Die Muslime und Juden, die JESUS nicht als GOTT annehmen, bleiben in der Finsternis

Zitate aus dem Neuen Testament:

„Wer an Mich glaubt, glaubt nicht an Mich, sondern an Den, Der Mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an Mich glaubt, in der Finsternis bleibe.“ (Jo 12,44 f.)

„Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn einer Mein Wort hört, wird er in Ewigkeit den Tod nicht schauen.“ (Jo 8,51)

„Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer Mein Wort hört und Dem glaubt, der Mich gesandt hat, der hat das Ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern geht vom Tode zum Leben über.“ (Jo 5,24)

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und wer im Glauben an Mich lebt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“ (Jo 11,25 f.)

„Wenn ihr nicht glaubt, dass Ich es bin (der Gott, den der Vater gesandt hat), werdet ihr in euren Sünden sterben.“ (Jo 8,24)

„Wer Mich verachtet und Meine Worte nicht annimmt, der hat seinen Richter; das Wort, das Ich verkündet habe, wird ihn am Jüngsten Tage richten.“ (Jo 12,48)

„Das ist der Wille Meines Vaters: jeder, der den Sohn sieht und an Ihn glaubt, soll das Ewige Leben haben.“ (Jo 6,40)

„Das ist das Werk Gottes, dass ihr an Den glaubt, Den Er gesandt hat.“ (Jo 6,29)

Von den „drei großen monotheistischen Religionen“ glaubt nur eine wirklich und wahrhaft an (den) einen Gott, den Schöpfer und Lenker des Alls: die christliche. Die jüdische und islamische „Religion“ glaubt Dem nicht und an Den nicht, der den Sohn, Christus, gesandt hat; deren (bewusst urteilende und wählende) Anhänger verachten den Gott-Menschen und nehmen Seine Worte nicht an; sie bleiben in der Finsternis. Sie hören das Wort Gottes nicht und werden deshalb in ihren Sünden sterben, ins Gericht kommen (werden Rechenschaft für ihr Tun ablegen müssen) und vom ersten Tod zum zweiten Tod übergehen, also in Ewigkeit den Tod schauen.

Mit diesen Gott (das Werk und Wirken Gottes) verachtenden Menschen können die Kinder des Lichtes nicht grundlegend verbunden sein, nicht auf dem Boden der Einheit (der ganzen Menschheitsfamilie) stehen und auch nicht auf sie ausgerichtet sein und friedlich und harmonisch und solidarisch zusammenleben. Sie können die Trennungen, die das Licht von der Finsternis, das Leben vom Tode scheidet nicht „überbrücken“, nicht „heilen“. Sie können „Missverständnisse“ und „Konflikte“ nicht vermeiden, nicht „überwinden“. Denn Gott kann und wird nur die segnen und nur denen Frieden schenken, die Seinen Willen erfüllen und an Den glauben, Den Er gesandt hat.

Paul Otto Schenker

FÜR DEN EINEN GOTT ZEUGNIS ABLEGEN

Für den einen Gott Zeugnis ablegen können nur jene, die den einen Gott (er)kennen und anerkennen und bekennen, die über das geheimnisvolle Geschenk der Selbstoffenbarung Gottes auf solche Weise nachdenken, dass sie Seine Selbstoffenbarung unverfälscht und vollumfänglich mit entschiedenem Glauben annehmen und diesen Glauben auch leben. Die Selbstoffenbarung Gottes beinhaltet nun aber, dass Gott drei-persönlich ist: Vater, Sohn und Heiliger Geist und als Sohn in Jesus Christus bleibend Mensch geworden ist, um alle Menschen über alles zu belehren, was Gott ist, was der dreifaltig-eine Gott ist, was Gott von uns Menschen erwartet und verlangt, damit wir für die Ewigkeit erlöst, gerettet, selig werden. Mit der Mensch-Werdung Gottes ist uns Menschen der eine und einzige WEG gegeben, eröffnet und gewiesen, auf dem wir und über den wir zur WAHRHEIT und zum LEBEN gelangen (können). Wer Jesus Christus als GOTT, als den einen und einzigen MENSCH GEWORDENEN UND EWIG GOTT-MENSCH BLEIBENDEN GOTT ablehnt, verfehlt den einzig möglichen, gangbaren WEG zum EWIGEN HEIL, verkennt, verfehlt DIE WAHRHEIT (das EWIG WÄHRENDE, SEIENDE), verfehlt sein LEBENSZIEL, die EWIGE GLÜCKSELIGKEIT. Wer meint oder wähnt, er könne diesen einen und einzigen Weg umgehen, er könne GOTT (die GOTTHEIT) direkt oder über einen anderen „Weg“, einen anderen „Kanal“, d.h. ohne die Mittlerschaft des SOHNES GOTTES, erreichen, verehren und anbeten, der täuscht sich gewaltig und entsetzlich „selbstmörderisch“. Für ihn gibt es keine „Treue zu dem einen Gott, dem Schöpfer, dem Allerhöchsten“, weil er und insofern er diesen einen Gott wissentlich und willentlich verkennt und verachtet. Ein solcher ist auch kein (geistiger) Sohn Abrahams und kann deshalb auch durch ihn den Segen (der Erlösung, des Heiles) nicht erlangen; denn der Gott Abrahams (Isaaks und Jakobs) ist der Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist und diejenigen und nur diejenigen, die an Ihn glauben, errettet, erlöst (hat).

„Wer an Mich glaubt, glaubt nicht an Mich, sondern an Den, Der Mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit niemand, der an Mich glaubt, in der Finsternis bleibe.“ (Jo 12,44 f.) „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn einer Mein Wort hört, wird er in Ewigkeit den Tod nicht schauen.“ (Jo 8,51) „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer Mein Wort hört und Dem glaubt, der Mich gesandt hat, der hat das Ewige Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern geht vom Tode zum Leben über.“ (Jo 5,24) „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an Mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und wer im Glauben an Mich lebt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“ (Jo 11,25 f.) „Wenn ihr nicht glaubt, dass Ich es bin (den Gott, der Vater gesandt hat), werdet ihr in euren Sünden sterben.“ (Jo 8,24) „Wer Mich verachtet und Meine Worte nicht annimmt, der hat seinen Richter; das Wort, das Ich verkündet habe, wird ihn am Jüngsten Tage richten.“ (Jo 12,48) „Das ist der Wille Meines Vaters: jeder, der den Sohn sieht und an Ihn glaubt, soll das Ewige Leben haben.“ (Jo 6,40) „Das ist das Werk Gottes, dass ihr an Den glaubt, Den Er gesandt hat.“ (Jo 6,29)

Von den „drei großen monotheistischen Religionen“ glaubt nur eine wirklich und wahrhaft an (den) einen Gott, den Schöpfer und Lenker des Alls: die christliche. Die jüdische und islamische „Religion“ glaubt Dem nicht und an Den nicht, der den Sohn, Christus, gesandt hat; deren (bewusst urteilende und wählende) Anhänger verachten den Gott-Menschen und nehmen Seine Worte nicht an; sie bleiben in der Finsternis. Sie hören das Wort Gottes nicht und werden deshalb in ihren Sünden sterben, ins Gericht kommen (werden Rechenschaft für ihr Tun ablegen müssen) und vom ersten Tod zum zweiten Tod übergehen, also in Ewigkeit den Tod schauen. Mit diesen Gott (das Werk und Wirken Gottes) verachtenden Menschen können die Kinder des Lichtes nicht grundlegend verbunden sein, nicht auf dem Boden der Einheit (der ganzen Menschheitsfamilie) stehen und auch nicht auf sie ausgerichtet sein und friedlich und harmonisch und solidarisch zusammenleben. Sie können die Trennungen, die das Licht von der Finsternis, das Leben vom Tode scheidet nicht „überbrücken“, nicht „heilen“. Sie können „Missverständnisse“ und „Konflikte“ nicht vermeiden, nicht „überwinden“. Denn Gott kann und wird nur die segnen und nur denen Frieden schenken, die Seinen Willen erfüllen und an Den glauben, Den Er gesandt hat.

Paul Otto Schenker

(Vor allem an die Muslime:) WER und WAS ist JESUS, der Sohn MARIENS?

JESUS, der geschichtliche Jesus von Nazareth in Galiläa, geboren in Bethlehem in Judäa, der Sohn des Josef und der Maria, ist der Mensch, der alle Menschen, vom ersten bis zum letzten, himmelhoch überragt und „in den Schatten stellt“. Es hat nie einen Menschen vor ihm und nach ihm gegeben, und es wird auch in aller verbleibenden zeitlichen und ewigen Zukunft keinen geben, der ihm „ebenbürtig“ wäre, der sich mit ihm (in irgendeiner Weise) messen, der es „mit ihm aufnehmen“ könnte, der auch nur Ähnliches zu leisten und zu bewirken vermöchte. Er ist der Mensch, der mit seinem Leben, mit seinen Worten, seinen Taten, mit seinen Wundern allen Menschen guten Willens ausgiebig, überreichlich bewiesen hat, dass Er der Vertrauenswürdige, der Glaubwürdige, der Wahrhaftige, der Barmherzige, der Liebende, aber auch der Machtvolle und Vollmächtige, der Gerechte, die höchste Autorität, die letzte und höchste Instanz, die Rettung und das Heil für alle Menschen ist.
Und von diesem Menschen hat auch die Menschheit, haben auch die übrigen Menschen in unübertrefflicher, unüberbietbarer Weise Zeugnis abgelegt. Schon Jahrtausende vor seinem Eintritt in die Geschichte wurde er verheißen, angekündigt und in seinen wichtigsten (ihn von den übrigen, „gewöhnlichen“ Menschen unterscheidenden) Eigenschaften beschrieben. Diese vorherverkündeten (prophezeiten) und die von ihm in seiner Lebenszeit bewiesenen und von allen an ihn echt Glaubenden erfahrenen Eigenschaften beglaubig(t)en und bestätig(t)en JESUS als weit mehr als nur einen Menschen, als Über-Menschen, als über allen Menschen stehenden, als alle überragenden Menschen. Die Menschen, die ihn sahen, hörten, erlebten, auch seine Feinde, mußten einsehen, bekennen und bezeugen: wahrhaftig, dieser muss viel mehr sein als wir, dieser weiß und kann nicht nur mehr als wir, dieser sieht alles, weiß alles, vermag alles. Er muss über-weltlich und vor-weltlich sein. Und aus dieser Erkenntnis zusammen mit den Heiligen Schriften (des auserwählten Volkes Gottes) konnten die über die Voraussagen Orientierten und Unterrichteten schließen: Wahrhaftig, dieser ist DER MESSIAS, GOTTES SOHN!

Sehen wir einmal, was der Artikel über „CHRISTUS“ in Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon oder Encyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hülfswissenschaften. Zweite Auflage, in neuer Bearbeitung, unter Mitwirkung vieler katholischen Gelehrten, begonnen von Joseph Cardinal Hergenröther, fortgesetzt von Dr. Fanz Kaulen, Professor der Theologie zu Bonn. Mit Approbation des Hochw. Herrn Erzbischofs von Freiburg. Dritter Band. Freiburg im Breisgau. Herder’sche Verlagshandlung. 1884″ dazu Gründliches, Fundiertes, Gesichertes, Belegtes und Unvergängliches zu sagen hat:

Das ALTE TESTAMENT bezeichnet den Messias ja auch mit zunehmender Klarheit als wahren Gott und Sohn Gottes. Zu ihm spricht Jehova: Mein Sohn bist du, heute, d.i. ewiglich, habe ich dich gezeugt (Ps. 2,7). Von ihm singt David: Dein Thron, o Gott, steht immer und ewig… Dich, o Gott, hat dein Gott gesalbt (Ps. 44,7 f.). Und: Der Herr hat gesprochen zu meinem Herrn: Sitze zu meiner Rechten (Ps. 109), welches Wort Christus selbst als unwiderleglichen Beweis seiner Gottheit geltend macht (Matth. 22,41 ff. Mark. 12,35 ff. Luk. 20,41 ff.), ebenso Petrus (Apg. 2,33 ff.) und Paulus (1 Kor. 15,25. Hebr. 1,13). Dieses ist nicht nur der Lohn seines Kampfes und seiner Erniedrigung seiner Menschheit nach, sondern auch sein Recht als des vor dem Morgensten aus dem Schoße Jehova’s Gezeugten (Ps. 109; über die Richtigkeit und den Sinn der zuletzt erwähnten Leseart der Vulgata s. Kaulen im Katholik 1865, II, 129 ff.). Hiernach sind auch die Psalmenstellen von dem ewigen Reiche des Messias und der ihm von allen Königen und Völkern gebührenden Anbetung (namentlich Ps. 44 und 71) im eigentlichen und höchsten Sinne zu verstehen. Noch klarer und allseitiger schildern die Propheten die göttliche Person und Natur des Messias. Der Sohn Davids, der Sprosse Jesse’s ist auch der Sprössling Jehova’s (Is. 4,2 ff. Jer. 23,5 ff.), der Aufgang (Zach. 3,8; 6,12) aus der Höhe (Luk. 1,78); der aus der Erde geborene ist auch der vom Himmel herniedergestiegene Erlöser (Is. 45, 8; vgl. Ps. 71,6), dessen Ausgang ist von Anbeginn und von den Tagen der Ewigkeit; der Sohn der Jungfrau ist auch der Emmanuel (Is. 7,14), der Heilige, der Herr der Heerscharen (Is. 54,5); das uns geborene Kindlein ist auch unser Licht, der Herrscher, der Ratgeber, der starke Gott, der Vater der Zukunft, der Friedensfürst, dessen Reich ewig dauert (Is. 9,6), der Knecht Gottes, der für sein Volk und Alle sich Opfernde (Is. 42. 49. 50. 53. 61), ist Gott selbst, der uns zu erlösen kommt (Is. 35,4), Gott, unser König (Is. 52,7), der Gott unseres Heiles (Is. 52, 10; vgl. Ps. 97,3), der Heilige Israels, der Gott der ganzen Erde (Is. 54,5), unser Licht und die Glorie des Herrn (Is. 9,2; vgl. Is. 60,19 ff.), der Gott der Wahrheit und der Richter der Welt (Is. 2,4), Jehova, unsere Gerechtigkeit (Jer. 23,5. 6; vgl. Jer. 33,15), der Allerheiligste (Dan. 9,24; vgl. Dan. 7,9. 13. 14), Jehova, der unter seinem Volke wohnt (Zach. 2,10. 11), der Herr selbst, der zu seinem Tempel kommt (Mal. 3,1 ff.; vgl. Is. 40,5. 9. 10. Matth. 11,10. Mark. 1,2 Luk. 7,27). Dieser im Messias bleibend erschienene, weil menschgewordene Gott und Sohn Gottes ist identisch mit dem Maleach Jehova, in welchem Jehova und welcher Jehova selber ist (Mal. 3,1 f.), mit Jehova von Jehova (Gen. 19,24), mit der unerschaffenen hypostatischen Weisheit, deren Gottheit und Persönlichkeit die Sapientialbücher (insbes. Spr. 8. Weish. 7,9. Ekkli. 24), auf Christus, vorbereitend, schildern.

Im NEUEN TESTAMENT ist die wahre Gottheit und göttliche Persönlichkeit Christi mit der höchsten Klarheit und Bestimmtheit ausgesprochen.
1. Das magnum pietatis Sacramentum (1 Tim. 3,16), an das zu glauben die Grundbedingung des Heiles (Joh. 3,18. 36; 6,47; 8,24. Gal. 2,20), ist die wahre Inkarnation des ewigen Sohnes Gottes des Vaters (1 Joh. 2,23; 4,2). Nicht in einem uneigentlichen Sinne, wie alle Geschöpfe, insbesondere die vernünftigen, vermöge ihrer Erschaffung und ihre natürlichen Gottebenbildlichkeit; nicht in dem höheren Sinne der Adoptivkindschaft aus Gnaden, wie die heiligen Engel (Heb.r 1,4 bis 14), wie Adam im Paradiese (Luk. 3,38), wie die in Christus Wiedergeborenen (Joh. 1,12. 13. 16); nicht im Sinne göttlicher Stellvertretung, wie Richter, Könige, Propheten (Hebr. 1, 1. 2; 3, 5. 6); auch nicht im dem Sinne der bloßen Messianität, wie seit Grotius vielfach von protestantischen Auslegern behauptet wurde: sondern im höchsten, eigentlichen und matphysischen Sinne ist Christus der Sohn des lebendigen Gottes (Matth. 16, 16). Nicht darin, dass Jesus in irgend einem Sinne der Sohn Gottes genannt wird, besteht das Geheimnis des Heiles, sondern darin, dass der Messias im wahren und eigentlichen Sinne der menschgewordene ewige Sohn Gottes ist. Daher war auch das Endbestreben Christi nicht darauf gerichtet, die Menschen vor allem seine Apostel zur Erkenntnis zu bringen, dass er der verheißene Messias, sondern darauf, dass der Messias und somit er selbst der wahre Sohn Gottes sei (Matth. 22,41 ff. Joh. 14,9; 16,30; vgl. 3,12-17), der durch seine Menschwerdung (Phil. 2, 6-8) vom Himmel herabgekommene (Joh. 3,13. 31; 8,23; 6,33 ff.; 16,28), der eigene (Röm. 8,32), der einzige, eingeborene (Joh. 1,14. 18; 3, 16. 18. 1 Joh. 4, 9), der wahre (1 Joh. 5,20), der geliebte, in dem der Vater sich wohlgefällt (Matth. 3,17. Mark. 1,11. Luk. 3,22; vgl. Matth. 17,5. Mark. 9,6. 2 Petr. 1,16. 17. Eph. 1,6. Kol. 1,13).
2. Es drückt also der Name Sohn dasselbe Geheimnis aus, wie der Name Logos, der vor der Schöpfung, von Ewigkeit, bei Gott und Gott selbst war und Fleisch geworden ist (Joh. 1,1 f.; vgl. d. Art. Logos); das absolute Ebenbild des Vaters (Hebr. 1, 2. 3. 2 Kor. 4, 4. Kol. 1,15), dem als solchem die ganze Fülle der Gottheit eigen ist (Kol. 1,19). Er, der als Mensch über Alles gesetzt und um seines Opfertodes willen über Alles erhöht wurde, ist als der wahre Sohn kraft seiner Geburt aus dem Vater der rechtmäßige Erbe und trägt Alles durch das Wort seiner Macht (Hebr. 1,3). Nicht demnach als erstes und höchstes Geschöpf, sondern als der erste und einzig Gezeugte des Vaters und als Schöpfer und Urbild aller Kreaturen ist er das Ebenbild Gottes des Unsichtbaren, der Erstgeborene vor allen Geschöpfen (Kol. 1,15-17).
3. Daher ist Christus nicht in einem abgeleiteten und uneigentliche, sondern im absoluten Sinn der Herr (Jehova), der alleinige Herr (Jud. 4; vgl. 2 Petr. 2,1), der Allherrscher (Offenb. 1,8; vgl. 17,14; 19,16), der Herr der Herrlichkeit (1 Kor. 2,8; vgl. Eph. 1,17), der Herr vom Himmel („der zweite Mensch vom Himmel ist himmlisch“, 1 Kor. 15,47), mit dem Vater und heiligen Geiste der Eine wahre Gott, die Ursache und das Endziel aller Dinge (1 Kor. 4,4-6), der wahre Gott, das Licht und Leben selbst (1 Joh. 5,20; vgl. Joh. 1,4. Apok. 1,17.18. Kol. 3,4. Joh. 1,4.9; 8,12), der große (Tit. 2,13), der hochgelobte Gott (Röm. 9,5; vgl. Joh. 12,37-41. Hebr. 1,8-12).
4. Daher sind ihm eigen a. alle göttlichen Attribute, insbesondere die inkommunikabeln, die Überweltlichkeit (Joh. 1,18; 3,31; 6,63; 8,42; 16,28. Phil. 2,6-8) und Vorweltlichkeit nicht etwa bloß im Sinne ewiger Prädestination, die ihm seiner Menschheit nach zukommt, sondern ewiger realer Präexistenz; die Ewigkeit (Joh. 1,1; 8,58; 17,5. 24. Luk. 10,18; vgl. Hebr. 13,8), das absolute Sein (Offenb. 1,8; 22,13) und Leben (Joh. 5,26); die Unbegreiflichkeit (Matth. 11,27. Luk. 10,22) und das absolute Wissen nicht nur der göttlichen Ratschlüsse (Joh. 3,11. 31f.) und Werke, aller vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen erschaffenen Dinge und Gedanken (Joh. 16,30. Offenb. 2,23. Kol. 2,3), sondern des göttlichen Wesens selbst (Matth. 11,27. Luk. 10,22. Joh. 1,18; 6,46; 7,29; 10,16; vgl. 1 Kor. 2,10. 11); die absolute Heiligkeit, Liebe, Gerechtigkeit, die Allmacht im Reiche der Natur, wie in dem der Übernatur, so dass durch ihn Alles geworden ist und fortbesteht, und Leben und Tod, Begnadigung und Verwerfung, Himmel und Hölle von seinem Willen abhängt (Offenb. 1,18; 3,7). Alles was dem Vater eigen, ist auch ihm eigen (Joh. 16,15; 17,10), und was der Vater wirkt, wirkt der Sohn in gleicher Weise (Joh. 5,17. 19. 21); was ihm als Mensch gegeben, ist ihm eigen als Gott, wie er auch deshalb erhöht ist als Mensch, weil er zuvor herabgestiegen ist als Gott (Joh. 3,13). Demgemäß werden b. ihm auch alle göttlichen Werke, die Schöpfung (Joh. 1,3. Hebr. 1,2. Kol. 1,16. 17. 1 Kor. 8,6), die Erhaltung (Hebr. 1,3. Kol. 1,17), die Werke der Gnade (Joh. 1,16. 17; 14,6; 15,4f.) und Glorie (Joh. 4,13. 14; 10, 28; 17,22), der Erlösung (2 Kor. 5,19) und Vollendung (Eph. 1,10; Phil. 3,21), der Totenerweckung und des Gerichtes, der Allwirksamkeit (Matth. 11,5. Joh. 6,39; 5,22. 17. 19) im wahren und absoluten Sinne zugeschrieben. Demgemäß besitzt er auch c. alle göttlichen Rechte den Kreaturen gegenüber, das Recht auf Glauben (fides divina) (Joh. 3,18. 36; 8,24; 14,1), Hoffnung (Kol. 1,27), Liebe über Alles und um seiner selbst willen (Matth. 10,37. 39. Röm. 8,35 f.), Anbetung (cultus latriae) (Joh. 5,22. 23. Hebr. 1,6. Phil. 2,10. Offenb. 5,11f.), in Einheit mit dem Vater und dem heiligen Geiste.
5. Diese Zeugnisse der heiligen Schrift über die göttliche Natur und Persönlichkeit Christi erhalten ihren Abschluss in den ebenso klaren als präzisen Aussprüchen über sein trinitarisches Verhältnis zum Vater und dem heiligen Geiste, wonach er, weil vom Vater durch ewige Zeugung ausgegangen, persönlich von ihm verschieden und substantiell mit ihm eins, und er selbst in unteilbarer Einheit mit dem Vater das Prinzip des heiligen Geistes ist, die göttlichen Personen aber gegenseitig einander in absoluter Weise innewohnen (vgl. d. Art. Trinität). Die Stellen, welche Antitrinitarier, Arianer, Socinianer, Rationalisten zum Beweise einer substantiellen Subordination des Sohnes unter den Vater missbrauchten, reden, wie namentlich Joh. 14,28, von Christus seiner Menschheit nach.
Die göttliche Natur und Persönlichkeit Christi als des fleischgewordenen Logos war, wie die Zeugnisse der apostolischen und vornicänischen Väter, die Bekenntnisse der Martyrer, die ältesten Liturgien beweisen, der das ganze christliche Leben beseelende und weltüberwindende Glaube der Kirche von Anbeginn. Alle Läugnungen und Entstellunge dieser Wahrheit hat die Kirche als antichristliche (1 Joh. 2,22. 23; 4,3; 2 Joh. 7) Irrlehren verworfen; mochte man nun, wie Ebioniten, Theodotianer, Artemoniten, Paulianer und Photinianer, Christus als bloßen, wenn auch in einziger Weise von der göttlichen Weisheit erleuchteten Menschen, oder mit Gnostikern als die Erscheinung eines aus dem göttlichen Urwesen irgendwie emanierten Aeon, oder mit Sabellianern und Patripassianern, sei es in theistischem, sei es in pantheistischem Sinne, als eine Manifestation des göttlichen Wesens, oder mochte man endlich mit den Arianern den in Christus erschienenen Logos als ein erschaffenes Mittelwesen auffassen, oder in irgend einer anderen Weise die ewige Persönlichkeit des Sohnes und seine Wesensidentität mit Vater und Geist läugnen und irgendwie subordinatianisch lehren. Wenn die Lehrentscheidungen des Nicänums, wie spätere Definitionen, insbesondere die des vierten Laterankonzils, nicht, wie die Lehrentscheidungen gegen Nestorianer, Monophysiten und Monotheleten, zunächst das Inkarnations-, sondern das Trinitäts-Dogma im Auge haben, so sprechen sie doch zugleich auch ersteres aus; denn der Logos, dessen Konsubstantialität und Verhältnis zum Vater und zum heiligen Geist jene Lehrentscheidungen definieren, ist eben der Fleisch gewordene, der aus Maria der Jungfrau geborene, unter Pontius Pilatus gekreuzigte Jesus Christus.

VI. Wie wahrer Gott und Sohn Gottes vermöge seiner göttlichen Natur und Persönlichkeit, ist Christus auch vermöge seiner angenommenen menschlichen Natur wahrer Mensch; denn der Logos, der ewig aus dem Vater gezeugt ist, hat in der Zeit aus Maria, der Jungfrau, eine wahre und vollständige menschliche Natur, d.h. einen von einer vernünftigen Seele beseelten, wahren menschlichen Leib angenommen (Verus homo factus est ex anima rationali et carne compositus, Symbol. Lat. IV). An vielen Stellen nennt die heilige Schrift Christus den Menschensohn, einen Menschen (Joh. 8,40. 1 Tim. 2,5). Das Wort ist Fleisch geworden (Joh. 1,14). In diesem Ausdrucke, der die wahre Menschwerdung bezeugt, ist den Doketen (s. d. Art.) gegenüber die wahre Leiblichkeit Christi besonders hervorgehoben. Christus besitzt einen wahren menschlichen Leib (Joh. 19,38; 20,12. 1 Petr. 2,24) mit Fleisch und Blut (Joh. 6,55. Luk. 22,19. 20), mit allen lieblichen Organen (Matth. 26,7. Mark. 7,33. Luk. 2,21; 7.38. Joh. 8,6; 19,34; 20,27), mit leiblichem Ursprung (factus ex muliere [Gal. 4,4]; ex semine David secundum carnem [Rom. 1,3]), Wachstum, Bedürfnisse und Zustände (Luk. 2,52. Matth. 4,2. Joh. 4,6.7). Er hat wahrhaft in seinem Leibe gelitten, ist wahrhaft durch Trennung des Leibes und der Seele gestorben, ist wahrhaft leiblich auferstanden und hat die Apostel durch Sehen und Betasten von der Wahrheit seines Auferstehungsleibes überzeugt (Luk. 24,39). Ebenso klar bezeugt die Schrift das Vorhandensein der wahren und vollständigen menschlichen Seele in Christus, indem sie ihm die Eigenschaften, Tätigkeiten und Affekte der menschlichen Seele, Freude (Joh. 11,15), Traurigkeit (Joh. 11,33. 35. Matth. 14,34), Unwillen (Matth. 11,21. Joh. 2,14ff.), insbesondere einen wahren menschlichen Intellekt und Willen und deren Tätigkeiten zuschreibt. Dasselbe beweisen alle jene Tugenden und Tugendakte, welche Christus nur seiner menschlichen Seele nach eigen sein können, wie Gehorsam (Joh. 6,38. Luk. 2,49; 22,42), Demut (Matth. 11,29), Ehrfurcht, Anbetung, Bittgebet (Hebr. 5,7). Im Tode hat sich seine Seele, oder, was dasselbe ist, sein Geist vom Leibe geschieden (Matth. 27,50. Luk. 23,46. Joh. 19,30), ist zu den Vätern in die Unterwelt hinabgestiegen und ist vom Leibe bis zur Auferstehung getrennt geblieben.

Paul Otto Schenker

JESUS CHRISTUS IST GOTT UND MENSCH — GOTT-MENSCH

Den einzigen und alleinigen wahren und wirklich existierenden GOTT kann bewusst und überlegt nur erkennen und dann glaubend anerkennen und bekennen, wer das Zeugnis Dessen aufrichtig, ehrlich, unverfälscht und vollumfänglich annimmt, Der allein von diesem Gott wahre, umfassende und tiefste Kenntnis hat(te) und vermitteln konnte: des geschichtlich bestbezeugten JESUS VON NAZARETH. Kein Mensch vor Ihm und keiner nach Ihm hat sich als glaubwürdig und vertrauenswürdig erwiesen wie Er. Jesus überragt alle anderen Menschen (und auch Engel) in jeder Hinsicht himmelhoch. Wer die Schriften derjenigen unvoreingenommen liest und zur Kenntnis nimmt, die als echte, beglaubigte Kenner über Ihn berichtet haben, kommt nicht umhin, Ihn als den mit aller und höchster Autorität ausgestatteten Gesandten Gottes zu den Menschen, als den wichtigsten Propheten, den Wegweiser, den Führer, den einzig und von Urzeiten her verheißenen Messias, den Heilsbringer für alle Welt anzuerkennen.

Dieses Zeugnis nun aber ist so klar, dass es von niemandem auf dieser Welt im Wissen um es und in Kenntnis von ihm zurecht angezweifelt oder bezweifelt werden kann. Und es ist so über alles erhaben und erhoben, dass ihm absolut nicht begründet und zurecht widersprochen werden kann. Wer immer das tut, und gebe er sich auch als Gesandter Gottes und Prophet, als Träger einer himmlischen Botschaft aus, verrät sich selber als Gegner Gottes. Zeitlich vor Jesus gibt es nur echte Gottgesandte, Gottbeauftragte, die ausdrücklich oder einschlussweise auf Jesus (Christus) hingewiesen haben, und nach ihm nur solche, die mit Ihm inhaltlich in allem übereinstimmend und für Ihn und in Seinem Dienste lehren. Auch für alle irdische Zukunft und alle himmlische Ewigkeit kann es nie einen anderen Menschen oder einen Engel geben, der diesem Jesus von Nazareth, dem Sohne der Jungfrau Maria von Nazareth, ohne Gottfeindlichkeit in irgendetwas widersprechen, der befugt Gegenteiliges lehren könnte.

Warum und wie ist dem Kundigen und Einsichtigen die absolut einmalige und höchste Autorität Jesu die allen anderen himmelhoch überlegene? Weil Er, wie kein anderer vor Ihm und nach Ihm, übereinstimmend bezeugt, nachweislich Dinge vollbracht hat, die unnachahmlich waren, sind und für immer sein werden. Niemand sonst hat je aus eigener Macht Tote erweckt, Unheilbare (augenblicklich und vollständig) geheilt, Dämonen ausgetrieben, die verborgenen Gedanken von Menschen mit Genauigkeit offen gelegt, den Naturgewalten (mit einem Befehl) Einhalt geboten, Entferntes, Vergangenes mit Präzision geschildert und Zukünftiges detailliert vorausgesehen und vorausgesagt, das dann auch nachprüfbar so geschehen ist. Niemand außer Ihm ist gestorben und aus eigener Kraft aus seinem Grab zum Leben zurückgekehrt, und dies in verklärtem, vergeistigtem und dennoch berührbarem Leib. Niemand außer Ihm hat nach seinem Tod unter den Lebenden geweilt und gewirkt. Niemand außer Ihm hat mit solchem Wissen und solcher Weisheit und mit solcher Überzeugungs- und Begeisterungskraft, mit solcher Macht und Autorität und Herrlichkeit zeitlos Gültiges gelehrt und bis ans Ende der Welt Bestehendes grundgelegt. Neben Jesus kann es keine Konkurrenten, keine Ebenbürtige, keine Überlegene geben. Nur Ignoranz und Anmassung könnten jemanden glauben lassen, er sei von Gott berufen, Jesus, beziehungsweise Sein Werk und Wirken zu korrigieren, zu ergänzen, zu vervollkommnen.

Jesus ist der unersetzbare Lehrer und Offenbarer über und Wegweiser zu Gott für jeden Menschen, bewusst oder unbewusst. Er allein weiß wirklich vollständig und vollkommen, was Gott ist und wie Er ist und was Er will. Gottbegnadete Boten vor Ihm vermochten nur verhältnismäßig kleine Bruchstücke, nur Ahnungen und Andeutungen davon zu vermitteln. Erst Seine Predigten und Lehren, Sein Wirken und Sein Leben, Leiden und Sterben und Auferstehen und Sein Fortwirken bis zum Ende der Welt in Seiner Heilsanstalt, der Kirche, vermitteln uns Menschen das ganze, umfassende, wahre Bild von Gott.

Und warum das? Weil dieser Mensch Jesus offensichtlich ganz anders verbunden und vereinigt war mit Gott als wir übrigen Menschen. Er hat Dinge gesagt und getan, die kein anderer Mensch sagen und tun konnte und auch nie hätte sagen dürfen. Zum Beispiel Matthäus 10,37: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert.“ Das konnte nur Einer zurecht und ohne verwerflichste Anmaßung von Sich sagen, der über allen Menschen steht, ja der mehr ist als bloßer – wenn auch höchst begnadeter – Mensch, Prophet. Oder Johannes 10,30: „Ich und der Vater sind eins“. Beachten wir hierzu die Reaktion der Juden auf seine Aussage: “Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und weil du als ein Mensch dich selber zu Gott machst” (Johannes 10,33). Die Juden verstanden die Aussage Jesu als einen Anspruch auf Gottheit. In den folgenden Versen korrigiert Jesus keineswegs die Juden mit dem Hinweis: “Ich habe nie behauptet, Gott zu sein.” Das zeigt, dass Jesus wirklich sagte, Gott zu sein, als er aussagte: “Ich und der Vater sind eins”. Oder Johannes 8,58: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Ehe Abraham ward, bin Ich.“ Als ein Mensch wie wir hätte Jesus so etwas niemals von Sich behaupten können! Richtig verstanden sagt hier Jesus: Ich als Gott, als Sohn Gottes, war schon existent, als Abraham ins Leben trat. Man vergleiche dazu Johannes 17,5: „Und nun verherrliche Du, Vater, Mich bei Dir Selbst mit der Herrlichkeit, die Ich bei Dir hatte, ehe die Welt ward.“

Wer nicht an Jesus Christus als GOTT glaubt,
ist ein Ungläubiger!

Nur wer glaubt, dass Jesus Christus Mensch und GOTT ist, und zwar allmächtiger, allwissender, allgegenwärtiger GOTT(-Sohn) vom allmächtigen, allwissenden, allgegenwärtigen GOTT(-Vater), nicht geschaffen, also kein Geschöpf des Schöpfers, sondern eines Wesens mit dem allmächtigen, allwissenden, allgegenwärtigen Vater und dem allmächtigen, allwissenden, allgegenwärtigen Heiligen Geist, als Sohn Gottes vom Vater im Heiligen Geist ewig (ohne Anfang, ohne Ende) gezeugt, als Menschen-Sohn in der [Fülle der] Zeit mit der durch das Wirken des Heiligen Geistes in der Jungfrau Maria gebildeten und von Seiner [zweiten] göttlichen Person angenommenen menschlichen Natur in Seiner [zweiten] göttlichen Person für ewig mit Seiner Gottheit vereinigt, ist vor Gott ein wahrer Glaubender.

Die Muslime nennen alle Nicht-Muslime, also auch die Christen, „Ungläubige“ und behandeln sie auch als solche. Dabei sind sie, genauso wie die Juden, die auch „an den einen Gott“, aber nicht an die Trinität glauben und Jesus die Gottheit (das Gott-Sein) absprechen, wahre Ungläubige!

Nur wer (sofern er das Evangelium urteilsfähig vernommen hat) so an Christus glaubt, wird gerettet werden, wenn er im übrigen die Lehre, die Gebote, den Willen Christi in allem auch gewissenhaft befolgt, und das schließt primär ein: sich im Namen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit taufen lässt und in die Kirche Christi [den Mystischen Leib Christi] eintritt und darin bis an sein Lebensende verharrt.

Matthäus 28, 19-20: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu Meinen Jüngern [zu Gliedern meiner Kirche]; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was Ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ „Data est mihi omnis potestas in caelo et in terra; euntes ergo docete omnes gentes baptizantes eos in nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti; docentes eos servare omnia quaecumque mandavi vobis et ecce ego vobiscum sum omnibus diebus usque ad consummationem saeculi.“

Markus 16,16: [Jesus spricht:] „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“

Matthäus 28,18: [Jesus spricht:] „Mir ist alle Gewalt [alle Macht] gegeben im Himmel und auf Erden [in der Ewigkeit und in der Zeit].“

Matthäus 3,17: [Gott Vater bezeugt:] „Dieser ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich Mein Wohlgefallen habe.“

Matthäus 7,22-26: [Jesus spricht:] „Viele werden an jenem Tage [des Gerichtes] zu Mir sagen: Herr, Herr! [= Mein Gott, mein Gott!]“ – „Wer Meine Worte hört [liest] und sie nicht befolgt“, also den Willen Meines Vaters im Himmel nicht tut, „der gleicht einem törichten Manne, der sein Haus auf Sand gebaut hat… Ihm werde Ich beim Gericht offen erklären: Niemals habe Ich dich gekannt. Weiche von Mir, Übeltäter!“

Lukas 1,35: „Der Engel [der Erzengel Gabriel] antwortete und sprach zu ihr [zur Jungfrau Maria]: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ „Et respondens angelus dixit ei: Spiritus Sanctus superveniet in te et virtus Altissimi obumbrabit tibi ideoque et quod nascetur sanctum vocabitur Filius Dei.“

Matthäus 16,18-19: [Jesus spricht:] „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ „Et ego dico tibi quia tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et portae inferi non praevalebunt adversum eam et tibi dabo claves regni caelorum et quodcumque ligaveris super terram erit ligatum in caelis et quodcumque solveris super terram erit solutum in caelis.“

Johannes 14,26: [Jesus spricht:] „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den Mein Vater senden wird in Meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe.“
Johannes 15,26: [Jesus spricht:] „Wenn aber der Tröster kommen wird, den Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von Mir.“
Johannes 16,7: [Jesus spricht:] „Aber Ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass Ich weggehe. Denn wenn Ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn Ich aber gehe, will Ich Ihn zu euch senden.“

Paul O. Schenker

APPELL AN ALLE NICHT-CHRISTEN

Jeder einzelne Mensch, der in dieses irdische Dasein tritt, hat die Bestimmung und die Berufung, seinen Schöpfer zu erkennen, Ihm und Seinen fürsorglichen, liebenden Weisungen zu gehorchen, Ihn anzunehmen und zu lieben, und dann, so gereift, nach seinem Leibes-Tod, in die ewige Glückseligkeit bei Ihm einzugehen.

Die erste Stufe zur Erkenntnis Gottes ist die (nachdenkliche, unvoreingenommene, kindliche) Betrachtung der sichtbaren Welt: der Natur, der Tiere, der Menschen. Dem vernünftigen Beschauer ist spontan klar: das ist das (harmonische) Werk eines Wesens, das über allem ist. Das kann unmöglich von alleine entstanden sein. Das hat eine höchste Macht geschaffen, die mit Plan, Weisheit und Liebe wirkte. Bis ins kleinste Detail trägt alles die Eigenschaft des Gutseins, der Vollkommenheit. („Seht die Lilien des Feldes… und doch… war Salomon nicht gekleidet wie eine von ihnen!“) Unmöglich, etwas (nach seiner Anlage) Missratenes, etwas „von Grund auf falsch Programmiertes“ zu entdecken. („Und Er sah, dass es (alles) GUT war.“)

Die zweite Stufe, die zur Erkenntnis Gottes führt, ist die Entdeckung der geistigen Seele des Menschen. Ungleich dem Tier hat der Mensch, „Intelligenz“, „Vernunft“. Er kann denken. Er kann lernen, sich erinnern, er kann frei entscheiden. Er kann tun oder lassen. Er kann selber schöpferisch tätig sein.

Die dritte Stufe ist sein natürliches Empfinden, Reagieren. Er hat „Emotionen“. Er stellt fest, dass er – kongruent mit Seinesgleichen – unterscheidet zwischen schön und unschön, angenehm und unangenehm, gut und böse, wahr und unwahr. Er weiß spontan, intuitiv, was Liebe ist und was Hass, und erfährt beides bis in sein Innerstes. Er vernimmt eine „Stimme in seinem Herzen“. Er hat ein Gewissen. Er fühlt seine Sehnsucht nach Erfüllung, nach Vollkommenheit, nach Glück, nach einer nie endenden Seligkeit.

Diese drei Stufen oder Erkenntnisschritte genügen, um den Menschen, jeden Menschen, der nicht Widerstand leistet gegen seine eigenen natürlichen, ihm „in die Wiege gelegten“ Fähigkeiten, um sich überzeugt zu geben: ja, es gibt einen Gott, ein höchstes Wesen, das mich erschaffen hat, damit ich Anteil habe an Seinem Sein. Und diese Überzeugung muss ihn nun suchen lassen nach diesem Gott, nach dem wahren Gott. Er darf sich nicht zufriedengeben mit irgendeiner eigenen, menschlichen „Vorstellung“ und „Einbildung“. Was Gott ist und wie Er ist, kann er nur finden, wenn er dem nachgeht, was dieser (für ihn) noch zu entdeckende Gott über Sich Selber offenbart hat. Er muss unter all den existierenden angeblichen „(mono)theistischen Offenbarungen“ die echte herausfinden. Und dazu hat er natürlicherweise alle Voraussetzungen. Diese behaupteten Offenbarungen sind ihm in unserer Zeit leicht zugänglich. Es gibt deren eigentlich nur zwei: die jüdisch-christliche und die mohammedanische, (wobei sich die letztere auch weitgehend auf die erstere stützt, sie aber total verfälscht). Er kann sie leicht vergleichen. Sie sind widersprüchlich, gegensätzlich. Sie schließen sich gegenseitig aus. In einem Ausscheidungsverfahren kann er aufgrund seines ihm innewohnenden Naturgesetzes zur einzig richtigen religiösen „Weltanschauung“, zur wahren Religion gelangen, zur biblischen.

Die Bibel (das Buch der Bücher) erzählt ihm vom Sein und Wirken dieses Gottes, von Seinen Weisungen und Geboten, von Seinen Belohnungen und Bestrafungen, von Seinen Verheißungen und von Seinem Umgang mit den Menschen und der Menschen mit Ihm von allem Uranfang an, von der Auserwählung und Führung Seines Volkes. Es gibt keine andere „Religion“ auf der ganzen Welt, in der ganzen Menschheitsgeschichte, die zurecht und bewiesen eine Selbstoffenbarung Gottes zu besitzen vorgeben kann.

Die Heiligen Schriften des „Volkes Gottes“, des Volkes, mit dem Gott einen besonderen Bund geschlossen hat, enthalten nun aber viele Aussagen, die auf den kommenden Messias, den künftigen Erlöser hinweisen.

„Es ist Gottes Geist, der das Bild Seines Sohnes, der da kommen soll als Menschensohn, mit deutlichen Zügen, in Wort und Symbol (Typus), hineingeschrieben hat in die Geschichte der Jahrtausende vor Ihm, damit bei Seinem Kommen Israel und alle Völker in Ihm den seit langem Erwarteten und klar Verkündeten mit Bestimmtheit erkennen konnten; es ist die hehre Gestalt Jesu Christi, die ihren Schatten vorauswirft, ehe sie in diese Zeitlichkeit hineintritt.“ (Hettinger Apol. 2,348)

(Wenn ein einzelner Mensch ein Buch voll Weissagungen auf Jesus Christus geschrieben hätte, und Jesus wäre wirklich in der Zeit und in der Weise, wie es vorausgesagt ward, erschienen, so wäre das ein Beweis unendlicher Geisteskraft. Aber hier (bei der Prophezeiung vieler Propheten) erscheint noch viel mehr. Es ist eine Folge von Männern durch viertausend Jahre hindurch, die gleichmäßig und ohne Unterschied einer nach dem andern dieses Ereignis verkünden. – Blaise Pascal)

Das Finden der biblischen Offenbarung führt nun ganz logisch zu diesem Messias. Der Verheißene ist tatsächlich gekommen, „in der Fülle der Zeit“, und hat unter uns Menschen gelebt, gewirkt. Es gibt keinen einzigen Menschen in der bisherigen Menschheitsgeschichte, der wie Er mit solcher Übernatürlichkeit, mit solcher geistiger Kraft und Autorität, mit solcher Macht, ja Allmacht, aber auch mit solcher Sanftmut und Liebe aufgetreten ist. Jesus Christus ist – selbstbezeugt und bezeugt durch seine zuverläßigen Zeitgenossen – die Schlüsselfigur für die Annahme oder Ablehnung des wahren Gottesglaubens. Er erst ist es, der uns GOTT erschließt. ER ist die Gottesoffenbarung in Person. „Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat es uns erzählt.“ (Johannes 1, 18) Erst und nur Jesus Christus vermittelt die richtige, vollständige, vollgültige Interpretation des geschriebenen Wortes Gottes, das vor Seinem Kommen von den Juden festgehalten wurde. Und Jesu Christi „Auslegung“ ist niedergeschrieben in den Heiligen Schriften des Neuen Testament, in den Evangelien und Briefen der Apostel und in der Apokalypse des hl. Johannes. Und sie ist präzisiert und vertieft durch das Wirken des Heiligen Geistes in der Lehre der Kirche Christi. („Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener Geist der Wahrheit kommt, der wird euch alle Wahrheit lehren; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern, was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, euch verkünden. Derselbe wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird von dem Meinigen nehmen, und es euch verkündigen“ Johannes 16, 12-15) Die Kirche Christi aber ist die ununterbrochen seit Jesus Christus nun schon mehr als 2000 Jahre bestehende apostolische, römisch-katholische Kirche mit ihrem Lehr- und Hirtenamt, mit ihren Päpsten, Bischöfen und Priestern und Gläubigen, mit ihren Lehren und Sakramenten! Alle anderen christlichen, re-definierten und re-formierten „Kirchen“ haben nicht die Fülle der Wahrheit und der Gnadenmittel; sie haben nur Reste davon. Sie sind „Ausbrüche“, Abspaltungen und Neugründungen verursacht von einzelnen Menschen, die ihre „Erleuchtungen“ über jene der vielhundertjährigen Kirche setzten. Christ im Vollsinn des Wortes ist nur derjenige, der kein einziges Stück der Pflanzung des Gottessohnes verwirft. Zum „Senfkorn“, das er in die Erde gesenkt hat, damit es aufgehe und wachse, gehört nicht nur das Wurzelwerk und der Stamm, sondern auch die Krone des Baumes mit ihren Blüten und Früchten. Zum Wort der Heiligen Schrift gehört unverzichtbar die vom Heiligen Geist gewollte, inspirierte, mit aller erforderlichen Autorität ausgerüstete Auslegung und Anwendung des geschriebenen Wortes. Das reformatorische Prinzip oder Dogma: „Sola Scriptura“ ist grundfalsch und un-biblisch und deshalb unheil-voll.

Ach, wenn doch auch du erkannt hättest, was dir zum Heile dient… (vgl. Lukas 19, 41-44)

Paul O. Schenker

CHRISTUS: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen …“

BENEDIKT XVI.

ANGELUS

Apostolischer Palast, Castelgandolfo
Sonntag, 19. August 2007

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Evangelium des heutigen Sonntags ist ein Ausdruck Jesu zu finden, der unsere Aufmerksamkeit jedes Mal auf sich zieht und es erfordert, gut verstanden zu werden. Während er unterwegs nach Jerusalem ist, wo ihn der Tod am Kreuz erwartet, vertraut Christus seinen Jüngern an: »Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung.« Und er fügt hinzu: »Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter« (Lk 12,51–53). Jeder, der das Evangelium Christi wenigstens etwas kennt, weiß, daß es Botschaft des Friedens schlechthin ist; Jesus selbst, wie der hl. Paulus schreibt, »ist unser Friede« (Eph 2,14), gestorben und auferstanden, um die Mauer der Feindschaft niederzureißen und das Reich Gottes, der Liebe, Freude und Friede ist, beginnen zu lassen. Wie sind also diese Worte zu erklären? Worauf bezieht sich der Herr, wenn er in der Version des Lukas sagt, daß er gekommen ist, um die »Spaltung« zu bringen, oder – laut Matthäus – das »Schwert« (Mt 10,34)?

Diese Wendung Christi bedeutet, daß der Friede, den zu bringen er gekommen ist, nicht gleichbedeutend mit einfacher Abwesenheit von Konflikten ist. Im Gegenteil, der Friede Jesu Christi ist Ergebnis eines ständigen Kampfes gegen das Böse. Der Kampf, den durchzustehen Jesus entschlossen ist, ist nicht ein Kampf gegen Menschen oder menschliche Mächte, sondern gegen den Feind Gottes und des Menschen, Satan. Wer diesem Feind widerstehen will und dabei Gott und dem Guten treu bleibt, muß notwendigerweise Verständnislosigkeiten und manchmal richtiggehenden Verfolgungen entgegentreten. All diejenigen, die beabsichtigen, Jesus nachzufolgen und sich kompromißlos für die Wahrheit einzusetzen, müssen deshalb wissen, daß sie Widerständen begegnen werden und gegen ihren Willen Zeichen der Spaltung unter den Menschen, sogar innerhalb ihrer Familien, sein werden. Die Liebe gegenüber den Eltern ist nämlich ein heiliges Gebot; um aber echt gelebt zu werden, darf sie nie der Liebe zu Gott und zu Christus vorangestellt werden. Auf diese Weise werden die Christen auf den Spuren von Jesus, dem Herrn, nach dem berühmten Wort des hl. Franziskus von Assisi zu »Werkzeugen des Friedens«. Nicht eines haltlosen und scheinbaren, sondern eines wirklichen Friedens, der mutvoll und hartnäckig bei den täglichen Aufgaben angestrebt wird, das Böse mit dem Guten zu besiegen (vgl. Röm 12,21), und für den man persönlich den Preis bezahlt, den dies erfordert.

Die Jungfrau Maria, Königin des Friedens, hat bis zum Martyrium der Seele den Kampf ihres Sohnes Jesus gegen das Böse geteilt und teilt ihn weiter bis zum Ende der Zeiten. Bitten wir um ihre mütterliche Fürsprache, damit sie uns helfe, immer Zeugen des Friedens Christi zu sein und dabei nie mit dem Bösen einen Kompromiß einzugehen.

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‚Weil Gott in tiefster Nacht erschien‘: Weihnachtspredigt von Kardinal Koch

Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten von Matthias Stomer Foto: Wikimedia / Paris Orlando (CC BY-SA 4.0)

Zur Eucharistiefeier in der Heiligen Nacht in der Kirche des Campo Santo Teutonico am 24. Dezember 2018 hat Kardinal Kurt Koch diese Predigt gehalten:

Es ist ein alter und schöner Brauch, dass wir uns zum Weihnachtsgottesdienst in der Nacht oder an ihrem Beginn einfinden. An diesem Brauch lässt sich ablesen, dass wir Christen offensichtlich die Nacht gern haben. Die Nacht ist uns sogar heilig und geweiht. Sie ist Weih-Nacht. Mit diesem Ehrentitel bezeichnen wir jene Nacht, in der Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, auf unserer Erde erschienen, Mensch geworden und geboren ist. In dieser Nacht feiern wir den Eintritt Gottes in die Weltnacht von uns Menschen.

Gottes Licht in der Nacht der Menschen

Heilige Nacht – Weihnacht! Die Feier der Weih-Nacht mutet uns nichts weniger zu als dies, dass wir uns der Nacht stellen: der Nacht in unserem eigenen Leben, der Nacht in der gegenwärtigen Welt und der Nacht auch in der Kirche heute. Wir Christen sind zwar nicht – und hoffentlich – Menschen, die die Nacht herbeireden. Wir sind aber auch nicht – und hoffentlich – Menschen, die der Nacht ausweichen und sie verdrängen. Wir stellen uns vielmehr der Nacht und setzen uns ihr aus. Denn wir wissen genau, dass, wenn wir die Nacht aus unserem Leben verdrängen, die Weih-Nacht bloss noch eine Worthülse wäre. Die Nacht steckt nun einmal im Wort Weih-Nacht; und wie die Nacht im Wort steckt, so steckt sie auch in den Herzen von uns Menschen und nagt in ihrer ganzen Abgründigkeit und Gefährlichkeit  an unserem Leben. Die Nacht ist ein urmenschliches Zeichen für die Dunkelheit im menschlichen Leben und für die Finsternis in der Geschichte der Welt. Nacht heisst Angst und Not; Nacht heisst Armut und Sinnlosigkeit; und Nacht heisst schliesslich Leiden und Sterben.

Als Zeichen für die Nacht im Leben von uns Menschen und in den Geschicken der Welt treffen wir uns zur Feier der Heiligen Weihnacht am Beginn der Nacht. Weihnachten feiern braucht Mut, sich der Nacht zu stellen. Weihnachten ruft Erinnerungen an die Nachtseiten des menschlichen Lebens wach. Weihnachten erinnert an schlaflose Nächte, die vor lauter Sorge, Kummer oder Trauer nicht enden wollten. Und Weihnachten macht uns bewusst, dass auch unser Glaube manchmal Nachtwanderungen kennt.

Sich in dieser Weise der Nacht zu stellen, dies wäre freilich ein furchtbar trostloses und letztlich tristes Unterfangen, wenn mit der Nacht nicht auch eine frohe Verheissung verbunden wäre. Die Verheissung, die uns in der Weih-Nacht zuteil wird, besagt, dass in den Nächten unseres Lebens ein Licht aufgegangen ist, das die Finsternis erhellt. Dieses Licht ist bereits aufgeleuchtet im Volk Israel, wie es uns der alttestamentliche Prophet Jesaja verkündet: „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht“ (9, 1), und zwar vor allem deshalb, weil ihm ein Kind geboren und ein Sohn geschenkt ist. Dieses Licht ist deshalb vollends aufgestrahlt in der Krippe in Bethlehem in jenem Kind, in dem Gott selbst Mensch geworden ist. In diesem Kind in der Krippe ist uns mitten in der Nacht unseres Lebens ein Licht, das Licht schlechthin aufgeleuchtet.

Erst diese Verheissung macht Weihnachten wirklich zur Weih-Nacht. Erst hier leuchtet auch der tiefste Grund auf, dass wir Christen die Nacht gern haben und geradezu in die Nacht verliebt sind. Denn uns ist der Glaube geschenkt, dass der Gottessohn in der Lebensnacht von uns Menschen zur Welt gekommen ist und sich uns als unser Lebenslicht schenkt. Der Sohn Gottes hat bei uns Menschen nicht bei Tageslicht bloss hinein geschaut, um sich alsbald von uns wieder zu verabschieden. Nein, er hat uns in der dunklen Nacht aufgesucht und heimgesucht, um die Nacht mit uns zu teilen und um in unsere Nacht hinein sein Licht zu bringen. Das ist das schöne Geheimnis der Heiligen Weih-Nacht: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen“, kann unsere menschliche Lebensnacht nicht traurig und nicht endlos sein. Mit seinem Licht hat Gott vielmehr der Nacht im Leben von uns Menschen und in der Welt ein heilsames Ende bereitet.

Licht, das den menschlichen Lebensraum erfüllt

Um uns in das Geheimnis der Heiligen Weih-Nacht zu vertiefen und in diesem Geheimnis heimisch werden zu können, eignet sich eine Geschichte, die die Menschen auf den Philippinen zu erzählen pflegen[1]: Ein König, der zwei Söhne hatte, beschloss im Laufe der Zeit, einen der beiden Söhne zu seinem Nachfolger zu bestellen. Um besser entscheiden zu können, welchen von beiden er mit der Nachfolge betrauen kann, gab er jedem fünf Silberstücke in die Hand und erteilte ihnen den Auftrag, sie sollten bis zum Abend mit diesem Geld die leere Schlosshalle füllen. Dabei vermerkte er eigens, dass es in ihrer Entscheidung liege, wie sie den Auftrag erfüllen wollen.

Der ältere Sohn machte sich sofort auf den Weg. Er kam an einem Feld vorbei, auf dem gerade Zuckerrohr geerntet und ausgepresst wurde. Als er das leere Zuckerrohr zuhauf am Feldrand liegen sah, dachte er sich, damit könne er die Schlosshalle leicht auffüllen. Schnell wurde er mit den Arbeitern handelseinig; und diese schafften für die fünf Silberstücke das ausgepresste Zuckerrohr in die Schlosshalle. Als sie voll war, ging der ältere Sohn in zuversichtlicher Freude zu seinem Vater und berichtete ihm, er habe die ihm gestellte Aufgabe erfüllt und der Vater solle ihn jetzt zu seinem Nachfolger ernennen. Der Vater jedoch antwortete: „Noch ist nicht Abend. Ich werde warten.“

Als die Dämmerung über das Land hereingebrochen war, kam auch der jüngere Sohn zurück. Er sah, dass die Schlosshalle mit Zuckerrohr aufgefüllt war, und gab die Anweisung, man solle das leere Stroh wegschaffen. Nachdem dies geschehen war, stellte er mitten in die Schlosshalle eine Kerze und zündete sie an. Das Licht der Kerze erfüllte den ganzen Raum und drang bis in den letzten Winkel vor. Als der Vater sah, dass das Licht der Kerze die ganze Schlosshalle erfüllt hatte, sagte er zu seinem jüngeren Sohn: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat alle fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du aber hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht  und dabei die Halle mit Licht gefüllt. Du hast sie mit dem erfüllt, was die Menschen wirklich brauchen.“

Der Unterschied zwischen den beiden Söhnen könnte gar nicht grösser sein. Der Unterschied ist sogar so gross, dass er uns an den Unterschied zwischen dem Handeln Gottes und dem Handeln von uns Menschen erinnert. Handeln wir Menschen nicht oft genau so wie der ältere Sohn und geben uns alle erdenkliche Mühe, auch und gerade an Weihnachten, die Schlosshalle unseres Lebens mit allem Möglichen aufzufüllen? Ist unsere eigene Schlosshalle oft nicht voll von Terminen und Agenden, von Plänen und Programmen? Ist unser Herz nicht mit allen möglichen Dingen besetzt, und haben wir nicht oft genug auch unseren Kopf voll? Kommen wir uns nicht manchmal selbst gleichsam wie „besetztes Gebiet“ vor? Und wenn wir die besetzte Dunkelkammer unseres Herzens ans Tageslicht bringen, müssen wir dann ehrlicherweise nicht entdecken, dass darin auch viel Stroh ist, das uns zwar ausfüllt, aber gerade deshalb noch lange nicht erfüllt? Gleichen wir Menschen nicht oft dem älteren Sohn, der die Schlosshalle  mit ausgepresstem Zuckerrohr auffüllt? Auch unser Leben ist dann zwar aufgefüllt, aber nicht erfüllt.

Die Heilige Weihnacht lädt uns ein, auf Christus, den Sohn des himmlischen Vaters, zu schauen. In ihm dürfen wir den jüngeren Sohn in der philippinischen Geschichte wiedererkennen. Denn er füllt unser Herz mit nichts anderem als mit seinem Licht, das die Schlosshalle unseres Lebens bis in den letzten Winkel zu erfüllen vermag. Er erfüllt sie mit dem, was wir Menschen wirklich brauchen. Denn er ist gekommen, um uns zu besuchen als das „aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“ (Lk 1, 78-79).

Jesus Christus als Gnaden-Licht in Person

Unser menschliches Leben gleicht oft einer leeren und dunklen Schlosshalle, die darauf wartet, gefüllt zu werden. Die Heilige Weihnacht erfüllt sie mit jenem Licht, das im Kind in der Krippe von Gott her in unsere Welt gekommen ist. Von diesem Licht gilt erst recht, was in der philippinischen Geschichte der Vater zu seinem jüngeren Sohn sagt: „Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und die Schlosshalle dabei mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem erfüllt, was die Menschen brauchen.“ In der Tat brauchen wir Menschen dringend das Licht, das von Gott kommt. Und das Licht, das Christus selbst ist, können wir nicht kaufen, und es kostet nichts; es ist vielmehr gratis, reine Gnade.

Die Heilige Weihnacht verkündet uns, dass in Jesus Christus die Gnade Gottes erschienen ist, „um alle Menschen zu retten“ (Titus 2, 11). Denn Jesus Christus ist in Person die gnädige Zuwendung Gottes zu uns Menschen, er selbst ist die Gnade Gottes. Wer an Weihnachten dem Kind in der Krippe in Bethlehem begegnet, begegnet Gott selbst. In diesem Kind ist Gott selbst gegenwärtig, und in ihm ist erfahrbar, dass letztlich alles Gnade ist.

An Weihnachten wird uns die Gegenwart Gottes als sein Licht geschenkt. Die Feier der Weihnacht setzt deshalb unsere Bereitschaft voraus, dass wir Menschen, die wir wie der ältere Sohn in der philippinischen Geschichte die Schlosshalle unseres Lebens immer wieder mit allem Möglichen aufzufüllen versuchen, es dem jüngeren Sohn, dem Sohn Gottes, erlauben, dieses alles Mögliche auch als „leeres Stroh“ auszuräumen und stattdessen seine Kerze in die Schlosshalle zu stellen. Christus will in dieser Heiligen Nacht auch unseren Lebensraum mit seinem Licht der Gnade erfüllen. Er kommt vom Licht der Gnade Gottes her und ist selbst das Licht der Welt. Er ist „Licht vom Licht“ und deshalb „wahrer Gott vom wahren Gott“, wie wir es im Grossen Glaubensbekenntnis ausdrücken. Dieses Licht dürfen wir empfangen vom Glanz des Herrn, der den Engel, der in der Weihnachtsgeschichte des Lukas die frohe Botschaft verkündet, umstrahlt (Lk 2, 9).

Öffnen wir in dieser Nacht die dunkle Schlosshalle unseres Lebens für Christus, damit er sie mit seinem Licht bis in die letzten Winkel hinein erfüllen kann. Dann geht uns vollends auf, dass wir Christen mit bestem Recht die Nacht gern haben dürfen. Sie ist uns Heilige Nacht, Geweihte Nacht, Weih-Nacht. Denn sie ist jene Nacht, in die hinein uns Jesus Christus geboren ist als das Licht, das in der Finsternis der Nacht leuchtet. Mitten in der Nacht der Menschen  – das ewige Licht Gottes: Dies ist die wahrhaft Frohe Botschaft von Weihnachten, deren Freude und Trost ich Ihnen von Herzen wünsche: Gesegnete und lichtvolle Weih-Nacht!

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[1]  Vgl. F. Kamphaus, Zwischen Nacht und Tag. Österliche Inspirationen (Freiburg i. Br. 1998) 50.

Der Schweizer Kardinal Kurt Koch ist Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Der ehemalige Bischof von Basel hat über 60 Bücher und Schriften verfasst, darunter Mut des Glaubens (1979) und Eucharistie (2005). (Foto: Paul Badde / EWTN).

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