Ökumenische Eucharistiefeier – ein Gedanke von epochaler Dummheit

15 Juli 2019, 12:00
Eine „Ökumenische Eucharistiefeier“ fantasierte die deutsche Obernonne herbei, so könnte eine polemische Schlagzeile lauten. Doch was nützt die Polemik? Eine nüchterne Untersuchung einer blöden Idee. Ein Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Die Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Sr. Katharina Kluitmann OSF, forderte bei der internationalen Tagung „Ottmaringer Tage“ eine ökumenische Eucharistiefeier. Unterstützt wurde sie von Pater Alois Schlachter (55), von Orden der Missionare vom Kostbaren Blut. Dieser unterstellte Papst Franziskus die Aufforderung, das Thema ökumenische Eucharistie als eigene Gewissensentscheidung anzugehen. Dies werde, so der Pater, zunehmend gelebt. Viel dreister kann man sich kaum verbal an der Allerheiligsten Sakrament des Altares verbal vergehen. Den Papst hierin zu, Zeugen anzurufen, macht es noch mal einen Zacken schärfer.

Bevor nun unmittelbar Schnappatmung einsetzt, bitte zurücklehnen und entspannt der Vernunft die Bahn ebnen. Man sollte sich unbedingt klar machen, dass die Einheit der Kirche ein so enorm hohes Gut ist, dass man gar nicht genug dafür tun kann. Jeder Einsatz dafür ist gerade gut genug. In der römischen Kurie gibt es einen Rat, der angesichts der zerspaltenen Christenheit für nichts anderes als für die Arbeit an der Einheit der Christen tätig ist. Diese Aufgabe ist kleinteilig, sie erfordert unsäglich viel Geduld und Einfühlungsvermögen.

Der Präsident dieses Rates, Kurt Kardinal Koch, gehört zu den klügsten, fleißigsten und geduldigsten Menschen, die zur Zeit auf unserer Erde leben. Der Kardinal versteht kenntnisreich über die verschiedenen christlichen Denominationen zu berichten. Man arbeitet sich verständnisvoll in Lehren, Traditionen und Vorstellungen anderer Christen ein. Es ist eine unglaubliche Kärrnerarbeit, mit jeder einzelnen dieser Gruppierungen so im Gespräch zu bleiben, dass der Faden nie abreißt, der Gesprächspartner nie überfordert wird, aber die Kirche ihre Gesprächspartner in anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften trotzdem niemals über die Wahrheit im unklaren lässt.

Hinsichtlich der Eucharistie glaubt die Kirche an die Realpräsenz Christi in den gewandelten Gaben von Brot und Wein, deren Substanz sich unter den Wandlungsworten des geweihten Priesters in Leib und Blut Christi wandelt. Dabei ist auch Amt in der Kirche ein Sakrament und es verlangt die volle Einheit. Diese ist die Einheit mit dem eigenen Bischof, der gemeinsam mit seinen bischöflichen Mitbrüdern in Einheit mit dem Bischof von Rom, dem Papst steht. Es ist kompliziert. Und es ist im Grunde so einfach.

Die Spaltungen unter den Christen haben vielfältige Formen und Geschichten. Immer ist es ein Abweichen von der Wahrheit in ihrer ganzen Fülle. Und diese Abweichungen verhindern, gemeinsam miteinander Eucharistie feiern zu können. Die allermeisten Ostkirchen sind uns theologisch so nahe, dass es kaum einen Grund gäbe, nicht miteinander die Eucharistie zu feiern. Der Ritus der Liturgie, im Osten die Hl. Basilius im Westen die des Hl. Gregorius, stellt kein Hindernis dar. Das wissen wir aus den unierten Ostkirchen, die in voller Einheit mit uns stehen und dennoch den ostkirchlichen Ritus feiern.

Es sind oft nur winzige Detailfragen, in denen man sich mikrometerweise annähert. Es sind kleine Gesten, die das Gespräch am Laufen halten. Und es sind kleine Einigungen, die die Gläubigen näher zueinander bringen. Und es gehört viel Gebet dazu. Für diesen Einsatz gehört sowohl Kardinal Koch als auch seinen oft genug nicht minder geduldigen Gesprächspartnern in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften jedes Lob ausgesprochen und jedes nur eben mögliche Gebet zugesagt. Wie demütig und hoffnungsfroh ist dieses geduldige Wirken für die Einheit.

Wie dumm und dreist ist im Gegensatz dazu jene plumpe und übergriffige Forderung nach einer „ökumenischen Eucharistiefeier“, die eine deutsche Nonne in die Welt setzt? Was soll das sein? Werden die Gaben so halbgewandelt. Brot ja, Wein nein? Reicht ein ordinierter evangelischer Geistlicher oder muss es doch ein sakramental geweihter sein? Mit ihrer denkbar dummen Aussage stellte sich die Ordensfrau ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Ökumenische Eucharistie, das bedeute, ergänzt die Schwester, dass wir in Sachen Eucharistie nicht darauf warten könnten, bis diese Zeichen einer vollkommenen Einheit sei, von der sie in der Tat behauptete, dass es diese auch innerkatholisch nicht gebe. Richtig sind in diesem Satz gerade mal die Satzzeichen. Denn in der Kirche ist die Eucharistie das stärkste und wichtigste Zeichen der vollen Einheit. Einer Einheit, aus der heraus sich Sr. Katharina gerade in bester deutscher Manier in den Orbit des Protestantismus geschossen hat. Sie ist dort nicht allein.

Ganz sicher wird die Ordensfunktionärin mit dieser Haltung auch nicht allein in den deutschen Orden stehen. Man mache sich da keine Illusionen. Doch kann man auch hoffen, dass es noch genügend Ordensleute gibt, die einen solchen Populismus der Dekonstruktion der Eucharistie nicht mitmachen und vernehmbar protestieren. Es wäre zudem noch Sache der Ordens- und der Glaubenskongregation, diese von Sr. Katharina öffentlich geäußerten Thesen zu untersuchen und sie ggf. zum Widerruf aufzufordern, denn immerhin ist so ein Satz einer in Deutschland führenden Ordensfunktionärin durchaus geeignet, eine Menge Verwirrung hervorzurufen. Wie sagte kürzlich ein Kardinal der römischen Kirche, der zugleich auch ein deutscher Bischof ist? Wir erleben in der Kirche einen epochalen Wandel. Wenn Ordensfrauen über die Eucharistie einen solchen Unsinn verbreiten, das ist in der Tat ein Wandel von epochaler Bedeutung. Es beschleicht einen die üble Vermutung, dass das Ende der Fahnenstange epochalen Wandels noch lange nicht erreicht ist.

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Quelle

Kardinal Gerhard Müller: „Wahre Reform der Kirche geht über ihre Erneuerung in Christus“

Kard. Gerhard Müller, 2015 (Bohumil Petrik/CNA photo)

In einem umfassenden Interview, in dem die Pan-Amazonas-Synode und die Kirche in seinem Heimatland Deutschland erörtert werden, erklärt der Kardinal, das westliche Christentum befinde sich in einer Krise des Glaubens und der geistlichen Führung.

Edward Pentin

Der Gedanke hinter dem viel diskutierten Arbeitsdokument für die Bischofssynode für das gesamte Amazonasgebiet ist eine „Projektion“ des europäischen theologischen Denkens, die nicht mit der katholischen Theologie übereinstimmt und „katholischer“ korrigiert werden muss, hat Kardinal Gerhard Müller gesagt.

In den Kommentaren zum National Catholic Register, die auf EWTN Polen ausgestrahlt werden sollen, sagte der emeritierte Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre auch, dass der Zölibat der Priester nicht geändert werden kann (einige, die an der Organisation der Synode beteiligt sind, möchten verheiratete Männer im Amazonasgebiet ordinieren) „als ob es nur eine externe Disziplin wäre, da sie tief mit der Spiritualität des Priestertums verbunden ist.“

Darüber hinaus sieht der deutsche Kardinal einen offensichtlichen „Zusammenhang“ zwischen der Agenda für die Synode vom 6. bis 27. Oktober und dem von einigen deutschen Bischöfen vorgeschlagenen „Synodenweg“, um die Lehre der Kirche zur Sexualmoral zu ändern. Er geht auch auf den jüngsten Brief von Papst Franziskus an die deutschen Bischöfe ein, warum er im Februar sein „Manifest des Glaubens“ schrieb und warum die Lehren von Papst Johannes Paul II. während dieses Pontifikats anscheinend weniger Beachtung finden.

Eminenz, welches sind Ihre Ansichten zum instrumentum laboris für die Pan-Amazonas-Synode?

Es ist nur ein Arbeitsdokument, es ist kein Dokument des Lehramtes der Kirche, und es steht jedem frei, seine Meinung über die Qualität der Vorbereitung dieses Dokuments zu äußern. Ich denke, dahinter steckt kein großer theologischer Horizont. Es wurde größtenteils von einer Gruppe deutscher Nachkommen geschrieben und nicht von Menschen, die dort leben. Es hat eine sehr europäische Perspektive, und ich denke, es ist eher eine Projektion des europäischen theologischen Denkens auf die Menschen im Amazonasgebiet, weil wir all diese Ideen vor 30 Jahren gehört haben.

Nicht alle Ideen stimmen mit den Grundelementen der katholischen Theologie überein, insbesondere mit dem Religionsbegriff. Wir haben die Vorstellung von einem offenbarten Glauben, der historisch in der Inkarnation des Wortes des Vaters in Jesus Christus verwirklicht ist und vom Heiligen Geist durchdrungen ist. Aber die katholische Kirche ist keine Religion als natürliches Verhältnis zur Transzendenz. Wir können die katholische Kirche nicht nur im Rahmen eines Religionsbegriffs verstehen. Religionen werden vom Menschen gemacht, sie sind Eindrücke, Mittel, Riten anthropologischer Wünsche und des Denkens über die Welt, aber unser Glaube basiert auf der Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Testament, in Jesus Christus. Wir müssen dieses Denken in diesem Dokument daher katholischer korrigieren.

Es kann mit dem Leiden des Volkes beginnen, aber dies ist nicht der Ausgangspunkt des katholischen Glaubens. Wir beginnen mit der Taufe und bekennen uns zu Gott, Vater, Sohn und Heiligem Geist. Christus selbst ist in die Welt gekommen, und sein Kreuz nimmt alles Leiden der Welt auf. Aber es ist eine andere Sache, mit den Menschen zu beginnen und dann die Offenbarung nur als Ausdruck der europäischen Kultur zu relativieren. Das ist absolut falsch.

Es gibt auch einen Fokus auf Theologie, der nach Ansicht einiger Kritiker im Grunde genommen ein „kulturelles Recycling der Befreiungstheologie“ ist. Stimmen Sie zu, dass dieses Dokument möglicherweise einen Anstoß darstellt, die Befreiungstheologie durch die Hintertür zu führen?

Die Befreiungstheologie ist ein weit gefasster Begriff, aber die Freiheit ist das Grundelement unseres Glaubens, weil wir gerettet sind, von Jesus Christus von der Sünde befreit und von der Distanz zu Gott befreit worden sind. Diese [Freiheit] beinhaltet auch die Heilung weltlicher Elemente und Dimensionen, aber wir können die Annäherung Christi und seines Kreuzes und die Übernahme aller Leiden und Sünden der Welt auf sich selbst nicht in eine immanente Annäherung umwandeln, wie damals am Ende. Wir relativieren die Offenbarung als nur einen Ausdruck der griechisch-römischen Kultur. Es ist der falsche Ansatz.

Die Befreiungstheologie ist eine katholische Theologie, die mit der Offenbarung beginnt, die in der Heiligen Schrift, in der Überlieferung, im Lehramt der Kirche beginnt, und wir können keine neue Hermeneutik betonen, die dem katholischen Glauben fremd ist.

Sie würden also argumentieren, dass Befreiungstheologie an sich in Ordnung ist, aber auf verschiedene, unorthodoxe Arten verwendet werden kann?

Es kann verstanden werden, dass Christen die Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen für eine integrale Entwicklung. Wir interessieren uns aber nicht nur für die Welt, sondern auch für das Zentrum der Offenbarung, die die Gemeinschaft mit Gott ist, die in diesem Leben beginnt, und auch für das Strahlen der guten Werke, die Gott für uns gemacht hat.

Aber wir können das Christentum, die Kirche, nicht nur für eine weltliche Entwicklung in eine Nichtregierungsorganisation umwandeln, so dass die immanente Entwicklung das Zentrum unseres Glaubens ist. Unser Glaube bezieht sich auf den dreieinigen und persönlichen Gott.

Denken Sie, dass dieses Dokument zu einer immanenteren Perspektive führt (dass sich das Göttliche in der materiellen Welt manifestiert), anstatt zu einer katholischeren?

Ja, das ist die Gefahr, denn hinter diesem Dokument stehen keine großen Theologen, und es gibt diesen eher praktischen, eher ideologischen Ansatz für die Fragen.

Der andere Aspekt, um den sich einige Sorgen machen, ist das Zölibat der Priester, und dass das Dokument die Möglichkeit aufzeigt, verheiratete Männer oder reife Männer mit Familien zum katholischen Priestertum im Amazonasgebiet zu ordinieren. Befürchten Sie, dass dies, wie einige Kritiker sagten, zu einer allgemeinen Untergrabung des kirchlichen Zölibats führen könnte?

Auf der einen Seite drängen sie darauf und sagen es offen und auf der anderen Seite, wenn sie gefragt werden, dass sie den priesterlichen Zölibat nicht untergraben. Die Disziplin wurzelt in der Spiritualität des Priestertums in der westlichen und lateinischen Kirche. Wir können es nicht ändern, als wäre es nur eine externe Disziplin, da es tief mit der Spiritualität des Priestertums verbunden ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil sagte ( Presbyterorum Ordinis, 16).

Wir akzeptieren verheiratete Priester in den Ostkirchen, in denen es diese Tradition gibt, aber die lateinische Kirche wird auf diese Weise mit dem Zölibat im Priestertum fortfahren. Ich denke, dies ist nicht die großartige Lösung, die sie erwarten, um alle Probleme zu lösen, da die Krise des Christentums in der westlichen Welt nichts mit dem Zölibat des Priestertums und den religiösen Gelübden zu tun hat. Es ist eine Krise des Glaubens und auch der geistigen Führung.

Viele der an dieser Synode beteiligten Personen haben einen deutschen Hintergrund. Im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde gesagt, dass der Rhein in den Tiber mündet. Würden Sie sagen, dass dies ähnlich ist, ein Fall, in dem der Rhein in den Amazonas fließt?

Wir sehen, es ist kein guter Einfluss, weil die katholische Kirche in Deutschland abwärts geht. Schauen Sie sich die Ergebnisse an. Sie [deutsche Kirchenführer] kennen die wirklichen Probleme [in der heutigen Kirche] nicht und sprechen von Sexualmoral, Zölibat und Priesterinnen. Aber sie sprechen nicht über Gott, Jesus Christus, Gnade, Sakramente und Glauben, Hoffnung und Liebe, die theologischen Tugenden und die Verantwortung, die Christen und die Kirche für die Entwicklung der Gesellschaft haben, in der es einen tiefen Legalismus und Verzweiflung gibt – Wie der Papst sagte, von einem neuen Gnostizismus und einem neuen Pelagianismus.

Wir sind nicht in der Lage, das Evangelium für die Menschen in Deutschland und anderen Teilen Europas wie Belgien und den Niederlanden zu verbreiten. Und Sie sehen die Folgen dieser fortschreitenden Welle.

Warum gibt es diesen deutschen Einfluss auf diese Synode – liegt es daran, dass sie das Treffen nutzen wollen, um vielleicht mit diesem von Kardinal Reinhard Marx vorgeschlagenen „Synodenweg“ übereinzustimmen? Gibt es einen Zusammenhang damit?

Es besteht offensichtlich ein Zusammenhang. Sie gingen absolut falsch mit sexuellem Missbrauch um. Sie waren nicht in der Lage und konnten die wahren Ursachen und Gründe dieser Krise nicht erkennen und sie sprechen die ganze Zeit über andere Dinge, die nichts damit zu tun haben.

Wir lernen auch nicht aus dem Niedergang des Protestantismus in Europa. Sie haben all diese verheirateten Pastoren, die eine gleichgeschlechtliche „Ehe“ akzeptieren, und sie haben kein Zölibat. Trotzdem ist die Situation der protestantischen Kirche in Europa schlimmer als in der katholischen Kirche. Das kann also nicht die Medizin sein, um die tiefe Krise, die Krise des Glaubens, zu überwinden. Es ist ein Missverständnis der apostolischen Mission von Bischöfen, die keine politischen Führer sind. Am Ende wird es nutzlos sein.

Was halten Sie von Synodalität und diesem „Synodenweg“ als Mittel zur Kirchenregierung? Glauben Sie, dass die Gefahr besteht, dass fremde Ideen in die Kirche gelangen?

Ich finde es sehr idealistisch. Es gibt keine biblische Grundlage dafür. Wir sprechen von Kollegialität der Bischöfe, aber wir sehen jetzt in der sogenannten Reform der Kurie, dass die Kurie in Gefahr ist, sich in eine andere weltliche Institution zu verwandeln. Alle Befugnisse sind im Staatssekretariat konzentriert. Sie sprechen nicht über die Beteiligung der römischen Kirche oder die petrinische Autorität des Papstes. Sie unterdrücken das Wort „Kongregation“, was eine Übersetzung des Synodus auf Griechisch ist.

Einerseits unterdrücken sie die Synodalität der Heiligen Römischen Kirche, des Kardinalskollegiums, und andererseits verwandeln sie die Einrichtung der Kurie in eine bloße Bürokratie, in nur Funktionalismus und nicht ein kirchliches Institut. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung, am Leben der Kirche teilzunehmen, aber wir haben diese universelle Teilhabe seit Beginn der Kirche, seit 2000 Jahren.

Wir können die Kirche nicht mehr so ​​erfinden, als wäre sie altmodisch und neu gestaltet werden müsste, so wie sie sich fortschrittlich nennt und die Kirche nach ihren Vorstellungen bauen will.

Im Februar haben Sie ein „Manifest des Glaubens“ geschrieben. Warum haben Sie es geschrieben?

Viele Leute haben mich gebeten, wegen eines gewissen Chaos in der Kirche und wegen vieler Missverständnisse über das Wesentliche des Christentums etwas zu sagen: Was ist Ehe, was ist zum Beispiel das Priestertum? Wir können nicht alles leugnen, was im Alten und Neuen Testament und in der Tradition der Kirche gesagt wird.

Wir haben eine tiefe Theologie über die sieben Sakramente, und diese kann nicht von Zweifeln an diesen wesentlichen Elementen beherrscht werden, die uns zum ewigen Leben führen. Deshalb habe ich nur die wesentlichen Punkte unseres christlichen Glaubens hervorgehoben, die Trinität, die Inkarnation, die Sakramentalität der Kirche, die Identität unseres Glaubens und unseres Lebens und unsere Hoffnung auf ewiges Leben.

Die Reaktion war nicht immer sehr intelligent, und ich konnte es nicht verstehen; In der Tat konnte niemand verstehen, warum das Hervorheben dieser Grundelemente des Glaubens als Kritik am Papst, dem Nachfolger des heiligen Petrus, interpretiert werden könnte, da er die höchste Verantwortung für den Ausdruck unseres Glaubens trägt. Dies ist in unserem Glaubensbekenntnis verankert – es beginnt mit: „Ich glaube an“ Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, der Schöpfung, der Erlösung und der endgültigen Vollkommenheit der Sakramente und der Hoffnung auf ewiges Leben. Wir werden im Namen des dreieinigen Gottes getauft und drücken unseren Glauben an die Werke der Schöpfung, der Erlösung und die Gabe des ewigen Lebens aus.

Haben Sie die jüngste „Erklärung der Wahrheiten des Glaubens von Kardinal Raymond Burke und vier Bischöfen unterstützt?

Es ist alles wahr, was sie sagten, nein?

Kardinal Rainer Maria Woelki aus Köln dankte Papst Franziskus für seinen Brief an die deutsche Kirche, in dem er die Katholiken in Deutschland „furchtlos“ aufforderte, angesichts des Niedergangs der Kirche eine Missionskirche zu sein. Andere haben jedoch gewarnt, dass es auf unterschiedliche Art und Weise gelesen werden kann und dass die Kirche in Deutschland „vor einem grundlegenden Transformationsprozess“ steht. Wie beurteilen Sie den Brief selbst und wie wichtig ist er für die deutsche Kirche?

In seinem Brief an die deutschen Katholiken hat der Papst den Maßstab für die Einheit der Kirche in der Wahrheit der Offenbarung gesetzt. Wir glauben an den dreieinigen Gott und seine Kirche als Sakrament der Errettung der Welt. Daher ist der Prozess der Umwandlung der Kirche in eine weltliche Organisation mit geistlichen und sozialen Diensten nichts weiter als ein Widerspruch zu ihrer göttlichen Grundlage und Sendung.

Die mentale Aufgabe des gesamten Unternehmens spiegelt sich in einem Realitätsverlust bei der Analyse der Ursachen des sexuellen Missbrauchs junger Menschen wider. Ihre Ursachen liegen in der individuellen Verletzung der Gebote des Herrn und in der hedonistischen Atmosphäre in der westlichen Welt.

Die Weiterleitung sexueller Impulse an Erwachsene beiderlei Geschlechts, die als Neubewertung der Sexualmoral getarnt ist, beseitigt keinen Widerspruch zu Gottes Geboten. Die Verführung von Männern und Frauen über 18 Jahren ist auch eine Todsünde, „die aus dem Reich Gottes ausschließt“ (1. Korinther 6: 9) und eine „Entehrung des eigenen Körpers“ durch Verhalten gegen die von Gott gegebene Natur , männlich und weiblich (Römer 1: 24-27). Sexuelle Beziehungen haben einen legitimen, moralisch einwandfreien und anmutigen Platz nur in der Ehe eines Mannes und einer Frau. Ich hoffe auch, dass man in der Frage der Verbindung des Priestertums mit dem Zölibat nicht hinter der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils ( Presbyterorum Ordinis, 16) und der Enzyklika Sacerdotalis Caelibatus zurückbleibt .

Bei der wahren Reform der Kirche geht es um ihre Erneuerung in Christus und die Wiederbelebung des apostolischen Eifers für das ewige Heil des Menschen. Unter den lauten und boshaften Protagonisten, die sich arrogant als Reformer bezeichnen, sind einige, die durch die Heiligkeit des Lebens, die Bereitschaft zum Opfer und zur Entsagung und die völlige Hingabe an Christus und die Kirche, seine geliebte Braut und unsere Mutter im Glauben glänzen. Die eben erwähnten Begriffe strahlen nur ein ironisches Lächeln aus, weil sie so wenig Aufklärung und Nähe zur modernen Realität des Lebens bieten.

Die großen Reformbewegungen in der Geschichte der Kirche haben Heilige hervorgebracht und wurden von Gelehrten der Heiligen Wissenschaften sowie von Geistlichen und Ordensleuten gefördert, die sich auf das Wort des Herrn bezogen: „Der Eifer für Ihr Haus verzehrt mich“ (Johannes 4:17). .

Wir haben vor kurzem den 40. Jahrestag der Wahl von Papst Johannes Paul II. Gefeiert, aber warum wird seine Lehre während dieses Pontifikats Ihrer Meinung nach an den Rand gedrängt und nicht mehr wie früher aufrechterhalten?

Weil es im Hintergrund die seltsame Vorstellung gibt, dass das Zweite Vatikanum und seine Reformen von Johannes Paul II. und Benedikt gestoppt worden seien, und jetzt müssten wir diese „Blockierung“ überwinden und neu beginnen, wo das Zweite Vatikanum zu Ende ging. Dies ist jedoch keine gültige katholische Idee.

Wir glauben an die Kontinuität der Kirche und jedes Papstes, Konzils und Bischofs. Jede Periode hat eine besondere Bedeutung, ebenso wie jeder Papst und Bischof in dem Kontext, in dem sie leben – aber immer in Kontinuität mit allen Konzilen und allen Päpsten der Vergangenheit.

Wir können den Konzilen nicht widersprechen, indem wir sagen: „Ich bin für das Konzil von Trient“, oder: „Ich bin für das Erste Vatikanische Konzil“, oder: „Ich bin für das Zweite Vatikanische Konzil“, oder gar ich bin für ein drittes Vatikanisches Konzil. Die Konzile sind keine Neugründung der Kirche; sie haben nur die Autorität, den katholischen Glauben zu einer bestimmten Zeit auszudrücken und zu bekennen. Niemals werden wir eine neue Offenbarung erhalten (II. V., Dei Verbum , 10), weil „Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus gekommen sind“ (Johannes 1,17).

Edward Pentin ist der Korrespondent des National Catholic Registers in Rom.

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Aus dem Englischen übersetzt von mir [POS]

„ROME LIFE FORUM“ — DIE LETZTE SCHLACHT

Durchaus endzeitliche Töne beim „Rome Life Forum“ – Vorträge der Kardinäle Eijk, Brandmüller und Burke.
Von Guido Horst

Im Kampf um das Leben: der italienische „Marsch für das Leben“ ruft Tausende auf die Straße. Foto: Marcia per la vita

Nicht allein der Lebensschutz und christliche Familienwerte standen beim diesjährigen „Rome Life Forum“ auf der Tagesordnung. Umfassend ging es bei der sechsten Ausgabe des – als Reaktion auf die beiden Familiensynoden 2014 und 2015 – von der internationalen Vereinigung „Voice of the Family“ und dem kanadischen Onlinedienst „LifeSiteNews“ organisierten Treffens um das durchaus heilsgeschichtlich gesehene Ringen zwischen der Kultur des Lebens und der Kultur des Todes. „Die Stadt Gottes versus die Stadt des Menschen – Die globale Eine-Welt-Ordnung gegen das Christentum“ lautete das Motto der Tagung, die am vergangenen Wochenende wie in den vergangenen Jahren wieder in der päpstlichen Dominikanerhochschule Angelicum in Rom stattfand. Auch Kardinäle sprachen vor den mehreren hundert Vertretern unterschiedlichster Familien- und Lebensrechts-Organisationen aus aller Welt: Raymond Leo Burke, Willem Jacobus Eijk, Erzbischof von Utrecht, und Walter Brandmüller. Per Videobotschaft war der emeritierte Erzbischof von Riga, Kardinal Janis Pujats, präsent – wie auch Weihbischof Athanasius Schneider aus Astana.

Kardinal Eijk zeichnete die auf eine Radikalisierung des Feminismus in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zurückgehende Gender-Theorie nach, die das Geschlecht des Einzelnen nicht mehr durch die Natur oder gesellschaftliche Konvention bestimmen lassen möchte, sondern der persönlichen Wahl des Individuums überlässt. Eijk nannte die Feministinnen Simone de Beauvoir (1908–1986) und Shulamith Firestone (1945–2012), die die Frau von der „Tyrannei der Prokreation“ befreien wollten, schlug aber den Bogen bis zu französischen Freimaurern, die den Menschen befähigt sehen wollten, wie ein Schöpfergott über die eigene Natur zu entscheiden.

Dass diese Vision des Menschen sich völlig vom christlichen Menschenbild unterscheidet, machte der Kardinal an der Enzyklika „Humanae vitae“ von Paul VI. deutlich. Er zitiert aber auch aus der Enzyklika „Veritatis splendor“ von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1993: „Eine Freiheit, die den Anspruch auf Absolutheit erhebt, behandelt schließlich den menschlichen Leib wie Rohmaterial, bar jeglichen Sinnes und moralischen Wertes“ (48).

Indem die Gender-Theorie dieser Wahrheit widerspreche, so Eijk weiter, habe sie schwerstwiegende Konsequenzen für die Verkündigung des christlichen Glaubens. Sie leugne, dass es Sex nur zwischen Mann und Frau und das ausschließlich in der Ehe geben könne. Sie fördere die Legitimierung der Abtreibung und unterminiere schließlich die Rolle von Vater und Mutter, von Verheirateten und Ehe sowie das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern – alles Wirklichkeit, für die die Heilige Schrift und die christliche Lehre Analogien in den Beziehungen zwischen den drei Personen der Dreifaltigkeit und in Maria als Braut des Heiligen Geistes formuliere. Auch die Tatsache, dass ein Priester ein Mann sein muss, verdunkle die Gender-Theorie.

Den Schlüsselvortrag hielt bei der Tagung Roberto de Mattei, Präsident der in Rom und Washington ansässigen Lepanto-Stiftung, der als Herausgeber der Zeitschrift „Radici Cristiane“ und des Onlinedienstes „Corrispondenza Romana“ zwei Leitmedien der traditionalistischen Strömung in Italien verantwortet.

Der in Rom lehrende Professor für Geschichte sprach über die beiden Städte – Gottes und die des Menschen – in der Geschichte. „Mysterium Iniqitatits“, das Geheimnis des Teufels: Von der Einen-Welt-Ordnung zum globalen Chaos“ lautete der Titel seines Vortrags. Ausgehend von Leo XIII. und dessen Enzyklika „Humanum genus“ gegen die Freimaurerei aus dem Jahr 1884 zeichnete de Mattei das Bild der miteinander im Kampf liegenden Königreiche Gottes, der wahren Kirche Christi, und des Reichs des Satans, das das göttliche und ewige Gesetz ablehne. Ab dem vierzehnten Jahrhundert habe sich dieser Kampf zugespitzt, zunächst mit der Reformation, dann mit der Französischen Revolution und schließlich – nach dem Untergang des Habsburger Reichs – mit den kommunistischen und nationalsozialistischen Diktaturen, gefolgt von Völkerbund und Vereinten Nationen, die eine neue Weltordnung schaffen wollten. Diese sei aber inzwischen durch die Herrschaft eines Chaos ersetzt worden, das die Farben Amazoniens trage, einer Region, so der Historiker, die zu einem theologischen Topos geworden sei, in der die Einheimischen in einer Art glücklichem Paradies dem Kult an Mutter Erde huldigen würden.

Die Metaphysik des Nichts sei das Herz der neuen Religion, aber deren Ende sei absehbar. De Mattei sprach abschließend von der Hoffnung, die darauf gründe, dass die Geschichte lehre, dass Gott immer den letzten Rest, die kleine Zahl der wirklich Gläubigen nutze, um die Rückkehr der Wahrheit und des Guten ins Werk zu setzen. Es sei eine Versuchung zu glauben, man sei an das Ende der Welt gelangt und müsse die Waffen sinken lassen. Stattdessen zeige nicht zuletzt die Prophezeiung von Fatima, dass das Königreich Christi dazu bestimmt sei, sich in der Geschichte zu verwirklichen, bevor diese ende. Auch John-Henry Westen, Gründer und Leiter von „LifeSiteNews“ sowie einer der Organisatoren des „Rome Life Forum“, sprach von dem Eindruck, man scheine heute auf dem Höhepunkt der Revolution gegen Gott angelangt zu sein. Die Christenverfolgungen in der Welt befänden sich auf einem Allzeit-Hoch und die Verbrechen von Klerikern in der Kirche – er sprach die Missbrauchskrise an – hätten zu einem Allzeit-Tief des Ansehens der Kirche geführt. Und er zitierte Worte des verstorbenen Kardinals Carlo Caffarra, der vor zwei Jahren auf dem „Rome Life Forum“ an die Mahnung Schwester Lucias von Fatima erinnert hatte, dass „die letzte Schlacht zwischen Gott und dem Reich Satans in der Frage von Ehe und Familie“ ausgetragen würde. Aber gerade die Botschaft von Fatima lehre, dass die Muttergottes siegreich aus der letzten Schlacht hervorgehen werde.

Kardinal Walter Brandmüller griff nochmals das Thema von Kardinal Eijk auf und präzisierte in seinem kurzen Beitrag den Ursprung des Wandels, der sich in der Haltung vieler Christen und christlichen Konfessionen zur künstlichen Empfängnisverhütung vollzogen habe: Der Stein sei ins Rollen gekommen, als sich die anglikanische Kirche Englands auf ihrer Lambeth-Konferenz von 1930 für die Kontrazeption ausgesprochen habe. Weitere protestantische Kirche seien gefolgt, wobei dann der Widerstand in der katholischen Kirche gegen „Humanae vitae“ das Ende einer langen Kette gewesen sei. Kardinal Raymond Burke befasste sich in seinem Vortrag mit dem Patriotismus als Gebot des Naturgesetzes. Aber ihm kam noch eine andere Aufgabe zu: Er führte am Samstag den neunten „Marsch für das Leben“ an, in dem fünfzehntausend Teilnehmer durch die Innenstadt Roms zogen. Auch Kardinal Eijk und viele Teilnehmer des „Rome Life Forums“ gingen mit, italienische Ortsbischöfe ließen sich allerdings nicht sehen.

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Auferstehung des Sozialdarwinismus

6. Mai 2019, 12:00

Wenn das Bistum Würzburg mit Naziargumenten und laizistischen Vorurteilen gegen die priesterliche Ehelosigkeit vorgehen lässt – Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Langsam wundert einen gar nichts mehr. Während in der Gesellschaft ein Kampf gegen Rechts tobt, kann eine Kirchenzeitungsredakteurin Sozialdarwinismus in Reinkultur predigen. Anna-Lena Herbert, Redakteurin des Würzburger katholischen Sonntagsblattes, forderte in einen Kommentar, Priester sollten heiraten dürfen. Für sich genommen ist das eher langweilig, weil gar nicht so neu.

Oberflächlich fällt am Kommentar eine beängstigende Unkenntnis der katholischen Sakramentenlehre auf, die einer Kirchenzeitungsredakteurin schlecht ansteht. Priester könnten auch dann nicht heiraten, wenn der Zölibat optionale Lebensform von Priestern wäre. Die Weihe ist ein Ehehindernis. Allenfalls könnte man verheiratete Männer zu Priestern weihen. Es gibt gute Gründe dagegen.

Das Drama des Kommentars liegt nicht im erhobenen Postulat an sich. Liest man die Begründung für die Priesterehe mit nüchternem Verstand, so packt einen das Grausen. Die Autorin macht das volle „Menschsein“ allein am erfüllten Fortpflanzungstrieb fest. Das ist eine sozialdarwinistische Argumentation in Reinkultur. Mensch ist bei Frau Herbert nur der, der sich erfolgreich fortgepflanzt hat. Es gilt so gerade noch, wenn der Mann sich zumindest per legaler sexueller Betätigung die Option dafür gewahrt hat. Man wendet sich mit Grausen.

In biologistischer Anmutung wird die Freiheit des Menschen bestritten. Da schwingt der implizit angenommene Zusammenhang zwischen Ehelosigkeit und sexuellem Missbrauch mit. Wer nicht vom Eheweibe sexuell gebändigt wird, so die implizite Argumentation, wird zum Triebtäter. Das ist nicht nur abstoßend, es steht zudem noch in unguter Tradition nationalsozialistischer Kämpfe gegen den katholischen Klerus. Man erinnert sich an die sogenannten Sittlichkeitsprozesse gegen Priester in den Jahren 1936/37.

Der im weiteren Verlauf argumentativ äußerst flache Artikel reiht dann nur noch eine Ansammlung bekannter Platituden auf.

Alterseinsamkeit ist natürlich kein Merkmal von Ehelosigkeit. Selber eine Familie zu haben, bedeutet garantiert nicht, näher an der Lebenswirklichkeit zu sein. Oder ist allein der Krebspatient qualifiziert, Onkologe zu werden? Die großspurige Behauptung, der Zölibat stände „theologisch auf wackeligen Füßen“, mag gerade noch einen Lacher auslösen. Da ist es nur noch erbärmlich. Brutal beleidigend schließt der Artikel mit der implizierten These, Priester seien keine normalen Menschen.

Fazit nach Lektüre des Artikels: Es ist ein Kommentar mit Naziargumenten und laizistischen Vorurteilen gegen die priesterliche Ehelosigkeit, der in einer katholischen Bistumszeitung erschienen ist. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Ganz absurd wurde es, als sogar die Socialmediaredaktion des Bistums Würzburg diesen unsäglichen Artikel auch noch auf seiner Facebookseite anpries. Das hat die Ausmaße eines handfesten Skandals.

Gegen eine seriöse Debatte für und wider Zölibat ist nichts einzuwenden. Es muss wohl jede Generation gegen die Widerstände der Welt für sich neu entdecken und herausfinden, welch ein Schatz die Ehelosigkeit um des Himmelreiches Willen ist. Auf solcherlei Mist wie diesen Kommentar von Anna-Lena Herbert können wir dabei getrost verzichten.

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Die Quadratur des Kreises

Pressefoto Martin Lohmann

Pressefoto Martin Lohmann

13 April 2019, 11:15

„Diejenigen, die jetzt empört auf Papst em. Benedikt XVI. reagieren, sind vielleicht eine besonders eindringliche Bestätigung seiner Wortmeldung.“ Gastkommentar von Martin Lohmann

Bonn-Vatikan (kath.net) Papst em. Benedikt XVI. hat es gewagt, die Quadratur des Kreises aufzuzeigen, die derzeit von Teilen der Gesellschaft und der Kirche versucht wird. Damit hat er ein wichtiges Zeichen gesetzt, auf das viele gewartet haben; zugleich legt er den Finger auf eine immer größer werdende Wunde. Ein sich als „tolerant“ präsentierender Mainstream stellt immer mehr Denkverbote auf und versperrt den Blick auf die Wirklichkeit und damit auf die Wahrheit. Neue Dogmen entstehen, die keine Kritik dulden, um sich durch Verunglimpfungen einem rationalen Diskurs zu verweigern. Gerade den hat aber Papst em. Benedikt gesucht, als er den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt hat.

In seinem Schreiben erinnert er daran, dass eine Gesellschaft ohne Gott orientierungslos wird, was sich tagtäglich immer mehr bewahrheitet, wie nicht zuletzt die aktuellen Debatten zu bioethischen Themen zeigen. Gleiches gilt auch für die Theologie und die Morallehre der Kirche, die geradezu zur Ideologie degradiert oder den Moden des Zeitgeistes angepasst werden, wenn nicht mehr die göttliche Offenbarung der Orientierungspunkt ist. Dabei weiß sich der emeritierte Papst ganz in einer Linie mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, in dem vor eben dieser Entwicklung gewarnt wurde, denn „das Geschöpf sinkt ohne den Schöpfer ins Nichts“ (GS 36).

Der Glaube ist nicht nur ein Ritual, bestehend aus zeremoniellen Gesten, sondern ein konkreter Weg, ein Weg, der durch das Kreuz zum Ewigen Leben führt. Erst im Kreuzesopfer ereignet sich Erlösung (vgl. LG 3). Ein Christentum entkoppelt von diesem heilbringenden Ereignis, darauf hat der Papa em. ganz zu Recht hingewiesen, würde eine Quadratur des Kreises entstehen lassen und eine „neue“ Kirche schaffen, die eben nicht mehr die Kirche Jesu Christi ist. Wenn nicht mehr Christus der Maßstab der Kirche ist, dann wird alles willkürlich, dann löst sie sich auf. Das Schreiben bringt es auf den Punkt: „Müssen wir etwa eine andere Kirche schaffen, damit die Dinge richtig werden können? Nun, dieses Experiment ist bereits gemacht worden und bereits gescheitert. Nur der Gehorsam und die Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus kann den rechten Weg weisen.“

Es ist eben die Kirche Jesu Christi, und es ist keine Kirche, die wie ein Verein ganz neu erfunden werden kann. Christus ist und bleibt der Maßstab, er ist die Wahrheit, die er den Menschen treuhänderisch anvertraut hat. Eine sogenannte autonome Moral, die sich vom Naturrecht und der göttlichen Ordnung abkoppeln würde, kann es eben nicht wirklich geben.

Schließlich weist der em. Papst auf eine weitere Quadratur des Kreises hin, die vielen sehr lieb geworden zu sein scheint. Vom Verbrechen des Missbrauchs zu sprechen ist in aller Munde, aber eigenartiger Weise wird nicht von Sünde gesprochen. Die Sünde als Abweichung vom Weg Gottes ist die Ursache für jeden Missbrauch und zerstört die Glaubwürdigkeit der Kirche. Dies beim Namen zu nennen gilt in gewissen theologischen Zirkeln als Tabu, wobei doch gerade das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt hat, dass die Gestalt dieser Welt durch die Sünde missgestaltet wird (GS 39).

Der em. Papst ist seinem Motto Mitarbeiter der Wahrheit zu sein treu geblieben und dafür gebührt ihm nicht nur Dank, sondern höchste Anerkennung. Die Wahrheit befreit (vgl. Joh 8,32) auch aus der Quadratur des Kreises, denn die Wahrheit hat sich in Jesus Christus offenbart (vgl. Joh 14,6). Für diese Wahrheit hat Jesus Christus Zeugnis abgelegt und jeder, der aus der Wahrheit ist, hört seine Stimme (vgl. Joh 18,37). Er allein ist DER Weg, DIE Wahrheit und DAS Leben. Das war so, ist so und muss so bleiben. Nur in dieser Treue kann es Erlösung und Rettung geben.

PS: Diejenigen, die jetzt empört auf Papst Benedikt reagieren, sind vielleicht eine besonders eindringliche Bestätigung seiner Wortmeldung.

Martin Lohmann (62) ist Theologe und Historiker. Der Journalist kennt Papst Benedikt seit mehr als einem halben Jahrhundert persönlich, ist mit seiner Theologie vertraut und hat über ihn auch Bücher geschrieben.

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Die Kirchenspalter im Bistum Chur proben den Aufstand

8. April 2019, 12:00

Die Wahrheit ist, dass die kirchenfeindlichen Reformen gerade die Spaltung herbeiführen würden. Das gilt für alle, die die Kirche auf synodalen oder sonstigen Wegen verändern wollen – Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Bischofswahlkampf ist ein seltsamer Begriff. Auf die Vorfälle in Zürich trifft er dennoch irgendwie zu. Hinter dem Rücken des Bischofs Gelder der Kirche für eine kirchenfeindliche Aktion zu verwenden, das geht in der jetzt erfolgten Art wohl in der Tat nur in der Schweiz. Die Landeskirchen verwalten die Gelder, die Bischöfe haben kein Mitspracherecht. Das ist eine unhaltbare Situation, gegen die sich allerdings nur wenige Bischöfe wehren.

Einer, der sich wehrt, ist Bischof Vitus Huonder. Schon unmittelbar nach seiner Wahl wurde er angegriffen und verleumdet. Linke Medien hatten ihn von Anfang an im Blick. Ein Bischof, der die Lehre der Kirche in Glaube und Sitten unverkürzt vertritt, ist der Welt ein Gräuel.

Die Amtszeit von Bischof Huonder nähert sich dem Ende. Bis Ostern wird er noch im Dienst sein, dann steht bald der verdiente Ruhestand an. Die Mäuse proben schon mal den Tanz auf den Tischen. Allen voran jüngst der Regionalvikar von Zürich, Josef Annen, der jüngst gemeinsam mit Synodalratspräsidentin, Franziska Driessen-Reding, einen offenen Brief an Papst Franziskus als Anzeige in verschiedenen Zeitungen auf Kosten der Kirche schaltete.

Der Hintergrund ist der Wunsch, im Bistum Chur künftig einen Bischof zu bekommen, der die Landeskirche machen lässt und gar nicht mehr versucht, sich einzumischen. Wo der künftige Bischof in Fragen des Glaubens stehen soll, ist an den Inhalten des offenen Briefes deutlich erkennbar.

Die uralte Reformagenda der Aufgabe kirchlichen Sexualmoral, der Demokratisierung der Kirche und des Frauenpriestertums prägen die Inserate. An vielen Stellen in der Kirche – man vergleiche den synodalen Weg der DBK – zeigt sich, wie steter Tropfen langsam den Stein höhlt. Doch man bedenke an dieser Stelle, dass Reformen, die wider Glaube und Sitte erfolgen, nicht in der Wahrheit sind.
Reformen solcher Art verändern nicht die Kirche, sie verändern nicht die Lehre und schon gar nicht den Glauben. Sie führen nur unweigerlich in die Spaltung. Die Möchtegernreformatoren wissen das, denn nicht umsonst wird in dem als Inserat gestalteten offenen Brief ganz unverhohlen die Spaltung als Drohung erwähnt. Perfide ist es, die Spaltung als Druckmittel in dieser Form zu verwenden. Geradezu diabolisch kommt es daher, indem mit der Spaltung gedroht wird, wenn es nicht zu den geforderten Reformen kommt.

Die Wahrheit ist, dass die kirchenfeindlichen Reformen gerade die Spaltung herbeiführen würden. Das gilt für alle, die die Kirche auf synodalen oder sonstigen Wegen verändern wollen. Sie verändern nicht die Kirche, sie spalten Teile von der Kirche ab und nehmen viele Gutgläubige in den geistlichen Abgrund mit. Das ist die Gefahr, der es entgegenzuwirken gilt.

Nach Ende der Amtszeit des jetzigen Bischofs von Chur kommt es also nicht darauf an, einen Bischof zu bekommen, der den Reformwilligen nach dem Munde redet. Es braucht einen Bischof, der weiterhin den Glauben unverkürzt verkündet und dem ungesunden kirchlichen System in der Schweiz Paroli bieten kann und will.

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Hatespeech vom „Feinsten“ in der Talkshow von Anne Will

05 Februar 2019, 14:00

„Lebensschützer sind ebenso wenig ‚sogenannte‘ Lebensschützer wie Frau Will eine ‚sogenannte‘ Moderatorin oder Journalistin ist.“ Gastkommentar von Martin Lohmann

Bonn (kath.net) Es gibt Medienleute, die scheuen Fairness und Seriosität wie der Teufel das Weihwasser. Die Öffentlich-Rechtlichen scheinen da echt avantgardistisch zu sein und wollen sich diese Phobie nicht nehmen lassen. Oder anders formuliert: In der panischen Angst vor verantwortlichem Journalismus wollen sie sich offenbar von niemandem übertreffen lassen. Und weil das so ist, spielen sie immer wieder dasselbe Spiel. Manchmal besonders perfide. Bei ANNEWILL stand keinesfalls Information auf der Tagesordnung. Vielmehr ging es auch darum, einen jungen Abgeordneten als einzigem Mann in der Runde vorzuführen. Die „Falle“ für den Mann, der Leben schützen will, war geradezu perfekt aufgebaut. Es geht um Ideologie und Frauenmacht. Um jeden Preis. Um sonst nichts.

Anders kann man es wohl nicht erklären, dass sie bei Themen, bei denen es wirklich um Leben und Tod geht, alles vermeiden, was auch nur ansatzweise zu einem tieferen Nachdenken über das Recht auf Leben führen könnte. Und daher lädt man dann für eine Talkshow am Sonntagabend auch gezielt manipuliert die Gäste so ein, dass auf keinen Fall die eigene Ideologie-Diktatur gegen das unbedingte Lebensrecht noch nicht geborener Menschen irgendwie Schaden nehmen könnte. Zusammen mit der Moderatorin Anne Will treten dann fünf Frauen für das abstruse Recht auf Tötung an – gegen einen Mann. Wer da an das Kind denkt, wird lächerlich gemacht, diskriminiert und zum Hinterwäldler und Trottel diffamiert. Von „Leben“ und dem Lebensrecht kann ein Mann doch wohl nichts verstehen, erst recht nicht, wenn er noch keine Kinder hat. Die sind, so scheint es, jedenfalls vor der Geburt das verfügbare Eigentum allein der Frau und müssen ihrer Macht ausgeliefert werden können. Und wenn dieses „Eigentum“ stört, muss doch über die Beseitigung aufgeklärt und für die Tötung geworben werden dürfen, oder?

Die Botschaft: Frauen sind für „Menschenrechte“, für „Aufklärung“, für „Selbstbestimmung“. Männer nicht. Da stört es nur, wenn von – offenbar ausschließlich männlicher Seite – der Blick auf den schon wachsenden ungeborenen Menschen gelenkt werden könnte. Und wie selbstverständlich fehlen in der Runde die ach so bösen Lebensschützer, also jene Frauen und Männer, die noch wissen, dass Schwangerschaft keine Krankheit ist, sondern etwas mit einem neuen Menschenleben zu tun hat, das unglaublich verletzlich ist und Schutz verlangt. Es fehlen Ärzte und Ärztinnen, die aus Gewissensgründen nicht kleine Menschen töten, im Mutterleib zerschnippeln und verätzten wollen, sondern sich dem Leben verpflichtet wissen. Es fehlen Menschen, die tolerant und konsequent den Respekt vor dem Leben eines jeden Menschen einfordern. Es fehlen die Beraterinnen, die Frauen nicht verurteilen und sich klug und logisch für das Leben einsetzen.

Der Club der toten Denkerinnen bleibt da lieber unter sich – und hängt sich scheinheilig und unter Umgehung jeder Fairness, jeder wirklichen Toleranz und Seriosität das Mäntelchen der Toleranz um. Die Lebensschützer, vor deren Logik und Argumentation man innerlich schreiend davonläuft, weil man ein Nachdenken – vor allem bei sich selbst – einfach nicht ertragen könnte, werden beschimpft und pauschal verleumdet. Dabei sind sie ebenso wenig „sogenannte“ Lebensschützer wie Frau Will eine „sogenannte“ Moderatorin oder Journalistin. Obwohl? Hatespeech vom „Feinsten“, öffentlich-rechtlich und zwangsweise alimentiert von allen Bürgern.

Das alles verrät eigentlich nur eines: Man muss tief verklebt sein im Hass gegen Verantwortung und Achtung vor dem Leben, wenn man sich so geriert. Die Argumente, der Respekt und die Logik der Lebensschützer und aller, die sich wirklich für das Leben und sein Recht einsetzen, müssen wahrlich sehr stark und gut sein, wenn sich Öffentlich-Rechtliche so ungeniert zum Sprachrohr des betreuten Denkens und der alimentierten Verantwortungsverweigerung machen lassen. Hätte man noch Hoffnung, dass es bei den Medienmachern so etwas wie die Kultur zur Scham gibt, würde man sagen: Schämt euch! Doch das zu können würde ja ein Minimum an Fairness und Seriosität und Souveränität voraussetzen. So bleibt nur: Solche „Runden“ sind eine Schande für den – man möchte fast sagen – „sogenannten“ Qualitäts-Journalismus.

Martin Lohmann: ´Meinungsfreiheit – Wie ist es um die Dialogfähigkeit in unserer Gesellschaft bestellt?´