Papst Johannes Paul II. bei der Generalaudienz am 13. August 1997

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Maria und die Kirche – beide sind Mütter. Beide gehören wesentlich zur christlichen Existenz. Dabei kommt der Mutterschaft Mariens eine besondere Bedeutung zu: Bevor sie ihre mütterliche Funktion gegenüber den Menschen ausübt, ist sie die Mutter des eingeborenen Sohnes Gottes, der Mensch geworden ist. Die Kirche hingegen ist insofern Mutter, als sie auf geistliche Weise Christus in den Gläubigen gebiert. Auf diese Weise stellt die Jungfrau Maria ein Modell für die Mutter Kirche dar.

Die Mutter Maria verleiht der Kirche ein mütterliches Antlitz. Die Mütterlichkeit der Kirche soll sich in jedem Glied des mystischen Leibes zeigen. Die Frömmigkeit der Gläubigen weist darauf hin, wie tief die geistlichen Bande sind, die zwischen der Gottesmutter und dem Leben der Kirche bestehen: die zahlreichen Formen der Marienverehrung und die Wallfahrten zu den verschiedenen Marienheiligtümern erinnern an die Großtaten, die Gott, der Vater, durch die Mutter seines Sohnes wirkt.

Mutter Gottes und Mutter Kirche: Beide gehören also untrennbar zusammen. Beide zeugen von derselben göttlichen Liebe, die sich den Menschen mitteilen will.

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