne die Lie­be Gottes und die Nächstenliebe werdet ihr nicht in Mein Königreich eingehen. Ihr seid nicht auf der Erde, um euch zu befriedigen, sondern um euch zu heiligen, und ohne Entsagung und Selbstverleugnung ist keine Heiligung möglich. Ich fordere das von allen Menschen ohne Ausnahme, vom Ärmsten bis zum Reichsten, vom Unwissendsten bis zum größten Wei­sen, vom kleinen Diener bis zum größten König, der Erde. Meinen Priestern, vom einfachsten Vikar bis zum höchsten Würdenträger, sage Ich: daß ihr üben müßt, was Ich euch lehre, und zwar bis in die klein­sten Einzelheiten. Ich will, daß ihr der Welt das Bei­spiel der vollkommensten Nächstenliebe und Gottes-liebe gebt und vor allem aber der Entsagung gegen­über der Welt und ihrem Geist. Mögen alle diese Prie­ster, die sich nichts versagen, die sich in den Prunk und die Behaglichkeit einhüllen, in Acht nehmen; denn das Beispiel, das sie jenen geben, die um sie sind, ist unheilvoll für diese Seelen. Ich sage euch: [B 648] Ihr werdet Rechenschaft abzulegen haben über all diese Seelen, die verloren gehen werden, weil ihr nicht genug entsagt und weil ihr es vorgezogen haben wer­det, euch den Ansprüchen der Welt zu beugen, anstatt Meine Gesetze zu beachten.»

«Es genügt nicht, Meine Lehre von der Kanzel her­unterzudonnern und mit schönen Predigten das Gemüt zu rühren; ihr müßt sie vor allem dadurch lehren, daß ihr sie selber übt, jeden Tag eures Lebens.»

«Wie könnt ihr hoffen, daß die Welt die Nächsten­liebe praktiziert und den Verzicht auf die Güter der Erde, wenn ihr Priester, die ihr damit beauftragt seid, [B 649] Mich zu vertreten, euch die Erfüllung eurer eigenen Wünsche zugesteht, im Auto euch den Luxus unnützer Reisen leistet, euch leidenschaftlich für das Fernsehen begeistert, für das Radio, den Sport, kurz für alle Vergnügen, selbst für jene, die verboten sind?»

«Ihr entschuldigt euer Benehmen damit, daß ihr sagt, ihr wärt Menschen wie alle anderen. Ich jedoch sage euch: Ich will nicht, daß ihr wie die anderen seid; Ich habe euch aus den anderen erwählt, damit ihr anders werdet als die anderen, durch euer stren­ges, kasteites Leben, bar aller Verstellung und ent­blößt von allem, was euch nicht zu Mir führen kann.»

«Überlegt es gut. Mein Zorn ist groß angesichts des Wandels der Meinen. Wenn die Welt verlorengeht, wird es wegen eurer Weigerung sein, euch Meinem Willen zu unterwerfen. [B 650] Ihr werdet niemals et­was erhalten von der Welt, wenn ihr euch nicht selbst heiligt, und Ich sage euch, daß, wenn sich die Welt nicht ändert, sie für immer und ewig verlorengehen wird.»

«Laßt ab von den nutzlosen Festgelagen, während derer ihr nichts tut, was Mir nützlich wäre, und befaßt euch mit den Armen, den Schwachen, den Notleiden­den, vor allem mit jenen kranken Seelen, die allein niemals wieder ihren Weg finden könnten. Alle diese verirrten Seelen, die fern von Mir sind, warten auf den mildtätigen Arm, der ihnen hilft, wieder aufzustehen und den Weg wieder unter die Füße zu nehmen, der zu Mir führt. Hier ist eure größte Pflicht: alle verlore­nen Schafe, die da und dort dahinvegetieren, zu Mir zurückzuführen.»

«Beeilt euch also, das zu tun, was Ich von euch er­warte, und überlaßt den Toren, die nicht begreifen wollen, all die Vergnügen der Welt und all diese Nebensächlichkeiten, die das Herz und den Geist vergif­ten und sie von Mir entfernen.»

«Ich will daß ihr euch, wenn ihr auch auf der Erde, in der Welt, lebt, so verhaltet, als ob ihr nicht darin lebtet, indem ihr euch dessen, [B 651] was es in der Welt gibt, nur zu eurem Heil bedient.»

* 157 *

Für jene, welcher ich es angetragen hatte, sich von Ih­nen, mein Pater, führen zu lassen, hat Er mir gesagt:

«Wenn sie es vorzieht, den größten Schatz zu ver­passen, den es möglich ist auf Erden zu finden, anstatt den Mut zu haben, sich zu bücken und ihn aufzuhe­ben, so ist das ihre Sorge und nicht die deine. Gräme dich nicht, Kleine. Diejenigen, die die Gnade abwei­sen, wenn Ich sie ihnen auf so handgreifliche Weise anbiete, werden Mir dafür Rechenschaft ablegen müssen.»

«Was die Stunde betrifft, die mit Mir zu verbringen Ich dich gebeten habe, so füge dich in allem dem, was dir derjenige sagen wird, den Ich dir gegeben habe, auf daß er dich führe. Selbst wenn es dir scheint, daß du nicht die Kraft haben wirst, weil du müde bist, beunruhige dich also nicht, Kleine; Ich werde dir die­se Kraft geben: denn wenn Ich dich dir selbst überlie­ße, könntest du nicht einmal aufstehen.»

[B 652] «Suche nicht, deinen Zustand zu kennen; sei geduldig; warum die Eile, alles zu wissen? Was kümmert es dich zu erfahren, was mit dir geschehen wird, kleine Tochter; verlaß dich diesbezüglich auf Mich. Hast du dich nicht im voraus mit dem, was Ich dir schicken werde, und mit der Art Meiner Entschei­dung einverstanden erklärt? Du kannst jetzt nicht mehr zurückweichen, kleines Kind.»

«Vor allem, füge Mir nicht die Beleidigung zu, an Mir zu zweifeln. Wie wirst du die Schläge ertragen können, wenn du viel wirst leiden müssen, wenn du (jetzt) schon zweifelst, Meine kleine Tochter? Beun­ruhige dich also nicht, und suche nicht vergeblich nach dem Grund dieser großen Müdigkeit, die du manchmal in deinem ganzen Wesen fühlst; sie kommt von Mir. Hast du nicht angenommen, die Lei­den Meines von so vielen Leuten gemarterten, schmähten und verhöhnten Herzens zu teilen? Arme kleine Tochter, Ich gebe dir den kleinsten Teil Meiner Leiden. [B 653] Diese Müdigkeit deines Leibes ist ein wenig von der Meinen. Dieser Überdruß und dieser Ekel deines Herzens sind ein Partikelchen dessen, was Ich fühle angesichts der Haltung der Welt und vor allem der Priester Mir gegenüber.»

«Ich bin es satt, auf all diese Gleichgültigen und Sorglosen zu warten, die nur zu ihrem Vergnügen statt für Mich leben. Wirst du dich beklagen, wenn Ich von dir verlange, Meine Pein und Meine Leiden zu teilen? Ist es zuviel verlangt von dir; Kleine? Es gibt so wenige, die Mich wirklich lieben, und die be­reit sind, alles für Mich zu ertragen. Hast du schon vergessen, was du Mich an Tränen und Leiden geko­stet hast? Undankbare kleine Tochter, ich überhäufe dich mit Gunsterweisen, und statt Mir zu danken, be­klagst und beschwerst du dich; liebst du Mich also nicht?»

[B 654] «Vergiß nicht, daß dich das Leiden, das du für Mich erträgst, enger mit Mir verbindet. Ich will, daß du, selbst wenn du glauben wirst, daß Ich dich verlasse, weil Ich nicht mehr zu deinem Herzen spre­chen werde, selbst dann nicht einen Augenblick an Meine Gegenwart bei dir zweifelst. Ich werde immer da sein, selbst wenn es dir scheinen wird, daß Ich nicht da bin. Du wirst Tage großer Dunkelheit zu durchgehen haben; du wirst dich verloren fühlen. Der Zweifel wird dein Herz und deinen Geist niederdrücken; du wirst dich allein und von allen verlassen fühlen, und du wirst glauben, daß auch Ich dich verlasse. Dem wird jedoch nicht so sein, Mein kleines Kind; Ich werde dich nie verlassen; fürchte nichts. Liebe Mich mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und allen deinen Kräften. Die Liebe deines kindli­chen Herzens ist ein gar süßer Trost für Mein von den meisten Menschen und selbst von meinen auserwähl­ten Seelen verachtetes Herz.»

[B 655] «Ich will, daß sich alles, was Ich dir gesagt habe, in der Welt verbreite, vor allem, daß die Priester des ganzen Universums Kenntnis erhalten von den Schriften, die an sie gerichtet sind. Es ist dringend, daß die Priester das werden, was sie alle sein müssen: Heilige, um der Welt dieses Jahrhunderts die Kata­strophen zu ersparen, die sie völlig vernichten wer­den, wenn ihr alle und jeder in euerm Leben Mir nicht den Platz einräumt, der Mir zukommt. Benutzt diese Warnung, die Ich euch gebe, weil ihr alle Meinem Herzen teuer seid. Wer weiß, es ist vielleicht das letzte Mal, daß es euch gegeben ist, eure Missetaten einzu­sehen und euch in euerm Leben, durch Opfer, Gebet und [B 656] Selbstverleugnung zu bessern, ehe der Tag kommt, da ihr vor Mir erscheinen müßt. Denn in dem Augenblick, da ihr es am wenigsten erwarten werdet, werdet ihr vor Mir erscheinen müssen, und ihr werdet Mir gegenüber Rechenschaft über euer gan­zes Leben ablegen müssen. Was werdet ihr Mir anzu­bieten haben, Meine armen Kinder, wenn ihr euer Leben nicht ändert? Beeilt euch also, erweckt auf­richtige Reue, und liebt Mich, wie Ich geliebt werden will; denn Mein Werk ist ein Werk der Barmherzig­keit und Liebe, vergeßt das nicht. Wartet nicht, bis es zu spät ist; denn früher als ihr glaubt, wird anstelle der Barmherzigkeit, die Ich euch heute anbiete, die Ge­rechtigkeit treten. Nutzt sie also, Meine Barmherzig­keit, Meine Kinder; denn davon hängt euer ewiges Glück oder Unglück ab, entsprechend der Wahl, die ihr treffen werdet; denn ohne euch werde Ich nichts tun für euch.»

«Ihr seid frei; Ich will euch nicht zwingen, Mich zu lieben, sondern Ich will, daß ihr Mich aus euch selbst ohne Zwang liebt, weil Ich der Einzige bin, der würdig ist, in euerm Herzen und in euerm Leben zu herr­schen; vergeßt das nie.»

* 158 *

Bei der Messe, sonntags, als vom Marienmonat gespro­chen wurde, hat Er gesagt:

[B 657] «Wenn du dich ein bißchen dazu zwingen würdest, könntest du dann nicht kommen?»

Ich entschuldige mich; ich hatte vergessen, dies zu schreiben; was mir (nun) plötzlich wieder in den Sinn gekommen ist.

* 159 *

[14. Mai 1955] «… Wenn Ich die Leute betrachte, emp­finde Ich einen Ekel angesichts ihres Betragens; denn zu oft führen sie sich auf wie ausgebrochene (wilde) Tiere, die nur darauf sinnen, ihre niederen Instinkte zu befriedigen, ohne auf die Mittel zu achten, derer sie sich bedienen, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Wenn man sie so handeln sieht, würde man meinen, sie besäßen keine Intelligenz (Vernunft).»

«Ich habe dem Menschen den Verstand gegeben, damit er sich seiner bedient, um seine Triebe zu be­herrschen, die sich nicht von denen des gewöhnlich­sten Tieres unterscheiden. Anstatt sich seines Ver­standes zu bedienen, zieht es der Mensch vor, sich zu erniedrigen, [B 658] indem er seine Sinne und seine Natur in allen Wünschen und Gelüsten befriedigt. Der Mensch hat den Sinn für seine Verantwortlichkeiten und seine Pflichten verloren. Er ist sogar soweit ge­kommen, daß er den Daseinsgrund Meiner Sakra­mente verfälscht.»

«Wenn Ich den Mann und die Frau in der Ehe ver­einigt habe, und wenn Ich die Ehe zur Würde eines Sakraments erhoben habe, so gewiß nicht, um dem Mann die Gelegenheit zu geben, sich in all seinen Leidenschaften zu befriedigen. Unsinnige, die ihr seid, selbst in der Ehe seid ihr nicht auf Erden, um euch zu befriedigen, sondern um euch zu heiligen. Nehmt es euch zu Herzen: Ich will von einem jeden von euch nichts anderes, als eure Heiligung in Eurer Berufung, welche die eure ist, und zwar mit den Mit­teln, die euch zu Gebote stehen.»

«Selbst in der Ehe dürft ihr nichts aus Neigung (Ge­schmack) oder zum Vergnügen tun. Wenn die Ver­einigung von Mann [B 659] und Frau aus Liebe zu Mir vollzogen würde und mit dem alleinigen Zweck, die Auserwählten zu vermehren, gäbe es auf der Erde nicht so viele unglückliche Kinder, die an allem Mangel leiden, zusammengepfercht in den Häusern des Elends, wo sie allen Gefahren und allen Lastern ausgesetzt sind.»

«Wehe euch allen, die ihr die Begierden eures Flei­sches nicht im Zaume halten könnt, und die ihr es vorzieht, eure niederen Instinkte zu befriedigen, ohne euch um die Folgen eurer Taten zu kümmern. Ihr müßt alle euer Fleisch abtöten, wenn ihr euch retten wollt; sonst werdet ihr alle zugrundegehen.»

[B 660] «Das muß aufhören, und die Welt muß sich ändern, sonst werde Ich Mich für eure Weigerung, Mich anzuhören, rächen. Höret auf, die Sakramente lächerlich zu machen, die euch nicht zur Zier zur Verfügung stehen, sondern um euch zu heiligen.»

«Das Bußsakrament, was macht ihr aus ihm? Die meisten bedienen sich dieses Sakraments wie der üb­rigen, oder dann, wenn man die Gewissensbisse nicht mehr aushalten kann. Man beichtet seine Sünden, ohne an das zu denken, was man sagt, und kaum ist man aus dem Beichtstuhl herausgetreten, fällt man wieder in die gleichen Laster zurück. Warum denn? Weil ihr alle Heuchler und Lügner seid; ihr habt in euerm Herzen nicht den geringsten Schimmer von Aufrichtigkeit und nicht den leisesten Wunsch, euch zu bessern, denn da, wo Ich Aufrichtigkeit sehe, gebe Ich stets die notwendige Kraft, dem Bösen zu wider­stehen und sich aus dem Griff der Laster zu befreien. Wehe euch! Wehe, Meine Kinder! Ihr habt alles, um euch zu retten, [B 661] um euch zu heiligen; Ich habe euch alles gegeben, und wenn ihr nicht dahin gelangt, tadelt niemand anderen als euch. Eure Verachtung der Sakramente wird euch teuer zu stehen kommen, macht euch darauf gefaßt.»

«Und die Eucharistie? Es ist in diesem Sakrament, in dem Ich am meisten Schmach und am meisten Be­leidigungen erfahre. In welcher Verfassung tritt man zu diesem heiligen Gastmahl herzu? Um dem Kir­chengebot zu genügen? Nein, sondern aus Routine; man muß doch tun wie jedermann. Man nimmt Mich auf in ein Herz, in dem Ich vom Gestank der Laster und der Sünden ersticke, die nicht getilgt sind, weil sie nicht bereut oder gebeichtet wurden, oder in gleichgültige Herzen, die nicht einen Augenblick in­nehalten, um an diese unendliche Gunst zu denken, die Ich ihnen erweise, [B 662] wenn Ich mich so tief erniedrige, daß Ich in ihre Herzen hinabsteige.»

«Wie viele dieser Herzen empfangen Mich mit Lie­be und Dankbarkeit? Die Welt denkt nicht genug darüber nach, was sie tut; das ist es, was sie ins Ver­derben treiben wird.»

«Man hat keine Zeit mehr, innezuhalten, um nach­zudenken und sein Herz zu durchforschen. Man hat gerade die Zeit, möglichst viele Genüsse zu verko­sten. Man empfindet einen schrecklichen Schmerz, wenn man ein Vergnügen oder eine «Party» verpaßt, doch Mir, der Ich verhöhnt, verachtet und verleugnet werde, welche Beachtung schenkt man Mir? Man kümmert sich nicht um Mich. Man behandelt Mich wie einen Gips- oder Wachs-Gott, der unempfindlich ist für alle Beleidigungen, die er erhält. Ich bin nicht unempfindlich. Mein Herz ist aus Fleisch wie das eure, und es leidet, seufzt und weint unter euern Schlägen. Doch seht euch vor: der Kelch fließt über; Ich kann nicht noch mehr ertragen. Mein Herz fühlt sich angewidert und ist erzürnt über euer Benehmen. Die Empörung wallt auf [B 663] in Mir, und Ich werde euch alle unerbittlich heimsuchen.»

«Einzig Meiner Mutter ist es gelungen, dieses ge­marterte Herz zu besänftigen und es dazu zu bringen, noch Geduld zu üben, indem Sie Mir sagte, daß die Welt sich bald ändern werde, daß Ich noch ein wenig abwarten solle, ehe Ich streng verfahre mit der herz­losen Welt, die sich lustig macht über Mich, indem sie Meine Gesetze ins Lächerliche zieht. Doch bald wird Mein Zorn ausbrechen; wehe dann euch allen, die ihr euch geweigert haben werdet, Mich zu hören.»

«Ich sage es euch: laßt ab von all euern Vergnügen, selbst von den harmlosen, entsagt euerm Eigensinn, euern Wünschen, euern Befriedigungen; tut Buße, kasteit euern Leib und euer Herz. Entsagt allen sinn­lichen Befriedigungen; denn wenn ihr nicht auf alles verzichtet zur Sühne für eure Sünden, und die Widerwärtigkeiten, die Mühsale, die Leiden nicht an­nehmt aus Liebe zu Mir, werde Ich nicht einmal den kleinen Finger rühren, um euch zu retten, und ohne Mich werdet ihr unrettbar verloren sein.»

«Beeilt euch, die Zeit drängt. Nutzt Meine Barmherzigkeit; denn Ich sage euch: Ich werde alle eure Sünden vergessen, im Tausch gegen eine auf­richtige Liebe und Reue. Profitiert also, Meine klei­nen Kinder, von dem, was Ich euch anbiete; denn dies ist vielleicht das letzte Mal, daß euch dieses Angebot gemacht wird. Die Zeit der Barmherzigkeit geht zu Ende. Es wird bald die Zeit der Rache und der Ge­rechtigkeit kommen.»

«Ich weiß nicht mehr, wohin Ich gehen soll, Ich, der Herr der Welt. Ich finde nirgends einen Zufluchtsort. Alle Herzen sind Mir verschlossen, oder man verwei­gert Mir den Zutritt, oder, wenn man Mich eintreten läßt, finde Ich einen kalten Ort, bar jeder Liebe. Im­mer stoße Ich auf Gleichgültigkeit, auf beißenden Spott, auf Verachtung, und sogar auf Haß. Siehst du, wie sehr Ich deines Herzens bedarf, kleine Tochter, um Mich darin zu verbergen und Mich vor all diesen Schlägen zu schützen, die die Welt Mir verabreicht?»

«Wenn Ich dein Herz habe, um Mich darin zu verbergen, werden Mir die Schläge weniger hart erscheinen, und die Beleidigungen weniger schmerz­lich. Du kannst es nicht abschlagen, Mich aufzuneh­men, du, Mein kleines Kind; Ich habe dir alles gege­ben; ist es nicht Gerechtigkeit heute, daß Ich alles von dir verlange? Ich brauche dich, Kleine. Ich brau­che so sehr Liebe, um die Verachtung auszugleichen, die Mir die Mehrheit der Menschen, selbst die auser­wählten Seelen, entgegenbringen. Ich kann Mich so­gar nicht einmal mehr auf die Herzen Meiner Priester verlassen, denn viele von ihnen sind ebenfalls vom Fieber dieses unglücklichen Jahrhunderts gepackt, eingenommen von allen Leidenschaften, von allen Lastern und allen Verbrechen.»

«Das größte Meiner Sakramente ist das der Prie­sterweihe. Im Grunde genommen sind es die Priester, die für die Mir am Nahestehendsten gehalten werden, weil sie Mich besser kennen. Was geschieht (aber) heute? Um die niedersten Leidenschaften ihres Her­zens zu befriedigen, zögern einige dieser Priester nicht, ihre Gelübde zu verleugnen, um sich allen Schandtaten hinzugeben. Erbärmliche Menschen! Ich werde euch unter Meinem Zorn zermalmen. Auf euch habe Ich Mein Vertrauen gesetzt; was tut ihr?»

[B 666] «Ihr nützt es aus, um Mich zu hintergehen. Mit eurer Feigheit und euerm schlechten Beispiel führt ihr die Welt in den Abgrund.»

«Haltet ein, es ist Zeit. Macht euch wieder auf den rauhen Weg, ohne jede menschliche Kompensation, auf den Weg, der der eure sein muß. Entsagt euch, ka­steit euch, und beeilt euch durch euer Beispiel und eure Ermahnungen die Herzen zu Mir zu führen.»

«Die Welt muß sich ändern, und zwar schnell; denn Meine Geduld erschöpft sich, und der Zorn wächst an in Meinem aufgrund der Unwürdigkeit und der Sorg­losigkeit jener erbitterten und verwundeten Herzen, die damit beauftragt sind, Mich der Welt bekanntzu­machen …».

* 160 *

[B 668, 16. Mai 1955] «Mögen alle diese Gleichgülti­gen, die glauben, daß weil sie ohne Sünde sind, sie nicht ein Mehrfaches zu leisten haben, um zu Mir zu gelangen, ihren Irrtum erkennen; denn wenn ihr Mich nicht aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit allen euern Kräften während eures Lebens geliebt habt, werdet ihr niemals bis zu Mir gelangen. Ihr müßt allem entsagen, um Mir zu gefallen und um Mich zu lieben, wie Ich geliebt werden will von allen und je­dem, wer ihr auch seid, und welches auch eure Lage und Stellung sei in der Welt.»

«Ich wiederhole es euch: die Gleichgültigen, die Unbekümmerten und die Nachlässigen sind Mir nicht wohlgefällig, und Ich werde sie fortstoßen von Mir, wenn die Stunde der Gerechtigkeit kommt. Ich werde geradeso streng und unerbittlich sein mit ihnen, wie Ich es sein werde mit den verhärtetsten Sündern.»

«Entschuldigt euch also nicht, indem ihr sagt, ihr hättet keine Sünde. Wer von euch hat sich keine ein­zige Sünde vorzuwerfen? Er muß (auch) dann sein Leben damit zubringen, Buße zu tun, um diese Sünde zu sühnen, wenn er nur eine einzige in seinem Leben begehen sollte; denn vergeßt es nicht: ihr müßt selbst die geringste der Beleidigungen sühnen, [B 669] die ihr Mir zufügt, ehe ihr eingehen könnt in die himmli­sche Wohnung.»

«Beeilt euch also; denn nur diejenigen können bei Mir Aufnahme finden, die ihr ganzes Leben darauf abgestellt haben, Mich zu lieben, indem sie auf ihre Neigungen verzichteten, auf ihre Launen und auf ih­ren Willen, indem sie aus Liebe zu Mir die Mühen, die Schmerzen, die Widerwärtigkeiten, die Demütigun­gen aller Art angenommen haben.»

«Ihr könnt euch nicht allen euern Leidenschaften hingeben, im Luxus und Komfort leben, gar oft, indem ihr die Armen und die Notleidenden verachtet, die an eure Türe klopfen, und hernach vorgeben, Mich zu lieben.»

«Ihr seid Heuchler; denn wenn ihr Mich liebtet, würdet ihr nicht einen einzigen Augenblick so leben können, wie es euch beliebt, und es zulassen, daß euerm Bruder das Notwendigste fehlt, ohne das er nicht existieren kann.»

«Welch ein äußerst betrübliches und herzzerrei­ßendes Schauspiel für Mein Herz, diese Seelen, die, ohne Halt zu finden, in den Abgrund stürzen, wo sie für immer und ewig fern sein werden von Mir. [B 670] Der größte Teil dieser Seelen lebte dennoch nicht im Zustand der (Tod-)Sünde, sondern sie waren von einer verächtlichen Gleichgültigkeit Mir gegenüber und haben es vorgezogen, ihr ganzes Leben lang ihre eigene Befriedigung zu suchen, statt all ihren Eigen­sinnigkeiten zu entsagen und jeden Tag zu versuchen, sich Mir zu nähern, durch Verzicht auf das irdische Glück.»

Fortsetzung folgt!

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Quelle: „DER WEG, DER ZUM LEBEN FÜHRT – Das Tagebuch von Gaby, Band I – Offenbarungen JESU aus dem Jahre 1955 an eine kanadische Mutter und Hausfrau. Ein dramatischer Appell Gottes an die ganze Welt zur Umkehr, zur Buße und Sühne, ehe es zu spät ist … Eine erschütternde Warnung vor dem Schrecklichen, das unser harrt, wenn wir uns nicht alle endlich bekehren. – Für die kanadischen Herausgeber übersetzt von Paul O. Schenker, Immaculata-Verlag, CH-9050 Appenzell