Menschliches und Göttliches zutiefst vereint

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Antonio Bresciani; Die heilige Margareta von Cortona als Büßerin; auch der Hund, der bei ihrer Bekehrung dabei war, ist rechts unten im Bild zu sehen

Margareta von Cortona – die Heilige des Monats

Nach einer Kindheit, die aufgrund eines langen Konflikts mit ihrer Stiefmutter alles andere als einfach war, verliebt sich Margareta von Cortona in einen jungen Adligen aus Cortona, der ihre Liebe erwidert: Arsenio Dal Monte. Sie wurden Eltern eines Sohnes, und da die beiden nie geheiratet haben, endet der verschwenderische Lebensstil, an den sich Margareta während des neunjährigen Zusammenlebens gewöhnt hatte, abrupt an jenem Tage, an dem Arsenio bei einem Jagdunfall ums Leben kommt.

Dieses Ereignis stellt den Anfang von Margaretas Bekehrung dar. Die von allen verachtete und der Hexerei beschuldigte Frau will ins Haus ihres Vaters zurückkehren, wird aber mit harten Worten abgewiesen. Nachdem sie zunächst in Cortona im Hause zweier großherziger Frauen unterkommt, die sie mit den Minderbrüdern des Franziskanerklosters bekannt machen, wird ihr gestattet, der Regel des Dritten Ordens der Franziskaner zu folgen und in einer Zelle unweit des Klosters im Stile einer Einsiedlerin zu leben. Sie wird dreizehn Jahre lang dort leben, in unablässigem Gebet und Buße und gefestigt durch Ekstasen und Offenbarungen, die Christus ihr zuteil werden lässt. Ihr in tiefer Kontemplation verbrachtes Leben hindert sie aber keineswegs daran, sich den Bedürftigsten der Bedürftigen und den Kranken zu widmen. Dieses Engagement führt schließlich zur Gründung des Hospitals »Santa Maria Misericordia«.

1288 zieht Margareta in eine noch viel kältere, engere und abgeschiedenere Zelle auf dem Festungsberg von Cortona, die in der Nähe einer den heiligen Basilius, Aegidius und Katharina geweihten Kirche liegt, die sie hatte erbauen lassen. Auf diese Weise entzieht sie sich der geistlichen Leitung der Franziskaner und vertraut sich einem Priester, Ser Badia Venturi, an, der sie bis zu ihrem Tod betreuen wird.

Über Margareta von Cortona ist viel geschrieben worden. Macht man sich aber auf die Suche nach den Eigenarten der spirituellen Erfahrung dieser so besonderen und ursprünglichen Heiligen, so muss man in der Lebensbeschreibung nachschauen, die von ihrem Beichtvater, Fra Giunta, verfasst wurde. Dieser Bericht ist jedoch kein historisches Werk im engen Sinne. Seine Absicht besteht nicht nur darin, eine Geschichte zur Erbauung der Gläubigen zu erzählen, sondern auch, Margareta als Vorbild aufzuzeigen, das für den heutigen Leser aktualisiert und nachgeahmt werden kann. Eine Reise des Wissens und des Bewusstseins.

Die Vorstellung, der zufolge die Reue und die Liebe verschiedene Stufen durchlaufen, ist in der Geschichte der Spiritualität keineswegs neu: Schon Augustinus und Bernhard von Clairvaux hatten sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Fra Giunta vermittelt sie uns, wobei er drei wichtige Stufen auf Margaretas Weg der Askese ausmacht.

Auf der ersten Stufe öffnet ihr die allzu lange ignorierte Lieblosigkeit die Augen und erfüllt eine Offenbarungsfunktion: Die Seele erahnt den Miss­klang der Sünde, die als Beleidigung Gottes verstanden wird. Die Unwichtigkeit ihres Hier und Jetzt und das fehlende Zugehörigkeitsgefühl schlagen in ihr eine Wunde, die sie dazu zwingt, das Leid anzunehmen. Die Liebe spiegelt ein neues Licht wider, das auf ihr Leben fällt und sie erkennen lässt, dass die Sünde ein negativer Wert ist, insofern sie Gottesferne bedeutet.

Die zweite Stufe dagegen wird durch einen typischen Ausdruck charakterisiert, der auf eine wichtige mystische Erfahrung verweist: die compassio sui, die Nachsicht mit der Seele. Der Schmerz überwältigt sie wie ein Zersetzungsfaktor, und die Seele entdeckt, dass sie arm und bedürftig ist, dass es ihr traurigerweise an jedwedem dauerhaften Gut ermangelt. Jesus hatte ihr gesagt: »Ohne mich kannst du nichts tun.« Das ist eine Art zu sagen, dass er erst, nachdem man die Illusion und die Unsicherheit aller menschlichen Vorhaben erkannt hat, zur einzig möglichen Quelle der Erlösung werden kann.

Die dritte Stufe ist jene, die ein Engel als ein heftiges Begehren definiert, das den Geist vertikal erhebt, und zwar Geist verstanden nicht als Intellekt, sondern als der höchste Teil der Seele. Und da das Verlangen niemals gestillt wird, setzt es seine Suche so lange fort, bis alles in die vollständige Gemeinschaft mit Gott einmündet.

Margaretas Martyrium kreist um die für die spätmittelalterliche Spiritualität typische zentrale Rolle, die die leidende Menschheit spielt. Im Übrigen macht sie ihre spirituelle Erfahrung im Bannkreis des Franziskanerordens: eine Hinwendung zum armen, gedemütigten und verhöhnten Christus, die ein unmittelbares Erbe des Heiligen von Assisi ist. Eine dynamische Meditation, bei der Margareta im Hinblick auf die Einwohner von Cortona eine ganz präzise Aufgabe hat: Sich selbst zu einem Spiegel zu machen, in dem sich die Sünder und die Ungläubigen widerspiegeln können, um zu verstehen, dass es eine göttliche und heilbringende Barmherzigkeit gibt. Jedermann soll in ihr gestochen klar und scharf den Kalvarienberg erkennen. Dazu berufen, die Aufgabe zu erfüllen, ihre Stadt zur Versöhnung und zum Frieden zu ermahnen, wird ihre Stadt für sie zu Ort und Gelegenheit, das Leiden des gekreuzigten Christus zu erleben. Und so wird es Margareta ein Bedürfnis, herumzuirren und sein Martyrium zu verkünden.

Durch ihre so menschliche, zugleich aber so sehr von Göttlichem durchdrungene Geschichte wird den Gläubigen nicht nur die Erfahrung der Ekstase zur Nachahmung empfohlen, sondern vielmehr auch die Gelegenheit, in Christus jenen Schwerpunkt zu finden, der es ermöglicht, die Leiden und die vielen Widrigkeiten, die uns im Leben widerfahren, geduldig zu ertragen.

Ein hervorragendes Beispiel dafür, dass wir, wenn wir den schwersten Weg einschlagen und zulassen, dass die Heilung unserer Wunden ihren natürlichen Verlauf nimmt, schließlich bewusst und geduldig soweit gelangen, die Liebe Gottes voll und ganz zu erfassen. Wie in der Brandung, die in ihrem Rückstrom den Schmutz mit sich fortreißt.

Wer ist Gaia de Beaumont

Die einer adeligen Familie entstammende Römerin ist die Verfasserin mehrerer Romane, die sich teils mit ihrer Familiengeschichte, teils mit Persönlichkeiten der US-amerikanischen Intellektuellenschicht der 1930er-Jahre befassen. Hier einige ihrer Titel: Care cose (1997), La bambinona (2001), I bambini beneducati (2016).

Von Gaia de Beaumont (Orig. ital. in O.R., Monatsbeilage »Frauen- Kirche- Welt«, Februar 2017)

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Quelle: Osservatore Romano 6/2017

Zum Jahrestag der Hinrichtung Alfred Delps SJ

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Alfred Delp SJ, Gedenktafel, Amt Für Lastenausgleich, Wöchnerinnenheim, Mannheim / Wikimedia Commons – Graf Foto, CC BY-SA 3.0

Wo Konflikt ist, muss gefochten werden,
ohne Kompromiss und Feigheit – Haben wir dazu noch den Mut?

Im Januar 1945 begann vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler der Prozess wegen Hochverrats. Am 11. Januar wurde der Beschuldigte, Alfred Delp, zum Tode verurteilt. Am 2. Februar 1945, vor 72 Jahren, wurde der Jesuit im Gefängnis in Berlin-Plötzensee erhängt. Seine Asche wurde auf Feldern um Berlin verstreut. Es war verboten, eine Todesanzeige zu veröffentlichen.

Prägung im Bund Neudeutschland

Was war geschehen? Am 15. September 1907 war Alfred Friedrich Delp in Mannheim geboren worden. Katholisch getauft, dann protestantisch erzogen, prägt ihn der Bund Neudeutschland. Der Bund hatte nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs den Auftrag, junge Menschen im neuen demokratischen Staatswesen zu Verantwortlichkeit zu erziehen. Die Jesuiten nahmen sich des Bundes an. Gleich nach dem Abitur 1926 tritt Alfred Delp in den Jesuitenorden ein, wo seine intellektuelle Begabung geschätzt wurde. Er studierte Theologie und Philosophie und promovierte mit einer Arbeit über Martin Heidegger. Als Erzieher und Lehrer wirkte er sodann am Kolleg St. Blasien der Jesuiten im Schwarzwald.

Fechten im Konflikt: ohne Feigheit!

1937 wurde er zum Priester geweiht, wirkte als Arbeiterseelsorger und als Publizist bei der von den Jesuiten herausgegebenen Monatszeitschrift „Stimmen der Zeit“, die 1939 verboten wurde. Dann war er als Seelsorger tätig. Nach dem Verbot der Zeitschrift sowie der Enteignung des Redaktionsgebäudes durch die Nationalsozialisten zog er sich nach München-Bogenhausen zurück. Er wirkte als Kirchenrektor an der Kirche St. Georg in der Pfarrei Heilig Blut sowie als Beauftragter der Fuldaer Bischofskonferenz für überdiözesane Männerseelsorge. Früh hatte sich Alfred Delp mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Seine in der Folge kritischen Predigten wurden geschätzt. Die Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus hatte er rasch erkannt: „Wo Konflikt ist, muss gefochten werden, ohne Kompromiss und Feigheit.“

Ungewissheit der bevorstehenden Todesstunde

1941 begegnete er in Berlin Helmuth James Graf von Moltke, der ihn für seinen „Kreisauer Kreis“ gewann, wo er als Experte für Gesellschaft und Wirtschaft des von diesem Kreis geplanten deutschen Staates nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur fungierte. Er erarbeitete die Grundlinien einer katholischen Soziallehre für die Neuordnung der Gruppe, verfasste Denkschriften zur Arbeiterfrage sowie zum Bauerntum und stellte Kontakte zu Münchener Widerstandskreisen her. Nach Stauffenbergs Attentat vom 20. Juli 1944 wurden die Mitglieder des Kreises verhaftet. Im Gegensatz zu anderen Kreisauern war Delp aber nicht an den eigentlichen Umsturzplänen, die dem Attentat vorausgingen, beteiligt. Er wurde am 28. Juli festgenommen und nach Berlin in die Strafanstalt Tegel gebracht. Dort wurde er schwer misshandelt und gefoltert. Mit der Ungewissheit seiner bevorstehenden Todesstunde leben zu müssen, nahm er geistlich gefasst auf. Nach seinem Tode wurden die gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel „Im Angesicht des Todes“ veröffentlicht.

Blick auf P. Delp: Und was ist mit uns?

Alfred Delps mutiges Sterben (es war ihm zuvor angeboten worden, aus dem Orden der Jesuiten auszusteigen!) lässt die nicht immer angenehm zu beantwortende Frage aufkommen: Haben wir heute noch die Kraft, kompromisslos zu fechten, auch wenn es um ein Thema geht, das nicht nur nicht in der Strömung der Zeit liegt, sondern bei dem uns der Wind ins Gesicht bläst? Und, was auch aus dem Blick auf Alfred Delp hervorgeht: Haben wir das kommunikative und argumentative Rüstzeug dazu?

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg, 01.02.2017)

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Bernhard Lehner starb vor 73 Jahren. Domvikar Schwager: „Wir brauchen eine auffällige Gebetserhörung“

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Am 2. April 2011 wurde Bernhard Lehner der heroische Tugendgrad zuerkannt. Der Bub aus Herrngiersdorf, der 1930 geboren wurde und vor 73 Jahren starb, ist auf dem Weg zur Seligsprechung. Das berichtet Domvikar Georg Schwager, Leiter der Abteilung Heilig- und Seligsprechungsverfahren in Regensburg. Todestag des Bernhard, der Priester werden wollte und das Knabenseminar Obermünster in Regensburg besuchte, ist der 24. Januar 1944. Er starb an schwerer septischer Diphterie, einer Infektionskrankheit, die auf die Infektion der oberen Atemwege zurückgeht.

Für die Ärzte unerklärlich geheilt

Domvikar Schwager erklärt: „Wir sind dankbar, wenn uns Verehrer des kleinen Bernhard von Gebetserhörungen wissen lassen, die ihm zugeschrieben werden.“ Weiter sagt der Leiter der Abteilung Heilig- und Seligsprechungsverfahren: „Wir brauchen dringend eine auffällige Gebetserhörung.“ Bislang hat er Gebetserhörungen gesichtet, allerdings noch keine auffällige gefunden. Von einer auffälligen Erhörung ist die Rede, wenn etwa eine zu Tode erkrankte Person für die Ärzte unerklärlich geheilt wird.

Erzbischof Michael Buchberger hat das Seligsprechungsverfahren in Gang gesetzt. Bernhard Lehner war in einer außergewöhnlichen Weise verstorben. „Er hat einen Glauben an das ewige Leben bezeugt, den man von einem jungen Menschen in diesem Augenblick nicht erwarten würde“, sagt der Domvikar. So sagte Bernhard: „Wer wird denn weinen, wenn man in den Himmel kommt?“

Nicht dem Trend der Zeit entsprechen

Domvikar Georg Schwager erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass sich die Bischofssynode im kommenden Jahr eigens den Jugendlichen zuwenden wird. „Es ist daher wichtig, den Jugendlichen Vorbilder und Beispiele echter Frömmigkeit zu geben, die nicht dem Trend der Zeit entsprechen und die echt sind, keine Schablonen.“ Das Kind Bernhard Lehner habe eine große Furcht vor der Sünde gehabt, bezeugte seine Mutter. Domvikar Schwager: „Wer spricht heute noch davon, dass man die Sünde fürchten muss?“ Gleichzeitig sei er im Umgang unbefangen und natürlich gewesen. Georg Schwager weiter: „Denken wir noch daran, dass unser Leben Gott gefallen muss?“ Der Leiter der Abteilung Heilig- und Seligsprechungen vergleicht ihn mit den Seherkindern von Fátima. „So ist Bernhard Lehner eine Zierde für unsere Diözese.“

Mit Bezug zur Diözese Regensburg werden derzeit außerdem die Seligsprechungsverfahren im Falle von Bischof Georg Michael Wittmann und der Resl Neumann geführt. Auch laufen die Verfahren für mehrere Ordensleute. Verfahren, die zu einer Seligsprechung geführt haben, laufen automatisch weiter unter der Frage, ob daraus auch eine Heiligsprechung wird.

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Diözesane Phase des Seligsprechungsverfahren von Schwester Lúcia dos Santos wird am 13. Februar abgeschlossen

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Lúcia Rosa Dos Santos (Rechts) / Wikimedia Commons – Webseite Santuario De Fátima, Public Domain

Als Kind war ‪„Irmã Lúcia“
zusammen mit einer Cousine und einem Cousin
Zeugin der Marienerscheinungen in Fátima

Am 13. Februar 2017 wird im portugiesischen Coimbra die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesses von Schwester Lúcia dos Santos (1907-2005) abgeschlossen. Danach wechselt das Verfahren nach Rom.

Im Alter von zwölf Jahren war Lúcia dos Santos Zeugin der Marienerscheinungen in Fátima. Während des Seligsprechungsverfahrens wurden sämtliche Schriften der 2005 verstorbenen Ordensschwester gesichtet sowie alle Zeugenaussagen, die ihre Heiligkeit und ihren tugendhaften Lebensstil bezeugen.

Der Bischof emeritus von Meaux, in Frankreich, Msgr. Albert-Marie de Monléon O.P., bezeichnete Schwester Lúcia in einem Interview als Mutter der Barmherzigkeit und erinnerte daran, dass ihre Gebete den Armen und dem Frieden in der Welt gegolten hätten. Dieser Werke der Barmherzigkeit habe unsere Welt am meisten nötig.

Lúcia dos Santos wurde am 22. März 1907 in Aljustrel bei Fátima geboren. Von Mai bis Oktober 1917 hatte sie beim Hüten der Schafe gemeinsam mit ihrer Cousine Jacinta Marto und ihrem Cousin Francisco Marto in der Cova da Iria bei Fátima Marienerscheinungen. 1926 trat sie in das Kloster von Tuy ein, 1928 legte sie die Gelübde ab, 1934 die ewige Profess. 1948 schloss sie sich dem Karmel in Coimbra an und erhielt den Ordensnamen Maria Lúcia von Jesus und vom Unbefleckten Herzen (‪„Maria Lúcia de Jesus e do Coração Imaculado“). Sie starb am 13. Februar 2005.

Ihr Seligsprechungsprozess wurde bereits 2008 eingeleitet, d.h. vor Ablauf der üblichen Fünfjahresfrist nach dem Ableben.

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Video: Heiligsprechungsverfahren für Schwester Lucia, das Hirtenkind von Fatima

Die letzte Seherin Fatimas ist der Heiligkeit ein Stück näher gekommen: In einigen Wochen wird der Vatikan das Seligssprechungsverfahren für Schwester Lucia Dos Santos entgegennehmen.

Schwester Lucia de Jesus war die einzige Überlebende der Hirtenkinder von Fatima. Francisco und Jacinta starben kurz nach den Erscheinungen im Jahr 1917. Schwester Lucia wurde eine Karmeliterin und starb im Jahr 2005, im Alter von fast 98 Jahren. Sie war es, welche die berühmten Geheimnisse von Fatima der Kirche vermittelte.

Papst Benedikt XVI. erließ die fünfjährige Wartezeit bis zum Beginn des Heiligsprechungsverfahrens.

Am kommenden 13. Februar schließt die diözesane Phase des Prozesses, der sie zur Ehre der Altäre erheben kann.

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Was Heilige über die Notwendigkeit der Marienverehrung sagen

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Die Jungfrau umgeben von weiblichen Heiligen: Das Gemälde schuf, Ende des 15. Jahrhunderts, der namentlich nicht bekannte „Meister der Lucialegende“ aus den Niederlanden. Foto: Gemeinfrei via Wikimedia

Von Monsignore Florian Kolfhaus

Nicht wenige Christen in Deutschland halten die Marienverehrung für die rote Kirsche auf der katholischen Schwarzwälderkirschtorte. Schön, wenn sie da ist, aber wenn sie fehlt, schmeckt’s immer noch gut.

Die Verehrung Mariens ist jedoch mehr als „Tortenguss“ und süße Verzierung, wie zum Beispiel im Monat Mai, weil’s so schön ist, noch ein Marienlied zum Schluss der hl. Messe. Maria ist nicht nur eine von vielen Heiligen, unter denen ich mir tatsächlich ein paar Lieblinge auswählen kann, sondern die Mutter Gottes. Ohne sie gäbe es Jesus nicht! Wie haben uns so sehr an den Begriff „Gottesmutter“ gewöhnt, dass wir vergessen, wie herausfordernd er ist. Dante Alighieri dagegen nennt Maria noch staunend „Tochter deines Sohnes“.

Die Heiligen sind sich einig, dass Marienverehrung notwendig ist, um ein guter Christ zu sein. Manche der folgenden Zitate überraschen uns, weil sie überschwänglich sind und vielleicht nicht in die politisch-korrekte Sprachlosigkeit ökumenischer Bemühungen passen, die man durch die Rede von Maria nicht gefährden möchte. Wer Maria nur als dekoratives Früchtchen auf der Torte sieht, vergießt, dass es ohne sie gar keinen Kuchen gäbe; dass wir ohne sie verhungern würden, weil wir das „lebendige Brot, das vom Himmel kommt“, nicht hätten.

Die folgenden 18 Heiligen aus fast allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte sind Herausforderung und Ermutigung, Maria immer mehr zu lieben und nicht zu fürchten, ihre Ehre könnte das Lob Christi schmälern. Kann der Mond die Sonne in den Schatten stellen? Kann Maria, deren strahlendes Licht von ihrem Sohne kommt, ihn verdrängen? So wie der in dunkler Nacht leuchtende Mond die Macht der Sonne zeigt, so Maria, die in der Finsternis dieser Welt Christi Gnaden vermittelt.

  1. „Wie Seeleute von einem Stern in den sicheren Hafen geführt werden, so die Christen von Maria in den Himmel.“ (Hl. Thomas von Aquin)
  2. „Wenn sich vielleicht jemand unter euch befindet, der im Glauben schwach ist, für den weiß ich kein kräftigeres Mittel, im Glauben zu erstarken, als täglich auf den Knien mit Andacht ein Ave Maria zu beten. Durch das Rosenkranzgebet habe ich alles erlangt, was ich gewünscht habe!“ (Hl. Klemens Maria Hofbauer)
  3. „Derjenige, der keine Verehrung zu Maria hegt, ist kein guter Christ.“ (Hl. Johannes Eudes)
  4. „Man kann sagen, dass alle Heiligen das Werk der allerseligsten Jungfrau sind und deren besondere Verehrung für sie das Kennzeichen, das sie alle gemeinsam haben.“ (hl. Maximilian Kolbe)
  5. „Wir suchen Gnaden, aber wir werden sie nicht finden, es sei denn durch Maria.“ (Hl. Cajetan)
  6. „Ich glaube, dass alle Gnaden, die Gott uns zuteilt, durch Mariens Hände gehen und daß keiner in den Himmel kommt als nur durch sie, die die Pforte des Himmels ist. Ich glaube, daß die Verehrung Mariens ein ganz sicheres Zeichen des ewigen Heiles ist.“ (Hl. Gabriel Possenti)
  7. „Man bittet Gott um viele Dinge und erhält sie nicht. Man bittet Maria um viel und man erhält es. Warum ist das so? Nicht weil Maria mächtiger ist als Gott, sondern weil Gott dadurch seine Mutter ehren will.“ (Hl. Alfons Maria von Liguori)
  8. „Der Grund, warum Christus heutzutage so wenig bekannt ist, liegt darin, dass man seine Mutter nicht kennt“ (Sel. John-Henry Newman)
  9. „Ich mache mir große Sorgen um das Heil derer, die keine besondere Verehrung für Maria pflegen“ (Hl. Franz Borgia)
  10. „O Maria, zu Dir bete ich am Morgen und am Abend, um Gott zu ehren und zur ewigen Seligkeit zu gelangen“ (Hl. Papst Johannes XXIII.)
  11. „Es ist unmöglich dass einer, der Maria ehrt, auch wenn er voller Sünde sein mag, sich nicht doch noch bekehrt und gerettet wird“ (Hl. Hilarius von Portiers)
  12. „Gott schenkt denen, die er retten will, eine besondere Andacht zu Maria“ (Hl. Bonaventura).
  13. „Alle Gaben, alle Gnaden, alle himmlischen Wirkungen kommen von Christus dem Haupt und gelangen zum Körper der Kirche durch Maria wie durch den Hals. Maria, die jungfräuliche Mutter, ist dem Haupt am allernächsten. Ihre Aufgabe ist es, den Körper mit dem Haupt zu verbinden. Ein Glied, das den lebensspenden Einfluß des Hauptes erfahren will, sich aber weigert diesen durch den Hals zu empfangen, würde vollkommen vertrocknen und sterben.“ (Hl. Robert Bellarmin)
  14. „Der gute Gott hätte eine schönere Welt als diese erschaffen können, aber er konnte kein vollkommeneres Geschöpf ins Dasein rufen als Maria“ (Hl. Jean Marie Vianney, Pfarrer von Ars).
  15. „Nach Jesus möchte ich der Mensch sein, der Maria am meisten geliebt hat.“ (Hl. Teresa von Avila)
  16. „Ich sehne mich danach zu sterben, um bei Maria zu leben. Betet für mich, dass ich sterbe, denn ich will gehen, um Maria zu sehen.“ (Hl. Leonardo da Porto Maurizio)
  17. „Ich wünschte, ich könnte sie so lieben, wie sie es verdient. Aber selbst allen Heiligen und Engeln des Himmels zusammen ist es unmöglich, die Mutter Gottes in angemessener Weise zu lieben und zu loben.“ (Hl. Pater Pio)
  18. „Maria ist meine Mutter, meine Beschützerin, meine Lehrerin,
    sie ist nach Jesus mein Ein und Alles.“ (Hl. Antonius Maria Claret)

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Italien: Papst bekommt Reliquie der hl. Maria Goretti geschenkt

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Heiligtum Santa Maria Goretti, Nettuno / Wikimedia Commons – Stefano.Nicolucci, CC BY-SA 3.0

Franziskus schickt Dankesbrief an die Passionisten des Heiligtums ‪
„Madonna delle Grazie“ in Nettuno

Papst Franziskus hat einen Dankesbrief an die Passionisten des Heiligtums ‪„Madonna delle Grazie“ in Nettuno geschickt, um sich für die ‪„kostbare Reliquie“ der heiligen Maria Goretti (1890-1902) zu bedanken. Die junge Italierin starb im Alter von nur 12 Jahren, nachdem sie auf ihrem Sterbebett im Krankenhaus von Nettuno ihrem Mörder, Alessandro Serenelli, vergeben hatte.

Der Papst bekam die Reliquie vom Direktor des Heiligtums ‪„Madonna delle Grazie“ und der heiligen Maria Goretti in Nettuno, Pater Antonio Coppola, am 13. Dezember geschenkt, der bei seinem Besuch im Vatikan vom Bischof von Albano, Msgr. Marcello Semeraro, begleitet wurde. Die Nachricht vom Papstschreiben wurde am 4. Januar auf der  Facebook-Seite des Heiligtums veröffentlicht.

In seinem Brief schreibt der Papst, er habe oft über die letzten Worte Maria Gorettis nachgedacht, die lauteten: „Ich vergebe ihm und will, dass er mit mir ins Paradies kommt.“

Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit sei zu Ende gegangen, aber die Tür zur Liebe Jesu Christi sei nicht geschlossen und lade uns zum Wesentlichen ein. „Die Barmherzigkeit ist das Wesentliche und führt uns zum Herzen des Evangeliums“, schreibt Franziskus.

Im Laufe des Angelusgebets vom 3. Juli‬ 2016 hatte der Papst die Pilger auf dem Petersplatz an den Gedenktag Maria Gorettis erinnert und die junge Märtyrerin als ein Beispiel der Barmherzigkeit gepriesen. „Dieses tapfere Mädchen verdient den Applaus des ganzen Platzes“, hatte er gesagt.

Ihr Mörder bekehrte sich im Gefängnis und nahm sowohl an der Seligsprechung von Marietta — der Rufname Maria Gorettis — im 1947 wie an ihrer Heiligsprechung im 1950 teil, die Erste die auf dem Petersplatz stattfand. Er saß dabei neben der Mutter seines Opfers, Assunta Goretti, die zu ihm sagte: „Gott hat dir vergeben, meine Marietta hat dir vergeben, auch ich vergebe dir.“

Er trat in den dritten Orden des heiligen Franziskus ein und arbeitete bis zu seinem Tod im 1970 als Gärtner im Kapuzinerkloster von Macerata (Region Marken).

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