Neapel: Blutwunder pünktlich eingetreten

Das Blutwunder zieht stets viele Gläubige an

In Neapel ist das sogenannte Blutwunder des heiligen Januarius wieder pünktlich eingetreten. Wie italienische Medien berichteten, verflüssigte sich das in einer gläsernen Ampulle aufbewahrte verklumpte Blut des Stadtpatrons Samstagmittag.

Der 16. Dezember ist einer von drei Terminen im Lauf eines Jahres, an dem sich das Ereignis üblicherweise vollzieht. Das Datum erinnert an die Warnung vor einem größeren Vesuvausbruch im Jahr 1631.

Die beiden anderen Termine sind am Samstag vor dem ersten Mai – dem Fest der Übertragung der Reliquien nach Neapel – und der Festtag des Heiligen am 19. September. An diesem Tag im Jahr 305 soll „San Gennaro“ laut Überlieferung unter dem römischen Kaiser Diokletian in Pozzuoli bei Neapel enthauptet worden sein.

Erstmals bezeugt wurde das Blutwunder im Jahr 1389. Seither entwickelte sich eine volkstümlich geprägte Frömmigkeit um den Heiligen. Unregelmäßigkeiten wie im Dezember 2016, als das Wunder erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten auf sich warten ließ, gelten den Neapolitanern als schlechtes Omen.

(kap)_______Quelle

Papst: „Auf wen sehe ich? Und wen übersehe ich?“

Franziskus bei einer Begegnung mit jungen Mitgliedern der Katholischen Aktion Italien 2016 im Vatikan

Papst Franziskus hat Kinder und Jugendliche dazu aufgerufen, offene Augen und Herzen für Bedürftige zu haben. „Seid gute Fotografen sowohl dessen, was Jesus gemacht hat, als auch der Wirklichkeit, die euch umgibt“, riet der Papst etlichen Dutzend jungen Angehörigen der italienischen „katholischen Aktion“, die ihn am Samstag im Vatikan besuchten; das Bild des Fotografen entnahm Franziskus dem Titel einer christlichen Fortbildung, die seine jungen Besucher durchlaufen.

„So oft gibt es vergessene Menschen: keiner schaut sie an, keiner will sie sehen. Das sind die Ärmsten, die Schwächsten, jene, die an die Ränder der Gesellschaft verwiesen sind, weil man sie als Problem betrachtet.“ Franziskus empfahl einen weihnachtlichen Leseschlüssel für solche Szenen: „In Wirklichkeit sind diese Menschen das Bild von Jesus, dem zurückgewiesenen Kind, das in der Stadt Betlehem keine Aufnahme fand; sie sind das lebende Fleisch des leidenden und gekreuzigten Jesus.“

Und Franziskus erteilte den Kindern und Jugendlichen einen Alltagstipp: „Fragt euch immer: wem gebe denn eigentlich ich mehr Aufmerksamkeit? Nur den Stärkeren, die gut in der Schule sind oder beim Sport? Und wen beachte ich weniger? Wen habe ich absichtlich übersehen? Dieses Zur-Seite-Schauen… Genau das sind eure Peripherien“, sagte der Papst und kehrte zum Bild des Fotografen zurück: „Probiert einmal, das Objektiv auf die Kameraden und überhaupt die Menschen zu richten, die keiner jemals sieht, und traut euch, den ersten Schritt zu tun, auf sie zuzugehen, ihnen ein bisschen von eurer Zeit zu schenken, ein Lächeln, eine Geste der Zärtlichkeit.“

Die Weihnachtsaudienz für Italiens „Katholische Aktion“ ist im Vatikan schon lange Tradition. In diesem Jahr feiert der Verband seinen 150. Gründungstag.

(rv 16.12.2017 gs)

Siehe auch:

 

Italien: Verhaltenskodex darf Rettungsarbeit nicht gefährden

Die Iuventa bei einer Rettungsorganisation

Am Montagabend sollte er eigentlich unterzeichnet werden: der Verhaltenskodex, mit dem die italienische Regierung Regeln für Rettungseinsätze von Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer aufstellen wollte. Doch dann kam der Eklat – fünf der Organisationen unterschrieben nicht. „Die  humaitäre Hilfe gerät durch diese Richtlinien ins Hintertreffen“, erklärte die Generaldirektorin von Ärzte ohne Grenzen Italien, Gabriele Eminente, zur Begründung. Nur die maltesische „Migrant Offshore Aid Station“ (MOAS) und die spanische „Proactiva Open Arms“ stimmten dem Regelwerk zu.

Die Liste der Nicht-Unterzeichner ist prominent: SeaWatch, Sea-Eye und SOS Méditerranée und schließlich Ärzte ohne Grenzen. Auch die NGO „Jugend rettet“ hat sich geweigert, den vorgeschlagenen „Code of Conduct“ zu unterschreiben. „Jugend rettet“ ist 2015 aus einer Idee junger Berliner entstanden. Sie kauften das Schiff Iuventa und haben damit seitdem mehr als 15.000 Menschen aus Seenot gerettet.

Der Verhaltenskodex, den Italien vorschlägt, widerspricht dem  Selbstverständnis der NGO und würde die Arbeit  mit der Iuventa extrem erschweren, erklärt der Sprecher des Verbands, Julian Pahlke, im Gespräch mit Radio Vatikan. „Jugend rettet“ wehrt sich unter anderem gegen die Verpflichtung, Polizeibeamte an Bord zu lassen, um Ermittlungen zu Schleusern durchzuführen:

Bewaffnete an Bord? Das ist ein Problem

„Die Polizei an Bord ist tatsächlich das größte Problem für uns in diesem Code of Conduct. Wir möchten vermeiden, dass die Geretteten direkt, nachdem sie bei uns an Bord gekommen sind, quasi schon von der Polizei befragt werden. Wir als humanitäre Organisation sind der Unabhängigkeit verpflichtet undmöchten deshalb keine Polizei in internationalen Gewässern bei uns an Bord haben. In nationalen Gewässern, wie zum Beispiel in italienischen, gehört das aber natürlich zur Souveränität Italiens mit dazu.“

Zudem sieht der neue Kodex vor, dass die Schiffe Flüchtlinge direkt in einen europäischen Hafen transportieren sollen, sie also nicht an andere Schiffe übergeben dürfen. Die Iuventa könne das nicht leisten, erklärt Pahlke.

„Wir haben eines der kleinsten Schiffe im Einsatzgebiet dort, und wenn wir die Menschen nach Italien bringen, dann können wir immer nur eine sehr geringe Zahl dort hochfahren. Das dauert etwa 30 Stunden hoch und 30 Stunden wieder herunter. Das hat dann aber eben auch zur Folge, das über 60, 70 Stunden unsere Präsenz im Einsatzgebiet fehlt, und unsere große Befürchtung ist natürlich, dass in dieser Zeit Menschen ankommen, die dann nicht versorgt werden können und infolgedessen ertrinken.“

Kommt jetzt eine Vermittlung zustande?

Das italienische Innenministerium drohte den Verweigerern „Konsequenzen“ an; doch was damit gemeint ist, bleibt noch offen. Grundsätzlich, sagt Pahlke, ist „Jugend rettet“ bereit, einen Kodex zu unterzeichnen, weil dieser das gegenseitige Vertrauen stärke. Damit die Regelung nicht zulasten der flüchtenden Menschen gehe, müsse sie in Zusammenarbeit mit den NGOs erarbeitet werden. Außerdem brauche es einen unabhängigen Vermittler. „Jugend rettet“ schlägt dafür die „International Maritime Organisation“ vor, den UNO-Dachverbund der internationalen Seeschifffahrt.

„Mit so einem unabhängigen Partner, der über allen steht, würden wir eben gerne weiter am Tisch sitzen, zusammen mit den Italienern. Das haben wir dem Innenministerium in Rom auch so signalisiert, und dann können wir gerne auch weiter über einen solchen Code of Conduct reden. Wir werden aber natürlich mit dem Schiff trotzdem weiter im Einsatzgebiet sein. In die Rettung vor Ort darf aber durch den Code of Conduct nicht eingegriffen werden, und er muss mit internationalem Seerecht vereinbar sein.“

Nichtregierungsorganisationen übernehmen  momentan nach Angaben von „ProAsyl“ circa 40% der Rettungen auf See. Auch jetzt ist die Iuventa im Einsatz. Am Dienstag, dem Tag unseres Interviews mit Pahlke, erreichte sie von der Seenotleitung in Rom ein Notruf – ein Boot treibe irgendwo vor der libyschen Küste.

„Wir sind nicht der Pull-Faktor“

„Jetzt gerade befindet sich das Schiff im Einsatzgebiet. Wir haben heute am späten Vormittag einen Anruf von der Seenotleitung aus Rom bekommen. Wir beteiligen uns  da an der Suche und haben im Moment ein Suchgebiet, das ungefähr 700 nautische Quadratmeilen groß ist. Ich habe vorhin nochmal mit dem Schiff telefoniert, und wir warten jetzt auf mögliche Unterstützung aus der Luft; entweder in Form eines Flugzeugs, das von Malta aus startet, oder ein italienischer Helikopter, der uns eventuell bei der Suche unterstützt. Die Rede ist momentan von 50 Personen, die dort vermisst werden; über den Zustand des Bootes und der Personen können wir aber noch nichts sagen, denn noch ist das Schiff nicht gefunden.“

Das Wetter vor der libyschen Küste sei schlecht und daher in den nächsten Tagen nicht mit vielen Booten zu rechnen – sicher sein könne man sich aber nie, so Pahlke. Nichtregierungsorganisationen wie „Jugend rettet“ bieten momentan eine der wenigen Chancen für Flüchtende, Europa lebend zu erreichen. Vorwürfe, die Rettungsaktionen würden noch mehr Menschen zur Flucht bewegen, weist Julian Pahlke entschieden zurück:

„Es ist völlig absurd, dass wir der Pull-Faktor wären. Der Druck in Libyen ist unfassbar groß. Den Menschen geht es da unbeschreiblich schlecht, die Situation ist zudem ganz, ganz unübersichtlich; Zuständigkeiten sind nicht geklärt, und der einzige Ausweg ist eben die Flucht.“

Verbindungen zu libyschen Schleppern, derer mehrere Organisationen beschuldigt wurden, hat es nie gegeben, versichert Julian Pahlke. Anstatt die Arbeit der NGOs zu kriminalisieren, solle die EU lieber Bedingungen schaffen, die die Risiken der Flucht mindern:

„Wir sind nichts weiter als die Lückenfüller“

„Das, was wir seit dem ersten Tag sagen und fordern ist: es braucht ein staatliches Seenotrettungsprogramm. Wir sind eine Gruppe junger Leute, die es irgendwie geschafft hat, dieses Schiff zu kaufen, und damit mittlerweile über 15.000 Menschen gerettet hat, aber es ist nicht unsere Aufgabe. Wir sind nichts weiter als die Lückenfüller. Genau das haben wir auch am Code of conduct kritisert: Der greift uns an, also die, die dort helfen. Anstatt uns Unterstützung zu schicken, will man uns die Arbeit erschweren! Es ist unserer Meinung nach die Aufgabe der Europäischen Union, dieses Problem vor der Tür zu lösen, das sie eben auch teilweise selber mit ausgelöst und sehr, sehr lange ignoriert hat.“

Um auf die politische Dimension hinzuweisen, benennt „Jugend rettet“ ihre Missionen seit diesem Jahr „nach den Menschen, die etwas tun könnten, um die Situation zu verändern, es aber nicht tun“. So gab es beispielsweise die Mission „Thomas  de Maizière“, nachdem dieser geäußert hatte, man solle doch Flüchtlinge nach Libyen zurückbringen.

(rv 01.08.2017 jm)

Papst predigt in Genua über „sanfte Macht des Gebets“

Der Papst vor Beginn der Messe in Genua

Etwa 100.000 Menschen haben am Samstagabend an einer großen Open-air-Messe des Papstes in Genua teilgenommen. Franziskus zelebrierte bei sommerlichen Temperaturen auf der „Piazzale Kennedy“ in der Innenstadt; über tausend freiwillige Helfer sorgten für einen reibungslosen Verlauf. Die Messe, bei der Kardinal Angelo Bagnasco von Genua konzelebrierte, war der Höhepunkt des eintägigen Papstbesuchs in Italiens achtgrößter Stadt.

In seiner Predigt rief Franziskus zu Missionsgeist und Gottvertrauen auf. Seit Jesu Himmelfahrt habe „unser menschliches Fleisch die Schwelle zum Himmel überschritten“: „Unsere Menschlichkeit ist dort, in Gott, für immer. Dort ist unser Zutrauen, weil Gott sich niemals vom Menschen lösen wird. Und es tröstet uns zu wissen, dass bei Gott – mit Jesus – für jeden von uns ein Platz vorbereitet ist…“

Die Macht Jesu bestehe darin, „Himmel und Erde zu verbinden“, fuhr der Papst fort. Wenn Jesus sage, er werde allezeit bei uns sein, sei das „nicht einfach ein Trost, wie wenn jemand sagt, er werde an uns denken“. „Nein, Jesus ist wirklich bei uns und für uns: Im Himmel zeigt er immerfort dem Vater seine – unsere – Menschlichkeit, er zeigt ihm seine Wunden, den Preis, den er für uns bezahlt hat, und so lebt er dauernd, um für uns Fürsprache zu halten. Das ist das Schlüsselwort für die Macht Jesu: Fürsprache. Jesus tritt jeden Tag, jeden Moment beim Vater für uns ein.“

Wir tun gut daran, mit all unseren Anliegen im Gebet vor Gott zu treten, so Franziskus. „Wir können uns fragen: Bete ich? Wir als Kirche, als Christen – üben wir diese Macht aus, indem wir die Menschen und die schwierigen Situationen vor Gott tragen? Die Welt braucht das! Auch wir selbst brauchen das. Wir rennen und arbeiten soviel, wir setzen uns für so vieles ein; doch wir riskieren, abends müde zu sein und eine beschwerte Seele zu haben… Denken wir jeden Tag daran, in Gott Anker zu werfen! Tragen wir alles Schwere vor ihn. Das ist die Kraft des Gebets, die Himmel und Erde verbindet und die es Gott erlaubt, in unsere Zeit einzutreten.“

Das christliche Gebet bedeute nicht, „ein bisschen im Frieden mit sich selbst zu sein“, sondern es bedeute, „alles zu Gott zu tragen und ihm die Welt anzuvertrauen“. „Das Gebet ist Fürsprache! Es ist nicht Ruhe, es ist Nächstenliebe. Es ist Fragen, Suchen, Klopfen.“ Das „unermüdliche Eintreten für andere“ sei die „erste Verantwortung“ eines Christen. „Es ist unsere Mission – eine Mission, die gleichzeitig müde macht und Frieden gibt. Das ist unsere Macht: nicht stärker zu sein oder lauter zu schreien nach der Logik dieser Welt, sondern die sanfte Macht des Gebets zu üben, mit der sich auch Kriege stoppen und Friede erringen lässt.“

(rv 27.05.2017 sk)

Papst segnet Statue, die Bombardierung von Monte Cassino überstand

Monte Cassino, Benediktinerbatei, 19. Mai 1944 / Wikimedia Commons – McConville (Sgt), No 2 Army Film & Photographic Unit, Public Domain

Die Statue des heiligen Antonius von Padua
gilt als Symbol der Wiedergeburt der italienischen Stadt

Im Laufe der heutigen Generalaudienz hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz eine Statue des heiligen Antonius von Padua aus der gleichnamigen Pfarrei in Cassino, im unteren Latium, gesegnet.

Bekanntlich war die Kleinstadt in der italienischen Provinz Frosinone, südlich von Rom, im Laufe des Zweiten Weltkriegs Ziel massiver Luftangriffe.

Am Freitag, den 10. September 1943, um zehn Uhr morgens, führten die Alliierten zum ersten Mal ein verheerendes Bombardement auf Cassino aus, wobei 105 Menschen das Leben verloren.

Die eigentliche Schlacht um die strategisch sehr wichtige Stadt und den Berg Monte Cassino, auf dessen Gipfel die berühmte vom heiligen Benedikt von Nursia gegründete Benediktinerabtei liegt, dauerte vom 17. Januar bis 18. Mai 1944.

Die schwersten Bombardements fanden am 15. März 1944 statt, als 575 Bomber und 200 Jagdbomber die Stadt und den Berg angriffen.

Am Ende standen nur noch die Mauern der Pfarrkirche des heiligen Antonius von Padua, sowie die Statue des 1195 in Lissabon (Portugal) geborenen Heiligen aufrecht.

„Die ganze Zone wurde dem Erdboden gleichgemacht“, erzählte der heutige Pfarrer, Don Benedetto Minchella, der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“.

Die Schlachten um Monte Cassino, in der rund 20.000 deutsche und mehr als 50.000 alliierte Soldaten den Tod fanden, gelten heute als Beispiel für die Sinnlosigkeit des Krieges. (pdm)

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Quelle

Italien: Papst bekommt Reliquie der hl. Maria Goretti geschenkt

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Heiligtum Santa Maria Goretti, Nettuno / Wikimedia Commons – Stefano.Nicolucci, CC BY-SA 3.0

Franziskus schickt Dankesbrief an die Passionisten des Heiligtums ‪
„Madonna delle Grazie“ in Nettuno

Papst Franziskus hat einen Dankesbrief an die Passionisten des Heiligtums ‪„Madonna delle Grazie“ in Nettuno geschickt, um sich für die ‪„kostbare Reliquie“ der heiligen Maria Goretti (1890-1902) zu bedanken. Die junge Italierin starb im Alter von nur 12 Jahren, nachdem sie auf ihrem Sterbebett im Krankenhaus von Nettuno ihrem Mörder, Alessandro Serenelli, vergeben hatte.

Der Papst bekam die Reliquie vom Direktor des Heiligtums ‪„Madonna delle Grazie“ und der heiligen Maria Goretti in Nettuno, Pater Antonio Coppola, am 13. Dezember geschenkt, der bei seinem Besuch im Vatikan vom Bischof von Albano, Msgr. Marcello Semeraro, begleitet wurde. Die Nachricht vom Papstschreiben wurde am 4. Januar auf der  Facebook-Seite des Heiligtums veröffentlicht.

In seinem Brief schreibt der Papst, er habe oft über die letzten Worte Maria Gorettis nachgedacht, die lauteten: „Ich vergebe ihm und will, dass er mit mir ins Paradies kommt.“

Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit sei zu Ende gegangen, aber die Tür zur Liebe Jesu Christi sei nicht geschlossen und lade uns zum Wesentlichen ein. „Die Barmherzigkeit ist das Wesentliche und führt uns zum Herzen des Evangeliums“, schreibt Franziskus.

Im Laufe des Angelusgebets vom 3. Juli‬ 2016 hatte der Papst die Pilger auf dem Petersplatz an den Gedenktag Maria Gorettis erinnert und die junge Märtyrerin als ein Beispiel der Barmherzigkeit gepriesen. „Dieses tapfere Mädchen verdient den Applaus des ganzen Platzes“, hatte er gesagt.

Ihr Mörder bekehrte sich im Gefängnis und nahm sowohl an der Seligsprechung von Marietta — der Rufname Maria Gorettis — im 1947 wie an ihrer Heiligsprechung im 1950 teil, die Erste die auf dem Petersplatz stattfand. Er saß dabei neben der Mutter seines Opfers, Assunta Goretti, die zu ihm sagte: „Gott hat dir vergeben, meine Marietta hat dir vergeben, auch ich vergebe dir.“

Er trat in den dritten Orden des heiligen Franziskus ein und arbeitete bis zu seinem Tod im 1970 als Gärtner im Kapuzinerkloster von Macerata (Region Marken).

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Italien: Blutwunder in Neapel ausgeblieben

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So sah das letztes Jahr aus: flüssiges Blut in der Ampulle. Am 16. Dezember 2016 bliebt das Blut gestockt.

Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten ist in Neapel das sogenannte Blutwunder ausgeblieben. Das eingetrocknete Blut des heiligen Januarius verflüssigte sich am Freitag im Dom der Stadt nicht, wie italienische Medien (Samstag) berichteten. Das Ausbleiben des Blutwunders gilt den Neapolitanern als schlechtes Omen. Der Hüter der Reliquie, Monsignore Vincenzo De Gregorio, appellierte an die wartenden Gläubigen im Dom, nicht in Panik zu verfallen. „Wir dürfen nicht an Katastrophen und Unglücke denken“, so der Geistliche. Er rief sie dazu auf, weiter zu beten.

Seit Jahrhunderten verflüssigt sich das in einer gläsernen Ampulle aufbewahrte verklumpte Blut des Stadtpatrons laut der Überlieferung regelmäßig am 16. Dezember, dem Gedenktag an eine Warnung vor dem Vesuv-Ausbruch von 1631. Weitere Termine sind das Fest des Heiligen und frühchristlichen Märtyrers am 19. September sowie der Samstag vor dem ersten Sonntag im Mai. Zum 19. September dieses Jahres war das Wunder pünktlich eingetreten.

Zuletzt blieb das Blutwunder 1980 aus. Dies brachten die Neapolitaner mit dem Erdbeben von Irpinia in Verbindung; durch die verheerendste Naturkatastrophe der italienischen Nachkriegszeit starben damals 2.900 Menschen. Zuvor warteten die Neapolitaner 1973 vergeblich auf eine Verflüssigung des Bluts. In jenem Jahr wurde Neapel von einer Cholera-Epidemie heimgesucht.

Für das Phänomen der Verflüssigung gibt es naturwissenschaftliche Erklärungsversuche, die jedoch keine allgemeine Anerkennung fanden. Januarius (italienisch „San Gennaro“) wurde der Überlieferung nach zur Zeit der Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian am 19. September 305 enthauptet.

(kna 17.12.2016 pdy)