Der interreligiöse Dialog als Weg zum Frieden

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ERÖFFNUNG EINES KURSES FÜR DIPLOMATEN
AUS ISLAMISCHEN LÄNDERN AN DER
PÄPSTLICHEN UNIVERSITÄT GREGORIANA

ANSPRACHE VON KARDINAL TARCISIO BERTONE

Montag, 7. Mai 2007

Der interreligiöse Dialog als Weg zum Frieden

Hochwürdige Patres,
verehrte Autoritäten,
meine Damen und Herren!

Ich möchte die Organisatoren und die Teilnehmer an dem Kurs »Die katholische Kirche und die internationale Politik des Heiligen Stuhls« für Diplomaten aus den Ländern des Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens ehrerbietig begrüßen. Besonders danke ich dem Hw. Pater Franco Imoda, Präsident der Stiftung »La Gregoriana«, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kurses, und Professor Roberto Papini, Generalsekretär des internationalen Instituts »Jacques Maritain«, als ausführendem Direktor des Kurses. Meine Anerkennung gilt auch dem Hw. P. Gianfranco Ghirlanda, Rector Magnificus der Päpstlichen Universität Gregoriana, die uns Gastfreundschaft gewährt. Schließlich richte ich an Sie alle einen herzlichen und freundschaftlichen Gruß. Diese Initiative, an der angesehene Institutionen mitwirken, erscheint in der aktuellen geschichtlichen Situation notwendiger denn je, um qualifizierte Vertreter der muslimischen Welt in angemessener Weise mit dem Denken und der Tätigkeit der katholischen Kirche bekannt zu machen. Das gegenseitige Kennenlernen ist in der Tat der erste und notwendige Schritt, um eine harmonische Entwicklung des Dialogs und eine dauerhafte und gewinnbringende Zusammenarbeit sicherzustellen.

Das mir vorgeschlagene Thema – »Der interreligiöse Dialog als Weg zum Frieden« – ist anregend und aktueller denn je bei der Suche nach dem Dialog zwischen den Religionen sowie für die Zukunftsperspektiven der Welt. Darum bewahrt der Heilige Stuhl ständiges und aufrichtiges Interesse am Dialog.

Das hat der Heilige Vater Benedikt XVI. bei der Begegnung mit den Vertretern einiger muslimischer Gemeinden am 20. August 2005 in Köln klar ausgesprochen: »Der interreligiöse und interkulturelle Dialog zwischen Christen und Muslimen darf nicht auf eine Saisonentscheidung reduziert werden. Tatsächlich ist er eine vitale Notwendigkeit, von der zum großen Teil unsere Zukunft abhängt.« Hier sehen wir den religiösen Dialog im Dienst des Friedens. Die Suche nach Frieden liegt bekanntlich dem Heiligen Stuhl sehr am Herzen. Ich werde mich darauf beschränken, einige ausdrückliche Bezugnahmen auf dieses Thema anzuführen, welche in den Botschaften enthalten sind, die der Papst seit über dreißig Jahren anläßlich des Weltfriedenstages an die Staatsoberhäupter, an die Katholiken und an die Menschen guten Willens sendet.

1. Der Dialog für den Frieden, eine Herausforderung für unsere Zeit

Das Thema der Botschaft zum Weltfriedenstag 1983 lautete: »Der Dialog für den Frieden: eine Herausforderung für unsere Zeit.« Darin sagte der verehrte Papst Johannes Paul II., er sei zutiefst davon überzeugt, daß der Dialog – ein echter Dialog – eine wesentliche Bedingung für den Frieden ist, und bemerkte: »Ja, dieser Dialog ist notwendig, nicht nur opportun; er ist schwierig, aber möglich, trotz der Hindernisse, die wir, realistisch gesehen, dabei beachten müssen. Er stellt deshalb eine echte Herausforderung dar, die ich euch bitte, anzunehmen« (Insegnamenti Giovanni Paolo II, 1982/III, S. 1542). Und er fügte hinzu: ein echter Dialog geht aus »von der Suche nach dem Wahren, dem Guten und dem Gerechten für jeden Menschen, für jede Gruppe und jede Gesellschaft« (ebd., S. 1545). Der Dialog verlangt daher eine wirkliche Öffnung und gegenseitige Annahme in Respekt und Verständnis für die Verschiedenheit und die Besonderheit des anderen. Zugleich ist der Dialog Suche nach dem, was den Menschen gemeinsam ist und ihnen, auch inmitten von Spannungen, Widerständen und Konflikten, gemeinsam bleibt. Alles in allem ist der wahre Dialog die Suche nach dem Guten mit friedlichen Mitteln; er ist eine Anerkennung der unveräußerlichen Würde der Menschen und stützt sich auf die Achtung vor dem menschlichen Leben.

2. Dialog zwischen den Kulturen für eine Zivilisation der Liebe und des Friedens

Im Jahr 2001 hatte die Botschaft zum Weltfriedenstag als Thema »Dialog zwischen den Kulturen für eine Zivilisation der Liebe und des Friedens.« In einer Analyse über den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen und Traditionen der Völker zeigte der Heilige Vater im Dialog den notwendigen Weg für den Aufbau einer versöhnten Welt auf, die fähig ist, mit Gelassenheit in ihre Zukunft zu blicken. Die Kultur – schrieb er – ist die qualifizierte Äußerung des Menschen und seiner Geschichte. Menschsein bedeutet notwendigerweise Leben in einer bestimmten Kultur. Wenn es daher einerseits darauf ankommt, daß man die Werte der eigenen Kultur zu schätzen weiß, so ist andererseits das Bewußtsein erforderlich, daß jede Kultur, da sie ein typisch menschliches und geschichtlich bedingtes Produkt ist, notwendigerweise auch Grenzen einschließt. Ein wirksames Mittel dagegen, daß das kulturelle Zugehörigkeitsgefühl zur Abschottung wird, ist das unparteiliche, nicht von negativen Vorurteilen bestimmte Kennenlernen der anderen Kulturen (vgl. Nr. 7) (Insegnamenti Giov. Paolo II, 2000/II, S. 1066–1067). Wir können somit sagen – wie kürzlich von Seiner Exzellenz Francesco Follo bei der 176. Sitzung des Exekutivrates der UNESCO betont wurde –, daß die verschiedenen Kulturen, auch wenn sie von unterschiedlichen Interpretationen der Wirklichkeit geprägt sind, in der Grunderfahrung der menschlichen Situation, wo es um Fragen über Geburt und Tod, über Arbeit, Krankheit, soziale Ungerechtigkeit, die Erhaltung unseres Planeten geht, tief miteinander verbunden sind.

Unter diesem Aspekt erweist sich der Dialog zwischen den Kulturen als ein inneres Erfordernis der Natur des Menschen und der Kultur; er trägt dazu bei, den Reichtum der Unterschiedlichkeit anzuerkennen, indem er die Herzen zur gegenseitigen Annahme bereit macht, im Ausblick auf eine echte Zusammenarbeit, wie sie der ursprünglichen Berufung der ganzen Menschheitsfamilie zur Einheit entspricht. Der Dialog als solcher ist ein hervorragendes Werkzeug, um die Zivilisation der Liebe und des Friedens zu verwirklichen, die Papst Paul VI. als das Ideal bezeichnete, von dem sich das kulturelle, soziale, politische und wirtschaftliche Leben unserer Zeit inspirieren lassen sollte.

Angesichts der wachsenden Ungleichheiten in der Welt ist der erste gemeinsame Wert, dessen Bewußtmachung stärker gefördert werden muß, sicher die Solidarität. Aber im Mittelpunkt einer authentischen Kultur der Solidarität steht die Förderung der Gerechtigkeit, die eng mit dem Wert des Friedens verbunden ist, dem Hauptziel jeder Gesellschaft und gemeinsamen Gut für ein wirkliches nationales und internationales Zusammenleben. Außerdem ist zu betonen, daß ein echter Dialog zwischen den Kulturen auch eine lebendige Sensibilität für den Wert des Lebens nähren muß, das niemals als willkürlich verfügbares Objekt betrachtet werden darf, sondern als die heiligste und unantastbare Wirklichkeit. Wenn der Schutz eines so grundlegenden Gutes vernachlässigt wird, kann es keinen Frieden geben; man kann nicht zum Frieden aufrufen und das Leben mißachten.

3. Die Gläubigen vereint im Aufbau des Friedens: Der interreligiöse Dialog als Weg zum Frieden

Was die Rolle der Religion und des interreligiösen Dialogs zugunsten des Friedens betrifft, scheint mir die Botschaft zum Weltfriedenstag 1992 von großem Interesse. In ihr hebt Johannes Paul II. mehrmals die Aufgabe der Gläubigen hervor, die »ja auf Grund ihres Glaubens – als einzelne und alle zusammen – dazu berufen sind, Boten und Baumeister des Friedens zu sein« (Insegnamenti G.P. II, 1991/II, S. 1332). Das ist nicht die Aufgabe einer Elite, einer »Nische«, wie man heute sagt, sondern »sie betrifft jeden Menschen guten Willens« (ebd.), auch wenn diese »Verpflichtung allen dringend auferlegt ist, die sich zum Glauben an Gott bekennen« (ebd.).

In den heiligen Büchern der verschiedenen Religionen nimmt der Bezug zum Frieden im Rahmen des Lebens des Menschen und seiner Beziehung zu Gott einen wichtigen Platz ein. In diesem Zusammenhang bemerkt Papst Wojtyla: »Religiöses Leben muß, wenn es authentisch gelebt wird, Früchte des Friedens und der Brüderlichkeit hervorbringen« (ebd., Nr. 2, S. 1333).

Man versteht also leicht die Bedeutung des Gebets für den Frieden als Faktor der Begegnung und Einheit, »wo Ungleichheiten, Unverständnis, Groll und Feindseligkeiten überwunden werden, nämlich vor Gott, dem Herrn und Vater aller« (ebd., Nr. 4, S. 1335). Zur Friedensförderung müssen zusammen mit dem Gebet die interreligiösen Kontakte und der ökumenische Dialog in Gang gebracht werden. »Dank diesen Formen der Gegenüberstellung und des Austausches« – schreibt Johannes Paul II. – »konnten sich die Religionen ihrer gewiß nicht leichten Verantwortung hinsichtlich des wahren Wohles der ganzen Menschheit klarer bewußt werden … Ein solches Vorgehen der Gläubigen kann entscheidend sein für die Befriedung der Völker und die Überwindung der immer noch bestehenden Spaltungen zwischen ›Zonen‹ und ›Welten‹« (ebd., Nr. 5, S. 1335–1336). Und er schließt: »Die interreligiösen Kontakte scheinen neben dem ökumenischen Dialog nunmehr die vorgeschriebenen Wege zu sein, damit so viele schmerzliche Verletzungen, die im Laufe der Jahrhunderte geschehen sind, nicht mehr vorkommen und die noch vorhandenen schnell geheilt werden« (ebd., Nr. 6, S. 1336).

4. Das interreligiöse Gebetstreffen von Assisi

Als historisches Ereignis, als Meilenstein im interreligiösen Dialog im Dienst des Friedens hat sich das Treffen vom 27. Oktober 1986 in Assisi erwiesen. Im Abstand von zwanzig Jahren hat Papst Benedikt XVI. am 2. September 2006 in einem Schreiben zur Erinnerung an jenes Ereignis ausgeführt, daß die Einladung an die Führer der Weltreligionen zu einem vielstimmigen Zeugnis für den Frieden damals dazu diente, unmißverständlich klarzustellen, daß die Religion nichts anderes sein könne als Verkünderin des Friedens. Das ist eine Auffassung, die in der Erklärung Nostra aetate des II. Vatikanischen Konzils über die Beziehungen der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen nachdrücklich unterstrichen wird, wo es in Nr. 5 heißt: »Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern«. Und der Papst fährt fort: »Trotz der Unterschiede, die die verschiedenen religiösen Wege kennzeichnen, muß die Erkenntnis der Existenz Gottes, zu der die Menschen auch dann gelangen können, wenn sie von der Erfahrung der Schöpfung ausgehen (vgl. Röm 1,20), die Gläubigen veranlassen, die anderen Menschen als Brüder zu betrachten. Niemand darf also religiöse Unterschiede als Voraussetzung oder Vorwand für eine feindselige Haltung anderen Menschen gegenüber nehmen«. Und die Religionskriege? »Derartige Gewaltakte« – signalisiert Benedikt XVI. – »sind nicht der Religion als solcher zuzuschreiben, sondern vielmehr der kulturellen Begrenzung, mit der sie gelebt wird und sich im Laufe der Zeit entwickelt.«

Aber kommen wir für einen Augenblick auf Assisi, auf jenen 27. Oktober 1986 zurück, als der Diener Gottes Johannes Paul II. den Wert des Gebets bei der Friedensstiftung betonte, weil »der Friede zuallererst in den Herzen entstehen muß. Das Herz des Menschen ist der Ort des Eingreifens Gottes«. In einem Klima großen Interesses bat er alle um ein glaubwürdiges Gebet, das begleitet sein soll von Fasten und Ausdruck findet in der Wallfahrt, dem Symbol des Weges zur Begegnung mit Gott, und er erklärte, daß »das Gebet unsererseits die Umkehr des Herzens einschließt« (Insegnamenti G.P. II, 1986/II, S. 1253).

Um kein Mißverständnis über den Sinn dessen aufkommen zu lassen, was man bei diesem Treffen realisieren wollte, um das richtig zu verstehen, was man den »Geist von Assisi« zu nennen pflegt, ist es wichtig, nicht zu vergessen, wie sehr man darauf bedacht war, daß jenes interreligiöse Gebetstreffen keinen Anlaß zu synkretistischen Interpretationen auf relativistischer Grundlage gäbe. Um diesem Risiko vorzubeugen, erklärte Johannes Paul II. gleich zu Beginn: »Die Tatsache, daß wir hierhergekommen sind, beinhaltet nicht die Absicht, unter uns selbst einen religiösen Konsens zu suchen oder über unsere religiösen Überzeugungen zu verhandeln. Es bedeutet weder, daß die Religionen auf der Ebene einer gemeinsamen Verpflichtung gegenüber einem irdischen Projekt, das sie alle übersteigen würde, miteinander versöhnt werden könnten. Noch ist es eine Konzession an einen Relativismus in religiösen Glaubensfragen« (ebd., S. 1252).

5. Die Absage an den Terrorismus

Der aufrichtige Dialog zwischen den Religionen muß eine klare Absage an die Gewalt und an jede Art von Terrorismus enthalten. Nach den Geschehnissen vom 11. September 2001 hat Johannes Paul II. am 24. Januar 2002 noch einmal die Religionsführer nach Assisi zum Gebet für den Frieden zusammengerufen. Bei jener Gelegenheit sagte er klar und deutlich: »Darum ist es Pflicht, daß die Personen und religiösen Gemeinschaften der Gewalt, jeder Form von Gewalt, eine ganz klare und radikale Absage erteilen, angefangen von der Gewalt, die den Anspruch erhebt, sich als Religiosität zu bemänteln, indem sie sogar den heiligen Namen Gottes anruft, um den Menschen zu beleidigen. Die Beleidigung des Menschen ist letztlich eine Beleidigung Gottes. Niemals kann eine religiöse Zielsetzung die Gewaltanwendung des Menschen gegen den Menschen rechtfertigen« (Insegnamenti G.P. II, 2002/I, S. 1011). Und in der Botschaft zum Weltfriedenstag jenes Jahres 2002 hatte er als Thema gewählt: »Kein Friede ohne Gerechtigkeit, keine Gerechtigkeit ohne Vergebung«. In der Botschaft zu diesem jährlichen Anlaß verkündete er mit Nachdruck: »Der Terrorismus basiert auf der Verachtung des Lebens des Menschen. Deshalb bildet er nicht allein den Grund für unerträgliche Verbrechen, sondern stellt selbst ein wirkliches Verbrechen gegen die Menschheit dar, insofern er auf den Terror als politische und wirtschaftliche Strategie zurückgreift« (Insegnamenti G.P. II, 2001/II, S. 1083). Und an die religiösen Führer gewandt, fügte er hinzu: »Kein Verantwortlicher der Religionen kann daher dem Terrorismus gegenüber Nachsicht üben und noch weniger kann er ihn predigen« (ebd., S. 1085).

Auf den Terrorismus bezog sich auch Benedikt XVI. in der Botschaft zum Weltfriedenstag des Jahres 2006: »Bis zum heutigen Tag« – so schrieb er – »ist die Wahrheit des Friedens immer noch auf dramatische Weise gefährdet und geleugnet durch den Terrorismus, der mit seinen Drohungen und seinen kriminellen Handlungen imstande ist, die Welt im Zustand der Angst und der Unsicherheit zu halten« (Insegnamenti Benedetto XVI, 2005/I, S. 958). Und er fügt hinzu: »Es ist zu wünschen, daß man sich bei der Analyse der Ursachen des zeitgenössischen Phänomens des Terrorismus außer den Gründen politischen und sozialen Charakters auch die kulturellen, religiösen und ideologischen Motive vor Augen hält« (ebd., S. 959).

6. Förderung und Achtung der Menschenrechte

Die letzten Überlegungen meines Vortrags möchte ich der Förderung und Achtung der Menschenrechte widmen, ein Bereich, in dem der interreligiöse Dialog für den Aufbau des Friedens nützlicher denn je ist. Tatsächlich entsteht und festigt sich der Friede dann, wenn die Menschenrechte vollständig beachtet und respektiert werden. Der Heilige Stuhl ist der Überzeugung, daß dann feste und dauerhafte Fundamente für den Aufbau des Friedens gelegt werden, wenn die Förderung der Würde der menschlichen Person das inspirierende Leitprinzip darstellt, wenn die Suche nach dem Gemeinwohl die vorherrschende Aufgabe bildet. Wenn hingegen die Menschenrechte ignoriert oder mißachtet werden, wenn die Verfolgung von Sonderinteressen ungerechterweise über das Gemeinwohl gestellt werden, dann verbreiten sich unvermeidlich die Keime der Instabilität, der Auflehnung und der Gewalt.

Die »Allgemeine Erklärung der Menschenrechte« hat als grundlegende Präambel die Feststellung, nach welcher die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Menschheitsfamilie die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet.

Papst Benedikt XVI. hat in der Botschaft zum Weltfriedenstag dieses Jahres, deren Thema »Der Mensch – Herz des Friedens« ist, bekräftigt, daß für den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft und für die Gesamtentwicklung von Menschen, Völkern und Nationen die Verteidigung der Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte wesentlich ist. Unter diesen Rechten möchte ich zwei herausgreifen, die heute besonders mehr oder weniger offenkundigen Verletzungen ausgesetzt sind: nämlich das Recht auf Leben und das Recht auf Religionsfreiheit. Das menschliche Leben ist heilig und muß von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende als solches betrachtet werden. Das ist ein unantastbares Recht, das die klare Ablehnung jeder Form von Gewalt einschließt.

Neben dem Recht auf Leben liegt der Kirche in gleicher Weise das Recht auf Religionsfreiheit am Herzen. In der Botschaft zum Weltfriedenstag 1999 schreibt Johannes Paul II.: »Die Religionsfreiheit bildet den Kern der Menschenrechte. Sie ist so unantastbar, daß sie fordert, daß der Person auch die Freiheit des Religionswechsels zuerkannt wird, wenn das Gewissen es verlangt. Denn jeder ist gehalten, dem eigenen Gewissen in jeder Situation zu folgen, und darf nicht gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln. Gerade deshalb darf niemand gezwungen werden, unbedingt eine bestimmte Religion anzunehmen, welche Umstände oder Beweggründe es auch immer dafür geben mag« (Insegnamenti G.P. II, 1998/II, S. 1218).

7. Schluß

In meinem Beitrag zur Eröffnung Ihrer Arbeiten wollte ich auf einige Stichworte aus den Überlegungen und der Aktivität des Heiligen Stuhls hinweisen, die den Lehren der Päpste über ein Thema von großer Aktualität entnommen sind.

Als Priester und jetzt als Kardinalstaatssekretär komme ich immer mehr zur Überzeugung, daß jedem Dialog zwischen Menschen das Einander- Zuhören und das gegenseitige Kennenlernen zugrunde liegen muß; es muß die Achtung vorhanden sein, die aus der Anerkennung des guten Willens des anderen und aus der Klarheit und Aufrichtigkeit bei der Darlegung der eigenen Positionen entsteht. Der interreligiöse Dialog im Dienst des Friedens macht eine »Reinigung« des Glaubens erforderlich, die das Herz für die Liebe öffnet; er erfordert letzten Endes eine ständige »Umkehr« zu Gott. Denn Gott allein kann das Herz des Menschen berühren und den Funken jener Liebe überspringen lassen, die zu Annahme und Vergebung und damit zur günstigen Voraussetzung für die Verteidigung und den Aufbau des Friedens wird.

Möge auch diese Begegnung zu einem gegenseitigen Kennenlernen und zur Achtung zwischen allen Teilnehmern werden und dazu dienen, die Tätigkeit des Heiligen Stuhls und den Geist, der ihn beseelt, besser kennenzulernen. Möge sie uns vor allem helfen, unermüdliche Friedensstifter in einer Welt zu werden, wo Gott nicht als fremd oder, schlimmer, als Feind des Glücks des Menschen gesehen wird, sondern als echter Freund der Menschheit, die er unter seinen Schutz nimmt. In der väterlichen Umarmung Gottes kann die Menschheitsfamilie nur zu einer freieren, gedeihlicheren und glücklicheren Menschheit wachsen.

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Quelle

Weltgebetstreffen in Assisi: Friedensappell der Religionsführer im Wortlaut

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Franziskus in Assisi

Zum Abschluss des Friedenstreffens der Religionen in Assisi haben der Papst und die übrigen Religionsvertreter einen gemeinsamen weltweiten Friedensappell unterzeichnet, der Kindern aus verschiedenen Nationen überreicht wurde. „Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden“, heißt es darin. Alle Menschen könnten „Handwerker“ des Friedens sein. „Von Assisi aus erneuern wir voller Überzeugung unser Vorhaben, dies zu sein, mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit allen Männern und Frauen guten Willens.“ (rv)

 

Weltgebetstreffen in Assisi:
Abschließender Friedensappell
von Papst Franziskus im Wortlaut.
Assisi, 20. September 2016

Wir Männer und Frauen verschiedener Religionen sind als Pilger in der Stadt des heiligen Franziskus zusammengekommen. Hier versammelten sich 1986 – vor dreißig Jahren – auf Einladung von Papst Johannes Paul II. Religionsvertreter aus der ganzen Welt, um zum ersten Mal auf eine sehr intensive und feierliche Weise die unlösbare Verbindung zwischen dem hohen Gut des Friedens und einer echten religiösen Einstellung deutlich zu machen. Seit jenem historischen Ereignis hat sich ein langer Pilgerzug in Gang gesetzt, der viele Städte auf der Welt berührt und so zahlreiche Glaubende in den Dialog und das Gebet für den Frieden einbezogen hat. Er hat vereint ohne zu vermischen, indem er feste interreligiöse Freundschaften gestiftet und Unterstützung zur Beilegung nicht weniger Konflikte gewährt hat. Das ist der Geist, der uns beseelt: die Begegnung im Dialog zu verwirklichen und uns jeder Form von Gewalt und jedem Missbrauch der Religion zur Rechtfertigung von Krieg und Terrorismus zu widersetzen. Und doch sind in den vergangenen Jahren immer noch viele Völker schmerzlich vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden. Man hat nicht immer verstanden, dass der Krieg die Welt nur verschlechtert und ein Erbe des Leids und des Hasses hinterlässt. Mit dem Krieg sind alle Verlierer, auch die Sieger.

Wir haben uns im Gebet an Gott gewandt, dass er der Welt den Frieden gebe. Wir erkennen die Notwendigkeit, beständig für den Frieden zu beten; denn das Gebet schützt die Welt und macht sie hell. Der Friede ist der Name Gottes. Wer den Namen Gottes anruft, um den Terrorismus, die Gewalt und den Krieg zu rechtfertigen, beschreitet nicht den Weg des Herrn: Der Krieg im Namen der Religion wird zu einem Krieg gegen die Religion selbst. Mit fester Überzeugung bekräftigen wir daher, dass die Gewalt und der Terrorismus dem wahren religiösen Empfinden widerstreiten.

Wir haben auf die Stimme der Armen, der Kinder und der jungen Generationen gehört, auf die der Frauen und so vieler Brüder und Schwestern, die unter dem Krieg leiden. Mit ihnen rufen wir aus voller Kraft: Nein zum Krieg! Der schmerzvolle Schrei so vieler Unschuldiger bleibe nicht ungehört! Wir flehen zu den Verantwortlichen der Nationen, dass sie die Beweggründe für die Kriege entschärfen: die Gier nach Macht und nach Geld, die Begierde derer, die mit Waffen handeln, die Eigeninteressen, die Vergeltungssucht für Vergangenes. Möge der konkrete Einsatz, die zugrunde liegenden Ursachen der Konflikte zu beseitigen, erhöht werden: die Situationen der Armut, der Ungerechtigkeit und der Ungleichheit, die Ausbeutung und die Geringschätzung des menschlichen Lebens.

Möge endlich eine neue Zeit anbrechen, in der die globalisierte Welt eine Familie von Völkern wird. Möge sich die Verantwortung konkretisieren, einen wahren Frieden aufzubauen, der auf die echten Bedürfnisse der Menschen und Völker achtet, der den Konflikten mit der Zusammenarbeit zuvorkommt, der den Hass besiegt und die Schranken mit der Begegnung und dem Dialog überwindet. Nichts ist verloren, wenn man wirklich den Dialog praktiziert. Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden. Alle können „Handwerker“ des Friedens sein. Von Assisi aus erneuern wir voller Überzeugung unser Vorhaben, dies zu sein, mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit allen Männern und Frauen guten Willens.

(rv 20.09.2016 cz)

„Alle sind Brüder und Schwestern des Gekreuzigten“

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Assisi, Unterkirche / Wikimedia Commons – Dennis Jarvis, CC BY-SA 2.0

Weltgebetstreffen in Assisi:
Betrachtung von Papst Franziskus
in der Unterkirche der Basilika „S. Francesco“ — Volltext

Wir dokumentieren im Folgenden in der offiziellen Übersetzung vom Heiligen Stuhl die Betrachtung von Papst Franziskus in der Unterkirche der Basilika „S. Francesco“ anläßlich des Weltgebetstreffens in Assisi. 

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Vor dem gekreuzigten Jesus ertönen auch für uns seine Worte: »Mich dürstet« (Joh 19,28). Der Durst ist mehr noch als der Hunger das äußerste Bedürfnis des Menschen, stellt aber auch sein größtes Elend dar. Betrachten wir so das Geheimnis des allerhöchsten Gottes, der aus Barmherzigkeit arm wurde unter den Menschen.

Wonach dürstet den Herrn? Gewiss nach Wasser, dem Grundelement für das Leben. Aber vor allem hat er Durst nach Liebe, einem Element, das für das Leben nicht minder wesentlich ist. Ihn dürstet danach, uns das lebendige Wasser seiner Liebe zu schenken, aber auch unsere Liebe zu erhalten. Der Prophet Jeremia hat dieses Gefallen Gottes an unserer Liebe so ausgedrückt: »Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit« (Jer2,2). Der Prophet hat aber auch dem göttlichen Leiden Ausdruck verliehen, als der Mensch voll Undank die Liebe verlassen, als er – so scheint der Herr es auch heute zu sagen – »[mich] verlassen [hat], den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten« (V. 13). Es handelt sich um das Drama des „verstockten Herzens“, der unerwiderten Liebe. Dieses Drama wiederholt sich im Evangelium, als der Mensch auf den Durst Jesu mit Essig, dem schlecht gewordenen Wein, antwortet. So beklagte auf prophetische Weise der Psalmist: »Für den Durst reichten sie mir Essig« (Ps 69,22).

„Die Liebe wird nicht geliebt“: Nach einigen Erzählungen war dies die Wirklichkeit, die den heiligen Franz von Assisi aufwühlte. Aus Liebe zum leidenden Herrn schämte er sich nicht, zu weinen und mit lauter Stimme Weh zu klagen (vgl. Franziskus-Quellen, S. 620, Nr. 14). Die gleiche Wirklichkeit muss uns am Herzen liegen, wenn wir den gekreuzigten Gott betrachten, den nach Liebe dürstet. Mutter Teresa von Kalkutta wollte, dass in den Kapellen jeder Gemeinschaft neben dem Gekreuzigten die Schrift angebracht wurde: „Mich dürstet“. Ihre Antwort bestand darin, den Durst Jesu am Kreuz nach Liebe durch den Dienst an den Ärmsten der Armen zu stillen. Der Durst des Herrn wird nämlich gestillt durch unsere mitleidende Liebe; er ist getröstet, wenn wir uns in seinem Namen über das Elend der anderen beugen. Im Gericht wird er all jene „gesegnet“ nennen, die den Durstigen zu trinken gaben, die denen in Not konkret Liebe erwiesen haben: »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan « (Mt25,40).

Die Worte Jesu sind eine Anfrage an uns, sie verlangen danach, im Herzen aufgenommen und im Leben beantwortet zu werden. In seinem „Mich dürstet“ können wir die Stimme der Leidenden vernehmen, den versteckten Schrei der unschuldigen Kleinen, denen das Licht dieser Welt verwehrt wird, die innige Bitte der Armen und derer, die am meisten des Friedens bedürfen. Um Frieden flehen die Opfer der Kriege, welche die Völker mit Hass und die Erde mit Waffen verschmutzen; um Frieden flehen unsere Brüder und Schwestern, die unter der Drohung von Bombardierungen leben oder gezwungen sind, ihr Zuhause zu verlassen und aller Dinge beraubt ins Unbekannte zu ziehen. Sie alle sind Brüder und Schwestern des Gekreuzigten, die Geringen seines Reiches, verwundete und ausgedorrte Glieder seines Fleisches. Sie sind durstig. Doch oft wird ihnen wie Jesus der bittere Essig der Ablehnung gereicht. Wer hört ihnen zu? Wer kümmert sich darum, ihnen zu antworten? Zu oft begegnen sie dem betäubenden Schweigen der Gleichgültigkeit, dem Egoismus derer, die sich belästigt fühlen, der Kälte derer, die ihren Hilfeschrei mit jener Mühelosigkeit abstellen, mit der sie den Fernsehkanal umschalten.

Vor Christus dem Gekreuzigten, »Gottes Kraft und Gottes Weisheit« (1 Kor 1,24), sind wir Christen gerufen, das Geheimnis der nicht geliebten Liebe zu betrachten und Barmherzigkeit über die Welt auszugießen. Am Kreuz, dem Baum des Lebens, wurde das Böse in Gutes verwandelt; auch wir, Jünger des Gekreuzigten, sind gerufen, „Bäume des Lebens“ zu sein, welche die Verschmutzung der Gleichgültigkeit absorbieren und der Welt den Sauerstoff der Liebe zurückgeben. Aus der Seite Christi am Kreuz floss Wasser, Symbol des Heiligen Geistes, der Leben schenkt (vgl. Joh 19,34); so soll aus uns, seinen Gläubigen, das Mitleiden mit allen Durstigen von heute fließen.

Möge der Herr uns gewähren, wie Maria unter dem Kreuz mit ihm vereint und dem nahe zu sein, der leidet. Wenn wir uns denen nähern, die heute als Gekreuzigte leben, und die Kraft zu lieben vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn beziehen, werden die Eintracht und die Gemeinschaft unter uns noch mehr wachsen. »Denn er ist unser Friede« (Eph 2,14), er ist gekommen, den Frieden zu verkünden den Nahen und den Fernen (vgl. V. 17). Er bewahre uns alle in der Liebe und führe uns in die Einheit, zu der wir auf dem Weg sind, damit wir das werden, was er will: »eins« (Joh 17,21).

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Quelle

„Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben“

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Assisi / ZENIT – SC, CC BY-NC-SA

Weltgebetstreffen in Assisi:
Schlussansprache des Papstes — Volltext

Die Gleichgültigkeit. Dies sei die große Krankheit unserer Zeit. So betonte Papst Franziskus in seiner Ansprache bei der Abschlußzeremonie des Weltgebetstreffens in Assisi. Die Gleichgültigkeit sei ein Virus, „das lähmt, das unbeweglich und unempfindlich macht, eine Krankheit, welche die Mitte der Religiösität selbst befällt und ein neues, überaus trauriges Heidentum hervorruft: das Heidentum der Gleichgültigkeit.“

‪Die Welt habe aber einen brennenden Durst nach Frieden, so der Papst weiter, während er an seine Reise zur Insel Lesbos erinnerte, wo er zusammen mit dem ökumenischen Patriarchen Bartolomaios I. „in den Augen der Flüchtlinge das Leid des Krieges“ gesehen habe.‬

‪„Der Friede, um den wir in Assisi bitten, ist kein einfacher Protest gegen den Krieg, nicht einmal ‚das Ergebnis von Verhandlungen, politischen Kompromissen oder wirtschaftlichen Verträgen. Er ist das Ergebnis des Gebets’“, so fuhr der Papst fort, den hl. Johannes Paul II. zitierend.‬

‪„Heute haben wir um das heilige Geschenk des Friedens gefleht“, sagte Jorge Bergoglio. „Wir haben darum gebetet, dass sich die Gewissen in Bewegung setzen, die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu verteidigen, den Frieden unter den Völkern zu fördern und die Schöpfung, unser gemeinsames Haus, zu bewahren“, so fuhr er fort, während er vier Eigenschaften des Friedens erwähnte und beschrieb. Friede heiße Vergebung, bedeute Aufnahme, Zusammenarbeit sowie Erziehung, so unterstrich er.‬

‪Am Ende seiner Ansprache zitierte er erneut Karol Wojtyła, der vor dreißig Jahren in Assisi gesagt hatte: „Der Friede ist eine Werkstatt, die allen offensteht, nicht nur Fachleuten, Gebildeten und Strategen. Der Friede ist eine universale Verantwortung.“‬

Wir übernehmen die Papstrede in der offiziellen Übersetzung des Heiligen Stuhls.

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Eure Heiligkeiten,
ehrenwerte Vertreter der Kirchen, der kirchlichen Gemeinschaften und der Religionen,
liebe Brüder und Schwestern!

Ich grüße euch mit großer Achtung und Zuneigung und danke euch für eure Teilnahme. Ich danke der Gemeinschaft von Sant’Egidio, der Diözese Assisi und den franziskanischen Familien, die diesen Tag des Gebets vorbereitet haben. Wir sind nach Assisi als Pilger auf der Suche nach Frieden gekommen. Wir tragen in uns die Erwartungen und Ängste vieler Völker und Menschen und legen sie Gott zu Füßen. Wir haben Durst nach Frieden, wir haben das Verlangen, den Frieden zu bezeugen, vor allem aber müssen wir um den Frieden beten, denn der Friede ist ein Geschenk Gottes und unsere Aufgabe ist es, um ihn zu bitten, ihn zu empfangen und ihn jeden Tag mit seiner Hilfe aufzubauen.

„Selig, die Frieden stiften“ (Mt 5,9). Viele von euch haben einen weiten Weg zurückgelegt, um zu diesem gesegneten Ort zu kommen. Hinausgehen, sich auf den Weg machen, sich zusammenfinden, sich um den Frieden mühen – das sind nicht nur Bewegungen des Körpers, sondern vor allem des Geistes, konkrete geistliche Antworten, um die Verschlossenheit zu überwinden und sich Gott und den Brüdern zu öffnen. Gott bittet uns darum und ermahnt uns, der großen Krankheit unserer Zeit entgegenzutreten: der Gleichgültigkeit. Sie ist ein Virus, das lähmt, das unbeweglich und unempfindlich macht, eine Krankheit, welche die Mitte der Religiosität selbst befällt und ein neues, überaus trauriges Heidentum hervorruft: das Heidentum der Gleichgültigkeit.

Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben. Die Welt hat heute einen brennenden Durst nach Frieden. In vielen Ländern leidet man unter Kriegen, die oft ausgeblendet werden, und doch immer Ursache für Leid und Armut sind. In Lesbos haben wir – der geschätzte ökumenische Patriarch Bartholomäus und ich – in den Augen der Flüchtlinge das Leid des Krieges gesehen, die Angst der Völker, die nach Frieden dürsten. Ich denke an Familien, deren Leben aus den Fugen geraten ist, an Kinder, die im Leben nichts anderes als Gewalt erlebt haben, an alte Menschen, die gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen: Sie alle haben einen großen Durst nach Frieden. Wir wollen nicht, dass diese Tragödien in Vergessenheit geraten. Wir möchten gemeinsam allen, die leiden, eine Stimme geben, allen, die keine Stimme haben und die niemand hört. Sie wissen gut, oft besser als die Mächtigen, dass es im Krieg kein Morgen gibt und dass die Gewalt der Waffen die Lebensfreude zerstört.

Wir haben keine Waffen. Wir glauben aber an die milde und demütige Kraft des Gebets. An diesem Tag ist der Durst nach Frieden zu einer Anrufung Gottes geworden, damit Kriege, Terrorismus und Gewalt aufhören. Der Friede, um den wir in Assisi bitten, ist kein einfacher Protest gegen den Krieg, nicht einmal „das Ergebnis von Verhandlungen, politischen Kompromissen oder wirtschaftlichen Verträgen. Er ist das Ergebnis von Gebet“ (Johannes Paul II., Ansprache zu Beginn des Weltgebetstags der Religionen für den Frieden in der Basi­lika Santa Maria degli Angeli, Assisi, 27. Oktober 1986: L’Osservatore Romano[dt.], Jg 16, Nr. 45 (7. November 1986), S. 9, 1). Suchen wir in Gott, der Quelle der Gemeinschaft, das klare Wasser des Friedens, nach dem die Menschheit dürstet: Es kann nicht aus der Wüste des Hochmuts und der parteiischen Interessen entspringen, nicht aus dem ausgedörrten Boden des Gewinns um jeden Preis und des Waffenhandels.

Unsere religiösen Traditionen sind verschieden. Für uns ist die Verschiedenheit aber kein Grund für einen Konflikt, für Polemik oder kalte Absonderung. Heute haben wir nicht gegeneinander gebetet, wie es leider manches Mal in der Geschichte vorgekommen ist. Ohne Synkretismus und ohne Relativismus haben wir hingegen nebeneinander und füreinander gebetet. Der heilige Johannes Paul II. sagte an diesem Ort hier: „Mehr vielleicht als je zuvor in der Geschichte ist die innere Verbindung zwischen einer aufrichtigen religiösen Haltung und dem großen Gut des Friedens allen deutlich geworden“ (Ansprache zum Abschluss des Weltgebetstags der Religionen für den Frieden vor der Franziskus-Basilika, Assisi, 27. Oktober 1986: L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 16, Nr. 45 (7. November 1986), S. 10, 6). In Fortführung des Weges, der vor dreißig Jahren in Assisi begonnen hat, wo die Erinnerung an den heiligen Franziskus, den Mann Gottes und des Friedens, lebendig ist, „bekräftigen wir, die wir hier versammelt sind, noch einmal, dass derjenige, der die Religion dazu benützt, um die Gewalt zu schüren, ihrem eigentlichen inneren Antrieb widerspricht“ (Ders.,Ansprache an die Vertreter der Religionen, Assisi, 24. Januar 2002:L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 32, Nr. 5 (1. Februar 2002), S. 8, 4). Jegliche Form von Gewalt repräsentiert nicht „das wahre Wesen der Religion. Sie ist ihre Entstellung und trägt zu ihrer Zerstörung bei“ (Benedikt XVI., Ansprache zum Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt, Assisi, Basilika „Santa Maria degli Angeli“, 27. Oktober 2011: L’Osservatore Romano [dt.] 41. Jg., Nr. 44 (4. November 2011), S. 7). Werden wir nicht müde zu wiederholen, dass der Name Gottes die Gewalt nie rechtfertigen kann. Allein der Friede ist heilig. Nur der Friede ist heilig, nicht der Krieg!

Heute haben wir um das heilige Geschenk des Friedens gefleht. Wir haben darum gebetet, dass sich die Gewissen in Bewegung setzen, die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu verteidigen, den Frieden unter den Völkern zu fördern und die Schöpfung, unser gemeinsames Haus, zu bewahren. Das Gebet und die konkrete Zusammenarbeit helfen, nicht in der Logik des Konflikts gefangen zu bleiben und die rebellischen Haltungen, die nur Protest und Ärger zu erregen wissen, zurückzuweisen. Das Gebet und der Wille zur Zusammenarbeit sind ein Unterpfand für einen wahren und nicht für einen trügerischen Frieden: nicht für die Ruhe dessen, der Schwierigkeiten vermeidet und sich abwendet, wenn seine eigenen Interessen nicht berührt werden; nicht für den Zynismus dessen, der sich die Hände reinwäscht von Problemen, die nicht die eigenen sind; nicht für die virtuelle Annäherung dessen, der alles und alle über die Tastatur eines Computers beurteilt, ohne die Augen für die Nöte der Brüder zu öffnen und sich die Hände für die Bedürftigen schmutzig zu machen. Unser Weg ist der, sich in diese Situationen hineinzubegeben und den Leidenden den ersten Platz zu geben; die Konflikte auf sich zu nehmen und sie von innen her zu heilen; beständig Pfade des Guten zu beschreiten und die Schleichwege des Bösen zu meiden; geduldig, mit der Hilfe Gottes und dem guten Willen Friedensprozesse zu beginnen.

Friede – ein Faden der Hoffnung, der die Erde mit dem Himmel verbindet, ein Wort, so einfach und so schwierig zugleich. Friede heißt Vergebung, die als Frucht der Umkehr und des Gebets von innen her geboren wird und im Namen Gottes die Heilung der Wunden der Vergangenheit möglich macht. Friede bedeutet Aufnahme, Bereitschaft zum Dialog, Überwindung der Verschlossenheit, nicht Strategien zur Absicherung, sondern Brücken zur Überwindung des Abgrunds. Friede heißt Zusammenarbeit, lebendiger und konkreter Austausch mit dem anderen, der ein Geschenk und kein Problem ist, ein Bruder, mit dem man eine bessere Welt aufzubauen versucht. Friede bedeutet Erziehung, ein Aufruf, um jeden Tag die schwierige Kunst der Gemeinschaft zu erlernen, um sich die Kultur der Begegnung anzueignen und das Gewissen von jeder Versuchung zu Gewalt und Verhärtung, die dem Namen Gottes und der Würde des Menschen entgegenstehen, zu reinigen.

Wir hier, die wir in Frieden versammelt sind, glauben an eine brüderliche Welt und erhoffen sie. Wir wünschen, dass Männer und Frauen unterschiedlicher Religionen überall zusammenkommen und Eintracht schaffen, besonders wo es Konflikte gibt. Unsere Zukunft ist das Zusammenleben. Daher sind wir aufgerufen, uns von den schweren Bürden des Misstrauens, der Fundamentalismen und des Hasses zu befreien. Die Gläubigen mögenHandwerker des Friedens sein, mit dem Gebet zu Gott und mit der Tat für den Menschen! Und als Religionsführer sind wir gehalten, feste Brücken des Dialogs zu sein, kreative Vermittler des Friedens. Wir wenden uns auch an die höchsten Verantwortlichen im Dienst an den Völkern, an die Staatslenker, damit sie nicht müde werden, Wege des Friedens zu suchen und zu fördern und den Blick über partikuläre und momentane Interessen hinauszurichten: Der Aufruf Gottes an die Gewissen, der Schrei der Armen nach Frieden und die guten Erwartungen der jungen Generationen mögen nicht ungehört bleiben. Vor dreißig Jahren sagte hier der heilige Johannes Paul II.: „Der Friede ist eine Werkstatt, die allen offensteht, nicht nur Fachleuten, Gebildeten und Strategen. Der Friede ist eine universale Verantwortung“ (Ansprache zum Abschluss des Weltgebetstags der Religionen für den Frieden vor der Franziskus-Basilika, Assisi, 27. Oktober 1986:L’Osservatore Romano[dt.] Jg. 16, Nr. 45 (7. November 1986), S.10, 7). Schwestern und Brüder, stellen wir uns dieser Verantwortung, bekräftigen wir heute erneut unser Ja, zusammen Erbauer des Friedens zu sein, den Gott will und nach dem die Menschheit dürstet!

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Quelle

„Der Friede ist der Name Gottes“

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Assisi / ZENIT – SC, CC BY-NC-SA

Weltgebetstreffen in Assisi:
Friedensappell der Religionsführer — Volltext

„Der Friede ist der Name Gottes“ und „wer den Namen Gottes anruft, um den Terrorismus, die Gewalt und den Krieg zu rechtfertigen, beschreitet nicht den Weg des Herrn.“ So heißt es im gemeinsamen Friedensappell, den Papst Franziskus und die Teilnehmer am Friedenstreffen der Religionen in Assisi am Dienstagabend unterzeichnet haben.‬

‪„Nein zum Krieg!“, so lautet es ausdrücklich, „mit dem Krieg sind alle Verlierer, auch die Sieger“. Man habe ja nicht immer verstanden, so betonen die Unterzeichner, dass der Krieg die Welt nur verschlechtere und ein Erbe des Leids und des Hasses hinterlasse.  ‬

‪Der Krieg im Namen der Religion werde zu einem Krieg gegen die Religion selbst, so warnen die Unterzeichner, die im Appell an das erste von Papst Johannes Paul II. 1986 einberufene Weltgebetstreffen der Religionen und Kulturen in Assisi erinnern.‬

‪Wunsch und Ziel der Unterzeichner des Aufrufs ist es, „einen wahren Frieden aufzubauen, der auf die echten Bedürfnisse der Menschen und Völker achtet, der den Konflikten mit der Zusammenarbeit zuvorkommt, der den Hass besiegt und die Schranken mit der Begegnung und dem Dialog überwindet.“‬

‪„Nichts ist verloren, wenn man wirklich den Dialog praktiziert. Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden“, so heißt es am Schluß: „alle können ‚Handwerker’ des Friedens sein.“‬

‪Wir dokumentieren den Aufruf in der offiziellen Übersetzung.‬

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Wir Männer und Frauen verschiedener Religionen sind als Pilger in der Stadt des heiligen Franziskus zusammengekommen. Hier versammelten sich 1986 – vor dreißig Jahren – auf Einladung von Papst Johannes Paul II. Religionsvertreter aus der ganzen Welt, um zum ersten Mal auf eine sehr intensive und feierliche Weise die unlösbare Verbindung zwischen dem hohen Gut des Friedens und einer echten religiösen Einstellung deutlich zu machen. Seit jenem historischen Ereignis hat sich ein langer Pilgerzug in Gang gesetzt, der viele Städte auf der Welt berührt und so zahlreiche Glaubende in den Dialog und das Gebet für den Frieden einbezogen hat. Er hat vereint ohne zu vermischen, indem er feste interreligiöse Freundschaften gestiftet und Unterstützung zur Beilegung nicht weniger Konflikte gewährt hat. Das ist der Geist, der uns beseelt: die Begegnung im Dialog zu verwirklichen und uns jeder Form von Gewalt und jedem Missbrauch der Religion zur Rechtfertigung von Krieg und Terrorismus zu widersetzen. Und doch sind in den vergangenen Jahren immer noch viele Völker schmerzlich vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden. Man hat nicht immer verstanden, dass der Krieg die Welt nur verschlechtert und ein Erbe des Leids und des Hasses hinterlässt. Mit dem Krieg sind alle Verlierer, auch die Sieger.

Wir haben uns im Gebet an Gott gewandt, dass er der Welt den Frieden gebe. Wir erkennen die Notwendigkeit, beständig für den Frieden zu beten; denn das Gebet schützt die Welt und macht sie hell. Der Friede ist der Name Gottes. Wer den Namen Gottes anruft, um den Terrorismus, die Gewalt und den Krieg zu rechtfertigen, beschreitet nicht den Weg des Herrn: Der Krieg im Namen der Religion wird zu einem Krieg gegen die Religion selbst. Mit fester Überzeugung bekräftigen wir daher, dass die Gewalt und der Terrorismus dem wahren religiösen Empfinden widerstreiten.

Wir haben auf die Stimme der Armen, der Kinder und der jungen Generationen gehört, auf die der Frauen und so vieler Brüder und Schwestern, die unter dem Krieg leiden. Mit ihnen rufen wir aus voller Kraft: Nein zum Krieg! Der schmerzvolle Schrei so vieler Unschuldiger bleibe nicht ungehört! Wir flehen zu den Verantwortlichen der Nationen, dass sie die Beweggründe für die Kriege entschärfen: die Gier nach Macht und nach Geld, die Begierde derer, die mit Waffen handeln, die Eigeninteressen, die Vergeltungssucht für Vergangenes. Möge der konkrete Einsatz, die zugrunde liegenden Ursachen der Konflikte zu beseitigen, erhöht werden: die Situationen der Armut, der Ungerechtigkeit und der Ungleichheit, die Ausbeutung und die Geringschätzung des menschlichen Lebens.

Möge endlich eine neue Zeit anbrechen, in der die globalisierte Welt eine Familie von Völkern wird. Möge sich die Verantwortung konkretisieren, einen wahren Frieden aufzubauen, der auf die echten Bedürfnisse der Menschen und Völker achtet, der den Konflikten mit der Zusammenarbeit zuvorkommt, der den Hass besiegt und die Schranken mit der Begegnung und dem Dialog überwindet. Nichts ist verloren, wenn man wirklich den Dialog praktiziert. Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden. Alle können „Handwerker“ des Friedens sein. Von Assisi aus erneuern wir voller Überzeugung unser Vorhaben, dies zu sein, mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit allen Männern und Frauen guten Willens.

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Friede ist eine universale Verantwortung

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Assisi / Wikimedia Commons – SunOfErat, CC BY-SA 3.0

Fünftes Weltgebetstreffen für den Frieden in Assisi –
Papst Franziskus reist heute nach Assisi

Papst Franziskus brach heute morgen, wie vom offiziellen Programm vorgesehen, mit dem Hubschrauber aus dem Vatikan in Richtung Assisi auf, wo er am Weltgebetstreffen für den Frieden teilnehmen wird.

Zum fünften Mal (1986, 1993, 2002, 2011) kommen Vertreter christlicher Kirchen und Gemeinschaften und der Weltreligionen in der Stadt des heiligen Franziskus zusammen, seitdem der heilige Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 zum ersten Mal in der Kirchengeschichte ein Weltgebetstreffen einberufen hatte. „Jeder [sollte] entsprechend seiner eigenen Überzeugung, vom transzendenten Wert des Friedens Zeugnis“ ablegen, wie der damalige Papst in seiner Ansprache den Teilnehmern erklärte.

Er forderte damals nicht nur die Nationen, sondern jeden einzelnen, besonders die Jugend, auf, einen Beitrag zu Frieden zu leisten, denn: „Der Friede ist eine Werkstatt, die allen offensteht, nicht nur Fachleuten, Gebildeten und Strategen. Der Friede ist eine universale Verantwortung: er verwirklicht sich durch Tausende kleiner Handlungen im täglichen Leben. Durch die Art ihres täglichen Zusammenlebens mit anderen entscheiden sich die Menschen für oder gegen den Frieden. Wir vertrauen die Sache des Friedens besonders der Jugend an. Mögen die jungen Menschen helfen, den Lauf der Geschichte von den falschen Pfaden zu befreien, auf denen sich die Menschheit verirrt.“

Auch Papst Franziskus erinnert die Menschen immer wieder an ihre Friedensverantwortung und -arbeit und stellt Wirtschafts- und Sozialsysteme, die besonders den am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen keinerlei Sicherheit und Frieden garantieren können, in Frage. Papst Franziskus prangerte bei verschiedenen Gelegenheiten die Verlogenheit derjenigen an, die sich für den Frieden engagieren und gleichzeitig mit dem Waffenhandel ein lukratives Geschäft betreiben und damit Gewalt, Tod und Leid in der Welt unterstützen.

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Papst Franziskus reist am kommenden 20. September nach Assisi

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Assisi / Wikimedia Commons – Blackcat, CC BY-SA 3.0

Anlaß ist das Weltgebetstreffen für den Frieden

Papst Franziskus wird am Dienstag, dem 20. September 2016, zum dritten Mal in seinem Pontifikat Assisi besuchen. Der Anlaß ist das Weltgebetstreffen für den Frieden, das vom 18. bis zum 20. September in der Stadt des hl. Franziskus stattfinden wird.

Dies teilte der Kustos des „Sacro Convento“, Pater Mauro Gambetti OFM, am Donnerstag mit. Die Teilnahme des Papstes war bisher unsicher, aber die Ankündigung wurde am Nachmittag vom vatikanischem Pressesaal in einem Kommuniqué bestätigt.

Das von den franziskanischen Familien Assisis, vom Bistum Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino und von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisierte Ereignis erinnert an den 30. Jahrestag des 1. Weltgebetstreffens für den Frieden, das auf Einladung des hl. Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 stattfand. Damals nahmen 150 Vertreter von zwölf Konfessionen und Religionen am Treffen teil, darunter der damalige römische Großrabbiner Elio Toaff und der Dalai Lama.

Neben dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella werden in September auch der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., und der Großscheich der Kairoer al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, in Assisi erwartet.

Papst Franziskus besuchte als Pilger das Grab des hl. Franziskus und das der heiligen Klara Assisi zum ersten Mal am 4. Oktober 2013. Der zweite Besuch fand vor genau zwei Wochen statt, am Donnerstag, den 4. August 2016. Der Anlaß war die achte Jahrhundertfeier der „Vergebung von Assisi“.

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