Urbi et Orbi: „Der auferstandene gute Hirt wird nicht müde“

Papst Franziskus auf der Loggia am Petersdom

Ostern ist ein Friedensfest, der Auferstandene wünschte den Jüngern zuerst den Frieden. Aber der Blick auf die Welt zeigt auch immer, wie weit weg dieser Friede von der aktuellen Welt ist, eine Diskrepanz, auf die die Päpste jedes Jahr neu hinweisen. So auch Papst Franziskus zu diesem Osterfest, anlässlich des Segens Urbi et Orbi, den er von der Loggia des Petersdoms nach der Ostermesse spendete.

Der Papst begann seine Ostergedanken beim Kern des Tages, bei der Botschaft vom auferstandenen Herrn. Der habe Sünde und Tod überwunden und den Weg zum ewigen Leben erschlossen. „Wir alle verlieren, wenn wir uns von der Sünde beherrschen lassen, den rechten Weg und irren wie verlorene Schafe umher“, so Papst Franziskus. Gott selbst – der gute Hirte – sei gekommen, um zu retten, „und so können wir heute ausrufen: „Auferstanden ist der Gute Hirt. Er gab sein Leben für die Schafe. Er ist für seine Herde gestorben. Halleluja“.“

Was damals gegolten habe, gelte immer noch: der auferstandene Hirt werde nicht müde, seine Brüder und Schwestern zu suchen, „auch heute nimmt er viele unserer Brüder und Schwestern, die vom Bösen in seinen verschiedenen Formen heimgesucht werden, auf die Schultern.“ Vor allem gelte sein Suchen den Opfern, etwa von alter und neuer Sklaverei, von entwürdigender Arbeit, von Ausbeutung und von Abhängigkeit.

Weggefährte aller

„Der auferstandene Hirt macht sich zum Weggefährten all derer, die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen. Er lässt diese erzwungenermaßen umherziehenden Migranten immer und überall Brüdern und Schwestern begegnen, um auf dem gemeinsamen Weg Brot und Hoffnung zu teilen.“ Er bete darum, dass der Auferstandene diejenigen leiten möge, welche nach Gerechtigkeit und Frieden suchten.

Wie üblich betete er auch ganz konkret für einzelne Länder und Regionen, beginnend mit Syrien. Franziskus erinnerte den Anschlag auf Flüchtlinge, der dort am Karsamstag verübt wurde. „Der Auferstandene gebe Frieden im ganzen Nahen Osten, angefangen vom Heiligen Land, aber auch im Irak und im Jemen.“

Der Papst sprach von den Leidensregionen Afrikas, vom Süd-Sudan und Sudan, von Somalia und dem Kongo und wies auf die Hungersnot hin, welche die Situation dort verschlimmere.

Naher Osten, Afrika, Lateinamerika

Er sprach von Lateinamerika und vom Einsatz für das Gemeinwohl dort, aber auch von sozialen Spannungen und von Gewalt, allerdings ohne konkret Länder zu nennen. Die Menschen, die sich dort einsetzten, „mögen in der Lage sein, Brücken des Dialogs zu errichten und dabei im Kampf gegen die Wunde der Korruption und bei der Suche nach friedlichen Lösungen von Streitigkeiten beharrlich voranzuschreiten.“ Das möge die Demokratien und den Rechststaat stützen, so der Papst.

„Der Gute Hirte helfe der Ukraine, die immer noch durch einen blutigen Konflikt geplagt wird, die Eintracht wiederzufinden“, blickte er auf Europa. „Der auferstandene Herr möge nicht aufhören, dem europäischen Kontinent seinen Segen zu gewähren. Er schenke allen Menschen Hoffnung, die momentan Krisen und Schwierigkeiten, besonders auf Grund der großen Jugendarbeitslosigkeit, durchleben.“

Abschließend wies der Papst darauf hin, dass in diesem Jahr alle Christen gemeinsam das Osterfest feierten; der verschiedenen Kalender wegen fallen orthodox-östliches auf der einen und lateinisch-westliches Ostern auf der anderen Seite meistens nicht auf dasselbe Datum. „So erschallt mit einer Stimme und an jedem Ort der Erde der schönste Ruf: „Der Herr ist wirklich auferstanden, wie er gesagt hat!“ Er, der die Finsternis der Sünde und des Todes besiegt hat, gebe unseren Tagen den Frieden.“

(rv 16.04.2016 ord)

Urbi et Orbi: Frieden – das ist die Herrschaft Gottes

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Papst Franziskus auf der Loggia des Petersdoms

„Liebe Brüder und Schwestern, frohe Weihnachten!“ Vom Balkon der Peters-Basilika spendete der Papst auch in diesem Jahr den traditionellen Segen für „die Stadt und die Welt“, „Urbi et Orbi“. Und einmal mehr stand in der Ansprache des Papstes davor der Kontrast zwischen der Feier des Kommens des Friedensfürsten und dem Blick auf die Wirklichkeit der Welt im Fokus.

Das ist die Herrschaft Gottes

„Die Herrschaft dieses Kindes, des Sohnes Gottes und Marias, ist nicht eine Herrschaft dieser Welt, die sich auf Stärke und Reichtum gründet. Sie ist die Herrschaft der Liebe“, legte der Papst die Weihnachtsbotschaft aus. „Sie ist die Macht, die Himmel und Erde erschaffen hat, die jedem Geschöpf Leben gibt: den Mineralen, den Pflanzen, den Tieren. Sie ist die Kraft, durch die Mann und Frau gegenseitig angezogen werden und durch die sie ein Fleisch werden, eine einzige Existenz. Sie ist die Macht, die das Leben erneuert, Schuld vergibt, Feinde versöhnt, das Böse in Gutes verwandelt. Das ist die Herrschaft Gottes.“

Die Verkündigung dieser Herrschaft, die in einem kleinen Kind gekommen sei, wolle der gesamten Welt allen Menschen verkündet werden, „besonders jene, die vom Krieg und von erbitterten Konflikten verwundet sind und die Sehnsucht nach Frieden viel stärker empfinden.“ Der Papst schloss der Ansprache seine Friedenswünsche für viele der Gegenden der Welt an, wo ein friedliches Zusammenleben in weiter Ferne ist.

„Friede den Männern und Frauen im gemarterten Syrien, wo allzu viel Blut vergossen wurde. Vor allem in der Stadt Aleppo, die in den letzten Wochen Schauplatz einer der grauenhaftesten Schlachten war, ist es umso dringlicher, dass für die erschöpfte Zivilbevölkerung Hilfe und Beistand gewährleistet wird und die Menschenrechte geachtet werden.“ Es sei an der Zeit, dass die Waffen endgültig schwiegen, der Papst rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich aktiv einzusetzen.

Heiliges Land und Nigeria, Ukraine und Venezuela

Immer direkt zu Beginn der Ansprache wird traditionell das Heilige Land genannt, Ort der Geburt Jesu Christi, so auch an diesem Sonntag. „Israelis und Palästinenser mögen den Mut und die Entschlossenheit haben, eine neue Seite der Geschichte zu schreiben“. Der Papst wünschte den vielen Regionen Afrikas den Frieden, besonders nannte er Nigeria und die Kindersoldaten dort, Süd-Sudan und die Demokratische Republik Kongo. Die gleichen Wünsche hatte er für den Irak, für Libyen und Jemen.

Europa wurde ebenfalls genannt: „Friede den Frauen und Männern, die noch immer an den Folgen des Konflikts in der östlichen Ukraine leiden, wo es dringend einer gemeinsamen Willensanstrengung bedarf, um der Bevölkerung Erleichterung zu verschaffen und die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen“, damit sprach der Papst die immer noch nicht erfüllten Bedingungen des Friedens von Minsk an.

Für den Norden Lateinamerikas betete der Papst als nächstes, in Kolumbien gibt es erste Schritte für „einen neuen und mutigen Weg des Dialogs und der Versöhnung“, dasselbe wünschte er auch Venezuela.

Myanmar möge das friedliche Zusammenleben stärken, wünschte der Papst, und die koreanische Halbinsel „ein erneutes Klima der Zusammenarbeit“ erleben, das die Spannungen überwindet.

Frieden den Opfern von Terror

Der Papst sprach aber nicht nur Länder an: „Friede denen, die einen geliebten Menschen verloren haben durch grausame Terrorakte, die im Herzen vieler Länder und Städte Angst und Tod gesät haben. Friede – nicht in Worten, sondern praktisch und konkret – unseren im Stich gelassenen und ausgeschlossenen Brüdern und Schwestern, denen, die Hunger leiden, wie auch den Opfern von Gewalt. Friede den Vertriebenen, den Migranten und den Flüchtlingen sowie allen, die heutzutage Objekt des Menschenhandels sind. Friede den Völkern, die wegen der wirtschaftlichen Ambitionen weniger und wegen der habgierigen Gefräßigkeit des versklavenden Götzen Geld Leid tragen. Friede allen, die vom sozialen und wirtschaftlichen Elend gezeichnet sind, und denen, die an den Folgen der Erdbeben oder anderer Naturkatastrophen leiden.“

Ganz besonders nannte der Papst zum Abschluss die Kinder, besonder diejenigen, deren Kindheit durch Hunger und Krieg oder den Egoismus der Erwachsenen geprägt sei. „Friede auf Erden allen Menschen guten Willens, die unauffällig und geduldig ihrer täglichen Beschäftigung nachgehen, in der Familie und in der Gesellschaft, um eine humanere und gerechtere Welt zu schaffen. Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt: Es ist der ‚Fürst des Friedens’. Nehmen wir ihn auf!“ Anschließend betete der Papst mit den mehreren Zehntausend Gläubigen und Pilgern auf dem Petersplatz das Angelusgebet – eine Neuerung bei dieser kleinen Liturgie – und erteilte den Segen Urbi et Orbi.

(rv 25.12.2016 ord)

JOHANNES PAUL II. – BOTSCHAFT VOM 25. DEZEMBER 2004

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BOTSCHAFT VON PAPST JOHANNES PAUL II.
BEIM SEGEN „URBI ET ORBI“

Weihnachten, 25. Dezember 2004

 

1. Christus natus est nobis, venite, adoremus!
Christus ist uns geboren, kommt, laßt uns ihn anbeten!
Zu dir, süßes Kind von Betlehem,
kommen wir an diesem hochheiligen Tag.
Bei deiner Geburt hast du deine Gottheit verborgen,
um unsere schwache Menschennatur zu teilen.
Erleuchtet durch den Glauben, erkennen wir dich
als den wahren Gott, Fleisch geworden aus Liebe zu uns.
Du bist der einzige Erlöser des Menschen!

2. Im Anblick der Krippe, in der du wehrlos liegst,
mögen die vielen Formen grassierender Gewalt,
die Ursache unbeschreiblicher Leiden sind, ein Ende finden.
Erlöschen sollen die zahlreichen Spannungsherde,
die sich zu offenen Konflikten auszuweiten drohen;
es erstarke der Wille, friedliche Lösungen zu suchen,
die die berechtigten Bestrebungen der Menschen und Völker achten.

3. Kind von Betlehem, Prophet des Friedens,
ermutige die Anstrengungen um Dialog und Versöhnung,
stütze die Friedensbemühungen, die zögerlich,
aber hoffnungserfüllt im Gange sind
um eine ruhigere Gegenwart und Zukunft
für viele unserer Brüder und Schwestern in aller Welt.
Ich denke an Afrika, an die Tragödie in Darfur im Sudan,
an die Elfenbeinküste und die Region der großen Seen.
Voll reger Sorge verfolge ich die Ereignisse im Irak.
Und wie könnte ich nicht meinen Blick besorgter Teilnahme,
aber auch voll unauslöschlicher Hoffnung,
auf das Land richten, dessen Sohn du bist?

4. Überall braucht es Frieden!
Du, der du der Fürst des wahren Friedens bist,
hilf uns zu verstehen, daß der einzige Weg, Frieden zu schaffen,
darin besteht, daß Böse zu verabscheuen und zu fliehen
und immerzu mutig das Gute zu verfolgen.
Menschen guten Willens aus allen Völkern der Erde,
kommt mit Vertrauen zur Krippe des Erlösers!
„Er raubt nicht irdische Reiche,
er, der uns das himmlische verleiht“
(vgl. Hymnus der Vesper an Epiphanie).
Eilt herbei, um Ihm zu begegnen, der kommt,
um uns den Weg der Wahrheit, des Friedens und der Liebe zu lehren.

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Quelle

Urbi et Orbi: Die Ansprache des Papstes

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Schweigergarde auf dem Petersplatz zum Urbi et Orbi

Die Weihnachtsansprache von Papst Franziskus anlässlich des Segens Urbi et Orbi, Loggia des Petersdoms am 25. Dezember 2015 – hier in offizieller deutscher Übersetzung.

Liebe Brüder und Schwestern, gesegnete Weihnachten!
Christus ist für uns geboren, frohlocken wir am Tag unseres Heils!

Öffnen wir unsere Herzen, um die Gnade dieses Tages zu empfangen, die er selber ist: Jesus ist der leuchtende „Tag“, der am Horizont der Menschheit aufgegangen ist. Ein Tag der Barmherzigkeit, an dem Gott Vater der Menschheit seine unermessliche Zärtlichkeit offenbart hat. Ein Tag des Lichtes, das die Finsternis von Angst und Furcht vertreibt. Ein Tag des Friedens, an dem es möglich wird, einander zu begegnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich zu versöhnen. Ein Tag der Freude: einer „großen Freude“ für die Kleinen und die Demütigen und für das ganze Volk (vgl. Lk 2,10).

An diesem Tag ist Jesus, der Retter, von der Jungfrau Maria geboren worden. Die Krippe zeigt uns das »Zeichen«, das Gott uns gegeben hat: »ein Kind […] das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt« (Lk 2,12). Wie die Hirten von Bethlehem gehen auch wir, um dieses Zeichen zu sehen, dieses Ereignis, das sich jedes Jahr in der Kirche erneuert. Weihnachten ist ein Ereignis, das sich in jeder Familie, in jeder Pfarrei, in jeder Gemeinschaft erneuert, welche die Liebe Gottes annimmt, die in Jesus Christus Mensch geworden ist. Wie Maria, zeigt die Kirche allen das „Zeichen“ Gottes: das Kind, das sie in ihrem Schoß getragen und zur Welt gebracht hat, das aber »Sohn des Höchsten« (Lk 1,32) ist, denn es »ist vom Heiligen Geist« (Mt 1,20). Darum ist er der Retter, weil er das Lamm Gottes ist, das die Sünde der Welt auf sich nimmt (vgl. Joh 1,29). Lasst uns gemeinsam mit den Hirten niederfallen vor dem Lamm, beten wir die fleischgewordene Güte Gottes an und lassen wir die Tränen der Reue unsere Augen füllen und unser Herz reinwaschen.

Nur er, er allein kann uns retten. Allein die Barmherzigkeit Gottes kann die Menschheit von den vielen, manchmal ungeheuerlichen Formen des Bösen befreien, die der Egoismus in ihr hervorbringt. Die Gnade Gottes kann die Herzen bekehren und Auswege aus Situationen auftun, die nach menschlichem Ermessen unlösbar sind.

 

Friedenswünsche

Wo Gott geboren wird, da wird die Hoffnung geboren. Wo Gott geboren wird, da wird der Friede geboren. Und wo der Friede geboren wird, da ist kein Platz mehr für Hass und für Krieg. Und doch gehen gerade da, wo der menschgewordene Sohn Gottes zur Welt gekommen ist, Spannungen und Gewalt weiter, und der Friede bleibt eine Gabe, die man erflehen und aufbauen muss. Mögen Israelis und Palästinenser wieder in direkten Dialog miteinander treten und zu einer Übereinkunft gelangen, die den beiden Völkern erlaubt, in Harmonie zusammenzuleben und so einen Konflikt zu überwinden, der sie lange Zeit gegeneinander gestellt hat, mit schweren Auswirkungen für die gesamte Region.

Vom Herrn erbitten wir, dass die vor den Vereinten Nationen erreichte Übereinkunft baldmöglichst das Waffenrasseln in Syrien zum Schweigen bringen und der äußerst ernsten humanitären Situation der zermürbten Bevölkerung abhelfen kann. Ebenso dringend ist, dass die Vereinbarung über Libyen die Unterstützung aller findet, damit die schweren Spaltungen und Gewalttätigkeiten, die das Land quälen, überwunden werden. Möge die Internationale Gemeinschaft einhellig ihr Augenmerk darauf richten, die Grausamkeiten zu unterbinden, die sowohl in jenen Ländern als auch im Irak, im Jemen und im subsaharischen Afrika immer noch zahlreiche Opfer fordern, ungeheures Leiden verursachen und nicht einmal das historische und kulturelle Erbe ganzer Völker schonen. Meine Gedanken gehen auch zu all denen, die von unmenschlichen terroristischen Aktionen betroffen waren, besonders von den jüngsten Massakern unter ägyptischem Himmel, in Beirut, Paris, Bamako und Tunis.

 

Kongo, Burundi, Südsudan, Ukraine, Kolumbien und viele mehr

Unseren Brüdern und Schwestern, die in vielen Teilen der Welt ihres Glaubens wegen verfolgt werden, schenke das Jesuskind Trost und Kraft.

Frieden und Einigkeit erbitten wir für die geschätzten Völker der Demokratischen Republik Kongo, von Burundi und dem Süd-Sudan, damit durch den Dialog der allgemeine Einsatz für den Aufbau von Zivilgesellschaften gestärkt werde, die von einem aufrichtigen Geist der Versöhnung und des gegenseitigen Verständnisses durchdrungen sind.

Möge die Weihnacht auch der Ukraine einen wahren Frieden bringen, denen Erleichterung schenken, die unter den Folgen des Konfliktes leiden, und in allen den Willen erwecken, die getroffenen Vereinbarungen zu verwirklichen, um im ganzen Land die Eintracht wieder herzustellen.

Die Freude dieses Tages erleuchte die Bemühungen des kolumbianischen Volkes, damit es, angespornt von der Hoffnung, weiter engagiert auf den ersehnten Frieden zustrebt.

Wo Gott geboren wird, da wird die Hoffnung geboren; und wo die Hoffnung geboren wird, da finden die Menschen ihre Würde wieder. Und doch sind noch heute Scharen von Männern und Frauen ihrer Menschenwürde beraubt und leiden wie das Jesuskind unter Kälte, Armut und unter der Ablehnung durch die Menschen. Möge heute unsere Nähe die Wehrlosesten erreichen, vor allem die Kindersoldaten, die Frauen, die Gewalt erleiden, und die Opfer von Menschen- und von Drogenhandel.

Unser Trost soll auch denen nicht fehlen, die auf der Flucht vor Elend oder Krieg allzu häufig unter unmenschlichen Bedingungen unterwegs sind und nicht selten ihr Leben riskieren. Mögen all jene – Einzelne und Staaten – mit reichem Segen belohnt werden, die sich großherzig einsetzen, um den zahlreichen Migranten und Flüchtlingen beizustehen und sie aufzunehmen, und ihnen helfen, für sich und ihre Lieben eine würdige Zukunft aufzubauen und sich in die Gesellschaften, die sie empfangen, einzufügen.

An diesem Festtag schenke der Herr denen, die keine Arbeit haben, neue Hoffnung und unterstütze den Einsatz derer, die im politischen und wirtschaftlichen Bereich öffentliche Verantwortung tragen, damit sie sich engagieren, um das Gemeinwohl zu verfolgen und die Würde jeden menschlichen Lebens zu schützen.

 

Barmherzigkeit

Wo Gott geboren wird, da blüht die Barmherzigkeit. Sie ist das kostbarste Geschenk, das Gott uns macht, besonders in diesem Jubiläumsjahr, in dem wir aufgerufen sind, die zärtliche Liebe zu entdecken, die der himmlische Vater für jeden von uns hegt. Besonders den Gefangenen schenke der Herr die Erfahrung seiner barmherzigen Liebe, die die Wunden heilt und das Böse überwindet.

Und so frohlocken wir am Tag unseres Heils heute gemeinsam. Beim Betrachten der Krippe schauen wir auf die offenen Arme Jesu, die uns die barmherzige Umarmung Gottes zeigen, und hören derweil das leise Stimmchen des Kindes, das und zuflüstert: »Wegen meiner Brüder und Freunde will ich sagen: In dir sei Friede«  (Ps 122,8).

 

(rv 25.12.2015 ord)