Papst Franziskus an die Mitglieder der beiden Schweizer Stiftungen zur Unterstützung der Päpstlichen Schweizergarde

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS
AN DIE STIFTUNGEN, DIE ZUR UNTERSTÜTZUNG DER PÄPSTLICHEN SCHWEIZERGARDE
GEGRÜNDET WURDEN

Konsistoriensaal
Montag, 25. September 2017

Liebe Brüder und Schwestern,

mit Freude heiße ich Sie alle willkommen und begrüße Sie, die Mitglieder der beiden Schweizer Stiftungen, die zur finanziellen, materiellen und technischen Unterstützung der Päpstlichen Schweizergarde gegründet wurden. Ich grüße die Präsidenten Jean Pierre Roth und Pascal Couchepin und danke ihnen für ihre freundlichen Worte an mich. Sie sind anlässlich der offiziellen Einweihung der neuen Kommandozentrale gekommen, zu deren Realisierung Sie großzügig beigetragen haben. Ich danke Ihnen für diesen Besuch am Festtag Ihres Patrons, des heiligen Niklaus von Flüe, dessen 600. Geburtstag dieses Jahr begangen wird. Zugleich möchte ich Ihnen meine Dankbarkeit für Ihre Sorge für den verdienstvollen Korps der Schweizergarde wie auch für die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Kommando der Garde und mit den zuständigen vatikanischen Einrichtungen aussprechen.

Mit der Ausübung Ihrer Tätigkeit bringen Sie den solidarischen Gemeinschaftssinn zum Ausdruck, von dem Präsident Couchepin gesprochen hat und der die Präsenz der Katholiken in der Gesellschaft auszeichnet. Diese Haltung hat ihre Wurzel im Gebot der Nächstenliebe des Evangeliums (vgl. Mk 12,31) und fördert die Überwindung von Differenzen und sozialen Spannungen zwischen den verschiedenen Gruppen. Durch Ihr Werk bezeugen Sie daher auf konkrete Weise die Ideale des Evangeliums, und innerhalb des sozialen Gefüges der Schweiz sind Sie ein Beispiel für Solidarität und Anteilnahme.

Die Nächstenliebe entspricht dem Gebot und dem Vorbild Christi, wenn sie sich auf eine echte Gottesliebe gründet. So ist es dem Christen möglich, durch seine Hingabe die anderen die liebevolle Vorsehung des himmlischen Vaters erfahren zu lassen. Um den Mitmenschen Liebe zu erweisen, ist es notwendig, diese vom Feuer der göttlichen Liebe zu empfangen, und zwar durch das Gebet, das Hören auf das Wort Gottes und die Nahrung der heiligen Eucharistie. Mit diesen geistlichen Quellen ist es möglich, in der Logik der Unentgeltlichkeit und des Dienens tätig zu sein.

Ich danke Ihnen nochmals für alles, was Sie für die jungen Schweizer tun, die sich dazu entschließen, einige Jahre ihres Lebens dem Dienst der Kirche und des Heiligen Stuhls zu widmen. Es ist mir eine willkommene Gelegenheit, noch einmal zu unterstreichen, wie sehr ihre diskrete, fachliche und selbstlose Präsenz geschätzt wird und für den guten Ablauf der Tätigkeiten im Vatikan von Nutzen ist.

Die selige Jungfrau Maria und der heilige Niklaus von Flüe mögen Sie und Ihre Familien beschützen und Sie immer mehr zu Zeugen des Glaubens und der Güte machen. Ihnen, den hier Anwesenden, und allen, die Ihre lobenswerte Tätigkeit zur Unterstützung der Päpstlichen Schweizergarde fördern, wünsche ich, dass Sie Ihr fruchtbares Engagement voll Freude fortsetzen. Ich bitte Sie, für mich zu beten, und erteile Ihnen von Herzen den Apostolischen Segen.

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Siehe außerdem:

Erneuerung aus dem Geist der Mystik

Mystik braucht Stille und Einsamkeit. Das griechisch-orthodoxe Kloster des heiligen Georg in der Wüste von Judäa liegt am Weg des Pilgerprojektes «Zu Fuss nach Jerusalem».

Mystiker und Mystikerinnen sind Menschen, die in einer aussergewöhnlichen Unmittelbarkeit von Gott angerührt werden. Sie haben nicht nur eine persönliche Beziehung zu Gott, sondern erleben seine Gegenwart auch in der Tiefe ihrer Seele. Dieses Wirken Gottes ist Geschenk, nicht verfügbar. Es kann schmerzhaft oder auch sehr freudig erlebt werden. Auf jeden Fall gestaltet es den Menschen von innen her um. Gottes Gegenwart durchwirkt die ganze Person und gestaltet sie Gott gleich. Dabei ist entscheidend, dass sich der Mensch für Gottes Gegenwart bewusst offen hält. Wenn er eine grössere innere Berührung wahrnimmt, braucht er dieser Begegnung Raum und Zeit zu geben. Nur so kann sie sich entfalten. Daher suchen Mystikerinnen und Mystiker immer die Einsamkeit und die Stille. Nur sie erlauben, wirklich nach innen zu hören. So ist das mystische Erleben immer ein Zusammenspiel von Gott und Mensch, ist immer ein Bundesgeschehen, von zwei Bejahungen getragen.

Mystikerinnen und Mystiker suchen immer die Einsamkeit und die Stille.

Bruder Klaus muss schon sehr früh in seinem Leben eine Ahnung von Gottes Berührung gehabt haben. Mitten im Alltag zog er sich immer wieder zurück und suchte die Stille. Er wird herausgerufen aus dem Alltagsgeschehen und schneidet sich selbst ein Stück heraus. Bis es zur grossen Entwurzelung aus seiner Familie und dem öffentlichen Leben kommt. Simone Weil sagt: «Wer sich selbst entwurzelt, sucht tiefere Wirklichkeit.» Immer mehr hat Bruder Klaus die Wirklichkeit Gottes gesucht. Aus Gottes Wirklichkeit hat er einen neuen Blick auf die Wirklichkeit seiner Familie und seiner Gesellschaft erhalten. So ist er zum grossen Ratgeber, Seelsorger und Friedensstifter geworden.

Das mystische Erleben ist immer ein Zusammenspiel von Gott und Mensch, ist immer ein Bundesgeschehen.

Kleine Unterbrechungen im Alltag mit einem Hören nach innen können in jedem Menschen zu mehr Wirklichkeit führen. Kleine und grössere Einsamkeiten, fern von Unterhaltung und Berieselung, von geselligen Anlässen und freundlichen Banden, sind Voraussetzung, damit Gott sich einem Menschen unmittelbar schenken kann. Meister Eckhart meint sogar einmal: «Wer sich ganz für Gott leer gemacht hat, bei dem kann Gott nicht anders, als bei ihm einzutreten.» Der Rückzug des Menschen in Einsamkeit und Stille mag im ersten Augenblick asozial erscheinen. Er führt aber in eine Auseinandersetzung mit sich selbst und öffnet für Gottes Gegenwart. Der innere Raum, der sich bis zur mystischen Erfahrung öffnen kann, ist Ort der Reinigung im Feuer Gottes. Wer sie durchlebt, wird ausgebrannt und erlebt ein «Burn-out» im positiven Sinn: Alles Oberflächliche und Unnötige, aber auch alles Dunkle und Böse wird im göttlichen Feuer vernichtet. So stirbt der innere Schweinehund. Der Mensch
erlebt dies als psychischen und geistigen Tod. Es ist auch ein soziales Absterben. Um diese Radikalität bittet jeder, der mit den Worten von Bruder Klaus betet: «Nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.»

Ein «Burn-out» im positiven Sinn: Alles Oberflächliche und Unnötige, aber auch alles Dunkle und Böse, wird im göttlichen Feuer vernichtet.

Wer aber wirklich in Gott hinein stirbt, wird ganz von Gottes Wirklichkeit erfüllt. Er erlebt Auferstehung am eigenen Leib und wird in Christus, den neuen Menschen, hineingenommen. Das göttliche Feuer der Liebe kann durch ihn wirken. Er predigt nicht mehr sich selbst mit all den eigenen Ungereimtheiten, so gut und ideal sie auch im ersten Augenblick scheinen mögen. Der Mystiker ist transparent und leer für Gott geworden. Gottes Geist spricht dann aus ihm. Die Reinigung des Innern schenkt dem Menschen Ausstrahlung. Die Einsamkeit und Stille erlaubt, einen Standpunkt ausserhalb der Alltagswelt einzunehmen. So nimmt er das Leben wie aus der Vogelperspektive wahr und blickt weiter. Die Bibel spricht hier von der Erhöhung zur Rechten Gottes. Erkenntnis, Weisheit und Rat vermag der aus Geist Geborene zu verbreiten.

Bruder Klaus hat dieses mystische Paradox in wunderbarer Weise gelebt, indem er in den Ranft hinabgestiegen ist: Erniedrigung und Erhöhung, Rückzug in Einsamkeit und Wirken in der Welt für den Frieden. Bruder Klaus zu verehren, in den Ranft zu pilgern und aus seiner Spiritualität zu leben heisst, in diese Logik einzuschwingen. Arbeit für den Frieden im Gesellschaftlichen setzt eben immer auch inneren Frieden voraus. Das ist kein leichter Weg. Er braucht Zeit und Geduld, Innerlichkeit und waches Aushalten des Alltagslebens, wie es ist.

Wer sich auf den Geist der Mystik einlässt, beginnt nämlich an Gottes Abwesenheit in der Welt zu leiden. Die punktuellen und kurzen Erfahrungen von Gottes unmittelbarer Gegenwart sind zwar überwältigend. Doch der Schmerz daran, dass so wenige Menschen Gott in der Welt einen Ort schenken, wird empfunden. Der Mystiker oder die Mystikerin zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er sich mit den Streitigkeiten und Ungerechtigkeiten, den Halbwahrheiten und Verzerrungen im Alltag, kurz: mit dem Alltagswahnsinn nicht abfindet. Er gewöhnt sich nicht an das vom Bösen durchseuchte Leben, wie die meisten Menschen. Sein Inneres hat Gottes Wirklichkeit gekostet, das Gute, Wahre und Schöne. Voll Sehnsucht streckt er sich danach aus. Eine Sprengkraft aus dem Innern entsteht.

Die Abwesenheit Gottes wird aber nicht nur in der Welt erlebt. Auch in der Kirche und in den religiösen Traditionen hat sich viel Allzumenschliches eingeschlichen. Dafür öffnen sich die Augen für den, der auf den Seelengrund absteigt. Oft verdrängt übertriebenes rechtliches oder doktrinäres Denken das Geheimnis der Gegenwart Gottes. Mystiker leiden daher besonders an veräusserlichter Religion. Ritualismus, Halbwissen und Verdrehen der Glaubenssubstanz führen ihn aber nicht aus der Kirche heraus. Das ist zu billig und hilft niemandem. Vielmehr sucht er die Erneuerung des Glaubens von innen her. In den letzten Jahrhunderten wurde in unseren Breitengraden gelernt, dass im Namen Gottes weder Krieg geführt noch Gewalt ausgeübt werden darf. Doch haben wir auch begriffen, dass die Kirche von innen gereinigt werden muss? Es braucht ein Bemühen, aus dem Geist der Mystik die religiöse Tradition neu zu leben. Nur wenn Gefässe für die unmittelbare und tiefe Gegenwart Gottes lebendig gehalten werden, wird das Christentum zum Frieden beitragen. Den Islam und andere Religionen zu kritisieren genügt bei weitem nicht. Es braucht in der Kirche ein Bemühen, aus dem Geist der Mystik die religiöse Tradition neu zu beleben.

Zugang zu mehr Wirklichkeit entsteht aus gelebter Frömmigkeit, Spiritualität und Mystik, die die sognannte linke und rechte Kirchenpolitik unterlaufen. Die Erneuerung kommt aus einem Standpunkt ausserhalb, der gefunden wird an der Quelle des Evangeliums. In Einsamkeit und Stille kann die geistliche Lektüre die Frohbotschaft neu erschliessen. Nicht Apologie und Selbstbehauptung der eigenen Glaubenswahrheit hilft weiter, sondern ein Sich-neu-Ergreifen-lassen von Gott und seinem Geist. Der Geist Christi aber weht, wo er will.

Christian Rutishauser

 

P. Dr. Christian M. Rutishauser SJ, Provinzial der Schweizer Jesuiten, 2001 – 2012 Bildungsleiter im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn, Zentrum für Spiritualität, Dialog und Verantwortung. Exerzitien- und Kontemplationsleiter. Lehraufträge für Jüdische Studien; kirchliche Gremienarbeit für die Beziehung mit dem Judentum;
Pilgerprojekt 2011 «Zu Fuss nach Jerusalem» (Buch im Patmos-Verlag erschienen).

 

Rundbrief des Bruder-Klausen-Bundes

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Ansprache Papst Pius‘ XII. an die Schweizer-Pilger am Freitag 16. Mai 1947

Mit tiefer Ergriffenheit haben Wir gestern Nikolaus von Flüe der Schar der Heiligen beigesellt, und mit tiefer Ergriffenheit habt ihr, geliebte Söhne und Töchter, Landsleute des neuen Heiligen, der erhabenen Handlung beigewohnt. Mit ihr wurde der einzigartigen Gestalt aus dem 15. Jahrhundert, die ihr als die Verkörperung des Besten von dem empfindet, was an gesunder Natur und christlicher Frömmigkeit in eurem Wesen lebt, eine Ehrung zuteil, wie sie höher auf Erden und in der Kirche Christi niemandem widerfahren kann. Uns selbst war es eine grosse Genugtuung, eurem Volke, mit dem Uns so viele angenehme Beziehungen verknüpfen, die Freude der Heiligsprechung dieses echten Schweizers zu bereiten.

Wenn auch das Lob, ein echter Sohn des Schweizer Volks zu sein, im Vollsinn des Wortes ganz gewiss einer stattlichen Reihe eurer um das Vaterland verdienten Männer gebührt, so doch sicher keinem mehr als Nikolaus von Flüe.

Er stammt aus dem Herzen der Eidgenossenschaft, aus einem der Urkantone, einem « gläubigen und frommen Land », wie seine Obwaldner Heimat noch in unserer Zeit ehrend genannt wurde. Den Ruf seines Geschlechts, rechtschaffen und gottesfürchtig zu sein, zurückhaltender Natur, mässig, ganz dem Beruf, der Feldarbeit lebend, umgänglich und immer gewohnt, den Mitmenschen Gutes zu tun, eifrig im Gebet und in Einhaltung der kirchlichen Lebensordnung (Robert Durrer, Bruder Klaus, Die ältesten Quellen über den seligen Nikolaus von Flüe, sein Leben und seinen Einfluss [2 Bände, Samen 1917-1921] B. II, S. 671), diesen Ruf hat jedenfalls Nikolaus vollkommen wahr gemacht: Einen züchtigen, gütigen, einen tugendhaften, frommen und wahrhaften Menschen nennt ihn ein Zeuge, der ihm von seiner frühen Jugend bis zu seinem Abschied von der Welt immer sehr nahe stand (Durrer, B. I, S. 462).

Mit 14 Jahren nimmt Nikolaus an der Landsgemeinde teil (Durrer, B. I, S. XII). Er ist Kriegsmann im Dienst des Vaterlandes und steigt zum Fähnrich, Rottmeister und Hauptmann auf (Durrer, B. I, S. 428). In zwanzigjähriger Ehe mit Dorothea Wyss ersteht ihm eine blühende Familie von zehn Kindern. Heute, in dieser feiervollen Stunde, verdient auch der Name seiner Gattin in Ehren genannt zu werden. Sie hat durch den freiwilligen Verzicht auf den Gemahl, einen Verzicht, der ihr nicht leicht wurde, und durch ihre feinfühlige, echt christliche Haltung in den Jahren der Trennung mitgewirkt, um euch den Retter des Vaterlandes und den Heiligen zu schenken.

Mit Umsicht und Fleiss waltet Nikd1aus des elterlichen Erbes. Er ist ein angesehener Bürger, Ratsherr, Richter und Tagsatzungsgesandter, und dass er nicht Landammann wurde, ist nur an seinem eigenen Widerstreben gescheitert (Durrer, B. I, S. 463; dazu S. XII).

Erst fünfzigjährig zieht er sich zurück von der Welt, von der eigenen Familie und den öffentlichen Geschäften, um noch an die zwanzig Jahre in äusserster Entsagung, in strengster Busse nur dem Verkehr mit Gott zu leben.

Allein gerade in dieser Abgeschiedenheit wird Nikolaus zum grossen Segen für sein Volk. Mehr und mehr kommen sie von nah und fern zu ihm, um sich seinem Gebet zu empfehlen, an seinem Beispiel aufzurichten, von ihm Trost und Rat zu erholen. Bischöfe und Grafen, Beauftragte in Sachen der Eidgenossenschaft wie Gesandte auswärtiger Städte und Mächte suchen bei ihm Antwort, Weisung oder Vermittlung in Fragen des öffentlichen Wohls, des inneren und äusseren Friedens (Durrer, B. I, S. XXV-XXVI, 584-585). In jenen entscheidungsvollen Dezembertagen des Jahres 1481, da der Gegensatz politischer Interessen die Entfremdung zwischen den Land-und Stadtkantonen so sehr vertieft hatte, dass sie in offener Feindschaft und in Bruderkrieg zu enden drohte, in einem Bruderkrieg, der wohl den Untergang der Eidgenossenschaft bedeutet hätte, ist Nikolaus von Flüe, über die engen Grenzen der Kantone hinweg auf das Wohl des Ganzen schauend, durch seinen Rat und die damals schon überirdische Kraft seiner Persönlichkeit der Retter des Vaterlands geworden. Sein Name wird mit dem Stanser Vorkommnis, einem der Eckpfeiler und grossen Marksteine in der Geschichte eurer Heimat, auf immer verbunden bleiben. Bruder Klaus ist nicht zu Unrecht als « der erste eidgenössische Patriot » bezeichnet worden. Er ist ganz einer von euch; er ist euer Heiliger (Durrer, B. I, S. XXIX, 115-170).

Das Vorbild christlicher Tugend und Vollkommenheit, das im hl. Nikolaus aufleuchtet, ist so einfach natürlich, so entzückend schön, inhaltsvoll und vielgestaltig wie der Farbenreichtum einer in ihrer Blumenpracht daliegenden Alpenwiese. Aber nicht der Mannigfaltigkeit seines Vorbilds wollen Wir in dieser Stunde nachgehen. Was Wir aufzeigen möchten, sind bestimmte Brennpunkte im Strahlenfeld seiner Heiligkeit, und zwar jene Brennpunkte, die gleichzeitig die Kraftquellen angeben, aus denen euer Volk in der Vergangenheit seine Stärke geschöpft hat und deren es auch in der Zukunft nicht wird entbehren können. Solcher Brennpunkte glauben Wir drei nennen zu sollen : seine beherrschte Lebensweise, seine Gottesfurcht und sein Beten.

Die Lebensweise des Heiligen ist beherrscht, auf Verzicht und Abtötung eingestellt, nicht nur wenn wir sie mit unseren heutigen Daseinsverhältnissen vergleichen, sondern schon für die viel einfacheren seiner Zeit und seiner Heimat, ganz abgesehen davon, dass man auch damals das Leben zu geniessen wusste. Wo immer ihr Nikolaus betrachten möget, stets ist bei ihm der Geist Herr über den Leib. Diese Beherrschtheit gab auch seinem Aeusseren jene Ehrfurcht weckende Würde und herbe Schönheit, die uns aus seinen Bildern so wohltuend ansprechen. Nikolaus hat früh, schon als Junge, sehr ernst damit begonnen, sich Opfer aufzuerlegen, und er ist darin beharrlich vorangeschritten (Durrer, B. 1, S. 462). Durch sein überaus strenges Leben in der Klause gehört er zu den grossen Büssergestalten der katholischen Kirche, und wenn er in jenen zwanzig Jahren sich ausschliesslich vom Brot der Engel nährte, so war dieses Charisma die Vollendung und der Lohn eines langen Lebens der Selbstbeherrschung und Abtötung aus Liebe zu Christus.

Versteht ihr die Mahnung, die der Heilige durch sein Beispiel an unsere Zeit richtet? Ein wahrhaft christliches Leben ist undenkbar ohne Selbstbeherrschung und Entsagung; aber auch Volksgesundheit und Volkskraft können ihrer auf die Dauer nicht entbehren. In der Strenge der christlichen Lebensordnung liegen zugleich unersetzliche soziale Werte. Sie ist das wirksamste Gegengift gegen die Sittenverderbnis in allen ihren Erscheinungen.

Wenn — gewiss auch auf die Fürbitte des hl. Nikolaus — Gottes barmherzige Vorsehung eure Heimat vor der Verelendung bewahrt hat, wie sie als Folge zweier Weltkriege in grauenvollen Formen über andere Länder gekommen ist, so stattet ihr euren Dank dafür durch grossmütige Werke der Caritas ab; Wir benützen gerne auch diese Gelegenheit, um es anzuerkennen. Erweist euch jedoch darüber hinaus dankbar dadurch, dass ihr im Geist und in der Tat um Christi willen ein einfaches und beherrschtes Leben führt, auch in Wohlhabenheit und Reichtum.

Der Büsser vom Ranft mag einmalig sein. Auch Franz von Assisi war es; aber ganzen Schichten der Christenheit wurde sein heldenhaftes Beispiel zum Ansporn, ihr Erdendasein weniger auf Wohlleben und Macht, als vielmehr auf Sichbescheiden und auf die ewigen Güter auszurichten. Folgt ihr ebenso Nikolaus von Flüe nach! Dann erst könnt ihr in Wahrheit sagen, dass er euer Heiliger ist.

Wo Nikolaus von Flüe uns entgegentritt, ist er der gottesfürchtige Mensch. Auch als Kriegsmann, wie uns seine Kameraden eindrucksvoll berichten (Durrer, B. I, S. 464). Ueber sein Eheleben kann man die Eingangsworte der Eheenzyklika Unseres hochseligen Vorgängers Pius XI., setzen : « Der reinen Ehe Hoheit und Würde ». Von seiner öffentlichen Tätigkeit konnte Nikolaus selbst bezeugen : « Ich war mächtig in Gericht und Rat und in den Regierungsgeschäften meines Vaterlandes. Dennoch erinnere ich mich nicht, mich jemandes so angenommen zu haben, dass ich vom Pfade der Gerechtigkeit abgewichen wäre» (Durrer, B. I, S. 39). « Wer Gott fürchtet, wird ganz gross sein », sagt die Schrift (Judith 16, i9). Das gilt von eurem Heiligen.

Aufstieg und Niedergang der Völker entscheiden sich danach, ob ihr Eheleben und ihre öffentliche Sittlichkeit sich auf der Normallinie der Gottesgebote halten oder unter sie hinuntergleiten.

Klingt nicht auch diese Feststellung wie ein Notruf in unsere Zeit hinein? Die Zahl der guten Christen ist heute nicht gering, die der Helden und Heiligen in der Kirche vielleicht grösser als zuvor. Aber die öffentlichen Verhältnisse sind weithin zerrüttet. Und das ist die Aufgabe der Kinder der Kirche, aller guten Christen, sich dieser Abwärtsbewegung entgegenzustemmen und durch Bekenntnis wie Tat, im Beruf wie in der Handhabung der Bürgerrecte, in Handel und Wandel des täglichen Daseins dem Gebot Gottes und Gesetz Christi wieder den Weg in alle Bereiche des menschlichen Lebens zu bahnen. Christliche, katholische Schweizer! Hier liegt auch eure Aufgabe für euer Vaterland. Führt sie durch im Geist und in der Kraft von Bruder Klaus! Dann erst könnt ihr in Wahrheit sagen, dass er euer Heiliger ist.

Nicolaus von Flüe war endlich ein Mann des Gebetes, sein Leben ein Leben aus dem Glauben. Die Aeusserung, die er in seinem Selbstbekenntnis über den Priester, den « Engel Gottes », und das « heiligste Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi » (ebenda) getan, würde genügen, um zu zeigen, wie erfüllt von katholischen Glauben er war. Es ist bezeichnend, wie gerne er schon seit den Knabenjahren sich zu stundenlanger Versenkung ins Gebet zurückzog. Sein Leben im Ranft war ein Leben der Entsagung, um zur Vereinigung mit Gott zu kommen, das Ruhen in Gott der Sinn dieses Lebens. Auch seine Tat zur Rettung der Eidgenossenschaft Weihnachten 1481 war der Sieg eines Titanen des Gebetes über den Ungeist der Selbstsucht und Zwietracht.

Liegt nicht ein Fingerzeig Gottes darin, wenn Er eurer Heimat einen Volksheiligen schenkt, der so ausgesprochen ein Mann des Gebetes war wie Bruder Klaus? Die Kurve der Zerrüttung des öffentliches Lebens geht parallel mit der Kurve seiner Säkularisierung, seiner Loslösung vom Gottesglauben und Gottesdienst. Solcher Verweltlichung können aber — Land für Land und Volk für Volk — Einhalt tun nur Menschen und Gemeinschaften, die glauben und beten. Deshalb rufen Wir euch zu: « Betet, freie Schweizer, betet! », wie Nikolaus von Flüe gebetet hat. Dann könnt ihr mit Recht und in Wahrheit sagen, dass er euer Heiliger ist.

Schiller lässt im Wilhelm Teil den alten Attinghausen ein Wort sprechen, das ihr in jungen Jahren mit Begeisterung aufgenommen habt, das Wort (2. Aufzug, I. Szene):

Ans Vaterland, ans teure, schliess dich an,
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen!
Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft.

Wenn ihr aber nunmehr fragt, wo im Vaterland die starken Wurzeln eurer Kraft liegen, so lautet die Antwort: sie liegen — nicht allein, aber vor allem anderen — in dem christlichen Unterbau, der das Gemeinwesen, seine Verfassung, seine soziale Ordnung, sein Riecht und seine gesamte Kultur trägt, und dieser christliche Unterbau ist durch nichts zu ersetzen, nicht durch Macht und nicht durch politische Höchstleistung. Die Stürme, die seit Jahren wie ein Weltgericht über die Kontinente dahingehen, haben dies mit Donnerstimme kundgetan. Auf Schweizer Boden hat jener christliche Unterbau in Nikolaus von Flüe Leben und Gestalt gewonnen wie wohl in keinem anderen eures Volkes. Schliesst euch ihm an, dann wird es gut bestellt sein um das Schicksal eures Vaterlandes.

Ihr seid stolz auf eure Freiheit. Ueberseht aber nicht, dass irdische Freiheit nur dann zum Guten ist, wenn sie aufgeht in einer höheren Freiheit, wenn ihr frei seid in Gott, frei euch selbst gegenüber, wenn ihr die Seele frei und offen bewahrt für das Einströmen der Liebe und Gnade Jesu Christi, des Ewigen Lebens, das Er selber ist. Nikolaus von Flüe verkörpert in wundersamer Vollkommenheit den Einklang von irdischer und himmlischer Freiheit. Folgt ihm nach! Er sei euer Vorbild, euer Fürbitter, euer und eures ganzen Volkes hundert- und tausendfältiger Segen.

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Siehe ferner:

Schweiz: Bischöfe erinnern zur Bundesfeier an Bruder Klaus

Bruder Klaus – RV

Wir leben „außenorientiert“, sind in der Welt ständig von Reizen umgeben. Aber macht uns das glücklich? Diese Frage stellt die Schweizer Bischofskonferenz zum Auftakt der Wallfahrt in den Flüeli Ranft, die dem Nationalheiligen der Schweiz gilt. Dort im Flüeli lebte von 1467 bis 1487 Niklas von Flüe, genannt „Bruder Klaus“. In einer Videobotschaft zur schweizerischen Bundesfeier am 1. August erinnert der Weihbischof des Bistums Chur, Marian Eleganti, an den Heiligen, der vor 600 Jahren geboren wurde.

„Ein Aussteiger. Und ein Heiliger. Wohlhabend, Bauer, Familienvater, Politiker; nach eigenen Worten ‚angesehen und mächtig‘. Aber er war auch ein Visionär, ein Gottsucher. Er kannte sie gut, die Welt. Nur zu gut, um sich für immer in ihr einzurichten.“

Deshalb gab Niklaus von Flüe sein weltliches Leben auf und begann ein Leben in der Stille, als Einsiedler im Flüeli-Ranft. Er fastete, betete und wurde zum Ratgeber für zahlreiche Menschen, die ihn auf dem Ranft besuchten und nach Antworten auf ihre spirituellen Fragen suchten. Beim Stanser Verkommnis, einer Übereinkunft zwischen streitenden Stadt- und Landorten, spielte „Bruder Klaus“ eine wichtige Rolle als Friedensstifter.

Schon zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt; später bezogen sich die Reformatoren Zwingli und Bullinger auf die politischen Lehren des Niklaus von Flüe. Katholiken heben eher seine religiöse und mystische Lehre hervor. Während seiner neunzehneinhalb Jahre im Ranft soll er komplett ohne Nahrung ausgekommen sein – das wird als ein Zeichen der Liebe Gottes gewertet.

Für Weihbischof Eleganti können auch Menschen heute viel von Bruder Klaus lernen: „Irgendwie bleibt sich der Mensch gleich – er wird versucht, abgelenkt vom Wesentlichen. Wir hören das nicht so gerne, denn wir lieben die Welt. Trotzdem wahr.“

Sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen, das wahre Freiheit eröffnet – das sind Ziele der Wallfahrt zum Flüeli Ranft, zu der die Bischofskonferenz im Anschluss an ihre nächste ordentliche Vollversammlung einlädt. Der Weg wird am 6. September 2017 um 10.15 Uhr beim Gästehaus Kloster Bethanien in St. Niklausen/Obwalden beginnen und um 11.15 Uhr mit einer öffentlichen Eucharistiefeier im Ranft abschließen.

Im 600. Jahr nach der Geburt des Heiligen finden außerdem Ausstellungen in katholischen und protestantischen Kirchen, Vorträge und szenische Gottesdienste zu Ehren von Niklaus von Flüe statt. Bis September wird auf einer Wiese in St. Niklausen auch ein Visionsgedenkspiel aufgeführt, inspiriert von Bruder Klaus‘ Pilgervision.

(rv 31.07.2017 jm)

Schweiz: „Bruder Klaus ein Kompass auch für heute“

Der Schweizer Nationalheilige Bruder Klaus, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 600. Mal jährt, wurde an diesem Sonntag in Sarnen geehrt. Bundespräsidentin Doris Leuthard hob bei der Gedenkfeier für Niklaus von Flüe vor hunderten Pilgern und Besuchern die Werte des Glaubensmannes hervor. Sie ist überzeugt, Bruder Klaus würde der Gesellschaft auch heute noch guttun.

„Trotz der Abgeschiedenheit im Ranft war er über das wichtige informiert, er genoss der Vertrauen der weltlichen und kirchlichen Würdenträgern genauso wie das des einfachen Mannes und der einfachen Frau, weil er Vertrauen schenkte und Vertrauen nicht missbrauchte. Danach können wir unseren Kompass auch heute ausrichten.“

Niklaus von Flüe lebte von 1417 bis 1487. Er gehörte zum Führungszirkel Obwaldens, verließ aber seine Frau Dorothee und die zehn gemeinsamen Kinder und zog sich als Eremit in Flüeli-Ranft zurück. Die Klause ist heute eine Pilgerstätte.

Historisch verbürgt ist die Rolle von Bruder Klaus als Ratgeber und Vermittler. 1481, am Tag des „Stanser Verkommnis“, vermittelte er im Streit zwischen den Stadtkantonen Zürich und Bern und den Urschweizer Landkantonen.

Papst Johannes Paul II. war 1984 im Flüeli vorbeigekommen. Vor dem Haus des Heiligen und seiner Familie feierte er eine Messe und hielt eine bemerkenswerte Predigt, in der er den Schweizern sagte, Nikolaus von der Flüe erinnere auch an ihre „Verantwortung für den Frieden in der Welt“.

Im Monat März haben wir unsere Radioakademie-Reihe Bruder Klaus und Huldrych Zwingli gewidmet, die als „Schweizermacher“ heute noch einen Einfluss auf die Schweiz haben. Hier können Sie die CD gegen eine Spende bestellen.

(rv/srf 01.05.2017 gs)

Schweiz: Frau des heiligen Nikolaus heiligsprechen!

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Bruder Klaus verlässt seine Frau Dorothee und die Familie

Die Ehefrau des Schweizer Heiligen und Mystikers Bruder Klaus von Flüe, Dorothee, soll nach Wunsch des Bruder-Klausen-Kaplans, Pater Josef Rosenast, heiliggesprochen werden. „Weil Niklaus von Flüe und Dorothee zusammengehören“, begründete er seinen Einsatz. Dorothee habe zehn Kinder großgezogen, als Nikolaus von Flüe den „Ruf Gottes gehört“ und als Einsiedler die Familie verlassen habe. Sie sei „in unserer heutigen Zeit und der zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber Glaubensfragen“ ein Vorbild. Auch wäre es wunderbar, wenn die beiden als „heiliges Paar“ gelten würden, fügte er an. Der Kaplan des Bruder-Klausen-Zentrums werde jedoch nicht aktiv um ein Gesuch bei der Heiligsprechungskongregation in Rom stellen. „Aber wenn ich mal Personen aus dem Vatikan treffe, werde ich meinen Wunsch sicher deponieren“, so Pater Rosenast. „Übrigens hatte Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in der Schweiz (am 14. Juni 1984, Anm. d. Red.) immer von der ,heiligmäßigen´ Dorothee gesprochen“, sagte er abschließend.

Für den Luzerner Kirchenhistoriker Markus Ries stehen die Chancen schlecht, dass Dorothee von Flüe heiliggesprochen werde. Das sagte er der „Luzerner Zeitung“. Voraussetzung für eine Heiligsprechung sei, dass eine Person eine sehr große Verehrung erfahre, wie das etwa bei Mutter Theresa der Fall sei. „Bei Dorothee wird zwar anerkannt, wie groß ihre Bedeutung für Niklaus von Flüe war“, so Markus Ries. Eine weltweite Verehrung erfahre sie aber nicht. „Wenn ganze Pilgerbusse nur wegen Dorothee nach Sachseln kämen, wenn es einen Dorothee-Feiertag gäbe und die Zeitungen eine Sonderausgabe über Dorothee brächten – dann beispielsweise würde sich der Vatikan eine Heiligsprechung überlegen.“

(kath.ch 07.01.2017 mg)

Papst bekam Reliquie des Schweizer Nationalheiligen

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Bischof Vitus Hounder war am vergangenen Samstag beim Papst

Der Churer Bischof Vitus Huonder hat am Samstag Papst Franziskus eine Reliquie des Heiligen Niklaus von Flüe – „Bruder Klaus“ – überreicht. „Der Papst hat sich sehr über das Geschenk gefreut und die Reliquie sogleich geküsst“, teilte Bischofssprecher Giuseppe Gracia auf Anfrage mit. Bei der Reliquie handle es sich um einen Knochen vom Gebein des Heiligen. Dieses habe zum Bestand des Ordinariats gehört, über das der Bischof verfügen könne, so Gracia weiter. Über den Inhalt des Gesprächs dürfe er keine Auskunft geben.

Franziskus empfing Huonder an seinem 80. Geburtstag. Ob es bei einem Gespräch unter vier Augen auch um die Nachfolgeregelung des Bischofs, der im April 75 wird, ging, wollte der Medienbeauftragte der Diözese nicht kommentieren. Die Katholiken der Schweiz begehen im kommenden Jahr ein Bruder-Klaus-Jubiläumsjahr. Niklaus von Flüe wurde 1417 in Flüeli-Ranft geboren. Im Alter von 30 Jahren heiratete er Dorothea Wyss, die halb so alt war wie er. Das Ehepaar hatte zehn Kinder, fünf Jungen und fünf Mädchen. Niklaus von Flüe war Bauer, Ratsherr in Obwalden und Richter seiner Gemeinde.

Nach einer inneren Krise legte er 1467 alle Ämter nieder und verließ seine Familie, um auf Pilgerschaft zu gehen. Der Überlieferung nach geschah dies mit dem Einverständnis seiner Familie. Die Legende erzählt, dass er in Liestal eine Vision hatte, die ihn an seinen Wohnort zurückschickte. Er ließ sich daraufhin in der Ranftschlucht, nur wenige hundert Meter vom Wohnhaus seiner Familie entfernt, nieder. Die Bevölkerung baute ihm hier eine Klause direkt an eine Kapelle.

Der Eremit nannte sich fortan Bruder Klaus und führte ein Leben des Gebets. Er soll sich nur von der Heiligen Kommunion ernährt haben. Menschen von nah und fern suchten seinen Rat. 1481 führte eine durch einen Pfarrer überbrachte Botschaft von Bruder Klaus an eine Ratsversammlung in Stans zum Frieden unter den Eidgenossen.

1487 starb Niklaus von Flüe. Sein Grab befindet sich in der Pfarrkirche in Sachseln. Im Jahr 1947 wurde er heiliggesprochen.

(kap 19.12.2016 pdy)