Weltgebetstreffen in Assisi: Friedensappell der Religionsführer im Wortlaut

ossrom131536_articolo

Franziskus in Assisi

Zum Abschluss des Friedenstreffens der Religionen in Assisi haben der Papst und die übrigen Religionsvertreter einen gemeinsamen weltweiten Friedensappell unterzeichnet, der Kindern aus verschiedenen Nationen überreicht wurde. „Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden“, heißt es darin. Alle Menschen könnten „Handwerker“ des Friedens sein. „Von Assisi aus erneuern wir voller Überzeugung unser Vorhaben, dies zu sein, mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit allen Männern und Frauen guten Willens.“ (rv)

 

Weltgebetstreffen in Assisi:
Abschließender Friedensappell
von Papst Franziskus im Wortlaut.
Assisi, 20. September 2016

Wir Männer und Frauen verschiedener Religionen sind als Pilger in der Stadt des heiligen Franziskus zusammengekommen. Hier versammelten sich 1986 – vor dreißig Jahren – auf Einladung von Papst Johannes Paul II. Religionsvertreter aus der ganzen Welt, um zum ersten Mal auf eine sehr intensive und feierliche Weise die unlösbare Verbindung zwischen dem hohen Gut des Friedens und einer echten religiösen Einstellung deutlich zu machen. Seit jenem historischen Ereignis hat sich ein langer Pilgerzug in Gang gesetzt, der viele Städte auf der Welt berührt und so zahlreiche Glaubende in den Dialog und das Gebet für den Frieden einbezogen hat. Er hat vereint ohne zu vermischen, indem er feste interreligiöse Freundschaften gestiftet und Unterstützung zur Beilegung nicht weniger Konflikte gewährt hat. Das ist der Geist, der uns beseelt: die Begegnung im Dialog zu verwirklichen und uns jeder Form von Gewalt und jedem Missbrauch der Religion zur Rechtfertigung von Krieg und Terrorismus zu widersetzen. Und doch sind in den vergangenen Jahren immer noch viele Völker schmerzlich vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden. Man hat nicht immer verstanden, dass der Krieg die Welt nur verschlechtert und ein Erbe des Leids und des Hasses hinterlässt. Mit dem Krieg sind alle Verlierer, auch die Sieger.

Wir haben uns im Gebet an Gott gewandt, dass er der Welt den Frieden gebe. Wir erkennen die Notwendigkeit, beständig für den Frieden zu beten; denn das Gebet schützt die Welt und macht sie hell. Der Friede ist der Name Gottes. Wer den Namen Gottes anruft, um den Terrorismus, die Gewalt und den Krieg zu rechtfertigen, beschreitet nicht den Weg des Herrn: Der Krieg im Namen der Religion wird zu einem Krieg gegen die Religion selbst. Mit fester Überzeugung bekräftigen wir daher, dass die Gewalt und der Terrorismus dem wahren religiösen Empfinden widerstreiten.

Wir haben auf die Stimme der Armen, der Kinder und der jungen Generationen gehört, auf die der Frauen und so vieler Brüder und Schwestern, die unter dem Krieg leiden. Mit ihnen rufen wir aus voller Kraft: Nein zum Krieg! Der schmerzvolle Schrei so vieler Unschuldiger bleibe nicht ungehört! Wir flehen zu den Verantwortlichen der Nationen, dass sie die Beweggründe für die Kriege entschärfen: die Gier nach Macht und nach Geld, die Begierde derer, die mit Waffen handeln, die Eigeninteressen, die Vergeltungssucht für Vergangenes. Möge der konkrete Einsatz, die zugrunde liegenden Ursachen der Konflikte zu beseitigen, erhöht werden: die Situationen der Armut, der Ungerechtigkeit und der Ungleichheit, die Ausbeutung und die Geringschätzung des menschlichen Lebens.

Möge endlich eine neue Zeit anbrechen, in der die globalisierte Welt eine Familie von Völkern wird. Möge sich die Verantwortung konkretisieren, einen wahren Frieden aufzubauen, der auf die echten Bedürfnisse der Menschen und Völker achtet, der den Konflikten mit der Zusammenarbeit zuvorkommt, der den Hass besiegt und die Schranken mit der Begegnung und dem Dialog überwindet. Nichts ist verloren, wenn man wirklich den Dialog praktiziert. Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden. Alle können „Handwerker“ des Friedens sein. Von Assisi aus erneuern wir voller Überzeugung unser Vorhaben, dies zu sein, mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit allen Männern und Frauen guten Willens.

(rv 20.09.2016 cz)

„Alle sind Brüder und Schwestern des Gekreuzigten“

1024px-_assisi_-_0001-740x493

Assisi, Unterkirche / Wikimedia Commons – Dennis Jarvis, CC BY-SA 2.0

Weltgebetstreffen in Assisi:
Betrachtung von Papst Franziskus
in der Unterkirche der Basilika „S. Francesco“ — Volltext

Wir dokumentieren im Folgenden in der offiziellen Übersetzung vom Heiligen Stuhl die Betrachtung von Papst Franziskus in der Unterkirche der Basilika „S. Francesco“ anläßlich des Weltgebetstreffens in Assisi. 

***

Vor dem gekreuzigten Jesus ertönen auch für uns seine Worte: »Mich dürstet« (Joh 19,28). Der Durst ist mehr noch als der Hunger das äußerste Bedürfnis des Menschen, stellt aber auch sein größtes Elend dar. Betrachten wir so das Geheimnis des allerhöchsten Gottes, der aus Barmherzigkeit arm wurde unter den Menschen.

Wonach dürstet den Herrn? Gewiss nach Wasser, dem Grundelement für das Leben. Aber vor allem hat er Durst nach Liebe, einem Element, das für das Leben nicht minder wesentlich ist. Ihn dürstet danach, uns das lebendige Wasser seiner Liebe zu schenken, aber auch unsere Liebe zu erhalten. Der Prophet Jeremia hat dieses Gefallen Gottes an unserer Liebe so ausgedrückt: »Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit« (Jer2,2). Der Prophet hat aber auch dem göttlichen Leiden Ausdruck verliehen, als der Mensch voll Undank die Liebe verlassen, als er – so scheint der Herr es auch heute zu sagen – »[mich] verlassen [hat], den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten« (V. 13). Es handelt sich um das Drama des „verstockten Herzens“, der unerwiderten Liebe. Dieses Drama wiederholt sich im Evangelium, als der Mensch auf den Durst Jesu mit Essig, dem schlecht gewordenen Wein, antwortet. So beklagte auf prophetische Weise der Psalmist: »Für den Durst reichten sie mir Essig« (Ps 69,22).

„Die Liebe wird nicht geliebt“: Nach einigen Erzählungen war dies die Wirklichkeit, die den heiligen Franz von Assisi aufwühlte. Aus Liebe zum leidenden Herrn schämte er sich nicht, zu weinen und mit lauter Stimme Weh zu klagen (vgl. Franziskus-Quellen, S. 620, Nr. 14). Die gleiche Wirklichkeit muss uns am Herzen liegen, wenn wir den gekreuzigten Gott betrachten, den nach Liebe dürstet. Mutter Teresa von Kalkutta wollte, dass in den Kapellen jeder Gemeinschaft neben dem Gekreuzigten die Schrift angebracht wurde: „Mich dürstet“. Ihre Antwort bestand darin, den Durst Jesu am Kreuz nach Liebe durch den Dienst an den Ärmsten der Armen zu stillen. Der Durst des Herrn wird nämlich gestillt durch unsere mitleidende Liebe; er ist getröstet, wenn wir uns in seinem Namen über das Elend der anderen beugen. Im Gericht wird er all jene „gesegnet“ nennen, die den Durstigen zu trinken gaben, die denen in Not konkret Liebe erwiesen haben: »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan « (Mt25,40).

Die Worte Jesu sind eine Anfrage an uns, sie verlangen danach, im Herzen aufgenommen und im Leben beantwortet zu werden. In seinem „Mich dürstet“ können wir die Stimme der Leidenden vernehmen, den versteckten Schrei der unschuldigen Kleinen, denen das Licht dieser Welt verwehrt wird, die innige Bitte der Armen und derer, die am meisten des Friedens bedürfen. Um Frieden flehen die Opfer der Kriege, welche die Völker mit Hass und die Erde mit Waffen verschmutzen; um Frieden flehen unsere Brüder und Schwestern, die unter der Drohung von Bombardierungen leben oder gezwungen sind, ihr Zuhause zu verlassen und aller Dinge beraubt ins Unbekannte zu ziehen. Sie alle sind Brüder und Schwestern des Gekreuzigten, die Geringen seines Reiches, verwundete und ausgedorrte Glieder seines Fleisches. Sie sind durstig. Doch oft wird ihnen wie Jesus der bittere Essig der Ablehnung gereicht. Wer hört ihnen zu? Wer kümmert sich darum, ihnen zu antworten? Zu oft begegnen sie dem betäubenden Schweigen der Gleichgültigkeit, dem Egoismus derer, die sich belästigt fühlen, der Kälte derer, die ihren Hilfeschrei mit jener Mühelosigkeit abstellen, mit der sie den Fernsehkanal umschalten.

Vor Christus dem Gekreuzigten, »Gottes Kraft und Gottes Weisheit« (1 Kor 1,24), sind wir Christen gerufen, das Geheimnis der nicht geliebten Liebe zu betrachten und Barmherzigkeit über die Welt auszugießen. Am Kreuz, dem Baum des Lebens, wurde das Böse in Gutes verwandelt; auch wir, Jünger des Gekreuzigten, sind gerufen, „Bäume des Lebens“ zu sein, welche die Verschmutzung der Gleichgültigkeit absorbieren und der Welt den Sauerstoff der Liebe zurückgeben. Aus der Seite Christi am Kreuz floss Wasser, Symbol des Heiligen Geistes, der Leben schenkt (vgl. Joh 19,34); so soll aus uns, seinen Gläubigen, das Mitleiden mit allen Durstigen von heute fließen.

Möge der Herr uns gewähren, wie Maria unter dem Kreuz mit ihm vereint und dem nahe zu sein, der leidet. Wenn wir uns denen nähern, die heute als Gekreuzigte leben, und die Kraft zu lieben vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn beziehen, werden die Eintracht und die Gemeinschaft unter uns noch mehr wachsen. »Denn er ist unser Friede« (Eph 2,14), er ist gekommen, den Frieden zu verkünden den Nahen und den Fernen (vgl. V. 17). Er bewahre uns alle in der Liebe und führe uns in die Einheit, zu der wir auf dem Weg sind, damit wir das werden, was er will: »eins« (Joh 17,21).

_______

Quelle

„Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben“

img_5296-740x493

Assisi / ZENIT – SC, CC BY-NC-SA

Weltgebetstreffen in Assisi:
Schlussansprache des Papstes — Volltext

Die Gleichgültigkeit. Dies sei die große Krankheit unserer Zeit. So betonte Papst Franziskus in seiner Ansprache bei der Abschlußzeremonie des Weltgebetstreffens in Assisi. Die Gleichgültigkeit sei ein Virus, „das lähmt, das unbeweglich und unempfindlich macht, eine Krankheit, welche die Mitte der Religiösität selbst befällt und ein neues, überaus trauriges Heidentum hervorruft: das Heidentum der Gleichgültigkeit.“

‪Die Welt habe aber einen brennenden Durst nach Frieden, so der Papst weiter, während er an seine Reise zur Insel Lesbos erinnerte, wo er zusammen mit dem ökumenischen Patriarchen Bartolomaios I. „in den Augen der Flüchtlinge das Leid des Krieges“ gesehen habe.‬

‪„Der Friede, um den wir in Assisi bitten, ist kein einfacher Protest gegen den Krieg, nicht einmal ‚das Ergebnis von Verhandlungen, politischen Kompromissen oder wirtschaftlichen Verträgen. Er ist das Ergebnis des Gebets’“, so fuhr der Papst fort, den hl. Johannes Paul II. zitierend.‬

‪„Heute haben wir um das heilige Geschenk des Friedens gefleht“, sagte Jorge Bergoglio. „Wir haben darum gebetet, dass sich die Gewissen in Bewegung setzen, die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu verteidigen, den Frieden unter den Völkern zu fördern und die Schöpfung, unser gemeinsames Haus, zu bewahren“, so fuhr er fort, während er vier Eigenschaften des Friedens erwähnte und beschrieb. Friede heiße Vergebung, bedeute Aufnahme, Zusammenarbeit sowie Erziehung, so unterstrich er.‬

‪Am Ende seiner Ansprache zitierte er erneut Karol Wojtyła, der vor dreißig Jahren in Assisi gesagt hatte: „Der Friede ist eine Werkstatt, die allen offensteht, nicht nur Fachleuten, Gebildeten und Strategen. Der Friede ist eine universale Verantwortung.“‬

Wir übernehmen die Papstrede in der offiziellen Übersetzung des Heiligen Stuhls.

***

Eure Heiligkeiten,
ehrenwerte Vertreter der Kirchen, der kirchlichen Gemeinschaften und der Religionen,
liebe Brüder und Schwestern!

Ich grüße euch mit großer Achtung und Zuneigung und danke euch für eure Teilnahme. Ich danke der Gemeinschaft von Sant’Egidio, der Diözese Assisi und den franziskanischen Familien, die diesen Tag des Gebets vorbereitet haben. Wir sind nach Assisi als Pilger auf der Suche nach Frieden gekommen. Wir tragen in uns die Erwartungen und Ängste vieler Völker und Menschen und legen sie Gott zu Füßen. Wir haben Durst nach Frieden, wir haben das Verlangen, den Frieden zu bezeugen, vor allem aber müssen wir um den Frieden beten, denn der Friede ist ein Geschenk Gottes und unsere Aufgabe ist es, um ihn zu bitten, ihn zu empfangen und ihn jeden Tag mit seiner Hilfe aufzubauen.

„Selig, die Frieden stiften“ (Mt 5,9). Viele von euch haben einen weiten Weg zurückgelegt, um zu diesem gesegneten Ort zu kommen. Hinausgehen, sich auf den Weg machen, sich zusammenfinden, sich um den Frieden mühen – das sind nicht nur Bewegungen des Körpers, sondern vor allem des Geistes, konkrete geistliche Antworten, um die Verschlossenheit zu überwinden und sich Gott und den Brüdern zu öffnen. Gott bittet uns darum und ermahnt uns, der großen Krankheit unserer Zeit entgegenzutreten: der Gleichgültigkeit. Sie ist ein Virus, das lähmt, das unbeweglich und unempfindlich macht, eine Krankheit, welche die Mitte der Religiosität selbst befällt und ein neues, überaus trauriges Heidentum hervorruft: das Heidentum der Gleichgültigkeit.

Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben. Die Welt hat heute einen brennenden Durst nach Frieden. In vielen Ländern leidet man unter Kriegen, die oft ausgeblendet werden, und doch immer Ursache für Leid und Armut sind. In Lesbos haben wir – der geschätzte ökumenische Patriarch Bartholomäus und ich – in den Augen der Flüchtlinge das Leid des Krieges gesehen, die Angst der Völker, die nach Frieden dürsten. Ich denke an Familien, deren Leben aus den Fugen geraten ist, an Kinder, die im Leben nichts anderes als Gewalt erlebt haben, an alte Menschen, die gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen: Sie alle haben einen großen Durst nach Frieden. Wir wollen nicht, dass diese Tragödien in Vergessenheit geraten. Wir möchten gemeinsam allen, die leiden, eine Stimme geben, allen, die keine Stimme haben und die niemand hört. Sie wissen gut, oft besser als die Mächtigen, dass es im Krieg kein Morgen gibt und dass die Gewalt der Waffen die Lebensfreude zerstört.

Wir haben keine Waffen. Wir glauben aber an die milde und demütige Kraft des Gebets. An diesem Tag ist der Durst nach Frieden zu einer Anrufung Gottes geworden, damit Kriege, Terrorismus und Gewalt aufhören. Der Friede, um den wir in Assisi bitten, ist kein einfacher Protest gegen den Krieg, nicht einmal „das Ergebnis von Verhandlungen, politischen Kompromissen oder wirtschaftlichen Verträgen. Er ist das Ergebnis von Gebet“ (Johannes Paul II., Ansprache zu Beginn des Weltgebetstags der Religionen für den Frieden in der Basi­lika Santa Maria degli Angeli, Assisi, 27. Oktober 1986: L’Osservatore Romano[dt.], Jg 16, Nr. 45 (7. November 1986), S. 9, 1). Suchen wir in Gott, der Quelle der Gemeinschaft, das klare Wasser des Friedens, nach dem die Menschheit dürstet: Es kann nicht aus der Wüste des Hochmuts und der parteiischen Interessen entspringen, nicht aus dem ausgedörrten Boden des Gewinns um jeden Preis und des Waffenhandels.

Unsere religiösen Traditionen sind verschieden. Für uns ist die Verschiedenheit aber kein Grund für einen Konflikt, für Polemik oder kalte Absonderung. Heute haben wir nicht gegeneinander gebetet, wie es leider manches Mal in der Geschichte vorgekommen ist. Ohne Synkretismus und ohne Relativismus haben wir hingegen nebeneinander und füreinander gebetet. Der heilige Johannes Paul II. sagte an diesem Ort hier: „Mehr vielleicht als je zuvor in der Geschichte ist die innere Verbindung zwischen einer aufrichtigen religiösen Haltung und dem großen Gut des Friedens allen deutlich geworden“ (Ansprache zum Abschluss des Weltgebetstags der Religionen für den Frieden vor der Franziskus-Basilika, Assisi, 27. Oktober 1986: L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 16, Nr. 45 (7. November 1986), S. 10, 6). In Fortführung des Weges, der vor dreißig Jahren in Assisi begonnen hat, wo die Erinnerung an den heiligen Franziskus, den Mann Gottes und des Friedens, lebendig ist, „bekräftigen wir, die wir hier versammelt sind, noch einmal, dass derjenige, der die Religion dazu benützt, um die Gewalt zu schüren, ihrem eigentlichen inneren Antrieb widerspricht“ (Ders.,Ansprache an die Vertreter der Religionen, Assisi, 24. Januar 2002:L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 32, Nr. 5 (1. Februar 2002), S. 8, 4). Jegliche Form von Gewalt repräsentiert nicht „das wahre Wesen der Religion. Sie ist ihre Entstellung und trägt zu ihrer Zerstörung bei“ (Benedikt XVI., Ansprache zum Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt, Assisi, Basilika „Santa Maria degli Angeli“, 27. Oktober 2011: L’Osservatore Romano [dt.] 41. Jg., Nr. 44 (4. November 2011), S. 7). Werden wir nicht müde zu wiederholen, dass der Name Gottes die Gewalt nie rechtfertigen kann. Allein der Friede ist heilig. Nur der Friede ist heilig, nicht der Krieg!

Heute haben wir um das heilige Geschenk des Friedens gefleht. Wir haben darum gebetet, dass sich die Gewissen in Bewegung setzen, die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu verteidigen, den Frieden unter den Völkern zu fördern und die Schöpfung, unser gemeinsames Haus, zu bewahren. Das Gebet und die konkrete Zusammenarbeit helfen, nicht in der Logik des Konflikts gefangen zu bleiben und die rebellischen Haltungen, die nur Protest und Ärger zu erregen wissen, zurückzuweisen. Das Gebet und der Wille zur Zusammenarbeit sind ein Unterpfand für einen wahren und nicht für einen trügerischen Frieden: nicht für die Ruhe dessen, der Schwierigkeiten vermeidet und sich abwendet, wenn seine eigenen Interessen nicht berührt werden; nicht für den Zynismus dessen, der sich die Hände reinwäscht von Problemen, die nicht die eigenen sind; nicht für die virtuelle Annäherung dessen, der alles und alle über die Tastatur eines Computers beurteilt, ohne die Augen für die Nöte der Brüder zu öffnen und sich die Hände für die Bedürftigen schmutzig zu machen. Unser Weg ist der, sich in diese Situationen hineinzubegeben und den Leidenden den ersten Platz zu geben; die Konflikte auf sich zu nehmen und sie von innen her zu heilen; beständig Pfade des Guten zu beschreiten und die Schleichwege des Bösen zu meiden; geduldig, mit der Hilfe Gottes und dem guten Willen Friedensprozesse zu beginnen.

Friede – ein Faden der Hoffnung, der die Erde mit dem Himmel verbindet, ein Wort, so einfach und so schwierig zugleich. Friede heißt Vergebung, die als Frucht der Umkehr und des Gebets von innen her geboren wird und im Namen Gottes die Heilung der Wunden der Vergangenheit möglich macht. Friede bedeutet Aufnahme, Bereitschaft zum Dialog, Überwindung der Verschlossenheit, nicht Strategien zur Absicherung, sondern Brücken zur Überwindung des Abgrunds. Friede heißt Zusammenarbeit, lebendiger und konkreter Austausch mit dem anderen, der ein Geschenk und kein Problem ist, ein Bruder, mit dem man eine bessere Welt aufzubauen versucht. Friede bedeutet Erziehung, ein Aufruf, um jeden Tag die schwierige Kunst der Gemeinschaft zu erlernen, um sich die Kultur der Begegnung anzueignen und das Gewissen von jeder Versuchung zu Gewalt und Verhärtung, die dem Namen Gottes und der Würde des Menschen entgegenstehen, zu reinigen.

Wir hier, die wir in Frieden versammelt sind, glauben an eine brüderliche Welt und erhoffen sie. Wir wünschen, dass Männer und Frauen unterschiedlicher Religionen überall zusammenkommen und Eintracht schaffen, besonders wo es Konflikte gibt. Unsere Zukunft ist das Zusammenleben. Daher sind wir aufgerufen, uns von den schweren Bürden des Misstrauens, der Fundamentalismen und des Hasses zu befreien. Die Gläubigen mögenHandwerker des Friedens sein, mit dem Gebet zu Gott und mit der Tat für den Menschen! Und als Religionsführer sind wir gehalten, feste Brücken des Dialogs zu sein, kreative Vermittler des Friedens. Wir wenden uns auch an die höchsten Verantwortlichen im Dienst an den Völkern, an die Staatslenker, damit sie nicht müde werden, Wege des Friedens zu suchen und zu fördern und den Blick über partikuläre und momentane Interessen hinauszurichten: Der Aufruf Gottes an die Gewissen, der Schrei der Armen nach Frieden und die guten Erwartungen der jungen Generationen mögen nicht ungehört bleiben. Vor dreißig Jahren sagte hier der heilige Johannes Paul II.: „Der Friede ist eine Werkstatt, die allen offensteht, nicht nur Fachleuten, Gebildeten und Strategen. Der Friede ist eine universale Verantwortung“ (Ansprache zum Abschluss des Weltgebetstags der Religionen für den Frieden vor der Franziskus-Basilika, Assisi, 27. Oktober 1986:L’Osservatore Romano[dt.] Jg. 16, Nr. 45 (7. November 1986), S.10, 7). Schwestern und Brüder, stellen wir uns dieser Verantwortung, bekräftigen wir heute erneut unser Ja, zusammen Erbauer des Friedens zu sein, den Gott will und nach dem die Menschheit dürstet!

_______

Quelle

„Der Friede ist der Name Gottes“

img_5295-740x493

Assisi / ZENIT – SC, CC BY-NC-SA

Weltgebetstreffen in Assisi:
Friedensappell der Religionsführer — Volltext

„Der Friede ist der Name Gottes“ und „wer den Namen Gottes anruft, um den Terrorismus, die Gewalt und den Krieg zu rechtfertigen, beschreitet nicht den Weg des Herrn.“ So heißt es im gemeinsamen Friedensappell, den Papst Franziskus und die Teilnehmer am Friedenstreffen der Religionen in Assisi am Dienstagabend unterzeichnet haben.‬

‪„Nein zum Krieg!“, so lautet es ausdrücklich, „mit dem Krieg sind alle Verlierer, auch die Sieger“. Man habe ja nicht immer verstanden, so betonen die Unterzeichner, dass der Krieg die Welt nur verschlechtere und ein Erbe des Leids und des Hasses hinterlasse.  ‬

‪Der Krieg im Namen der Religion werde zu einem Krieg gegen die Religion selbst, so warnen die Unterzeichner, die im Appell an das erste von Papst Johannes Paul II. 1986 einberufene Weltgebetstreffen der Religionen und Kulturen in Assisi erinnern.‬

‪Wunsch und Ziel der Unterzeichner des Aufrufs ist es, „einen wahren Frieden aufzubauen, der auf die echten Bedürfnisse der Menschen und Völker achtet, der den Konflikten mit der Zusammenarbeit zuvorkommt, der den Hass besiegt und die Schranken mit der Begegnung und dem Dialog überwindet.“‬

‪„Nichts ist verloren, wenn man wirklich den Dialog praktiziert. Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden“, so heißt es am Schluß: „alle können ‚Handwerker’ des Friedens sein.“‬

‪Wir dokumentieren den Aufruf in der offiziellen Übersetzung.‬

***

Wir Männer und Frauen verschiedener Religionen sind als Pilger in der Stadt des heiligen Franziskus zusammengekommen. Hier versammelten sich 1986 – vor dreißig Jahren – auf Einladung von Papst Johannes Paul II. Religionsvertreter aus der ganzen Welt, um zum ersten Mal auf eine sehr intensive und feierliche Weise die unlösbare Verbindung zwischen dem hohen Gut des Friedens und einer echten religiösen Einstellung deutlich zu machen. Seit jenem historischen Ereignis hat sich ein langer Pilgerzug in Gang gesetzt, der viele Städte auf der Welt berührt und so zahlreiche Glaubende in den Dialog und das Gebet für den Frieden einbezogen hat. Er hat vereint ohne zu vermischen, indem er feste interreligiöse Freundschaften gestiftet und Unterstützung zur Beilegung nicht weniger Konflikte gewährt hat. Das ist der Geist, der uns beseelt: die Begegnung im Dialog zu verwirklichen und uns jeder Form von Gewalt und jedem Missbrauch der Religion zur Rechtfertigung von Krieg und Terrorismus zu widersetzen. Und doch sind in den vergangenen Jahren immer noch viele Völker schmerzlich vom Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden. Man hat nicht immer verstanden, dass der Krieg die Welt nur verschlechtert und ein Erbe des Leids und des Hasses hinterlässt. Mit dem Krieg sind alle Verlierer, auch die Sieger.

Wir haben uns im Gebet an Gott gewandt, dass er der Welt den Frieden gebe. Wir erkennen die Notwendigkeit, beständig für den Frieden zu beten; denn das Gebet schützt die Welt und macht sie hell. Der Friede ist der Name Gottes. Wer den Namen Gottes anruft, um den Terrorismus, die Gewalt und den Krieg zu rechtfertigen, beschreitet nicht den Weg des Herrn: Der Krieg im Namen der Religion wird zu einem Krieg gegen die Religion selbst. Mit fester Überzeugung bekräftigen wir daher, dass die Gewalt und der Terrorismus dem wahren religiösen Empfinden widerstreiten.

Wir haben auf die Stimme der Armen, der Kinder und der jungen Generationen gehört, auf die der Frauen und so vieler Brüder und Schwestern, die unter dem Krieg leiden. Mit ihnen rufen wir aus voller Kraft: Nein zum Krieg! Der schmerzvolle Schrei so vieler Unschuldiger bleibe nicht ungehört! Wir flehen zu den Verantwortlichen der Nationen, dass sie die Beweggründe für die Kriege entschärfen: die Gier nach Macht und nach Geld, die Begierde derer, die mit Waffen handeln, die Eigeninteressen, die Vergeltungssucht für Vergangenes. Möge der konkrete Einsatz, die zugrunde liegenden Ursachen der Konflikte zu beseitigen, erhöht werden: die Situationen der Armut, der Ungerechtigkeit und der Ungleichheit, die Ausbeutung und die Geringschätzung des menschlichen Lebens.

Möge endlich eine neue Zeit anbrechen, in der die globalisierte Welt eine Familie von Völkern wird. Möge sich die Verantwortung konkretisieren, einen wahren Frieden aufzubauen, der auf die echten Bedürfnisse der Menschen und Völker achtet, der den Konflikten mit der Zusammenarbeit zuvorkommt, der den Hass besiegt und die Schranken mit der Begegnung und dem Dialog überwindet. Nichts ist verloren, wenn man wirklich den Dialog praktiziert. Nichts ist unmöglich, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden. Alle können „Handwerker“ des Friedens sein. Von Assisi aus erneuern wir voller Überzeugung unser Vorhaben, dies zu sein, mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit allen Männern und Frauen guten Willens.

_______

Quelle

Papstmesse: „Schämen wir uns für den Krieg“

ossrom131494_articolo

Papst Franziskus bei der Predigt in der Casa Santa Marta

Papst Franziskus erklärt „Assisi“: Die Welt braucht Frieden, und um Frieden zu bitten, sei eine Pflicht. Das verdeutlichte der Papst bei seiner Frühmesse am Dienstag, bevor er nach Assisi zum Friedenstreffen abreiste. Man soll um den Frieden beten, „bis man sich der Kriege schämt“, die es noch gibt, und vor allem dürfe man die Augen vor dem Krieg nicht verschließen. Es gebe kein „Gott der Kriege“, so der Papst. Die Gewalt zwischen den Menschen sei das Werk des Bösen, und dagegen müsse jeder Mensch vorgehen. Dies könne durch das Gebet wie auch durch das „Weinen für den Frieden“ geschehen, so der Papst. Jede Religion glaube, dass Gott „nur für den Frieden einstehen“ könne.

Zum Friedenstreffen in Assisi, das 30 Jahre nach dem ersten Treffen mit Johannes Paul II. stattfindet, sagte Franziskus: „Es geht nicht darum, dort ein Schauspiel zu veranstalten, sondern einfach darum, zu beten, und zwar für den Frieden.“ Er lud alle Bischöfe – und auch alle Gläubigen – ein, an diesem Dienstag gemeinsam für Frieden zu beten, egal wo man sich befindet.

„Die heutige Erste Lesung endet auf diese Weise: ,Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.´ (vgl. Spr 21, 1-6.10-13) Wenn wir unsere Ohren verschließen vor dem Leid jener, die bombardiert werden, die durch den Menschenhandel leiden, dann kann es sein, dass eines Tages dies an uns geschieht und wir auf Antworten warten. Wir können die Ohren nicht verschließen vor dem Geschrei des Leids unserer Geschwister, die wegen des Krieges leiden.“

Hier im Westen sehe man den Krieg nicht, stattdessen fürchten sich viele vor terroristischen Anschlägen, fuhr Franziskus fort. Doch dies sei nichts im Vergleich zu dem, was in den heutigen Kriegsgebieten der Welt passiere: Bomben töteten Alte, Kinder, Männer und Frauen; im Übrigen seien die klassischen Kriegsschauplätze gar nicht so weit entfernt von den vermeintlich sicheren Orten. Jeder Krieg entstehe zuerst in den Herzen der Menschen.

„Möge der Herr uns den Frieden in unseren Herzen schenken. Er möge die Habsucht, die Gier und die Gewaltbereitschaft in uns beseitigen. Wir brauchen Frieden! Möge unser Herz den Frieden aufnehmen und ohne Unterscheidung der Religionen. Das gilt für alle! Denn wir sind alle Kinder Gottes! Eines Gottes des Friedens. Es gibt keinen Gott des Krieges. Der Krieg ist immer ein Werk des Bösen, des Teufels, der uns alle umbringen will.”

Davor könne es keine religiöse Unterschiede geben. Es sei falsch, Gott dafür zu danken, „vom Krieg verschont zu sein“. Man müsse auch an die Betroffenen denken, so der Papst weiter.

„Denken wir heute nicht nur an die Bomben, Toten, Verletzten, denken wir an all jene – ob Kinder oder Alte – die keine humanitären Hilfe bekommen und nichts zu essen haben, die keine Medizin erhalten, die hungern und krank sind. Sie erhalten keine Hilfe, weil Bomben dies verhindern. Und wenn wir heute für den Frieden beten, dann wäre es schön, wenn jeder von uns sich der Kriege schämt, die es auf der Welt gibt. Schämen wir uns, dass Menschen dazu fähig sind, ihren Geschwistern solche schreckliche Taten zu vollbringen. Es ist ein Tag des Gebets, der Reue, des Weinens um des Friedens willen. Möge der Schrei der Leidenden gehört werden und die Herzen der Menschen sich der Barmherzigkeit und der Liebe öffnen, die uns vor dem Egoismus retten.“

(rv 20.09.2016 mg)

Friede ist eine universale Verantwortung

1024px-veduta_della_basilica_di_san_francesco_ad_assisi_1

Assisi / Wikimedia Commons – SunOfErat, CC BY-SA 3.0

Fünftes Weltgebetstreffen für den Frieden in Assisi –
Papst Franziskus reist heute nach Assisi

Papst Franziskus brach heute morgen, wie vom offiziellen Programm vorgesehen, mit dem Hubschrauber aus dem Vatikan in Richtung Assisi auf, wo er am Weltgebetstreffen für den Frieden teilnehmen wird.

Zum fünften Mal (1986, 1993, 2002, 2011) kommen Vertreter christlicher Kirchen und Gemeinschaften und der Weltreligionen in der Stadt des heiligen Franziskus zusammen, seitdem der heilige Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 zum ersten Mal in der Kirchengeschichte ein Weltgebetstreffen einberufen hatte. „Jeder [sollte] entsprechend seiner eigenen Überzeugung, vom transzendenten Wert des Friedens Zeugnis“ ablegen, wie der damalige Papst in seiner Ansprache den Teilnehmern erklärte.

Er forderte damals nicht nur die Nationen, sondern jeden einzelnen, besonders die Jugend, auf, einen Beitrag zu Frieden zu leisten, denn: „Der Friede ist eine Werkstatt, die allen offensteht, nicht nur Fachleuten, Gebildeten und Strategen. Der Friede ist eine universale Verantwortung: er verwirklicht sich durch Tausende kleiner Handlungen im täglichen Leben. Durch die Art ihres täglichen Zusammenlebens mit anderen entscheiden sich die Menschen für oder gegen den Frieden. Wir vertrauen die Sache des Friedens besonders der Jugend an. Mögen die jungen Menschen helfen, den Lauf der Geschichte von den falschen Pfaden zu befreien, auf denen sich die Menschheit verirrt.“

Auch Papst Franziskus erinnert die Menschen immer wieder an ihre Friedensverantwortung und -arbeit und stellt Wirtschafts- und Sozialsysteme, die besonders den am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen keinerlei Sicherheit und Frieden garantieren können, in Frage. Papst Franziskus prangerte bei verschiedenen Gelegenheiten die Verlogenheit derjenigen an, die sich für den Frieden engagieren und gleichzeitig mit dem Waffenhandel ein lukratives Geschäft betreiben und damit Gewalt, Tod und Leid in der Welt unterstützen.

_______

Quelle

„Durst nach Frieden“ – Gemeinsam für den Frieden

wiki-assisi_02-800x533

Assisi / Wikimedia Commons – Berthold Werner, Public Domain

Papst Franziskus reist heute zum Friedensgebet nach Assisi.
Unter den Teilnehmern auch der Erzbischof von Rouen

Papst Franziskus wird heute am Abschlußtag des Treffens der Weltreligionen, das in Assisi vom 18. bis 20. September 2016 unter dem Titel „Durst nach Frieden“ staffindet, am gemeinsamen Friedensgebet teilnehmen. Das offizielle Programm sieht u.a. Begegnungen des Heiligen Vaters mit offiziellen Würdenträgern und Oberhäuptern anderer Religionen vor.

Das offizielle Programm sieht folgenden Tagesablauf vor:

10.30 Uhr – Abreise vom Hubschrauberlandeplatz im Vatikan

11.05 Uhr – Ankunft auf dem Sportplatz „Migaghelli“; Begrüßung des Papstes durch Msgr. Domenico Sorrentino, Erzbischof-Bischof von Assisi–Nocera Umbra–Gualdo Tadino, die Präsidentin der Region Umbrien, Catiuscia Marini, den Präfekten von Perugia, Raffaele Cannizzaro, sowie die Bürgermeisterin von Assisi, Stefania Proietti.

11.30 Uhr – Ankunft im „Sacro Convento“ von Assisi. Der Papst wird von Pater Mauro Gambetti, dem Kustos des Konvents, Bartolomaios I., dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, einem muslimischen Vertreter, dem Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, Efrem II., dem syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien, einem jüdischen Vertreter und dem Oberhaupt der Tendai (Japan) empfangen. Alle begeben sich gemeinsam zum „Chiostro“ von Sixtus IV., wo bereits die Vertreter der Weltkirchen- und religionen sowie die Bischöfe Umbriens warten.

12.00 Uhr – Begrüßung der einzelnen Vertreter durch den Papst

13.00 Uhr – Mittagessen im Refektorium des Konvents mit einigen Kriegsopfern. Marco Impagliazzo, Präsident der Gemeinschaft von „Sant’Egidio“, wird an das 25. Jubiläum des Patrairchen Bartlomaios I. erinnern.

15.15 Uhr – Papst Franziskus wird einzeln Bartolomaios I., einen muslimischen Vertreter, Erzbischof Justin Welby, Patriarch Efrem II. und einen jüdischen Vertreter treffen.

16.00 Uhr – Friedensgebet an verschiedenen Orten und Gebetsmoment für den Frieden in der „Basilica Inferiore di San Francesco“ (Unterkirche), ökumenisches Gebet der Christen

17.00 Uhr – Nach dem Friedensgebet verlassen alle Teilnehmer die Basilika und begegnen den Vertretern der anderen Religionen, die an anderen Orten gebetet haben, und nehmen auf dem Vorplatz Platz.

17.15 Uhr – Abschlußzeremonie auf der „Piazza San Francesco“ und Grußworte von Msgr. Domenico Sorrentino, Erzbischof-Bischof von Assisi–Nocera Umbra–Gualdo Tadino, sowie Botschaften eines Kriegsopfers, des Patriarchen Bartolomaios I., eines muslimischen Vertreters, eines jüdischen Vertreters, des buddhistischen japanischen Patriarchen sowie des Gründers der Gemeinschaft von „Sant’Egidio“, Prof. Andrea Riccardi; Ansprache des Heiligen Vaters; Verlesung eines Friedensappells, der von Kindern unterschiedlicher Nationalität überreicht wird; Schweigemoment für die Kriegsopfer; Unterzeichnung des Friedensaufrufs und Anzünden zweier Kandelaber; Friedensgruß.

18.30 Uhr – Fahrt zum Sportplatz

19.00 Uhr – Abflug

19.35 Uhr – Landung im Vatikan

An dem Treffen der Weltreligionen in Assisi nimmt auch Msgr. Dominique Lebrun, Erzbischof von Rouen, teil, nur wenige Wochen nach der grausamen Ermordung von P. Jacques Hamel. Das Martyrium von P. Jacques Hamel solle nicht wie eine Flagge erhoben werden, um zu kämpfen und zu verurteilen, sondern um Dank zu sagen, für einen Priester, der sein Leben wie Christus geschenkt habe. Msgr. Lebrun ist überzeugt, dass in der Gesellschaft und in den Familien ein Zusammenleben der Religionen möglich sei. Er erinnerte an den Besuch vieler Muslime beim Sonntagsgottesdienst am 31. Juli. Die Familie der Muslime habe die trauernde Familie der Christen besucht; wir gehörten alle derselben Menschenfamilie an, bekräftigt der Erzbischof von Rouen.

_______

Quelle