Ein heiliger Traum: Die Göttliche Liturgie vor dem heiligen Schweißtuch von Manoppello

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Das Antlitz des Erlösers im Blick: Die Göttliche Liturgie in Manoppello am 18. September 2016. Foto: CNA/Daniel Ibanez

Von Paul Badde / Die Tagespost

Es war ein einziges Wort, das für die Spaltung der Ost- und Westkirchen entscheidend wurde. Das war, als die Bischöfe des Westgotenreichs im Mai 581 im Konzil von Toledo dem damals 200 Jahre alten katholischen Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa-Konstantinopel  das lateinische Wort „filioque“ hinzufügten. Das heißt auf deutsch: „und dem Sohn“. Seitdem beten die Christen des Westens in ihrem Credo: „wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht“, wo es bis heute in den Ostkirchen in der alten Fassung weiter heißt: „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervor geht“. Dogmatischen Rang erhielt der Zusatz des Sohnes im Westen zuerst unter Papst Benedikt VIII. und dann noch einmal im Jahr 1215, als die Entfremdung zwischen Ost und West schon sehr weit gediehen war.

Doch im Grunde war es dieses eine und einzige Wort, das zum Stolper- und Meilenstein im Prozess der Spaltung zwischen der Ost- und Westkirche wurde. Abertausende höchst gelehrte Worte haben diese Spaltung danach und später nur vertieft und konnten sie nie heilen.

Und nun hat am 18. September 2016 ein einziges Bild die Ost- und Westkirche unterhalb des Radars aller Nachrichtenkanäle auf eine Weise zusammengeführt wie vielleicht noch nie zuvor. Das war, als an diesem Sonntag 70 orthodoxe Bischöfe mit zwei Kardinälen und etlichen römisch-katholischen Bischöfen und Geistlichen in dem Abruzzenstädtchen Manoppello die Göttliche Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos vor dem Schleierbild des „Heiligen Gesichts“ gefeiert haben, das dort über 300 Jahre lang in einer Seitenkapelle der Michaelskirche verborgen wurde, bis es  im Jahr 1923 nach dem großen Erdbeben von 1915 erstmals  in einem neu errichteten Aufbau über dem Hauptaltar öffentlich ausgestellt wurde, wo es seitdem Tag für Tag verehrt werden kann.

Zehn Jahre nach dem Besuch Papst Benedikt XVI. am 1. September 2006 in diesem Heiligtum war jetzt der Besuch dieser gemischten orthodoxen Synode mit ihren lateinischen Brüdern das bedeutendste Ereignis im Prozess der Wiederentdeckung dieser geheimnisvollen Urikone Christi, die in Konstantinopel lange als „Hagion Mandylion“ verehrt wurde, nachher in Rom  als „Sanctissimum Sudarium“ galt,  bevor der Schleier  dort auch noch „Sancta Veronica Ierosolymitana“ genannt wurde.

Jetzt waren es Metropoliten und Bischöfe des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel (aus Finnland, Estland, Kreta, Patmos, Malta, Großbritannien, Amerika, Australien,  dem Exarchat  der Philippinen, aus Europa und vom Berg Athos) und Patriarchen, Metropoliten und Erzbischöfe  von Alexandria ,  Antiochia, Damaskus, Jerusalem, der autonomen Kirche vom Berg Sinai,  und den orthodoxen Kirchen Rußlands,  Georgiens, Serbiens, Zyperns, Rumäniens, Griechenlands Polens, Albaniens, Tschechiens und der Slovakei, die vor das heilige Antlitz traten und Eucharistie feierten. Nur die bulgarische Kirche hatte keinen Vertreter geschickt. Die Wechselgesänge der wundervollen Liturgie waren in Italienisch, Russisch, Griechisch, Englisch, Rumänisch und Französisch. Metropolit Job Getcha von Telmessos, der dem Gottesdienst  als Vertreter des ökumenischen Patriarchen Bartholomäus aus Konstantinopel vorstand, rühmte in seiner Homilie auf Englisch das „nicht-von-Menschenhand-geschaffene Abbild Christi“ von Manoppello, das nach einigen Gelehrten mit dem Soudarion aus dem Auferstehungsevangelium des Johannes identisch sei, während  eine andere Tradition daran festhalte, dass  eine gewisse Veronika mit diesem Schleier das Gesicht Jesu auf dessen Kreuzweg abgewischt habe, auch wenn sie nicht in den kanonischen  Evangelien, sondern nur in den apokryphen „Pilatus-Akten“ erwähnt werde.

Erzbischof Bruno Forte aus dem nahen Chieti weiß, dass sich in dem Schleier weder Blutspuren noch irgendwelche Farbreste finden lassen. Jetzt war es seine Idee und Initiative gewesen, die Bischöfe vor das Antlitz Christi zu führen, das er gern als  „Polarstern der Christenheit“ rühmt. Er hat die Gruppe nach Manoppello eingeladen und den Teilnehmern im Reisebus von seinem Bischofsitz in Chieti bis zu dem Heiligtum eine gelehrte Einführung in das Schleierbild Christi gegeben.

In Chieti hatten alle Pilger zuvor als Teilnehmer in der 14. Vollversammlung einer gemischten Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen Katholiken und Orthodoxen teilgenommen und ein Dokument mit dem Titel „Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verständnis von Synodalität und Primat im Dienst an der Einheit der Kirche“ diskutiert. Es war eine Debatte, die in der vorangegangenen Plenarsitzung in der jordanischen Haupstadt Amman 2014 begonnen hatte und  2015 in Rom weitergeführt worden war. Die Kommission ist das offizielle Organ des theologischen Dialoges zwischen Katholiken und Orthodoxen. Sie wurde 1979 gegründet und vereint 14 autokephale orthodoxe Kirchen, die jeweils von zwei Theologen vertreten werden, die meist Bischöfe sind, sowie verschiedene katholische Vertreter. Und nun folgte dieselbe Gruppe quasi auf einem synodalen Pilgerweg also jenem ersten spektakulären Schritt auf das Gesicht Christi zu, den Benedikt XVI. vor zehn Jahren gegen viele Widerstände als erster Papst nach über 400 Jahren unternommen hatte.

Dessen Nachfolger Papst Franziskus hat danach – am 30. November 2014 auf dem Rückflug von Istanbul nach Rom – den mitreisenden Journalisten erklärt: „Vorsicht: die Kirche hat kein eigenes Licht. Sie muss auf Jesus Christus schauen! Auf diesem Weg müssen wir mutig vorangehen.“  Und auf diesem Weg wurde die Göttliche Liturgie vor dem Göttlichen Gesicht an diesem Sonntag nun zu einem Meilenstein der Versöhnung auf dem Weg zur Einheit. Schwerer Regen war angekündigt. Doch es fielen schließlich nur einige Tropfen.

„Beten Sie für die Christen im Nahen Osten, wenn Sie vor dem Volto Santo beten. Sie haben es unsagbar schwer, “ sagte ein orientalischer Bischof nach dem Schlusssegen der deutschen Schwester Petra-Maria Steiner, die in Manoppello  viele Pilger in das Geheimnis vom Licht dieses Lichtbilds einführt. Zuvor hatte Anatoliy Grytskiv, der Protopresbyter von Chieti, zum Abschluss der Feier in einer leidenschaftlichen Bilanz auf italienisch noch das „Wunder“ dieser Begegnung gepriesen.

Und wie geht es nun weiter? „Wir haben heute der Barmherzigkeit Gottes ins Gesicht geschaut“, sagte Kurienkardinal Koch nach der Feier zuversichtlich gegenüber CNA vor dem Hauptportal der Basilika. „Wohl nur im Blick auf das Antlitz des Erlösers kann Einheit entstehen. Aber es bleibt gewiss schwer. Denn es ist ja wie bei einer Scheidung, wenn man sich lange auseinandergelebt hat. Auch da ist es schwer, wieder zusammen zu kommen. Hier aber stehen tausend Jahre Trennung zwischen uns.“

„Ja, aber zum Glück heißt es in der Heiligen Schrift: Tausend Jahre sind vor Gott wie ein Tag,“ kommentierte Schwester Petra-Maria die nüchterne Skepsis des Kardinals mit einem Lächeln. „Vielleicht beginnt ja jetzt der neue Tag der Einheit. Bei Gott ist doch nichts unmöglich. Vielleicht haben wir heute das Morgenrot dieses neuen Tages gesehen. So hauchdünn und zart das Volto Santo ist, so zart ist jetzt auch dieser neue Anfang, aus dem das Neue kommen kann.“

Wäre es so, hätte das Bild Christi an diesem Sonntag jenen Abgrund tatsächlich kurz überbrückt, den unzählig viele Worte zwischen Ost und West aus dem Urgrund der Christenheit als einen Grand Canyon herausgespült haben wie ein urzeitlicher Fluss.

In der Tiefe aber greift dieses heilige „Schweißtuch“ ja vielleicht auch noch heilend in den uralten“ Filioquestreit“ um das erste Wort der Trennung ein. Denn wenn der Schleier, wie Johannes schreibt, im Grab Christi auf dem Gesicht des Herrn gelegen hat, muss es ja auch den ersten Atemzug des Auferstandenen aufgenommen haben, als der heilige Geist Gottes Jesus Christus von den Toten auferweckte – als jener Geist, der Herr ist und lebendig macht und der aus dem Vater und dem Sohn hervor geht.

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Quelle

„Das Gesicht der Liebe“ — Erzbischof Gänswein über das „heimgekehrte“ Tuch Christi

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Angesicht zu Angesicht: Erzbischof Gänswein segnet die Gläubigen mit dem „Gesicht der Barmherzigkeit“, dem Abbild des Schleiers von Manoppello, in der Kirche Santo Spirito am 16. Januar 2016. Foto: CNA/Daniel Ibanez

Der Schleier von Manoppello ist für kurze Zeit in Rom — Er zeigt das menschgewordene Antlitz der Barmherzigkeit — Dokumentation der Predigt von Erzbischof Georg Gänswein

„Wir alle sind auf der Suche nach dem Antlitz unseres Herrn, um in ihm einen Weg für unser Leben zu finden“, sagte Papst Benedikt XVI bei seinem Besuch in Manoppello im Jahr 2006. Heute, zehn Jahre später, ist das Antlitz Christi zurück in Rom, das seit dem Fall Roms im Jahr 1527 in einem Kapuzinerkloster in den Abruzzen aufbewahrt wird.

Begleitet von einer großen Zahl an Pilgern ist das Schweißtuch der Veronika am gestrigen Samstag vom Petersdom zur Kirche Santo Spirito getragen worden; genauer: eine in einem früheren Rahmen des Originals gefassten und im Laser-Verfahren erstellte, maßstabgetreue Kopie des kostbaren Schleiers, der in der ganzen katholischen Welt auch verehrt wird als „Volto Santo”: Das Schweißtuch Veronikas, in dem das wahre Gesicht Gottes auf Erden zu sehen ist.

Wie der wohl weltweit führende Experte zu diesem Thema, Paul Badde, im Interview mit CNA erklärte, ist Veronika nicht unbedingt wörtlich als Name einer Person zu verstehen. Vielmehr handelt es sich bei diesem wunderbaren Schleier um

„ein einzigartig transparentes Tuchbild Christi, das im Lauf der Geschichte viele Namen hatte. Darunter ist der Name Veronika gewissermaßen eine Allegorie, die sich aus den lateinisch-griechischen Bestandteilen Vera Ikon (Wahres Bild) zusammensetzt.”

Das Gesicht der Barmherzigkeit

Bemerkenswert ist nicht nur der heilige Schleier selbst, der weder Farbe noch Blut enthält, wie Badde erklärt, sondern auch seine Geschichte. Schon vor 800 Jahren trugen es ein Papst als Vultus Misericordiae, also als „Gesicht der Barmherzigkeit” an den Ort eines der ältesten Krankenhäuser der Welt: Dem Santo Spirito. Neben den Kranken lud er noch 1000 Arme ein.

In diese Kirche des Heiligen Geistes ist die VERA IKON nun für 30 Stunden zurückgegekehrt. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein feierte die Vigilmesse und erklärte dabei auch die Bewandtnis des heutigen Tages im liturgischen Kalender zu diesem historischen Anlass.

CNA Deutsch dokumentiert die Predigt von Erzbischof Gänswein in voller Länge.

„Omnis terra“ heißt dieser Sonntag nach den Worten des 65. Psalms am Beginn dieser heiligen Messe: „Omnis terra adoret te, Deus, et psallat tibi!“ Auf deutsch: „Die ganze Erde bete Dich an, o Gott, und singe Dir Loblieder!“ So hieß dieser Sonntag auch schon vor 800 Jahren. Und auch damals schon wurde wie heute in allen katholischen Kirchen das Evangelium von der Hochzeit von Kana verlesen.  Seitdem sind Weltreiche untergegangen und wie Herbstlaub verweht. 92 Päpste hat die Kirche danach gesehen. Gewaltige Revolutionen und Kriege haben Europa erschüttert, fatale Spaltungen die Christenheit zerrissen. Da scheint die Ruhe fast ein Wunder, mit der wir in der Liturgie dieses Sonntags heute immer noch wie damals singen: Jubelt Gott, alle Lande!

In diesem Jubel erinnern wir heute aber auch noch daran, dass Papst Innozenz III. vor 808 Jahren hier erstmals das heilige Schweißtuch Christi von Sankt Peter nach Santo Spirito tragen ließ. Es war der heilige Schleier, der uns das „menschliche Gesicht Gottes“ zeigt, von dem Papst Benedikt XVI. nicht müde wurde zu sprechen – oder das „lebendige Gesicht vom Erbarmen des Vaters“,  dem Papst Franziskus nun dieses Jubeljahr gewidmet hat.  Und gleich damals schon, im  Januar des Jahres 1208,  wurde dieses göttliche Gesicht hier in dieser Kirche mit dem tätigen Erbarmen der Menschen verknüpft, die der heilige Johannes Paul II. 1994 dem „göttlichen Erbarmen“ geweiht hat, in Verehrung der heiligen Faustyna Kowalska , deren Reliquien wir hier verehren.  Der Papst aus Polen war auch ein Seher, wie wir heute hier noch einmal mehr erfahren.

Vor 808 Jahren nämlich, bei dieser allerersten Prozession, ließ Papst Innozenz III. das heilige Bild eben nicht zu den Adligen Roms hintragen, sondern zu den kranken Pilgern und den Armen der Stadt, deren wichtigstes Haus schon damals dieses Ospedale Santo Spirito war. Und er verfügte, dass der päpstliche Almosenverwalter an jeden der 300 Kranken und an 1000 eingeladene Arme aus der ganzen Stadt, die der Zeremonie beiwohnten, aus dem Schatz der Opfergaben für Sankt Peter je drei Denare aushändigen sollte: einen für Brot, einen für Wein und einen für Fleisch. Auch knüpfte  er große Ablässe an den Besuch des „Wahren Bildes“ und an diese Prozession.. Es war praktisch eine Vorwegnahme der Heiligen Jahre, die erst später,  unter Papst Bonifaz VIII im Jahr 1300, in Rom eingeführt wurden. All dies begann damals hier!

Danach haben diese Prozessionen und Ausstellungen des Schleierbildes bis zum Beginn der Neuzeit nicht mehr aufgehört. Bald waren die Pilger kaum noch zu zählen, die das Gesicht Gottes in Rom betrachten wollten.  Dante hat später bei diesen Prozessionen das heilige Gesicht kennen gelernt. Es ist das Antlitz, vor dem er die „kosmische Reise“ seiner Göttlichen Komödie enden lässt, wie Papst Benedikt XVI. vor 10 Jahren sagte, als er seine Enzyklika „Gott ist die Liebe“ vorstellte. Es war das Gesicht der Liebe, die „die Sonne bewegt und die anderen Sterne“, wie er in der berühmtesten Zeile der italienischen Literatur festhielt: „l’amor che move il sole e l’altre stelle“.

Es ist die Liebe Gottes, der sich „wie ein Bräutigam über seine Braut“ auf uns freut, wie wir eben in den Worten Jesaias gehört haben, und die Kraft  des Heiligen Geistes, über dessen verschiedene Gnadengaben uns der heilige Paulus vorhin in dieser Kirche zum Heiligen Geist wieder aufgeklärt hat. Nirgends aber spricht dieser Geist deutlicher und klarer als in dem schweigenden Antlitz Christi, vor dem wir uns heute hier versammelt haben.

Denn „das ist die Berufung und die Freude eines jeden Getauften: den anderen Jesus zeigen und bringen“, haben wir von Papst Franziskus am 3. Januar gehört. Das aber ist genau das, dessen Zeugen wir heute werden dürfen, wenn uns die tapferen Kapuziner aus Manoppello hier „Jesus zeigen und bringen“, in dessen Gesicht Gott selbst uns sein Antlitz zeigt.

Danach möchte ich zu dem Evangelium von der Hochzeit zu Kana, zu dem schon so viel Lehrreiches gesagt wurde,  hier nur noch eines hinzu fügen. Denn wen will heute noch wundern, dass Jesus sein erstes öffentliches Wunder ausgerechnet der Ehe und Familie widmete, die heute so sehr in Gefahr sind, dass Papst Franziskus ihnen gerade zwei eigene Synoden widmete! Vielmehr sollten wir ab jetzt dieses erste Wunder – noch in der weihnachtlichen Festzeit  – wohl am besten als eine notwendige Erweiterung vom Geheimnis der Menschwerdung Gottes begreifen! Dass wir nämlich erst in einer Familie zum Menschen werden! Mit einer Mutter und einem Vater, und – wenn wir Glück haben – noch mit Brüdern und Schwestern. Deshalb haben christliche Künstler auch immer wieder das Gesicht Jesu dem Gesicht seiner Mutter nachgestaltet, und umgekehrt. Denn wenn Gott der Vater Jesu ist, muss und kann sein Gesicht ja nur ihrem Gesicht gleichen. Es ist aber dieses uralte Gesicht, das heute auf fast schon wunderbare Weise nach Santo Spirito in Sassia zurück gekehrt ist, wo es nahezu identisch scheint mit dem Gesicht der Göttlichen Barmherzigkeit, das hier seit mehr als zwei Jahrzehnte verehrt wird.

Es ist eine Kopie jenes alten Originals, das Papst Innozenz III. den Pilgern gezeigt hat und das seit über 400 Jahren in den Abruzzen an der Adria verwahrt wird, an Italiens  Peripherie, von wo es heute erstmals wieder an den Ort zurückgetragen wurde, wo der Kult seiner öffentlichen Verehrung den Anfang nahm. Unzählige Kopien haben von hier aus die Kenntnis der Christen von einem wahren Bild Gottes in die ganze Welt getragen haben. Und darin liegt wohl der tiefste Sinn dieser Stunde. Vor Rom wurde das heilige Schweißtuch in Konstantinopel aufbewahrt, davor in Edessa, davor in Jerusalem. Dieses Gesicht darf eben nicht der Schatz von einzelnen sein, nicht einmal von Päpsten. Es ist das Alleinstellungsmerkmal der Christen. Nur wir wissen, wie Gott aussieht – und wie und wer er ist. Das Gesicht Christi ist darum der vornehmste und kostbarste Schatz der ganzen Christenheit, und mehr noch der ganzen Erde. Omnis Terra! Zu diesem Gesicht werden wir uns immer aufmachen müssen. Immer als Pilger. Immer zur Peripherie. Und immer mit nur einem einzigen Ziel vor Augen: jene Stunde, in der wir von Angesicht zu Angesicht vor ihm stehen werden.  Amen.

VATIKAN , 17 January, 2016 / 7:31 AM (CNA Deutsch).-