Frühmesse: Das Gespräch mit dem Teufel meiden!

Papst Franziskus bei der Frühmesse (Vatican Media)

Der Teufel verführt und täuscht. Er wurde zwar besiegt, kann uns aber immer noch gefährlich werden: bei der Frühmesse am Dienstag im vatikanischen Gästehaus Santa Marta erklärte Papst Franziskus, wie man den Versuchungen des Teufels widerstehen kann. Gleichzeitig verwies er auch auf die Muttergottes, die uns in Stunden der Not „Zuflucht“ biete.

Silvia Kritzenberger und Debora Donnini- Vatikanstadt

Wir dürften uns dem Teufel nicht nähern, uns gar nicht erst auf ein Gespräch mit ihm einlassen, warnte der Papst in seiner Predigt an diesem Dienstag: Er sei zwar „ein Besiegter“, aber immer noch gefährlich „wie ein wütender Kettenhund, der zubeißt, wenn du ihn streichelst“. Im Fokus seiner Überlegungen stand die Figur des Teufels, der zwar noch nicht tot, aber „bereits gerichtet“ sei, wie es im Tagesevangelium nach Johannes heißt (Joh 16,5-11).

Vorsicht vor den Verführungen des Teufels!

„Wir können sagen, dass er im Sterben liegt“, erklärte der Papst, doch wir müssten dennoch auf der Hut sein: „Der Teufel versteht sich auf die Kunst des Verführens. Und deshalb ist es auch so schwer, ihn als einen Besiegten zu sehen: Er brüstet sich mit seiner Macht, macht große Versprechungen, gibt dir schön verspackte Geschenke!“ Doch auch wenn er uns mit einem äußerlich schönen Paket verführe, zeige er uns nicht, was darin sei, erläuterte Franziskus. „Er weiß ganz genau, wie er unserer Eitelkeit und unserer Neugier seine Versprechungen schmackhaft machen kann!“

Sein Licht ist blendend, aber schnell vergänglich

Erfahrene Jäger sagten, dass man einem sterbenden Krokodil besser nicht zu nahe komme, brachte Franziskus seine Überlegungen auf den Punkt: denn mit einem einzigen Hieb seines mächtigen Schwanzes könne dieses immer noch töten! Und genau das – so fuhr Franziskus fort– sei auch das Gefährliche am Teufel: er brüste sich mit seiner Macht, doch „seine Versprechungen sind nichts als Lügen… Und wir Dummköpfe fallen darauf herein!“ Der Teufel sei nicht umsonst „der Vater der Lüge“. Er verstehe es, uns mit schönen Worten einzulullen, uns zu täuschen: „Er ist ein Besiegter, der sich als Sieger gebärdet“. Sein Licht blende „wie ein Feuerwerk. Aber es ist nicht von Dauer, ist schnell verloschen,“ warnte der Papst. Das Licht Gottes dagegen sei „sanft, aber dauerhaft.“

Wie Franziskus feststellte, „verführt uns der Teufel, macht sich unsere Eitelkeit, unsere Neugier zunutze, und wir glauben ihm jedes Wort, erliegen der Versuchung“. Das mache ihn zu einem „gefährlichen Besiegten“. „Wir müssen vor ihm auf der Hut sein,“ mahnte der Papst und verwies auf das Gebot Jesu, der zum Beten, Wachen und Fasten eingeladen habe. Dies sei der Weg, der Versuchung zu widerstehen.

Sich vom Teufel fernhalten wie von einem wütenden Kettenhund

Ganz wichtig sei es auch, „sich von ihm fernzuhalten“, weil er – wie schon die Kirchenväter wussten – wie ein „wütender Kettenhund“ sei, den man nicht streicheln darf, weil er beißt. „Wenn ich dieser Begierde nachgebe, diesen Gedanken in meinem Kopf Gestalt annehmen lasse, dann ist das, als würde ich mich diesem tollwütigen Hund nähern!“, warnte Franziskus. Und verdeutlichte seinen Rat in einem Zwiegespräch: „Bitte, tut das nicht! – Ich habe eine klaffende Wunde – Wer hat sie dir zugefügt? – Der Hund! – Aber er war doch angekettet! – Ja, aber ich wollte ihn doch nur streicheln!– Selber schuld! – Nie zu nah kommen, nur weil er angekettet ist! Lassen wir ihn angekettet!“

Nicht mit dem Teufel sprechen

Und schließlich müssten wir uns auch davor hüten, uns auf ein Gespräch mit dem Teufel einzulassen. Denn dann würde es uns wie Eva ergehen: „Sie meinte, die große Theologin zu sein – und schon war sie der Versuchung erlegen!“ Jesus dagegen war auf der Hut: in der Wüste setzt er der Versuchung das Wort Gottes entgegen. Er treibt Dämonen aus, manchmal fragt er sie nach ihrem Namen – doch lässt sich nie auf ein Gespräch mit ihnen ein! Die Warnung des Papstes ist unmissverständlich: „Man spricht nicht mit dem Teufel, denn dann hat er schon gewonnen, er ist schlauer als wir!“

Bei der Muttergottes Zuflucht suchen

Wie Franziskus erklärte, verkleide sich der Teufel als Engel des Lichts, sei aber „ein Engel des Schattens, ein Engel des Todes“: „Er ist ein Verdammter, ein Besiegter, ein in Ketten gelegter, der im Sterben liegt, aber mit seiner letzten Kraft noch immer zum tödlichen Schlag ausholen kann!“ Wir müssten also beten, uns in Buße üben, ihm nicht zu nahe kommen, uns niemals auf ein Gespräch mit ihm einlassen! Und uns am Ende wie Kinder zur Mutter flüchten. „Wenn Kinder Angst haben, gehen sie zur Mutter,“ führt der Papst aus: „Wenn sie schlecht geträumt haben, gehen sie zur Mutter. Zur Muttergottes gehen; sie beschützt uns!“

Abschließend forderte Franziskus die Gläubigen auf: „Lasst uns in Zeiten der spirituellen Not unter dem Mantel der Muttergottes Schutz suchen. Zur Mutter gehen! Möge sie uns beistehen im Kampf gegen den Besiegten, gegen den angeketteten Hund, damit wir ihn besiegen können!“

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Frühmesse: Der irdische Vater Christi

Papst bei der Frühmesse

Bei der Frühmesse mit Franziskus in der Casa Santa Marta haben sich die Überlegungen des Papstes um den irdischen Vater Christi gedreht, vom dem das Tagesevangelium nach Matthäus (Mt 1, 18-24) berichtet.
 

Christine Seuss – Vatikanstadt

Der heilige Josef war ein Vater, dem sozusagen ein Kuckucksei ins Nest gelegt wird, der an seiner Frau zweifelt, die schwanger ist, ohne von ihm berührt worden zu sein und der uns lehrt, wie wir angesichts von Problemen, Zweifeln und Dunkelheit „die Stimme Gottes hören“ und die „Situation in die Hand nehmen“, so Franziskus in seiner Predigt an diesem Montag.

„Er glaubte und gehorchte“

Der Evangelist lässt in seiner Beschreibung des irdischen Vaters Jesu auch dessen inneren Kampf angesichts der Schwangerschaft Marias nicht aus. Die „Zweifel“, der „Schmerz“ und das „Leiden“ Josefs, während rund umher die „Schwatzweiber des Dorfes“ anfingen, mit dem Finger auf ihn und seine Braut zu zeigen, deren Schwangerschaft allmählich „sichtbar“ wurde, umschrieb der Papst die Situation des irdischen Vaters Jesu. Er „verstand nicht“, so der Papst, doch er wusste, dass Maria „eine Frau Gottes“ war. Deshalb die Entscheidung, sie in aller Stille zu verlassen, bis „der Herr einschritt“, mit einem Engel, der Josef im Traum erschien und ihm erklärte, dass das Kind „vom Heiligen Geist“ käme. Und so „glaubte er und gehorchte,“ betonte Franziskus:

„Josef kämpfte einen innen Kampf; in diesem Kampf ertönt die Stimme Gottes: ,Steh auf!´ Dieses ,Steh auf´ kommt oft am Beginn einer Mission in der Bibel vor: ,Steh auf´, nimm Maria, bring sie in dein Haus. Übernimm die Verantwortung, nehme die Situation in die Hand und gehe vorwärts.“

Josef hat die Situation in die Hand genommen

Josef habe sich weder Rat bei Freunden geholt noch sei er „zum Psychiater“ gegangen, damit der seinen Traum interpretiere, erklärte Franziskus.

„Nein: er glaubte. Er ist vorwärts gegangen. Er hat die Situation in die Hand genommen. Aber was musste Josef eigentlich in die Hand nehmen? Was war die Situation? Was musste Josef auf sich nehmen? Zwei Dinge. Die Vaterschaft und das Geheimnis.“

Josef habe also die Vaterschaft auf sich genommen, die nicht von ihm, sondern „vom Vater“ kam – mit allem, was dazu gehöre, betonte Franziskus:

„Nicht nur Maria und das Kind zu unterhalten, sondern auch das Kind aufzuziehen, ihm das Handwerk lehren, ihn zur männlichen Reife zu führen. ,Nimm die Vaterschaft auf dich, die nicht deine ist, sondern von Gott kommt´. Und das, ohne ein Wort zu sagen. Im Evangelium ist kein einziges Wort, das von Josef kommt. Der Mann des Schweigens, des stillschweigenden Gehorsams.“

Schweigender Gehorsam, der nichts für sich selbst nimmt

Doch, so Franziskus weiter mit Blick auf die Lesung aus dem Buch Jeremia, Josef sei auch der Mann, der das „Geheimnis” auf sich nehme, das Volk zu Gott zurück zu führen.

„Jesus nimmt dieses Geheimnis in die Hand und hilft: mit seinem Schweigen, mit seiner Arbeit bis zu dem Moment, in dem Gott ihn zu sich ruft. Von diesem Mann, der die Vaterschaft und das Geheimnis auf sich genommen hat, sagt man, dass er der Schatten des Vater war: der Schatten von Gott Vater.“ Ein Schatten, so führte Franziskus seine Überlegungen fort, der auch für die Entwicklung der Beziehung zwischen Gott und seinem fleischgewordenen Sohn entscheidend war: „Und wenn der Mensch Jesus es gelernt hat, „Papa“, „Vater“, zu seinem Vater zu sagen, den er als Gott kannte, dann hat er das durch das Leben gelernt, durch das Zeugnis Josefs: der Mann, der bewahrt, der Mann, der wachsen lässt, der Mann, der jede Vaterschaft und jedes Geheimnis voranträgt, aber nichts für sich selbst nimmt.“

Dieser, so schloss Franziskus seine Ausführungen, sei der „große Josef“, den Gott brauchte, um das „Geheimnis der Rückführung des Volkes hin zur neuen Schöpfung“ voran zu bringen.

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„In einem Augenblick: alles! Die Welt, wir, alles“

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Santa Marta, 10. November 2016

Frühmesse mit Papst Franziskus in der Domus Sanctae Marthae

„Das Reich Gottes ist keine Religion des Spektakels“, erklärte Papst Franziskus in der heutigen Frühmesse in der Domus Sanctae Marthae und nahm damit Bezug auf das heutige Tagesevangelium, in dem Jesus den Pharisäern verkündet, dass das Reich Gottes bereits mitten unter ihnen sei.

Die Menschen suchten immer neue Dinge, Nachrichten, Ereignisse, die jedoch wie ein Feuerwerk verrauchten. Papst Franziskus mahnte, dass die Menschen oft von der Religion des Spektakels in Versuchung geführt würden. Die Religion des Spektakels sei ohne Licht, ohne Hoffnung, sie schenke nichts.

„Aber was müssen wir tun?“, fragte der Papst. „Bewahren mit Geduld. Geduld bei unserer Arbeit, unseren Leiden. … Die Hoffnung bewahren.“ Papst Franziksus wandte sich anschließend der Frage zu, wie man Gutes und Schlechtes unterscheide und was mit dem Reich Gottes, das wachse, zu tun sei. „Bewahren. Wachsen in Hoffnung, Hoffung bewahren. Weil wir in der Hoffung erlöst worden sind.“ Hoffnung sei nämlich der rote Faden in der Geschichte der Erlösung, die Hoffnung, dem Herrn endgültig zu begegnen, legte Papst Franziksus dar.

Papst Franziskus forderte alle zu einer Gewissensprüfung auf. „Habe ich Hoffnung? Oder gehe ich weiter, gehe ich weiter, wie ich kann und weiß nicht Gutes vom Schlechten zu scheiden …?“ Das Reich Gottes sei mitten unter uns, aber wir müssten die Hoffnung auf das Reich Gottes bewahren, das wachse, bis zu dem Augenblick, in dem der Herr kommen werde. „In einem Augenblick: alles! Die Welt, wir, alles.“

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Papstmesse: Kampfansage an die Heuchelei

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Der Papst bei der Frühmesse

In der Nachfolge Christi ist es entscheidend, dass wir der Heuchelei und dem Lügen den Kampf ansagen und uns auch selbst nichts vormachen. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag bei seiner Frühmesse. Heuchelei, das sei eine geistliche Schizophrenie, predigte er – sie bestehe darin, dass man vieles predige, ohne sich aber selbst daran zu halten.

Der Papst ging vom Lukasevangelium aus, in dem Jesus vor dem „Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei“ warnt. Dabei gebe es allerdings „einen guten und einen schlechten Sauerteig“, differenzierte Franziskus. Der gute Sauerteig sei der, der das Reich Gottes wachsen lasse. Gemeinsam sei jeder Art von Sauerteig, dass er „wachsen“ lasse: Guter Teig führe „zu gutem Brot“, schlechter Sauerteig lasse das Schlechte wachsen.

Um diesen Gedanken zu verdeutlichen, erzählte er eine Anekdote aus seiner Jugend. „Als wir Kinder waren, machte uns die Großmutter an Karneval Plätzchen aus einem ganz, ganz dünnen Teig. Dann gab sie Öl dazu, und der Teig blähte sich. Wenn man in diese Plätzchen reinbiß, waren sie innen hohl; im Dialekt nannte man sie „bugie“ (Lügen). Und die Großmutter sagte uns: Diese Plätzchen sind wie Lügen, sie sehen groß aus, aber innendrin sind sie leer, sie haben keine Substanz. So sagt uns auch Jesus: Hütet euch vor dem schlechten Sauerteig, dem der Pharisäer! Und welcher ist das? Die Heuchelei. Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.“

Heuchelei bestehe darin, den Herrn mit den Lippen anzurufen, auch wenn das eigene Herz doch weit entfernt sei vom Herrn. „Sie ist eine innere Spaltung, die Heuchelei. Man sagt das eine und tut das andere. Eine Art geistliche Schizophrenie. Der Heuchler simuliert: Nach außen wirkt er gut und höflich, aber im Rücken hält er den Dolch! Denken wir an Herodes: Wie höflich hat er die Sterndeuter empfangen, obwohl er innerlich erschrocken war! Und dann sagt er ihnen beim Abschied: Geht und kommt danach wieder und sagt mir, wo dieses Kind ist, damit auch ich hingehe und es anbete… Um es zu töten! Der Heuchler hat ein Doppelgesicht. Er simuliert. Wenn Jesus von diesen Gesetzeslehrern spricht, dann sagt er: Die sagen nur, tun aber nicht… Das ist ein existenzieller Nominalismus: Als ob die Dinge schon getan wären, wenn man sie ausspricht. Nein! Man muss die Dinge tun, nicht nur aussprechen! … Und dann ist der Heuchler auch unfähig zur Selbstkritik: Er findet sich makellos, stattdessen klagt er die anderen an. Denken wir an den Splitter und den Balken… Und so können wir diesen Sauerteig beschreiben, der Heuchelei ist.“

Franziskus rief seine Zuhörer in der Kapelle seiner Vatikan-Residenz zur Gewissenserforschung auf: „In welchem Geist tue ich die Dinge? In welchem Geist bete ich? In welchem Geist rede ich mit anderen? Mit einem Geist, der aufbaut? Oder mit einem Geist, der nur aus Luft besteht?“ Entscheidend sei, dass man auf solche Fragen ehrlich antworte, ohne sich in die Tasche zu lügen.

„Wie ehrlich sind Kinder doch bei der Beichte! Kinder lügen nie, wenn sie beichten, sie sagen auch nie etwas Abstraktes. Ich habe das und das und das getan – konkret. Kinder sagen Konkretes, wenn sie vor Gott und vor den anderen stehen. Warum? Weil sie den guten Sauerteig haben, den Teig, der sie wachsen lässt, wie auch das Reich Gottes wächst. Möge der Herr uns allen den Heiligen Geist und die Gnade der Selbsterkenntnis geben, damit wir den Sauerteig erkennen, mit dem wir wachsen und mit dem wir handeln. Bin ich ein loyaler, transparenter Mensch, oder bin ich ein Heuchler?“

(rv 14.10.2016 sk)

Ein wahrer Christ steht nicht still

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Santa Marta, 17. Mai. 2016 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Frühmesse mit Papst Franziskus in der „Domus Sanctae Marthae“

In der heutigen Frühmesse in der‪ „Domus Sanctae Marthae“ legte Papst Franziskus dar, welche Eigenschaften einen guten Christen charakterisierten. Ausgehend vom Tagesevangelium erklärte der Papst, jeder Christ sei von Gott erwählt. Diese Gewissheit schenke große Sicherheit und bilde das Fundament unseres Verhältnisses zu Gott.

Ein Christ fühle sich daher nie verlassen, sondern vergeben. Papst Franziskus rief jeden auf, sich die Frage zu stellen: „Was habe ich Schlechtes im Leben getan?“

Ein Christ sei außerdem auf dem Weg zur Begegnung mit Christus, der uns erlöst habe. Daher sei auch der Weg ein Merkmal für einen wahren Christen, die anderen hingen aus Angst oder Bequemlichkeit einfach still. Ein Christ sei ständig unterwegs, müsse immerversuchen das Gute zu tun und vorwärts gehen.

Möge der Herr uns mit der Gnade seines Segens, mit dem Segen der christlichen Identität begleiten, so sagte er am Ende seiner Betrachtung.

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