Kardinal Levada über „Strukturen, die bewahren“

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Kardinal William Levada

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, hat die wichtige Rolle der Vatikanbehörde für die Einheit der Gesamtkirche betont. Angesichts der anhaltenden Diskussionen über eine mögliche Dezentralisierung der Kurie sprach er sich in einem Interview der Zeitung „National Catholic Register“ dafür aus, den Beitrag der Kongregation zur kirchlichen Einheit anzuerkennen und zu sichern.

Das Verhältnis zwischen der Glaubenskongregation und den nationalen Bischofskonferenzen beschrieb Levada als „Geben und Nehmen“. Es müsse einen Dialog mit den Bischöfen geben, um die Vorgaben des Papstes in die Tat umzusetzen und das Kirchenoberhaupt über mögliche Probleme zu informieren.

Ein Modell „wie die Europäische Union“ mit einer schwächeren Rolle der Kongregation und mehr Unabhängigkeit für die Bischofskonferenzen halte er indes nicht für hilfreich. Derartige Vorschläge basierten allzu sehr auf einer „politischen Sicht“ der Kirchenstrukturen und ließen die theologischen Wurzeln der Kirche außer Acht.

„Es geht nicht nur um Organisationsfragen“, sagte Levada. Vielmehr gehe es darum, wie die Strukturen das bewahren und fördern könnten, was Jesus selbst hinterlassen habe. „Diese Diskussionen werden weitergehen“, so der Kardinal. Er erwarte aber keinerlei „dramatische Dezentralisierung“. Es gebe Dinge, die man dezentralisieren könne. „Aber ‚Unabhängigkeit‘ ist nicht das Wesen der Beziehung.“ Wesentlich seien dagegen „Solidarität und Zusammenhalt“.

Der vormalige Erzbischof von San Francisco wurde von Benedikt XVI. im Mai 2005 als erster US-Amerikaner an die Spitze der einflussreichen Glaubenskongregation berufen, die Ratzinger selbst zuvor ein Vierteljahrhundert lang geleitet hatte. Levada, am 15. Juni 1936 im kalifornischen Long Beach geboren, war bereits von 1976 bis 1983 als Sachbearbeiter in der Glaubenskongregation tätig, zuletzt unter dem Präfekten und Kurienkardinal Joseph Ratzinger.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Ratzinger stand Levada nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit, sondern wirkte eher im Stillen. In seine Amtszeit fiel die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbrüder und die schwierigen, bislang erfolglosen Diskussionen um eine Wiedervereinigung der Traditionalisten mit der katholischen Kirche. Nachdem er sein vatikanisches Amt niedergelegt hatte, kehrte der gesundheitlich angeschlagene Levada in die USA zurück; er lebt im kalifornischen Menlo Park. Sein Nachfolger wurde der vormalige Regensburger Bischof und jetzige Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller.

(kna 18.01.2017 pr)

„Die Kurie ist kein unbeweglicher Apparat“

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Weihnachtsaudienz Kurie, 22. Dezember 2016

Papstansprache zum traditionellen Weihnachtsempfang
für die Römische Kurie — Volltext

Wir dokumentieren im Folgenden in der offiziellen Übersetzung die Ansprache von Papst Franziskus während der Audienz zum traditionellen Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, die am Donnerstag, dem 22. Dezember, in der ‪„Sala Clementina“ im Apostolischen Palast stattfand [ZENIT berichtete].

Am Ende der Audienz übergab Franziskus den Kurienmitgliedern als Weihnachtslektüre die italienische Übersetzung des Büchleins ‪„Industriae pro Superioribus ejusdem Societatis ad curandos animae morbos“ („Anweisungen zur Behandlungen der Krankheiten der Seele“) des Jesuiten Claudio Acquaviva (1543-1615).

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Liebe Brüder und Schwestern,

ich möchte diese unsere Begegnung beginnen, indem ich euch allen meine herzlichen Glückwünsche ausspreche: den Vorgesetzten, den Angestellten, den Päpstlichen Vertretern und den Mitarbeitern in den über die ganze Welt verstreuten Nuntiaturen, allen, die in der Römischen Kurie Dienst tun, und euren Angehörigen. Ich wünsche euch ein gesegnetes, frohes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2017.

Bei der Betrachtung des Jesuskindes rief der heilige Antonius aus: » Groß als Gott, klein als Diener «. Auch der heilige Makarios, ein Mönch des 4. Jahrhunderts und Schüler des heiligen Wüstenvaters Antonius, griff für die Beschreibung des Geheimnisses der Inkarnation auf das griechische Verb smikruno, d.h. sich klein machen zurück und beschränkte sich gleichsam auf die allerkleinsten Begriffe: » Hört gut zu: Der unendliche, unzugängliche und unerschaffene Gott hat aufgrund seiner grenzenlosen und erhabenen Güte einen Leib angenommen und sich von seiner Herrlichkeit aus – ich möchte sagen – unendlich verkleinert. «

Weihnachten ist also das Fest der liebenden Demut Gottes, des Gottes, der die Ordnung des logisch Selbstverständlichen, die Ordnung des Folgerichtigen, des Dialektischen und des Mathematischen auf den Kopf stellt. In dieser Umkehrung liegt der ganze Reichtum der göttlichen Logik, die die Begrenztheit unserer menschlichen Logik durcheinander wirft (vgl. Jes 55,8-9). Romano Guardini sagte: » Welche Umwertung aller dem Menschen gewohnten Werte – nicht nur der menschlichen, auch der göttlichen! Wahrlich, dieser Gott wirft alles um, was der Mensch im Hochmut […] von sich aus aufbaut «. Zu Weihnachten sind wir aufgefordert, mit unserem Glauben „Ja“ zu sagen – nicht zum Herrscher über das All und auch nicht zu den edelsten Vorstellungen, sondern gerade zu diesem Gott, der der Demütig-Liebende ist.

Der selige Papst Paul VI. sagte Weihnachten 1971: » Gott hätte in Herrlichkeit, Glanz, Licht und Macht gekleidet kommen können, um uns Angst zu machen, so dass wir vor Staunen die Augen aufgerissen hätten. Nein, nein! Er ist gekommen wie das Kleinste der Wesen, das Zerbrechlichste, das Schwächste. Und warum? Damit sich niemand schämen sollte, ihm näher zu kommen, damit niemand sich fürchtete, damit alle ihn wirklich bei sich haben, nahe zu ihm herantreten könnten und keinen Abstand mehr hätten zwischen uns und ihm. Gott hat seinerseits die Mühe auf sich genommen, in die Tiefe zu sinken, sich in uns hinein zu senken, damit jeder – ich sage: jeder von euch – ihn duzen kann, mit ihm vertraut sein kann, ihm nahen und spüren kann, dass er an ihn denkt und dass er ihn liebt […] von ihm geliebt werden: Schaut mal, das ist ein bedeutendes Wort! Wenn ihr das begreift, wenn ihr euch an das erinnert, was ich euch hier sage, dann habt ihr das ganze Christentum verstanden. «

Tatsächlich hat Gott gewählt, klein geboren zu werden, weil er geliebt werden wollte. Auf diese Weise ist die Logik von Weihnachten die Umkehrung der weltlichen Logik, der Logik der Macht und des Kommandos, der pharisäischen, der kausalistischen oder der deterministischen Logik.

Gerade in diesem sanften und eindrucksvollen Licht des göttlichen Antlitzes des Christkindes habe ich als Thema unseres diesjährigen Treffens die Reform der römischen Kurie gewählt. Es schien mir richtig und angebracht, euch den Rahmen der Reform darzulegen und dabei die Leitlinien und die bereits getanen Schritte hervorzuheben, vor allem aber die Logik des Warum eines jeden vollzogenen Schrittes und dessen, was noch zu verwirklichen ist, herauszustellen.

Hier kommt mir wahrlich ganz spontan der alte Spruch in den Sinn, der die Dynamik der ignatianischen Exerzitien beschreibt: deformata reformare – was entstellt ist reformieren, reformata conformare – was reformiert ist, anpassen, conformata confirmare – was angepasst ist, festigen und confirmata transformare – und was gefestigt ist, neu gestalten.

Zweifellos kann in der Kurie die Bedeutung der Reform zweifach sein: Zunächst ist es eine Anpassung an die Frohe Botschaft, die froh und mutig allen verkündet werden muss, besonders den Armen, den Geringsten und den Ausgeschlossenen; und eine Anpassung an die Zeichen unserer Zeit und an alles, was der Mensch an Gutem erreicht hat, damit wir den Bedürfnissen der Menschen, denen wir zu Diensten stehen sollen, besser genügen. Zugleich geht es darum, die Kurie besser ihrem Zweck anzupassen, der darin besteht, am speziellen Dienst des Nachfolgers Petri mitzuarbeiten (» cum Ipso consociatam operam prosequuntur «,sagt das Motu proprio Humanam progressionem), also den Römischen Pontifex zu unterstützen in der Ausübung seiner einzigartigen, allgemeinen vollen, höchsten, unmittelbaren und universalen Macht.

Die Reform der Römischen Kurie ist folglich – ebenso wie der Dienst des Bischofs von Rom – ekklesiologisch orientiert in bonum e in servitium, entsprechend einer bedeutsamen Aussage des heiligen Papstes Gregor des Großen, die im dritten Kapitel der Konstitution Pastor aeternus des Ersten Vatikanischen Konzils aufgegriffen wird: » Meine Ehre ist die der ganzen Kirche. Meine Ehre ist die ungeschwächte Autorität meiner Brüder. Ich werde also wirklich geehrt, wenn keinem von ihnen die gebührende Ehre versagt wird. «

Da die Kurie kein unbeweglicher Apparat ist, ist die Reform vor allem ein Zeichen der Lebendigkeit der Kirche auf dem Wege, auf Pilgerschaft, und ein Zeichen der Kirche, die lebendig und daher semper reformanda – immer zu reformieren ist, eben weil sie lebt. Es muss mit Nachdruck bekräftigt werden, dass die Reform kein Selbstzweck, sondern ein Prozess des Wachstums und vor allem der Umkehr ist. Sie verfolgt darum kein ästhetisches Ziel, so als wolle sie die Kurie schöner machen, noch darf sie als eine Art Lifting, Make-upoder Schminke verstanden werden, um den alten kurialen Leib zu verschönern, und auch nicht als eine Operation der Schönheitschirurgie, um die Falten wegzunehmen. Liebe Brüder, nicht die Falten sind das, was man in der Kirche fürchten muss, sondern die Flecken!

Aus dieser Perspektive ist zu betonen, dass die Reform einzig und allein wirksam sein wird, wenn sie mit „erneuerten“ und nicht bloß mit „neuen“ Menschen durchgeführt wird. Es genügt nicht, sich damit zufrieden zu geben, das Personal auszutauschen, sondern die Kurienmitglieder müssen dazu gebracht werden, sich geistlich, menschlich und beruflich zu erneuern. Die Kurienreform verwirklicht sich keineswegs mit dem Wechsel der Personen – was gewiss geschieht und geschehen wird –, sondern mit der Umkehr in den Personen. Tatsächlich reicht eine „ständige Fortbildung“ nicht aus, es bedarf auch „einer Umkehr und einer ständigen Reinigung“. Ohne einen „Gesinnungswandel“ wäre das funktionelle Bemühen vergeblich.

Aus diesem Grund bin ich in unseren beiden vorigen weihnachtlichen Begegnungen 2014 nach dem Modell der Wüstenväter näher auf einige „Krankheiten“ eingegangen und 2015 von dem Wort „Barmherzigkeit“ aus auf eine Art Katalog der notwendigen Tugenden für die, welche in der Kurie Dienst tun, und für alle, die ihre Weihe oder ihre Arbeit für die Kirche fruchtbar machen wollen. Der letzte Grund ist, dass genauso wie in der ganzen Kirche auch in der Kurie das semper reformanda in einer ständigen persönlichen und strukturellen Umkehr umgesetzt werden muss.

Es war notwendig, von Krankheiten und Behandlungen zu sprechen, weil jede Operation, um zum Erfolg zu führen, durch gründliche Diagnosen und sorgfältige Analysen vorbereitet und durch genaue Verordnungen begleitet und weiter verfolgt werden muss.

Auf diesem Weg ist es normal, ja sogar heilsam, auf Schwierigkeiten zu stoßen, die im Fall der Reform in verschiedenen Arten von Widerstand auftreten könnten: offener Widerstand, der oft aus gutem Willen und aus aufrichtigem Dialog hervorgeht; verborgener Widerstand, der aus verängstigten oder versteinerten Herzen hervorgeht, die ihre Nahrung aus dem leeren Gerede des geistlichen „Gattopardismus“ derer ziehen, die sich in Worten zur Veränderung bereit erklären, aber wollen, dass alles beim Alten bleibt. Und es gibt auch den böswilligen Widerstand, der in verdrehten Mentalitäten aufkeimt und zum Vorschein kommt, wenn der Dämon böse (oft als Lämmer verkleidete) Vorhaben eingibt. Diese letzte Art des Widerstands versteckt sich hinter rechtfertigenden und in vielen Fällen beschuldigenden Worten und sucht Zuflucht in Traditionen, äußeren Erscheinungen, Formalitäten, im Altbekannten oder darin, alles auf die persönliche Ebene zu verlagern, ohne zu unterscheiden zwischen der Handlung, dem Handelnden und der Auswirkung.

Das Fehlen jeder Reaktion ist ein Zeichen von Tod! So sind also die guten Widerstände – und sogar die weniger guten – notwendig und verdienen es, angehört, angenommen und ermutigt zu werden, sich auszudrücken, denn das ist ein Zeichen, dass der Leib lebt.

All das besagt, dass die Reform der Kurie ein heikler Prozess ist, der in Treue zum Wesentlichen angegangen werden muss, mit andauerndem Unterscheidungsvermögen, mit am Evangelium orientiertem Mut, kirchlicher Weisheit, aufmerksamem Zuhören, hartnäckigem Handeln, positivem Schweigen, festen Entschlüsse, sehr viel Gebet, tiefer Demut, klarem Weitblick, mit konkreten Schritten vorwärts und – wenn es sich als notwendig erweist – auch rückwärts, mit einem entschiedenen Willen, reger Vitalität, verantwortlicher Autorität und bedingungslosem Gehorsam, an erster Stelle aber, indem wir uns der sicheren Führung des Heiligen Geistes überlassen und auf seine notwendige Unterstützung vertrauen. Und deshalb Gebet, Gebet und Gebet.

Einige Leitlinien der Reform

Im Wesentlichen sind es zwölf: Individualität, Hirtensorge, Missionsgeist, Rationalität, Funktionsfähigkeit, Modernität, Einfachheit, Subsidiarität, Synodalität, Katholizität, Professionalität und Gradualität.

1. Individualität (persönliche Umkehr)

Ich betone noch einmal die Bedeutung der individuellen Umkehr, ohne die alle strukturellen Veränderungen nutzlos sein werden. Die wahre Seele der Reform sind die Menschen, die in sie eingebunden sind und sie ermöglichen. Die persönliche Umkehr unterstützt und stärkt nämlich die gemeinschaftliche.

Es besteht eine starke Wechselwirkung zwischen dem persönlichen und dem gemeinschaftlichen Verhalten. Ein einzelner Mensch kann sehr viel Gutes in die ganze Gemeinschaft einbringen und könnte sie schädigen und krank machen. Und eine gesunde Gemeinschaft ist imstande, die eigenen Glieder zu bergen, aufzunehmen, zu stärken, zu pflegen und zu heiligen.

2. Hirtensorge (pastorale Umkehr)

Im Gedanken an das Bild des Hirten (vgl. Ez 34,16; Joh 10,1-21) und daran, dass die Kurie eine Gemeinschaft des Dienstes ist, » tut es auch uns gut, die wir gerufen sind, Hirten in der Kirche zu sein, wenn wir zulassen, dass das Antlitz Gottes, des Guten Hirten, uns erleuchtet, uns reinigt, uns verwandelt und uns vollkommen erneuert unserer Sendung zurückgibt. Damit wir auch in unserem Arbeitsumfeld ein starkes pastorales Bewusstsein spüren, pflegen und praktizieren können, vor allem den Menschen gegenüber, denen wir jeden Tag begegnen. Niemand möge sich vernachlässigt oder schlecht behandelt fühlen, sondern jeder soll vor allem hier die liebevolle Sorge des Guten Hirten erfahren können. «

Das Engagement des gesamten Personals der Kurie muss von einer Hirtensorge und von einer Spiritualität des Dienstes und der Gemeinschaft beseelt sein, denn das ist das Gegenmittel gegen alle Gifte eitler Ehrsucht und trügerischer Rivalität. In diesem Sinn mahnte der selige Paul VI.: » Die Römische Kurie soll daher keine Bürokratie sein, wie sie zu Unrecht von manchen beurteilt wird, anmaßend und teilnahmslos, nur auf Rechtsordnungen und Rituale fixiert, ein Klettergarten verborgener Ehrgeize und heimlicher Antagonismen, wie andere sie beschuldigen. Sie soll vielmehr eine echte Gemeinschaft des Glaubens und der Liebe, des Gebetes und des Handelns sein; eine Gemeinschaft von Geschwistern als „Söhne“ und „Töchter“ des Papsts, die alles tun – jeder in der Achtung gegenüber der Kompetenz des anderen und mit einem Sinn für Zusammenarbeit –, um ihm zu dienen in seinem Dienst an den Brüdern und an den Söhnen und Töchtern der Weltkirche sowie der ganzen Erde. « Hinter den Akten stehen Menschen.

3. Missionsgeist (Christozentrismus)

Das Hauptziel jedes kirchlichen Dienstes ist das, die Frohe Botschaft bis an alle Enden der Erde zu bringen, wie uns die Konzilslehre erinnert, denn » es gibt kirchliche Strukturen, die eine Dynamik der Evangelisierung beeinträchtigen können; gleicherweise können die guten Strukturen nützlich sein, wenn ein Leben da ist, das sie beseelt, sie unterstützt und sie beurteilt. Ohne neues Leben und echten, vom Evangelium inspirierten Geist, ohne Treue der Kirche gegenüber ihrer eigenen Berufung wird jegliche neue Struktur in kurzer Zeit verderben. «

4. Rationalität

Aufgrund des Prinzips, dass alle Dikasterien rechtlich gleichgestellt sind, erwies sich eine Rationalisierung der Organismen der Römischen Kurie als notwendig, um zu verdeutlichen, dass jedes Dikasterium eigene Kompetenzen besitzt. Diese Zuständigkeiten müssen respektiert, aber auch rationell, wirksam und effizient verteilt werden. Kein Dikasterium kann also die Zuständigkeit eines anderen Dikasteriums für sich in Anspruch nehmen, entsprechend der rechtlichen Festlegung, und andererseits stehen alle Dikasterien in direktem Bezug zum Papst.

5. Zweckdienlichkeit

Die eventuelle Zusammenlegung zweier oder mehrerer Dikasterien mit Zuständigkeiten für ähnliche oder eng miteinander verbundene Bereiche zu einem einzigen Dikasterium dient einerseits dazu, diesem eine größere Bedeutung (auch nach außen) zu verleihen; andererseits verhelfen der direkte Kontakt und das Zusammenwirken einzelner Realitäten innerhalb eines Dikasteriums zu einer größeren Zweckdienlichkeit. (Ein Beispiel dafür sind die beiden jüngst eingesetzten neuen Dikasterien).

Das Kriterium der Zweckdienlichkeit erfordert auch die ständige Überprüfung der Rollen und der Zuweisung der Kompetenzen und Verantwortlichkeiten des Personals und folglich die Durchführung von Versetzungen, Einstellungen, Unterbrechungen und auch Beförderungen.

6. Modernität („Aggiornamento“ – Aktualisierung)

Es handelt sich um die Fähigkeit, die „Zeichen der Zeit“ zu verstehen und auf sie zu hören. In diesem Sinn » sorgen wir zügig dafür, dass die Dikasterien der Römischen Kurie den Situationen unserer Zeit angepasst werden und den Bedürfnissen der Weltkirche entsprechen «. Das Zweite Vatikanische Konzil wünschte, dass die Dikasterien der Römischen Kurie » eine neue Ordnung erhalten, die den Erfordernissen der Zeit, der Gegenden und der Riten stärker angepasst ist, besonders was ihre Zahl, Bezeichnung, Zuständigkeit, Verfahrensweise und die Koordinierung ihrer Arbeit angeht«.

7. Einfachheit

Aus dieser Sicht sind eine Vereinfachung und eine Verschlankung der Kurie notwendig: die Zusammenlegung oder Fusion von Dikasterien entsprechend ihren Zuständigkeitsbereichen und die interne Vereinfachung einzelner Dikasterien; eventuelle Schließung von Büros, die für die jeweiligen Bedürfnisse nicht mehr geeignet sind. Einfügung oder auch Reduzierung zum Beispiel von Kommissionen, Akademien, Komitees in Dikasterien – alles im Hinblick auf die unerlässliche Einfachheit, die für ein korrektes und authentisches Zeugnis notwendig ist.

8. Subsidiarität

Neuordnung der spezifischen Zuständigkeiten der verschiedenen Dikasterien, indem sie nötigenfalls von einem Dikasterium in ein anderes verlegt werden, um Autonomie, Koordination und Subsidiarität in den Kompetenzen und die wechselseitige Verbindung im Dienst zu erreichen.

In diesem Sinn erweist sich auch die Beachtung der Prinzipien der Subsidiarität und der Rationalisierung in der Beziehung zum Staatssekretariat und in dessen innerer Organisation – unter seinen verschiedenen Zuständigkeiten – als notwendig, damit es in der Erfüllung seiner eigenen Aufgaben die direkte und unmittelbarere Hilfe für den Papst ist. Das auch für eine bessere Koordinierung der verschiedenen Sektoren der Dikasterien und der Büros der Kurie. Das Staatssekretariat kann diese seine wichtige Funktion gerade in der Verwirklichung der Einheit, der Interdependenz und der Koordination seiner Sektionen und seiner verschiedenen Bereiche erfüllen.

9. Synodalität

Die Arbeit der Kurie muss synodalen Charakter haben: gewohnheitsmäßige Versammlungen der Dikasterien-Leiter unter dem Vorsitz des Papstes; regelmäßige Audienzen „nach Plan“ der Dikasterien-Leiter; gewohnte Versammlungen der Dikasterien untereinander. Die Reduzierung der Anzahl der Dikasterien wird häufigere und systematischere Begegnungen der einzelnen Präfekten mit dem Papst und wirkungsvolle Versammlungen der Dikasterien-Leiter ermöglichen, was bei einer größeren Gruppe so nicht möglich ist.

Die Synodalität muss auch im Innern jedes Dikasteriums gelebt werden, indem dem Kongress eine besondere Bedeutung verliehen und wenigstens die gewöhnliche Sitzung häufiger abgehalten wird. Innerhalb eines jeden Dikasteriums muss die Aufsplitterung vermieden werden, die durch verschiedene Faktoren verursacht werden kann, wie die Vervielfachung von spezialisierten Abteilungen, die zu einer gewissen Selbstbezogenheit neigen können. Die Koordinierung unter ihnen müsste Aufgabe des Sekretärs oder des Untersekretärs sein.

10. Katholizität

Unter den Mitarbeitern muss die Kurie über die Priester und die gottgeweihten Personen hinaus die Katholizität der Kirche widerspiegeln durch die Einstellung von Personal aus aller Welt, von ständigen Diakonen und gläubigen Laien, die sorgfältig aufgrund ihres einwandfreien geistlichen und moralischen Lebens und ihrer beruflichen Kompetenz ausgewählt werden müssen. Es ist angebracht, den Zugang einer größeren Anzahl von gläubigen Laien einzuplanen, besonders in den Dikasterien, in denen sie sachkundiger sein können als Kleriker und Ordensleute. Von großer Bedeutung sind im Übrigen die Aufwertung der Rolle der Frau und der Laien im Leben der Kirche und ihre Eingliederung in Führungsrollen der Dikasterien. Dabei muss der Multikulturalität besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

11. Professionalität

Es ist unerlässlich, dass jedes Dikasterium eine Politik der ständigen Fortbildung des Personals ergreift, um das „Einrosten“ und das Abfallen in die Routine des Funktionalismus zu vermeiden.

Andererseits muss die Praxis des promoveatur ut amoveatur unbedingt definitiv ad acta gelegt werden. Das ist ein Krebsgeschwür.

12. Gradualität (Unterscheidung)

Die Gradualität ist die Frucht der unentbehrlichen Unterscheidung. Diese schließt einen historischen Prozess, ein Abwägen von Zeiten und Etappen, Überprüfung, Korrekturen, Versuchsphasen und die Approbation ad experimentum ein. Es handelt sich also in diesen Fällen nicht um Unentschiedenheit, sondern um die Flexibilität, die notwendig ist, um eine wirkliche Reform zu erreichen.

Einige vollzogene Schritte

In einem kurzen Überblick nenne ich einige Schritte, die verwirklicht wurden in Umsetzung der Leitlinien und der Empfehlungen, die von den Kardinälen während der Generalkongregationen vor dem Konklave, von der COSEA, vom Kardinalsrat sowie von den Leitern der Dikasterien und von anderen Personen und Experten geäußert wurden.

Am 13. April 2013 wurde die Errichtung des Kardinalsrates (Consilium Cardinalium Summo Pontifici) – der sogenannte K8, der ab dem 1. Juli 2014 zum K9 wurde – angekündigt, und zwar primär, um den Papst hinsichtlich der Leitung der Universalkirche und anderer diesbezüglicher Themen zu beraten, als auch mit der spezifischen Aufgabe, eine Revision der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus vorzulegen.

Mit dem Chirograph vom 24. Juni 2013 wurde die Päpstliche Aufsichtskommission für das Institut für die Religiösen Werke errichtet, um die Rechtsstellung des IOR gründlicher kennen zu lernen und um eine bessere » Übereinstimmung « mit der » universalen Sendung des Apostolischen Stuhls « zu erlauben. Dies alles dient dazu, » es den Prinzipien des Evangeliums zu ermöglichen, auch die Aktivitäten ökonomischer und finanzieller Natur zu durchdringen «, und eine umfassende anerkannte Transparenz in seinem Wirken zu erlangen.

Mit dem Motu proprio vom 11. Juli 2013 wurde Sorge getragen, die Gerichtsbarkeit der Rechtsorgane des Staates der Vatikanstadt im Bereich des Strafrechts zu umreißen.

Mit dem Chirograph vom 18. Juli 2013 wurde die COSEA (Päpstliche Studien- und Leitungskommission für die Organisation der administrativ-wirtschaftlichen Struktur des Heiligen Stuhls) eingesetzt mit der Aufgabe, in Zusammenarbeit mit dem Kardinalsrat für das Studium der organisatorischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls Informationen zu sammeln, zu studieren und zu analysieren.

Mit dem Motu proprio vom 8. August 2013 wurde das Finanzsicherheitskomitee des Heiligen Stuhls zur Verhütung und Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismus-Finanzierung und Verbreitung von Massenvernichtungswaffen errichtet, um das IOR und das ganze vatikanische Wirtschaftssystem zur ordnungsmäßigen Anwendung und zur sorgfältigen und vollständigen Erfüllung aller Gesetze auf internationalem Standard zur finanziellen Transparenz zu bringen.

Mit dem Motu proprio vom 15. November 2013 wurde die Finanzaufsichtsbehörde (AIF) konsolidiert, die von Benedikt XVI. mit dem Motu proprio vom 30. Dezember 2010 zur Verhütung und Bekämpfung illegaler Aktivitäten im Finanz- und Geldbereich errichtet wurde.

Mit dem Motu proprio vom 24. Februar 2014 (Fidelis dispensator et prudens) wurden das Wirtschaftssekretariat und der Wirtschaftsrat, der den Rat der 15 Kardinäle ersetzt, errichtet mit der Aufgabe, die Kontrollstrategien bezüglich der wirtschaftlichen Verwaltung des Heiligen Stuhls und der Vatikanstadt aufeinander abzustimmen.

Mit dem selben Motu proprio (Fidelis dispensator et prudens) vom 24. Februar 2014wurde das Amt des Generalrevisors (URG) als neue Einrichtung des Heiligen Stuhls errichtet. Er hat die Aufgabe, die Rechnungsprüfung (audit) der Dikasterien der Römischen Kurie, der Einrichtungen, die mit dem Heiligen Stuhl verbunden sind oder sich auf ihn beziehen, und der Verwaltungen des Governatorats des Staates der Vatikanstadt durchzuführen.

Mit dem Chirograph vom 22. März 2014 wurde die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen errichtet, um » den Schutz der Würde der Minderjährigen und gefährdeten Erwachsenen durch die Formen und Weisen, die der Natur der Kirche gemäß sind und für mehr geeignet gehalten werden, zu schützen «.

Mit dem Motu proprio vom 8. Juli 2014 wurde die Ordentliche Sektion der Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhls dem Wirtschaftssekretariat übertragen.

Am 22. Februar 2015 wurden die Statuten der neuen Wirtschaftseinrichtungen approbiert.

Mit dem Motu proprio vom 27. Juni 2015 wurde das Sekretariat für die Kommunikation errichtet. Seine Aufgabe besteht darin, » auf den aktuellen Kommunikationskontext, der von der Präsenz und der Entwicklung der digitalen Medien sowie von den Faktoren der Konvergenz und Interaktivität gekennzeichnet ist, zu antworten « und auch durch einen Prozess der Reorganisation und Zusammenlegung » alle Realitäten, die sich auf verschiedene Weise bisher um die Kommunikation gekümmert haben « insgesamt umzustrukturieren, » um den Erfordernissen der Sendung der Kirche immer besser zu entsprechen «.

Am 6. September 2016 wurde das Statut des Sekretariats für die Kommunikation erlassen, das im vergangenen Oktober in Kraft getreten ist.

Mit den beiden Motu proprio vom 15. August 2015 wurde für die Reform des kanonischen Verfahrens für die Fälle von Ehenichtigkeitserklärungen Sorge getragen: mit Mitis et misericors Iesus im Gesetzbuch der katholischen Ostkirchen; mit Mitis Iudex Dominus Iesus im Codex des kanonischen Rechtes.

Mit dem Motu proprio vom 4. Juni 2016 (Wie eine liebende Mutter) wollte man der Nachlässigkeit von Bischöfen bei ihrer Amtsführung, insbesondere in Bezug auf Fälle des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen oder gefährdeten Erwachsenen, vorbeugen.

Mit dem Motu proprio vom 4. Juli 2016 (Die zeitlichen Güter) wurde unter Befolgung der äußerst wichtigen Regel, dass die Aufsichtsbehörden von den beaufsichtigten Einrichtungen getrennt sein müssen, die jeweiligen Kompetenzbereiche des Wirtschaftssekretariats und der Verwaltung der Güter des Apostolischen Stuhles besser umrissen.

Mit dem Motu proprio vom 17. August 2016 (Sedula Mater) wurde das Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben errichtet. Hierbei wurde vor allem an die allgemeine pastorale Zielsetzung des Petrusdienstes erinnert: » Wir beeilen uns, alles zu verfügen, damit sich der Reichtum Jesu Christi auf geeignetere Weise und in größerer Fülle auf die Christgläubigen ergießt. «

Mit dem Motu proprio vom 17. August 2016 (Humanam progressionem) wurde das Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen errichtet, damit die Entwicklung » durch die Pflege der unermesslichen Güter der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung « verwirklicht wird. In diesem Dikasterium werden ab dem 1. Januar 2017 vier Päpstliche Räte zusammengeführt: Gerechtigkeit und Frieden, Cor Unum, Seelsorge für die Migranten und die Menschen unterwegs sowie Pastoral im Krankendienst. Ich werde mich ad tempus direkt der Sektion für die Seelsorge für die Migranten und Flüchtlinge dieses neuen Dikasteriums widmen.

Am 18. Oktober 2016 wurde das Statut der Päpstlichen Akademie für das Leben approbiert.

Zu Beginn unseres Treffens war von der Bedeutung von Weihnachten als Umwälzung unserer menschlichen Kriterien die Rede, um herauszustellen, dass das Herz und die Mitte der Reform Christus ist (Christozentrismus).

Nun möchte ich einfach mit einem Wort und einem Gebet schließen. Das Wort besteht darin zu bekräftigen, dass Weihnachten das Fest der liebenden Demut Gottes ist. Als Gebet habe ich die weihnachtliche Anrufung von P. Matta el Meskin (ein zeitgenössischer Mönch) ausgewählt, der sich an den zu Betlehem geborenen Herrn Jesus mit diesen Worten wendet: » Wenn auch für uns die Erfahrung des Kindseins schwierig ist, so nicht für dich, Sohn Gottes. Wenn wir auf dem Weg straucheln, der in diesem Kleinsein zur Gemeinschaft mit dir führt, dann kannst du alle Hürden wegnehmen, die uns daran hindern. Wir wissen, dass du keine Ruhe hast, bis du uns nicht als dein Ebenbild und in dieser Gestalt des Kleinseins findest. Erlaube uns heute, Sohn Gottes, uns deinem Herzen zu nähern. Gib, dass wir uns in unseren Erfahrungen nicht für groß halten. Lass uns vielmehr klein werden wie du, damit wir dir nahe sein können und von dir Demut und Milde in Überfülle empfangen. Beraube uns nicht deiner Offenbarung, der Epiphanie deines Kindseins in unseren Herzen, auf dass wir damit jeden Stolz und alle Arroganz heilen können. Wir bedürfen es so sehr, […], dass du deine Einfachheit in uns offenbarst, indem du uns, ja die Kirche und die ganze Welt dir näherbringst. Die Welt ist müde und erschöpft, da sie um die Wette läuft, wer der größte ist. Es herrscht ein unerbittlicher Wettstreit zwischen Regierungen, Kirchen, Völkern, innerhalb der Familien, zwischen einer Pfarrei und der anderen: Wer ist der Größte von uns? Die Welt ist von schmerzhaften Wunden verletzt, weil ihre große Krankheit heißt: Wer ist der Größte? Aber heute haben wir in dir unser einziges Heilmittel gefunden, Sohn Gottes. Wir und die ganze Welt werden weder Heil noch Frieden finden, wenn wir nicht umkehren, um dir von neuem in der Krippe von Bethlehem zu begegnen. Amen. «

Vielen Dank. Ich wünsche euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2017!

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[frei gesprochen]

Vor zwei Jahren, als ich über die Krankheiten gesprochen habe, kam einer von euch zu mir und sagte mir: » Wo soll ich hingehen, zur Apotheke oder zur Beichte? « – » Hm, zu beiden «, sagte ich. Und als ich Kardinal Brandmüller begrüßte, hat er mir in die Augen geschaut und gesagt: » Acquaviva! « In diesem Moment habe ich es nicht verstanden, aber als ich dann nachdachte und nachdachte, erinnerte ich mich, dass Acquaviva, der dritte General der Gesellschaft Jesu, ein Buch geschrieben hatte, das wir als Studenten auf Latein lasen, das uns die Spirituale lesen ließen. Sein Titel war: Industriae pro Superioribus ejusdem Societatis ad curandos animae morbos, das heißt die Krankheiten der Seele. Vor drei Monaten ist eine sehr gute italienische Ausgabe erschienen. Sie wurde von Pater Giuliano Raffo, der vor kurzem verstorben ist, besorgt und hat ein gutes Vorwort, das Hinweise gibt, wie man es lesen muss, und auch eine gute Einleitung. Es handelt sich nicht um eine kritische Ausgabe, aber die Übersetzung ist sehr schön, gut gemacht, und ich denke, sie ist hilfreich. Gerne möchte ich sie einem jeden von euch als Weihnachtsgeschenk geben. Danke.

[Segen]

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Quelle

Arbeit ist Gabe des Herrn

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Weihnachtsaudienz, 22. Dezember 2016

Zusammenfassung der Ansprache von Papst Franziskus
vor den Mitarbeitern des Heiligen Stuhls und des Staates der Vatikanstadt

Papst Franziskus empfing heute Mittag die Mitarbeiter des Heiligen Stuhls und des Staates der Vatikanstadt sowie ihre Familien in der Audienzhalle „Paul VI.“ für die Weihnachtswünsche in Audienz. In seiner Ansprache dankte der Papst dem Herrn für die Gabe der Arbeit, die sowohl für den Arbeitnehmer als auch für dessen Familie sehr wichtig sei.

Gleichzeitig machte Papst Franziskus auf die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt und schlechtbezahlte oder gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen in Italien und der ganzen Welt aufmerksam. Auf die Arbeitswelt im Vatikan bezogen, betonte der Papst, dass der Mitarbeiterstab überschaubar und es daher möglich sei, alle Arbeitsbereiche und ihre Mitarbeitert zu kennen. Die christliche Soziallehre müsse auch in der Arbeitswelt Anwendung finden, besonders natürlich im Vatikan. Jedem sprach Papst Franziskus seinen ausdrücklichen Dank für die im Laufe des Jahres geleistete Arbeit aus.

Anschließend erinnerte der Papst an das Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit, die mit dem Ende des Jahres weiter jeden Tag gelebt werde. Weihnachten denke man an Geschenke, doch das wahre Geschenk gebe Er, unser Herr, der uns Jesus schenke. Auch in unseren Geschenken solle dieser Gedanke zum Ausdruck kommen.

Papst Franziskus entließ die Mitarbeiter mit den besten Weihnachtswünschen an die Familien, vor allem die Kinder, Kranken und alten Menschen, dass ihre Herzen voller Barmherzigkeit sein mögen, und erteilte seinen Segen. Wie immer bat der Papst auch darum, ihn in die Gebete einzuschließen.

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Quelle

Kurienreform ist kein Lifting

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Weihnachtsaudienz Kurie, 22. Dezember 2016 / © CTV – OSSERVATORE ROMANO

Zusammenfassung der Ansprache von Papst Franziskus
vor den Kurienmitgliedern während der Weihnachtsaudienz

Papst Franziskus empfing heute vormittag die Kurienmitglieder in Audienz für die Weihnachtswünsche. In seiner Ansprache informierte der Papst über den Stand der Kurienreform und die zukünftigen Herausforderungen, nachdem er die Kardinäle und anderen Kurienmitglieder daran erinnert hatte, dass Weihnachten das Fest der liebenden Demut Gottes sei und auch die Kurienmitglieder aufgerufen seien, sich zu Gott zu bekennen und nicht zur weltlichen Macht.

Ziel der Kurienreform sei es, zeitgemäß zu handeln, den Ansprüchen der modernen Gesellschaft zu dienen und die Kurie selbst zum Guten und zum Dienen zu führen. Die Reform sei Ausdruck der Lebendigkeit der Kirche und ihrer Bekehrung, erklärte Papst Franziskus und betonte, dass es sich dabei nicht um eine rein äußerliche Maßnahme wie bei einem Lifting oder einer Schönheits-Operation handele, sondern um eine spirituelle Erneuerung. Dazu habe es vorher einer grundlegenden Untersuchung und Analyse bedurft, der dann die entsprechenden Heilmaßnahmen folgten.

Papst Franziskus räumte ein, dass der Reformprozess nicht ohne Widerstände ablaufe, teils aus gutem Willen und ehrlichem Dialog, teils versteckt aus Angst, teils übelwollend. Sich den Widerständen zu stellen, sei Teil der Arbeit. Zwölf Leitmotive stellte Papst Franziskus als besonders maßgeblich heraus, Individualität (persönliche Bekehrung), Pastorale (pastorale Bekehrung), Mission, Rationalität, Funktionalität, Modernität, Einfachheit, Subsidiarität, Synodalität, Katholizismus, Professionalität und Gradualität, denen er sich anschließend in seiner Ansprache vertieft zuwandte.

Die persönliche Bekehrung sei wichtig, da jeder Mitarbeiter mit seiner Arbeit zur Reform beitrage und Teil des Ganzen sei. Unter der pastoralen Bekehrung versteht Papst Franziskus, dass sich niemand an seinem Arbeitsplatz vernachlässigt oder schlecht behandelt fühlen dürfe. Hinter den Akten steckten Menschen. Pastoral und Spiritualität des Dienens und der Gemeinschaft müssten bei der Arbeit der Kurie herrschen. Sie müsse eine Gemeinschaft des Glaubens und der Nächstenliebe, des Gebets und der Handlung sein.

Unter Rationalität versteht Papst Franziskus die Gleichberechtigung der Dikasterien, die die Rationalisierung der Organe in der Römischen Kurie erfordere. Das bedeute, dass die Kompetenzen jedes Dikasteriums zu respektieren seien. Die Zusammenführung zweier oder dreier Dikasterien in ein einziges diene der Funktionalität und erfordere eine entsprechende Anpassung der Kompetenzen und des Personals.

Unter dem Begriff „Modernität“ führt Papst Franziskus den Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils fort, die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Universalkirche den Herausforderungen der Gegenwart anzupassen. Verschlankung und Vereinfachung der Kurie zählten zu den Maßnahmen, die der Effizienz dienten. Ebenso diene auch die Subsidiarität der Effizienz und Straffung. Für die Durchführung der Reform müsse die Kurie synodal arbeiten und regelmäßig zusammenkommen. Eine bessere Koordinierung und eine vereinfachte Kommunikation seien das Ziel.

Für die Auswahl des Personals seien neben der Kompetenz die spirituelle Eignung ausschlaggebend, führte Papst Franziskus zum Punkt „Katholizismus“ aus. Vor allem Frauen und Laien müsse mehr Bedeutung zugemessen werden. Eine geeignete Ausbildung des Personals diene dazu, der Routine entgegenzuwirken. Neben der Professionalität bedürfe es auch der Gradualität. Papst Franziskus zählte anschließend die Motu Proprio, die im Rahmen der Reform veröffentlicht wurden, auf.

Abschließend mahnte Papst Franziskus, unsere Welt werde von einem schonungslosen Konkurrenzdenken beherrscht, nur der Gottessohn könne uns heilen und Frieden schenken.

Den Kurienmitgliedern übergab er als Weihnachtsgeschenk und -lektüre zur Vertiefung der angesprochenen Aspekte eine Publikation des Jesuitenpaters Claudio Acquaviva (1543-1615) über Seelenkrankheiten.

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Neuer Wein aus dem wahren Weinstock

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Pater Raniero Cantalamessa / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Pater Cantalamessas dritte Adventspredigt

‪„Der materielle Rausch (Alkohol, Drogen, Sex, Erfolg) erschüttert, verringert das Selbstwertgefühl, während die geistige Trunkenheit im Guten festigt“, hat Pater Raniero Cantalamessa, Prediger des Päpstlichen Hauses, am Freitag im Vatikan gesagt.

Die dritte Predigt der Freitagsmeditation im Advent befasste sich mit ‪„der nüchternen Trunkenheit des Geistes“. In der Kapelle ‪„Redemptoris Mater“ des Apostolischen Palastes, in Anwesenheit von Papst Franziskus und Vertretern der römischen Kurie, stellte der Prediger fest, dass beide Arten von Trunkenheit Freude hervorriefen, aber der materielle Rausch bleibe unter der Vernunft, während die geistige Trunkenheit darüber hinausgehe.

Er unterstrich auch die Bedeutung, den Weg der Trunkenheit zur Nüchternheit wieder zu entdecken. Das christliche Leben sei nicht nur eine Frage des persönlichen Wachstums in der Heiligkeit; es sei auch Dienst und Verkündigung. Um diese Aufgaben zu bewerkstelligen, benötigten die Gläubigen die ‪„Kraft aus der Höhe“, Charismen, oder kurz gesagt, ‪„eine starke Erfahrung, pfingstlich, des Heiligen Geistes“.

Diejenigen, die zu Pfingsten die Apostel für trunkene Männer hielten, lagen mit ihrer Annahme richtig, habe der heilige Cyril von Jerusalem geschrieben; „Ihr einziger Fehler war, die Trunkenheit gewöhnlichem Wein zuzuschreiben, es war aber ein ‚neuer Wein‘, aus dem ‚wahren Weinstock‘ gepresst, der Christus ist‪“, erinnerte der päpstliche Prediger.

‪„Die Gabe Christi ist nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt, sondern ist für alle Zeiten offen. Im Schatz seiner Erlösung ist genug für alle da“, sagte Pater Cantalamessa, der hinzufügte, dass es gerade die Rolle des Heiligen Geistes sei, die Erlösung Christi universell zu machen, jedem zu erschließen, überall und zu jeder Zeit.

Der Kapuzinerpater betonte besonders die ‪„Taufe im Heiligen Geist“. „Ich spreche hier ohne jegliche Absicht von Proselytismus, aber weil ich eben denke, dass wir eine Realität im Herzen der Kirche kennen, die Millionen von Katholiken betrifft“, sagte er. Der Begriff ‪„Taufe im Geist“ komme von Jesus selbst (Apg 1,5).

‪„Es ist ein Ritual, das nichts Esoterisches hat, sondern durch Gesten großer Einfachheit gekennzeichnet ist, ruhig und froh, begleitet von Reue für die Sünden und Bereitschaft, wieder Kinder zu werden, um in Sein Reich zu gelangen“, so Cantalamessa.

Dies sei eine Erneuerung und Aktualisierung nicht nur der Taufe und Firmung, sondern des ganzen christlichen Lebens, für ein Paar des Sakraments der Ehe, für die Priester ihrer Weihe, für die Ordensleute ihrer Profess. ‪

„Die Taufe im Geist“ erweise sich als eine einfache und wirksame Art und Weise, das Leben von Millionen von Gläubigen in fast allen christlichen Kirchen zu erneuern. Sie sei offen für alle, so betonte der Prediger des Päpstlichen Hauses. (mk)

Der Volltext der Predigt ist hier (auf Englisch) abrufbar.

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Pater Cantalamessa warnt vor der Versuchung, dem Heiligen Geist Ratschläge zu erteilen

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Pater Raniero Cantalamessa / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Zweite Adventspredigt für den Papst und die Kurie

‪„Wir müssen uns von einer Versuchung hüten: dem Heiligen Geist Ratschläge erteilen zu wollen, anstatt welche anzunehmen“, hat Pater Raniero Cantalamessa, Prediger des Päpstlichen Hauses, in seiner zweiten Adventspredigt am Freitag im Vatikan gesagt. Er unterstrich, es gebe ‪„eine subtile Art und Weise dem Heiligen Geist zu suggerieren, was er mit uns tun und wie er uns leiten sollte. Aber der Heilige Geist führt, und wird nicht geführt.“

‪„Der Geist führt die Kirche auf zwei Arten: direkt und manchmal charismatisch, durch Offenbarung und prophetische Inspiration; zu anderen Zeiten, kollegial, durch eine geduldige und zähe Konfrontation und sogar durch Kompromiss zwischen den Parteien und unterschiedlichen Standpunkten“, erklärte Pater Cantalamessa.

Das Thema der zweiten Predigt lautete: ‪„Der Heilige Geist und das Charisma der Unterscheidung.“ In der Kapelle Redemptoris Mater des Apostolischen Palastes in Anwesenheit von Papst Franziskus und Vertretern der römischen Kurie reflektierte der Prediger über Unterscheidung im kirchlichen sowie persönlichen Leben. ‪„Der Heilige Geist ist bei aller Unterscheidung der Erstbeweger“, versicherte der Prediger des Papstes.

‪„Der Heilige Geist erleuchtet die Seele in der Regel nicht auf wundersame oder außergewöhnliche Art und Weise, sondern sehr einfach, durch das Wort der Schrift“, erläuterte Pater Cantalamessa: ‪„Auf diese Weise fanden die wichtigsten Unterscheidungen der Geschichte statt.“ Das Wort Gottes erleuchte‪ „besser als aller Menschen Rat.“

Abgesehen vom Wort Gottes sei die Gewissensprüfung, die am weitesten verbreitete Praxis persönlich Einsicht zu üben. Aber diese Bewertung sollte nicht auf die Vorbereitung vor der Beichte beschränkt bleiben, sondern zur konsequenten Fähigkeit werden, sich von Gott unters Licht setzen und die Tiefen unserer Intimsphäre scannen zu lassen, sagte er.

Pater Cantalamessas Predigt berührte auch das Thema der Unterscheidung zwischen Sünde und Sünder. Die ständige Herrschaft Jesu in Fragen der Moral lasse sich in wenigen Worten zusammenfassen: ‪„Nein zur Sünde, ja zum Sünder.“

Es gebe keine schwerere Sünde zu verurteilen, als der ungerechte Reichtum, aber Jesu lud sich bei Zachäus ein und die bloße Tatsache, dass er sich änderte, genügte. ‪„Er verurteilt Ehebruch, einschließlich des Beabsichtigten, aber verzeiht der Ehebrecherin und gibt ihr wieder Hoffnung. Er bekräftigte die Unauflöslichkeit der Ehe, sprach aber mit der Samariterin, die fünf Männer gehabt hatte und lüftete das Geheimnis, dass er niemand anderem so ausdrücklich erzählt hatte: ‚Ich bin (der Messias), der zu Euch spricht’‪‪ (Joh 4, 26).“

‪„Wenn wir fragen, wie eine klare Unterscheidung zwischen der Sünde und dem Sünder theologisch zu rechtfertigen sei, ist die Antwort ganz einfach: der Sünder ist ein Geschöpf Gottes, nach seinem Bild geschaffen, und er behält seine Würde trotz aller Verirrungen: Die Sünde ist nicht Gottes Werk, nicht von ihm, sondern vom Feind“, fuhr er fort.

Am Ende seiner Meditation lud Pater Cantalamessa seine Zuhörer ein, sich auf den Heiligen Geist zu verlassen, wie die Saiten der Harfe sich von den Fingern zupfen ließen, die sie bewegten. ‪„Als gute Schauspieler müssen wir ein Ohr der Stimme des verborgenen Souffleurs leihen, um getreu unsere Rolle auf der Bühne des Lebens zu rezitieren“, sagte er. (mk)

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Papst Franziskus will gemeinschaftliche Kirchenleitung

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Franziskus spricht sich in Interview mit belgischer Zeitschrift „Tertio“ für stärkeres Hinhören auf die Ortskirchen aus – Staaten besser religionsneutral als religiös, strikter Laizismus jedoch „überholtes Konzept“

Vatikanstadt, 07.12.2016 (KAP) Papst Franziskus strebt ein gemeinschaftliches Leitungsmodell für die Kirche an. Eine Vielfalt von Schattierungen sei charakteristisch für die Kirche; in ihr bestehe „Einheit in Verschiedenheit“, sagte Franziskus in einem bereits vor einigen Wochen geführten Interview, das die belgische Zeitschrift „Tertio“ sowie auch der Vatikan am Mittwoch veröffentlichten. Nachdrücklich warb der Papst für das Prinzip der sogenannten Synodalität. Dieses verlange, nicht „von oben nach unten“ zu regieren, sondern „die Ortskirchen zu hören, sie zu harmonisieren, zu unterscheiden“. Die Kirche selbst entstehe „von der Basis, aus den Gemeinden, aus der Taufe“.

„Entweder gibt es eine pyramidenförmige Kirche, wo man das macht, was Petrus sagt, oder es gibt eine synodale Kirche, in der Petrus Petrus ist, aber die Kirche begleitet, sie wachsen lässt, sie hört“, sagte Franziskus. Die katholische Kirche müsse „in der Synodalität vorangehen; das ist eines der Elemente, das die Orthodoxen bewahrt haben“.

Als Beispiel für dieses Leitungsprinzip verwies er auf das Dokument „Amoris laetitia“ vom April. Es sorgte wegen unterschiedlicher Deutungen im Blick auf den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen auch unter Kardinälen für eine Kontroverse. Das Schreiben sei „das Ergebnis zweier Synoden, auf denen die ganze Kirche gearbeitet hat, und das der Papst sich angeeignet hat“. Die Inhalte von „Amoris laetitia“ seien von den Synodenteilnehmern mit Zweidrittelmehrheit gebilligt worden. „Das ist eine Garantie“, sagte Franziskus.

Besser „gesunde Laizität“ als Laizismus

Im Interview sprach sich der Papst zudem für eine „gesunde Laizität“ in einem Staat aus. Er sehe den religionsneutralen Staat als „eine gute Sache“ und als „besser als ein religiöser Staat, weil religiöse Staaten schlimm enden“, betonte Franziskus. Die Trennung von Staat und Kirche in einem Gemeinwesen sei „gesund“.

Hingegen wandte er sich gegen einen strikten Laizismus, der alles Religiöse in die Privatsphäre verbannt. Eine solche Ordnung schließe die Tür zur Transzendenz; Offenheit für das Jenseitige gehöre aber zur Natur des Menschen. „Jeden Akt der Transzendenz in die Sakristei zu verweisen, ist eine Sterilität, die nichts mit der menschlichen Natur zu tun hat, die der menschlichen Natur einen guten Teil des Lebens, die Offenheit, nimmt“, sagte der Papst. Die Verbannung des Religiösen aus dem öffentlichen Raum sei für ihn ein „überholtes Konzept“.

Kritik an Europas Friedenspolitik

Kritisch äußerte sich der Papst im gleichen Interview über die Lehren Europas aus dem Ersten Weltkrieg. Die Forderung „Nie wieder Krieg“ sei „nicht ernst genommen worden“. Nach einem Zweiten Weltkrieg sei jetzt ein dritter in Gang, der „auf Raten“ geführt werde. Der Papst verwies auf die Ukraine, den Nahen Osten, Afrika und den Jemen. „Wir sagen ‚Nie wieder Krieg‘, und derweil produzieren wir Waffen und verkaufen sie, verkaufen sie an beide Seiten, die sich bekämpfen“, sagte Franziskus.

Während europäische Gründerväter wie Robert Schuman, Alcide De Gasperi und Konrad Adenauer den Ruf „Nie wieder Krieg“ noch ehrlich gemeint hätten, fehle es heute in Europa an Führungsgestalten, so der Papst.

„Kein Krieg im Namen Gottes“

Terror und Krieg könnten nie in Beziehung zur Religion stehen, erklärte der Papst. Keine Religion als solche könne Krieg hervorbringen, da sie in diesem Fall einen Gott der Zerstörung und des Hasses proklamieren würde. Franziskus: „Man kann keinen Krieg im Namen Gottes oder im Namen einer religiösen Position führen.“

Religiös motivierter Terrorismus existiere freilich, dabei würden jedoch „religiöse Deformationen“, die „nicht an die Essenz des Religiösen“ rührten, als Vorwand für Terror und Gewalt genutzt. Fundamentalistische Gruppen gebe es in allen Religionen, auch im Christentum, so der Papst, und weiter: „Es sind diese kleinen religiösen Gruppen, die ihre eigene Religion entstellt, krank gemacht haben.“

Zufrieden äußerte sich der Papst über das vor kurzem zu Ende gegangene „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“. Das Heilige Jahr sei „keine plötzliche Idee“ gewesen; vielmehr habe er im Lauf der Zeit „gespürt, dass der Herr das wollte“. Es sei „offensichtlich sehr gut gelaufen“, wobei besonders die Tatsache, dass das Jubiläumsjahr nicht auf Rom beschränkt war, viele Menschen in Bewegung gesetzt habe.

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