Weltweites Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus am Samstag

Papst Franziskus an der Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten (Archivbild)

Global im Gebet vereint um ein Ende der Pandemie: In diesem Anliegen findet am Vorabend des kommenden Pfingstsonntag in den Vatikanischen Gärten ein Rosenkranzgebet mit Papst Franziskus statt. Live – und auch auf Deutsch – übertragen wir die Marienandacht an der Lourdes-Grotte ab 17.30 Uhr in Wallfahrtsstätten der ganzen Welt, darunter Lourdes und Fatima.

Organisiert hat das Ereignis der Päpstliche Rat für Neuevangelisierung, es steht unter dem Titel „eifrig und einmütig im Gebet, zusammen mit Maria“ in Anlehnung an das Gebet der Urgemeinde, von dem die Apostelgeschichte erzählt (vgl. Apg 1,14).

Gebet für alle Leidenden an der Pandemie

Es handele sich um einen „Moment des weltweiten Gebets“ am Vorabend des Pfingstfestes mit dem Papst, an dem vor allem Familien beteiligt seien, heißt es in einer Erklärung des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung von diesem Dienstag. Franziskus wolle „die Schmerzen und Wehen der Menschheit, die durch die Ausbreitung des Covid-19-Virus weiter verschärft worden seien“, zur Gottesmutter tragen und diese um Fürsprache bitten.

Wallfahrtorte weltweit beten mit

Zugeschaltet seien „die größten Wallfahrtsorte auf allen fünf Kontinenten“, informiert die Note. In Europa sind dies zum Beispiel die Heiligtümer von Lourdes in Frankreich, Fátima in Portugal und Tschenstochau in Polen, in den USA Immaculate Conception in Washington, in Afrika der nigerianische Wallfahrtsort Elele und Notre-Dame de la Paix in Elfenbeinküste. In Lateinamerika sind unter anderem das Nationalheiligtum von Mexiko mit der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau von Guadalupe und der Pilgerort von Luján in der Heimat des Papstes, Argentinien, mit dabei.

Betroffene der Corona-Krise und Helfer beten mit dem Papst

Einzelne Teile des Rosenkranzes am Samstag würden von Vertretern verschiedener Gruppen gebetet, die in besonderer Weise von der Coronavirus-Pandemie getroffen wurden oder einen besonderen Einsatz leisten, informiert der Päpstliche Rat weiter. Papst Franziskus hatte für diese Menschen bei seinen Frühmessen in den letzten Wochen jeweils zum Gebet aufgerufen und ihr Wirken gewürdigt. Beim Rosenkranz mit dem Papst dabei sind ein Arzt und eine Krankenschwester, eine vom Virus geheilte Person, eine Trauernde, die ein Corona-Opfer in der eigenen Familie zu beklagen hat, ein Priester und eine Ordensschwester, die beide im Krankenhaus wirken, eine Apothekerin, eine Journalistin, ein Freiwilliger des Zivilschutzes mit Familie und eine junge Familie, die inmitten der Corona-Krise Nachwuchs bekommen hat.

Zu Sicherheits- und Hygieneregeln im Rahmen der Veranstaltung oder dem detaillierten Ablauf machte der Vatikan in der Erklärung keine Angaben. Es ist die erste größere Zusammenkunft des Papstes mit Gläubigen seit Beginn des Lockdown im Vatikan.

Unsere Live-Übertragung

Radio Vatikan überträgt das Gebet ab 17.30 Uhr mit deutschem Kommentar auf der Webseite vaticannews.de.

(vatican news – pr)

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Sonderzug mit Kardinal Woelki fährt nicht“ — An der Grotte von Massabielle berühren sich Himmel und Erde“

Grotte in Lourdes © Spirit Stock (shutterstock)

24.05.2020

Einst zur Förderung von Pilgerreisen gegründet, begeht der Deutsche Lourdes-Verein Köln 2020 sein 140-jähriges Bestehen. Doch momentan hilft nur noch Beten, wenn coronabedingt nicht auch die Wallfahrten der zweiten Jahreshälfte ausfallen sollen.

DOMRADIO.DE: Herr Pfarrer Darscheid, eigentlich haben Sie in diesem Jahr allen Grund zum Feiern. Doch das große Fest – unter anderem wollte Erzbischof  Woelki Ende Mai dem Sonderzug mit Kranken nach Lourdes einen Besuch abstatten – fällt erst einmal aus. Wie sehr trifft Sie das?

Pfarrer Wilhelm Darscheid (Vorstand des Deutschen Lourdes-Vereins Köln und Pilgerleiter des Sonderzugs): Natürlich ist das eine große Enttäuschung, wenn ausgerechnet die traditionelle Zugwallfahrt über Pfingsten mit den Kranken ausfallen muss. Auch unser Kardinal wird das bedauern, zumal er am Pfingstsonntag als Hauptzelebrant in der Unterirdischen Basilika vorgesehen war, was schon ein ganz besonderes Highlight ist. Vor allem aber hätte uns dieses Zeichen, dass er sich Zeit für die Kranken nimmt und ihnen Trost zuspricht, in unserem Jubiläumsjahr ganz besonders gefreut. Dass das nun nicht geht, ist sehr, sehr schade – vor allem auch für die vielen Pilger, die bereits auf diese Fahrt hingefiebert hatten und in großer Erwartung waren. Diese Vorfreude ist nun binnen kurzer Zeit wie eine Seifenblase zerplatzt. Auch für die Malteser, die immer mit großem Engagement dabei sind. Die Absage ist traurig, aber etwas anderes wäre momentan gar nicht zu verantworten.

Mit dieser Pfingstbegegnung in Lourdes ist über das Glaubenserlebnis hinaus ja immer auch eine große Wiedersehensfreude verbunden, weil es für viele wie ein Familientreffen ist, zu dem man sich in jedem Jahr ganz selbstverständlich wieder verabredet. Gerade die Zugwallfahrt schafft – anders als die Flugwallfahrten – die Gelegenheit, sich im eigentlichen Sinne gemeinsam auf einen längeren Pilgerweg zu machen. Das bedeutet für die Kranken mitunter zwar auch eine Strapaze, je nach Einstiegsbahnhof fast 24 Stunden unterwegs zu sein, aber trotzdem haben bei der Ankunft alle immer strahlende Gesichter. Es tut mir einfach von Herzen leid, dass diese Erfahrung in diesem Jahr so nicht möglich ist.

DOMRADIO.DE: Wie erleben Sie denn die Kranken bei diesen Fahrten?

Darscheid: Die Kranken haben bei uns immer die Pole-Position; sie stehen auf Platz 1. Wir sorgen aber auch eigens dafür, dass sie bei den Gottesdiensten immer in der ersten Reihe sitzen. Es ist ein wunderbares Miteinander zwischen Kranken und Gesunden, wie man es sonst im Alltag selten erlebt. Alle zusammen machen die Erfahrung, dass das sehr bestärkend ist und immer eine tolle Zeit zum Auftanken, von der gerade die Kranken meistens lange zehren. Auch weil sie bei einer solchen Wallfahrt regelrecht aufblühen und ihnen das neuen Lebensmut gibt. Die Enttäuschung über die Absage sitzt auch deshalb so tief, weil niemand weiß, ob die körperlichen Kräfte bis zum nächsten Jahr noch reichen.

DOMRADIO.DE: Das Wallfahrtsprogramm ist – über Frankreich hinaus – mit Städten wie Fatima, Rom, Loreto, Assisi und vielen anderen Stationen immer recht abwechslungsreich und attraktiv. Nun geht da absehbar aber erst einmal nichts mehr. Die nächsten großen Fahrten sind alle abgesagt. Wie wirkt sich das langfristig auf die Arbeit des Vereins aus?

Darscheid: Das bleibt nicht ohne Folgen. Unser Verein wurde 1880 gegründet, um insbesondere kranke Pilger nach Lourdes zu begleiten. Außerdem engagiert er sich gemeinnützig für die Durchführung von marianischen Pilgerfahrten zu Wallfahrtsorten im In- und Ausland. Im Grunde können wir momentan unser Vereinziel nicht erfüllen. Besonders hart trifft uns da auch die Absage der Jugendwallfahrt Mitte Juli nach Assisi, die über Padua, San Giovanni Rotondo bis hin nach Pompei führen sollte. Bei solchen Angeboten geht es ja auch um den Nachwuchs und darum, junge Menschen für die Erfahrungen einer Wallfahrt zu begeistern. Deshalb arbeiten wir aktuell daran, diese Fahrt mit neuem Ziel nach Lourdes durchzuführen, und hoffen, dass dies möglich sein wird.

Andererseits sind wir nicht nur eine reine Wallfahrtsorganisation, sondern auch eine Gebetsgemeinschaft. Das heißt, als Mitglied im Deutschen Lourdes-Verein bin ich täglich eingeladen, ein „Vater unser“ und  „Ave Maria“ zur Ehren „Unserer Lieben Frau von Lourdes“ zu beten. Auch außerhalb der Wallfahrten versuchen wir, die Gemeinschaft der Pilger zu fördern, beispielsweise durch eine Marienmesse in Neviges, die nun immer Anfang Mai stattfinden soll und bei der auch eine Sakraments- und Lichterprozession sowie ein Segen mit der Reliquie der Heiligen Bernadette vorgesehen sind, die sich dauerhaft im dortigen Mariendom befindet. Das ist ebenfalls nicht an Lourdes gebunden und kann hier vor Ort stattfinden. So wie wir auch im Oktober gerne unsere Marienfeier im Kölner Dom abhalten, die hoffentlich dann wieder unter den gewohnten Bedingungen stattfinden kann.

DOMRADIO.DE: Nun bietet der Lourdes-Verein ja auch Fahrten nach Fatima an. Was sind denn die Unterschiede zu Lourdes? Haben Sie persönlich da eine Vorliebe?

Darscheid: Jeder Wallfahrtsort hat sein Gepräge. Während in Lourdes die Begleitung der Kranken im Mittelpunkt steht, ist für mich in Fatima faszinierend, wie die Aussagen Mariens in die Geschichte des 20. Jahrhunderts bis heute eingewoben sind und sich göttliches Heilsgeschehen mit geschichtlichen Fakten verknüpft. An der Geschichte der Seherkinder, denen erstmals am 13. Mai 1917 Maria erschienen ist, lässt sich das ablesen. Diese Marienerscheinung wiederholte sich danach im Monatsrhythmus über ein halbes Jahr lang. Bei der am 13. Juli sprach Maria den Angaben der Kinder zufolge erstmals Prophezeiungen aus, die als „Geheimnisse von Fatima“ bekannt wurden und die sich auf das Ende des Ersten Weltkriegs, den Beginn des Zweiten Weltkrieges, eine Vision der Hölle, die die Einladung zur Umkehr vertieft, und das Leiden von Kirche und Welt bis zum Attentat auf einen „Bischof in Weiß“ beziehen

Diese Aussage wird auf Johannes Paul II. hin gedeutet, der sein Überleben des Attentats auf dem Petersplatz am 13. Mai 1981 ausdrücklich dem Schutz der Muttergottes von Fatima zuschrieb. Der Papst war überzeugt, dass eine Hand die Kugeln abgeschossen und eine mütterliche Hand deren Flugbahn geleitet hat. Zum Dank pilgerte er ein Jahr später nach Fatima und übergab dort die Kugel, die heute in die Krone der Originalstatue der Muttergottes von Fatima eingearbeitet ist. An jedem 13. eines Monats versammeln sich mehrere 100.000 Gläubige in diesem Wallfahrtsort. Trotzdem ist diese Menschenmenge nie erdrückend und die Gebetsatmosphäre ausgesprochen wohltuend.

DOMRADIO.DE: In Lourdes gibt es mittlerweile 70 anerkannte Wunder. An der Grotte hoffen nicht wenige Menschen selbst auch auf ein Wunder: dass sie von einer Krankheit geheilt werden oder in einer aussichtslosen Situation Trost erfahren. Auch die Krankensalbung und Seelsorgegespräche, die Sie dort anbieten, sollen zu einer Stärkung beitragen. Wie erleben Sie als Pilgerleiter die Menschen, die sich auf den Weg zu einem Gnadenort machen?

Darscheid: Das sind Menschen mitten aus dem Leben mit ihren Sorgen und Nöten. Manche werden auch von anderen beauftragt, doch eine Kerze vor der Marienstatue für sie anzuzünden oder das berühmte Lourdes-Wasser mitzubringen, an dessen Heilkraft sie glauben. Andere befinden sich in einer Suchbewegung ihres Glaubens. Sie spüren eine große Sehnsucht, durch ihr Unterwegssein zu einem Gnadenort gestärkt zu werden, und erleben sich in einer großen Glaubensgemeinschaft miteinander verbunden, was sie in Lourdes noch einmal anders als zuhause erfahren. Und sie fragen dann danach, wie sie eine solche Erfahrung in ihren Alltag hinüberretten können, damit nichts von dieser geistlichen  Inspiration verloren geht. Das Miteinander in der Pilgergruppe, das Gebet in der Stille an der Grotte oder die Krankensalbung werden für sie zu einem kostbaren Schatz. Manch einer entdeckt auch die Geheimnisse des Rosenkranzes für sich neu und reflektiert darüber sein eigenes Leben.

DOMRADIO.DE: Die traditionelle Pfingstwallfahrt mit dem Malteser-Krankentransport findet diesmal, wie gesagt, nicht statt, war aber – wie immer – sehr gefragt. Nach wie vor zählen viele Menschen auf diese Art des Beistands und Trostes. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Darscheid: Anders könnte man auch fragen: Was ist das Wunder von Lourdes? Nun, da kann ich nur für mich antworten: An der Grotte von Massabielle berühren sich Himmel und Erde. Hier fühle ich eine räumliche und innere Nähe zu Gott. Er schaut mich an und weiß um mich. Er kennt mich, weiß, was mich bewegt und womit ich auf der Suche bin. Bei einer Wallfahrt mache ich mich auf den Weg, um meinen Glauben intensiver zu erleben und Gott zu begegnen. Ich vertraue darauf, dass er nah bei mir ist und mich führt. Und ich freue mich, die Pilger dabei auch als Priester im Gebet, den Gottesdiensten und Gesprächen begleiten zu können. Dabei lassen wir uns wie die Heilige Bernadette von Maria leiten. Für viele Pilger äußert sich ihre Motivation zu einer solchen Reise mehr als Bitte, bei anderen als Freude oder Dankbarkeit. Je nach Lebensphase. Am Ende erlebe ich ein großes Vertrauen, dass uns Gott immer begegnet – auch wenn das nicht jeden Tag gleich intensiv ist.

DOMRADIO.DE: Vor zwei Jahren mussten Sie schon einmal erfinderisch werden, als in Frankreich gestreikt wurde und deswegen die Züge nicht fahren konnten. Am Ende haben Sie improvisiert und Busse eingesetzt. Gibt es einen solchen Plan B, je nach dem wie lange die Pandemie noch anhält, grundsätzlich auch für die kommenden Monate – so nach dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“?

Darscheid: Für uns Christen stirbt die Hoffnung nie. Ich hoffe, dass die Herbstwallfahrten stattfinden können. Aber seriös kann das natürlich im Moment niemand voraussagen. Tatsache ist, dass die Heiligtümer in Fatima und Lourdes lange geschlossen waren und erst allmählich wieder öffnen – allerdings zunächst nur für ganz kleine Gruppen – und das von daher für uns leider nicht viel ändert. Dabei schmerzt mich besonders, dass wir uns in einem Jubiläumsjahr befinden und es mehr als bedauerlich wäre, wenn man eines Tages auf dieses Jahr zurückschaut und feststellen müsste, dass ausgerechnet zu diesem runden Geburtstag keine Wallfahrt stattfinden konnte. Das wäre für mich persönlich schon ein kleines Drama. Aber natürlich hat die Gesundheit vor allem Vorrang.

DOMRADIO.DE: Bei diesem Jubiläum können Sie sich auf den Glauben vieler Ihrer Vorgänger stützen…

Darscheid: Grundsätzlich sind 140 Jahre ein langer Zeitraum, in dem sich über Generationen hinweg eine große Zahl an Priestern, Ärzten und Reiseleitern für die heilsame Stärkung zigtausender Pilger an Leib und Seele eingesetzt haben. Trotzdem geht es nicht um Zahlen, sondern um die Menschen dahinter, die die Idee des Pilgerns unterstützt und gelebt haben. Von daher stehen wir in einer langen Tradition, die wir – trotz Corona – auch in diesen Tagen mit Leben füllen wollen. Dabei geht es auch um Glaubensweitergabe. Denn es sind die Pilger, die durch die Generationen den Wunsch und die Sehnsucht weitertragen, sich von der Botschaft dieser Wallfahrtsorte berühren zu lassen.

DOMRADIO.DE: Corona fordert im Moment viele dazu heraus, ihr Leben noch einmal neu zu denken. Öffentliche Gottesdienste finden erst seit wenigen Wochen und auch nur mit geringer Teilnehmerzahl wieder statt. Was ist Ihre persönliche Hoffnung, wie unsere Welt – vielleicht auch unsere Kirche – nach der Krise aussehen wird?

Darscheid: Diese Krise ist nicht das Ende. Trotzdem glaube ich, dass es eine Welt ohne Corona nicht mehr geben wird und wir lernen müssen, mit dem Virus zu leben. Als Seelsorger hoffe ich inständig, dass wir dauerhaft wieder zu anderen Formen des Miteinanders kommen und sich Menschen nicht einsam fühlen, weil wir sie nur in begrenztem Maße und unter hohen Auflagen besuchen dürfen. Ich glaube, dass wir gerade in dieser Zeit sensibler werden für das, was nicht mehr selbstverständlich ist, und es bewusster schätzen lernen. Wir erfahren gerade, dass wir für das, was uns etwas bedeutet, etwas tun müssen, wenn wir es behalten wollen. Wir bekommen ein anderes Bewusstsein für das, was unser Leben bereichert.

DOMRADIO.DE: Das heißt konkret?

Darscheid: Wie wertvoll etwas ist, spüren wir erst, wenn wir es vermissen. Durch das Aussetzen der Gottesdienste – was bislang einzigartig in der Kirchengeschichte ist – haben viele Menschen erlebt, dass sie diesen Kontakt zueinander brauchen, im Glauben miteinander verbunden bleiben wollen, aber sich auch für Schwächere einsetzen und nicht warten wollen, bis der andere etwas tut. Das bringt uns ganz automatisch zu Überlegungen, wie wir – auch in unserer Kirche – neue Formen des Umgangs miteinander finden können. Als Pfarrer nehme ich in den Gemeinden viele Aktivitäten und das starke Sehnen wahr, das Evangelium leben zu wollen. Diese Bewegungen ermutigen mich für unsere weitere Kirchenentwicklung. Denn es wird auf das, was wir zukünftig tun und wie wir uns verhalten und positionieren, ankommen. Es wird das Prägende sein, was eine Gemeinde lebendig hält und Christus unter uns ein Gesicht, Hände und Füße gibt. Und ich bin mir sicher, da bricht gerade etwas Neues auf.

Das Interview führte Beatrice Tomasetti (DR)

(DR)

Bischof Bätzing eröffnet Wallfahrtssaison in Kevelaer

Bischof Georg Bätzing in Kevelaer © Gottfried Bohl (KNA)

1.05.2020

Maria gerade in dieser Zeit besonders wichtig

In einem der ersten öffentlichen Gottesdienste nach der Wiederzulassung durch Bund und Länder hat Bischof Georg Bätzing die Pilgersaison im Marienwallfahrtsort Kevelaer eröffnet. Kritik äußerte Bätzing am Suizidbeihilfe-Urteil des Verfassungsgerichts.

Maria als „leidgeprüfte“ Mutter Gottes und „Trösterin der Betrübten“ sei gerade in dieser Zeit besonders wichtig, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Freitag vor rund 150 Gläubigen in der Marienbasilika.

Wegen der Corona-Pandemie durfte nur etwa jeder sechste Platz besetzt sein. Ursprünglich sollte ganz ohne Gemeinde gefeiert werden. Am Donnerstag hatten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Länder-Regierungschefs darauf geeinigt, bundesweit wieder Gottesdienste unter strengen Auflagen zuzulassen.

Lob für Kreativität

Der Limburger Bischof lobte in seiner Predigt „die vielen kreativen Ideen, die in den letzten Wochen in christlichen Familien, in den Häusern und kleinen Gemeinschaften entstanden sind, als wir nicht zusammen Messe feiern konnten“.

„Mein Herz bebt in dieser Stunde“, bekannte er und rief zugleich zu weiterhin großer Vorsicht und Rücksicht auf. Auch wenn Gottesdienste wieder möglch seien, müsse man sich des Risikos und der großen Verantwortung bewusst sein, denn „die Corona-Gefahr ist noch lange nicht vorbei“.

Kevelaer ist nach dem bayerischen Altötting der zweitgrößte katholische Pilgerort in Deutschland. Jährlich kommen schätzungsweise rund 800.000 Pilger zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“. Diese, so Bätzing, erinnere an eine der wichtigsten Aufgaben der Christen, nämlich Leidenden und Sterbenden alle nötige Hilfe, menschliche Begleitung und Seelsorge zukommen zu lassen.

Kritik am Suizidbeihilfe-Urteil des Verfassungsgerichts

Zugleich kritisierte er das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar zur Suizidbeihilfe: Dass diese „für rechtens erklärt wurde, erschüttert mich“. Das Urteil sei „ein tiefer Einschnitt in die Rechtskultur und die ethischen Grundwerte unseres Landes“.

Sei bisher das Lebensrecht oberstes Prinzip und der Schutz des Lebens „vornehmste Pflicht des Staates“ gewesen, werde nun „die autonome Selbstbestimmung des Menschen darüber gestellt und die Selbsttötung sozusagen zum Inbegriff der Autonomie des Menschen“, so der Limburger Bischof.

Er mache sich große Sorgen, welche Auswirkungen dieses Urteil auf den Umgang mit besonders verletzlichen Menschen haben werde: „Lehren nicht Erfahrungen in unseren Nachbarländern, dass der Druck auf diese Menschen steigen wird, wenn der Damm einmal gebrochen ist? Das möchte ich nicht widerspruchslos hinnehmen.“

Das Urteil fordere Christen heraus, „ganz entschlossen für die Heiligkeit und Unverfügbarkeit des Lebens einzutreten, für das Lebensrecht der Schwachen, Kranken, Leidenden und Sterbenden – und auch der Ungeborenen“. Sie alle hätten „Lebensanspruch und Lebensrecht bis zum letzten Atemzug“.

Natürlich, so Bätzing weiter, sei auch das Recht auf Selbstbestimmung ein hohes Gut. Aber er sei überzeugt, dass man dem Respekt vor menschlichem Leiden und vor wirklich freien Entscheidungen viel eher entspreche, „wenn menschenwürdiges Leben bis zum Ende und damit menschenwürdiges Sterben möglich bleiben“.

Darum werde die katholische Kirche ihren Einsatz für Palliativmedizin und Hospizarbeit verstärken und „gegen allen ökonomischen Kostendruck dafür öffentlich eintreten“. Menschliche Fürsorge sei bei weitem der sicherste Raum für menschliches Leben und Sterben in Würde.

Zur Corona-Krise

Zur aktuellen Corona-Krise ergänzte der Bischof, das Virus und seine Folgen hätten sich „wie eine Dornenkrone“ auf das Leben vieler Menschen gelegt und Leid, Tod und Unheil verursacht: „Das alles wird uns über Jahre und Jahrzehnte belasten.“ In dieser Zeit werde viel geweint – etwa „um die Schwerkranken auf den Intensivstationen und die Sterbenden, die ihren letzten Weg unbegleitet gehen mussten“. Leid erlebten aber auch Frauen und Männer in Kurzarbeit und mit Existenzsorgen oder alte, kranke und einsame Menschen.

Zum Glück, so Bätzing weiter, gebe es aber auch viel Solidarität, „wunderbare Aufmerksamkeit füreinander und Ideen, einander konkret zu helfen“. Der Schutzmantel der Gottesmutter auf dem Gnadenbild in Kevelaer sei ein Symbol dafür, Leidenden und Schwachen Zuwendung und Geborgenheit zu schenken.

Tag der Arbeit: Aktuell viel Anlass zur Solidarität

In der Corona-Krise gibt es nach Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, viel Anlass zur Solidarität. „Menschen sind in Not geraten, weil sie krank geworden sind, weil Angehörige gestorben sind, weil sie wirtschaftlich gefährdet sind“, sagte er in einer am Freitag auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. In dieser Situation seien alle gefordert, andere zu unterstützen – „materiell und auch auf andere Weise, wie wir es nur können“.

Da viele Kundgebungen zum 1. Mai durch die Abstandsregeln nicht oder nur eingeschränkt möglich sind, haben Gewerkschaften und Aktivisten dazu aufgerufen, den Tag der Arbeit im Internet zu begehen. So erklären Menschen aus ganz Deutschland in Video-Statements, was Solidarität für sie bedeutet. Es handle sich um einen christlichen Grundbegriff, sagte Bätzing. „Man könnte auch übersetzen: Nächstenliebe – und die meint alle.“

(KNA)

Immer um 12 auf diesem Portal: der Rosenkranz aus Loreto

In bevorstehenden Karwoche übertragen wir auf diesem Portal von Montag bis Samstag um 12 Uhr den Rosenkranz aus dem Heiligtum von Loreto in Mittelitalien.

Die Übertragung im italienischen Original mit dem Erzbischof von Loreto, Fabio Cal Cin, tritt an die Stelle des Rosenkranzgebetes, das in den  vergangenen Wochen Vatikan-Kardinal Angelo Comastri im geschlossenen Petersdom leitete.

Loreto ist der bedeutendste Marienwallfahrsort Italiens. In der Basilika wird das Heilige Haus verehrt, in dem der Überlieferung nach die Gottesmutter Maria die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel empfing. Im Inneren der Wallfahrtskirche befinden sich die drei Wände des Hauses aus Nazareth, die Kreuzritter 1294 nach Loreto brachten.

Die Basilika von Loreto steht auch in Zeiten der Ausgangssperre in Italien aufgrund de Corona-Pandemie zum individuellen Gebet und zur Beichte offen. Heilige Messen können aufgrund der für das ganze Land geltenden Maßnahmen nur ohne Volk stattfinden, werden aber online übertragen.

(vatican news – gs)

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Corona: HEILIGER BEZIRK IN LOURDES GESCHLOSSEN

Die Grotte von Lourdes menschenleer – eine Aufnahme vom Januar

Wegen der Corona-Krise hat an diesem Dienstag auch der Heilige Bezirk im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes geschlossen – zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte.

Vor wenigen Tagen waren zunächst die Bäder geschlossen worden; seit diesem Dienstag bleiben nun auch die Tore des ganzen Heiligen Bezirks zu. Damit entsprechen die Verantwortlichen des Wallfahrtsorts den Anordnungen, die der französische Präsident Emmanuel Macron gegen ein Vordringen des Corona-Virus erlassen hat.

Wallfahrtsleiter Olivier Ribadeau Dumas teilte die Schließung des Heiligen Bezirks mit der Erscheinungsgrotte per Twitter mit. Er lud alle Interessierten ein, über die Lourdes-Homepage weiter Anteil am Geschehen zu nehmen.

Normalerweise pilgern Hunderttausende zur Grotte von Massabielle
In Lourdes erschien Maria 1858 einem Hirtenmädchen namens Bernadette Soubirous. Hunderttausende von Menschen, darunter viele Kranke, pilgern Jahr für Jahr in den kleinen Ort in den Pyrenäen. Eine unabhängige Ärztekommission untersucht Fälle von Wunderheilungen und hat viele von ihnen als unerklärlich eingestuft. Bernadette Soubirous wurde 1933 von Pius XI. heilig gesprochen.

(vatican news – stefan kempis)

Lourdes schließt Bäder wegen Coronavirus-Maßnahmen weltweit

02.03.2020

Die Coronavirus-Epidemie führt auch in Wallfahrtsorten der katholischen Kirche zu besonderer Vorsicht. Im südfranzösischen Lourdes sind bereits jetzt Schutzmaßnahmen in Kraft getreten. Andersorts sind die Maßnahmen drastischer.

Auch wenn die Hauptsaison für Pilgerfahrten erst mit Palmsonntag beginnt, sind in Lourdes bereits Schutzmaßnahmen in Kraft getreten, die dafür sorgen sollen, dass es in dem Marienwallfahrtsort möglichst zu keiner Übertragung des Erregers kommt. Ausgesetzt werden die Wallfahrten nach Lourdes, wohin jährlich mehrere Millionen Gläubige – darunter insbesondere viele kranke Menschen – pilgern, jedoch nicht.

Wie die italienische Zeitung „Il Messaggiero“ berichtete, werden die Bäder im sogenannten „Heiligen Bezirk“ von Lourdes bis auf Weiteres geschlossen. Das Eintauchen in diese Becken, die mit Quellwasser aus der Erscheinungsgrotte von Massabielle gespeist werden, ist sonst für viele kranke wie auch gesunde Pilger eine der traditionellen Stationen der Wallfahrt. Die Kirche hat von 7.000 dokumentierten spontanen Heilungen, die an diesem Ort geschehen sein sollen, bisher offiziell 70 als Wunder anerkannt.

Laut der Wallfahrtsdirektion des Pyrenäen-Ortes wurde zudem ein medizinisches Überwachungsteam eingesetzt, welches überprüfen soll, ob unter den Lourdes-Pilgern jemand die für das Coronavirus typischen Krankheitssymptome aufweist; man verfüge auch über die nötigen Schutzausrüstungen für den Fall des Falles, hieß es.

Kirchen in Südkorea geschlossen

In Ländern mit einer weit höheren Zahl von Coronavirus-Infizierten sind die Maßnahmen teils drastischer. So blieben in Südkorea, wo es nach jüngsten Angaben mehr als 4.200 nachgewiesene Infektionen und 20 Todesfälle gibt, die Kirchen am Sonntag geschlossen.

In Mexiko, wo es am Montag fünf bestätigte Fälle einer Coronavirus-Erkrankung gab, ordnete der Erzbischof von Mexiko-Stadt, Kardinal Carlos Aguiar Retes, in einem Rundschreiben an die Bischöfe seiner Diözese Vorsichtsmaßnahmen an. Die Sonntagsgottesdienste sollten so weit wie möglich gekürzt werden, um dadurch die Dauer, in der sich viele Menschen gleichzeitig im geschlossenen Kirchenraum befinden, zu minimieren, etwa durch Kurzpredigten, das Weglassen von Liedern oder der Gabenprozession. Mit Nachdruck schrieb er zugleich, es gelte Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden.

Zudem werden die Kommunionhelfer dazu angehalten, unmittelbar vor ihrem Dienst die Hände zu desinfizieren. Die Formel „Der Leib Christi“ bei der Verteilung der Kommunion soll weggelassen oder Mundschutz verwendet werden, letzterer auch bei Beichten. Die in Mexiko übliche Mundkommunion soll übergangsweise durch die Handkommunion ersetzt und die Gläubigen in deren korrekter Durchführung unterwiesen werden. Auch riefen die Kirchenverantwortlichen dazu auf, die Kollekte während der Messe auf einen Zeitpunkt nach der Kommunion zu verschieben, damit sich die Gläubigen vor dem Kommunionempfang nicht die Hände beschmutzen.

(KNA)

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Quelle

EINE HOFFNUNG DER HOFFNUNGSLOSEN

UNSERE LIEBE FRAU VON POMPEI

Alle jene, welche die Zeichen der Zeit verstehen, blicken mit Bangen in die Zukunft und sind übereinstimmend der Ansicht, dass wir schweren Prüfungen entgegengehen. Die heilige Kirche, die von Gott die Bestimmung erhalten hat, alle Völker zu allen Zeiten zu beglücken, hat auch stets das richtige Heilmittel in Bereitschaft, um die Übel einer Zeitepoche zu heilen. Wir brauchen nur die Arznei zu nehmen, die sie uns anbietet, und eine solche Arznei ist in unseren Tagen der Rosenkranz. Unsere Zeit hat in mancher Hinsicht große Ähnlichkeit mit jenen stürmischen Tagen, in denen der heilige Dominikus den Rosenkranz predigte, als letztes Mittel, um der Menschheit den Frieden wieder zu bringen.

Das Rosenkranzgebet war die Rettung der damaligen Zeit. Aber die Aufgabe des heiligen Dominikus war mit seinem Tode noch nicht vollendet. Der heiligen Katharina von Siena wurde einst die Größe und Herrlichkeit des heiligen Dominikus gezeigt und ihr geoffenbart, dass er bis ans Ende der Welt predigen werde.

Im Jahre 1878 gab Gott der Kirche in Leo XIII. einen Papst ganz im Geiste des heiligen Dominikus. Schon bei seiner Wahl wollte es Gott offenbaren. Eine hoch begnadete Nonne sah in einem Gesichte den neugewählten Papst und den heiligen Dominikus neben ihm. Zwanzig Rundschreiben über den Rosenkranz hat Papst Leo XIII an die Bischöfe der Welt gerichtet und die Christenheit zu diesem Gebet aufgefordert. Das ist die Waffe, die der große Papst den Kindern der Kirche gab gegen die Wut der Hölle, die die Kirche Christi vernichten will.

Aber auch die wunderbaren Ereignisse in Valle di Pompei bei Neapel in Italien riefen gleich der Stimme des heiligen Dominikus durch die ganze Welt und haben alle Nationen und Völker der Erde zum Rosenkranzgebet aufgefordert. Maria hat daselbst ein Heiligtum, einen Gnadenort vom heiligen Rosenkranz gegründet, der die ganze Welt in Staunen setzt. Sie hat dadurch der Welt zu erkennen gegeben, wie sie als Königin des Rosenkranzes verehrt werden will und was für Gnaden jene erlangen, die sie unter diesem Titel anrufen. Das beweisen die vielen Wunder, Bekehrungen, Krankenheilungen und Gebetserhörungen in der ganzen Welt.

Die Novene zur Rosenkranzkönigin in Pompei, in verzweifelten Anliegen, wurde in sechzehn Jahren in 21 Sprachen übersetzt, 184 Auflagen gaben 2 280 000 Exemplare. So sehr ist die Andacht zur Königin des Rosenkranzes in Pompei in der ganzen Welt verbreitet. Maria blickt mit besonderer Huld auf jene, die sie unter ihrem bevorzugten Titel „Königin des heiligen Rosenkranzes im Tale von Pompei“ anrufen, und, sei es auch von Ferne, ihre Werke an diesem Gnadenort unterstützen. In der Erscheinung der Muttergottes von Pompei, die sich im Jahre 1884 in Neapel im Hause des Commentatoren Agrelli ereignete, würdigte sich die himmlische Mutter zu offenbaren, wie sie angerufen werden wolle. Sie sagte zu der leidenden Fortuna Agrelli: „Wer immer Gnaden von mir will, halte drei Novenen mit dem Gebete des Rosenkranzes von fünfzehn Gesetzen, und drei Novenen zur Danksagung.“

Unzählige Gnaden sind schon durch diese Andachten erlangt worden. Es ist aber nicht verlangt, dass man alle Tage drei Rosenkränze bete, sondern zum Beispiel am ersten Tag den freudenreichen, am zweiten den schmerzhaften, am dritten Tag den glorreichen. So betet man in den drei Novenen neunmal alle drei Rosenkränze. Man muss sie aber mit Andacht und mit Betrachtung der 15 Geheimnisse beten, wenn möglich vor einem Bilde unserer Lieben Frau von Pompei. Dieses Bild ist an sehr vielen Orten aufgestellt und bringt viele Gnaden wie die Lourdgrotten, die überall errichtet sind. Damit die Gläubigen immer mehr zum heiligen Rosenkranz entflammt werden und mit Vertrauen zu unserer Lieben Frau von Pompei in ihren Anliegen flüchten, sollen im folgenden die Herrlichkeiten dieses Gnadenortes geschildert werden. Möge die Rosenkranzkönigin dazu ihren Segen geben!

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Fortsetzung (12.1.2020):

Das Heiligtum der Rosenkranzkönigin

Im Rosenkranzmonat des Jahres 1872 ging ein angesehener Rechtsgelehrter, namens Bartolo Longo durch das einsame Tal von Pompei. Trostlosigkeit, fast eine Art Verzweiflung umgab seine Seele. In dieser peinlichen Gemütsstimmung hörte er eine innere Stimme: „Wenn du gerettet werden willst, so tue etwas für die Verbreitung des Rosenkranzes!“ Das ist eine Verheißung, welche die Muttergottes dem heiligen Dominikus gab. Der Gedanke: wenn ich den Rosenkranz verbreite, bin ich gerettet, war wie ein Blitz in finsterer Nacht. In großer Aufregung, Gesicht und Hände zum Himmel erhoben, richtete er an die allerseligste Jungfrau die Worte: „Wenn es wahr ist, was du dem heiligen Dominikus versprochen hast, dass jener, der deinen Rosenkranz verbreitet, so leicht selig wird, so werde ich meine Seele retten, und ich werde diese Gegend nicht verlassen, ohne hier den Rosenkranz eingeführt zu haben.“ Da wurde es ruhig in seiner Seele, er hörte das Ave-Glöcklein, fiel auf seine Knie und betete das Ave Maria. Bald nach diesem Vorfall fing er an, bei den armen Leuten des Tales, es waren ungefähr 300 Bauern, das Rosenkranzgebet zu verbreiten, und schenkte ihnen Rosenkränze und Medaillen. Aber er hatte große Schwierigkeiten, die Leute waren sehr unwissend und viele kannten nicht einmal das Ave Maria. Drei Jahre lang wirkte er so unter ihnen, sah aber wenig Früchte. Im Jahre 1876, am 13. Februar, gelang es ihm, die Bruderschaft des Heiligen Rosenkranzes einzuführen. Darum wollte er in dem armen Parrkirchlein einen Rosenkranzaltar errichten. Der Bischof von Nola, in dessen Sprengel die Pfarrgemeinde lag, bat ihn jedoch, armen Leuten eine neue Kirche zu bauen und versprach ihm 500 Fr. Zu diesem Zwecke fing er an, Beiträge zu sammeln; es gab jedoch berghohe Hindernisse, aber Maria kam ihm zu Hilfe. In Neapel wurde ein krankes Mädchen plötzlich geheilt, nachdem es der Gottesmutter versprochen hatte, einen Beitrag zur neuen Rosenkranzkirche in Valle di Pompei zu geben. Dieses Wunder geschah am Tag, an dem daselbst die Rosenkranzbruderschaft errichtet wurde, und machte in Neapel großes Aufsehen. Ein Wunder für ein Landkirchlein, für Bauern! Bald geschah ein anderes Wunder. An einer Kranken, nachdem sie versprochen hatte, etwas für die neue Kirche zu opfern. Zahlreiche Gebetserhörungen fanden statt, wenn man eine Gabe für diese Kirche versprach. Auf diesem Wege sandte die Himmelskönigin ihrem verehrten Bartolo Longo Millionen. Maria gab durch fortgesetzte Wunder zu erkennen, dass sie an dieser Stelle keine neue Pfarrkirche sondern ein Weltheiligtum wolle, wo sie als Rosenkranzkönigin verehrt und angerufen werde. Fünfzehn Jahre wurde an dem herrlichen Tempel gebaut, der in Gold und Marmor glänzt.

Im Mai 1891 wurde diese Rosenkranzkirche durch Kardinal La Vallette, umgeben von 74 Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen, eingeweiht. Weil diese Basilika aus den Opfern der Gläubigen der ganzen Welt gebaut wurde, hat der Gründer, Bartolo Longo, alles dem Heiligen Vater Leo XIII. geschenkt; es ist Eigentum des Apostolischen Stuhles. Leo XIII. hat dieses Heiligtum wie keine andere Kirche der ganzen Welt mit Ablässen und Privilegien bereichert. In dieser Kirche darf die heilige Messe bis 2:00 Uhr nachmittags gelesen werden. Jeder Priester darf täglich die Messe von Rosenkranz lesen, damit so das Rosenkranzfest wiederholt werde. Leo XIII. hat den Gründer Bartolo Longo mit einem herrlichen Schreiben beehrt und so vor der ganzen Welt seine Billigung ausgesprochen.

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Fortsetzung folgt!