Irak: Zehntausende auf der Flucht aus Mossul

reuters2015428_articolo

Auf der Flucht aus Mossul

Zehntausende von Menschen sind vor den Kämpfen der irakischen Armee gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) aus Mossul geflohen. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) spricht von mehr als 45.700 Personen, darunter vielen Minderjährigen. Die vielen Kinder in den UNO-Auffanglagern seien oft völlig erschöpft und verängstigt, berichtet das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef. Der chaldäische Patriarch von Bagdad, Louis Raphael Sako I., beschreibt die Lage der Menschen im Interview mit Radio Vatikan als „tragisch“:

„Denn in den Zelten in der Wüste gibt es kein Licht und keinen Strom, es fehlen auch Wasser und Nahrungsmittel und alle Bedingungen eines würdigen Lebens. Es ist noch Winter, und in der Wüste ist es kalt, vor allem nachts. Die Leute haben Angst, dass sie nicht in ihre Häuser zurückkehren können, haben Angst vor Rache… Das ist eine wirklich schreckliche Situation des Wartens, ohne zu wissen, wann und wie dieser Krieg enden wird.“

Mossul gilt als eine der letzten großen Städte des Irak, in der sich IS-Kämpfer verschanzen. Die Geflohenen berichten von andauernden, schweren Kämpfen im Westteil der zur Hälfte befreiten Metropole: Dort liefern sich irakische Truppen Feuergefechte mit den Terroristen. Auch in Erbil, der nahegelegenen Hauptstadt der autonomen Kurdenprovinz, haben viele Flüchtlinge aus Mossul Aufnahme gefunden. Sie hätten teilweise nicht einmal ihre Dokumente bei sich, berichtet der chaldäische Erzbischof dieser anderen irakischen Stadt, Mashar Warda:

„Diese Familien erzählen von drei Bedingungen, die ihnen der Islamische Staat stellte: Entweder der Übertritt zum Islam, das Bezahlen einer Steuer, der Jizah, oder das Verlassen der Heimat ohne alles. Und viele sind also ohne alles geflohen, nahmen nur ihre Dokumente mit, die ihnen aber dann an den verschiedenen Checkpoints des IS abgenommen wurden, genau wie ihre Autos – sie mussten wirklich alles zurückgelassen.“

Patriarch Sako wie auch Erzbischof Warda hoffen auf einen Neuanfang für die Menschen im Irak nach der Befreiung des Landes vom IS. Sie setzen unbeirrt auf ein Verbleiben der Christen im Irak. Die Regierung vernachlässige diesen Aspekt, findet Erzbischof Warda. Gemeinsamer Neuaufbau, Versöhnung und sozialer Frieden seien in dem zerstörten Land jetzt ebenso wichtig wie Sicherheit, mahnt der Kirchenmann. Hier hätten gerade die Christen eine entscheidende Rolle.

„Wenn wir den Christen nicht die Bedingungen bieten, um bleiben zu können, und uns nur auf Worte beschränken, um sie zu überzeugen, werden noch mehr Menschen das Land verlassen. Das Problem ist, dass die irakische Regierung sich nicht so verhält, dass die Christen zum Bleiben ermutigt werden. Und wir können nicht die Tatsache ignorieren, dass es eine Marginalisierung der Christen und der Jesiden gibt. Alle sind damit beschäftigt, Daesh (den IS) zu bekämpfen; das darf aber nicht bedeuten, alle anderen Bedürfnisse des Volkes zu vergessen! Die Regierung konzentriert sich aber nur darauf.“

Dabei würden die Christen im Irak durchaus auch von Muslimen geschätzt, so der Erzbischof weiter. Er verweist auf christliche Akteure im Mossuler Geschäftsleben und auf die vielen begehrten christlichen Schulen der Stadt. Dass viele Bürger sich daran erinnern, gibt Warda die Hoffnung, dass im Irak eines Tages doch wieder Normalität einkehren kann.

„Wir hoffen, dass nach dieser Phase eine Zeit des Wiederaufbaus all der Dörfer und Städte stattfinden kann und dass der Prozess der Versöhnung, auch der politischen Versöhnung, und ein neues Leben beginnen können.“

(rv 06.03.2017 pr)

Irak: Zwei dringende Empfehlungen eines katholischen Patriarchen

s-b-louis-raphael-sako-patriarche-babylone-chaldeens-archev-baghdad-lors-priere-pour-chretiens-irak-notre-dame-paris-4-juillet-2015_0_1400_933

Extremistische Hassreden als Terrorakt? In einer Konferenz zum Schutz der Religionsfreiheit hat der chaldäisch-katholische Patriarch von Bagdad, Monsignore Louis Raphael Sako, vorgeschlagen, extremistische Reden, die zu religiöser Gewalt anstacheln, als Terrorakt zu betrachten. 

In seiner Botschaft sagte der chaldäische Patriarch, in Länder, in denen es verschiedene Religionen gebe, wie es im Irak der Fall sei, wo Muslime, Christen, Jesiden und andere Minderheiten leben, sei der Extremismus „ein erschreckendes und verstörendes Phänomen“, wenn er zu Gewalt anstiftet.

„Es ist auch eine Tragödie, die uns Christen und andere religiöse Minderheiten im Mittleren Osten mit Entsetzen erfüllt, derart, dass wir ihr nicht mehr anders als durch Gebet, Immigration und Schmerz gegenüberstehen können“, beklagte der Patriarch mit Hinweis auf die Leiden der Christen, verursacht durch die Verfolgung seitens des Islamischen Staates (IS).

Angesichts dieser Situation betonte Monsignore Sako, dass eine „unglaubliche Notwendigkeit bestehe, ein Bewusstsein zu bilden hinsichtlich des Gebrauchs von Religion als Waffe zur Schaffung von Konflikten und Krieg durch die Extremisten und Fundmentalisten, was bedeutet, den Frieden zu brechen und Distanzen und Hass unter den Menschen in ein und demselben Land zu erzeugen.“

Was man hingegen mit Religion tun muss ist, sie als aktiven und einflussreichen Faktor zu verwenden, um Frieden und die Festigung der Koexistenz in der Region und in der ganzen Welt zu verbreiten.

In diesem Sinn sprach der Patriarch zwei Empfehlungen aus, um das Problem des Extremismus zu bekämpfen.

  1. Extremistisches Reden identifizieren

Die erste ist, Aussagen, die Aggressivität gegen andere Religionen fördern, offiziell als „einen terroristischen Akt zu identifizieren, unabhängig von wem er komme.“ Man dürfe das nicht als eine Art „Meinungsfreiheit“ ansehen, sondern öffentlich als „ein Verbrechen und eine Art Terrorismus anerkennen, der einer Bestrafung bedarf.“

  1. Die Gefahrensituation beheben und korrigieren

Die zweite Empfehlung, die der Patriarch gab, war, dass es nötig sei angesichts der Gefahrensituation, die durch die Hasspredigten des Islamischen Staates begünstigt werde, dass „die Christen und Muslime umgehend darauf reagieren, um sie zu beseitigen und zu korrigieren.“

Man muss einen Diskurs fördern, der Logik und Vernunft verwendet, um die bösen Interpretationen und Praktiken zu vermeiden, einen Diskurs, der Gerechtigkeit konstruiert, Frieden stiftet durch die Anerkennung der anderen und die religiösen und nationalen Gespräche schützt, die die Lehren des Christentums und des Islams zu Liebe, Mitgefühl, Güte und Frieden verbreiten.“

Auch müsse man „bedeutsame Schritte unternehmen, um den Terrorismus zu bekämpfen und davon  überzeugen, dass alle Anstiftung zum Hass und Übergriffe auf das Eigentum der Christen eine rechtliche Strafe nach sich zieht.“

Zuletzt forderte er zu „einer echten gemeinschaftlichen Versöhung“ unter den verschiedenen Zivilisationen, Kulturen, Sprachen und Religionen im Irak und in Ländern, in denen eine ähnliche Situation besteht, auf.

_______

Quelle

Gefangene des IS: Zwei junge Jesidinnen berichten

epa2272522_articolo

Nadia Murad Basse und Lamya Haji Basher

„Es ist schwierig, davon zu erzählen, dass wir Sex-Sklavinnen gewesen sind. Aber wir wollen den Horror des Islamischen Staats anklagen!“ Das sagen Nadia Murad Basse und Lamya Haji Basher, 23 und 18 Jahre alt. Die beiden jungen Frauen waren monatelang in den Händen der Terroristen des sogenannten Islamischen Staats; vor ein paar Tagen haben sie den Sacharow-Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments erhalten.

Zwei Kurdinnen und Jesidinnen aus dem Dorf Kocho, nicht weit von der Stadt Sindschar im Nordirak. Von hier ist es nicht weit bis zur syrischen Grenze. Am 3. August 2014 überfielen IS-Terroristen das Dorf, töteten die Männer und verschleppten Frauen und Kinder. Was dann kam, war ein richtiggehender Sklavenmarkt: Die jungen Frauen wurden den Kämpfern der Miliz in Mossul als Sex-Sklavinnen überlassen.

„Wenn ich zurückblicke, sehe ich schreckliche Jahre im Irak und in Syrien und spüre, dass auch die Zukunft der Millionen von Menschen dort schwierig wird“, sagt Nadia heute. „Der IS hasst alles, was menschlich ist, und er verfolgt vor allem Jesiden und Christen. Ich glaube, wenn das so weitergeht, wird es immer mehr Vergewaltigungen geben, immer mehr Hinrichtungen, immer mehr Kindersoldaten… Darum ist jetzt wirklich der Moment gekommen, in dem die Weltgemeinschaft reagieren muss. Der IS muss zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Männer gehören vor den Internationalen Strafgerichtshof! Und es ist Zeit, dem Terrorismus wirklich entgegenzutreten. Ich verstehe einfach nicht, dass es die geballte internationale Staatengemeinschaft nicht hinkriegt, eine eigentlich kleine Gruppe von männlichen Terroristen zu stoppen.“

Nadia ist von der UNO zur Sonderbotschafterin gegen Menschenhandel ernannt worden. Alles natürlich keine Entschädigung für das, was sie in den Händen des IS erleiden musste. „Ich bitte Europa und die internationale Gemeinschaft, sich auf die Seite der Opfer zu stellen und eine Sicherheitszone für die Jesiden und die anderen Minderheiten einzurichten. Zusammen mit den Jesiden werden die Christen am stärksten verfolgt. Ohne Schutz und ohne Hilfe wird sich mit Sicherheit mindestens eine halbe Million Jesiden auf den Marsch in Richtung Europa machen! Die Länder der zivilisierten Welt müssen dazu beitragen, eine Lösung zu finden.“

Ob die 23-Jährige noch an das Gute glaubt, fragen wir sie bei dem Gespräch. Ihre Antwort: „Die haben meine Mutter vor meinen Augen erschossen, weil die auf dem Markt für Sex-Sklavinnen kein Geld mehr eingebracht hätte. Aber die Lehren, die sie mir erteilt hat, konnten sie nicht auslöschen. Meine Mutter war zu Lebzeiten immer voller Respekt den anderen gegenüber, sie hat mich zur Liebe und zum Guten erzogen und mir gezeigt, wie man betet. So etwas kann der IS nicht zerstören. Viele junge Mädchen und Frauen, die in den Händen des IS sind, begehen Selbstmord, sobald sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet, weil sie so viel Unterdrückung und Missbrauch einfach nicht aushalten. Ich bin da anders. Je mehr man mir Böses antat, umso mehr musste ich an die Lehren meiner Mutter und meiner Leute denken… Die Kraft Gottes hat mich nie verlassen. Je mehr Böses ich um mich herum sah, umso mehr Gutes fand ich in mir selbst.“

Lamya, Nadias Leidensgefährtin, ist fünf Jahre jünger. Bei der Flucht vor ihren Sklavenhaltern trat sie auf eine Mine und verletzte sich schwer, sie hat mehrere komplizierte Operationen in Deutschland hinter sich. Lamya sagt: „Die Männer des IS haben mich vergewaltigt, geschlagen, gefoltert und gedemütigt. Acht Monate lang haben sie mir alles Böse angetan, das überhaupt vorstellbar ist. Die haben uns  behandelt wie Tiere. Wir waren ihre Kriegsbeute. Es fällt mir schwer, daran zu denken, dass immer noch junge Frauen jetzt gerade all das durchmachen müssen. Ich würde gerne vergessen, aber das kann ich nicht. Ich habe gesehen, wie Kinder vergewaltigt wurden. Wie Frauen vergewaltigt wurden, und ihre Kinder mussten zusehen. Verkauft und weiterverkauft oder umgetauscht, wie Waren.“

Sie könne dazu einfach nicht schweigen. „Ich kann nicht solche Grausamkeiten sehen und dann den Mund halten. Ich habe beschlossen, öffentlich von ihren Verbrechen zu reden, was sie den Jesiden, was sie jungen Frauen wie mir angetan haben. Ich habe beschlossen, den Mund aufzumachen, weil die Leute wissen sollen, was die mir alles angetan haben. Nie wieder! Nie wieder darf das, was ich durchgemacht und mitangesehen habe, wieder passieren. Nie wieder. Man muss den IS bekämpfen, und man muss auch verhindern, dass irgendwann wieder ein anderer IS kommt und dasselbe tut.“

Die Jesiden sind eine ethnisch homogene Gruppe kurdischer Sprache, deren Angehörige ausschließlich untereinander heiraten. Ihre sehr weit in die Geschichte zurückreichende Religion vereint Elemente iranischer Herkunft mit solchen des Islam, in anderen Worten, der Islam ist etwas wie die Nachbarreligion. Wie gehen die gefolterten Jesidinnen damit um, dass ihre Peiniger sich als fromme Muslime sehen? Auf diese Frage gibt Lamya eine kurze Antwort: „Für mich hat der IS mit dem Islam nichts zu tun. Der Islam ist etwas anderes.“

(rv 21.12.2016 sk)

„Sie haben alles mit uns gemacht“

img_0770-740x493

Irak / © Michaela Koller

Zu Besuch bei den Überlebenden des Genozids im Irak

Am 3. August 2014 drang der IS in die Stadt Shingal und in oberhalb im Gebirge gelegene Ortschaften vor, töteten und versklavten diejenigen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Die Mörder mit den langen Bärten und schwarzen Fahnen peinigten junge Frauen als Sexsklavinnen auf widerwärtige Weise, Kindern schlugen sie mit Gewehrkolben die Schädel ein, töteten Alte, Kranke und Behinderte, ja schächteten sogar viele Menschen wie Vieh.

Zwei Jahre danach auch ist die Zukunft der jesidischen Religionsgemeinschaft in dem Gebiet, wo sich ihre heiligsten Stätten befinden, nicht gesichert. Noch immer ringen die Leitungen der Flüchtlingslager darum, die Grundversorgung der Opfer der Vertreibung sicher zu stellen. Amer Abo Elyas leitet das Lager Sheikhan, wo aktuell 5.279 Menschen, 976 Familien in 1.474 Zelten leben. Der Mann, der im Container an einem hölzernen Schreibtisch unter einem Porträt des Kurdenführers Masud Barzani sitzt, bittet die Delegation der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) (die Ehrenvorsitzende Katrin Bornmüller, den Referenten für Humanitäre Hilfe Khalil Al Rasho sowie die Autorin dieses Berichts) um Kleidung, Medikamenten und schließlich nach einem Druckkostenzuschuss für Schulbücher.

Kurdistans rot-weiß-grüne Fahne mit der Sonne weht über dem Eingang zum Lager, einer Anreihung kleiner sandiger Zelte soweit das Auge blickt. Die IGFM-Vertreter sind bei einer Familie zu einem süßen Zimttee eingeladen, der in kleinen Glastassen auf einem Alutablett: Hassan, ein kleinerer, dennoch kräftiger Mann, über fünfzig Jahre alt, gesteht uns: „Abends trinke ich immer einen viertel Liter Raki (Anisschnaps, Anm. d. Red.).“ Er betäubt damit seinen Schmerz: Seine Frau und vier seiner Kinder, darunter zwei Teenies im Alter von 12 und 14 Jahren, sind immer noch in der Gewalt des IS. Nur seine 20-jährige Tochter ist freigekommen, nachdem sie neun Kämpfern als Sklavin dienen musste: Es ist Shirin, deren Leidens- und Fluchtgeschichte Alexandra Cavelius und Jan Kizilhan im Buch „Ich bleibe eine Tochter des Lichts“ aus ihrer Perspektive erzählen. „Kommt für zwei Wochen mit ihr hierher“, bittet Hassan flehentlich.

Auch der 25-jährige Gamil, der Sprachen an der Universität studiert hat, ist mit seiner Familie aus dem Shingal-Gebirge geflohen. Er ist der jüngste Sohn unter 14 Geschwistern, von denen schon eine Reihe in Europa leben. Der für arabische Poesie schwärmende Jeside fühlt sich für seine Eltern, die bereits über 80 Jahre alt sind, verantwortlich und lebt daher mit ihnen im Zelt. „Langfristig sehe ich keine Zukunft für die Jesiden in dieser Region“, gesteht er resigniert.

Mit den Christen gestaltet sich das Zusammenleben jedoch herzlich: „Die Jesiden sind unsere Schwestern und Brüder“, betont der chaldäisch-katholische Bischof von Alqosh, Mikha Maqdassi. Er plant gerade die Einrichtung eines Kindergartens, der dem Nachwuchs aus allen Familien im Ort offenstehen soll. Die Frage, ob damit auch die Muslime eingeladen sind, beantwortet der 67-Jährige mit einem „Ja, aber“: Er erwarte keine muslimischen Anmeldungen für die christlich geführte Einrichtung. Später erfährt die Delegation: Christen und Jesiden erkannten vielfach ihre eigenen muslimischen Nachbarn unter den IS-Tätern. Ein Zusammenleben in der Zukunft setzt zunächst internationale Anerkennung des Leids und Gerechtigkeit voraus, indem die Täter zur Verantwortung gezogen werden.

Nadia Murad, UNO-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel, sagte kürzlich vor der Versammlung der Vertreter der Weltgemeinschaft: „Wenn Köpfen, sexuelle Versklavung, Kindesraub und Vertreibung von Millionen Sie nicht dazu bringen zu handeln, was wird es denn dann sein? Nicht nur Sie und Ihre Familien haben ein Recht auf Leben, auch wir brauchen unser Leben und das Recht, es zu leben.“ Sie sprach diese Worte mit unterdrückten Tränen vor den versammelten Diplomaten und Politikern.

Auf der 23-Jährigen Jesidin, die 2014 drei Monate IS-Gefangenschaft erlitt, lastet die Hoffnung ihrer vom Völkermord geplagten Gemeinschaft. Das bestätigt auch das Gespräch mit dem geistlichen Oberhaupt der Jesiden, Baba Sheikh in Ain Sifni, nahe Sheikhan, der die Vertreter der IGFM empfängt. „Ich habe ihr gesagt, sie soll für uns Jesiden eintreten“, verrät er auf dem Sofa des Salons sitzend.

Die eliminatorische Entschlossenheit der Terrormiliz IS steht außer Zweifel, für ihr zynisch-raffiniertes Vorgehen fand das Team der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), die Ehrenvorsitzende Katrin Bornmüller, der Referent für humanitäre Hilfe in Nahost, Khalil Al-Rasho, selbst Jeside, und die Autorin dieses Beitrags, zudem konkrete Hinweise. In dem Ort Sharafiya, einem Ort in der Niniveh-Ebene, treffen die deutschen Besucher auf den Bauern Gorgiss F.. Bei einer Tasse süßen Tee im Haus des Pfarrers berichtet der 53-Jährige vom Vorgehen der Terrormiliz: „Ein alter Freund, der Muslim ist, rief uns an. Er kämpfte inzwischen auf der Seite des IS. Er sagte: Wenn sie in das Dorf kommen und unsere Mädchen und Frauen Kopftuch tragen, geschehe uns nichts. Wir haben nicht darauf vertraut.“

Seine Vorfahren flohen bereits einmal vor einem Genozid, dem der Jungtürken, aus dem traditionellen Siedlungsgebiet des Tiyari-Stammes im äußersten Südosten der heutigen Türkei. Ein Stück weiter, näher an der Front zum Kampfgeschehen, in Telesqof, steht heute eine Geisterstadt, noch immer stark zerstört und die Gegend vermint, nachdem der Ort zwei Wochen im August 2014 den den Islamisten beherrscht und Anfang Mai dieses Jahres erneut angegriffen wurde. Der Kommandant der Sicherheitskräfte hier ist ein Jeside: Vor einem Besuch der Kirche warnt er: „Drumherum sind überall Landminen.“

In Baadr besuchen die IGFM-Vertreter die Mutter dreier schwerstbehinderter Kinder, die dringend Geld für Windeln und Medikamente benötigt. Trotz ihrer Verletzlichkeit haben sie den IS überlebt: Ihr Auto und der Wagen der Großeltern sprangen nicht an, als die Männer mit den schwarzen Fahnen immer näher kamen. Erst nach 42 Tagen – ihre Versklavung und die Ermordung ihrer Kinder waren schon längst beschlossene Sache – entkamen sie mit den Kindern auf dem Rücken und greisen Mitgefangenen während einer Wachablösung.

Auch die inzwischen 14-jährige Samira S., die mit ihrer Familie auch in Baadr aufgenommen wurde, bestätigte mit ihrem Leidensbericht das planvolle Vorgehen der Mördertruppen des Kalifen Abu Bakr Al Baghdadi. Sie ist mit anderen jungen Frauen regelrecht den Berg im Shingal-Gebirge hinaufgejagt worden und als sie auf der anderen Seite wieder Richtung Tal liefen, holten sie die Schergen ein. Den Gästen aus Deutschland berichtet sie im Wohnzimmer des Rohbaus, während die Familie draußen in der Küche zurückbleibt. Sie war nur zwölf Jahre alt, als sie in Gefangenschaft des IS geriet. „Sie haben alles mit uns gemacht“, deutet sie nur an. Eine 26-jährige Mitgefangene rief heimlich einen befreundeten Arzt in einem Krankenhaus an und bat ihn um die Lieferung von Medikamenten, darunter extra viel Schlafmittel. Da die Mädchen und jungen Frauen für die Kämpfer der Terrormiliz kochen mussten, nutzten sie die Gelegenheit, ihnen Schlafmittel in ein deftiges Gericht zu rühren. Ihre Peiniger langten reichlich zu und fielen bald in Tiefschlaf: „Ganz vorsichtig schlichen wir uns fort, nur hundert Meter an einem IS-Kontrollposten vorbei durch vermintes Gelände und kamen schließlich durch.“ Auf die Frage, was sie sich wünscht und ob sie vielleicht einmal nach Europa kommen möchte, antwortet sie entschlossen und frühreif: „Ich wünsche mir, dass meine Heimat befreit wird und dass wir dort wieder in Sicherheit leben können.“

Leila, eine 17-jährige Jesidin aus dem Shingal-Gebirge, die mit ihrer Familie noch rechtzeitig entkommen konnte und zur Zeit in einem der Flüchtlingslager lebt, begleitete die IGFM-Delegation. Aus der Enge der trostlosen Zeltstadt herausgeholt, sollte sie abgelenkt werden, so auf andere Gedanken kommen. Nach der Begegnung mit ihrem geistlichen Oberhaupt sagte sie, ihr Wohlbefinden sei von 50 auf 70 Prozent angestiegen. Während Samiras Bericht sinkt sie jedoch, den Kopf immer weiter nach vorn gebeugt, starr geradeaus blickend, allmählich in sich zusammen. Wohl mit letzter Kraft verlässt sie das Haus, setzt sich auf die linke Seite der Rückbank des Pick-ups, mit dem die deutschen Gäste in Kurdistan reisen. Als alle Vier wieder im Wagen sitzen, beginnt sie ganz plötzlich immer lauter zu schluchzen, kippt nach rechts, Tränen rinnen aus ihrem Auge.

Die Autorin dieses Beitrags nimmt sie in den Arm und Khalil Al Rasho fährt zügig zur Notaufnahme ihres Lagers. Dort angekommen, steht zwar sofort ein Krankenpfleger mit einer Trage bereit, aber erst fehlt das Beruhigungsmittel gegen den Nervenzusammenbruch, dann bricht auch noch die Stromversorgung zusammen. Das Schluchzen hört nicht auf. Später wird keiner aus der Delegation mehr sicher sein, wie viele Stunden das heftige Weinen andauerte, ein entkräftendes Schreien aus der Tiefe des Brustkorbs, wo irgendwo ein Schmerz sitzen muss, Schmerz über all das Verlorene, die Heimat, die Freunde, die Vergangenheit, die Sicherheit, die Unbeschwertheit, das Zusammenleben, der Friede.

– Die Namen der IS-Opfer wurden geändert. –

_______

Quelle

„Wir töten Euch alle“

kapelle_mit_graffiti-c-kirche-in-not

IS Graffiti, Batnaya, Iraq / © KiN – KIRCHE IN NOT

IS Graffiti auf Deutsch in wiedererobertem Dorf in Irak gefunden

Verschiedene Fotos, die von Stephen Rasche, einem Anwalt der chaldäisch-katholische Erzdiözese von Erbil, an die internationale Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT (ACN) geschickt wurden, dokumentieren die Präsenz von Extremisten aus europäischen Ländern unter der ISIS. Die Fotos zeigen Graffiti in deutscher Sprache und wurden in Batnaya – einer kleinen Stadt in der Ninive-Ebene, 15 km von Mosul entfernt – aufgenommen. Bei der Übernahme durch die Terroristen im August 2014 lebten dort nach Angaben des damals dort tätigen Priesters Fr. Steven Esam ca. 850 christliche Familien.

In den Inschriften werden die Christen als “Kreuzsklaven“ beschimpft und mit dem Tode bedroht. Und weiter steht dort: „Dieses Landes ist islamische Land,  ihr Schmuzigen, das Ihr gehört nicht dahin.“ [Fehler im Original] Und auf einer weiteren Inschrift steht: „Entweder gehst du raus, oder wir töten dich“.

Stephen Rasche schrieb an die päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT zu den Bildern: „Das Wichtigste ist das hohe Maß der Zerstörung zu zeigen, um zu verstehen, was es sich ereignet hat und wie gefährlich es noch ist, zurückzukehren. Außerdem möchte ich durch das Zeigen der Zerstörung und der Entweihung unserer heiligen Plätzen der Welt nahebringen, welche Angst und Furcht unsere eigene Leute gerade empfinden, wenn sie überlegen müssen, ob sie später zurückkehren wollen.“

Weitere Bilder wurden in der benachbarten Stadt Karamles (auch Karemlash, Karamlash, Karemles, Karemlish) rund 29 Kilometer südöstlich von Mosul aufgenommen. Die Bilder zeigen das brutale Vorgehen der Terroristen. Abgesehen von zertrümmerten und entweihten Kirchen, zerbrochenen und verstümmelten Statuen von Heiligen ist KIRCHE IN NOT besonders erschüttert über die Schändung des Grabes eines katholischen Priesters. Stephen  Rasche erklärt dazu: „Das Grab eines unseres Priesters wurde aufgegraben und der Leichnam herausgeholt, wir haben seine Gewänder und den Deckel des Sarges gefunden, aber vom Leichnam war keine Spur zu finden.“  Wie das katholische Hilfswerk erfahren hat, handelt es sich um den 2009 verstorbenen  Priester Salem Ganni, einen Verwandten des 2007 in Mosul erschossenen 34-jährigen Priesters Ragheed Ganni.

Seit 2014 hat KIRCHE IN NOT die Christen im Irak mit mehr als 20 Millionen Euro für Nothilfeprojekte, Schulausbildung, Nahrungsmittel und Lebensunterhalt für die Vertriebenen unterstützt.

(Quelle: Pressemitteilung KiN Österreich)

_______

Quelle

Diese brutale Grausamkeit macht sprachlos

s01_ob

Dramatische Stunden besonders für die Kinder auf der Flucht aus Mossul.

Ansprache von Papst Franziskus beim Angelusgebet am 23. Oktober

 

Liebe Brüder und Schwestern,

guten Tag!

Die zweite Lesung der heutigen Liturgie unterbreitet uns die Mahnung des heiligen Paulus an Timotheus, seinen Mitarbeiter und geliebten Sohn, in der er an sein Leben als Apostel zurückdenkt, der ganz der Mission geweiht ist (vgl. 2 Tim 4,6-8.16-18). Da er nunmehr das Ende seines irdischen Weges nahen sieht, beschreibt er ihn in Bezug auf drei Zeiten: die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft.

Die Gegenwart deutet er mit der Metapher des Opfers: »Ich werde nunmehr geopfert« (V. 6). Was die Vergangenheit betrifft, verweist Paulus auf sein bisheriges Leben mit den Bildern des »guten Kampfes« und des »Laufs« eines Mannes, der konsequent seine Aufgaben erfüllt und seine Verantwortung wahrgenommen hat (vgl. V. 7); folglich vertraut er für die Zukunft auf die Anerkennung Gottes, der ein »gerechter Richter« ist (V. 8). Doch die Mission des Paulus war erfolgreich, gerecht und treu allein dank der Nähe und der Kraft des Herrn, der aus ihm einen Verkündiger des Evangeliums an alle Völker gemacht hat. In seinen Worten: »Der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören« (V. 17).

In dieser autobiographischen Erzählung des heiligen Paulus spiegelt sich die Kirche wider, besonders heute, am Weltmissionssonntag, dessen Thema lautet: »Missionarische Kirche, Zeugin der Barmherzigkeit.« In Paulus findet die christliche Gemeinde ihr Vorbild in der Überzeugung, dass es die Gegenwart des Herrn ist, welche die apos­tolische Arbeit und das Werk der Evangelisierung wirksam macht. Die Erfahrung des Völker­apostels ruft uns in Erinnerung, dass wir uns einerseits in den seelsorglichen und missionarischen Aktivitäten einsetzen müssen, als hinge das Ergebnis von unseren Kräften ab, verbunden mit dem Opfergeist des Athleten, der nicht einmal angesichts von Niederlagen aufgibt; andererseits jedoch im Wissen, dass der wahre Erfolg unserer Mission Geschenk der Gnade ist: es ist der Heilige Geist, der die Sendung der Kirche in der Welt wirksam macht.

Heute ist die Zeit der Mission und die Zeit des Mutes! Mut, um die unsicheren Schritte zu stärken, um wieder Geschmack an der Hingabe für das Evangelium zu finden, um neues Vertrauen in die Kraft zu gewinnen, die die Mission mit sich bringt. Es ist die Zeit des Mutes, auch wenn Mut haben nicht bedeutet, eine Erfolgsgarantie zu besitzen. Von uns ist Mut zum Kämpfen gefordert, nicht unbedingt um zu siegen; zur Verkündigung, nicht unbedingt um zu bekehren. Von uns wird der Mut gefordert, eine Alternative zur Welt zu sein, ohne aber polemisch oder aggressiv zu werden. Von uns wird der Mut gefordert, uns allen zu öffnen, ohne dabei je die Absolutheit und Einzigartigkeit Christi zu schmälern, des einzigen Erlösers aller Menschen. Von uns wird der Mut gefordert, dem Unglauben zu widerstehen, ohne arrogant zu werden. Von uns wird auch der Mut des Zöllners aus dem heutigen Evangelium gefordert, der es aus Demut nicht einmal wagte, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern sich an die Brust schlug und sprach: »Gott, sei mir Sünder gnädig!« Heute ist die Zeit des Mutes! Heute braucht man Mut!

Die Jungfrau Maria, Vorbild der Kirche »im Aufbruch« und dem Heiligen Geist fügsam, helfe uns, dass wir kraft unserer Taufe alle missionarische Jünger sind, um die Botschaft des Heiles der ganzen Menschheitsfamilie zu bringen.


Friedensappell von Papst Franziskus für den Irak

Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte der Heilige Vater:

In diesen dramatischen Stunden bin ich der gesamten Bevölkerung des Irak und vor allem den Einwohnern der Stadt Mossul nahe. Unsere Seelen sind von den abscheulichen Gewalttaten erschüttert, die seit zu langer Zeit gegen die unschuldigen Bürger begangen werden, seien es Muslime, Christen oder Angehörige anderer Ethnien und Religionen. Mit Schmerz erfüllt haben mich die Nachrichten von der kaltblütigen Ermordung zahlreicher Söhne und Töchter dieses geliebten Landes, darunter auch viele Kinder. Diese brutale Grausamkeit rührt uns zu Tränen und macht uns sprachlos. Meiner Solidaritätsbekundung schließt sich die Zusicherung meines Gebetsgedenkens an, auf dass der Irak, obwohl er hart getroffen ist, stark und fest in der Hoffnung bleibe, zu einer Zukunft der Sicherheit, der Aussöhnung und des Friedens gelangen zu können. Daher bitte ich euch alle, euch in Stille meinem Gebet anzuschließen. [Stille. Dann betete der Papst das »Gegrüßt seist du, Maria«]

_______

Quelle: Osservatore Romano 43/2016

Irak: Patriarch Sako besucht befreite Dörfer

ap3716018_articolo

In den befreiten Dörfern: Patriarch Sako

Man kann es sich kaum vorstellen, was für einen Eindruck es machen muss, wenn man in einst blühende Dörfer kommt, die nach zwei Jahren Besetzung durch die Milizen des selbst ernannten Islamischen Staates nun geschändet und zerstört sind. „Trauer und Leid“, aber auch „große Hoffnung“: Das sind die Worte, mit denen der chaldäische Patriarch Louis Sako seine Gefühle beschreibt, nachdem er einst christliche Dörfer der Ninive-Ebene besucht hat, die erst vor kurzem durch die alliierten Truppen auf ihrem Vormarsch auf die IS-Hochburg Mossul befreit worden sind.

Sechs Dörfer, unter ihnen das einst 40.000 Bewohner zählende Karakosh, habe er besucht, erklärt der Patriarch im Interview mit Radio Vatikan: „Die Zerstörung ist sehr groß, ich denke, etwa dreißig Prozent sind zerstört. Auch die Kirchen sind verbrannt oder entweiht worden: Da sind Sprüche gegen Christen und so weiter. Aber die Kirchen stehen noch, und das ist wichtig. Auch die Straßen sind zerstört: Wir haben zwölf Stunden gebraucht, um hin und zurück zu kommen.“

Die Christen, die größtenteils in die irakische Kurdenmetropole Erbil geflohen sind und im Exil die Nachricht von der Befreiung ihrer Dörfer erhalten hatten, können eine Rückkehr in ihre Heimat kaum erwarten. Doch nun gehe die Arbeit erst los, sagt der Patriarch: „Das Problem ist, dass die Minen entfernt werden und die Ruinen freigelegt werden müssen, damit die Menschen dort hinkönnen und nachsehen, in welchem Zustand ihre Häuser sind, was geblieben ist, um eine Rückkehr zu planen. Doch jetzt ist das sehr schwierig, und auch gefährlich. Auch wir konnten uns nicht entfernen, denn die Minen sind so gut wie überall. Die Milizen haben auch Kilometer lange Tunnel gegraben, all das muss erst beseitigt werden.“ Er sei fassungslos, so der Patriarch, angesichts des logistischen und finanziellen Aufwandes, der hinter diesen ausgetüftelten Tunnelsystemen stecke.

Doch besondere Sorge mache ihm nun die Situation der Bewohner in der belagerten Stadt Mossul. „ Wir haben große Angst um Mossul. Es kann ein Massaker geben…“ Eine Begleiterscheinung des Sturms auf die IS-Hochburg: Tausende aus der Stadt geflohene Zivilisten könnten auf der Suche nach Obdach auch die Häuser in den christlichen Dörfern besetzen. „Und das stellt ein großes Problem dar. Wie soll man sie nachher wieder dazu bringen, die Häuser zu verlassen? Wir arbeiten daran, dass sie gleich in für sie bereitstehende Flüchtlingscamps ziehen können.“

Auf der Fahrt durch die zerstörten und nach wie vor gefährlichen Gebiete sei der Konvoi des Patriarchen auf kurdische, sunnitische und schiitische Befehlshaber der alliierten Streitkräfte getroffen, die den Besuch der Delegation begrüßt hätten. Sie selbst hätten dafür gesorgt, dass die Kreuze und Glocken der verwüsteten Kirchen schnellstmöglich wieder an ihren angestammten Platz kommen konnten, zeigt sich der Patriarch beeindruckt. Doch wichtig sei es nun, weitere konkrete Taten folgen zu lassen, damit das Jahr 2017, wie von den Kirchenführern im Irak erhofft, tatsächlich ein Jahr des Friedens und der Versöhnung für das Land werden könne.

(rv 29.10.2016 cs)