„In einem Augenblick: alles! Die Welt, wir, alles“

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Santa Marta, 10. November 2016

Frühmesse mit Papst Franziskus in der Domus Sanctae Marthae

„Das Reich Gottes ist keine Religion des Spektakels“, erklärte Papst Franziskus in der heutigen Frühmesse in der Domus Sanctae Marthae und nahm damit Bezug auf das heutige Tagesevangelium, in dem Jesus den Pharisäern verkündet, dass das Reich Gottes bereits mitten unter ihnen sei.

Die Menschen suchten immer neue Dinge, Nachrichten, Ereignisse, die jedoch wie ein Feuerwerk verrauchten. Papst Franziskus mahnte, dass die Menschen oft von der Religion des Spektakels in Versuchung geführt würden. Die Religion des Spektakels sei ohne Licht, ohne Hoffnung, sie schenke nichts.

„Aber was müssen wir tun?“, fragte der Papst. „Bewahren mit Geduld. Geduld bei unserer Arbeit, unseren Leiden. … Die Hoffnung bewahren.“ Papst Franziksus wandte sich anschließend der Frage zu, wie man Gutes und Schlechtes unterscheide und was mit dem Reich Gottes, das wachse, zu tun sei. „Bewahren. Wachsen in Hoffnung, Hoffung bewahren. Weil wir in der Hoffung erlöst worden sind.“ Hoffnung sei nämlich der rote Faden in der Geschichte der Erlösung, die Hoffnung, dem Herrn endgültig zu begegnen, legte Papst Franziksus dar.

Papst Franziskus forderte alle zu einer Gewissensprüfung auf. „Habe ich Hoffnung? Oder gehe ich weiter, gehe ich weiter, wie ich kann und weiß nicht Gutes vom Schlechten zu scheiden …?“ Das Reich Gottes sei mitten unter uns, aber wir müssten die Hoffnung auf das Reich Gottes bewahren, das wachse, bis zu dem Augenblick, in dem der Herr kommen werde. „In einem Augenblick: alles! Die Welt, wir, alles.“

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Quelle

Papstmesse: Kampfansage an die Heuchelei

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Der Papst bei der Frühmesse

In der Nachfolge Christi ist es entscheidend, dass wir der Heuchelei und dem Lügen den Kampf ansagen und uns auch selbst nichts vormachen. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag bei seiner Frühmesse. Heuchelei, das sei eine geistliche Schizophrenie, predigte er – sie bestehe darin, dass man vieles predige, ohne sich aber selbst daran zu halten.

Der Papst ging vom Lukasevangelium aus, in dem Jesus vor dem „Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei“ warnt. Dabei gebe es allerdings „einen guten und einen schlechten Sauerteig“, differenzierte Franziskus. Der gute Sauerteig sei der, der das Reich Gottes wachsen lasse. Gemeinsam sei jeder Art von Sauerteig, dass er „wachsen“ lasse: Guter Teig führe „zu gutem Brot“, schlechter Sauerteig lasse das Schlechte wachsen.

Um diesen Gedanken zu verdeutlichen, erzählte er eine Anekdote aus seiner Jugend. „Als wir Kinder waren, machte uns die Großmutter an Karneval Plätzchen aus einem ganz, ganz dünnen Teig. Dann gab sie Öl dazu, und der Teig blähte sich. Wenn man in diese Plätzchen reinbiß, waren sie innen hohl; im Dialekt nannte man sie „bugie“ (Lügen). Und die Großmutter sagte uns: Diese Plätzchen sind wie Lügen, sie sehen groß aus, aber innendrin sind sie leer, sie haben keine Substanz. So sagt uns auch Jesus: Hütet euch vor dem schlechten Sauerteig, dem der Pharisäer! Und welcher ist das? Die Heuchelei. Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.“

Heuchelei bestehe darin, den Herrn mit den Lippen anzurufen, auch wenn das eigene Herz doch weit entfernt sei vom Herrn. „Sie ist eine innere Spaltung, die Heuchelei. Man sagt das eine und tut das andere. Eine Art geistliche Schizophrenie. Der Heuchler simuliert: Nach außen wirkt er gut und höflich, aber im Rücken hält er den Dolch! Denken wir an Herodes: Wie höflich hat er die Sterndeuter empfangen, obwohl er innerlich erschrocken war! Und dann sagt er ihnen beim Abschied: Geht und kommt danach wieder und sagt mir, wo dieses Kind ist, damit auch ich hingehe und es anbete… Um es zu töten! Der Heuchler hat ein Doppelgesicht. Er simuliert. Wenn Jesus von diesen Gesetzeslehrern spricht, dann sagt er: Die sagen nur, tun aber nicht… Das ist ein existenzieller Nominalismus: Als ob die Dinge schon getan wären, wenn man sie ausspricht. Nein! Man muss die Dinge tun, nicht nur aussprechen! … Und dann ist der Heuchler auch unfähig zur Selbstkritik: Er findet sich makellos, stattdessen klagt er die anderen an. Denken wir an den Splitter und den Balken… Und so können wir diesen Sauerteig beschreiben, der Heuchelei ist.“

Franziskus rief seine Zuhörer in der Kapelle seiner Vatikan-Residenz zur Gewissenserforschung auf: „In welchem Geist tue ich die Dinge? In welchem Geist bete ich? In welchem Geist rede ich mit anderen? Mit einem Geist, der aufbaut? Oder mit einem Geist, der nur aus Luft besteht?“ Entscheidend sei, dass man auf solche Fragen ehrlich antworte, ohne sich in die Tasche zu lügen.

„Wie ehrlich sind Kinder doch bei der Beichte! Kinder lügen nie, wenn sie beichten, sie sagen auch nie etwas Abstraktes. Ich habe das und das und das getan – konkret. Kinder sagen Konkretes, wenn sie vor Gott und vor den anderen stehen. Warum? Weil sie den guten Sauerteig haben, den Teig, der sie wachsen lässt, wie auch das Reich Gottes wächst. Möge der Herr uns allen den Heiligen Geist und die Gnade der Selbsterkenntnis geben, damit wir den Sauerteig erkennen, mit dem wir wachsen und mit dem wir handeln. Bin ich ein loyaler, transparenter Mensch, oder bin ich ein Heuchler?“

(rv 14.10.2016 sk)

Ein wahrer Christ steht nicht still

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Santa Marta, 17. Mai. 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Frühmesse mit Papst Franziskus in der „Domus Sanctae Marthae“

In der heutigen Frühmesse in der‪ „Domus Sanctae Marthae“ legte Papst Franziskus dar, welche Eigenschaften einen guten Christen charakterisierten. Ausgehend vom Tagesevangelium erklärte der Papst, jeder Christ sei von Gott erwählt. Diese Gewissheit schenke große Sicherheit und bilde das Fundament unseres Verhältnisses zu Gott.

Ein Christ fühle sich daher nie verlassen, sondern vergeben. Papst Franziskus rief jeden auf, sich die Frage zu stellen: „Was habe ich Schlechtes im Leben getan?“

Ein Christ sei außerdem auf dem Weg zur Begegnung mit Christus, der uns erlöst habe. Daher sei auch der Weg ein Merkmal für einen wahren Christen, die anderen hingen aus Angst oder Bequemlichkeit einfach still. Ein Christ sei ständig unterwegs, müsse immerversuchen das Gute zu tun und vorwärts gehen.

Möge der Herr uns mit der Gnade seines Segens, mit dem Segen der christlichen Identität begleiten, so sagte er am Ende seiner Betrachtung.

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