Papst Franziskus beendet seine Afrikareise

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Erst angekommen und schon wieder weg: Nach sechs intensiven Tagen und drei afrikansichen Ländern fliegt Franziskus wieder zurück nach Rom

Papst Franziskus hat seine erste Afrikareise beendet. Von Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik aus, brach er an diesem Montagmittag auf in Richtung Rom. Dort wird er am Abend gegen 19 Uhr zurückerwartet. Auf dem Flughafen von Bangui wurde Franziskus von der Übergangspräsidentin der Zentralafrikanischen Republik, Catherine Samba-Panza, verabschiedet; dabei wurden die Hymnen des Landes und des Vatikans gespielt, Reden wurden nicht gehalten. Vor seiner Abreise aus Bangui hatte der Papst im Stadion der Hauptstadt mit Zehntausenden von Menschen eine Messe gefeiert. Dabei rief er sie dazu auf, dem „Lockruf des Satans“ zu widerstehen und für eine „Erneuerung eures Landes“ zu arbeiten.

Es war die elfte Auslandsreise von Franziskus seit seinem Amtsantritt vom März 2013 gewesen. Vom 25. bis 30. November besuchte er Kenia, Uganda und die Zentralafrikanische Republik. Von Kenias Hauptstadt Nairobi aus rief der Papst im Hauptsitz des UNO-Umweltprogramms den Klimagipfel von Paris zu mutigen Entscheidungen auf. In Bangui öffnete er am Sonntagabend die erste Heilige Pforte des bevorstehenden Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Offiziell startet dieses Heilige Jahr erst am 8. Dezember in Rom.

(rv 30.11.2015 sk)

Papst: Zeugen müssen auf beiden Beinen stehen

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Papst Franziskus in der Kathedrale von Kampala

Bei einer Begegnung mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale von Kampala hat Papst Franziskus zur Erinnerung an die Geschichte der Märtyrer des Landes aufgerufen. Bereits am frühen Samstagmorgen hatte Franziskus in Namugongo die Gedänkstätte für anglikanische und katholische Märtyrer des Landes besucht. Beim anschließenden Treffen mit Jugendlichen in Kampala erinnerte er sie daran, dass durch das Blut der Katholiken Ugandas das Blut der Märtyrer fließe. Auch vor den Priestern und Ordensleuten wiederholte er diesen Satz.

Nicht Vergessen

Drei Dinge gelte es für die ugandische Kirche zu beachten: Sie dürfe ihre Geschichte nicht vergessen, müsse ihrer Mission treu bleiben und beten. In Anlehnung an das Buch Deuteronomium betonte der Papst: „Vergesst nicht, was Gott für sein Volk getan hat.“ Vergessen sei noch gar nicht das Gefährlichste, sondern die Gewohnheit. Die Kirche Ugandas dürfe sich niemals an ihre Märtyrer gewöhnen, vergessen, was sie für Uganda bedeuteten. „Uganda muss weiterhin Zeuge sein dafür.“

Treue

Um Zeugen zu sein, brauche es Treue. Treue zum Gedenken, zur eigenen Berufung, zum missionarischen Eifer. Treue bedeute, den Weg der Heiligkeit zu gehen und das zu tun, was die Märtyrer bereits getan haben: verkünden und missionieren. Der Papst verwies auf unterschiedlich hohe Zahlen von Priestern in den einzelnen Diözesen des Landes. Treue bedeute hier auch, dort die Priester und Ordensleute hin zu schicken, wo die Not am größten sei.

Uganda habe das Blut der Märtyrer und Zeugen gesehen. Heute sei es notwendig, damit voranzugehen, sodass es neue Zeugen Jesu Christi gebe. „Wenn Sie das nicht tun, dann verlieren Sie den großen Reichtum und Schatz, und die Perle Afrikas wird in einem Museum abgelegt. Denn der böse Geist greife genau auf diese Art und Weise an. Stück für Stück“, so der Papst.

Gebet

Treue sei nur möglich mit Gebet. Wenn ein Ordenschrist oder Priester nicht mehr oder wenig bete, weil er zu viel zu tun habe, dann stehe er in der Gefahr, sein Gedächtnis und die Treue zu verlieren. Gebet bedeute auch, sich vor Gott zu verneigen, regelmäßig zum Beichtvater zu gehen. „Man kann nur auf beiden Beinen gehen. Wir können keine Doppelleben leben als Priester und Ordensleute. Wenn Sie ein Sünder sind, bitten Sie um Vergebung. Aber verstecken Sie nicht, was nicht Gottes Willen ist.“

Das Gebet beginnt immer dort, wo man einsehe, ein Sünder zu sein. Mit diesen drei genannten Säulen – Gedächtnis, Treue und Gebet – werde die Perle Afrikas der wahre missionarische Geist der Perle bleiben und nicht nur ein Wort in einem Wörterbuch, so Franziskus. Anschließend beteten die Anwesenden mit dem Heiligen Vater ein Ave Maria.

(rv 28.11.2015 cz)

Papstpredigt am katholischen Heiligtum der Märtyrer Ugandas

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Papst Franziskus würdigt die Märtyrer Ugandas

Die Predigt von Papst Franziskus während der Messe am Heiligtum der katholischen Märtyrer Ugandas am 28. November 2015. Wir dokumentieren im Wortlaut.

»Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde« (Apg 1,8).

Von apostolischer Zeit an bis in unsere Tage ist eine große Anzahl von Zeugen aufgetreten, um Jesus zu verkünden und die Macht des Heiligen Geistes zu offenbaren. Heute gedenken wir voller Dankbarkeit des Opfers der ugandischen Märtyrer, deren Zeugnis der Liebe zu Christus und seiner Kirche zu Recht „bis an die äußersten Grenzen der Erde“ gelangt ist. Wir gedenken auch der anglikanischen Märtyrer, deren Tod für Christus die Ökumene des Blutes bezeugt. Alle diese Zeugen haben die Gabe des Heiligen Geistes in ihrem Leben gepflegt und freimütig ihren Glauben an Jesus Christus bekannt, sogar um den Preis ihres Lebens, und viele in noch jungen Jahren.

Auch wir haben die Gabe des Geistes empfangen, um Söhne und Töchter Gottes zu werden, aber auch um Zeugnis für Jesus zu geben und ihn an allen Orten bekannt zu machen und die Liebe zu ihm zu wecken. Wir haben den Geist empfangen, als wir in der Taufe wiedergeboren wurden und als wir in der Firmung mit seinen Gaben gestärkt wurden. Jeden Tag sind wir aufgefordert, die Gegenwart des Heiligen Geistes in unserem Leben zu vertiefen, das Geschenk seiner göttlichen Liebe „neu zu beleben“, so dass wir selbst zum Quell der Weisheit und Kraft für die anderen werden.

Die Gabe des Heiligen Geistes ist ein Geschenk, das uns gegeben ist, damit wir es mit anderen teilen. Es verbindet uns miteinander als Gläubige und lebendige Glieder des mystischen Leibes Christi. Wir empfangen das Geschenk des Geistes nicht nur für uns selbst, sondern um uns gegenseitig im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe aufzubauen. Ich denke an die heiligen Joseph Mkasa und Charles Lwanga: Nachdem sie von den anderen im Glauben unterwiesen worden waren, wollten sie die empfangene Gabe weitergeben. Sie taten dies in gefährlichen Zeiten. Nicht allein ihr Leben war bedroht, sondern auch das der jüngeren Menschen, die ihrer Fürsorge anvertraut waren. Da sie ihren Glauben entfaltet und ihre Liebe zu Gott verstärkt hatten, hatten sie keine Furcht, Christus zu den anderen zu bringen, nicht einmal um den Preis ihres Lebens. Ihr Glaube wurde Zeugnis. Heute, da sie als Märtyrer verehrt werden, inspiriert ihr Beispiel weiterhin viele Menschen in der Welt. Sie fahren fort, Jesus Christus und die Kraft seines Kreuzes zu verkünden.

Wenn wir wie die Märtyrer täglich das Geschenk des Geistes, der in unseren Herzen wohnt, neu beleben, dann werden wir gewiss jene missionarischen Jünger, die zu sein Christus uns ruft. Für unsere Familien und unsere Freunde ganz sicher, aber auch für diejenigen, die wir nicht kennen, besonders für jene, die uns vielleicht nicht wohlgesonnen und uns gegenüber sogar feindlich eingestellt sind. Diese Öffnung auf die anderen hin beginnt in der Familie, in unseren Häusern, wo man die Nächstenliebe und die Vergebung lernt und wo wir in der Liebe unserer Eltern die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes kennen lernen. Diese drückt sich auch in der Fürsorge für die Alten und die Armen, die Witwen und die Waisen aus.

Das Zeugnis der Märtyrer zeigt allen, die – damals wie heute – ihre Geschichte gehört haben, dass die weltlichen Vergnügen und die irdische Macht keine dauerhafte Freude und keinen anhaltenden Frieden schenken. Vielmehr bringen die Treue zu Gott, die Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit des Lebens und die echte Besorgtheit um das Wohl der anderen uns jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Das schmälert nicht unsere Sorge für diese Welt, als schauten wir nur auf das zukünftige Leben. Im Gegenteil, es gibt dem Leben in dieser Welt eine Bestimmung und hilft uns, die Bedürftigen zu erreichen, mit den anderen für das Gemeinwohl zusammenzuarbeiten und eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen, welche die Menschenwürde fördert und niemanden ausschließt, eine Gesellschaft, die das Leben verteidigt, das ja ein Geschenk Gottes ist, und die Wunder der Natur, die Schöpfung, unser gemeinsames Haus schützt.

Liebe Brüder und Schwestern, dies ist das Erbe, das ihr von den ugandischen Märtyrern erhalten habt: Leben, die von der Stärke des Heiligen Geistes gekennzeichnet sind, Leben, die auch jetzt die verwandelnde Kraft des Evangeliums Jesu Christi bezeugen. Man eignet sich dieses Erbe nicht mit einer Gedenkfeier aus bestimmtem Anlass an oder indem man es in einem Museum aufbewahrt, als sei es ein kostbares Juwel. Wir ehren dieses Erbe wie überhaupt alle Heiligen wirklich, wenn wir vielmehr ihr Zeugnis für Christus in unsere Häuser und zu unseren Nachbarn, an die Arbeitsplätze und in die Zivilgesellschaft tragen, ob wir nun in unseren Häusern bleiben oder uns in die fernsten Winkel der Welt begeben.

Mögen die ugandischen Märtyrer gemeinsam mit Maria, der Mutter der Kirche, Fürsprache für uns einlegen, und möge der Heilige Geist in uns das Feuer der göttlichen Liebe entzünden!

Omukama Abawe Omukisa!    (Gott segne euch!)

(rv 28.11.2015 ord)

Siehe ferner:

PAPST FRANZISKUS — BESUCH IM CARITASHEIM IN NALUKOLONGO

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Nalukolongo Charity Center

APOSTOLISCHE REISE VON PAPST FRANZISKUS
NACH KENIA, UGANDA UND IN DIE ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK

(25.-30. NOVEMBER 2015)

BESUCH IM CARITASHEIM IN NALUKOLONGO

ANSPRACHE VON PAPST FRANZISKUS

Kampala (Uganda)
Samstag, 28. November 2015

[Multimedia]


 

Liebe Freunde,

ich danke euch für euren herzlichen Empfang. Es war mein großer Wunsch, dieses Caritasheim zu besuchen, das Kardinal Nsubuga hier in Nalukolongo gegründet hat. Dieser Ort war immer mit dem Einsatz der Kirche für die Armen, die Menschen mit Behinderung und die Kranken verbunden. Hier sind in der ersten Zeit Kinder aus der Sklaverei befreit worden und haben Frauen eine religiöse Erziehung erhalten. Ich grüße die „Schwestern vom Barmherzigen Samariter“, die dieses hervorragende Werk voranbringen, und danke ihnen für die Jahre ihres stillen und frohen Dienstes im Apostolat. Und hier, hier ist Jesus zugegen, denn er hat gesagt, dass er unter den Armen, den Kranken, den Gefangenen, den Entrechteten und den Leidenden immer gegenwärtig sein wird. Hier ist Jesus.

Ich begrüße auch die Vertreter vieler anderer Apostolatsgruppen, die sich der Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern in Uganda annehmen. Ich denke besonders an die große und fruchtbare Arbeit mit den an AIDS erkrankten Menschen. Vor allem grüße ich die, welche in diesem Haus und anderen ähnlichen Einrichtungen leben, sowie alle, denen die Werke christlicher Nächstenliebe zugute kommen. Denn dies ist wirklich ein Zuhause! Hier könnt ihr Zuneigung und Fürsorglichkeit finden; hier könnt ihr die Gegenwart Jesu, unseres Bruders, spüren, der jeden von uns mit der Liebe liebt, die Gott eigen ist.

Heute möchte ich von diesem Hause aus einen Appell an alle Pfarreien und Gemeinschaften in Uganda – und im übrigen Afrika – richten, die Armen nicht zu vergessen, die Armen nicht zu vergessen! Das Evangelium gebietet uns, hinauszugehen an die Peripherien der Gesellschaft und Christus in den Leidenden und den Bedürftigen zu begegnen. Der Herr sagt uns mit unmissverständlichen Worten, dass er uns danach richten wird! Es ist traurig, wenn unsere Gesellschaften zulassen, dass die alten Menschen ausgesondert oder vergessen werden! Es ist verwerflich, wenn die jungen Menschen durch die aktuelle Sklaverei des Menschenhandels ausgebeutet werden! Wenn wir die Welt, die uns umgibt, aufmerksam betrachten, scheint es, dass sich an vielen Orten der Egoismus und die Gleichgültigkeit ausbreiten. Wie viele unserer Brüder und Schwestern sind Opfer der heutigen „Wegwerfkultur“, die Verachtung vor allem gegenüber den ungeborenen Kindern, den Jugendlichen und den alten Menschen erzeugt!

Als Christen dürfen wir nicht einfach zuschauen, tatenlos zuschauen. Etwas muss sich ändern! Unsere Familien müssen noch deutlichere Zeichen der geduldigen und barmherzigen Liebe Gottes werden, nicht nur für unsere Kinder und unsere Alten, sondern für alle, die in Not sind. Unsere Pfarreien dürfen nicht ihre Türen und ihre Ohren vor dem Schrei der Armen verschließen. Es handelt sich um den Hauptweg der christlichen Jüngerschaft. Dies ist der Weg, wie wir Zeugnis für den Herrn ablegen, der nicht gekommen ist, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. So zeigen wir, dass die Menschen wichtiger sind als die Dinge und dass das, was wir sind, mehr zählt als das, was wir haben. Tatsächlich offenbart Christus jeden Tag gerade in denjenigen, denen wir dienen, sich selbst und bereitet die Aufnahme vor, die wir einst in seinem ewigen Reich zu erhalten hoffen.

Liebe Freunde, durch einfache Gesten, durch einfache und hingebungsvolle Taten, die Christus in den geringsten seiner Brüder und Schwestern ehren, lassen wir die Kraft seiner Liebe in die Welt eindringen und verändern diese wirklich. Nochmals danke ich euch für eure Großherzigkeit und eure Nächstenliebe. Ich werde euch immer in meine Gebete einschließen und bitte euch, für mich zu beten. Ich vertraue euch alle dem liebevollen Schutz Marias, unserer Mutter, an und erteile euch meinen Segen.

Omukama Abakuume!    (Gott schütze euch!)

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Quelle

Papst an Jugendliche: Wir alle haben eine Mutter

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Papst Franziskus in Kampala, Uganda

Im Blut eines jeden ugandischen Jugendlichen fließt das Blut der Märtyrer. Das sagte Papst Franziskus am Samstag vor Jugendlichen in der ugandischen Hauptstadt Kampala, nachdem er am Morgen bereits den zentralen Gedenkort für die Märtyrer des Landes besucht hatte. „Seid ihr euch bewusst, dass ihr ein Volk von Märtyrern seid? Durch jeden von euch fließt das Blut der Märtyrer, deswegen habt ihr den Glauben und das Leben in euch. Und dieser Glaube und dieses Leben sind wunderbar. Und deswegen nennt man Uganda ‚die Perle Afrikas‘,“ sagte der Papst. In der Tat waren viele der Märtyrer im 19. Jahrhundert junge Laien, die vom König wegen ihres Glaubens hingerichtet wurden.

Vor seiner Ansprache hatten zwei junge Menschen von ihren Schicksalsschlägen berichtet, eine junge Frau, die mit HIV auf die Welt gekommen war und ihre Eltern verlor sowie ein junger Mann, der von Rebellen entführt und gefoltert worden war. Franziskus ermutigte sie und alle anwesenden Jugendlichen, ihre Probleme und Schwierigkeiten mithilfe von Jesus Christus zu überwinden. In einer freien Rede stellte er vor tausenden jungen Menschen klar: Erstens gelte es, die Schwierigkeiten zu überwinden, zweitens das Negative ins Positive zu verwandeln. Und drittens müsse man beten!

Jesus habe die schlimmste Erfahrung der ganzen Geschichte gemacht. Er sei beschimpft, gefoltert und dann getötet worden. Und durch die Macht Gottes sei er wieder auferstanden. „Das kann jeder von uns mit jeder negativen Erfahrung schaffen, denn Jesus ist der Herr.“ so Franziskus.

Wie die beiden jungen Menschen, die ihr Schicksal erzählt hatten, könne jeder immer Lösungen finden. Licht sei wie ein kleiner Samen. Um leben zu können, müssten man manchmal erst einmal sterben. Sterben heiße manchmal auch, wie der junge Märyrer Ugandas Charles Lwanga, zu sterben. Durch diesen Tod seien sie zum Leben gekommen. „Wenn ich das Negative in Positive transformieren kann, dann triumphiere ich,“ erklärt Papst Franziskus.

„Jesus kann dein Leben verändern. Jesus kann all die Mauern niederreißen. Gibt es da einen Zauberstab dafür, das Leben zu ändern? Wenn ihr wollt, dass Jesus euer Leben ändert, dann fragt ihn! Und das heißt, beten! Versteht ihr das? Betet zu Jesus, denn er ist der Erlöser. Lasst das Beten niemals bleiben. Er ist die stärkste Waffe, die ein junger Mensch haben kann,“ betonte er. Wenn Jesus in das Leben eintrete, hilft er einem in den Kämpfen, Auseinandersetzungen und Problemen. Bei der jungen Frau Winnie Nansumba sei dies der Kampf gegen Depression aufgrund des Verlusts ihrer Eltern und ihrer eigenen Krankheit AIDS gewesen. Für Menschen wie sie gelte es, mit dem Gebet „zu kämpfen“.

„Wir sind keine Waisen in der Kirche, denn wir haben eine Mutter. Wir sind alle Teil der Kirche, nicht? Bittet die Mutter an! Wenn ein Kind hinfällt und sich wehtut, dann sucht es die Mutter. Wenn wir ein Problem haben, dann ist es das beste dort hinzugehen, wo unsere Mutter ist und Maria zu bitten, unser aller Mutter. Bittet ihr bei der Mutter Gottes, die Jungfrau Maria?“ Und gemeinsam mit den Menschen auf dem Platz betete der Heilige Vater zur Maria, der Mutter der Kirche, wie Franziskus sie nannte.

(rv 28.11.2015 cz)

Papst an die Regierung Ugandas

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Papst Franziskus begegnet in Entebbe, Uganda, Vertretern der Regierung und des öffentlichen Lebens sowie dem Diplomatischen Corps: die Rede in offizieller deutscher Übersetzung.Herr Präsident, ehrenwerte Vertreter der Regierung und des öffentlichen Lebens, sehr geehrte Mitglieder des Diplomatischen Corps, liebe Mitbrüder im Bischofsamt, meine Damen und Herren,ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Empfang, und ich freue mich, in Uganda zu sein. Mein Besuch in Ihrem Land hat vor allem den Sinn, des fünfzigsten Jahrestags der Heiligsprechung der ugandischen Märtyrer durch meinen Vorgänger Papst Paul VI. zu gedenken. Doch ich hoffe, dass meine Anwesenheit hier auch als ein Zeichen der Freundschaft, Wertschätzung und Ermutigung für alle Menschen dieser großen Nation verstanden wird.Die Märtyrer – die katholischen wie die anglikanischen – sind wahre Nationalhelden. Sie geben Zeugnis für die leitenden Grundsätze, die in Ugandas Motto – Für Gott und mein Land – zum Ausdruck kommen. Sie erinnern uns an die Bedeutung, die der Glaube, die moralische Rechtschaffenheit und das Engagement für das Gemeinwohl im kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Leben dieses Landes hatten und immer noch haben. Sie erinnern uns auch daran, dass wir alle trotz unserer unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Überzeugungen aufgerufen sind, nach der Wahrheit zu suchen, für Gerechtigkeit und Versöhnung zu arbeiten und einander als Glieder unserer einen Menschheitsfamilie zu achten, zu schützen und zu helfen. Diese hohen Ideale werden besonders von Männern und Frauen verlangt, die wie Sie beauftragt sind, eine gute und transparente Regierung, eine ganzheitliche menschliche Entwicklung, eine breite Beteiligung am nationalen Leben sowie eine vernünftige und gerechte Verteilung der Güter zu gewährleisten, die der Schöpfer diesen Ländern in solcher Reichhaltigkeit geschenkt hat.

Mein Besuch hat auch den Sinn, die Aufmerksamkeit auf Afrika als Ganzes, auf seine Aussichten, seine Hoffnungen, sein Ringen und seine Leistungen zu lenken. Die Welt schaut auf Afrika als den Kontinent der Hoffnung. Tatsächlich ist Uganda von Gott mit überreichen natürlichen Ressourcen gesegnet, und Ihre Herausforderung besteht darin, sich als deren verantwortliche Verwalter zu erweisen. Vor allem aber ist die Nation gesegnet in ihrem Volk: in seinen starken Familien, seinen Jugendlichen und seinen älteren Menschen. Ich freue mich auf meine morgige Begegnung mit den jungen Menschen, denen ich Worte der Ermutigung und der Herausforderung zusprechen werde. Wie wichtig ist es, dass ihnen Hoffnung, Chancen für Ausbildung und Erwerbstätigkeit und vor allem die Möglichkeit einer vollen Teilnahme am Gesellschaftsleben gegeben werden! Doch ich möchte auch den Segen erwähnen, den Sie in den älteren Menschen besitzen. Sie sind die lebendige Erinnerung jedes Volkes. Ihre Weisheit und Erfahrung sollten stets als ein Kompass genutzt werden, welcher der Gesellschaft ermöglichen kann, die rechte Richtung zu finden, um den Herausforderungen der Gegenwart mit Rechtschaffenheit, Weisheit und Weitsicht zu begegnen.

Hier in Ostafrika hat Uganda eine außerordentliche Sorge für die Aufnahme von Flüchtlingen bewiesen, da es ihnen ermöglicht hat, ihr Leben in Sicherheit neu aufzubauen und die Würde zu erfahren, die darauf beruht, den eigenen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu verdienen. Unsere Welt, die in Kriegen, Gewalt und verschiedenen Formen der Ungerechtigkeit gefangen ist, erlebt eine nie dagewesene Bevölkerungsbewegung. Die Art, wie wir die Migranten behandeln, ist ein Test für unsere Menschlichkeit, für unsere Achtung vor der Menschenwürde und vor allem für unsere Solidarität mit unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern.

Obwohl mein Besuch kurz ist, hoffe ich, die vielen Bemühungen zu bestärken, die im Stillen unternommen werden, um für die Armen, die Kranken und für all die zu sorgen, die sich in jeder Art von Schwierigkeiten befinden. Diese kleinen Zeichen sind es, in denen wir die wahre Seele eines Volkes erkennen. In vieler Hinsicht wächst unsere Welt näher zusammen, doch zugleich beobachten wir mit Sorge die Globalisierung der „Wegwerfkultur“, die uns für spirituelle Werte blind werden lässt, unsere Herzen gegenüber den Bedürfnissen der Armen verhärtet und unseren Jugendlichen die Hoffnung nimmt.

In der Vorfreude auf die Begegnungen und die gemeinsame Zeit mit Ihnen bete ich, dass Sie und das ganze geschätzte Volk Ugandas sich immer der Werte, welche die Seele Ihrer Nation gebildet haben, als würdig erweisen möge. Ihnen allen erbitte ich den reichsten Segen des Herrn.

Mungu awabariki!   (Gott segne Sie!)

(rv 27.11.2015 gs)

Franziskus lobt Uganda für menschlichen Umgang mit Migranten

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Papst am Flughafen

Papst Franziskus ist in Uganda eingetroffen, der zweiten Station seiner Afrikareise. Am Freitagnachmittag wurde er von Staatspräsident Yoweri Kaguta Museveni am Flughafen von Entebbe in Empfang genommen und richtete sich in seiner ersten Rede auf dem Boden Ugandas im sogenannten „State House“ an Vertreter des Regierung und des öffentlichen Lebens sowie an das Diplomatische Corps. Wie bereits bei seinem Besuch im Nachbarland Kenia nahm sich Franziskus kein Blatt vor den Mund, als er den afrikanischen Regierungsleuten ihre Verantwortung für das Land vor Augen führte. Zugleich lobte er die einzigartige Flüchtlingspolitik Ugandas, die bereits seit langer Zeit jeden asylberechtigten Migranten mit einer Arbeitserlaubnis und einem Stück Land versorgt.

Regierungsvertreter seien damit beauftragt, „eine gute und transparente Regierung, eine ganzheitliche menschliche Entwicklung, eine breite Beteiligung am nationalen Leben sowie eine vernünftige und gerechte Verteilung der Güter zu gewährleisten“, sagte der Papst und pries Ugandas reiche Ressourcen, besonders an Menschen. Er würdigte die „starken Familien“ und die Jugendlichen und verband diese Anerkennung umgehend mit einem weiteren Auftrag an die Regierung und das öffentliche Leben: den Jugendlichen müsse „Hoffnung, Chancen für Ausbildung und Erwerbstätigkeit und vor allem die Möglichkeit einer vollen Teilnahme am Gesellschaftsleben gegeben werden“. Auch die alten Menschen seien ein Segen: „Sie sind die lebendige Erinnerung jedes Volkes“, und ihre Weisheit und Erfahrung sollten als Kompass genutzt werden, um der Gegenwart mit Rechtschaffenheit zu begegnen.

Ein ausdrückliches Lob sprach Franziskus Uganda für seinen Umgang mit Flüchtlingen aus. Das Land habe es den Fremden ermöglicht, „ihr Leben in Sicherheit neu aufzubauen und die Würde zu erfahren, die darauf beruht, den eigenen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit zu verdienen“. An dieser Stelle weitete der Papst den Blick auf die großen Menschenströme unserer Zeit in anderen Weltgegenden, also auch Europa, und stellte klar: „Die Art, wie wir die Migranten behandeln, ist ein Test für unsere Menschlichkeit, für unsere Achtung vor der Menschenwürde und vor allem unsere Solidarität mit unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern“.

Uganda ist mit seinen 35 Millionen Einwohnern bitterarm, doch seit Jahrzehnten politisch stabil. Weil es als ruhender Pol von Krisenherden wie dem Kongo, dem Südsudan und Kenia umgeben ist, wird es von zahlreichen afrikanischen Flüchtlingen angesteuert.

Anlass seines Besuchs in Uganda sei das Gedenken zum 50. Jahrestag der Heiligsprechung der ugandischen Märtyrer durch Papst Paul VI., sagte Franziskus. Den Märtyrer-Wallfahrtsort Namugongo, der eine anglikanische und eine katholische Sektion hat, wird der Papst am Samstag besuchen. Franziskus ist nach Paul VI. (1963-1978) und Johannes Paul II. (1978-2005) der dritte Papst, der Uganda besucht.

Nach Vatikan-Angaben sind 47 Prozent der Ugander katholisch. Das Land hat damit einen der höchsten Katholikenanteile im südlichen Afrika. Seit den 1930er Jahren ging von Uganda die Ausbildung eines einheimischen afrikanischen Klerus aus. Heute sind 90 Prozent der katholischen Bischöfe und Geistlichen in Afrika selbst Afrikaner.

(rv/kap 27.11.2015 gs)