Papst bei Heiligsprechung: Danken ist eine Frage des Glaubens

Christen sollen ein „liebes Licht“ inmitten der Finsternisse der Welt sein. Das hob Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Gottesdienst zur Heiligsprechung von John Henry Newman, Marguerite Bays und drei Ordensfrauen auf dem Petersplatz hervor. Der Papst ging auf drei Glaubensschritten ein – rufen, gehen und danken – die zum Weg der Christen gehören.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Die Feier auf dem Petersplatz – unter strahlender Sonne und mit tausenden Gläubigen – war den fünf neuen Heiligen gewidmet. Unter den Gästen waren Delegationen aus der Schweiz, Großbritannien mit dem Prinzen von Wales, Charles, sowie der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella anwesend. Aus Brasilien war Vizepräsident Hamilton Mourao dabei. Das südamerikanische Land hat ihre erste Heilige, die Ordensschwester Irma Dulce.

Zum Nachhören

Die fünf neuen Heiligen sind: Kardinal John Henry Newman (1801–1890), die Schweizer Schneiderin Marguerite Bays (1815–1879), die brasilianische Ordensschwester Dulce Lopes Pontes (1914-1992), die Ordensgründerinnen Maria Teresa Chiramel Mankidiyan (1876-1926) aus Indien und die Italienerin Giuseppina Vannini (1859-1911).

„Heute danken wir dem Herrn für die neuen Heiligen, die den Weg des Glaubens gegangen sind und die wir nun als Fürsprecher anrufen“, so der Papst. Er betonte, dass drei von ihnen Ordensschwestern gewesen seien. Sie zeigten den heutigen Gläubigen, „dass das Ordensleben ein Weg der Liebe an den existentiellen Rändern der Welt ist“. Über die Schweizerin Marguerite Bays erinnerte der Papst, dass sie eine Schneiderin gewesen war. „Sie legt uns offen, wie mächtig das schlichte Gebet, das geduldige Ertragen, die stille Hingabe sind: Hierdurch hat der Herr in ihrem Leben den Glanz von Ostern neu aufstrahlen lassen“, so der Papst.

Heiligkeit des Alltags

Der wohl bekannteste unter den neuen Heiligen ist Kardinal John Henry Newman, der von Benedikt XVI. in Großbritannien seliggesprochen wurde und nun in das Buch der Heiligen eingetragen wurde. „Es ist die Heiligkeit des Alltags, von der der heilige Kardinal Newman spricht“, sagte Franziskus über den von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus konvertierten „großen Theologen des 19. Jahrhunderts“. Franziskus zitierte aus den Schriften Newmans: „Der Christ besitzt einen tiefen, stillen, verborgenen Frieden, den die Welt nicht sieht […] Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung, […] er ist […] dabei aber so wenig ungewöhnlich oder auffallend in seinem Benehmen, dass er auf den ersten Blick leicht als ein gewöhnlicher Mensch angesehen werden mag“ (Parochial and Plain Sermons, V,5). Bitten wir darum, so zu sein, „liebes Licht“ inmitten der Finsternisse der Welt. Jesus, „bleibe bei mir! Dann werde ich selber auch leuchten, wie du geleuchtet hast, werde andern ein Licht sein“ (Meditations on Christian Doctrine, VII,3).“

Über die drei Stichwörter, die der rote Faden seiner Predigt darstellten, sagte der Papst:

„Zuallererst rufen. Die Aussätzigen befinden sich in einer schrecklichen Lage, nicht nur aufgrund der Krankheit, die auch heute noch verbreitet ist und mit allen Kräften bekämpft werden muss, sondern auch aufgrund des sozialen Ausschlusses. …Wie diese Aussätzigen bedürfen auch wir der Heilung, wir alle. Es ist notwendig, dass wir vom Misstrauen gegenüber uns selbst, gegenüber dem Leben, der Zukunft geheilt werden; von vielen Ängsten; von den Lastern, die uns versklaven; von vielen Abschottungen, von Abhängigkeit und Anhänglichkeit: an das Spielen, das Geld, das Fernsehen, das Handy, das Urteil der anderen.“

Papst Franziskus bei der Heiligsprechungsfeier auf dem Petersplatz
Papst Franziskus bei der Heiligsprechungsfeier auf dem Petersplatz

Beim Gehen geheilt worden

Der Herr befreie und heile das Herz, „wenn wir zu ihm rufen“, so der Papst weiter.

„Gehen ist die zweite Etappe. Im kurzen Evangelium von heute kommen ungefähr zehn Verben der Bewegung vor. Was aber vor allem beeindruckt, ist die Tatsache, dass die Aussätzigen nicht geheilt werden, als sie still vor Jesus stehen, sondern nachher beim Gehen“, unterstrich der Papst.

Der Glaube schreite voran, wenn man „mit Gottvertrauen ausgerüstet“ weitergehe. Der Glaube bedeute aber auch, gemeinsam gehen, niemals allein, fügte Franziskus an. Und dann noch das dritte Stichwort: danken.

„Es stimmt, es ist unsere Aufgabe – die wir hier sind, um „Eucharistie zu feiern“, also zu danken –, uns um den zu kümmern, der aufgehört hat zu gehen, der vom Weg abgekommen ist: Wir sind Hüter der Brüder und Schwestern, die fernstehen. Wir sind für sie Fürsprecher, wir sind für sie verantwortlich, das heißt gerufen, uns für sie zu verantworten, sie uns zu Herzen zu nehmen. Willst du im Glauben wachsen? Nimm dich eines fernstehenden Bruders, einer fernstehenden Schwester an.“

Zur Quelle gehen statt Glas Wasser trinken

Das Heil bedeute nicht, ein Glas Wasser zu trinken, um in Form zu bleiben, es bedeute, zur Quelle zu gehen, die Jesus sei. Danken sei im Übrigen auch nicht eine Frage der Höflichkeit, der Etikette, es sei eine Frage des Glaubens.

„Ein Herz, das dankt, bleibt jung. Beim Erwachen, während des Tages, vor dem Schlafengehen zu sagen: „Danke, Herr!“ ist das Gegenmittel gegen das Altern des Herzens. Das gilt auch in der Familie, unter Eheleuten: sich daran erinnern, danke zu sagen. Danke ist das einfachste und wohltuendste Wort.“

(vatican news)

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D: Richard Henkes selig gesprochen

Deutschland hat einen neuen Seligen: Es ist der Pallottinerpater und Nazigegner Richard Henkes (1900-1945), der 1945 im KZ Dachau gestorben ist. Kurienkardinal Kurt Koch hat ihn am Sonntag im Limburger Dom selig gesprochen.

An dem feierlichen Gottesdienst in der romanischen Basilika nahmen etwa tausend Menschen teil, darunter viele aus Polen und der Tschechischen Republik. Henkes hat sich in Dachau freiwillig um Typhuskranke gekümmert und ist am 22. Februar 1945 selbst an der Krankheit gestorben.

Kardinal Koch erklärte in seiner Predigt, Henkes habe sich im KZ mutig und selbstlos für Menschen eingesetzt, die keine Hoffnung auf Überleben hatten. Mit seinem Gottvertrauen und seiner Opferbereitschaft habe er das christliche Menschenbild gegen die Ideologie der Nationalsozialisten verteidigt: „Auch an dem menschenverachtenden Ort hat er seine Glaubensüberzeugung bewahrt und seinen christlichen Dienst an den an Typhus erkrankten Menschen ausgeübt“, so der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates. Der 21. Februar ist künftig der Gedenktag für Henkes.

Märtyrer aufgrund von „Hass auf den Glauben“

Henkes wurde in Ruppach im Westerwald geboren und 1925 in Limburg zum Priester geweiht. Ab 1931 arbeitete er als Prediger und Exerzitienleiter in Oberschlesien. Mehrmals wurde er wegen regimekritischer Predigten bei der Gestapo angezeigt. Im April 1943 positionierte er sich gegen den Abtransport von Kranken aus der örtlichen Heilanstalt und nannte das Vorgehen Mord. Er wurde wegen „Aufwiegelung des Volkes von der Kanzel“ verhaftet und schließlich ins KZ Dachau gebracht. Das Verfahren zur Seligsprechung wurde 2003 vom damaligen Limburger Bischof Franz Kamphaus eröffnet. Im Dezember 2018 folgte Papst Franziskus der Empfehlung und erkannte Henkes als Märtyrer aufgrund von „Hass auf den Glauben“ an.

(vatican news – sk)

Kardinal Koch hat uns seine Predigt bei der Seligsprechung zur Verfügung gestellt. Hier finden Sie den vollen Wortlaut.

„Die Seligen und Heiligen sind die Antworten Gottes auf die Fragen von uns Menschen. Und sie sind die besten Exegeten des Evangeliums. Denn sie haben das Wort Gottes nicht nur gelesen und interpretiert; sie haben es vor allem mit ihrem eigenen Leben bezeugt. Dies gilt in besonderer Weise vom seligen Pallottinerpater Richard Henkes, der sich während der Typhusepidemie, die im Konzentrationslager Dachau im Übergang zwischen den Jahren 1944 und 1945 ausgebrochen war, in den Quarantäneblock 17 freiwillig einschliessen liess, um die von dieser schweren Krankheit betroffenen Häftlinge zu pflegen, der sich dabei infiziert hat und am 22. Februar 1945 in Dachau gestorben ist. Die Lebenshingabe von Pater Henkes bis zum Tod für andere Menschen hat Papst Franziskus als Martyrium anerkannt; und der Heilige Vater hat entschieden, dass Pater Henkes seliggesprochen wird. Pater Henkes steht vor uns als Märtyrer der Nächstenliebe, der sein Leben als Opfer für Christus hingegeben und damit Anteil am Kreuz Jesu Christi erhalten hat.

Das Kreuz Jesu als Liebesbeweis Gottes

Es ist von daher ein ebenso schönes wie sinnvolles Zusammentreffen, dass die Seligsprechung von Pater Henkes am Fest der Kreuzerhöhung, das in der Diözese Limburg als besonderes Bistumsfest begangen wird, gefeiert werden kann. Denn Pater Henkes ist ein besonders glaubwürdiger Exeget der Verkündigungstexte des heutigen Festes, das uns das Kreuz Jesu als Zeichen der grenzenlosen Liebe Gottes zu uns Menschen nahebringt. Der Evangelist Johannes verdichtet das Geheimnis des Kreuzes Jesu Christi in dem wunderbaren Spitzensatz: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3, 16). Das Kreuz ist die Erscheinung der grössten Liebe Gottes zu uns Menschen. Und es ist das deutlichste Zeichen dafür, dass Jesus sich nicht bloss mit verbalen Liebeserklärungen an uns Menschen begnügt, dass er vielmehr einen sehr hohen Preis für seine Liebe bezahlt hat, indem er am Kreuz in Liebe sein Herzblut für uns Menschen investiert und uns das kostbarste Geschenk, das ewige Leben, gegeben hat.

Das Kreuz Jesu ist keineswegs, wie heute selbst nicht wenige Christen meinen, ein Gegensatz zur Liebe Gottes und kein Widerspruch zur Würde des Gottessohnes, sondern die glaubwürdige Darstellung seiner Liebe zu uns Menschen und zu seiner ganzen Schöpfung. Der Evangelist Johannes nimmt die in der alttestamentlichen Lesung berichtete Geschichte vom Aufhängen der Schlange aus Kupfer an einer Fahnenstange durch Mose als Vorausbild dafür, dass auch die Erniedrigung Jesu in seinem Leiden und Sterben bereits Erhöhung ist: „Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3, 14-15). Das Kreuz Jesu schenkt uns die wunderschöne Botschaft: Wer bis in den Tod hinein von Jesus Christus geliebt ist, der darf sich wirklich geliebt wissen und über dieses Geschenk der Erlösung froh werden. Denn in der Liebe Jesu am Kreuz sind wir erlöst von unseren Sünden; und seine Liebe ist der Wärmestrom der Erlösung, nämlich des Geschenks des ewigen Lebens.

Das heutige Kreuzfest lädt uns ein, im Geheimnis der Kreuzesliebe Jesu noch tiefer zu bohren. Aus eigener Erfahrung wissen wir alle, dass es Liebe nicht ohne Opfer und nicht ohne Leiden geben kann. Dies gilt zumal im Licht des christlichen Glaubens, in dem das Opfer seinem tiefsten Wesen nach nicht mit dem Bösen und der Sünde verbunden ist, sondern mit der Liebe. Denn Liebe gibt es nicht ohne Opfer; Liebe als Hingabe des eigenen Lebens für Andere ist Opfer. Dieses Liebesopfer hat Jesus am Kreuz für uns Menschen dargebracht, indem er die an ihm geübte Gewalt in Liebe für uns Menschen umgewandelt hat. Die Passion Jesu ist das Ur-Martyrium und zugleich das Urbild des Martyriums der ihm Nachfolgenden, die Anteilhabe am Kreuzesgeheimnis Jesu erhalten haben.

Martyrium als höchster Akt der Liebe

Dieser Zusammenhang ist im Martyrium von Pater Henkes sichtbar geworden. Wie Jesus Leiden und Kreuz nicht gesucht, sondern sich am Willen Gottes für das Leben der Menschen orientiert hat und wegen seiner Liebe zu uns Menschen getötet worden ist, so hat auch Pater Henkes das Martyrium keineswegs gesucht, sondern er hat es als Konsequenz seiner Treue zu seinem katholischen Glauben frei und freiwillig auf sich genommen. Darin besteht die Authentizität seines Glaubenszeugnisses. Denn die christliche Tradition hat die Sehnsucht eines potenziellen Märtyrers nach seinem Getötetwerden geradezu als Infragestellung des Martyriums betrachtet. Das christliche Martyrium ist keineswegs von Todessehnsucht und Lebensverachtung geprägt; sein entscheidendes Merkmal ist vielmehr die Liebe. Das christliche Martyrium ist nur echt, wenn es als höchster Akt der Liebe zu Gott und zu den Brüdern und Schwestern verwirklicht wird, wie das Zweite Vatikanische Konzil hervorgehoben hat: „Das Martyrium, das den Jünger dem Meister in der freien Annahme des Todes für das Heil der Welt ähnlich macht und im Vergiessen des Blutes gleichgestaltet, wertet die Kirche als hervorragendes Geschenk und als höchsten Erweis der Liebe.“ (Lumen Gentium)

Wie Jesus hat auch Pater Henkes in seinem Glauben darum gewusst, dass es Liebe nicht ohne Opfer geben kann. Von dieser Überzeugung ist seine Spiritualität als Priester geprägt gewesen. Bereits vor seiner Priesterweihe hat er die Worte niedergeschrieben: „Ich will in der Hauptsache Opferpriester werden, Kreuzträger für andere.“ Diese Überzeugung, die er kurz vor seiner Weihe zum Ausdruck gebracht hat, ist im Konzentrationslager Dachau harte Realität geworden. Denn auch an diesem menschenverachtenden Ort hat er seine Glaubensüberzeugung bewährt und seinen christlichen und priesterlichen Dienst an den an Typhus erkrankten Menschen ausgeübt. Sein Leben in Dachau, zunächst auf der Plantage, dann im Postdienst, anschliessend beim Desinfektionskommando und schliesslich beim Krankendienst im Block 17 ist ein glaubwürdiges Zeugnis seiner Lebenshingabe bis zum Tod, indem er vor allem ein Beispiel der Liebe bis zur Ganzhingabe seiner selbst für die Kranken ohne Hoffnung auf Überleben gegeben hat.

Das Martyrium von Pater Henkes ist freilich nicht zu verstehen ohne seine tiefe Verwurzelung im katholischen Glauben. Im beschwerlichen Leben im Konzentrationslager Dachau hat er sich stets bestärken lassen im persönlichen Gebet und vor allem in der regelmäßigen Teilnahme an der Heiligen Messe. In der Eucharistie, in der wir die sakramentale Vergegenwärtigung des Liebesopfers Jesu am Kreuz feiern und Gott bitten, dass auch wir „eine Opfergabe in Christus“ werden, ist ihm die Glaubensverpflichtung bewusstgeworden, selbst eucharistische Hingabe für andere zu werden und sich als lebendige Hostie für die Menschen hinzugeben, die seine Liebe nötig haben.

Martyrium als Konsequenz gelebten Glaubens

Sein Zeugnis des Glaubens und seiner Lebenshingabe bis zum Tod wird erst voll verständlich auf dem Hintergrund seines ganzen Lebens. Pater Henkes hat mit seinen Augen des Glaubens sehr früh und klar wahrgenommen, dass die nationalsozialistische Ideologie mit dem christlichen Menschenbild schlicht nicht zu vereinbaren ist, weil sie keine menschlichen und christlichen Werte vertritt, sondern neuheidnische Ideen propagiert. Pater Henkes hat sensibel verspürt, was der Propagandaminister Goebbels in seinem Tagebuch hemmungslos notiert hat: „Der Führer ist tief religiös, aber ganz antichristlich. Er sehe im Christentum ein Verfallssymptom, eine Abzweigung der jüdischen Rasse, eine Absurdität, der er allmählich auf allen Gebieten das Wasser abgraben werde. Er hasst das Christentum, das den freien, hellen, antiken Tempel in einen düsteren Dom, mit einem schmerzverzerrten. Gekreuzigten Christus verwandelt habe.“ Angesichts dieser neuheidnischen Ideologie hat Pater Henkes geahnt, dass überall dort, wo Gott klein gemacht und aus der Öffentlichkeit verdrängt wird, auch der Mensch klein gemacht wird, wie wir dies im vergangenen Jahrhundert in den antichristlichen Diktaturen des Nationalsozialismus und des sowjetischen Kommunismus zur Genüge erfahren mussten. In seinem christlichen Glauben ist Pater Henkes überzeugt gewesen, dass nur dort, wo Gott durch uns Menschen gross gemacht wird, wie Maria dies im „Magnifikat“ exemplarisch vorgelebt hat, dass nur dort der Mensch gerade nicht kein gemacht wird, sondern an der Grösse der Liebe Gottes Anteil erhält.

Bei seinen verschiedenen Aufgaben als Lehrer und Seelsorger, als Exerzitienbegleiter und Wallfahrtsprediger in Vallendar-Schönstatt und in Oberschlesien ist Pater Henkes immer wieder in Konflikt mit den Repräsentanten des Nazi-Regimes geraten und wurde zweimal von der Gestapo verhört. Als er sich in Branitz in einer Predigt gegen das eugenische Programm der Nazis und konkret gegen den Abtransport von kranken Menschen aus den dortigen Heilanstalten gewandt hatte, wurde er von der Gestapo verhaftet, während sieben Wochen in Ratibor in Isolationshaft gehalten und zum Abtransport nach Dachau verurteilt. Im dortigen Konzentrationslager hat er die neuheidnische Ideologie der Nazis am eigenen Leib erfahren. Da seine Gefangennahme und seine Verurteilung zum Lager in Dachau von seinem Glaubenszeugnis und seinem priesterlichen Handeln motiviert gewesen ist, steht der Sachverhalt seines Martyriums aus Hass auf den Glauben („in odium fidei“) fest.

Seligsprechung als Christusverehrung

Die Fama seines Martyriums hat bereits beim Tod von Pater Henkes begonnen. Auf dem Weg der Bestechung des Krematoriumswärters durch priesterliche Mitbrüder konnte erreicht werden, dass der Leichnam von Pater Henkes einzeln verbrannt und seine Asche so geborgen werden konnte. Später wurde sie nach Limburg gebracht, wo sie im Friedhof der Pallottiner aufbewahrt ist. Wenn heute seine Reliquien im Gottesdienst erhoben worden sind, drücken wir damit unseren Glauben aus, dass Gott in seiner Liebe so treu zu uns Menschen steht, dass er sich zu unserem ganzen Menschsein und damit auch zu unserer Leiblichkeit bekennt.

Die heutige Feier der Seligsprechung ist gewiss ein Tag der Freude zunächst für die Gemeinschaft der Pallottiner und das Bistum Limburg, besonders für die Heimatpfarrei Ruppach im Westerwald, und für die Katholiken in Tschechien, wo Pater Henkes auch gewirkt hat. Es ist ein Tag der Freude für die ganze Kirche in Deutschland, indem die heutige Feier uns nahelegen will, dass die eigentlichen Reformer der Kirche die Seligen und Heiligen sind. Denn wir können in struktureller Hinsicht nur das Äusserste tun, wenn wir auch bereit sind, im Glauben das Innerste zu tun, wie Papst Franziskus in seinem Brief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ in Erinnerung gerufen hat. Und es ist ein Tag der Freude für die weltweite Kirche. Denn in Pater Richard Henkes steht ein authentischer Zeuge des Glaubens vor uns, der in seinem Gottvertrauen und in seiner Opferbereitschaft das christliche Menschenbild gegen die menschenverachtende Ideologie der Nazis verteidigt und sich für die Würde des Menschen mit jenem großem Mut eingesetzt hat, der ihm das Leben gekostet hat.

Pater Henkes ist ein Märtyrer der Nächstenliebe in tiefer Verbundenheit mit Christus. In seinem Geist begehen wir das heutige Fest nur, wenn wir seine Seligsprechung als Verehrung Jesu Christi begehen. Denn der christliche Märtyrer stirbt nicht einfach für eine Idee, und sei es auch die höchste Idee der Menschenwürde. Er wird vielmehr „mit Christus gekreuzigt“ und stirbt „mit jemandem, der schon vorweg für ihn gestorben ist“ (Hans-Urs von Balthasar). In dieser Verbindung zwischen dem Kreuzestod Jesu und dem Glaubenszeugnis des Martyriums leuchtet der tiefe Sinn auf, dass wir die Seligsprechung von Pater Richard Henkes am Kreuzfest feiern dürfen, über dem der Eröffnungsvers steht: „Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. In ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben. Durch ihn sind wir erlöst und befreit.“ Amen.

(vatican news – sk)

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MATTEO SALVINI, DER RETTER DES CHRISTLICHEN EUROPA

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UND DAS ZUR BESCHÄMUNG DES PAPSTES FRANZISKUS, DER MATTEO SALVINI TROTZ ERSUCHEN UM EINE AUDIENZ AUSDRÜCKLICH NICHT EMPFANGEN WOLLTE SOLANGE ER SEINE POLITIK NICHT ÄNDERN WÜRDE. (Siehe diesen Artikel!)

Matteo Salvini am Mikrophon vor der Menge:

«Wir unterstellen uns den 6 Schutzpatronen dieses Europa: dem heiligen Benedikt von Nursia, der heiligen Birgitta von Schweden, der heiligen Katharina von Siena, den heiligen Kyrill und Method, der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz (Edit Stein), wir anempfehlen ihnen unser Schicksal, unsere Zukunft, den Frieden und den Wohlstand unserer Völker, und ich persönlich empfehle Italien und mein und Euer Leben dem Unbefleckten Herzen Mariens, weil ich sicher bin, dass SIE uns und Italien zum Siege führen wird, weil dieser Platz, dieses Italien, dieses Europa das Symbol ist der Mütter, der Väter, Männer und Frauen, die mit Lächeln, mit Mut, mit Entschlossenheit die Erfüllung ihrer Anliegen wollen, mit Respekt, aber auch bei einem Respekt der Gegenseite; und ich danke Euch, meine Freunde, Brüder und Schwestern, aus tiefem Herzen, weil wir im Begriffe sind, Geschichte zu schreiben. Zuerst haben sie uns ignoriert, dann haben sie uns ausgelacht, dann haben sie uns bekämpft, und am 26. Mai werden WIR siegen. Es lebe Italien, es lebe die Freiheit, es lebe das Europa der Völker, der Jugend und der Nationen; Danke!»


JOHANNES PAUL II.
ZU IMMERWÄHRENDEM GEDENKEN:

APOSTOLISCHES SCHREIBEN IN FORM EINES »MOTU PROPRIO«
ZUR ERKLÄRUNG DER HL. BIRGITTA VON SCHWEDEN,  DER HL. KATHARINA VON SIENA UND DER HL. TERESIA BENEDICTA A CRUCE  ZU MITPATRONINNEN EUROPAS


Und mehr noch:

NACHSYNODALES APOSTOLISCHES SCHREIBEN
ECCLESIA IN EUROPA
VON PAPST JOHANNES PAUL II.
AN DIE BISCHÖFE UND PRIESTER, AN DIE PERSONEN GOTTGEWEIHTEN LEBENS
UND AN ALLE GLÄUBIGEN
ZUM THEMA


»JESUS CHRISTUS,
DER IN SEINER KIRCHE LEBT –
QUELLE DER HOFFNUNG FÜR EUROPA«


Die heilige Katharina von Siena, Jungfrau — 30. April

 

Wie ist doch Gott so wunderbar in seinen Heiligen! In besonders hellem Lichte sehen wir diese Wahrheit in dem Leben der heiligen Katharina von Siena. – Am 25. März 1347 erblickte sie das Licht der Welt als das fünfundzwanzigste Kind des Wollenfärbers Jakob Benincasa. Eben fünf Jahre alt, ward sie vom Himmel auserkoren, ein Gefäß kostbarer Gnaden zu werden; mit sieben Jahren legte sie in die Hände Mariens das Gelübde stetiger Jungfräulichkeit. Dass dieses Gelübde nicht eine fromme Anwandlung des Herzens gewesen, zeigte sich klar, als die Eltern im Laufe der Zeit mit dem Gedanken umgingen, die Zukunft ihrer Tochter durch eine passende Verheiratung sicherzustellen. Alles boten die Eltern auf, um sie von ihrem Vorsatz abzubringen, und als Bitten nichts vermochten, suchte man mit Gewalt zum Ziele zu gelangen: das Dienstmädchen wurde entlassen und ihr die Dienste einer Magd übertragen; ein hartes Leben begann für die unschuldige Seele, mit Gewalt sollte sie zerstreut werden, ihre Gedanken der Welt zugewandt werden. Ohne missmutig und ungeduldig zu werden, ertrug sie alle Bitterkeiten. Besiegt von der engelgleichen Ruhe ihres Kindes, gaben die Eltern sich endlich gefangen und gestatteten, dass Katharina das Bußkleid der Klosterfrauen vom dritten Orden des heiligen Dominikus annahm. Nun entfaltete sie ein wundersames Leben innigster Liebe zu Gott und dem Nächsten und der auffallendsten Abtötung; wenig Nahrung nahm sie zu sich; zuletzt lebte sie nur von der heiligen Kommunion, die bloße Erde war ihr Lager für ihren kurzen Schlaf, einen eisernen Bußgürtel trug sie unter ihrem Gewand, drei Jahre redete sie nur mit dem Beichtvater und ihrer Oberin. In der Schule mancher Leiden läuterte der Herr seine Braut immer mehr. Er ließ zu, dass der Teufel sie quälte mit den abscheulichsten Versuchungen; dabei fühlte sie sich ohne Hilfe und Trost. Einst klagte sie dem Heilande ihr Leid und fragte: «Aber, Herr, wo warst Du, als diese unreinen Versuchungen mich quälten?» «Ich war in deinem Herzen», antwortete Jesus. «Aber wie konntest Du in meinem Herzen sein», erwiderte Katharina, «da es doch voll des abscheulichen Schmutzes war?» Da gab der Heiland ihr zur Antwort: «Die Versuchungen haben dich nicht verunreinigt, weil du sie verabscheutest, ich freute mich über diese Kämpfe und über deinen Widerstand, wäre ich nicht in deinem Herzen gewesen, dann würden diese Gedanken dir geschadet haben.» Im Jahre 1374 brach die Pest aus, und da bot sich der Heiligen Gelegenheit, als ein Engel des Trostes reichsten Segen überall, zumal in den Hütten der Armen, zu verbreiten. Einst pflegte sie eine arme Frau, welche vom Krebs schrecklich ergriffen war; die Pflege wurde noch sehr erschwert durch das rohe Benehmen der Kranken; dieselbe ging sogar so weit, dass sie die niedrigsten Verdächtigungen gegen Katharina aussprach. Sie aber blieb ruhig, verteidigte sich nicht, sondern überließ alles ihrem himmlischen Bräutigam; vor wie nach besuchte und pflegte sie jene Verleumderin. Diese ward nun endlich durch die Sanftmut und Liebe der Heiligen derart ergriffen, dass sie öffentlich ihre Verleumdungen widerrief. Bald darauf erschien ihr der Heiland und hielt ihr zwei Kronen vor, die eine von köstlichem Golde, die andere von spitzigen Dornen, und sagte: «Wähle, welche du haben und tragen willst!» Da antwortete sie: «Gib her, o Herr, die Dornenkrone, damit ich Dir ähnlicher werde! Von da ab fühlte sie stets einen stechenden Schmerz in ihrem Kopfe.

Mehr jedoch, als die leibliche Not ihrer Mitmenschen, ging der Heiligen das Seelenheil anderer zu Herzen. Durch ihren Zuspruch schlichtete sie langjährige Feindschaften; Sünder wusste sie zur Reue zu bringen; verstockte Verbrecher, die schon auf dem Wege zur Richtstätte sich befanden, wandelte sie um zu reuigsten Büßern. Nach Gottes Anordnung sollte sie gar eingreifen in die Geschicke der Kirche. Ihr unsterbliches Verdienst ist, dass sie den Papst Gregor XI. zur Rückkehr von Avignon nach Rom veranlasste.

In der meist täglichen Kommunion fand sie die Kraft zu ihrem tatenreichen Leben. Die Wundmale, welche der Herr ihr gegeben, blieben während ihres Lebens auf ihr inständiges Gebet hin unsichtbar, erst nach ihrem Tode traten sie sichtbar hervor.

Nach achtwöchentlichem Leiden eilte sie hinüber zu ihrem himmlischen Bräutigam am 29. April 1280, eine der wunderbarsten Erscheinungen der Weltgeschichte. In der heiligen Kirche lebte sie fort durch die Macht ihres Tugendbeispieles, durch die Kraft ihrer Fürbitte und den Segen ihrer Schriften.

Die Quelle des Opfermutes. Das Leben der heiligen Katharina war vollständig dem Wohl und Wehe der Mitmenschen geweiht. Sie schöpfte diesen Opfersinn aus der häufigen Vereinigung mit der Quelle aller Stärke, aus der heiligen Kommunion. Dies finden wir tausendfach bestätigt in dem Leben der heiligen Kirche.

Wenn ich recht würdig die heilige Kommunion empfange, muss ich mir sagen: «Jetzt besitze ich meinen Gott selbst mit allem, was er ist und was er hat; wie soll ich entgelten diese Liebe? Er selbst bedarf meiner und meiner Geschenke nicht; allein, was ich dem Geringsten seiner Brüder tue, sieht er an, als tue ich es ihm.» Also weiß ich, wie ich ihm meine Dankbarkeit bekunden kann; in den Unglücklichen dieser Erde, den Armen und Kranken habe ich meinen Heiland; ja, selbst in den Sündern sehe ich sein Bild, wenn auch unter dem Wust der Sünden entstellt. Diese also will ich lieben, für sie arbeiten, für sie mich abmühen und sollte es nötig sein, will ich für sie mein Leben hingeben. Dies allein erklärt den Opfermut unserer Priester, unserer Missionäre, unserer Ordensleute. Untersage ihnen die heilige Kommunion, und du unterbindest die Lebensader, zerstörst das Fundament auf welche alle selbstlose, hingebende Liebe beruht.

Gebet. Lass, o Herr, etwas von der Glut Deiner Liebe in der heiligen Kommunion überströmen in mein Herz, damit ich, von Deiner Liebe erfüllt wie die heilige Katharina, Deine heilige Braut, in jedem Armen, in jedem Kranken, in jedem Mitmenschen Dich sehe, Dich liebe, Dir diene. Amen.

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Quelle:

Leben der Heiligen – nebst praktischen Lehren für das katholische Volk – mit besonderer Berücksichtigung der deutschen und neueren Heiligen“ von Herm. Jos. Kamp, Dechant. Dritte Auflage. Mit Erlaubnis der geistlichen Obrigkeit. Verlag der A. Laumann’schen Buchhandlung, Dülmen i.W., Verleger des heiligen Apostolischen Stuhles. 737 Seiten.

(Zuletzt Eigentum von Ingeborg Anna Studer-Schärer, † 14.7.2017 auf St. Pelagiberg)

Papst Franziskus: Die Vaterschaft des heiligen Josef

Bartolomé Esteban Murillo: Heilige Trinität mit Maria (links) und Joseph, 1675 – 1682 in der National Gallery in London

PAPST FRANZISKUS

FRÜHMESSE IM VATIKANISCHEN GÄSTEHAUS „DOMUS SANCTAE MARTHAE“

Die Vaterschaft des heiligen Josef

Montag, 18. Dezember 2017

 

(aus: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache, Nr. 3, 19. Januar 2018)

 

An den heiligen Josef – »den Schatten des Vaters«, der Gott geglaubt und ihm gehorcht hat, »ohne ein Wort zu sagen« und ohne sich vom »Klatsch« entmutigen zu lassen, und »sich der Vaterschaft und des Geheimnisses annahm« – soll man sich wenden, so der Rat von Papst Franziskus, wenn »wir vieles nicht verstehen, viele Probleme, viele Ängste haben und vieles für uns dunkel ist«. Und er schlug dieses Gebet vor: Josef, »hilf du uns, der du weißt, was es heißt, im Finstern zu gehen; du, der du weißt, wie man die Stimme Gottes hört; du, der du weißt, wie man in Stille vorangeht«.

Das große Zeugnis Josefs in all seiner Kraft und Aktualität stellte der Papst am 18. Dezember den Gläubigen in Santa Marta vor Augen. Franziskus wiederholte den Anfang des Abschnitts aus dem Evangelium vom Tag nach Matthäus (1,18-24) – »Mit der Geburt Jesu Christi war es so« – und ging davon für seine Betrachtungen aus. »Als Maria aus Ain-Karim vom Haus Elisabets zurückkehrte, begannen die Zeichen der Mutterschaft sichtbar zu werden«, rief er in Erinnerung. Und »Josef merkte es, und er verstand nicht: Denken wir an diesen Mann mit seinen Zweifeln, seinem Schmerz. Er suchte nach Erklärungen. Doch da er Maria so sehr liebte und wusste, dass sie eine Frau Gottes war, fand er keinen Ausweg aus seinen Gedanken.« Eine Haltung, die gewiss »ganz anders war, als das, was die Klatschbasen des Dorfes auf dem Markt machten«, die vielleicht kommentierten: »Da schaut euch die da an, in welchem Zustand sie zurückgekehrt ist!«

Gerade auf den »Schmerz Josefs« konzentrierte der Papst seine Aufmerksamkeit. »In diesem Schmerz, diesem Zweifel, diesen Leiden«, so der Papst, »will Josef Maria jedoch nicht wegschicken, und er beschließt, sie in aller Stille zu entlassen«. Kurz, er entscheide sich dafür, »sie nicht öffentlich anzuklagen, da er wusste. Er kannte sie: ›Dieses Mädchen, ich kenne sie, ich liebe sie, sie ist rein. Ich verstehe das nicht.‹« Doch gerade »mitten in seinem Zweifel, mitten in seinem Schmerz griff der Herr in einem Traum ein«, fuhr Franziskus fort, der hervorhob, dass »ihm in jenem Traum erklärt wird, was geschehen ist. Und Josef gehorchte: er glaubte und gehorchte.« Die Worte des Engels des Herrn, wie sie Matthäus in seinem Evangelium wiedergibt, sind eindeutig: »Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.«

Während Josef diese starke Erfahrung durchmachte, so der Papst, »wurde auf dem Markt geklatscht: jener Klatsch, der dann weitergegangen ist, weiter und weiter bis hin zu jener Gotteslästerung, für mich die hässlichste, die stärkste gegen den Herrn, aus dem Mund der Pharisäer, die Johannes im 6. Kapitel wiedergibt«.

»Josef dagegen kämpfte in seinem Inneren«, erklärte Franziskus. Und »in diesem Kampf« sei da »die Stimme Gottes, die ihm sagt: ›Steh auf!‹« Die Aufforderung »›Steh auf‹ kehrt viele Male in der Bibel zu Beginn einer Sendung wieder«. So sage die Stimme Gottes zu Josef: »Steh auf, nimm Maria, bring sie zu dir nach Hause. Nimm dich dieser Situation an, nimm diese Situation in die Hand und geh weiter.«

»Josef«, so der Papst, »ist nicht zu Freunden gegangen, um Trost zu suchen, er ist nicht zum Psychiater gegangen, damit ihm dieser den Traum interpretiere: nein, er glaubte.« Und «er ist weitergegangen, er hat die Situation in die Hand genommen«. Josef also »musste sich zweier Dinge annehmen, der Vaterschaft und des Geheimnisses«.

Vor allem, so erklärte der Papst, »musste Josef die Vaterschaft annehmen«. »Dieser Abschnitt aus dem Evangelium kommt sofort nach der Genealogie Jesu, mit der das Matthäusevangelium  beginnt: sie beginnt mit dem Vater Abraham und endet beim Vater Josef.« Und »es gibt einen Satz in der Genealogie, den Lukas schreibt: ›Jesus war, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat, etwa dreißig Jahre alt. Er galt als Sohn Josefs.‹« Lukas sage also »nicht: er war der Sohn Josefs‹«; sondern er schreibe praktisch, dass alle gedacht hätten, »er sei der Sohn Josefs«. Das bedeute, dass Josef »die Vaterschaft übernahm, die nicht seine war: sie kam vom Vater«. Und »er hat die Vaterschaft mit dem übernommen, was das bedeutet: nicht nur Maria und dem Kind beizustehen, sondern das Kind auch aufwachsen zu lassen, es einen Beruf zu lehren, es zur Reife des Mannes zu führen«. Josef also »hat die Vaterschaft – die nicht die seine ist, sie kommt Gott zu – übernommen, ohne ein Wort zu verlieren: Im Evangelium gibt es kein Wort, das Josef gesagt hat, der Mann der Stille, des stillen Gehorsams.«

Das Zweite, dessen sich Josef angenommen habe, sei »das Geheimnis: er nimmt die Vaterschaft und das Geheimnis in die Hand«. Es ist dies »das Geheimnis, von dem wir in der ersten Lesung aus dem Buch Jeremia (23,5-8) gehört haben«. »Das große Geheimnis, das dort seinen Anfang nimmt, besteht darin, das Volk zu Gott zurückzuführen«, erklärte Franziskus. In Wirklichkeit »war es nicht das Geheimnis des Auszugs aus der Knechtschaft Ägyptens: das war ein Zurückführen, sondern es ist das Geheimnis der Neu-Schöpfung, die, wie die Liturgie sagt, wunderbarer ist als die Schöpfung«. Und »Josef nimmt dieses Geheimnis in die Hand und hilft durch sein Schweigen, durch seine Arbeit bis zu dem Moment, da Gott ihn zu sich ruft«.

»Von diesem Mann, der sich der Vaterschaft und des Geheimnisses angenommen hat«, so rief der Papst in Erinnerung, »wird gesagt, dass er der Schatten des Vaters war, der Schatten Gottes, des Vaters.« Und »wenn Jesus als Mensch gelernt hat, zu seinem Vater, den er als Gott kannte, ›Papa‹, ›Vater‹, zu sagen, dann hat er das vom Leben gelernt, vom Zeugnis Josefs: von dem Mann, der behütet, von dem Mann, der ihn aufzieht, von dem Mann, der jede Vaterschaft und jedes Geheimnis voranbringt, doch nichts für sich selbst nimmt, gar nichts«.

Josef »ist dort, er schweigt«, unterstrich Franziskus erneut. »Das«, so fügte er hinzu, »ist der große Josef, den Gott braucht, um das Geheimnis der Rück-Führung des Volkes hin zur neuen Schöpfung voranzubringen«. Gerade sein »Beispiel «, so der Papst abschließend, »möge uns viele Dinge lehren, die wir in unseren Reflexionen aufgreifen können. Vor allem aber schenke es uns den Mut, uns an ihn zu werden, wenn wir vieles nicht begreifen, wenn wir viele Probleme haben, viele Ängste, viele dunkle Augenblicke, und ihm einfach zu sagen: ›Hilf du uns, der du weißt, was es heißt, im Finstern zu gehen, du, der du weißt, wie man die Stimme Gottes hört, du, der du weißt, wie man schweigend weitergeht.‹«

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Quelle

 

Johannes Paul II.: Predigt zur Seligsprechung des Jesuitenpaters Rupert Mayer, 1987

St. Martin Leutkirch – Bild Rupert Mayer

APOSTOLISCHE REISE IN DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

SELIGSPRECHUNG DES JESUITENPATERS RUPERT MAYER

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.

Münchener Olympiastadion – Sonntag, 3. Mai 1987

”Seht, ich sende euch . . .“  (Mt. 10, 16). ”Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn!“ (Eph. 6, 10)

Verehrte Mitbrüder, liebe Brüder und Schwestern!

1Der Aufruf des Apostels Paulus zur Stärke im Herrn ist gleichsam die angemessene Ergänzung jener Worte, die Jesus bei der ersten Aussendung der Apostel spricht. Die Kirche nimmt beide Texte heute als Lesungen für die Liturgiefeier, in der ich euren Landsmann, den Jesuitenpater Rupert Mayer, seligsprechen darf; hier in der Stadt München, mit der sein Leben und priesterlicher Dienst auf das engste verbunden sind.

Erst vor einem halb Jahren konnte ich in Rom die bayerische Ordensfrau Schwester Maria Theresia von Jesu Gerhardinger zur Ehre der Altäre erheben, die ebenfalls in dieser Stadt gelebt und weltweit gewirkt hat. Es ist mir deshalb eine besondere Freude, heute wiederum einen aus eurer Mitte im Namen der Kirche den Gläubigen zur Verehrung und Nachahmung vor Augen zu stellen. Pater Rupert Mayer wird zu Recht ”Apostel Münchens“ genannt. Aber das Licht seines Lebens und Wirkens leuchtet weit über diese Stadt hinaus in die weite Welt.

Von Herzen grüße ich alle, die sich hier eingefunden haben, um im festlichen Gottesdienst gemeinsam mit uns diesen Gnadentag zu begehen. Nicht wenige davon haben unseren neuen Seligen gewiß noch persönlich gekannt. Mein brüderlicher Gruß gilt vor allem dem verehrten Herrn Erzbischof in München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, sowie allen anwesenden Bischöfen, den Priestern und Ordensleuten; darunter besonders den Patres und Brüdern der Gesellschaft Jesu, der unser Seliger angehört hat, und den Schwestern der Heiligen Familie, deren Mitbegründer und langjähriger Spiritual er gewesen ist. Ich grüße ferner seine Landsleute aus der Heimatdiözese Rottenburg und die Mitglieder der Marianischen Männerkongregation, die in ihrem früheren Präses nun einen mächtigen himmlischen Fürsprecher erhalten; ebenso die Vertreter aus Staat und Gesellschaft sowie alle Gäste von nah und fern, die durch ihre Anwesenheit das Andenken dieses mutigen Glaubenszeugen ehren.

2. Die Worte des heutigen Evangeliums, die Christus bei der ersten Aussendung an die Apostel gerichtet hat, scheinen im Leben und Wirken des Dieners Gottes Rupert Mayer eine neue Aktualität zu gewinnen. Christus sagt: ”Ich sende euch die Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben!“ Und darauf; ”Nehmt euch aber vor den Menschen in acht“ (Mt. 10, 16-17). Wie vielsagend sind doch diese Worte:Ich sende euch zu den Menschen– und zugleich: Ich warne euch vor den Menschen. Und warum warnt Christus seine Jünger vor ihnen? ”Sie werden euch vor die Gerichte bringen . . . Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt . . .“.

Als Rupert Mayer sich im Jahre 1900 als junger Priester zum Eintritt in die Gesellschaft Jesu entschloß, galten die Jesuiten noch offiziell als ”Reichsfeinde“, die durch Gesetz des Landes verwiesen und verboten waren. Er selbst bezeichnet sie als ”Geächtete, Verbannte und Heimatlose“, da ihnen nicht gestattet war, im damaligen Reichsgebiet eigene Niederlassungen zu gründen und zu unterhalten. Die mächtig geschürte antikatholische Hetze und Aktivität gegen den Orden – statt ihn abzuschrecken – bestärkte ihn vielmehr noch in seinem Willen, sich dieser so geschmähten Gesellschaft Jesu anzuschließen. Durch seinen baldigen Ruf nach München wurde Pater Mayer in zunehmendem Maße mit antireligiösen und antikirchlichen Strömungen, mit einer Atmosphäre von Hohn und Haß gegen Christus und die Kirche konfrontiert, in der es immer mehr Mut und Tapferkeit erforderte, den katholischen Glauben frei zu bekennen. Je offenkundiger und brutaler in jenen Jahren der Kampf gegen Religion und Kirche wurde, ein um so entschiedener und unerschrockener Kämpfer für die Wahrheit des Glaubens und für die Rechte der Kirche wurde unser neuer Seliger.

Wir hörten in der Lesung aus dem Epheserbrief die Worte des Apostels: ”Legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt . . . Gürtet euch mit Wahrheit . . . Vor allem greift zum Schild des Glaubens . . . Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes!“. Was der Apostel hier empfiehlt, hat Rupert Mayer in hervorragender Weise getan. Er hat Gottes Rüstung angezogen und sie bis zu seinem Tod nie mehr abgelegt. Unerschrocken und unbeugsam kämpfte er für die Sache Gottes. Als unbestechlicher Zeuge der Wahrheit widerstand er den Lügenpropheten jener Jahre ins Angesicht, immer bereit, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen, ausgerüstet mit dem Schild eines tiefen, unbeirrbaren Glaubens führte er in seinen berühmten Predigten das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Es gab Monate, in denen er bis zu siebzigmal predigte.

3. ”Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen . . .“, sagt Jesus weiter zu den Aposteln. Rupert Mayer wußte, daß nach 1933 seine Predigten von der Polizei überwacht wurden. Trotzdem verkündete er die Wahrheit ungeschminkt und unverkürzt. Als er gefangengenommen wurde, gab er vor der Geheimen Staatspolizei zu Protokoll: ”Ich erkläre, daß ich im Falle meiner Freilassung trotz des gegen mich verhängten Redeverbotes nach wie vor sowohl in den Kirchen Münchens als auch im übrigen Bayern, aus grundsätzlichen Erwägungen heraus, predigen werde“. Er konnte nicht schweigen, ebensowenig wie der Apostel Paulus, der sagte: ”Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“.

Bereitwillig nahm unser Seliger dafür Gefängnis und Konzentrationslager auf sich. Er schrieb auf den Fragebogen, den er im Gefängnis auszufüllen hatte: ”Ich bin mit diesem Los keineswegs unzufrieden: ich empfinde es nicht als Schande, sondern als Krönung meines Lebens.“ Und aus der Gestapo-Haft vor der Einlieferung in das Konzentrationslager Sachsenhausen berichtet er: ”Als die Gefängnistür eingeschnappt war und ich allein in dem Raum war, in dem ich schon so viele Stunden zugebracht hatte, kamen mir die Tränen in die Augen, und zwar waren es Tränen der Freude, daß ich gewürdigt wurde, um meines Berufes willen eingesperrt zu werden und einer ganz ungewissen Zukunft entgegenzusehen.“ Das ist nicht die Stimme eines lediglich tapferen Menschen, sondern eines Christen, der stolz darauf ist, am Kreuz Christi teilzuhaben. Vorgestern habe ich in Köln die Karmelitin Schwester Teresia Benedicta a Cruce, die vom Kreuz Gesegnete, seliggesprochen. Beide Selige gehören zueinander. Denn auch eurer Münchener Seliger, Pater Rupert Mayer, war vom Kreuz gesegnet.

In einem Brief aus dem Gefängnis an seine betagte Mutter lesen wir: ”Jetzt habe ich wirklich nichts und niemanden mehr als den lieben Gott. Und das ist genug, ja übergenug. Wenn die Menschen doch einsehen wollten, es gäbe viel mehr Glückliche auf Erden“. In der Einsamkeit seiner Haft galt das ganze Mühen von Pater Rupert Mayer der Vertiefung seiner inneren Bindung an Gott. In völliger Hingabe an ihn suchte er alle Bedrängnisse und Nöte für seine innere Erneuerung und Heiligung fruchtbar zu machen. Als Angeklagter vor seinen Richtern erfuhr er die tröstende und stärkende Nähe Gottes, die Christus seinen Zeugen verheißen hat: ”. . .  macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt. Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden“.

4. Diese Worte Jesu sind eine Vorankündigung der Lebensgeschichte der Apostel, der besonderen Gegenwart Gottes in Ihrem Wirken, vor allem in ihrem Glaubenszeugnis. Sie bewahrheiten sich schon in jener Begebenheit, von der die heutige erste Lesung spricht. Am Pfingstfest ”trat Petrus auf, zusammen mit den Elf“ und sprach zum ersten Mal zu den versammelten Bewohnern von Jerusalem und den Besuchern, die zum Fest gekommen waren. Er legte Zeugnis ab für Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen. Ist es aber wirklich nur Petrus, der an diesem bedeutungsvollen Tag spricht? Oder ist es vielleicht ”nicht nur Petrus“? In der Tat! Durch Petrus spricht zugleich der Geist des Vaters und des Sohnes.

Ebenso scheinen die Worte des Psalmisten und Königs David, die Petrus anführt, nicht nur von diesem, sondern auch von unserem neuen Seligen gesprochen zu werden: ”Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht“. Selbst inmitten großer Bedrängnis erfährt Pater Rupert Mayer Gott als die innere Kraft und beglückende Erfüllung seines Lebens, Zugleich wird er aus dieser tiefen Verbundenheit mit Gott in den Zeiten großer Not selbst für viele Menschen zum Quell des Trostes, zum Vermittler neuer Hoffnung und Zuversicht, zum Vater der Armen, die ihn ihren 15. Nothelfer nannten. Wie sich die Menschen einst um Jesus scharten und bei ihm Hilfe fanden, strömten sie mit allen ihren Nöten auch zu ihm. Sechzig, siebzig Hilfesuchende klopften täglich an seine Tür. Mit offenem Herzen nahm er sie alle auf. Viele Stunden verbrachte er auch im Beichtstuhl, zu dem sich die Menschen drängten, um Hilfe in ihrem geistlichen Nöten zu suchen.

”Es muß Wärme von uns ausgehen, den Menschen muß es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, daß der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt“. Mit diesem Wort sagt uns der neue Selige, worum es ihm im Dienst an den Armen ging: er wollte Gottes Liebe sichtbar und erfahrbar machen und die Menschen spüren lassen, daß sie von Gott geliebt sind. Seine Güte und Hilfsbereitschaft war von solcher Kraft, daß er es auch ertrug, wenn sie einmal mißbraucht wurden. Als man ihn darauf aufmerksam machte, gab er nur zur Antwort: ”Wer noch nicht angeschmiert wurde, hat nie etwas Gutes getan“. Die Torheit seiner Liebe ist Teilhabe an der Torheit des Kreuzes, in der sich der liebende Gott uns zugewandt hat, um uns alle an sich zu ziehen.

5. Der Grundsatz, dem Pater Rupert Mayer zeitlebens treu geblieben ist, lautet: ”Christus, der Mittelpunkt unseres Lebens. Zwischenlösungen gibt es nicht“. Was er war, das wollte er ganz sein. Diese seine Entschiedenheit in der Nachfolge Christi hat ihn auf den Weg der Heiligkeit geführt. Gemäß dem Wahlspruch seines Ordens: ”Alles zur größeren Ehre Gottes“ ging es ihm vor allem um Gottes Ehre und damit um die Rechte Gottes. ”Der Herrgott hat das erste Anrecht auf uns“, sagte er. Und er wußte, daß er damit auch für die Rechte und Würde des Menschen kämpfte.

Wir hören heute viel von Menschenrechten. In sehr vielen Ländern werden sie verletzt. Von Gottesrechten aber spricht man nicht. Und doch gehören Menschenrechte und Gottesrechte zusammen. Wo Gott und sein Gesetz nicht geehrt werden, erhält auch der Mensch nicht sein Recht. Wir sehen das deutlich am Verhalten der nationalsozialistischen Machthaber. Sie kümmerten sich nicht um Gott und verfolgten seine Diener: und so gingen sie auch unmenschlich mit den Menschen um, in Dachau vor; den Toren Münchens wie in Auschwitz vor den Toren meiner früheren Bischofsstadt Krakau. Auch heute gilt: Gottesrechte und Menschenrechte stehen und fallen miteinander. Unser Leben ist nur dann in Ordnung, wenn unser Verhältnis zu Gott in Ordnung ist. Deshalb sagte Pater Rupert Mayer in den weltweiten Bedrängnissen des letzten Krieges: ”Die heutige Zeit ist eine furchtbar ernste Mahnung für die Völker der Erde, zurückzukehren zu Gott. Es geht nicht ohne Gott!“. Dieses Wort unseres Seligen hat auch heute nichts an Gewicht verloren. Auch heute; gilt es, Gott zu geben, was Gottes ist. Dann wird auch dem Menschen gegeben werden, was des Menschen ist.

6. Liebe Brüder und Schwestern! Die Seligen und Heiligen der Kirche sind Gottes lebendige und gelebte Botschaft an uns. Deshalb stellt sie uns diese Zur Verehrung und Nachahmung vor Augen. Öffnen wir uns also heute jener Botschaft, die uns der neue Selige Rupert Mayer durch sein Wort und Wirken so anschaulich verkündet. Suchen wir wie er in Gott die Mitte und Quelle unseres Lebens. Auf Gott baute er in unerschütterlichem, kindlichem Vertrauen. ”Herr, wie du willst, soll mir geschehn, und wie du willst, so will ich gehn,, hilf deinen Willen nur verstehn“, so lautet der erste Vers seines Lieblingsgebetes. Gott, der Herr, war die Quelle, aus der er in langen Stunden des Gebetes, in der heiligen Messe und in der täglichen treuen Pflichterfüllung die Kraft schöpfte für sein erstaunliches Lebenswerk.

Suchen auch wir aus derselben Kraftquelle unser Leben und unsere Umwelt zu gestalten. Der selige Rupert Mayer ist für uns alle ein Vorbild und Anruf, ein heiliges Leben zu führen. Heiligkeit ist nicht eine Sache für einige auserwählte Seelen: zur Heiligkeit sind wir alle berufen, alle ohne Ausnahme. Und er selber sagt uns auch, was zu einem heiligen Leben gehört: ”Keine außergewöhnliche Arbeit, keine außergewöhnlichen religiösen Erlebnisse, keine Erscheinungen. Nur: Heroische Tugend“. Das heißt: Tag für Tag treu und unbeirrt Gottes Willen tun und aus seiner Gegenwart leben; jeder ganz persönlich und auch in der Familie. Wir wissen, wie unserem Seligen besonders die christliche Familie am Herzen lag und er zu ihrer Förderung mit zwei anderen Priestern sogar eine eigene Schwesterngemeinschaft gegründet hat. Die hohe Zahl der Ehescheidungen und die geringe Kinderzahl zeigen, welch großen Belastungen und Bedrohungen die Familie in der heutigen Gesellschaft ausgesetzt ist. In euren Familien aber entscheidet sich die Zukunft eures Volkes, auch die Zukunft der Kirche in eurem Volk. Haltet zusammen, daß die Familien gestärkt werden. Haltet die Ehe heilig und laßt die eheliche Liebe fruchtbar werden in den Kindern, die Gott euch schenken will.

7. Sein Leben heiligen heißt aber auch, sich für das öffentliche Leben mitverantwortlich zu fühlen und es aus dem Geiste Christi mitzugestalten. Keinem Christen darf es gleichgültig sein, wie es in der Welt zugeht. Männer, Frauen und meine jungen Freunde, euch alle rufe ich auf: Setzt euch wie Rupert Mayer für Gottes Rechte und Gottes Ehre auch in der Öffentlichkeit ein. Laßt nicht zu, daß die Entchristlichung weiter um sich greift. Seid Salz der Erde und tragt das Licht der Wahrheit Gottes in alle Bereiche des Lebens hinein. Das ist der Dienst, den wir der Welt schulden. Es geht nicht ohne Gott! Habt nach dem Vorbild unseres Seligen vor allem auch ein Herz für die Armen. Ihr lebt in einem Land, das zu den wohlhabendsten Ländern der Erde gehört. Laßt euer Herz durch euren Besitz nicht stumpf werden für die Not der Hilfsbedürftigen und Vergessenen am Rande eurer Gesellschaft und in aller Welt. Macht auch ihr durch eure Güte Gottes Liebe sichtbar und erfahrbar unter euren Mitmenschen.

Liebe Schwestern von der Heiligen Familie, eure Gemeinschaft wurde durch Pater Rupert Mayer nicht nur mitgegründet, sondern vor allem auch geistig geformt. Haltet seinen Geist lebendig. Euer Ideal veraltet nicht. Die Aufgabe, für die eure Gemeinschaft gegründet wurde, ist noch immer zeitgemäß.

Liebe Sodalen der Marianischen Männerkongregation, ihr hütet in eurer Kongregationskirche als kostbaren Schatz das Grab des neuen Seligen, an dem ich nach diesem Gottesdienst beten werde. Hütet auch das geistige Erbe, das er euch hinterlassen hat: die Liebe zu Maria und die Bereitschaft zum Dienst an der Welt.

Liebe Patres und Brüder des Gesellschaft Jesu, euch beglückwünsche ich zu eurem Mitbruder, den wir von heute an als Seligen verehren. Er ist eine Zierde eures Ordens. Möge er euch auch Vorbild und Ansporn sein, treu dem hohen Ideal des heiligen Ignatius von Loyola euren Dienst in Kirche und Welt zu erfüllen. Euer seliger Mitbruder hat nach diesem hohen Ideal gelebt. Er stehe euch bei, seinem Beispiel zu folgen.

8. ”Seht, ich sende euch . . .werdet stark durch den Herrn!“.

Liebe Brüder und Schwestern! Sagt nicht auch der selige Rupert Mayer diese Worte am heutigen Tag seiner Seligsprechung zu uns, die wir hier versammelt sind? Zu euch, seinen Landsleuten, hier in dieser Stadt und im ganzen Land? Zur Kirche von München? Zur ganzen Gesellschaft?

”Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn!

Zieht die Rüstung Gottes an . . . Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern . . . gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister . . .“ (Eph. 6, 10-12).

Es gibt Zeiten, in denen die Existenz des Bösen unter den Menschen in der Welt in einer besonderen Weise in Erscheinung tritt. Dann wird noch offenkundiger, daß die Mächte der Finsternis, die in den Menschen und durch die Menschen wirken, größer sind als der Mensch. Sie übersteigen ihn, sie kommen von außen über ihn.

Der heutige Mensch scheint dieses Problem fast nicht sehen zu wollen. Er tut alles, um die Existenz jener ”Beherrscher dieser finsteren Welt“, jene ”listigen Anschläge des Teufels“, von denen der Epheserbrief spricht, aus dem allgemeinen Bewußtsein zu verbannen. Dennoch gibt es solche Zeiten in der Geschichte, in denen diese – nur widerwillig angenommene – Wahrheit der Offenbarung und des christlichen Glaubens ihre volle Ausdruckskraft und fast handgreifliche Bestätigung findet.

9. Der geistige Sieg von Pater Rupert Mayer erklärt sich vollkommen vor dem Hintergrund einer` solchen Epoche, einer solchen geschichtlichen Erfahrung. Die Worte: des Apostels beziehen sich in einem gewissen Sinn auf den konkreten Lebensverlauf dieses Dieners Gottes. Es war einer von jenen, die in diesem geistigen Kampf, in diesem Ringen mit den Mächten der Finsternis ”die Rüstung Gottes angelegt, sich mit der Wahrheit gegürtet, den Panzer der Gerechtigkeit und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen, angezogen haben“ (Eph. 6, 12-15). Der Glaube war für ihn wirklich der Helm, und das Wort Gottes war das Schwert des Geistes. Er kämpfte fortwährend mit diesem ”Schwert“ und ”hörte nicht auf zu beten und zu flehen“. Nein, er vertraute nicht auf seine eigenen Kräfte. Er erinnerte sich an die Worte des Meisters an die Apostel im Abendmahlssaal: ”Der Geist eures Vaters wird durch euch reden“ (Mt. 10, 20). Und deshalb hörte er auch nicht auf zu bitten, daß Gott ihm ”das rechte Worte schenke . . ., um das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden“ (Eph. 6, 19).

Die Worte des Epheserbriefes hat der Apostel Paulus geschrieben, als er nur noch als ”Gefangener“ seiner Sendung nachkommen konnte (ebd. 3, 1;4, 1). So hat auch Pater Rupert Mayer gesprochen und bezeugt, so hat auch er sich verhalten und für Christus Verfolgung erduldet –  als ”Gefangener“ in Landsberg und im Konzentrationslager Sachsenhausen, und so ist er uns in Erinnerung geblieben, im Gedächtnis der Kirche: als mutiger Zeuge der Wahrheit und Apostel der Gottes- und Nächstenliebe. Diesem seinen Andenken erweist die Kirche nun ihre besondere Verehrung, damit es von Generation zu Generation fortdauert.

Heute spricht dieser ”Gefangene Christi“ im Lager Sachsenhausen noch einmal zu uns – und die Kirche nimmt seine Worte auf in ihr geistiges Erbe:

”Bete jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus . . .

Legt die Rüstung Gottes an“ (Eph. 6, 18.13).

Nehmt, liebe Brüder und Schwestern, an diesem Festtag das Zeugnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe eures großen Landsmannes an! Möge das geistige Erbe seines Lebens und seines apostolischen Dienstes immer, besonders in Zeiten der Prüfung, mit euch sein und euch stets neue Kraft und Zuversicht schenken in Christus, unserem Herrn. Amen.

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Gerhard Kardinal Müller — Predigt beim Begegnungstag im Gedenken an Pater Werenfried van Straaten am 26. Januar 2019 im Hohen Dom zu Köln

Timotheus (= Furcht Gottes) [Bischof und Märtyrer] war bereits Christ und stand wegen seiner Frömmigkeit in hohem Ansehen, als der heilige Apostel Paulus nach Lystra in Kleinasien kam.

(Gedenktag der heiligen Timotheus und Titus)

Nur für den privaten Gebrauch! Es gilt das gesprochene Wort.

Die Kirche gedenkt heute zweier bedeutender Persönlichkeiten der Kirchengeschichte, die eng mit dem missionarischen Wirken des Völkerapostels verbunden sind. Für alle Zukunft stellen sie exemplarisch die universale Sendung der Kirche Christi dar -sowohl ihrer Hirten als auch aller Gläubigen.

In den beiden Briefen des hl. Paulus an die Thessalonicher und in seinem Zweiten Brief an die Korinther, in den Briefen an die Philipper, die Kolosser und Philemon firmiert Timotheus als Mitverfasser auf der Augenhöhe des Apostels. Er ist Teilhaber an seiner apostolischen Vollmacht und Sendung.

Der Heidenchrist Titus begleitete Paulus zum Apostelkonzil in Jerusalem (Gal 2,-10) und wurde von ihm als einer seiner engsten Mitarbeiter oft zu wichtigen Aufgaben herangezogen.

An diese beiden Mit-Apostel und Hirten der Kirche sind die drei Pastoralbriefe des Apostels gerichtet, die unseren Blick aber schon lenken in die Zeit nach der apostolischen Gründung der Kirche. Es ist die Zeit der Kirche, die bis zur Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten dauern wird.

In der Phase der Gründung der Kirche vor und nach Ostern treffen wir  zunächst auf die  Zwölf Jünger, die vom irdischen Jesus erwählt und vom auferstandenen Herrn zu Seinen bevollmächtigten Zeugen berufen wurden. Er hatte  sie  zu  Seinen  Boten  gemacht,  damit sie in Seiner Autorität das Evangelium verkünden und im Namen des  Vaters  und  des Sohnes und des Heiligen Geistes die zum Glauben Gekommenen taufen und ihnen die Sakramente des Heils reichen. Dazu kommen noch die andere beauftragte 72 Jünger. An Wirksamkeit überragt alle der vom  auferstandenen  Christus  unmittelbar  autorisierte Apostel Paulus, der mit den Zwölf  Aposteln in einer Reihe steht und der mit Petrus das    Duo der Apostelfürsten darstellt.

Aber die Zeit der apostolischen Gründung der jungen Kirche ging mit dem Tod der ersten Apostel zu Ende. Doch der Auftrag Jesus bleibt: allen Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden und ihnen Anteil zu geben an der Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott in Gnade und Wahrheit.

Denn es ist der heilige Wille Gottes, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1Tim 2,4), wie Paulus im 1. Brief an Timotheus schreibt. Und dieser universale Heilswille Gottes wird historisch-konkret und auf menschliche Weise mit Worten und Zeichen-Handlungen verwirklicht durch den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich Christus Jesus, seinen Sohn Jesus, der unser Menschsein angenommen hat (1Tim 2,5). Die Kirche mit ihren Hirten und allen Gläubigen ist nicht selbst Mittlerin wie Christus, aber sie wird von Christus, dem Licht der Völker, in den Dienst seiner Heilsvermittlung genommen. Sie „ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott, wie für die Einheit der ganzen Menschheit.“ (Lumen gentium 1).

Dazu bedarf es aber weiterhin der Mitarbeit von Menschen, denen Jesus Anteil an seiner messianischen Weihe und Sendung gibt. „Jene göttliche Sendung, die Christus seinen Aposteln anvertraut hat, wird bis zum Ende der Welt dauern… Aus diesem Grunde trugen die Apostel in dieser hierarchisch geordneten Gesellschaft Sorge für die Bestellung von Nachfolgern.“ (Lumen gentium 20).

Nach dem Tod der ersten Apostel sind dies ihre langjährigen Mitarbeiter, die wiederum andere geeignete Kandidaten durch das Weihegebet  und  die  sakramentale Handauflegung (1Tim 1, 6) zu „Arbeitern im Weinberg des Herrn“ (Lk 10,2) bestellen. Es sind dies die uns bekannten Bischöfe, Presbyter und Diakone, deren Amt im Prinzip und in ersten Umrissen erkennbar wird und zwar an der Schwelle zur Zeit nach den Aposteln.

Diesen Prozess der Ausgestaltung und Profilbildung des geistlichen Amtes können wir nachverfolgen in der Apostelgeschichte des Evangelisten Lukas, aber auch in den Briefen an die Apostelschüler Timotheus und Titus und in anderen Schriften des Neuen Testaments.

Wie können wir denn Wesen und Auftrag dieses apostolischen Amtes in der Kirche richtig erfassen? Gewiss wären wir auf dem falschen Gleis und Bahnhof, wollten wir hier an bürokratischen Kategorien und politischen Mustern anknüpfen. Der persönliche Gesandte Jesu ist kein Funktionär oder -biblisch gesprochen- der Mietling, dem an den Schafen nichts liegt, der sich schnell in Sicherheit bringt, bevor der Wolf auch sein Leben bedroht. Er darf auch nicht der faule Knecht sein, dem die Bequemlichkeit näherliegt, als mit den anvertrauten Talenten zu arbeiten.

Unser Maßstab ist Christis. Jesus ist gekommen, um mit seinem Leben als Lösegeld uns aus der Sklaverei der Gottverlassenheit und der Menschenverachtung freizukaufen. Und so wie er liebevoll sich um uns kümmert wie der gute Hirte sich seiner Schafe annimmt, so sollen sich die Apostel und ihre Nachfolger sich selbst als „Diener Christi und Verwalter von Geheimnissen Gottes betrachten“ (1 Kor 4,1). Paulus und Timotheus können von sich sagen: „Wir sind also Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt: Lasst euch mit Gott versöhnen.“ (2 Kor 5,20).

Wenn wir Christen heute nicht mehr in der Zeit der Apostel leben, so bleibt doch die Kirche selbst apostolisch und missionarisch.

Das ist aber nicht politisch gemeint als Expansion irgendeines Machtanspruches oder als Zwangsbeglückung durch elitäre Ideologen, die immer besser wissen, was für das Volk gut ist als die Menschen selbst.

Wenn wir Zeugnis geben von der Frohen Botschaft der Liebe Gottes zu allen Menschen und wenn wir in jedem Armen, Verfolgten, Verachteten, Unterdrückten Christus selbst erkennen und ihm in unseren Brüdern und Schwestern dienen, dann sind wir missionarisch und apostolische Kirche. Wir gehen unseren Weg in der Nachfolge Jesu, des gekreuzigten und auferstanden Herrn.

Zum Zeugnis für Christus und zum Leiden mit ihm sind alle Christen aufgerufen. Jeder Getaufte ist gemäß seiner Stellung in der Kirche und seinen besonderen Charismen und natürlichen Fähigkeiten berufen und befähigt im Heiligen Geist, am Aufbau des Reiches Gottes mitzuarbeiten.

Ein leuchtendes und motivierendes Beispiel hat uns P. Werenfried von Straaten gegeben.

In Wort und vor allem in der Tat war er ein Mitarbeiter Gottes, der Sein Reich der Wahrheit und Liebe in dieser Welt ausbreiten will.

Dabei können wir uns nicht allein auf die Sendung Christi berufen, sondern wir müssen auch unsere natürliche Intelligenz einsetzen. So wenig ein Christ die Hände in den Schoß legen darf, so wenig darf er auch die Gottesgabe des Verstandes einrosten lassen.

P. Werenfried verdiente sich den Ehrennamen des „Speckpaters“, als er für die 14 Millionen heimatlos gewordenen Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland nicht Geld sammelte, für das man nichts kaufen konnte, sondern -wegen der Haltbarkeit- Speck und ähnliche Lebensmittel. Das ist praktische Intelligenz. Und so ging er immer vor im Dienst des Reiches Gottes. Wenn die heimatvertreiben Katholiken in der Diaspora keine Kirche hatten, um sich zu versammeln, brachte er die Kirche zu ihnen. Auf dem Deck eines Lastwagens oder in Zelten konnte man die Heilige Messe feiern, predigen, bei dieser Gelegenheit die Beichte hören und Seelsorgsgespräche führen mit allen, die Trost, Hilfe und Zuspruch brauchten.

Die Kirche ist in Not, wo Christen verfolgt und benachteiligt werden wie damals und heute in kommunistischen Ländern oder auch in nicht wenigen Staaten, die eine traditionelle Religion oder eine modische Ideologie zum alleinigen Kriterium erheben und als Mittel einer absoluten Herrschaft von Menschen über Menschen missbrauchen. So wird das fundamentale Menschenrecht auf Religions- und Gewissensfreiheit mit den Füßen getreten.

Und die Kirche ist in Not, wenn Christen ihren Brüdern und Schwestern nicht zu Hilfe kommen und sich für sie schämen.

Hier ist das Zeugnis für Christus und zugleich die praktische Intelligenz unserer konkreten Hilfe gefragt.

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (1 Tim 1,6)

Was der Völkerapostel seinem Schüler Timotheus zuruft, ist sein Vermächtnis bis heute an jeden Bischof und Priester, an die Ordensleute Religionslehrer, Caritasmitarbeiter, an die Eltern und an alle Gläubigen jeglichen Berufes und Standes: „Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen!“ (1Tim 1,7f).

Und so es sagte schon Paulus von sich selbst, wenn an die Christen in Rom schreibt:

„Ich schäme mich des Evangeliums nicht: es ist eine Kraft Gottes zur Rettung für jeden, der glaubt.“ (Röm 1,16).

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