PAPST BENEDIKT XVI. UND DER HEILIGE PFARRER VON ARS

SCHREIBEN VON PAPST
BENEDIKT XVI.
ZUM BEGINN DES PRIESTERJAHRES
ANLÄSSLICH DES 150. JAHRESTAGES DES „DIES NATALIS“
VON JOHANNES MARIA VIANNEY

 

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst,

am kommenden Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, Freitag, dem 19. Juni 2009 – dem Tag, der traditionsgemäß dem Gebet um die Heiligung der Priester gewidmet ist – möchte ich anläßlich des 150. Jahrestags des „dies natalis“ von Johannes Maria Vianney, dem Schutzheiligen aller Pfarrer der Welt[1], offiziell ein „Jahr der Priester“ ausrufen. Dieses Jahr, das dazu beitragen möchte, das Engagement einer inneren Erneuerung aller Priester für ein noch stärkeres und wirksameres Zeugnis für das Evangelium in der Welt von heute zu fördern, wird 2010 wiederum an diesem Hochfest seinen Abschluß finden. „Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu“, pflegte der heilige Pfarrer von Ars zu sagen.[2] Diese bewegende Formulierung veranlaßt uns vor allem, uns innerlich angerührt und dankbar bewußt zu werden, welch unermeßliches Geschenk die Priester nicht nur für die Kirche, sondern auch für die Menschheit überhaupt sind. Ich denke an all die Priester, die in Demut Tag für Tag den Christgläubigen und der ganzen Welt die Worte und Taten Christi nahebringen, indem sie versuchen, mit ihren Gedanken, ihrem Willen, ihren Gefühlen und ihrem gesamten Lebensstil mit ihm übereinzustimmen. Wie könnte man es versäumen, ihre apostolischen Mühen, ihren unermüdlichen und verborgenen Dienst und ihre im Grunde allumfassende Liebe zu unterstreichen? Und was soll man zu der mutigen Treue so vieler Priester sagen, die – wenn auch inmitten von Schwierigkeiten und Unverständnis – ihrer Berufung treu bleiben, „Freunde Christi“ zu sein, die von ihm in besonderer Weise gerufen, erwählt und ausgesandt sind?

Ich selbst trage noch die Erinnerung an den ersten Pfarrer im Herzen, an dessen Seite ich meinen Dienst als junger Priester ausübte: Er hinterließ mir das Beispiel einer rückhaltlosen Hingabe an seine seelsorgliche Aufgabe bis zu seinem Tod, der ihn ereilte, als er einem Schwerkranken das Sakrament der Wegzehrung brachte. Und dann kommen mir die unzähligen Mitbrüder in den Sinn, denen ich begegnet bin und immer noch begegne, auch während meiner Pastoralreisen in die verschiedenen Nationen – Mitbrüder, die großherzig in der täglichen Ausübung ihres priesterlichen Dienstes aufgehen. Aber die vom heiligen Pfarrer von Ars gebrauchte Formulierung ruft auch die Erinnerung an das durchbohrte Herz Christi und an die Dornenkrone auf seinem Haupt wach. Folglich gehen die Gedanken zu den unzähligen Situationen des Leidens, in die viele Priester hineingezogen sind, sei es weil sie Anteil nehmen an den menschlichen Erfahrungen von Schmerz in der Vielfalt seiner Ausdrucksformen, sei es weil sie bei denjenigen, denen ihr Dienst gilt, auf Unverständnis stoßen: Wie könnte man die vielen Priester vergessen, die in ihrer Würde verletzt, in ihrer Sendung behindert, manchmal sogar bis hin zum extremen Zeugnis der Hingabe des eigenen Lebens verfolgt werden?

Leider gibt es auch Situationen, die nie genug beklagt werden können, in denen es die Kirche selber ist, die leidet, und zwar wegen der Untreue einiger ihrer Diener. Die Welt findet dann darin Grund zu Anstoß und Ablehnung. Was in solchen Fällen der Kirche am hilfreichsten sein kann, ist weniger die eigensinnige Aufdeckung der Schwächen ihrer Diener, als vielmehr das erneute und frohe Bewußtsein der Größe des Geschenkes Gottes, das in leuchtender Weise Gestalt angenommen hat in großherzigen Hirten, in von brennender Liebe zu Gott und den Menschen erfüllten Ordensleuten, in erleuchteten und geduldigen geistlichen Führern. In diesem Zusammenhang können die Lehren und die Beispiele des heiligen Johannes Maria Vianney allen einen bedeutsamen Anhaltspunkt bieten: Der Pfarrer von Ars war äußerst demütig, doch er wußte, daß er als Priester ein unermeßliches Geschenk für seine Leute war: „Ein guter Hirte, ein Hirte nach dem Herzen Gottes, ist der größte Schatz, den der liebe Gott einer Pfarrei gewähren kann, und eines der wertvollsten Geschenke der göttlichen Barmherzigkeit.“[3] Er sprach vom Priestertum, als könne er die Größe der dem Geschöpf Mensch anvertrauten Gabe und Aufgabe einfach nicht fassen: „Oh, wie groß ist der Priester! … Wenn er sich selbst verstünde, würde er sterben … Gott gehorcht ihm: Er spricht zwei Sätze aus, und auf sein Wort hin steigt der Herr vom Himmel herab und schließt sich in eine kleine Hostie ein…“[4] Und als er seinen Gläubigen die Bedeutsamkeit der Sakramente erklärte, sagte er: „Ohne das Sakrament der Weihe hätten wir den Herrn nicht. Wer hat ihn da in den Tabernakel gesetzt? Der Priester. Wer hat Eure Seele beim ersten Eintritt in das Leben aufgenommen? Der Priester. Wer nährt sie, um ihr die Kraft zu geben, ihre Pilgerschaft zu vollenden? Der Priester. Wer wird sie darauf vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, indem er sie zum letzten Mal im Blut Jesu Christi wäscht? Der Priester, immer der Priester. Und wenn diese Seele [durch die Sünde] stirbt, wer wird sie auferwecken, wer wird ihr die Ruhe und den Frieden geben? Wieder der Priester … Nach Gott ist der Priester alles! … Erst im Himmel wird er sich selbst recht verstehen.“[5] Diese Aussagen, die aus dem priesterlichen Herzen eines heiligen Priesters hervorgegangen sind, mögen übertrieben erscheinen. Doch in ihnen offenbart sich die außerordentliche Achtung, die er dem Sakrament des Priestertums entgegenbrachte. Er schien überwältigt von einem grenzenlosen Verantwortungsbewußtsein: „Wenn wir recht begreifen würden, was ein Priester auf Erden ist, würden wir sterben: nicht vor Schreck, sondern aus Liebe … Ohne den Priester würden der Tod und das Leiden unseres Herrn zu nichts nützen. Der Priester ist es, der das Werk der Erlösung auf Erden fortführt … Was nützte uns ein Haus voller Gold, wenn es niemanden gäbe, der uns die Tür dazu öffnet? Der Priester besitzt den Schlüssel zu den himmlischen Schätzen: Er ist es, der die Tür öffnet; er ist der Haushälter des lieben Gottes; der Verwalter seiner Güter  … Laßt eine Pfarrei zwanzig Jahre lang ohne Priester, und man wird dort die Tiere anbeten … Der Priester ist nicht Priester für sich selbst, er ist es für euch.“[6]

Als er nach Ars, einem kleinen Dorf mit 230 Einwohnern, kam, war er vom Bischof bereits vorgewarnt worden, daß er eine religiös prekäre Situation vorfinden werde: „Es gibt in dieser Pfarrei nicht viel Liebe zu Gott; Sie werden sie dort einführen.“ Folglich war er sich völlig bewußt, daß er dorthin gehen mußte, um die Gegenwart Christi zu verkörpern, indem er dessen heilbringende Sanftmut bezeugte. „[Mein Gott,] gewährt mir die Bekehrung meiner Pfarrei; ich will dafür alles erleiden, was Ihr wollt, mein ganzes Leben lang!“ – mit diesem Gebet begann er seine Mission.[7] Der Bekehrung seiner Pfarrei widmete sich der heilige Pfarrer mit all seinen Kräften und stellte die christliche Bildung des ihm anvertrauten Volkes in all seinem Denken an erste Stelle. Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst, erbitten wir vom Herrn Jesus die Gnade, daß auch wir die pastorale Methode des Johannes Maria Vianney erlernen können! Was wir als erstes lernen müssen, ist die völlige Identifizierung mit der eigenen Aufgabe. In Jesus fallen Person und Sendung im Grunde zusammen: Sein gesamtes Heilshandeln war und ist Ausdruck seines „Sohn-Ich“, das von Ewigkeit her vor dem Vater steht in einer Haltung liebevoller Unterwerfung unter dessen Willen. In bescheidener und doch wahrer Analogie muß auch der Priester diese Identifizierung anstreben. Natürlich geht es nicht darum zu vergessen, daß die substanzielle Wirksamkeit des Dienstes von der Heiligkeit des Priesters unabhängig bleibt; doch man darf auch die außerordentliche Fruchtbarkeit nicht außer Acht lassen, die aus dem Zusammentreffen der objektiven Heiligkeit des Dienstes und der subjektiven des Priesters hervorgeht. Der Pfarrer von Ars begann sofort mit dieser demütigen und geduldigen Arbeit, sein Leben als Priester mit der Heiligkeit des ihm anvertrauten Dienstes in Einklang zu bringen und sagte, daß er sogar materiell in seiner Pfarrkirche „wohne“: „Kaum war er angekommen, wählte er die Kirche zu seinem Wohnsitz … Vor dem Morgenrot betrat er die Kirche und kam erst nach dem abendlichen Angelus wieder heraus. Dort mußte man ihn suchen, wenn man ihn brauchte“, heißt es in seiner ersten Biographie.[8]

Die fromme Übertreibung des ehrfurchtsvollen Hagiographen darf uns nicht veranlassen zu übersehen, daß der heilige Pfarrer auch aktiv im gesamten Gebiet seiner Pfarrei zu „wohnen“ verstand: Er besuchte systematisch die Kranken und die Familien; er organisierte Volksmissionen und Patronatsfeste; er sammelte und verwaltete Geld für seine karitativen und missionarischen Werke; er verschönerte seine Kirche und stattete sie mit Kirchengerät aus; er kümmerte sich um die Waisenmädchen der „Providence“ (einer von ihm gegründeten Einrichtung) und ihre Erzieherinnen; er kümmerte sich um die Schulausbildung der Kinder; er gründete Bruderschaften und forderte die Laien zur Zusammenarbeit mit ihm auf.

Sein Beispiel veranlaßt mich, das Feld der Zusammenarbeit zu betonen, das immer mehr auf die gläubigen Laien auszudehnen ist, mit denen die Priester das eine priesterliche Volk bilden[9] und in deren Mitte sie leben, um kraft des Weihepriestertums „alle zur Einheit in der Liebe zu führen, ‚indem sie in Bruderliebe einander herzlich zugetan sind, in Ehrerbietung einander übertreffen‘ (Röm 12, 10)“.[10] In diesem Zusammenhang ist an die lebhafte Aufforderung zu erinnern, mit der das Zweite Vatikanische Konzil die Priester ermutigt, „die Würde der Laien und die bestimmte Funktion, die den Laien für die Sendung der Kirche zukommt, wahrhaft [zu] erkennen und [zu] fördern … Sie sollen gern auf die Laien hören, ihre Wünsche brüderlich erwägen und ihre Erfahrung und Zuständigkeit in den verschiedenen Bereichen des menschlichen Wirkens anerkennen, damit sie gemeinsam mit ihnen die Zeichen der Zeit erkennen können.“[11]

Seine Pfarreimitglieder belehrte der heilige Pfarrer vor allem mit dem Zeugnis seines Lebens. Durch sein Vorbild lernten die Gläubigen zu beten und für einen Besuch beim eucharistischen Jesus gern vor dem Tabernakel zu verharren.[12] „Es ist nicht nötig, viel zu sprechen, um gut zu beten“, erklärte ihnen der Pfarrer. „Man weiß, daß Jesus dort ist, im heiligen Tabernakel: Öffnen wir ihm unser Herz, freuen wir uns über seine heilige Gegenwart. Das ist das beste Gebet.“[13] Und er ermunterte sie: „Kommt zur Kommunion, meine Brüder, kommt zu Jesus. Kommt, um von ihm zu leben, damit ihr mit ihm leben könnt…“[14] „Es stimmt, daß ihr dessen nicht würdig seid, aber ihr habt es nötig!“[15] Diese Erziehung der Gläubigen zur eucharistischen Gegenwart und zum Kommunionempfang wurde besonders wirkkräftig, wenn die Gläubigen ihn das heilige Meßopfer zelebrieren sahen. Wer ihm beiwohnte, sagte, daß „es nicht möglich war, eine Gestalt zu finden, welche die Anbetung besser ausgedrückt hätte … Er betrachtete die Hostie liebevoll“.[16] „Alle guten Werke zusammen wiegen das Meßopfer nicht auf, denn sie sind Werke von Menschen, während die heilige Messe Werk Gottes ist“[17], sagte er. Er war überzeugt, daß von der Messe der ganze Eifer eines Priesterlebens abhängt: „Die Ursache der Erschlaffung des Priesters liegt darin, daß er bei der Messe nicht aufmerksam ist! Mein Gott, wie ist ein Priester zu beklagen, der so zelebriert, als ob er etwas Gewöhnliches täte!“[18] Und er hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, bei der Zelebration immer auch das eigene Leben aufzuopfern: „Wie gut tut ein Priester, wenn er Gott allmorgendlich sich selbst als Opfer darbringt!“[19]

Dieses persönliche Sicheinfühlen in das Kreuzesopfer führte ihn – in einer einzigen inneren Bewegung – vom Altar zum Beichtstuhl. Die Priester dürften niemals resignieren, wenn sie ihre Beichtstühle verlassen sehen, noch sich darauf beschränken, die Abneigung der Gläubigen gegenüber diesem Sakrament festzustellen. Zur Zeit des heiligen Pfarrers war in Frankreich die Beichte weder einfacher, noch häufiger als in unseren Tagen, da der eisige Sturm der Revolution die religiöse Praxis auf lange Zeit erstickt hatte. Doch er versuchte auf alle Arten, durch Predigt und überzeugenden Ratschlag, die Mitglieder seiner Pfarrei die Bedeutung und die Schönheit der sakramentalen Buße neu entdecken zu lassen, indem er sie als eine mit der eucharistischen Gegenwart innerlich verbundene Notwendigkeit darstellte. Auf diese Weise verstand er, einen Kreislauf der Tugend in Gang zu setzen. Durch seine langen Aufenthalte in der Kirche vor dem Tabernakel erreichte er, daß die Gläubigen begannen, es ihm nachzutun; sie begaben sich dorthin, um Jesus zu besuchen, und waren zugleich sicher, den Pfarrer anzutreffen, der bereit war zum Hören und zum Vergeben. Später war es dann die wachsende Menge der Bußfertigen aus ganz Frankreich, die ihn bis zu 16 Stunden täglich im Beichtstuhl hielt. Man sagte damals, Ars sei „das große Krankenhaus der Seelen“[20]  geworden. „Die Gnade, die er empfing [für die Bekehrung der Sünder], war so stark, daß sie ihnen nachging, ohne ihnen einen Moment der Ruhe zu lassen“, sagt der erste Biograph.[21] Der heilige Pfarrer sah das nicht anders, wenn er sagte: „Nicht der Sünder ist es, der zu Gott zurückkehrt, um ihn um Vergebung zu bitten, sondern Gott selbst läuft dem Sünder nach und läßt ihn zu sich zurückkehren.“[22] „Dieser gute Heiland ist so von Liebe erfüllt, daß er uns überall sucht.“[23]

Wir Priester müßten alle spüren, daß jene Worte, die er Christus in den Mund legte, uns persönlich angehen: „Ich beauftrage meine Diener, den Sündern zu verkünden, daß ich immer bereit bin, sie zu empfangen, daß meine Barmherzigkeit unbegrenzt ist.“[24] Vom heiligen Pfarrer von Ars können wir Priester nicht nur ein unerschöpfliches Vertrauen in das Bußsakrament lernen, das uns drängt, es wieder ins Zentrum unserer pastoralen Sorge zu setzen, sondern auch die Methode des „Dialogs des Heils“, der sich darin vollziehen muß. Der Pfarrer von Ars hatte gegenüber den verschiedenen Büßern eine jeweils unterschiedliche Verhaltensweise. Wer zu seinem Beichtstuhl kam, weil er von einem inneren und demütigen Bedürfnis nach der Vergebung Gottes angezogen war, fand bei ihm die Ermutigung, in den „Strom der göttlichen Barmherzigkeit“ einzutauchen, der in seiner Wucht alles mit sich fortreißt. Und wenn jemand niedergeschlagen war beim Gedanken an seine Schwäche und Unbeständigkeit und sich vor zukünftigen Rückfällen fürchtete, offenbarte der Pfarrer ihm das Geheimnis Gottes mit einem Ausspruch von rührender Schönheit: „Der liebe Gott weiß alles. Noch bevor ihr sündigt, weiß er schon, daß ihr wieder sündigen werdet, und trotzdem vergibt er euch. Wie groß ist die Liebe unseres Gottes, der so weit geht, freiwillig die Zukunft zu vergessen, nur damit er uns vergeben kann!“[25] Wer sich dagegen lau und fast gleichgültig anklagte, dem bot er durch seine eigenen Tränen die ernste und erlittene deutliche Einsicht, wie „abscheulich“ diese Haltung sei: „Ich weine, weil ihr nicht weint“[26], sagte er. „Wenn der Herr bloß nicht so gut wäre! Aber er ist so gut! Man muß ein Barbar sei, um sich einem so guten Vater gegenüber so zu verhalten!“[27] Er ließ die Reue im Herzen der Lauen aufkommen, indem er sie zwang, das im Gesicht des Beichtvaters gleichsam „verkörperte“ Leiden Gottes wegen der Sünden mit eigenen Augen zu sehen. Wer sich dagegen voll Verlangen und fähig zu einem tieferen geistlichen Leben zeigte, dem öffnete er weit die Tiefen der Liebe, indem er ihm erklärte, wie unbeschreiblich schön es ist, mit Gott vereint und in seiner Gegenwart zu leben: „Alles unter den Augen Gottes, alles mit Gott, alles, um Gott zu gefallen … Wie schön ist das!“[28] Und er lehrte sie zu beten: „Mein Gott, erweise mir die Gnade, dich so sehr wie nur möglich zu lieben.“[29]

Der Pfarrer von Ars hat in seiner Zeit das Herz und das Leben so vieler Menschen zu verwandeln vermocht, weil es ihm gelungen ist, sie die barmherzige Liebe des Herrn wahrnehmen zu lassen. Auch in unserer Zeit ist eine solche Verkündigung und ein solches Zeugnis der Wahrheit der Liebe dringend: Deus caritas est (1 Joh 4, 8). Mit dem Wort und den Sakramenten seines Jesus wußte Johannes Maria Vianney sein Volk aufzubauen, auch wenn er, überzeugt von seiner persönlichen Unzulänglichkeit, oft schauderte, so daß er mehrmals wünschte, sich der Verantwortung des Dienstes in der Pfarrei zu entziehen, dessen er sich unwürdig fühlte. Trotzdem blieb er in vorbildlichem Gehorsam stets an seinem Posten, denn die apostolische Leidenschaft für das Heil der Seelen verzehrte ihn. Durch eine strenge Askese versuchte er, seiner Berufung völlig nachzukommen: „Das große Unglück für uns Pfarrer“, beklagte der Heilige, „besteht darin, daß die Seele abstumpft“[30], und er meinte damit ein gefährliches Sich-Gewöhnen des Hirten an den Zustand der Sünde oder der Gleichgültigkeit, in der viele seiner Schafe leben. Mit Wachen und Fasten zügelte er den Leib, um zu vermeiden, daß dieser sich seiner priesterlichen Seele widersetzte. Und er schreckte nicht davor zurück, sich selbst zu kasteien zum Wohl der ihm anvertrauten Seelen und um zur Sühne all der Sünden beizutragen, die er in der Beichte gehört hatte. Einem priesterlichen Mitbruder erklärte er: „Ich verrate Euch mein Rezept: Ich gebe den Sündern eine kleine Buße auf, und den Rest tue ich an ihrer Stelle.“[31] Jenseits der konkreten Bußübungen, denen der Pfarrer von Ars sich unterzog, bleibt in jedem Fall der Kern seiner Lehre für alle gültig: die Seelen sind mit dem Blut Jesu erkauft, und der Priester kann sich nicht ihrer Rettung widmen, wenn er sich weigert, sich persönlich an dem „teuren Preis“ ihrer Erlösung zu beteiligen.

In der Welt von heute ist es ebenso nötig wie in den schwierigen Zeiten des Pfarrers von Ars, daß die Priester sich in ihrem Leben und Handeln durch ein starkes Zeugnis für das Evangelium auszeichnen. Paul VI. hat zu Recht bemerkt: „Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind.“[32] Damit in uns nicht eine existenzielle Leere entsteht und die Wirksamkeit unseres Dienstes nicht gefährdet wird, müssen wir uns immer neu fragen: „Sind wir wirklich durchtränkt vom Wort Gottes? Ist es wirklich die Nahrung, von der wir leben, mehr als vom Brot und von den Dingen dieser Welt? Kennen wir es wirklich? Lieben wir es? Gehen wir innerlich damit um, so daß es wirklich unser Leben prägt, unser Denken formt?“[33] Wie Jesus die Zwölf rief, damit sie bei ihm sein sollten (vgl. Mk 3, 14), und sie erst danach zum Predigen aussandte, so sind auch in unseren Tagen die Priester berufen, jenen „neuen Lebensstil“ anzunehmen, den Jesus, der Herr, eingeführt hat und den die Apostel sich zu eigen gemacht haben.[34]

Gerade die rückhaltlose Annahme dieses „neuen Lebensstils“ war ein Merkmal des priesterlichen Einsatzes des Pfarrers von Ars. In der Enzyklika Sacerdotii nostri primordia, die 1959, hundert Jahre nach dem Tod von Johannes Maria Vianney, publiziert wurde, stellte Johannes XXIII. dessen asketische Wesensart unter besonderer Bezugnahme auf das Thema der „drei evangelischen Räte“ dar, die er auch für die Priester als notwendig erachtete: „Auch wenn dem Priester zur Erlangung dieser Heiligkeit des Lebens die Verwirklichung der evangelischen Räte nicht aufgrund seines klerikalen Standes auferlegt ist, bietet sie sich ihm wie allen Jüngern des Herrn doch als der normale Weg der christlichen Heiligung an.“[35] Der Pfarrer von Ars verstand es, die „evangelischen Räte“ in der seiner Situation als Priester angemessenen Weise zu leben. Seine Armut war nämlich nicht die eines Ordensmannes bzw. eines Mönches, sondern die, welche von einem Weltpriester erwartet wird: Obwohl er mit viel Geld wirtschaftete (da die wohlhabenderen Pilger nicht versäumten, sich seiner karitativen Werke anzunehmen), wußte er, daß alles seiner Kirche, seinen Armen, seinen Waisen, den Mädchen seiner „Providence“[36], den am meisten notleidenden Familien zugedacht war. Darum war er „reich, um den anderen zu geben, und sehr arm für sich selbst“.[37] Er erklärte: „Mein Geheimnis ist einfach: Alles geben und nichts behalten.“[38] Wenn er mit leeren Händen dastand, sagte er zufrieden zu den Armen, die sich an ihn wendeten: „Heute bin ich arm wie ihr, bin einer von euch.“[39] So konnte er am Ende seines Lebens in aller Ruhe sagen: „Ich habe nichts mehr. Nun kann der liebe Gott mich rufen, wann er will!“[40] Auch seine Keuschheit war so, wie sie für den Dienst eines Priesters nötig ist. Man kann sagen, es war die angemessene Keuschheit dessen, der gewöhnlich die Eucharistie berühren muß und der sie gewöhnlich mit der ganzen Begeisterung seines Herzens betrachtet und sie mit derselben Begeisterung seinen Gläubigen reicht. Man sagte von ihm, „die Keuschheit strahle in seinem Blick“, und die Gläubigen bemerkten es, wenn er mit den Augen eines Verliebten zum Tabernakel schaute.[41] Auch der Gehorsam von Johannes Maria Vianney war ganz und gar verkörpert in der leidvoll errungenen inneren Einwilligung in die täglichen Anforderungen seines Amtes. Es ist bekannt, wie sehr ihn der Gedanke an seine Unzulänglichkeit für den Dienst des Pfarrers quälte und wie sehr ihn der Wunsch umtrieb, zu fliehen „um in Einsamkeit sein armes Leben zu beweinen“.[42] Nur der Gehorsam und seine Leidenschaft für die Seelen konnten ihn überzeugen, an seinem Platz zu bleiben. Sich selbst und seinen Gläubigen erklärte er: „Es gibt nicht zwei gute Arten, Gott zu dienen. Es gibt nur eine einzige: ihm so zu dienen, wie er es will.“[43] Die goldene Regel für ein Leben im Gehorsam schien ihm diese zu sein: „Nur das tun, was dem lieben Gott dargebracht werden kann.“[44]

Im Zusammenhang mit der Spiritualität, die durch die Übung der evangelischen Räte gefördert wird, möchte ich die Priester in diesem ihnen gewidmeten Jahr gern ganz besonders dazu aufrufen, den neuen Frühling zu nutzen, den der Geist in unseren Tagen in der Kirche hervorbringt, nicht zuletzt durch die kirchlichen Bewegungen und die neuen Gemeinschaften. „Der Geist ist vielfältig in seinen Gaben … Er weht, wo er will. Er tut es auf unerwartete Weise, an unerwarteten Orten und in vorher nicht ausgedachten Formen … aber er zeigt uns auch, daß er auf den einen Leib hin und in der Einheit des einen Leibes wirkt.“[45] In diesem Zusammenhang gilt die Anweisung des Dekretes Presbyterorum ordinis: „Sie [die Priester] sollen die Geister prüfen, ob sie aus Gott sind, und die vielfältigen Charismen der Laien, schlichte und bedeutendere, mit Glaubenssinn aufspüren, freudig anerkennen und mit Sorgfalt hegen.“[46] Diese Gaben, die viele zu einem höheren geistlichen Leben drängen, können nicht nur den gläubigen Laien, sondern den Priestern selbst hilfreich sein. Aus dem Miteinander von geweihten Amtsträgern und Charismen kann nämlich „ein gesunder Impuls für ein neues Engagement der Kirche in der Verkündigung und im Zeugnis des Evangeliums der Hoffnung und der Liebe in allen Teilen der Welt“ entspringen.[47] Außerdem möchte ich in Bezugnahme auf das Apostolische Schreiben Pastores dabo vobis von Papst Johannes Paul II. ergänzen, daß das geweihte Amt eine radikale „Gemeinschaftsform“ hat und nur in der Gemeinschaft der Presbyter mit ihrem Bischof erfüllt werden kann.[48] Es ist nötig, daß diese im Weihesakrament begründete und in der Konzelebration ausgedrückte Gemeinschaft der Priester untereinander und mit ihrem Bischof sich in den verschiedenen konkreten Formen einer effektiven und affektiven priesterlichen Brüderlichkeit verwirklicht.[49] Nur so können die Priester die Gabe des Zölibats vollends leben und sind fähig, christliche Gemeinschaften aufblühen zu lassen, in denen sich die Wunder der ersten Verkündigung des Evangeliums wiederholen.

Das Paulusjahr, das sich seinem Ende zuneigt, richtet unsere Gedanken auch auf den Völkerapostel, in dem vor unseren Augen ein glänzendes Beispiel eines ganz und gar seinem Dienst „hingegebenen“ Priesters aufleuchtet. „Die Liebe Christi hat uns in Besitz genommen“, schreibt er, „da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben“ (vgl. 2 Kor 5, 14). Und er fügt hinzu: „Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde“ (2 Kor 5, 15). Gibt es ein besseres Programm, das man einem Priester vorschlagen könnte, der damit beschäftigt ist, auf dem Weg der christlichen Vollkommenheit voranzuschreiten?

Liebe Priester, die Feier des 150. Todestags des heiligen Johannes Maria Vianney (1859) schließt sich unmittelbar an die kaum abgeschlossenen Feiern zum 150. Jahrestag der Erscheinungen von Lourdes (1858) an. Schon 1959 hatte der selige Papst Johannes XXIII. bemerkt: „Kurz bevor der Pfarrer von Ars seine lange verdienstvolle Laufbahn beendet hatte, war in einem anderen Teil Franreichs die Unbefleckte Jungfrau einem demütigen und reinen Mädchen erschienen, um ihm eine Botschaft des Gebetes und der Buße zu übermitteln, deren enorme geistliche Resonanz seit einem Jahrhundert wohlbekannt ist. Tatsächlich war das Leben des heiligen Priesters, dessen Gedenken wir feiern, im voraus eine lebendige Darstellung der großen übernatürlichen Wahrheiten, die der Seherin von Massabielle vermittelt wurden. Er selbst hegte für die Unbefleckte Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau eine glühende Verehrung – er, der 1836 seine Pfarrei der ohne Sünde empfangenen Maria geweiht hatte und dann die dogmatische Definition von 1854 mit so viel Glauben und Freude aufnehmen sollte.“[50] Der heilige Pfarrer erinnerte seine Gläubigen immer daran, daß „Jesus Christus, nachdem er uns alles gegeben hatte, was er uns geben konnte, uns noch das Wertvollste als Erbe hinterlassen wollte, das er besitzt, nämlich seine Mutter“[51].

Der Allerseligsten Jungfrau vertraue ich dieses Jahr der Priester an und bitte sie, im Innern jedes Priesters eine großherzige Wiederbelebung jener Ideale der völligen Hingabe an Christus und an die Kirche auszulösen, die das Denken und Handeln des heiligen Pfarrers von Ars bestimmten. Mit seinem eifrigen Gebetsleben und seiner leidenschaftlichen Liebe zum gekreuzigten Jesus nährte Johannes Maria Vianney seine tägliche rückhaltlose Hingabe an Gott und an die Kirche. Möge sein Beispiel die Priester zu jenem Zeugnis der Einheit mit dem Bischof, untereinander und mit den Laien bewegen, das heute wie immer so notwendig ist. Trotz des Übels, das es in der Welt gibt, sind die Worte Christi an seine Apostel im Abendmahlssaal stets aktuell: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16, 33). Der Glaube an den göttlichen Meister gibt uns die Kraft, vertrauensvoll in die Zukunft zu schauen. Liebe Priester, Christus rechnet mit euch. Nach dem Beispiel des heiligen Pfarrers von Ars laßt euch von ihm vereinnahmen, dann seid in der Welt von heute auch ihr Boten der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens!

Von Herzen erteile ich euch meinen Segen.

Aus dem Vatikan, am 16. Juni 2009

 

BENEDICTUS PP. XVI

 


[1] Dazu hat Papst Pius XI. ihn 1929 erklärt.[2] Le Sacerdoce, c’est l’amour du cœur de Jésus” (in Le curé d’Ars. Sa pensée – Son cœur. Présantés par l’Abbé Bernard Nodet, éd. Xavier Mappus, Foi Vivante, 1966, S. 98). In der Folge: Nodet. Dieser Satz ist unter der Nummer 1589 auch im Katechismus der Katholischen Kirche zitiert.

[3] Nodet, S. 101.

[4] Ebd., S. 97.

[5] Ebd., S. 98–99.

[6] Ebd., S. 98–100.

[7] Ebd., 183.

[8] Monnin A., Il curato d’Ars. Vita di Gian-Battista-Maria Vianney, Bd. I, ed. Marietti, Turin 1870, S. 122.

[9] Vgl. Lumen gentium, 10.

[10] Presbyterorum ordinis, 9.

[11] Ebd.

[12] „Die Beschauung [ Kontemplation] ist gläubiges Hinschauen auf Jesus. ‚Ich schaue ihn an, und er schaut mich an‚, sagte zur Zeit seines heiligen Pfarrers ein Bauer von Ars, der vor dem Tabernakel betete“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2715).

[13] Nodet, S. 85.

[14] Ebd., S. 114.

[15] Ebd., S. 119.

[16] Monnin A., a.a.O., II, S. 430ff.

[17] Nodet, S. 105.

[18] Ebd.

[19] Ebd., S. 104.

[20] Monnin A., a.a.O., II, S. 293.

[21] Ebd., S. 10.

[22] Nodet, S. 128.

[23] Ebd., S. 50.

[24] Ebd., S. 131.

[25] Ebd., S. 130.

[26] Ebd., S. 27.

[27] Ebd., S. 139.

[28] Ebd., S. 28.

[29] Ebd., S. 77.

[30] Ebd., S. 102.

[31] Ebd., S. 189.

[32] Evangelii nuntiandi, 41.

[33] Benedikt XVI., Homilie in der Chrisam-Messe, 9.4.2009.

[34] Vgl. Benedikt XVI., Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der Kongregation für den Klerus, 16.3.2009.

[35] Teil I.

[36] Diesen Namen gab er dem Haus, in dem er über 60 verlassene Mädchen aufnehmen und erziehen ließ. Um es zu erhalten, war er zum äußersten bereit: „J’ai fait tous les commerces imaginables – Ich habe dafür alle Geschäfte gemacht, die man sich nur vorstellen kann“, sagte er lachend (Nodet, S. 214).

[37] Nodet, S. 216.

[38] Ebd., S. 215.

[39] Ebd., S. 216.

[40] Ebd., S. 214.

[41] Vgl. Ebd., S. 112.

[42] Vgl. Ebd., S. 82-84; 102-103.

[43] Ebd., S. 75.

[44] Ebd., S. 76.

[45] Benedikt XVI., Homilie zur Pfingstvigil, 3.6.2006.[46] Nr. 9.

[47] Benedikt XVI., Ansprache an die Bischöfe, die der Fokolarbewegung und der Gemeinschaft „Sant’Egidio“ nahestehen, 8.2.2007.

[48] Vgl. Nr. 17.

[49] Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 74.

[50] Enzyklika Sacerdotii nostri primordia, Teil III.

[51] Nodet, S. 244.

Sister Lucia of Fatima ‘said Russia’s prophecy was fulfilled’

A statue of Our Lady of Fatima is on display inside the Shrine of Our Lady of Fatima in Riverview, Michigan (CNS photo/Dan Meloy, The Michigan Catholic)

Archbishop of Minsk, Belarus, said she made the remark after learning he was the Catholic Archbishop in Moscow

People in the former Soviet republic of Belarus have a great devotion to Our Lady of Fatima, and so does the archbishop who leads them.

Archbishop Tadeusz Kondrusiewicz of Minsk, Belarus, who served as archbishop of Moscow from 1991 to 2007, speaks passionately about his devotion to Our Lady of Fatima, who appeared to three children in Portugal in 1917.

“The idea of Fatima, the idea of the conversion of Russia – it’s in my heart,” he told Catholic News Service during a late-March visit to Washington.

“You will never find a church without a statue of Our Lady of Fatima in my country,” he added.

Archbishop Kondrusiewicz said he met three times with Carmelite Sister Lucia dos Santos, one of the three children who received the visions of Mary.

At the first meeting, in 1991, he told Sister Lucia that he was the Catholic archbishop in Moscow. “She asked several times, ‘Is it true?’”

“‘So,’ she said, ‘it means the prophecy of Fatima is fulfilled,’” Archbishop Kondrusiewicz said.

Part of the Fatima message – contained in a vision to Sister Lucia and her cousins – warned of the rise of communism, but also spoke of the ultimate triumph of the Immaculate Heart of Mary, especially in Russia if the country was consecrated to her Immaculate Heart. Although some Fatima devotees have debated whether the consecrations were carried out properly, Popes Pius XII, Paul VI and John Paul II each entrusted the world, and Russia in particular, to Mary. Archbishop Kondrusiewicz said Sister Lucia assured him that it was done correctly.

Archbishop Kondrusiewicz said Sister Lucia told him to work with the Orthodox, and she sent a statue of Our Lady of Fatima with him to give to Patriarch Alexei II of Moscow, who was patriarch of the Russian Orthodox Church at the time.

“Later, I saw the statue on his table several times,” the archbishop said.

In honour of the 100th anniversary of the first time Mary spoke of Russia in the apparitions, he said, two pilgrimages from Belarus will meet in Fatima on July 13.

As far as Sister Lucia’s instructions to work with the Orthodox, the archbishop said the two churches applied to open counselling centres in abortion hospitals and received government permission.

“We saved a lot of lives,” he said, adding that the two churches along with some Protestant communities lobbied to change the Belarusian law to limit instances in which abortion is allowed.


Archbishop Tadeusz Kondrusiewicz of Minsk, Belarus (Photo: CNS)

 

Archbishop Kondrusiewicz told CNS that, as in other European countries, a growing secularism is threatening family life. He said about 50 per cent of Belarusian couples are divorced and, unfortunately, Catholic couples are part of the statistic. The Church is sending family consultations teams – psychologists, doctors, priests and nuns – to different parishes, “and people are coming,” he said.

During a large part of the 20th century, Belarus was under communist rule and there were no churches, the archbishop said, but parents taught their children to pray every day. Now there are churches, but many parents do not take their children to church after their first Communion at age seven or eight.

The city of Minsk – with about 400,000 Catholics – has five churches, six chapels and seven churches under construction.

“It’s not easy to receive permission to build a church, but we are receiving permission, and we are receiving land for free,” said Archbishop Kondrusiewicz.

About 20 per cent of the nation’s 500 priests are from other countries, and the head of the nation’s Religious Affairs Department is making it difficult for them to stay. The same government official has said that when the Council of European Bishops’ Conferences holds its plenary in Belarus in late September, participants must receive special permission to celebrate Mass in public.

Archbishop Kondrusiewicz was in the United States seeking support for a new Catholic business university. He said he often is invited to speak at secular universities about moral values and ethics. “Our society, they feel this necessity. They say, ‘Please come.’”

He said there is a university for sale in Minsk, with the potential to buy it on the condition that current students must be allowed to finish their course of studies. He is not sure such a university would succeed, “but we are trying to move stone.”

He also expressed thanks for all the support Catholics in the United States and other Western countries gave former Soviet republics after the fall of communism. As a Catholic in the former Soviet Union, he said, he was only “able to dream about” things like reconstruction and renovation of churches.

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Papst segnet Statue, die Bombardierung von Monte Cassino überstand

Monte Cassino, Benediktinerbatei, 19. Mai 1944 / Wikimedia Commons – McConville (Sgt), No 2 Army Film & Photographic Unit, Public Domain

Die Statue des heiligen Antonius von Padua
gilt als Symbol der Wiedergeburt der italienischen Stadt

Im Laufe der heutigen Generalaudienz hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz eine Statue des heiligen Antonius von Padua aus der gleichnamigen Pfarrei in Cassino, im unteren Latium, gesegnet.

Bekanntlich war die Kleinstadt in der italienischen Provinz Frosinone, südlich von Rom, im Laufe des Zweiten Weltkriegs Ziel massiver Luftangriffe.

Am Freitag, den 10. September 1943, um zehn Uhr morgens, führten die Alliierten zum ersten Mal ein verheerendes Bombardement auf Cassino aus, wobei 105 Menschen das Leben verloren.

Die eigentliche Schlacht um die strategisch sehr wichtige Stadt und den Berg Monte Cassino, auf dessen Gipfel die berühmte vom heiligen Benedikt von Nursia gegründete Benediktinerabtei liegt, dauerte vom 17. Januar bis 18. Mai 1944.

Die schwersten Bombardements fanden am 15. März 1944 statt, als 575 Bomber und 200 Jagdbomber die Stadt und den Berg angriffen.

Am Ende standen nur noch die Mauern der Pfarrkirche des heiligen Antonius von Padua, sowie die Statue des 1195 in Lissabon (Portugal) geborenen Heiligen aufrecht.

„Die ganze Zone wurde dem Erdboden gleichgemacht“, erzählte der heutige Pfarrer, Don Benedetto Minchella, der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“.

Die Schlachten um Monte Cassino, in der rund 20.000 deutsche und mehr als 50.000 alliierte Soldaten den Tod fanden, gelten heute als Beispiel für die Sinnlosigkeit des Krieges. (pdm)

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Fátima: Papst kann Francisco und Jacinta Marto heiligsprechen

Fatima / Wikimedia Commons – Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5 (Cropped)

Die dazu erforderlichen Wunder wurden am Donnerstag genehmigt

Jetzt ist es soweit: Papst Franziskus kann im Laufe seiner Pilgerreise am 12. und 13. Mai nach Fátima zum Anlaß des 100-jährigen Jubiläums der Marienerscheinungen in der Cova da Iria zwei der drei Seherkinder, die Geschwister Jacinta und Francisco Marto, heiligsprechen.

Franziskus empfing am Donnerstag den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Angelo Amato, in Privataudienz und genehmigte die für die Heiligsprechung erforderlichen Wunder, wie der vatikanische Pressesaal mitteilte.

Die beiden Hirtenkinder wurden während des Heiligen Jahres 2000 vom heiligen Johannes Paul II. seliggesprochen. Es wird das erste Mal sein, dass Kinder, die keine Märtyrer sind, kanonisiert werden. Schon ihre Seligsprechung stellte aus diesem Grund eine Besonderheit dar.

Was jetzt noch fehlt, ist die notwendige Zustimmung durch ein Kardinalskonsistorium, aber dies soll italienischen Medien zufolge am Donnerstag nach Ostern, am 20. April, einberufen werden.

Francisco Marto (1908-1919) starb am 4. April 1919 mit nicht einmal elf Jahren an der spanischen Grippe. Auch Jacinta (1910-1920) erlag am 20. Februar 1920 mit nur neun Jahren der Grippe. Im Jahr 1917 war die Jungfrau Maria beiden Kindern und ihrer Cousine Lucia dos Santos (1907-2005) erschienen.

Der Seligsprechungsprozess der Cousine wird bearbeitet. Die diözesane Phase des Verfahrens wurde am 13. Februar im Karmel von Coimbra (Portugal) feierlich abgeschlossen.

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Teresa de Los Andes (1900-1920)

Heiligtum, Auco, Chile / Wikimedia Commons – Rodrigo Pizarro, CC BY-SA 2.0

Karmelitin und Heilige

Teresa de Los Andes ist nicht nur die erste chilenische Heilige, sondern auch die erste Heilige aus dem Karmeliterorden außerhalb Europas.

Juanita Fernández Solar wurde am 13. Juli 1900 in Santiago geboren. Sie wuchs in einer wohlhabenden, gläubigen Familie auf und wurde im christlichen Glauben erzogen. Schon als Jugendliche fühlte sie die Berufung zu einem gottgeweihten Leben. Sie studierte die Heilige Schrift und die Schriften der Heiligen, so z.B. der heiligen Theresa von Lisieux, und verspürte immer stärker den Wunsch, sich einer Ordensgemeinschaft anzuschließen. Sie nahm schließlich Kontakt zu Mutter Angelica, der Priorin der Karmeliterinnen in Los Andes, auf.

Als ihre Mutter von ihren Plänen erfuhr, versuchte sie, ihre Tochter von der Idee abzubringen. Auch die restlichen Familienmitglieder sprachen ihre Zweifel aus. Am 7. Mai 1919 trat sie dennoch den Karmeliterinnen bei und nahm den Namen Teresa de Jesus an. Schnell gewöhnte sie sich in die Ordensgemeinschaft und das Klosterleben ein.

In der Osterwoche des Jahres 1920 erkrankte Teresa de Los Andes schwer und starb am 12. April. Sie wurde am 3. April 1987 vom heiligen Johannes Paul II. in Santiago heiliggesprochen. Jährlich pilgern rund 100.000 Gläubige zu ihrem Heiligtum in Auco.

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Freude über die Seligsprechung von Erzbischof Oscar Romero

Bischöfe El Salvador / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

„Ad limina“-Besuch der Bischöfe aus El Salvador

In einem Interview mit ZENIT hat Bischof Fabio Colindres Reynaldo Abarca aus El Salvador ein zweistündiges Gespräch mit Papst Franziskus als „spektakulär“ bezeichnet. Colindres Abarca ist Sprecher der Bischöfe in dem mittelamerikanischen Land, die zum „Ad limina“-Besuch beim Oberhaupt der katholischen Kirche nach Rom gereist waren.

„Der Papst empfing uns fast zwei Stunden lang, zu einem Treffen ohne Tagesordnung. Das Klima war von einer großen Brüderlichkeit und Einheit mit dem Papst geprägt“, sagte der salvadorianische Bischof.

„Jeder von uns hat die Realität seiner Diözese zum Ausdruck gebracht, und der Papst hat uns ermutigt, mit Begeisterung, mit Liebe, weiterzumachen, und er bestand sehr auf der Barmherzigkeit in schwierigen Fällen, über die wir sprechen konnten.“

Der Papst habe auch seine Freude über die Seligsprechung von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero gezeigt. In Rom würden derzeit Berichte über ein Wunder aus der Ortskirche geprüft. Er erinnerte daran, dass Erzbischof Romero vor hundert Jahren, im Jahr 1917, geboren wurde und als Erzbischof während der Militärdiktatur Menschenrechtsverletzungen anprangerte. Ein Mitglied der Nationalgarde ermordete ihn am 24. März 1980, während er eine heilige Messe zelebrierte.

Zehn Jahre später begann sein Seligsprechungsprozess. Unter dem Vorsitz von Kardinal Angelo Amato wurde er am 23. Mai 2015 selig gesprochen. Er ist der erste Selige aus El Salvador und der erster Märtyrererzbischof aus Amerika.

Die Bischöfe hätten den Papst zu einem Pastoralbesuch eingeladen und um die Heiligsprechung Romeros gebeten. „Der Papst lächelte mit großer Zuneigung und drückte seine Zufriedenheit aus“, berichtete der Bischof. Auf ein Datum habe er sich jedoch nicht festlegen wollen. Glaubhaft versicherte er wohl seinen Wunsch, dass dies verwirklicht werden möge.

Das Hauptproblem des Landes sei Gewalt, die sehr viel Armut erzeuge sowie soziale Instabilität, die Ehe und Familie betreffe. Der Ortskirche liege daher viel daran, zu einem festen Glauben, einer tiefen Lehre und zur Soziallehre der Kirche zu erziehen. Das grundlegende Thema sei das der Versöhnung in der Mitte dieser Gewalt. Für Bischof Colindres ist dies den „Kriegen“ und „sozialen Problemen“, der „Politisierung und Polarisierung aller Themen auf nationaler Ebene“ geschuldet. (mk)

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Südtirol: Neuer Seliger steht für politisches Christentum ein

Josef Mayr-Nusser – RV

Sie nannten ihn Pepi: Josef Mayr-Nusser wurde am 27. Dezember 1910 bei Bozen geboren. Er war in der schwierigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ehrenamtlich sehr aktiv und wurde Präsident der Katholischen Jungmänner und der Bozner Vinzenzkonferenz. 1939 waren die Südtiroler vor die Wahl gestellt, nach Deutschland überzusiedeln und die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten, oder in Italien zu verbleiben und Kultur und Staat Italiens anzuerkennen. Pepi entschloss sich im Zug dieser so genannten Option dazu, anders als die Mehrheit der Südtiroler, in der Heimat zu bleiben und wurde damit zum „Dableiber”. Als 1943 Südtirol von den deutschen Truppen besetzt wurde, wurde Pepi zur deutschen Wehrmacht einberufen. Mit 80 anderen Südtirolern kam er nach Konitz in Ostpreußen, wo man alle der Waffen-SS zuteilte. Pepi machte die Ausbildung mit. Doch einen Tag vor der Eidesleistung erklärte er, dass er den Eid aus Gewissensgründen nicht leisten könne. Entgegen aller Hoffnungen wurde er in Danzig wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und sollte in Dachau erschossen werden. Doch Pepi erlag noch während des Transports am 24. Februar 1945 im Viehwaggon seinen Strapazen. Sein Leichnam wurde 1958 nach Südtirol überführt. Seine letzte Ruhestätte findet er nun im Bozner Dom, wo an diesem Samstag er seliggesprochen wird.

Um 10 Uhr wird Kardinal Angelo Amato, der Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse, mit zur Zeit zwölf angesagten Bischöfen zur Seligsprechungsfeier in den Dom einziehen. Der Südtiroler Bischof Ivo Muser bezeichnet diesen Tag als „Tag der Freude und des Glücks“, wie er nur wenigen anderen Ortskirchen zuteilwird. Er verbinde mit diesem Tag auch die große Hoffnung, dass diese Freude weit über den Samstag hinaus reichen werde.„Das ist meine ganz große Hoffnung, dass die Auseinandersetzung mit Joseph Mayr-Nusser nicht auf zwei Tage beschränkt bleibt, so wichtig und so erfreulich diese beiden Tage für uns alle sind. Entscheidend wäre es – und das ist für mich auch eine pastorale Priorität – dass wir uns mit dieser Gestalt auseinandersetzen. Ich sag es auch bewusst so, dass wir uns von dieser Gestalt herausfordern und provozieren lassen, weil diese Gestalt hat uns Entscheidendes zu sagen über unsere Einstellung zum Leben und wie sehr der eigene Glaube sich hineinsagen muss in unsere Beziehungen, in unsere Arbeit, auch in unsere politischen Entscheidungen.“Was dieser Selige gerade auch unserer Zeit zu sagen hat, ist für den Bischof weiter:„Joseph May-Nusser wäre nicht einverstanden mit einem Credo, das heute von vielen vertreten wird: Glaube ist Privatangelegenheit. Joseph Mayr-Nusser war nicht der Überzeugung, der Glaube gehört nur in die eigenen vier Wände hinein oder in die Sakristei: „Der Glaube muss sich zeigen, der Glaube muss sich auswirken“. Deswegen redet er so oft in seinen Briefen oder auch in seinen Vorträgen an die Jugendlichen, es geht um das Zeugnis geben, es geht dafür, dass der Christ einsteht für das, was er vom Evangelium erkannt hat und genau darin liegt seine Aktualität – Glaube ist nicht etwas Privates, Glaube ist in diesem Sinne tatsächlich immer auch politisch.“ Dies sei natürlich nicht parteipolitisch oder tagespolitisch zu verstehen, so Bischof Muser. Denn „die Verquickung zwischen Thron und Altar“ wie in alten Zeiten wolle keiner wieder erleben.„Aber der Glaube,“ so der Bischof weiter, „ist zutiefst politisch. Es geht darum, dass gläubige Menschen versuchen von ihrer Haltung, von ihrer Einstellung her die Gesellschaft mitzugestalten. Hoffentlich so mitzugestalten, dass ein doppeltes Ja, das für Joseph Mayr-Nusser fundamental war, dass ein doppeltes Ja deutlich wird, ein entschiedenes Ja zu Gott und aus diesem entschiedenen Ja zu Gott heraus ein entschiedenes Ja für den Menschen, vor Allem auch für jene Menschen, die nicht an der Sonnenseite des Lebens stehen und die oft keine Stimme in unserer Gesellschaft und auch in unserer Politik haben.“

(radio grünewelle/rv 17.03.2017 mg)