Maria Martha Chambon und ihr Umgang mit dem Jesuskind

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …“

Kindliche Jesusliebe und geistliche Kindschaft

Es wäre schwer, die innige und kind­liche Liebe der Schwester Maria Martha Chambon (siehe DZM April 1991 und folgende*) zu ihrem lieben, kleinen Jesus wiederzugeben, unmöglich, den zärtli­chen, naiven Verkehr und ihre Vertrau­lichkeit mit Ihm zu beschreiben. Ihn hat­te sie stets im Sinne, Ihn hatte sie vor den Augen wie das innere Licht ihrer Seele. Mit großer Kindes-Scheu fürchtete sie, Ihm zu mißfallen, und mit dem innigsten Verlangen ihres Herzens suchte sie Ihm zu gefallen, Ihn zu lieben, Ihn zu erkennen, Ihn zu schauen und Ihn durch Seine Gnade zu eigen zu haben.

Jeden Morgen machte sich das Jesus­kind für sie sichtbar in der hl. Kommuni­on; aber das konnte der Innigkeit ihrer gegenseitigen Liebesglut nicht genü­gen … Jesus wollte die beständige Ge­sellschaft dieser Seele … denn in ihr widerspiegelte sich die Reinheit und Un­befangenheit Seiner göttlichen Kindheit wie in einem klaren Kristall.

Sie hatte zwar eine rauhe Schale, aber unter derselben verbarg sich in Wirklich­keit etwas so Feines, so Unschuldiges, so Gottverklärtes. Deshalb hatte der Hei­land sie dazu auserwählt, das Werkzeug zu sein, wodurch Er Sein Werk vollbrin­gen konnte. Sie ließ Ihn auch voll und ganz wirken. Die innere Berührung Sei­ner Gnade erfüllte sie mit der verborge­nen Gegenwart Seiner Kraft und führte sie in immer mächtigerer Sehnsucht, Ihm zu gefallen und Ihn zu lieben, zur glühenden Heilands- und Himmels­schau. – Durch dieses beständige, gna­denvolle Hinschauen auf Jesus wirkte Gott in ihrer Seele und erleuchtete sie mit gesegnetem, hellleuchtendem Licht, das sie durch und durch mit grenzenlo­sem Vertrauen in Gott erfüllte.

„Dieses Vertrauen ist einfach und ganz kindlich“, schreibt ihre Oberin. „Sie geht zu unserm Heilande wie ein kleines Kind zum liebevollsten Vater.“

Mit wirklich freudigem Interesse ent­deckt man diesen neuen reizvollen Zug in ihrem Gesichtsausdruck, den sie von ihrer innern Gottanschauung hat.

Hielte man sich aber nur an das bis jetzt Erzählte, bekäme man von der See­le der begnadeten Schwester nur ein unvollkommenes Bild. Wenn auch ein wenig streng in ihrer „Mission“ des Ge­betes und der Sühne, so war Schwester Maria Martha doch ein rührendes Bei­spiel inniger Kindlichkeit mit Gott, mit der allerseligsten Jungfrau, mit den Hei­ligen … und ganz besonders mit dem Jesuskind.

Sie teilte mit dem gekreuzigten Jesus Seine demütige Opferwilligkeit und Sei­ne büßende und sühnende Leidens­passion. Aber auch in Gesellschaft mit dem Kinde Jesus führte sie ein frohes mystisches Kindesleben.

Ihre seit dem Kindesalter begonnenen Beziehungen mit Jesus, welche sich in eine tiefe „Jesusmystik“ gestalteten und einen wahren Cherubinischen Wandel in ihr erzeugten, wurden im Kloster von einer sich beständig steigernden liebe­vollen Vertraulichkeit: für die irdisch notwendigen Dinge sowohl als für die Seelenangelegenheiten.

Wie oft flehte sie um den Gnaden­beistand ihres kleinen Jesus, wenn sie am Ende ihrer Kraft war, oder wenn sie wegen Mangel an Zeit eine rasche Jesus­hilfe benötigte.

Eines Tages war Schwester Maria Mar­tha sehr leidend und um 1 Uhr des Nachmittags noch nüchtern. Sie über­legte deshalb bei sich, wie sie die etwas verspätete Arbeit rechtzeitig genug voll­enden könnte. „Guter Meister“, sagte sie, „Du siehst, wie ich dran bin, was soll ich jetzt machen?…“

Kaum hatte sie ausgeredet, da steht neben ihr ein herziges Kind von sechs Jahren, das zu ihr spricht: „Wenn du es erlaubst, so werde Ich dir helfen“ … „Ach, wie gerne, mein liebster Jesus! Ich verlasse mich auf Dich.“ – „Ich bin der Freund des Seelenfriedens“, erwiderte das göttliche Kind, „und ein Feind der Verwirrung … Ich will, daß du stets bei Mir seist und in Mir dich aufhaltest.“

Mit Jesus und unter Seiner göttlichen Obhut war nun alles recht bald beendet: der Tisch abgedeckt, Teller und Bestecke gewaschen, Chor und Refek­torium gekehrt, das Vesperbrot der Schülerinnen zubereitet und so der Dinge viele … Um zwei Uhr war die Schwester regelrecht fertig für die geistliche Lesung. Jesus blieb jedoch bei ihr bis gegen drei Uhr, wo Er verschwand und sie in Himmelswonne zurückließ. Um fünf Uhr, als die Begnadete sich in die Kapel­le zum Chorgebete begab, fand sie ih­ren lieben kleinen Jesus wieder.

Manchmal bot ihr das Jesuskind mit einer unbeschreiblichen Herzensgüte selbst Seine Dienste an: „Befiehl du, und Ich werde tun, was du willst.“ – „Nun gut, mein liebster Jesus, hilf mir das Refektorium besorgen …“ Und Schwester Maria Martha sah, wie das göttliche Kind vor ihren Augen sämtli­che Reinigungsarbeiten machte und die Tische zubereitete.

„Ich will, daß du fortfahrest, alles für Mich zu tun“, sprach Jesus zu ihr. „Beanspruche nur keine andere Hilfe in deinem Amt, Ich werde selber dein Gehilfe sein.“ Und Derjenige, dem die Engel dienen, stellte sich an den Spülstein! …

So wurde Schwester Maria Martha in Jesu Hand gleichsam ein totes Wesen, dessen Fähigkeit allein von Seiner Gna­de kam. – Sie sieht, wie Jesus ihr alles ist und alles wirkt. Darum begehrtsie nichts, als in Liebe und Treue Ihm zu gefallen und Seinen Dienst zu versehen. Sie trachtet darnach, die innere Anschauung Jesu jeden Augenblick zu bewahren, Ihn immer vor ihren Geistesaugen zu haben und in Liebe sich an Ihn zu binden.

In solch innerer und äußerer Gesell­schaft verging die Zeit mit Blitzesschnelle. Ihr Herz entzündete sich mit immer wachsender Liebe zu ihrem „kleinen göttlichen Gehilfen, der so anmutig … so liebenswürdig war …“ Dieses Plätz­chen des Hauses ward zu einer wahren Himmelsecke. Engel wurden dort sichtbar und begleiteten das liebe Jesuskind, und die gute Schwester fand, daß das Spülen nur zu schnell beendigt war. –

In ihrer kindlichen Einfalt glaubte sie, es könnte irgend eine Schwester in die­sem Augenblick kommen und sehen, wie das Jesuskind die Teller wusch oder beim Abtrocknen behilflich war … sie schloß daher recht sorgfältig die Türe, damit ja niemand eine Ahnung habe, was dort für Himmlisches vorging.“ (Ma­nuskript)

Die Laienschwestern waren oft über diese außergewöhnliche Arbeitstätigkeit und diese besondere Fertigkeit sehr er­staunt. Sie konnten nicht begreifen, wie Schwester Maria Martha es anstellte, um die viele Arbeit allein zu bewältigen. Hier liegt also des Rätsels Lösung …

Jesus, und Jesus allein war der Urhe­ber dieser Wunderwelt. Wie die Kraft des Sonnenlichtes herabsteigt in alles Lebendige, um es zur vollen Entfaltung zu bringen, und wie durch die regen­spendende Wirkung der himmlischen Wärme am guten Baume die gute Frucht gezeitigt wird, so kam auch in die Seele dieser Auserwählten die Jesus-Wärme, um in ihr die Sühnereife zur vollen Ent­faltung zu bringen und den vollen Jesus-­Geist und Kindessinn zu erzeugen.

Jesus sagte ihr dann: „Kind, wir bilden die heilige Kindheit … wir zwei du und Ich … die zwei kleinen Kinder zusammen.“ – „0 Jesus, Du Guter, Du Liebster, wie ich Dich liebe! …“ erwiderte sie. Und Jesus antwortete: „Sprich immer so zu mir, selbst dann, wenn du Mich nicht siehst. Ich werde dann umso glücklicher sein, weil Ich immer auf dich höre.“

Als Er sich zurückzog, sprach Er noch voll Zärtlichkeit: „Meine liebste Braut, bist du so zufrieden mit Mir? … Helfe Ich dir nicht gut? …“

Nicht weniger anmutig und unver­geßlich waren die Ereignisse, die sich im Kloster zutrugen.

Für unsere Schwester war die Obst­ernte eine liebliche, köstliche Zeit. Sie unterhielt sich dann beständig und manchmal sogar laut mit dem Geliebten ihrer Seele.

In einer Art Hingerissenheit des Gei­stes plauderte sie liebevoll mit ihrem Jesus, der das einzige Ziel ihrer Sehn­sucht und der Urgrund ihrer Liebe war. Bevor sie in den Garten ging, sprach sie mit kindlicher Unbefangenheit: „Lieb Jesulein, komm und gehe mit mir arbei­ten; denn ich darf ja nicht im Chore bleiben.“ Und sie gingen zusammen wie kleine Geschwister …

Manchmal sprach als erster „ihr kleiner Jesus“ schon früh morgens zu ihr: „Kind, es ist Zeit, beeile dich! … wir gehen …“

Sie beeilte sich dann und trug zwei große Körbe in den Garten. Der kleine Jesus begleitete sie … Sie sah, wie Er mit ihr die Früchte einsammelte, wie Er mit Eile zugriff … Zu Zweien war die Arbeit in einem Nu erledigt, und die Körbe füllten sich mit schönen Pflaumen, daß es eine Freude war … Aber ach, wie schwer, welche Bürde ! … Schwester Maria Martha kann sie nicht einmal he­ben: „Guter Meister, sagt sie deshalb, „ich kann diese schweren Körbe unmög­lich tragen … hilfst Du mir aber, so wird es schon gehen.“ Und ihr kleiner göttli­cher Gehilfe läßt sie nicht in Verlegen­heit, und beide kommen mit der geteil­ten Last ins Kloster zurück, indem sie sich gegenseitig behilflich sind.

Aber nicht nur in äußern Arbeiten half das liebe Jesuskind Schwester Maria Martha, sondern auch für die Seelenan­gelegenheiten bestand dieselbe Vertrau­lichkeit.

In verschiedenen Exerzitienkursen belehrte und erleuchtete das kleine Je­suskind Seine Lieblingschwester und machte sie aufmerksam auf die Schwie­rigkeiten und so manche Langsamkeiten, welche die Flügel der Seele beschnei­den und den Aufstieg nach den lichten Höhen hemmen könnten. So sprach Er zu ihr im Jahre 1878: „Bei deiner Gewissenserforschung und dei­nem Partikularexamen ziehe vor allem das in Betracht, was in deinem Betragen nicht mit Mir übereinstimmt.“

Darauf enthüllte das anbetungswür­dige Kind Sein Herz und erklärte Seiner Braut: „Siehe, wie in diesem klei­nen Herzen alle Meine Kenntnis­se eingeschlossen sind. Meine Wunden, Meine Leiden! usw. … aber all die Gnaden, die Ich dir bis jetzt geschenkt, sind noch viel größer.“

Die glückliche Schwester sah nun voll Entzücken, in einem Meere von Flam­men, das Herz des Welterlösers Emmanuel, und wie Er mit Seinem klei­nen Finger auf Sein kleines Herz hinzeig­te. Und Jesus fügte hinzu: „Um all dies verstehen zu können, muß man die Harmlosigkeit und Naivität eines kleinen Kindes besitzen, das alles glaubt, was man ihm nur sagt, ohne mit irgendwelcher weltlichen Menschenweisheit zu urteilen. Ein Kind hält sich arglos und vertrauensinnig bei seinem Vater und bei seiner Mutter auf. Es weiß, daß ihm dort ein lieben­des Herz entgegenschlägt, das ihm alles verzeiht! … Ich bitte dich, Mein Kind, verliere die Zeit deiner geistlichen Übung nicht mit dem vielfachen Aufsuchen deiner Fehler, sondern benütze sie, um Mich in inniger Beschau­ung zu betrachten!“ (Vgl. DZM Dez. 1993, Seite 8629 u.f.!)

Am letzten Tag der Einsamkeit von 1885, an welchem sie die Gegenwart Jesu noch inniger genoß, gab das gött­liche Kind ihr folgende Versicherung: „Wenn du Mich nicht verlässest, werde Ich dich auch nie verlas­sen.“

Immer kommt der Heiland auf die geistige Kindschaft und auf die Kindlich­keit zurück; denn das Charakteristische im Kinde ist Naivität, Einfalt und Un­schuld. Kinder haben etwas Unverdor­benes, Reines an ihrem ganzen Wesen. Sie gehen durch die Gefahren der Welt wie Fremdlinge, sie blühen wie Lilien unter den Dornen. – Den Kindesnaturen liegt eine unbefangene Heiterkeit zu­grunde, sie bleiben in ihrer Harmlosig­keit und Arglosigkeit Kindern gleich, sie haben wie ein Kindesparadies im Her­zen. – Unschuld, Friede, reine Freude ist der Anteil dieser Kinder; sie sind glück­lich, ohne zu denken, daß sie es sind; sie haben keinerlei Sorgen. Eine unbegrenz­te Heilandsliebe, eine ausnahmslose Hingabe an den Willen Gottes und ein unzerstörbarer Seelenfrieden sind die­sen auserwählten Herrgottskindern eigen; sie sind wie verklärt durch die Unmittelbarkeit des Verkehrs mit Gott und eine daraus erwachsende Glaubensfestigkeit. In ihrer Seele gedeihen die Güter des Gottesfriedens in heiliger Opferwilligkeit, und in ihrenAugen sieht man die reinste Seelenfreude wie die weißen Kieselsteine auf dem Grunde eines klaren Bergsees.

Schwester Maria Martha mußte be­sonders zur hl. Kommunion hinzutreten wie ein kleines Kind zum Tische des Vaters; denn unser Herr sprach zu Sei­ner Magd: „Kind! hast du Hunger, so komme Nahrung holen; aber zu diesem Zwecke mußt du wie ein Kind, sein … Die Seele des Kindes ist ohne Bosheit, unschuldig, einfältig und vertrauens­innig. Befindet sich die Seele in diesem kindlichen Zustande, so eilt sie geraden Weges mit Rie­senschritten zu Mir hin, es be­steht für sie kein Hindernis.“

Die Oberin schreibt: „Das Herz dieser glücklichen Tochter kann nur an Jesus denken.“

Die sichtbare Gegenwart des göttli­chen Kindes, welches mit ihr arbeitet und ihr Schritt auf Schritt folgt, verläßt sie sozusagen nie. Des öftern hört man sie sprechen: „Mutter, ich bin ebenso nahe bei Ihm, wie ich bei Ihnen bin.“ (Manu­skript)

Gewöhnlich waren es die Festtage, an denen das liebe Jesuskind die Schwe­ster mit besonderen Belehrungen über die geistliche Kindschaft und mit besondern Gunsterweisungen auszeich­nete: „Hier bin Ich“, sagte Er, „heute ist ein großer Feiertag, und Ich komme, um dich freudig und fest­lich zu stimmen, Meine kleine Braut! … Lerne von meinem „Klein-sein“ und von Meinem „Kind-sein“, daß du Mir ähnlich werden mußt, ganz wie ein kleines Kind! Das ist die Gnade, die Ich dir schenke … Erkenne Meine Gaben … betrachte auch dein Elend und verliere es nur nicht aus den Augen …“ – „Wie sollte ich nicht mein Elend schauen, gutes Jesulein?“ sagte das glückliche Kind. „Aber sei Du mein Weg und mein Licht, denn ohne Dich kann ich mein Verspre­chen nicht halten! …“

Da Schwester Maria Martha eine Toch­ter des Poverello von Assisi, des hl. Fran­ziskus und des hl. Franz von Sales war, feierte sie mit seraphischer Inbrunst und Liebe das Weihnachtsfest, das den zwei Patriarchen so teuer war. Das Jesuskind offenbarte sich ihr in immer neuen Rei­zen und in einer solch wunderschönen Lieblichkeit, daß die Stunden mit er­staunlicher Schnelligkeit vorbeieilten, ohne daß sie sich dessen bewußt war. Sie gab sich mit kindlichem Herzen den Freuden dieses „Jesus-Schauens“ hin, und des andern Morgens fand man sie noch immer im Chore kniend, in dersel­ben Haltung wie am Vorabend. Sie hat­te nichts gehört und nichts gesehen, als nur das stille „Jesus-Glück‘ und den zar­ten Herzensjubel an der Krippe des neu­geborenen Gotteskindes. Diese Gele­genheiten benutzte Jesus, um Seine klei­ne Braut zu belehren, um ein gefügiges Werkzeug aus ihr zu machen und Sein Werk in ihrer Seele zu vollbringen.

Eines Tages, es war wieder der 24. Dezember, da schaute sie den ganzen himmlischen Hof der Engel und Heili­gen, welche die Krippe umgaben. Und Jesus sprach zu ihr: „Meine Tochter, willst du ein glutvolles Wohlge­fallen an Mir haben, so mußt du sein wie diese, welche du hier siehst … Ich will, daß Welt und Erde dir nichts mehr gelten, daß aber dein Herzenssinn und deine Gedanken immer bei Mir seien.“

Etwas später, auf Weihnachten, war es die allerseligste Jungfrau, welche der Bevorzugten das Jesuskind brachte mit denWorten: „Meine Tochter, ich übergebe dir meinen Sohn, aber du mußt klein sein, so klein wie Er … denn kleine Kinder wollen nur bei kleinen Kindern sein.“

Der anbetungswürdigste, göttliche Emmanuel steigerte noch das Glück der lieben Schwester aufs höchste, indem Er folgende einzig dastehenden Worte zu ihr sprach: „Hätte Ich auch nur ein einziges Herz wie das deinige, woran Ich Mich so innig freuen könnte, und all die andern wä­ren Mir tief undankbar, so würde es Mich nicht reuen, auf die Ede gekommen zu sein.“

Von nun an wuchs von Stunde zu Stunde ihr kindliches Verlangen nach ihrem Jesus ins Unermeßliche. Er gab ihr dieses gnadenvolle Verlangen. Er war es, der in ihr verlangte und zugleich der Verlangte war. Sie schaute mit Kindes­augen auf den Geliebten ihres Herzens, und Er wirkte Überirdisches in ihrer See­le. In ihren Sinnen fühlte sie die bestän­dige Berührung Seiner Gnade, welche ihr ganzes Wesen mit mächtiger Sehn­sucht erfüllte, Ihm allein zu gefallen, Ihn zu lieben, und welche in Verbindung mit Seinersichtbaren Gegenwartsie dem gesegneten Ziele zuführte.

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Unbedingt lesen: JESU WUNDEN  – *) Veröffentlichung in diesem Blog wird später erfolgen!