ITALIEN – ERNEUTE WEIHE AN DIE MUTTERGOTTES (1. Mai 2020)

Italien: Bischöfe protestieren gegen Gottesdienstverbot

Der italienische Ministerpräsident bei seiner TV-Ansprache am Sonntagabend (ANSA)

Ministerpräsident Giuseppe Conte hat für die Phase 2 der Corona-Krise für viele Aktivitäten Lockerungen angekündigt – doch das Gottesdienstverbot soll bestehen bleiben. Die italienische Bischofskonferenz will dies nicht hinnehmen. „Die Ausübung der Religionsfreiheit darf nicht beeinträchtigt werden,“ protestieren die Bischöfe in einem Statement, das gleich nach Bekanntwerden des neuen Dekrets der Regierung veröffentlicht wurde.

„Die italienischen Bischöfe können nicht hinnehmen, dass die Ausübung der Religionsfreiheit beeinträchtigt wird,“ heißt es in dem Statement. „Es sollte allen klar sein, dass die Verpflichtung zum Dienst an den Armen, die in dieser Notlage so wichtig ist, einem Glauben erwächst, der sich an seiner Quelle nähren können muss, besonders aus dem sakramentalen Leben.“ Die Reaktion der Bischöfe folgte unmittelbar auf die Fernsehrede, in der Ministerpräsident Giuseppe Conte das neue Dekret vorstellte.

Bischöfe sprechen von staatlicher Willkür

Nach „wochenlangen Verhandlungen, in denen die Bischofskonferenz Richtlinien und Protokolle dazu vorgelegt hat, wie man die Übergangsphase in voller Übereinstimmung mit allen Gesundheitsvorschriften angehen könne, schließt das nun verabschiedete Dekret des Kabinetts willkürlich die Möglichkeit aus, die Messe mit dem Volk zu feiern,“ zürnen die Bischöfe.

Hinter den Kulissen wird offenbar verhandelt

Das Kabinett in Rom hat den Brandbrief der Bischöfe zur Kenntnis genommen, den Inhalt des neuen Dekrets aber bestätigt. Schon in den kommenden Tagen wolle man allerdings ein Protokoll prüfen, das eine baldige Teilnahme von Gläubigen an liturgischen Feiern möglich machen soll. Gegenüber Vatican News wollten sich Bischöfe nicht zum Zwist mit der Regierung Conte äußern; hinter den Kulissen sind offenbar Verhandlungen im Gang.

(vatican news – skr)

LESEN SIE AUCH:

Corona: Bischöfe stellen Italien unter den Schutz Mariens

Zu Beginn des Marienmonats wird Italien der Muttergottes geweiht

Im Rahmen eines feierlichen Gebets wird die Italienische Bischofskonferenz das von der Corona-Krise besonders schwer getroffene Land am 1. Mai der Fürsprache der Muttergottes anvertrauen. Damit komme man der Bitte vieler Katholiken des Landes nach.

Das Gebet wird am 1. Mai um 21 Uhr in der Basilika „Santa Maria del Fonte“ in der Nähe von Caravaggio in der Diözese Cremona (Provinz Bergamo) stattfinden.

Marienmonat Mai

Wie die Italienische Bischofskonferenz in ihrer diesbezüglichen Mitteilung betont, ist der Mai der Monat, „der traditionell der Verehrung der Muttergottes gewidmet ist: eine Zeit, in der die Gläubigen beim Rosenkranzgebet und mit Wallfahrten zu Marienheiligtümern um die Fürsprache der Jungfrau und Gottesmutter Maria bitten.“ Dass dieser Monat nun mit der Weihe Italiens an Maria beginnen werde, habe in der gegenwärtigen Situation für ganz Italien eine besondere Bedeutung. Der Ort Caravaggio in der Diözese Cremona und der Provinz Bergamo seien ein Sinnbild für das Leid eines Landes, das von der Covid-19-Epidemie auf besonders dramatische Weise betroffen sei.

Die Zukunftssorgen der Arbeiter…

Der Mutter Gottes vertraue man die Kranken, das Gesundheitspersonal, die Ärzte, Familien und Verstorbenen an, heißt es in der Mitteilung der italienischen Bischöfe weiter. In einer Zeit, in der viele Menschen Zukunftssorgen haben, vertraue die Kirche, „am Fest des heiligen Josef, des Arbeiters, Ehemann der Jungfrau Maria, der Gottesmutter, besonders auch die Arbeiter an – im Bewusstsein der Sorgen und Ängste, mit denen viele von ihnen in die Zukunft blicken.“

(fides/vatican news – skr)

LESEN SIE AUCH:

Italiens Caritas: Die Menschen über der Armutsgrenze halten

Menschenleer: Der Vorplatz des Mailänder Doms (ANSA)

Eine der besorgniserregensten Konsequenzen der Krise, die die Weltgemeinschaft aufgrund der Verbreitung des Coronavirus derzeit lebt, ist die Tatsache, dass viele Menschen ihre Arbeit verlieren und Mühe haben, sich und ihre Familien mit dem Notwendigsten zu versorgen. Daran erinnerte auch Papst Franziskus in seiner Frühmesse an diesem Samstag. Gleichzeitig rief er die kirchlichen Einrichtungen auf, mit Großzügigkeit und Entschiedenheit auf diese Krise in der Krise zu reagieren.

Sieht man sich die Situation in Italien an, so gibt es derzeit kaum einen Unterschied zwischen dem traditionell reicheren Norden und dem Süden, wo generell mehr Menschen in sozialen Schwierigkeiten leben. Wie der Leiter der Mailänder Caritas, Luciano Gualzetti, im Interview mit Radio Vatikan berichtet, sei in den diözesanen karitativen Verteilstationen die Nachfrage nach Lebensmitteln sprunghaft angestiegen, auch Menschen, die bisher nicht bei der Caritas vorstellig wurden…

„Gleich nachdem die Gesundheitsbehörden die ersten Anweisungen erteilt haben, um die Verbreitung des Virus zu stoppen, haben wir versucht, den absolut unantastbaren Bedürfnissen der Menschen entgegenzukommen. Das bedeutet, den verletzlicheren Menschen nahe zu sein, die gleichzeitig diejenigen sind, die das größte Risiko einer Ansteckung eingegangen wären, wenn wir sie nicht mit einem Obdach und Nahrung versorgt hätten. Doch außerdem sind dies auch die Menschen, die am stärksten von den sozialen Folgen dieser Krise und Isolation betroffen sind, auch im Hinblick auf Verarmung.“

Dienste der Caritas wurden sofort ausgeweitet

Deshalb habe man sich in der Caritas sofort aktiviert, um eine Schließung zu verhindern und vielmehr die angebotenen Dienste auszuweiten, „um die Menschen zu unterstützen, die sofort ihre Arbeit verloren haben“, so Gualzetti. Viele der Menschen, die nun an die Tür der Caritas klopften, hätte man im Vorfeld dabei unterstützt, eine Arbeit zu finden und sich damit eine fragile Existenz aufzubauen. „Wir denken an diejenigen, die sofort nach Ausbruch der Krise ohne Arbeit dastanden, vielleicht, weil sie einen befristeten Vertrag hatten, der nicht verlängert wurde, oder an diejenigen, die alte Menschen betreuten, ihnen die Einkäufe in die Wohnung brachten und ähnliches. All das ist auf fatale Weise unterbrochen worden.“

Lebensmittelanfragen um 30 Prozent gestiegen

Dadurch würden nun viel mehr Lebensmittel als bisher in die Wohnungen der Bedürftigen verteilt, die nicht mehr in die Pfarrzentren kommen könnten, berichtet der Caritas-Leiter weiter. „Vor zwei Wochen haben wir in den diözesanen Verteilstellen eine um 30 Prozent erhöhte Nachfrage nach Lebensmitteln festgestellt, weil zum Beispiel jetzt die Kinder zu Hause sind, die bisher in der Schule gegessen haben. Und auch die Anzahl der Menschen, die beantragt haben, kostenlos in unseren wohltätigen Supermärkten einkaufen zu können, weil sie es sich in den normalen Supermärkten nicht mehr leisten können, ist um 25 Prozent angestiegen.“

Ein millionenschwerer Fonds zur Direkthilfe

Doch die Hilfe der Erzdiözese Mailand geht weit darüber hinaus. Wie Luciano Gualzetti berichtet, hatte der Erzbischof von Mailand, Mario Delpini, in der vergangenen Woche in Abstimmung mit der Stadtgemeinde einen Fonds für die Menschen aufgelegt, die auf dem Gebiet der Erzdiözese aufgrund der Krise seit dem 1. März ihre Arbeit verloren haben. Jeweils 2 Millionen Euro kommen von der Kirche und der Stadt Mailand. „Wir sammeln gerade die Anfragen dafür ein, und ab der kommenden Woche werden wir damit beginnen, denjenigen, die kein Einkommen mehr haben, ein kleines Gehalt auszuzahlen.“ Man versuche, so unterstreicht der Caritasverantwortliche, die Menschen „über der Armutsgrenze zu halten, denn wenn sie erst einmal darunter fallen, wird es umso schwieriger, sie wieder herauszuholen.“

„Wir hören wirklich einen Aufschrei: ,Wir haben Hunger’“

Dabei hat die Caritas viele verschiedene Kategorien von Menschen im Blick. Diejenigen, die sich in dieser Situation erstmals an die Caritas wenden, aber auch das fahrende Volk, das durch die Krise besonders hart getroffen ist. Denn, so erinnert Gualzetti, diese hätten nicht nur die Artisten, sondern auch ihre Tiere weiterhin zu versorgen, auch wenn Auftritte derzeit nicht möglich seien: „Wir hören wirklich einen Aufschrei: ,Wir haben Hunger’“, unterstreicht der Caritas-Leiter.

Unter den Hilfesuchenden, die sich an die Caritas wenden, sind neuerdings auch religiöse Gemeinschaften und Klöster, die sich normalerweise mit dem Verkauf ihrer Produkte über Wasser halten. „Wir versuchen, auch ihnen zu helfen, so wie den zahlreichen Familien, die ihren Pfarrer angerufen und um Hilfe dabei gebeten haben, Lebensmittel zu besorgen, wie Nudeln, Reis, Öl, Obst und Gemüse, aber auch Medikamente.“ Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein: auch die abrupte Unterbrechung aller sozialen Kontakte schlägt vor allem den älteren Menschen aufs Gemüt. „Deshalb haben wir unseren Jugendpastoraldienst aktiviert, und viele junge Menschen haben geantwortet und sich bereit erklärt, Lebensmittel und Medikamente zu den alten Leuten zu bringen, und an der Türschwelle ein paar Worte mit ihnen zu wechseln.“

Supermärkte im Visier der verzweifelten Menschen

Die Verzweiflung der Menschen beginnt an einigen Orten jedoch auch in Aggressivität umzuschlagen: es wird vor allem im Süden Italiens über Gruppen berichtet, die zu gezielten Raubzügen auf Supermärkte aufrufen, beispielsweise in Palermo, wo die Polizeipräsenz spürbar verstärkt wurde.

In dieser Situation täten die staatlichen und karitativen Institutionen ihr Bestes, um die Not zu lindern. Dazu sei jedoch die Solidarität aller nötig, erinnert Gualzetti. „Wir bringen alle Ressourcen auf, die wir zu Verfügung haben und versuchen, die freiwilligen Helfer zu orientieren, deren Einrichtungen vielleicht geschlossen haben, um ihnen eine andere Aufgabe zu geben. Aber das sind natürlich erhöhte Kosten, die wir aufbringen müssen. Außerdem müssen wir individuelles Schutzmaterial wie Gesichtsmasken kaufen – all das sind Kosten, die wir tragen müssen, um weiter arbeiten zu können.“

(vatican news – cs)

Besuch von Papst Franziskus in Bari — Angelus

BESUCH VON PAPST FRANZISKUS IN BARI
AUS ANLASS DER KONFERENZ
“FRIEDENSGRENZE MITTELMEER”

ANGELUS

Corso Vittorio Emanuele II (Bari)
Sonntag, 23. Februar 2020

[Multimedia]


Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Während wir hier versammelt sind, um zu beten und über den Frieden und das Schicksal der Anrainervölker des Mittelmeers nachzudenken, spielt sich auf der gegenüberliegenden Seite dieses Meeres, insbesondere im Nordwesten Syriens, eine große Tragödie ab. Aus unseren Hirtenherzen ergeht ein starker Appell an die beteiligten Akteure und an die internationale Gemeinschaft, den Lärm der Waffen zum Schweigen zu bringen und dem Weinen der Kleinen und Wehrlosen Gehör zu schenken; auf dass auf das Kalkulieren und die Interessen verzichtet werde, um das Leben der Zivilisten und der vielen unschuldigen Kinder, die den Preis dafür zahlen, zu schützen.

Lasst uns zum Herrn beten, dass er die Herzen bewege und dass alle die Logik der Konfrontation, des Hasses und der Rache überwinden mögen, um sich selbst als Brüder und Schwestern wiederzuentdecken, als Kinder eines einzigen Vaters, der die Sonne über Guten und Bösen aufgehen lässt (vgl. Mt 5,45). Lasst uns den Heiligen Geist anrufen, damit jeder von uns, ausgehend von unseren alltäglichen Gesten der Liebe, dazu beitrage, neue Beziehungen aufzubauen, die von Verständnis, Aufnahme und Geduld inspiriert sind und so die Voraussetzungen dafür schafft, die Freude des Evangeliums zu erfahren und sie in jedem Bereich des Lebens zu verbreiten. Möge die Jungfrau Maria, der »Stern des Meeres« [Heilige Mutter Gottes], zu der wir als höchstes Vorbild der Treue zu Jesus und seinem Wort aufblicken, uns helfen, diesen Weg zu gehen.

Bevor wir gemeinsam den Angelus beten, danke ich herzlich allen Bischöfen und all jenen, die an diesem Treffen über die Friedensgrenze Mittelmeer teilgenommen haben; sowie jenen – und das sind viele! –, die sich auf unterschiedliche Art und Weise für dessen Erfolg eingesetzt haben. Ich danke euch allen! Ihr habt dazu beigetragen, die Kultur der Begegnung und des Dialogs in dieser für den Weltfrieden so wichtigen Region zu stärken.

_______

Quelle

Papst Franziskus spricht Anti-Mafia-Journalist Mut zu

Papst Franziskus ermutigt den Journalisten Paolo Borrometi (ANSA)

Nach wie vor ist die Mafia ein großes Problem in Italien. Papst Franziskus hat nun den Journalisten Paolo Borrometi getroffen, der investigativ gegen die Mafia ermittelt und der deswegen in Lebensgefahr schwebt. Der Papst ermutigte ihn, mit seiner Arbeit fortzufahren.

Während einer Privataudienz ermutigte Papst Franziskus den von der Mafia mit dem Tod bedrohten Journalisten Paolo Borrometi, seine Ermittlungsarbeit fortzusetzen, teilte die italienische Nachrichtenagentur Agi am Montag mit. Der Papst empfing ihn in der Residenz Santa-Marta für fast eine halbe Stunde.

Der Papst bezog sich auf das unterbundene Attentat der sizilianischen Mafia Pachino gegen den Journalisten. Kürzlich hat die italienische Polizei einen Telefonanruf abgefangen, bei dem ein Mafiaboss einen Bombenanschlag gegen den Enthüllungsjournalisten plante.

„Mafiosi, die sich Christen nennen“, sagte der Papst laut Paolo Borrometi, „haben eigentlich nichts Christliches an sich“. Laut dem Journalisten und Direktor der Informationswebseite La Spia, hat der Papst auch versichert, dass er sich ihm im Gebet verbunden fühle.

Papst Franziskus hatte am 21. September 2017 ermutigt, nicht nur der Mafia den Kampf anzusagen, sondern auch „ein neues bürgerliches Gewissen“ hervorzubringen, um sich von ihr zu befreien. Am 6. Februar veröffentlichte der Vatikan eine Briefmarke mit dem Bildnis von Pater Giuseppe Puglisi. Der sizilianische Priester war von der Mafiosi wegen seiner Predigten erschossen worden.

Nach wie vor ist die Mafia ein großes Problem in Italien, gegen das die Behörden zwar vorgehen, dass sie aber immer noch nicht in den Griff bekommen konnten. Korruption, Bestechung und Einschüchterung erschweren die Arbeit der Polizei und des Kriminalamts zur Bekämpfung der Mafia, der Direzione Investigativa Antimafia.

(cath.ch – nv)

LESEN SIE AUCH:

_______

Quelle

Neapel: Blutwunder pünktlich eingetreten

Das Blutwunder zieht stets viele Gläubige an

In Neapel ist das sogenannte Blutwunder des heiligen Januarius wieder pünktlich eingetreten. Wie italienische Medien berichteten, verflüssigte sich das in einer gläsernen Ampulle aufbewahrte verklumpte Blut des Stadtpatrons Samstagmittag.

Der 16. Dezember ist einer von drei Terminen im Lauf eines Jahres, an dem sich das Ereignis üblicherweise vollzieht. Das Datum erinnert an die Warnung vor einem größeren Vesuvausbruch im Jahr 1631.

Die beiden anderen Termine sind am Samstag vor dem ersten Mai – dem Fest der Übertragung der Reliquien nach Neapel – und der Festtag des Heiligen am 19. September. An diesem Tag im Jahr 305 soll „San Gennaro“ laut Überlieferung unter dem römischen Kaiser Diokletian in Pozzuoli bei Neapel enthauptet worden sein.

Erstmals bezeugt wurde das Blutwunder im Jahr 1389. Seither entwickelte sich eine volkstümlich geprägte Frömmigkeit um den Heiligen. Unregelmäßigkeiten wie im Dezember 2016, als das Wunder erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten auf sich warten ließ, gelten den Neapolitanern als schlechtes Omen.

(kap)_______Quelle