„ROME LIFE FORUM“ — DIE LETZTE SCHLACHT

Durchaus endzeitliche Töne beim „Rome Life Forum“ – Vorträge der Kardinäle Eijk, Brandmüller und Burke.
Von Guido Horst

Im Kampf um das Leben: der italienische „Marsch für das Leben“ ruft Tausende auf die Straße. Foto: Marcia per la vita

Nicht allein der Lebensschutz und christliche Familienwerte standen beim diesjährigen „Rome Life Forum“ auf der Tagesordnung. Umfassend ging es bei der sechsten Ausgabe des – als Reaktion auf die beiden Familiensynoden 2014 und 2015 – von der internationalen Vereinigung „Voice of the Family“ und dem kanadischen Onlinedienst „LifeSiteNews“ organisierten Treffens um das durchaus heilsgeschichtlich gesehene Ringen zwischen der Kultur des Lebens und der Kultur des Todes. „Die Stadt Gottes versus die Stadt des Menschen – Die globale Eine-Welt-Ordnung gegen das Christentum“ lautete das Motto der Tagung, die am vergangenen Wochenende wie in den vergangenen Jahren wieder in der päpstlichen Dominikanerhochschule Angelicum in Rom stattfand. Auch Kardinäle sprachen vor den mehreren hundert Vertretern unterschiedlichster Familien- und Lebensrechts-Organisationen aus aller Welt: Raymond Leo Burke, Willem Jacobus Eijk, Erzbischof von Utrecht, und Walter Brandmüller. Per Videobotschaft war der emeritierte Erzbischof von Riga, Kardinal Janis Pujats, präsent – wie auch Weihbischof Athanasius Schneider aus Astana.

Kardinal Eijk zeichnete die auf eine Radikalisierung des Feminismus in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zurückgehende Gender-Theorie nach, die das Geschlecht des Einzelnen nicht mehr durch die Natur oder gesellschaftliche Konvention bestimmen lassen möchte, sondern der persönlichen Wahl des Individuums überlässt. Eijk nannte die Feministinnen Simone de Beauvoir (1908–1986) und Shulamith Firestone (1945–2012), die die Frau von der „Tyrannei der Prokreation“ befreien wollten, schlug aber den Bogen bis zu französischen Freimaurern, die den Menschen befähigt sehen wollten, wie ein Schöpfergott über die eigene Natur zu entscheiden.

Dass diese Vision des Menschen sich völlig vom christlichen Menschenbild unterscheidet, machte der Kardinal an der Enzyklika „Humanae vitae“ von Paul VI. deutlich. Er zitiert aber auch aus der Enzyklika „Veritatis splendor“ von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1993: „Eine Freiheit, die den Anspruch auf Absolutheit erhebt, behandelt schließlich den menschlichen Leib wie Rohmaterial, bar jeglichen Sinnes und moralischen Wertes“ (48).

Indem die Gender-Theorie dieser Wahrheit widerspreche, so Eijk weiter, habe sie schwerstwiegende Konsequenzen für die Verkündigung des christlichen Glaubens. Sie leugne, dass es Sex nur zwischen Mann und Frau und das ausschließlich in der Ehe geben könne. Sie fördere die Legitimierung der Abtreibung und unterminiere schließlich die Rolle von Vater und Mutter, von Verheirateten und Ehe sowie das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern – alles Wirklichkeit, für die die Heilige Schrift und die christliche Lehre Analogien in den Beziehungen zwischen den drei Personen der Dreifaltigkeit und in Maria als Braut des Heiligen Geistes formuliere. Auch die Tatsache, dass ein Priester ein Mann sein muss, verdunkle die Gender-Theorie.

Den Schlüsselvortrag hielt bei der Tagung Roberto de Mattei, Präsident der in Rom und Washington ansässigen Lepanto-Stiftung, der als Herausgeber der Zeitschrift „Radici Cristiane“ und des Onlinedienstes „Corrispondenza Romana“ zwei Leitmedien der traditionalistischen Strömung in Italien verantwortet.

Der in Rom lehrende Professor für Geschichte sprach über die beiden Städte – Gottes und die des Menschen – in der Geschichte. „Mysterium Iniqitatits“, das Geheimnis des Teufels: Von der Einen-Welt-Ordnung zum globalen Chaos“ lautete der Titel seines Vortrags. Ausgehend von Leo XIII. und dessen Enzyklika „Humanum genus“ gegen die Freimaurerei aus dem Jahr 1884 zeichnete de Mattei das Bild der miteinander im Kampf liegenden Königreiche Gottes, der wahren Kirche Christi, und des Reichs des Satans, das das göttliche und ewige Gesetz ablehne. Ab dem vierzehnten Jahrhundert habe sich dieser Kampf zugespitzt, zunächst mit der Reformation, dann mit der Französischen Revolution und schließlich – nach dem Untergang des Habsburger Reichs – mit den kommunistischen und nationalsozialistischen Diktaturen, gefolgt von Völkerbund und Vereinten Nationen, die eine neue Weltordnung schaffen wollten. Diese sei aber inzwischen durch die Herrschaft eines Chaos ersetzt worden, das die Farben Amazoniens trage, einer Region, so der Historiker, die zu einem theologischen Topos geworden sei, in der die Einheimischen in einer Art glücklichem Paradies dem Kult an Mutter Erde huldigen würden.

Die Metaphysik des Nichts sei das Herz der neuen Religion, aber deren Ende sei absehbar. De Mattei sprach abschließend von der Hoffnung, die darauf gründe, dass die Geschichte lehre, dass Gott immer den letzten Rest, die kleine Zahl der wirklich Gläubigen nutze, um die Rückkehr der Wahrheit und des Guten ins Werk zu setzen. Es sei eine Versuchung zu glauben, man sei an das Ende der Welt gelangt und müsse die Waffen sinken lassen. Stattdessen zeige nicht zuletzt die Prophezeiung von Fatima, dass das Königreich Christi dazu bestimmt sei, sich in der Geschichte zu verwirklichen, bevor diese ende. Auch John-Henry Westen, Gründer und Leiter von „LifeSiteNews“ sowie einer der Organisatoren des „Rome Life Forum“, sprach von dem Eindruck, man scheine heute auf dem Höhepunkt der Revolution gegen Gott angelangt zu sein. Die Christenverfolgungen in der Welt befänden sich auf einem Allzeit-Hoch und die Verbrechen von Klerikern in der Kirche – er sprach die Missbrauchskrise an – hätten zu einem Allzeit-Tief des Ansehens der Kirche geführt. Und er zitierte Worte des verstorbenen Kardinals Carlo Caffarra, der vor zwei Jahren auf dem „Rome Life Forum“ an die Mahnung Schwester Lucias von Fatima erinnert hatte, dass „die letzte Schlacht zwischen Gott und dem Reich Satans in der Frage von Ehe und Familie“ ausgetragen würde. Aber gerade die Botschaft von Fatima lehre, dass die Muttergottes siegreich aus der letzten Schlacht hervorgehen werde.

Kardinal Walter Brandmüller griff nochmals das Thema von Kardinal Eijk auf und präzisierte in seinem kurzen Beitrag den Ursprung des Wandels, der sich in der Haltung vieler Christen und christlichen Konfessionen zur künstlichen Empfängnisverhütung vollzogen habe: Der Stein sei ins Rollen gekommen, als sich die anglikanische Kirche Englands auf ihrer Lambeth-Konferenz von 1930 für die Kontrazeption ausgesprochen habe. Weitere protestantische Kirche seien gefolgt, wobei dann der Widerstand in der katholischen Kirche gegen „Humanae vitae“ das Ende einer langen Kette gewesen sei. Kardinal Raymond Burke befasste sich in seinem Vortrag mit dem Patriotismus als Gebot des Naturgesetzes. Aber ihm kam noch eine andere Aufgabe zu: Er führte am Samstag den neunten „Marsch für das Leben“ an, in dem fünfzehntausend Teilnehmer durch die Innenstadt Roms zogen. Auch Kardinal Eijk und viele Teilnehmer des „Rome Life Forums“ gingen mit, italienische Ortsbischöfe ließen sich allerdings nicht sehen.

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Erzbischof Georg Gänswein: Mutter Angelica ist „Prophetin und Apostolin“

Erzbischof Georg Gänswein zelebriert die heilige Messe zum Jahresgedenken an Mutter Angelica am 27. März 2019 Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch

Präfekt des Päpstlichen Hauses würdigt die Gründerin von EWTN zum Jahrgedächtnis als „seherisches Genie“, betont angesichts der Kirchenkrise: „Wir brauchen sie mehr als je zuvor“

Erzbischof Georg Gänswein hat am heutigen 27. März 2019 die Verdienste von Mutter Angelica gewürdigt, der Gründerin des Mediennetzwerkes EWTN.

In seiner Predigt in der Kirche am Campo Santo Teutonico im Vatikan erinnerte der Präfekt des Päpstlichen Haushalts am dritten Jahrgedächtnis der bekannten „Fernseh-Nonne“ an das „seherisches Genie“ Mutter Angelicas, das die wichtige Rolle der Medien im Informationszeitalter frühzeitig erkannt habe.

„Keiner von uns hat den Glauben direkt von Gottvater empfangen. Sondern wir sind allesamt vermittelt zum Glauben gekommen. Wir haben ihn alle durch Zeugen erfahren, denen wir vertrauen und glauben.“

Das Mediennetzwerk EWTN, zu dem auch der Fernsehsender EWTN.TV in Deutschland gehört, sowie die deutschsprachige Ausgabe der Catholic News Agency, CNA Deutsch, übernehme nicht nur die Aufgabe der Glaubensvermittlung.

Mutter Angelica habe der Katholischen Kirche in Amerika ein von den Bischöfen unabhängiges Medium als „vierte Gewalt“ eingepflanzt, „in der gläubige Journalisten jeden Missbrauch ebenso unerschrocken offenlegen wie gefährliche Abwege aufzeigen, auf denen sich manche Hirten heute ebenso zu verirren scheinen wie zu allen Zeiten der Geschichte.“

Gänswein beklagte, dass „Verbrecher unter uns bis hinauf in den Kardinalsrang auch die Mutter Kirche selbst vergewaltigt haben“.

Dadurch, dass das Vertrauen in das Amt des Priesters im Zuge des Missbrauchsskandals teilweise „tödlich verletzt“ wurde, komme dem Bekenntnis der katholischen Laien eine immer größere Bedeutung zu.

Doch nicht nur schonungslose Aufklärung gehöre zu den Kernkompetenzen der EWTN-Mitarbeiter.

Die Verkündigung der Frohen Botschaft im Namen Jesu Christi sei im heutigen „Tsunami von Horrornachrichten“ eine besondere Herausforderung, so der Kurienerzbischof bei seiner Predigt in der Kirche Santa Maria della Pietà.

„Der Auftrag Mutter Angelicas aber geht darüber hinaus“, bekräftigte Georg Gänswein, der die Nonne als „Prophetin und Apostolin“ bezeichnete.

„Papst Franziskus hat, wie Sie wissen, ja gleich nach ihrem Tod vor drei Jahren schon zu Ihnen gesagt, dass er sie persönlich schon im Himmel erblicke. Das war noch keine Heiligsprechung. Dennoch deutete der Heilige Vater damit an und darauf hin, dass Gott für jede Not der Kirche auch immer wieder Menschen beruft, die uns in allen Gefahren besonders beistehen.“


CNA Deutsch dokumentiert den vollen Wortlaut der Predigt des Kurienerzbischofs in deutschsprachiger Fassung.

Liebe Schwestern und Brüder!

„So hat Gott an keinem Volk gehandelt“ haben wir vorhin im Zwischengesang gehört – aus dem 147. Psalm, der die Wundertaten Gottes an seinem Volk Israel preist. Mit diesen Worten hat Papst Benedikt XIV. am 25. Mai 1754 hier in Rom aber auch das Erscheinen unserer Lieben Frau von Guadalupe gerühmt. Danach hat sich der Satz wie ein Lauffeuer durch die Neue Welt verbreitet. Denn es war die dunkelste Stunde nach der Eroberung Mexikos, über die Benedikt XIV. da sprach, es war das Jahr 1531, als die Muttergottes selbst mit ihrem Bildwunder in die Geschichte eingriff und in Amerika eine Bekehrung von vielen Millionen einleitete. Tausende Mexikaner wurden damals von Krankheiten und Seuchen hinweg gerafft, die die Eroberer eingeschleppt hatten.

Es waren jene Jahre, als hier in Europa gerade die Reformation die katholische Kirche entzweite und teilte. Es war eine Zeit der Katastrophen, als Amerika und die Kirche eines ihrer größten Wunder erlebte, durch die Jungfrau von Guadalupe, die „Kaiserin der beiden Amerikas“, die Papst Franziskus ebenso innig verehrt wie Mutter Angelica sie verehrt hat, bevor sie heute vor drei Jahren hinüber gegangen ist ins Haus des Vaters. Am 12. Dezember 1980 aber, dem Festtag der Muttergottes von Guadalupe, hatte sie den Sender „Eternal Word Television Network“ gegründet und ihr feierlich geweiht!

Wie wir uns hingegen heute eine Zeit grauenvoller Erschütterungen vorstellen dürfen, muss ich keinem zu erklären versuchen. Und in dieser Eucharistiefeier zur Ehre Mutter Angelicas kann ich auch keinem von Ihnen viel über sie erzählen, da Sie sie ja alle viel besser kennen als ich.

Gestatten Sie mir stattdessen eine kurze Reflexion über die Göttliche Vorsehung, die ich darin erkenne, dass wir drei Jahre nach dem Heimgang Mutter Angelicas ihr Andenken heute nicht wie im letzten März im Petersdom feiern, sondern an der Südseite dieser gigantischen Basilika in der viel kleineren Kirche der Schmerzhaften Gottesmutter am Campo Santo.

Denn diese Kirche liegt am Platz der Protomärtyrer. Das heißt, sie liegt am Platz der ersten Märtyrer Roms, zu denen auch der Apostel Petrus zählte, welcher der Überlieferung nach hier kopfüber gekreuzigt worden ist. Das ruft in mir folgende Erinnerung wach:  Keiner von uns hat den Glauben direkt von Gottvater empfangen. Sondern wir sind allesamt vermittelt zum Glauben gekommen. Wir haben ihn alle durch Zeugen erfahren, denen wir vertrauen und glauben. Das fing in den meisten Fällen bei unseren Eltern an und danach vielleicht über unseren ersten Pfarrer oder ein Vorbild und so gut wie immer persönlich und von Herz zu Herz.

Insgesamt aber hat uns die Mutter Kirche den Glauben geschenkt, durch ihre Hirten und Heilige und Lehrer und durch die Evangelisten und Apostel. Keiner von uns war bei Christi Auferstehung von den Toten dabei, auch nicht bei der Einsetzung der Eucharistie durch den Gottessohn. All dies glauben wir diesen Zeugen. Darum ist die katholische Kirche eine apostolische Kirche. Es ist eine Kirche der Zeugen.

Auf Griechisch heißt „Zeuge“ aber „μάρτυς“, von dem sich unsere „Märtyrer“ ableiten.  Hier am Campo Santo sind die ersten Christen Roms in den 60er Jahren des 1. Jahrhunderts als Zeugen für die Wahrheit in den Tod gegangen.

Eine andere, nicht ganz so dramatische Bedeutung vom Begriff des Zeugen aber ist die des Vermittlers! Und damit bin ich bei Ihnen angekommen, liebe Brüder und Schwestern: also bei den Medienleuten, und bei Mutter Angelica, der Gründerin des „Eternal-Word-Television-Networks“, die mit seherischem Genie erkannt hat, welche Rolle Ihnen in dem neuen Informationszeitalter zukommt, in das nun auch die katholische Kirche eingetreten ist, ob sie es will oder nicht. Darum sind Sie nun auch alle auf eine ganz neue und ganz besondere Weise als Zeugen berufen.

Dass diese Rolle nicht unbedingt undramatisch ist, haben Sie insbesonders in der letzten Zeit erfahren, wo das Schiff der Kirche Christi unter einem Tsunami von Horrornachrichten fast zu zerschellen droht. Gerade in dieser Not aber, die sich ja nicht den Nachrichten schuldet, sondern den Verbrechen und Todsünden aus der Mitte der Kirche, sind Sie als katholische Medienleute herausgefordert, besser und professioneller zu sein als alle Kollegen aus den säkularen Medien.

So wundert nicht, dass am Ende des Krisengipfels im Februar Ihre Kollegin Valentina Alazraki lange anhaltenden Applaus erfuhr, als sie „als Journalistin und Mutter“ den 190 Bischöfen und Ordensoberen aus aller Welt die Botschaft einschärfte: „Wer nicht informiert, nährt ein Klima der Verdächtigung und des Misstrauens und provoziert Wut und Hass auf die Institution (der Kirche)“. Die mutige Kollegin arbeitet nicht für EWTN, sondern für den mexikanischen Sender „Noticieros Televisa“. Doch am 22. Februar war es in Rom, als habe durch sie auch Mutter Angelica mit ihrem legendären Freimut noch einmal zum Papst und dem ganzen Volk Gottes gesprochen.

Der Auftrag Mutter Angelicas aber geht darüber hinaus. Papst Franziskus hat, wie Sie wissen, ja gleich nach ihrem Tod vor drei Jahren schon zu Ihnen gesagt, dass er sie persönlich schon im Himmel erblicke. Das war noch keine Heiligsprechung. Dennoch deutete der Heilige Vater damit an und darauf hin, dass Gott für jede Not der Kirche auch immer wieder Menschen beruft, die uns in allen Gefahren besonders beistehen.

So hat er in der großen Verwirrung durch den Presbyter Arius in der frühen Kirche Athanasius den Großen erweckt, im Chaos der Völkerwanderung den heiligen Columban, nach der französischen Revolution den heiligen Pfarrer von Ars und so weiter.  Und nur so können wir begreifen, was Mutter Angelicas vom Orden der Klarissen von der Ewigen Anbetung wirklich in Gang setzte, als sie in einer Garage ihres Klosters in Alabama (ohne alle Mittel und gegen alle Wetten) mit dem Aufbau des geistlichen Senders EWTN begann. Denn damit hatte sie damals ja auch der katholischen Kirche in Amerika eine von den Oberhirten unabhängige Medienmacht als quasi „vierter Gewalt“ eingepflanzt, in der gläubige Journalisten jeden Missbrauch ebenso unerschrocken offenlegen wie gefährliche Abwege aufzeigen, auf denen sich manche Hirten heute ebenso zu verirren scheinen wie zu allen Zeiten der Geschichte. Mutter Angelica war eine zölibatäre Nonne, aber mit der Gründung von EWTN hat sie auf entscheidende Weise auch Laien mit in die Steuerung des Boots der Kirche berufen.

Die Herausforderung aber, über Verbrechen und Verirrungen im Innern der Weltkirche unerschrocken und fair zu berichten, erscheint inzwischen schon fast gering im Vergleich zu einer Aufgabe, die Mutter Angelica zur Zeit ihrer Gründung noch kaum ahnen konnte.

Denn jetzt müssen wir ja auch unsere Augen dafür öffnen, wie Verbrecher unter uns bis hinauf in den Kardinalsrang auch die Mutter Kirche selbst vergewaltigt haben. Als ein Opfer ohne Opferschutz, was kaum je erwähnt oder bedauert und betrauert werden darf. Schuld und Sünden sind immer persönlich, bei dieser Schar der Opfer aber hat der Albtraum des Missbrauchs insgesamt auch eine satanische Note.

Lassen Sie mich hier sehr persönlich werden: Ich bin bei allem nötigen Verzicht mit Leib und Seele Priester und liebe meinen Beruf und meine Berufung und erlebe dennoch, wie Priester und der Priesterstand durch dreiste Todsünder unter uns ganz allgemein inzwischen unter Generalverdacht geraten sind. Wer mag heute von mir und meinen Mitbrüdern noch den Glauben an das Heil empfangen wollen, das Gott uns durch seinen Sohn geschenkt hat? In manchen Teilen der Erde wächst eine heimliche Pogromstimmung, in der das aufrichtige Bekenntnis zu unserer Kirche der Heiligen und Sünder und Verbrecher zunehmend Löwenmut verlangt. Hat die Kirche nicht jeden Kredit verloren? Fliehen Katholiken sie nicht zu Recht in Scharen? Die Kirche, wie wir sie kennen, scheint als Vermittlerin des Glaubens, das heißt in einer ihrer vornehmsten Aufgaben, wie kaum je zuvor geschwächt und verwundet. Das Vertrauen in sie fast tödlich verletzt.

So kommt nun auf Sie eine Aufgabe zu, die Mutter Angelica kaum geahnt haben konnte. Denn mit ihrer Gründung von EWTN hat sie den apostolischen Dienst der Verkündigung wie nie zuvor auf die Laien ausgeweitet. In der Krise der Kleriker brauchen alle Priester der Erde Sie mehr als je zuvor in unserer Kirche der Zeugen.

Das heißt, Sie sind nun als katholische Journalisten nicht mehr nur für die harten news zuständig und für eine ebenso schonungslose wie faire Berichterstattung, sondern mehr denn je zuvor auch für den Kern aller good news, für das Evangelium.

Das heißt: heute sind Sie in der Nachfolge Mutter Angelicas mitberufen, die allerwichtigste Nachricht aller Zeiten ganz neu und mit den modernsten Mitteln in Freiheit und zusammen mit dem Lehramt der Kirche zu verbreiten: die Nachricht von der Menschwerdung Gottes als der größten Neuigkeit, die die Welt je gehört und gesehen hat. Dieser Ruf geht in dem Werk Mutter Angelicas heute so an Sie, wie er viele Jahrhunderte unserer Geschichte an bildende Künstler gegangen ist, und an die Dombauhütten, denen wir die großen Kathedralen in den Zentren unserer Städte verdanken und die Bildwunder ihrer Kirchenfenster. Denn heute formen und prägen ja nicht mehr die großen Dome und Gotteshäuser unser Bewusstsein und die Gesellschaft, sondern die Bilder der Medienwelt über ungezählte Smartphones in unseren Händen.

Und noch eins kommt dazu, weil wir ja gerade auch einen revolutionären Umbruch der Sprache erleben, den Mutter Angelica wohl prophetisch geahnt hat. Deshalb hat sie keine neue Zeitschrift gegründet, wie der heilige Maximilian Kolbe es zu seiner Zeit noch getan hätte. Sondern sie gründete ein „Television-Network“, um nach dem Gutenberg-Zeitalter des gedruckten Worts den Glauben der Kirche in der neuen Sprache der bewegten Bilder heute und morgen neu erzählen zu können.

Einen Schutzpatron der Journalisten gibt es ja schon seit langem im heiligen Franz von Sales. In Mutter Angelica aber hat die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche für die digitale Zukunft  nun auch schon eine Prophetin und Apostolin geschenkt bekommen, von der wir außerdem neu lernen können, dass wir immer voll Vertrauen auf ein Wunder hoffen dürfen, gerade und besonders in den dunkelsten Stunden der Geschichte, wie damals in Mexiko, als Amerikas Jungfrau von Guadalupe den heiligen Juan Diego als Mutter der Mutter Kirche in trostloser Zeit mit den Worten tröstete und stärkte: „Höre, und nimm es dir zu Herzen, kleinster meiner Söhne! Da ist nichts, das dich erschrecken soll! Nichts soll dich betrüben und verzagen lassen. Dein Gesicht soll nicht bekümmert sein, und auch nicht dein Herz! Bin ich denn nicht hier – ich deine Mutter? Was ist es, was dir sonst noch fehlt? Nichts soll dich mehr ängstigen und verwirren!“

Amen.

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Quelle

EIN BÜCHLEIN VON DEN ENGELN

DIE BIBEL IN BILDERN Julius Schnorr von Carolsfeld

Nach den Mitteilungen von Ancilla Domini. Herausgegeben von Friedrich Ritter von Lama. (Badenia Verlag Karlsruhe)
Imprimatur: Olomucii, die 16. Decembris 1935, Nr. 20 826, Fr. Joannes Artinu, Vicarius generalis
[Aus dem Besitz von Engelbert Knipprath, Merzenich/Düren (Broschüre 64 Seiten), geschenkt an Paul Schenker, Immaculata-Verlag, 6015 Reußbühl/LU — 9050 Appenzell]

»Magdalena vom Kreuze«

Lebensskizze

Mechtilde Sch., aus deren mystischen Erlebnissen heraus das vorliegende Büchlein entstanden ist, hat der Gebetsvereinigung des seligen Grignion von Monfort angehört und bei ihrer Aufnahme den Namen Magdalena vom Kreuze erhalten. Mit diesem nennt sie sich in ihren Schriften selbst oft, oder sie unterzeichnet einfach als „Ancilla“, seit ihr ihr Seelenführer Pfarrer Fischer diesen Namen gegeben hat, um ihr vorzustellen, daß sie sich in allem als eine Magd des Herrn betrachten solle. Der Schauplatz ihrer Jugend- und Mädchenjahre war München, genauer gesprochen, die Pfarrei St. Ludwig. Von frühester Jugend an ist sie von Gott zu ihrem Berufe als Opferseele großen Stiles erzogen worden, und obwohl sie beständig in der Welt lebte, war sie nur einer verhältnismäßig kleinen Zahl von Mitmenschen ihrem religiösen und mystischen Leben nach bekannt. Von ihren auf Gottes Anordnung nur dem Beichtvater sichtbaren Wundmalen hatte nicht einmal ihr eigener Mann eine Ahnung. In frühester Jugend hatte Gott also ein Erziehungswerk begonnen, denn sie, die ein weiches, liebebedürftiges Kinderherz besaß, wurde von ihrer Mutter gehaßt. Diese, eine Weltdame, ließ es ihr Leben lang das unschuldige Kind fühlen, daß seine Geburt der Mutter beinahe das Leben kostete. Mechtilde mußte sehen, wie alle ihre sieben Geschwister ihr bei jeder Gelegenheit vorgezogen wurden, und als Begründung dieser Zurücksetzung wurde ihr gesagt: „Du hast mir beinahe das Leben gekostet, mach, daß du mir aus den Augen kommst!“ Der Vater dagegen war ein Mann von hoher Bildung und tiefer Religiosität; er wenigstens liebte auch dieses Kind, in dessen Andenken er als Heiliger `fortlebte. Durch seine Gattin war er nahe mit dem seligen Bischof Wittmannn von Regensburg verwandt gewesen.

Die dem Kind von der Mutter zuteilgewordene Behandlung verhärtete zum Glück dessen Herzchen nicht. Als Vierjährige schon empfand sie großes Mitleid mit der weinenden Gottesmutter, deren Bild sie oft betrachtete. Als eines Tages die Mutter ausgegangen war, schleppte sie sich einen Stuhl herbei und wischte dem weinenden Bilde mit einem Spitzentüchlein die Tränen ab. Und siehe da, sie verschwanden. Da sie aber immer wieder erschienen, wischte die kleine Mechtilde sie immer wieder ab, so wehe tat es ihr, die Tränen der Muttergottes sehen zu müssen. Um dieser Tränen willen bat sie einmal den Heiland, er möge einem blinden Bettelkinde doch das Augenlicht wiedergeben, und als sie mit ihrem Tränentüchlein über dessen Augen fuhr, wurden sie sehend. Mit fünf Jahren verzichtete Mechtilde mit einem Akt vollkommener Hingabe an Gott auf jede menschliche Liebe, und von da ab sah sie »ihren Archangelus“, den ihr als besonderen Führer beigegebenen Erzengel. Mechtilde erhielt eine gediegene Ausbildung, sie war wirklich hochgebildet, und wenn sie ihre prachtvolle Altstimme ertönen ließ, blieben die Leute auf der Straße buchstäblich vor dem offenen Fenster stehen, um zu lauschen. Für ihr religiöses Leben dürfte von größter Bedeutung die Wahl ihres Beichtvaters gewesen sein, eines Pater Sch. aus der Redemptoristen-Kongregation. Er muß ein in jeder Hinsicht außerordentlicher und von Gott erleuchteter Seelenführer gewesen sein. Er war streng, und als er erfuhr, daß sein Beichtkind bereits auf außerordentlichen Gnadenwegen wandelte und von seinem Engel geführt wurde, verstand er es, jeden Keim von Stolz und Eigenliebe auszurotten und das Beichtkind in jener Demut zu befestigen, die von der eigenen Armseligkeit ganz durchdrungen ist und an der jede Versuchung zum Hochmut scheitert. Diese außerordentliche demütige Geisteshaltung bricht immer wieder durch, und je größer die Gnaden waren, die Gott über sie ausgoß, desto überzeugter war sie, derselben unwürdig zu sein. Mechtilde war nun bereits „Magdalena vom Kreuze“. Ihre Tagebuchaufzeichnungen beweisen, daß Pater Sch. ihre Leidensmission schon genau kannte, so daß er ihr oft und oft das zunächst Kommende ankünden konnte. Magdalena fühlte sich begreiflicherweise zum Ordensleben hingedrängt, zumal eine ihrer Schwestern bereits den Habit der Dienerinnen Mariens (Servitinnen) trug. Diese Schwester des Herzogspital-Klosters in München galt wegen gewisser mystischer Gnaden als jenes Kind, von dem der heilige Pfarrer von Ars einst den Eltern gesagt hatte, es werde eine Heilige sein. Zweifellos ist aber damit Magdalena vom Kreuze gemeint. Um dies behaupten zu können, ist freilich der volle Einblick in alles erhaltene schriftliche Material, in Tagebücher, Briefe und in die Berichte ihrer späteren geistlichen Kinder notwendig.

Pater Sch. war es, der ihr eines Tages versicherte, daß sie von Gott für den ehelichen Stand bestimmt sei. Daher schloß sie am 7. Mai 1895 die Ehe mit einem Manne, dem sie ihre volle Liebe schenkte, der sich aber nur zu bald unter fremdem Einfluß wandelte und zu einem Charakter entwickelte, für den es schwer ist, den angemessenen Ausdruck zu finden. Er war wirklich ein Tyrann im schlimmsten Sinne des Wortes, der ein diabolisches Vergnügen daran fand, seine Frau bei Tag und Nacht leiblich, moralisch und seelisch zu martern. Seine Rücksichtslosigkeit und Launenhaftigkeit kannte jahrelang keine Grenzen, auch dann nicht, wenn »Magdalena“ als eine Sterbende, versehen — wiederholt! — mit der Letzten Ölung, vor ihm lag. Und dennoch findet sich nach all dem im Jahre 1907 im Tagebuch zum Beispiel das Geständnis gegenüber dem Archangelus: „Meinen Mann liebe ich am meisten auf der Welt.“ In ihrem sechzehnten Lebensjahr war „Magdalena“ mit ihren Eltern nach Regensburg übergesiedelt, und hat dort auch später ihr erstes Ehejahr verlebt. „Einmal, es war im ersten Jahre meiner Ehe“, schreibt sie später, »da war ich in einen Abgrund von Trauer versenkt. Ich kniete mich nieder vor dem Kruzifix und sagte weinend: ,O süßeste Liebe! Der, dem ich mein Herz geschenkt habe nach deinem Willen, hat mich ins Gesicht geschlagen, und ich bin zu Tode betrübt. Ich ertrage es schweigend zu Ehren des dir versetzten Backenstreiches. Aber, liebster Herr, was gibst du mir dafür?‘ Da wurde das Kruzifix lebendig, und eine rührende, ergreifende Stimme sagte mit unendlicher Liebe: ,Meine geliebte Tochter!‘ Da wurde mir das enge Zimmer zur Kapelle, und ich fand keine anderen Worte als: ,O meine gekreuzigte Liebe!‘ Von dieser Stunde an konnte ich alle Beleidigungen und moralischen Mißhandlungen, die mir die Jahre brachten, mit Geduld ertragen und ohne Vorbehalt verzeihen.“ Pater Sch. aber, der kluge Beichtvater, bemerkte, als sie ihm das erzählte: „Kind, wie klein ist dein Glaube und wie schwach deine Liebe, daß der Herr sich solcher Mittel bedienen muß!“

Im Jahre 1898 übernahm ihr Mann einen hohen Verwaltungsposten in Württemberg, mit dem die Übersiedelung nach O. verbunden war. Es war im August. Die seelsorgerischen Verhältnisse in jenem „gottverlassenen Nest“, wie sie es nennt, waren außerordentlich schlimme und „Magdalena“ klagt, daß sich ihr neuer Beichtvater in der Beichte um alles bekümmere,,nur nicht um ihre Seele. Wenn schon Pater Sch., der sonst gewiß keine Gelegenheit unbenützt ließ, „Magdalena“ durch beständige Übung der Abtötung für ihren Kreuzesberuf zu erziehen, ihr geradezu den Befehl erteilte, sich einen anderen Beichtvater zu suchen, dann ist dies mehr als bezeichnend.

Am 1. Januar 1899 schrieb sie an Pater Sch.: „Im Namen Jesu fange ich dieses Jahr an, das mir nach Ihrer Voraussage so schwere zahlreiche Leiden bringen wird.“ Es begann mit der Untreue ihres Mannes, der seine feingebildete Frau einem Weibe unterordnete, dem jede gute Eigenschaft zu mangeln schien. Dazu kam, daß „Magdalenas“ Körperkräfte von ihrem Manne durch Arbeit über alle Maßen ausgenützt wurden, so daß ihr mitunter nur zwei bis drei Stunden Nachtruhe verblieben. Es kam zum vollen körperlichen Zusammenbruch. Sie rang mit dem Tod, den der Arzt nur noch mit letzten Mitteln hinauszuschieben vermochte, und der Ortsseelsorger bekümmerte sich nicht um sie. Monatelang entbehrte sie des Kommunionempfanges; jede Möglichkeit, zu beichten, fehlte. Wohl wurde die gesundheitliche Krise überwunden, aber gesund ist Magdalena nie mehr geworden. Es zeigte sich, daß für sie die Ehe der Weg nach Golgotha sein sollte. Bald nach jener Krise kündigte ihr ein Brief Pater Sch.’s an, die Entschädigung für das Erlittene werde sie „in Gestalt eines guten Beichtvaters erhalten, wenn sie auch anfangs Gottes Gabe nicht erkennen würde. Er werde Johannes heißen“. Der Briefschreiber gibt wiederholt zu erkennen, daß ihm dieser Confessarius im Geiste gezeigt wurde, so daß er seine besonderen Eigenschaften beschreiben konnte. Die Ankündigung erfüllte sich. Pfarrer Fischer erschien unserer Magdalena, von ihrem Archangelus als die „Gabe Gottes“ bezeichnet, als „Deus dedit“ (Gott gab ihn). Später hat dieser einen Mitbruder zu Rate gezogen, um diese große Opferseele ja mit sicherer Hand führen zu können und zugleich in der eigenen Heiligung Fortschritte zu machen. Auch der Name dieses heute noch lebenden Priesters (Prälat R.) ist uns bekannt.

Ich zwinge mich, die Hunderte von Tagebuchseiten zu überschlagen mit ihrer Überfülle von Einzelheiten über Kreuze und Leiden, aber auch über außerordentliche Gnaden und himmlische Tröstungen. Ein besonders schweres Kreuz war für Magdalena ihre Kinderlosigkeit. Dafür schenkte ihr der Herr aber eine große, große Familie geistlicher Kinder, Männer und Frauen, Priester, Laien, Ordenspersonen, die sich ihrer Führung unterstellten und von ihr vorzugsweise auf schriftlichem Weg geführt wurden. Aber auch außerordentliche Mittel, die ihr Gottes Allmacht zur Verfügung stellte, dienten diesem Zweck, zum Beispiel die Gabe der Bilokation. Während ihr Körper im Bette ruhte, holte der Schutzengel sie ab, warf ihr den grauen Mantel über, und dann trat sie ihre Wanderung an. So pflegte sie in langen „Nachtwachen“ während des Krieges in Lazaretten Verwundete an der Westfront, die sie nach ihrer Heimkehr wieder als ihre einstige Pflegerin erkannten. Eines ihrer geistlichen Kinder ist in höchster Gefahr, in eine Todsünde zu willigen; Magdalena kommt zu ihm und macht ihm Vorstellungen, und er — stößt sie zurück und fällt. Doch ich will in dieser Lebensskizze der unerhörten Fülle des Außerordentlichen nicht noch mehr Zugeständnisse machen und in der Diesseitszone bleiben. Hatte Magdalena doch strengen Auftrag von ihrem Archangelus, solange sie lebte, alles Außerordentliche zu verbergen, auch ihre Stigmatisation; denn „wenn Gott ein Geheimnis verschleiere, so solle es auch verschleiert bleiben“. Es ist unglaublich, bis zu welchem Grade ihre Leidensfähigkeit sich mit der Zeit steigerte, und was sie stellvertretend zum Beispiel auch für bestimmte Arme Seelen litt. Und dennoch gesteht sie immer wieder, sie habe noch nicht den Schatten eines Verdienstes vor Gott, sie sei noch immer der personifizierte Hochmut. Nie, schreibt sie, sei sie erhört worden, wenn sie den Herrn um Erleichterung ihrer Leiden gebeten habe; aber ihre Bitten für andere seien immer erhört worden. Immer wieder, wenn ich in diesen Tagebuchblättern lese, wenn ich verfolge, wie der Ehemann mit einer unerhörten Findigkeit immer neue Quälereien für seine Frau, die beständig um seine Bekehrung betete, bereitet hatte, möchte mich der Wunsch packen, daß ich sein Leben beschreibe, um ihn anzuprangern, anstatt mich mit seinem unschuldigen Opfer zu befassen. Aber sie hat ihm die Gnade erwirkt, daß er — nach ihrem Ableben — wenigstens reumütig gestorben ist, und auch jenes Weib, durch das diese Ehe vergiftet wurde, hat sich bekehrt. Es war Ancillas Werk.

Pater Sch. war am 24. März 1906 gestorben; aber der Verkehr mit ihm dauerte ununterbrochen fort. Am 27. Februar 1907 frägt sie „ihren teuren, verewigten geistlichen Vater, Pater Sch., wann sie endlich sterben dürfe. Da sprach er: ,Sobald du noch kleiner, noch mehr Kind geworden bist.“ Jahre vergingen. Am 18. September 1919 schrieb sie an ihre geistliche Tochter M. Hedwig Schnabel im Institut der Englischen Fräulein in Augsburg: „Ich muß Dir gestehen, daß ich so übermüdet bin …“ Am 7. November: „Ich bin sterbenskrank …“ Am 15. November: „Heute nachmittag schlief ich einige Augenblicke ein. Da träumte mir von‘ Pater Sch. Er stand vor mir; mit liebevollem Ausdruck sagte er: ,Bald, geliebte Tochter, bald!‘ ‚Wie soll ich das verstehen?‘ erwiderte ich. Da legte er den Finger auf den Mund und sagte nochmals: ,Bald, geliebte Tochter!‘, und damit war er verschwunden.“ Am 21. November wurde „Magdalena“ (wieder einmal) mit den heiligen Sterbesakramenten versehen, und als Pfarrer Fischer sie bat, eventuell den Tod aus der Hand Gottes ergeben anzunehmen, lächelte sie nur, denn auf diesen Augenblick hatte sie sich längst gefreut. Im Krankenzimmer hing das Kruzifix, das so oft zu ihr gesprochen. Sie gestand nach dem Versehen, daß ihr Inneres von Tröstungen überströme. Es kam der 30. November, ein Sonntag. „Magdalena“ schickte die Pflegeschwester in die Frühmesse und dann noch in Predigt und Hochamt, und während des letzteren starb sie. Ihr Mann war zugegen, und sie konnte noch sagen: „Ich muß sterben“, dann noch einige Atemzüge, und ihre Seele war hinübergegangen; der heilige Andreas, den sie mit so viel Liebe als Kreuzesapostel verehrt hatte, hatte sie heimgeholt. Das Antlitz der Hingeschiedenen nahm den Ausdruck des Glückes und des Friedens an. Majestätische Hoheit umgab die Leiche; mildernst, wie in Betrachtung versunken, lag sie da mit demselben Ausdruck, mit dem man sie stets an der Kommunionbank knien sah. Wenige Tage später wurde die Leiche nach München übergeführt und dort im Waldfriedhof beigesetzt.

Umfangreiche, Jahre umfassende Tagebücher, persönliche Mitteilungen an eine befreundete Seele und viele Briefe, die mir meist im Original vorlagen, sind die Fundgrube, aus der ich die hier gesammelten Perlen zusammengelesen habe. Wer jene war, die sie dort niedergelegt hatte, darüber gab die vorstehende Lebensskizze einige Auskunft. Wenn einstweilen aus bestimmten Gründen noch die Anonymität aufrechterhalten werden muß, so bedauert dies niemand mehr als ich, der Herausgeber. Aber die Rücksicht auf gewisse lebende Personen gebietet es. „Ancilla Domini“ war vor Jahren als junge Frau meiner verstorbenen lieben Mutter nahegetreten; diese war es, welche ihr bei der ersten Begegnung in Regensburg ihre Stigmatisierung vorausgesagt hat. Heute wirkt „Ancilla“ bereits vom Himmel aus manches Gute unter uns, und es wird Zeit, sie allmählich bekanntzumachen. Sie ist ja auch die Verfasserin dieses Büchleins, dessen gesamter Inhalt aus eigenem Erleben geschöpft ist. Nur die Auswahl der einzelnen Teile und ihre Zusammenstellung ist mein Werk.

Gauting, 7. November 1935

Friedrich Ritter von Lama

[Fortsetzung folgt]

Die Mystikerin Maria von Mörl: Eine Südtirolerin mit den Wundmalen Jesu


Von Hans Jakob Bürger

Am 11. Januar 1868 starb Maria von Mörl im Rufe der Heiligkeit. Einen Kalendertag später im Jahr 2019 wird Bischof Ivo Muser als Oberhirte des Bistums Bozen-Brixen am 12. Januar das diözesane Seligsprechungsverfahren beenden. Bei einem diözesanen Seligsprechungsverfahren werden sämtliche biographischen Daten zusammengetragen; ebenso Schriften, Briefe und Aufzeichnungen des Kandidaten, wie auch mündliche und schriftliche Zeugnisse über die betreffende Person.

Sowohl von theologischen als auch historischen Sachverständigen werden die Dokumente gesichtet und deren Echtheit geprüft. Auch werden dabei ihr Inhalt und insbesondere die Glaubwürdigkeit einer gewissenhaften Prüfung unterzogen. Gleichermaßen müssen die Sachverständigen eine Beurteilung über die Persönlichkeit und Frömmigkeit der Kandidatin abgeben. Von ihnen werden noch die Zeugenaussagen über etwaige  Gebetserhörungen aufgenommen. Nach Abschluss dieses Verfahrens, das einige Jahre dauern kann, werden sämtliche Unterlagen nach Rom geschickt, wo sie durch die zuständigen vatikanischen Behörden weiteren Prüfungen unterzogen werden, bevor zuletzt der Papst entscheidet, ob  Maria von Mörl, die „stigmatisierten Jungfrau von Kaltern“, seliggesprochen wird.

Maria von Mörl erblickte in Kaltern in Südtirol, das damals kurzzeitig zu Bayern gehörte (ab 1815 zum Kaiserreich Österreich) am 16. Oktober 1812 das Licht der Welt. Sie hatte acht Geschwister. Obwohl sie seit ihrem fünften Lebensjahr kränklich war, absolvierte sie die damaligen Pflichtjahre in der Schule und erlernte anschließend in Cles am Nonsberg die italienische Sprache. Nach dem Abschluss dieser Studienzeiten starb ihre Mutter bei der Geburt des neunten Kindes. Fortan musste Maria Verantwortung in der Familie übernehmen, insbesondere als Mutterersatz ihrer jüngeren Geschwister.

Maria besuchte täglich die Heilige Messe im nahen Franziskanerkloster. Hier fand sie in Pater Johannes Kapistran Soyer OFM einen frommen und gewissenhaften Beichtvater und geistlichen Führer.  Von ihm wurde sie mit 18 Jahren in den Dritten Orden der Franziskaner aufgenommen. Am Ende dieses Jahres (1830) erkrankte Maria schwer und wird davon zeitlebens nicht mehr gesunden. Nachdem ihr an „Mariä Lichtmess“ 1831 Pater Kapistran die heilige Kommunion gereicht hatte, fiel Maria in Ekstase. Wie ihre Krankheit, so wird dieses Phänomen sie bis in ihre letzten Lebenstage begleiten.

Die Ekstasen haben sich oft wiederholt. Dies hatte zur Folge, dass viele Menschen kamen, um die bald „im Ruf der Heiligkeit“ stehende „Jungfrau von Kaltern“ zu sehen. Heute kaum vorstellbar ist die Tatsache, dass von Ende Juli und bis Mitte September des Jahres 1833 vierzig- bis fünfzigtausend Pilger gezählt worden sein sollen, die eigens wegen Maria nach Kaltern reisten.

Während der Prozession am Fronleichnamsfest 1833 waren einige Personen bei Maria im Zimmer. Schon Monate war sie krank und lag entkräftet da. Plötzlich richtete sich die todesschwache Jungfrau in Blitzesschnelle auf, fiel im Bett auf die Knie. In dieser Haltung blieb sie während der Prozession mit gefalteten Händen und immer wechselnder Neigung des Körpers in Richtung der Prozession. Sichtlich in sich gekehrt, verweilte sie betend.

Am 4. Februar 1834 erhielt Maria, wie der hl. Franz von Assisi und der hl. Pater Pio, die Stigmatisationswunden und trug die Wundmale des Herrn an ihrem Leibe. Maria von Mörl starb in der Nacht des 11. Januar 1868 im Haus der Schwestern des Dritten Franziskanischen Ordens, wo sie seit 1841 gelebt hatte. In deren Kirche wurde Marias sterblichen Überreste aufgebahrt, um danach auf dem von ihr gestifteten Friedhofs von Kaltern beigesetzt zu werden.

Zu jenen, die Maria von Mörl besuchten, gehörten Bischöfe (z.B. aus Passau oder Luxemburg); gekrönte Häupter wie etwa die Kaiserin von Österreich Maria-Anna von Savoyen, sowie Fürsten und Herzöge aus Habsburg und Hohenzollern; Theologen, Fromme und Skeptiker. Auch damals schon wurden die Menschen von unerklärlichen Phänomenen angezogen. Unter den Besuchern befanden sich auch künftige Selige, wie etwa Adolph Kolping, oder die Ordensgründerin der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus in Aachen Klara Fey. Nach seinem Besuch sagte der „Gesellenvater“ Adolph Kolping: „Ja, auch ich kann sagen, ich habe eine Heilige gesehen.“

Aus der Schar der weltlichen Personen, die sich bei Maria von Mörl aufgehalten haben sind vor allem die Publizisten Johann Joseph Görres und Clemens Brentano zu nennen. Sie sind Zeugen der Ereignisse am Krankenbett Marias geworden und haben umfängliche Aufzeichnungen angefertigt. So bezeugt Brentano: „Morgens um neun sahen wir sie in ekstatischem Gebet. Nach Tisch sahen wir sie erwacht; nach zwei Minuten sahen wir sie entzückt, und sie lag wieder auf den Knien. Es war Freitag, und wir sahen sie von 3-4 Uhr im Passionsmitleiden. Sie kniete auch dann. Ich habe nie ernsteres, Erschütternderes gesehen; alle Geduld, Marter und Verlassenheit und Liebe des sterbenden Jesus tritt an ihr hervor mit unaussprechlicher Wahrheit und Würde.“

Der Delegat des Bistums Bozen-Brixen im Seligsprechungsprozess, der Schweizer Franziskaner Gottfried Egger OFM, hat vor zwei Jahren eine kleine Biographie vorgelegt, in der vom Leben Marias berichtet wird und zahlreiche Zeugen zu Wort kommen. Über die Aktualität der Botschaft von Maria von Mörl schreibt Pater Gottfried, dass sie vor allem „ein sichtbares Zeichen für die Existenz Gottes“ sei.

„Die Dienerin Gottes wurde durch die verwandelnde Kraft der Eucharistie ganz in die Menschwerdung und Passion Christi hineingenommen. Krippe, Kreuz und Eucharistie waren für die die Eckpfeiler ihres gelebten franziskanischen Bekenntnisses zum Mensch gewordenen Gott.“

 

Gottfried Egger, Maria von Mörl, ist im Miriam-Verlag erschienen und hat 144 Seiten.

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Quelle

Maria Valtorta — Das wahre Leben von Jesus Christus auf dieser Welt, im Einklang mit der Bibel

Zu Beginn des Jahres 1943 war die seit neun Jahren bettlägerige Maria Valtorta von ihrem Seelenführer Pater Migliorini aufgefordert worden, ihre Lebenserinnerungen niederzuschreiben. Nach anfäng­lichem Zögern hatte sie zugestimmt. Im Bett sitzend, das Schreibheft auf ihren Knien (ihr ganzer Unterkörper war gelähmt), hatte sie in weniger als zwei Monaten in einem Zuge 761 Seiten gefüllt, auf denen sie ein beachtliches literarisches Talent bezeugte und zugleich ihre Seele in schrankenlosem Vertrauen öffnete.

Sie hatte sich gleichsam von ihrer Vergangenheit freigeschrieben, als sie die sieben handgeschriebenen Hefte ihrem Beichtvater anvertraute; in demselben Augenblick begann eine ihr schon bekannte Stimme ihrem Geist eine Seite göttlicher Weisheit zu diktieren; es war das Signal einer unvermuteten Wende. Das war am Karfreitag, dem 23. April 1943.

Maria (Valtorta) hatte daraufhin die getreue Marta ins Vertrauen gezogen und sie zu Pater Migliorini gesandt, der unverzüglich zu ihr kam und sie über den übernatürlichen Ursprung des „Diktats“ beru­higte. Durch diese Billigung hatte er sie auf den Weg zu der erstaun­lichen Aktivität einer mystischen Schriftstellerin gewiesen.

Von da an schrieb sie jahrelang tagtäglich und füllte 122 Hefte, die sich den sieben der Autobiografie anschlossen.

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Außer der Autobiografie, die in einem eigenen Band herausgegeben wurde, sind die Schriften des ersten Jahres in einem Band mit dem Titel DIE HEFTE DES JAHRES 1943 zusammengefasst. Es handelt sich vor allem um Unterweisungen und Lektionen für unsere Zeiten im Blick auf die Endzeiten; sie verweisen auf die göttlichen Gebote, die als der Ausdruck der göttlichen Liebe und der göttlichen Gerech­tigkeit erläutert werden. Weitgehend aus den Heiligen Schriften schöpfend (besonders aus den Propheten- und Weisheitsbüchern des Alten Testamentes und dem Buch der Apokalypse), entwickeln sie Themen der Lehre, feiern die Gestalt der Jungfrau Maria, bezeugen die Mission der „Opferseelen“ und verdeutlichen die tägliche asketi­sche Erfahrung der Schriftstellerin, die auch himmlischer Erscheinun­gen gewürdigt wird.

Im Jahr darauf – 1944 – begann Maria Valtorta das große Werk über das Evangelium niederzuschreiben und musste zwei schmerzliche Erfahrungen durchlaufen: die vierzig Tage der Gottesverlassenheit sowie die acht Monate ihrer Evakuierung aus ihrem Hause wegen der Kriegsereignisse. Die Niederschriften dieses Jahres, mit Ausnahme der Kapitel des Hauptwerkes (Der Gottmensch) bilden den Inhalt des zwei­ten Bandes mit dem Titel DIE HEFTE DES JAHRES 1944. Außer Lektionen über Lehre und Spiritualität enthält er Episoden aus den Evangelien, Szenen über das Martyrium der ersten Christen, Fakten aus dem Leben heiliger Mystiker, Tagebuchseiten über das geistliche Leben und eine autobiografische Chronik sowie persönliche Instruk­tionen und Anweisungen.

Ab dem Jahr 1945 fuhr Maria Valtorta nicht nur fort, das Hauptwerk niederzuschreiben, das sie zu Ende brachte, und das in zehn Bänden unter dem Titel „L’Evangelo come mi è stato rivelato“ (Titel der deutschen Übersetzung: „Der Gottmensch‘), herausgegeben wurde, sondern ver­fasste auch noch zwei weitere Werke: „Das Buch von Asarja“ und die „Lektionen über den Brief des hl. Paulus an die Römer“. Sie unterbrach jedoch während dessen nicht die übrigen Schriften, die zwar andere Themen behandelten, aber auf derselben geistlichen oder biblischen Matrix standen. Es sind weitere Lektionen zur Glaubenslehre, die zur Lebensführung oder zum Trost gewährt werden, und es sind auch per­sönliche Aufzeichnungen, die mitunter als Zeitgeschehen festgehalten werden (wie beispielsweise die Erscheinung der Jungfrau Maria in Tre Fontane in Rom). Mit der asketischen Erfahrung sind die Widerfahr­nisse der ersten als Schreibmaschinenkopien verbreiteten Auszüge des Hauptwerkes über das Evangelium verknüpft, für die unter dem Titel „Randnotizen“ umfassende und tiefgründige Erklärungen als Antwort auf verschiedene Kritiken und Einwände gegeben werden. Aus dem Jahre 1950 datiert schließlich ein Kommentar zu Teilen der Apokalypse. Alle diese übrigen Schriften sind in der chronologischen Reihenfolge ihrer Abfassung in dem letzten Band mit dem Titel DIE HEFTE DER JAHRE 1945-1950 zusammengefasst.

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Am 14. März 1897 von lombardischen Eltern in Caserta geboren, verstarb Maria Valtorta am 12. Oktober 1961 nach 27 und ein halb­jähriger Krankheit in Viareggio. Ihre Werke sind in viele Sprachen übersetzt und verbreiten sich in ununterbrochener Folge.

Die drei Bände der „HEFTE“ enthalten die Schriften mit den tägli­chen Daten ihrer Abfassung und registrieren ab dem Jahr 1944 auch die zugleich erfolgte Abfassung der Kapitel des Hauptwerkes „Das Evangelium, wie es mir geoffenbart wurde“ (deutsch: „Der Gottmensch‘), des „Buches von Asarja“ (*)  und der „Lektionen über den Brief des Apostels Paulus an die Römer“. Sie dokumentieren somit das vollständige schrift­stellerische Schaffen der Valtorta im Anschluss an ihre Autobiografie.
Der Herausgeber

(*) Bemerkung zum „Buch von Asarja“ vom Ersteller dieser Homepage: Der Engel Asarja komentierte Maria Valtorta die Sonntags-Lesungen der Heiligen Messen vom 24. Februar 1946 bis 2. Februar 1947. Diese können im italienisch verfassten Buch „Libro di Azaria“ nachgelesen werden.

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Quelle

Jesus Speaks on the Theory of Evolution (Dictation/Revelation to Maria Valtorta)

For the French version of this video, see: „Jésus parle de la théorie de l’Évolution


For more information about Maria Valtorta and her revelations, please see:
http://www.valtorta.org.au
http://www.bardstown.com/~brchrys/

A Summa and Encyclopedia to Maria Valtorta’s Extraordinary Work:
http://www.valtorta.org.au/Defence/Ma…

The excerpts in the video are taken from the following writings of Maria Valtorta:

The Poem of the Man-God, Volume 2, Chapter 241, p. 548;

The Gospel as Revealed to Me, Volume 4, Chapter 242, pp. 99-100.

The Notebooks: 1943. By Maria Valtorta. Centro Editoriale Valtortiano. ISBN-13: 9788879870320.
Excerpts: August 22, 1943. pp. 261-262.
December 20, 1943, pp. 591-593
October 10, 1943, pp. 364-365

The Notebooks: 1944. By Maria Valtorta. Centro Editoriale Valtortiano. July 14, 1944. p. 435. ISBN-13: 978879870429.

The Notebooks: 1945-1950. By Maria Valtorta. Centro Editoriale Valtortiano. ISBN-13: 9788879870887.
Excerpts: September-November 1950. p. 603
December 7, 1945. p. 121

Lessons on the Epistle of St. Paul to the Romans. By Maria Valtorta. Centro Editoriale Valtortiano. May 21/28, 1948. pp. 135-140. ISBN-13: 9788879871471.

Video Music Credits:
– Chante Alleluia au Seigneur
– Devenez ce que vous recevez, extracts from „Musiques pour prier n°4“ (Communauté de l’Emmanuel), CD available here: http://www.librairie-emmanuel.fr/A-60…
– Sons de la nature vol 4: http://www.deezer.com/album/6728994

JÉSUS PARLE DE LA THÉORIE DE L’ÉVOLUTION (Maria Valtorta)

Extraits du livre « Jésus parle de la théorie de l’évolution » disponible ici : http://www.asonimage.fr/A-4155-jesus-…

Maria Valtorta (1897-1961) est une mystique italienne qui a bénéficié de visions et de dictées de Jésus, faisant de ses écrits une des révélations privées majeures (Pour une première approche de Maria Valtorta : https://lc.cx/qGCx).

Par sa plume, Jésus réfute ici avec des arguments logiques imparables la théorie de l’évolution.

Inventée par Charles Darwin (1809-1882), cette théorie voudrait – entre autre – que les espèces soient toutes issues d’une même cellule, et se soient développées en quelque sorte par leurs propres forces.

Elle n’est en réalité que le paravent d’une idéologie ayant pour but de nier la main de Dieu dans la création en inventant le concept absurde d’ « auto-genèse ».

Il n’est donc pas étonnant qu’elle ait trouvé ses plus fervents défenseurs parmi ceux qui sont catégoriquement opposés à l’idée même d’un Dieu créateur.

Pour les évolutionnistes, nous sommes le fruit du hasard… mais Einstein ne disait-il pas que le hasard, c’est Dieu qui se promène incognito ?

C’est bien Dieu qui nous invite ici, à travers des dictées de son fils unique Jésus à Maria Valtorta, à une promenade en sa compagnie dans les jardins de l’univers, tel un père tenant son enfant par la main pour l’instruire des mystères de la création.

Cette publication contient des extraits de l’œuvre de Maria Valtorta « L’évangile tel qu’il m’a été révélé », des « Cahiers de 1943 », des « Cahiers de 1944 », des « Cahiers de 1945 à 1950 », des « Leçons sur l’Epître de Saint Paul aux Romains » et a été autorisée par la Fondazione Maria Valtorta CEV.

http://www.associationmariavaltorta.fr

http://www.maria-valtorta.org/

Pour approfondir le sujet, „Les lois de l’univers divin“ de Jean-Marcel Gaudreault http://www.lumieresnouvelles.com/ le livre est disponible sur ce lien http://www.asonimage.fr/A-1988-les-lo…

Pour une première approche de Maria Valtorta : https://lc.cx/qGCx

Pour découvrir Maria Valtorta, 3 conférences exceptionnelles :
– Maria Valtorta, un don de Dieu validé par la science
https://youtu.be/1b4RKkh1qNY
– Maria Valtorta : Le don extraordinaire pour notre temps
https://youtu.be/aW2kSK8nYgo
– Maria Valtorta : La meilleure formation pour un prêtre à la pastorale
https://youtu.be/wMr7kYz44qE

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Quelle