Fátima: Papst kann Francisco und Jacinta Marto heiligsprechen

Fatima / Wikimedia Commons – Andreas Trepte, CC BY-SA 2.5 (Cropped)

Die dazu erforderlichen Wunder wurden am Donnerstag genehmigt

Jetzt ist es soweit: Papst Franziskus kann im Laufe seiner Pilgerreise am 12. und 13. Mai nach Fátima zum Anlaß des 100-jährigen Jubiläums der Marienerscheinungen in der Cova da Iria zwei der drei Seherkinder, die Geschwister Jacinta und Francisco Marto, heiligsprechen.

Franziskus empfing am Donnerstag den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal Angelo Amato, in Privataudienz und genehmigte die für die Heiligsprechung erforderlichen Wunder, wie der vatikanische Pressesaal mitteilte.

Die beiden Hirtenkinder wurden während des Heiligen Jahres 2000 vom heiligen Johannes Paul II. seliggesprochen. Es wird das erste Mal sein, dass Kinder, die keine Märtyrer sind, kanonisiert werden. Schon ihre Seligsprechung stellte aus diesem Grund eine Besonderheit dar.

Was jetzt noch fehlt, ist die notwendige Zustimmung durch ein Kardinalskonsistorium, aber dies soll italienischen Medien zufolge am Donnerstag nach Ostern, am 20. April, einberufen werden.

Francisco Marto (1908-1919) starb am 4. April 1919 mit nicht einmal elf Jahren an der spanischen Grippe. Auch Jacinta (1910-1920) erlag am 20. Februar 1920 mit nur neun Jahren der Grippe. Im Jahr 1917 war die Jungfrau Maria beiden Kindern und ihrer Cousine Lucia dos Santos (1907-2005) erschienen.

Der Seligsprechungsprozess der Cousine wird bearbeitet. Die diözesane Phase des Verfahrens wurde am 13. Februar im Karmel von Coimbra (Portugal) feierlich abgeschlossen.

_______

Quelle

 

Papstbesuch: verschiedene Staatshäupter werden nach Fátima reisen

Capela Das Aparições, Fátima / Wikimedia Commons – Petr Adam Dohnálek, CC BY-SA 3.0 CZ

Neben dem portugiesischen Staatspräsidenten sind bereits fünf weitere Staatshäupter angekündigt worden

Neben dem portugiesischen Staatspräsidenten Marcelo Rebelo de Sousa werden mindestens fünf weitere Staatshäupter aus Anlaß der Feierlichkeiten des 100. Jahrestages der ersten Marienerscheinung in der Cova da Iria nach Fátima anreisen.

Es handelt sich um den Staatspräsidenten Kolumbiens und Friedensnobelpreisträger 2016 Juan Manuel Santos sowie um den Präsidenten von Paraguay, Horacio Cartes.

Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa kündigte es am Samstag auf dem katholischen Radiosender „Radio Renascença“ an.

Anwesend werden auch die Staatshäupter der ehemaligen überseeischen Besitzungen Portugals, São Tomé, Kap Verde und Guinea-Bissau, sein. Wie der Vatikan betont, handele es sich nicht um Staatsbesuche, sondern um Pilgerfahrten.

Papst Franziskus soll am 12. Mai um 16 Uhr auf dem Militärflugplatz „Monte Real“, nördlich der Hauptstadt Lissabon, landen. Zwei Stunden später soll er mit dem Hubschrauber in Fátima landen und vom örtlichen Fussballstadion im Papstmobil zum Marienheiligtum fahren.

Dort wird er gleich die Kapelle der Erscheinungen („Capela das Aparições“) besuchen und dann an der Lichterprozession teilnehmen.

Wie seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. wird er in der „Casa Nuestra Señora do Carmo“ bleiben. (pdm)

_______

Quelle

„Heiligsprechung für Fatima-Seher rückt näher“

Fatima

Das Verfahren für eine Heiligsprechung von zweien der drei Seher von Fatima rückt näher: Das bestätigt Kurienkardinal Angelo Amato. Die Causa für die beiden Geschwister Francisco und Jacinta Marto „kommt voran“, und es gebe auch schon „ein gutes Wunder“, so der Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Nach Angaben der Webseite „Faro di Roma“ handelt es sich bei dem Wunder um die Heilung eines italienischen Kindes. Amato präzisierte allerdings, er könne noch keinen Termin für eine mögliche Heiligsprechung nennen, darüber entscheide der Papst.

Franziskus wird Fatima am kommenden 13. Mai besuchen: Dann jährt sich zum 100. Mal der erste Tag der Marienerscheinungen in der portugiesischen Provinz. Zwischen dem 13. Mai und dem 13. Oktober 1917 war Maria mehrmals drei Kindern erschienen. Francisco und Jacinta Marto starben früh; beide wurden im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Die dritte Seherin war Lucia dos Santos, die 2005 im Alter von 98 Jahren starb. Für sie rückt eine Seligsprechung näher.

(apic 11.03.2017 sk)


APOSTOLISCHE REISE NACH FATIMA
SELIGSPRECHUNG DER HIRTENKINDER JACINTA UND FRANCISCO

PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.

Samstag, 13. Mai 2000

1. »Ich preise dich, Vater, […] weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast« (Mt 11,25).

Mit diesen Worten, liebe Brüder und Schwestern, lobt Jesus den Vater im Himmel für seine Pläne; er weiß, daß niemand zu ihm kommen kann, wenn ihn nicht der Vater zu ihm hinführt (vgl. Joh 6,44); und daher lobt er diesen Plan und stimmt ihm in Kindeshaltung zu: »Ja, Vater, so hat es dir gefallen« (Mt 11,26). Es hat dir gefallen, das Himmelreich den Unmündigen zu öffnen.

Nach dem göttlichen Plan ist »eine Frau, mit der Sonne bekleidet« (Offb 12,1), vom Himmel auf diese Erde herabgekommen, um die vom Vater bevorzugten Unmündigen aufzusuchen. Sie spricht mit der Stimme und dem Herzen einer Mutter zu ihnen: Sie lädt sie ein, sich als Sühneopfer darzubringen, und erklärt sich bereit, sie sicher vor Gott zu führen. Und siehe, sie sehen ein Licht von ihren Mutterhänden ausgehen, das sie bis ins Innerste durchdringt, so daß sie sich in Gott eingetaucht fühlen – wie wenn jemand sich im Spiegel betrachtet, so beschreiben sie es.

Später erklärte Francisco, einer der drei Bevorzugten: »Wir brannten in jenem Licht, das Gott ist, aber wir verbrannten nicht. Wie ist Gott? Das kann man nicht sagen. Ja, das ist etwas, das wir Menschen nicht sagen können.« Gott: ein Licht, das brennt, aber nicht verbrennt. Dieselbe Wahrnehmung hatte Mose, als er Gott im brennenden Dornbusch sah; dabei sprach Gott zu ihm, besorgt über die Knechtschaft seines Volkes und entschlossen, es durch seine Hand zu befreien: »Ich werde mit dir sein« (vgl. Ex 3,2–12). Alle, die diese göttliche Gegenwart in sich aufnehmen, werden zur Wohnstatt und folglich zum »brennenden Dornbusch« des Allerhöchsten.

2. Was den sel. Francisco am meisten wunderte und ganz in Ansprach nahm, war Gott in jenem immensen Licht, das sie alle drei bis in ihr Innerstes durchdrungen hatte. Nur ihm jedoch zeigte sich Gott »so traurig«, wie er es ausdrückte. Eines Nachts hörte sein Vater ihn schluchzen und fragte ihn, warum er weinte; der Sohn antwortete: »Ich dachte an Jesus, der so traurig ist wegen der Sünden, die gegen ihn begangen werden.« Ein einziger – für die Denkart der Kinder so bezeichnender – Wunsch bewegt von nun an Francisco, und es ist der, »Jesus zu trösten und froh zu machen«.

In seinem Leben bringt er eine Wandlung zuwege, die man als radikal bezeichnen könnte; eine Wandlung, wie sie für Kinder seines Alters sicher nicht alltäglich ist. Er gibt sich einem intensiven geistlichen Leben hin, das sich in eifrigem und inbrünstigem Gebet niederschlägt, so daß er zu einer wahren Form mystischer Vereinigung mit dem Herrn gelangt. Und gerade das bringt ihn zu einer fortschreitenden Läuterung des Geistes durch vielerlei Verzicht auf Angenehmes, selbst unschuldige Kinderspiele.

Francisco ertrug die großen Leiden, welche die Krankheit verursachte, die zu seinem Tod führte, ohne jede Klage. Alles schien ihm wenig, um Jesus zu trösten; er starb mit einem Lächeln auf seinen Lippen. Groß war in dem kleinen Jungen der Wunsch, Sühne zu leisten für die Beleidigungen der Sünder; und so strengte er sich an, gut zu sein, und opferte Verzicht und Gebete auf. Und Jacinta, seine fast zwei Jahre jüngere Schwester, lebte von denselben Gefühlen getragen.

3. »Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot« (Offb 12,3).

Diese Worte aus der ersten Lesung der Messe lassen uns an den großen Kampf denken, der zwischen Gut und Böse stattfindet, wobei wir feststellen können, daß der Mensch, wenn er Gott auf die Seite schiebt, nicht zum Glück gelangen kann, ja letzten Endes sich selbst zerstört.

Wie viele Opfer während des letzten Jahrhunderts des zweiten Jahrtausends! Es kommen einem die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs und vieler anderer Kriege in so vielen Teilen der Welt in den Sinn, die Konzentrations- und Vernichtungslager, die Gulags, die ethnischen Säuberungen und die Verfolgungen, der Terrorismus, die Entführung von Menschen, die Drogen, die Angriffe gegen die Ungeborenen und die Familie.

Die Botschaft von Fatima ist ein Aufruf zur Umkehr, eine Warnung an die Menschheit, nicht das Spiel des »Drachens« mitzuspielen, der mit seinem Schwanz »ein Drittel der Sterne vom Himmel [fegte]« und »sie auf die Erde herab[warf]« (Offb 12,4). Das letzte Ziel des Menschen ist der Himmel, seine wahre Wohnung, wo der himmlische Vater in seiner barmherzigen Liebe auf alle wartet.

Gott will, daß niemand verloren geht; deshalb hat er vor zweitausend Jahren seinen Sohn auf die Erde gesandt, »um zu suchen und zu retten, was verloren ist« (Lk 19,10). Und er hat uns gerettet durch seinen Tod am Kreuz; niemand bringe das Kreuz um seine Kraft! Jesus ist gestorben und auferstanden, um »der Erstgeborene von vielen Brüdern« (Röm 8,29) zu sein.

In ihrer mütterlichen Fürsorge ist die Heiligste Jungfrau hierher, nach Fatima, gekommen, um die Menschen aufzufordern, daß sie »Gott, unseren Herrn, nicht mehr beleidigen, der schon so viel beleidigt wird«. Der Schmerz der Mutter veranlaßt sie, zu sprechen; auf dem Spiel steht das Schicksal ihrer Kinder. Deshalb sagt sie zu den Hirtenkindern: »Betet, betet viel, und bringt Opfer für die Sünder; denn viele Seelen kommen in die Hölle, weil niemand da ist, der sich für sie opfert und für sie betet.«

4. Die kleine Jacinta fühlte und lebte diese Sorge der Muttergottes als ihre eigene, und sie brachte sich heldenmütig als Opfer für die Sünder dar. Eines Tages – sie und Francisco waren bereits erkrankt und gezwungen, im Bett zu liegen – kam die Jungfrau Maria, sie zu Hause zu besuchen, wie Jacinta berichtet: »Die Muttergottes kam uns besuchen und sagte, daß sie sehr bald Francisco mit sich in den Himmel nehmen werde. Und mich fragte sie, ob ich noch mehr Sünder bekehren wollte. Ich sagte ihr: Ja.« Und als für Francisco der Augenblick des Abschiednehmens gekommen ist, trägt Jacinta ihm auf: »Bringe unserem Herrn und unserer Herrin viele Grüße von mir, und sage ihnen, daß ich alles leide, was sie verlangen, um die Sünder zu bekehren.« Die Schau der Hölle bei der Erscheinung vom 13. Juli hatte in Jacinta einen solchen Eindruck hinterlassen, daß keine Abtötung und Buße zuviel war, um die Sünder zu retten.

Zu Recht könnte Jacinta mit Paulus ausrufen: »Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt« (Kol 1,24). Vergangenen Sonntag haben wir beim Kolosseum in Rom das Gedächtnis der vielen Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts begangen und anhand bedeutsamer Zeugnisse, die sie uns hinterlassen haben, der Peinigungen gedacht, die sie erlitten. Eine unzählbare Schar mutiger Glaubenszeugen hat uns ein kostbares Erbe vermacht, das im dritten Jahrtausend lebendig erhalten werden muß. Hier in Fatima, wo diese Zeiten der Drangsal angekündigt worden sind und die Muttergottes zu Gebet und Buße aufforderte, um sie abzukürzen, will ich heute dem Himmel Dank sagen für die Kraft des Zeugnisses, die sich in all diesen Lebensgeschichten erwiesen hat. Und noch einmal möchte ich die Güte des Herrn mir gegenüber erwähnen, als ich, hart getroffen, an jenem 13. Mai 1981 vom Tode errettet wurde. Meine Dankbarkeit gilt auch der sel. Jacinta für die Opfer und Gebete, die sie für den Heiligen Vater darbrachte, den sie so sehr hat leiden sehen.

5. »Ich preise dich, Vater, weil du all das den Unmündigen offenbart hast.« Der Lobpreis Jesu nimmt heute die feierliche Form der Seligsprechung der Hirtenkinder Francisco und Jacinta an. Die Kirche will mit diesem Ritus diese zwei Kerzen auf den Leuchter stellen, die Gott entzündet hat, um die Menschheit in ihren dunklen und sorgenvollen Stunden zu erleuchten. Sie mögen leuchten über dem Weg dieser riesigen Menge von Pilgern und all denen, die über Radio und Fernsehen mit uns verbunden sind. Sie mögen ein freundliches Licht sein, um ganz Portugal, und in besonderer Weise diese Diözese Leiria-Fatima, zu erleuchten.

Ich danke Bischof Serafim, Diözesanbischof dieser berühmten Teilkirche, für seine Willkommensworte, und mit großer Freude grüße ich den ganzen portugiesischen Episkopat und seine Diözesen, die ich sehr liebe und auffordere, ihre Heiligen nachzuahmen. Einen brüderlichen Gruß den anwesenden Kardinälen und Bischöfen mit besonderer Erwähnung der Hirten von Gemeinschaften portugiesischsprechender Länder: Die Jungfrau Maria möge die Aussöhnung des angolanischen Volkes erwirken; sie möge den Überschwemmungsopfern in Mosambik Trost bringen; sie möge wachen über dem Weg von Timor Lorosae [Ost-Timor], Guinea-Bissau, Kapverden, São Tomé und Príncipe; sie bewahre in der Einheit des Glaubens ihre Söhne und Töchter in Brasilien.

Mit ehrerbietiger Hochachtung grüße ich den Herrn Staatspräsidenten und die anderen Vertreter der Behörden, die an dieser Feier haben teilnehmen wollen, und möchte bei dieser Gelegenheit in der Person des Regierungschefs allen für ihre Mitarbeit am guten Gelingen meiner Pilgerreise danken. Ein herzlicher Gruß und besonderer Segen gehen an die Pfarre und Stadt Fatima, die sich heute über ihre zur Ehre der Altäre erhobenen Kinder freuen.

6. Mein letztes Wort gilt den Kindern: Liebe Jungen und Mädchen, ich sehe viele von euch wie Francisco und Jacinta gekleidet. Das steht euch sehr gut! Aber früher oder später werdet ihr diese Kleider ablegen und … dann verschwinden die Hirtenkinder. Meint ihr nicht, daß sie nicht verschwinden sollten?! In der Tat braucht die Muttergottes euch alle sehr, um Jesus zu trösten, der traurig ist über die Dummheiten, die begangen werden; sie braucht eure Gebete und Opfer für die Sünder.

Bittet eure Eltern und Erzieher, daß sie euch in die »Schule« der Muttergottes schicken, damit sie euch lehre, wie die Hirtenkinder zu sein, die alles zu tun bestrebt waren, was sie von ihnen verlangte. Ich sage euch: »In kurzer Zeit der Unterwürfigkeit unter Maria und der Abhängigkeit von ihr macht man größere Fortschritte als in langen Jahren des Eigenwillens und Selbstvertrauens « (Ludwig Maria Grignion de Montfort, Abhandlung über die vollkommene Andacht zu Maria, Freiburg/Schweiz 1925, Nr. 155). Auf diese Weise wurden die Hirtenkinder schnell heilig. Eine Frau, die Jacinta in Lissabon bei sich aufgenommen hatte und die guten und weisen Ratschläge hörte, die das Mädchen gab, fragte sie, wer sie das gelehrt hatte. »Das war die Muttergottes «, antwortete sie. Indem sie sich mit völliger Ergebenheit von einer so guten Lehrerin anleiten ließen, haben Jacinta und Francisco in kurzer Zeit die Gipfel der Vollkommenheit erreicht.

7. »Ich preise dich, Vater, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.«

Ich preise dich, Vater, für alle deine Unmündigen, angefangen bei der Jungfrau Maria, deiner demütigen Magd, bis hin zu den Hirtenkindern Francisco und Jacinta.

Möge die Botschaft ihres Lebens stets lebendig bleiben, um den Weg der Menschheit zu erleuchten!

_______

Quelle

Erzbischof Joachim Kardinal Meisner – Predigt im Fatima-Heiligtum in Zakopane / Polen am 13. August 2006

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

1. Als die Muttergottes vor 89 Jahren ihren Fuß auf den äußersten Westrand Europas, auf Fatima in Portugal, gesetzt hat, da hatte sie dieses herrliche Stückchen Erde Zakopane im Südosten Mitteleuropas schon mit im Blick, sodass dann hier dieses herrliche Fatima-Heiligtum entstehen konnte. Hier im Fatima-Heiligtum von Zakopane sind Kultur und Natur, Gottesdienst und Schöpfungsherrlichkeit zu einer unvergleichlichen Symbiose zusammengewachsen. „Selig bist du, Zakopane, weil du geglaubt hast!“, dürfen wir hier sagen, wie Elisabeth in ihrem Hause zu Maria. Auch von hier aus wurde, wie von allen Fatima-Heiligtümern der Welt, dem Reich des Bösen Einhalt geboten. Die Fatima-Heiligtümer sind der Wüstenort, an dem die apokalyptische Frau mit ihrem Kind vor dem Drachen geflüchtet ist. Und gerade von hier aus wurde der Teufel, der alte Drache, besiegt. Wir sind berufen, in den Fatima-Heiligtümern bei Maria in die Schule zu gehen, um den Willen Gottes für unser Leben zu erlernen. Maria steht nicht haushoch über uns, sondern sie lebt geschwisterlich neben uns. Sie hilft uns, den Willen Gottes zu erkennen und zu befolgen. Denn wir haben – wie Maria – nur ein einziges Leben. Darum gibt es Leben, Liebe und Glaube nicht auf Probe, sondern hier ist sofort Ernstfall. Im Vollzug unseres Lebens gibt es keine verantwortungsfreie Zeit der Fahrschule wie im Verkehrswesen, sondern hier fängt man gleich als vollverantwortlicher Verkehrsteilnehmer an. Hier dürfen wir uns keine Fehlstarts leisten. Maria war zwar ohne Erbsünde, aber sonst hatte sie ein ganz normales menschliches Leben zu bewältigen wie wir auch.

2. Immer wenn ein Mensch geboren wird, dann weint er bittere Tränen, aber die Mitwelt, die Mitmenschen, die Angehörigen und die Familie freuen sich, dass ein neuer Mensch zur Welt gekommen ist. Und am Ende unseres Lebens sollte es genau umgekehrt sein: Dann sollte der sich freuen dürfen, der nun zum himmlischen Vater nach Hause gehen darf, und unsere Angehörigen, unsere Mitmenschen, sollten ein wenig weinen dürfen, weil wir ihnen dann fehlen werden. Im Leben der Gottesmutter Maria war es jedenfalls so. Wer einmal vor dem unvergleichlich schönen Marienaltar in der Marienkirche auf dem Marktplatz in Krakau gestanden ist, der wird den Anblick der Mutter Christi nicht mehr vergessen können, die sterbend mit einem österlichen Lächeln auf dem Antlitz in die Arme der weinenden Apostel sinkt. Und wenn wir fragen: „Warum war das denn so stimmig im Leben der Muttergottes?“, dann müssen wir darauf antworten: „Weil sie dort nicht fehlte, wo sie nötig war!“.

3. Maria fehlte nicht in der Kammer von Nazareth, am Ort schweigender Verfügbarkeit und glühender Anbetung vor dem lebendigen Gott. Immer sind die Engel Gottes mit den Ratschlüssen Gottes unterwegs, um uns den Willen Gottes erkennen zu lassen. Aber wir sind nicht im Haus. Wir sind außerhalb von uns selbst. Deshalb werden die Engel Gottes die Ratschlüsse Gottes für uns nicht los. Es ist gar nicht auszudenken, wenn Maria damals nicht in der Kammer von Nazareth gegenwärtig gewesen wäre. Dann wäre der Engel mit der Botschaft Gottes umsonst gekommen, dann hätte es keine Menschwerdung Gottes und keine Erlösung gegeben, dann wäre alles bei der alten Sünde geblieben. Ein Glück, dass Maria dort nicht fehlte, wo sie nötig war: gegenwärtig vor dem Angesichte Gottes und verfügbar für den Willen Gottes. Sie fehlte dort nicht, wo sie nötig war. Und hier sind wir berufen, ihr geschwisterlich ähnlich zu werden. Auch in unserem Leben muss es das Haus von Nazareth geben, den Ort unserer Gegenwart vor dem Angesichte des lebendigen Gottes, den Raum schweigender Verfügbarkeit und glühender Anbetung. Auch heute noch sind die Engel Gottes permanent unterwegs, um uns ihre Botschaften zu überbringen. Aber sie sind dabei oft erfolglos, weil wir zuweilen dort fehlen, wo wir nötig sind, weil wir nicht zu Hause sind. Darum ist ja die Welt oft so ratlos im privaten wie im öffentlichen Leben, in den Familien wie in der Gesellschaft. Maria konnte sich bei den Kindern von Fatima bemerkbar machen, weil sie gegenwärtig waren: im Raum der Verfügbarkeit vor dem Angesichte des lebendigen Gottes. Die seligen Kinder von Fatima sind uns dazu eine liebevolle Einladung.

4. Dass wir dort nicht fehlen, wo wir nötig sind – wie Maria: im Lebensraum mitten unter den Menschen. Dafür steht im Neuen Testament der Hochzeitssaal der Brautleute von Kana in Galiläa. Ein Glück, dass Maria dort nicht fehlte! Denn dann hätte es von einem bestimmten Zeitpunkt an bei dieser Hochzeit keinen Wein mehr gegeben, sondern höchstens Saft. Und mit Saft kann man keine Hochzeiten feiern. Maria aber war dabei, und zwar mit ihren guten Augen. Mit ihnen entdeckte sie schon den Mangel hinter der glänzenden Fassade einer Hochzeitsgesellschaft, bevor es der Öffentlichkeit bekannt wurde. Und dann ging sie zu den Personen, bei denen Abhilfe zu erhoffen war. Sie ging mit der bittenden Feststellung zu ihrem Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr“ (Joh 2,3). Und sie wandte sich an die Tischdiener und sagte ihnen: „Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5). Dann ließ der Herr aus dem Mangel die Fülle werden, aus der mangelnden Qualität die höchste Qualität, sodass der Speisemeister den Brautleuten den Vorwurf machte: „Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten“ (Joh 2,10). Christus ist der Mensch der Fülle. Die 6 steinernen Wasserkrüge, die voll des besten Weines waren, konnte niemand mehr austrinken. So wie bei der wunderbaren Brotvermehrung mit 5 Broten Fünftausend satt wurden und die übrigen Stücke noch in 12 Körben eingesammelt werden mussten, weil sie niemand mehr aufessen konnte. Christus ist kein Hungerkünstler der Liebe, sondern der Mensch der Fülle Gottes. Ein Glück, dass Maria dort nicht fehlte, wo sie nötig war, eben bei den armen Brautleuten von Kana in Galiläa. Das gilt aber auch für uns, dass wir dort nicht fehlen, wo wir nötig sind: mitten unter den Menschen mit den guten Augen Mariens, die hinter den glänzenden Fassaden den Mangel, die Hilflosigkeit und ihre Not in den Blick bekommen. Dann heißt es auch für uns, dorthin zu gehen, wo die Möglichkeiten der Abhilfe gegeben sind. Da ist zunächst immer der Herr, zu dem Maria ging und sagte: „Sie haben keinen Wein mehr“. Zu ihm gehen wir in unseren Gebeten, in denen wir dem Herrn sagen, was unseren Mitmenschen und vielleicht auch uns selbst fehlt. Dann sollten wir – ebenfalls wie Maria – zu Mitmenschen gehen, die der Herr für seine Hilfsaktionen mit einbeziehen möchte. „Was er euch sagt, das tut!“. Dass wir auch dort nicht fehlen – wie Maria – wo wir nötig sind: im Lebensraum mitten unter den Menschen.

5. Und dass wir schließlich auch dort nicht fehlen, wo wir nötig sind – wie Maria – im pfingstlichen Abendmahlssaal zu Jerusalem, d.h. inmitten der Kirche Gottes. Nach der Himmelfahrt des Herrn hatten sich die Apostel aus Angst vor den Juden und den Hohenpriestern versteckt. Maria sammelt nun die Zerstreuten aus ihren Verstecken und führt sie zusammen unter das gleiche Dach, an den gleichen Tisch und in den gleichen Raum, nämlich in den Abendmahlssaal zu Jerusalem. Hier leitet sie mit den versammelten Jüngern die erste Pfingstnovene, an deren Ende dann das Kommen des Heiligen Geistes geschenkt wird und damit die Geburtsstunde der Kirche schlägt. Die Kirche nennt den Teufel den „Diabolos“, den „Durcheinanderwerfer“, der das Gesammelte zerstreut und das Vereinte auseinanderreißt. Maria aber ist die große Gegenkraft: Sie steht gegen den Diabolos als „Sammlerin“, d.h. als „Zusammenfügerin“, als diejenige, die das Zerstreute sammelt und das Auseinandergerissene wieder zusammenfügt. Sie bringt die Apostel zusammen, sodass der Urgemeinde dann der Heilige Geiste geschenkt werden kann. Der Kirche wird damit die Seele eingehaucht. Ein Glück, dass Maria damals nicht fehlte, wo sie nötig war! Und das ist auch für jeden von uns wichtig. Jeder lebt in einer Pfarrgemeinde. Und da gibt es auch Kräfte, die das Gesammelte zerstreuen, und Mächte, die das Zusammengefügte auseinanderreißen möchten. Dann sind wir aufgerufen, dass wir dort nicht fehlen, wo wir nötig sind. Wir sind aufgerufen, unseren Schwestern und Brüdern, die nicht mehr am Leben unserer Pfarrgemeinden teilnehmen, die an den Rand geraten sind, nachzugehen – wie Maria den Aposteln –, sie zu suchen, sie zu sammeln, sie zusammenzuführen und mit ihnen zu beten, damit uns der Heilige Geist geschenkt werde. Dass wir dort nicht fehlen, wo wir nötig sind wie Maria: im Lebensraum unserer Pfarrgemeinden, unserer Ordenskonvente, unserer Kirche.

6. Wenn ein Mensch geboren wird, dann weint er bittere Tränen, aber die Mitmenschen freuen sich, dass ein Mensch geboren worden ist. Das liegt bei uns mehr oder weniger weit zurück. Aber das andere Geschehen, nämlich dass wir uns dann freuen dürfen, aber unsere Mitmenschen, die wir verlassen, dann ein wenig weinen sollten, das liegt noch vor uns. Wie weit, das weiß niemand von uns. Das müssen wir auch gar nicht wissen, wenn wir nur jetzt dort nicht fehlen, wo wir nötig sind wie Maria: in der Kammer von Nazareth, d.h. im Lebensraum vor Gottes Angesicht in schweigender Anbetung und glühender Verfügbarkeit, im Hochzeitssaal von Kana in Galiläa, d.h. im Lebensraum mitten unter den Menschen, um ihre Not zu erkennen und um uns ihrer anzunehmen, und schließlich im Abendmahlssaal von Jerusalem, d.h. mitten im Leben unserer Pfarrgemeinden, dass wir dort mithelfen, das Zerstreute zu sammeln und das Auseinandergerissene zusammenzufügen. Dann dürfen wir wie Maria auf dem Marienaltar in der Marienkirche von Krakau heimgehen und mit dem österlichen Lächeln auf dem Angesicht in die Arme unserer weinenden Angehörigen sinken. Maria lächelt, die anderen weinen. Wir werden lächeln, die anderen werden weinen. Warum? – Weil sie und wir dort nie fehlten, wo sie und wir nötig waren. Amen.

+ Joachim Kardinal Meisner Erzbischof von Köln

_______

Quelle

Bischof: Marienerscheinungen „nicht authentisch“

afp6264402_articolo

Wallfahrtsort Medjugorje

„Es handelt sich nicht um authentische Marienerscheinungen.“ Das schreibt der Bischof von Mostar-Duvono, Ratko Peric, in einem langen offenen Brief auf der Homepage seiner Diözese zum Phänomen der Marienerscheinungen im Wallfahrtsort Medjugorje. In dem auf Italienisch verfassten Schreiben zählt er nochmals die Argumente dafür auf, dass seine Diözese, in deren Zuständigkeitsbereich Medjugorje fällt, seit jeher an der Authentizität der Erscheinungen zweifelt. Auffallend ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Schreibens, nämlich kurz bevor der päpstliche Sondergesandte, Erzbischof Henryk Hoser, im Wallfahrtsort eintreffen wird. Er soll dort die „pastorale Situation und die Bedürfnisse der Pilger“ zu untersuchen und eventuelle Initiativen für die Zukunft vorzuschlagen.

Bischof Ratko Peric erinnert an die insgesamt fünf Untersuchungskommissionen, die seit 1982 das Phänomen ohne greifbares Ergebnis untersucht haben. Er glaube, so der Bischof in dem Brief, dass auch die Ergebnisse der letzten Untersuchung durch die Glaubenskongregation im Jahr 2014 an Papst Franziskus übergeben worden seien. Insbesondere versucht der Bischof in seinem Brief – mit bereits seit langem veröffentlichten Material – den Nachweis zu erbringen, dass bereits die Erscheinungen der ersten sieben Tage als nicht authentisch einzustufen seien.

(vatican insider/kath.ch 02.03.2017 cs)

Siehe dazu auch:

Erzbischof von Panama vertraut der Jungfrau von Fatima den Weltjugendtag an

Der Erzbischof von Panama, Monsignore José Domingo Ulloa, hat die Realisierung des Weltjugendtages (WJT) in Panama im Jahr 2019 im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Marienerscheinungen unter den Schutz der Jungfrau von Fatima gestellt.

„Dir vertrauen wir den Weltjugendtag an. Dir vertrauen wir besonders die Kinder, die Jugendlichen und die Familien an. Die Botschaft, die du uns in der Cova da Iria gegeben hast, kann auch heute für jeden Panamaer gelten“ so der Erzbischof am 21. Februar vor einer offiziellen Nachbildung der Originalstatue Unserer Lieben Frau von Fatima, die nach Panama gebracht worden war.

Von der Statue der Jungfrau von Fatima gibt es nur zwei offizielle Nachbildungen, die durch die ganze Welt pilgern.

Die Nachbildung, die nun in Panama ist, wird bis zum 30. März 2017 dort bleiben und die verschiedenen Diözesen des Landes besuchen.

In seiner Predigt bei der Hl. Messe zum Empfang des Pilgerbildnisses in der Kirche El Chorrillo, drückte Monsignore Ulloa vor der schönen Statue seine Dankbarkeit gegenüber Gott für diesen „historischen Moment“ aus.

Heute haben wir das Privileg, eine der Repliken bei uns zu haben. Heute können wir sagen, dass es ist, als wären wir in Fatima“ versicherte er.

Er erinnerte auch daran, dass die Panamaer in diesem Jubiläumsjahr den vollkommenen Ablass gewinnen können, ohne dass sie dafür nach Portugal reisen müssen, und er lud sie ein, an den Wallfahrten teilzunehmen.

„Das Wunder, das Unsere Liebe Frau von Fatima in Panama wirken möchte, ist die Bekehrung vieler von uns“ so der Erzbischof.

 

Zeitplan

Am 2. März wird um 15.00 Uhr ein Treffen mit den Kinder in der Basilika Minor Don Bosco stattfinden.

In der Diözese Santiago de Veraguas wird die Statue vom 3. bis 5. März verweilen. Am letzten Tag wird das Land dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht werden.

In der Diözese Penonomé wird sich das Bildnis vom 5. bis 7. März befinden, in der Diözese David vom 10. bis zum 13. März, in der Diözese Chitré vom 13. bis zum 16. März und in der Erzdiözese Panama vom 16. bis zum 30. März.

Am 25. März, dem Fest der Verkündigung des Herrn, wird im nationalen Heiligtum vom Herzen Mariens um 16.00 Uhr eine Eucharistiefeier stattfinden und von dort aus wird sich ein Pilgerzug bis hin zum Küstenstreifen aufmachen, wo ein meditierter Rosenkranz gebetet und eine Pozession abgehalten werden wird.

Am 26. März um 14.00 Uhr wird eine Begegnung mit den Jugendlichen der Pfarrei des heiligen Franziskus in La Chorrera stattfinden.

Abschließend wird um 6.30 Uhr am Morgen des 30. März der Rosenkranz gebetet und vom Nuntius in Panama, Monsignore Andrés Carrascosa Coso, in der Fatima-Kirche in El Chorrillo eine Hl. Messe gefeiert werden.

_______

Quelle

Pilgerströme aus dem Libanon kommen zum Jubiläum nach Fatima

christliche-fluechtlinge

Wien/Beirut. Das Fatima-Jahr wird auch bei den Maroniten groß gefeiert. Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums wird das Marienheiligtum Fatima am 24. Juni einen »Tag für den Libanon« feiern, zu dem große Pilgerströme aus dem Zedernstaat in Portugal erwartet werden. Beim Gottesdienst in der Marienbasilika mit Kardinal-Patriarch Bechara Boutros Raï wollen die katholischen Patriarchen aus dem Nahen Osten die Weihe Libanons an Maria erneuern, wie die Stiftung »Pro Oriente« berichtete.

Die im Libanon beheimatete maronitische Kirche begeht 2017 als »Jahr des Martyriums und der Märtyrer«, das zahlreiche spirituelle und kulturelle Veranstaltungen umfassen soll. Auftakt des Jahres war der 9. Februar, Fest des heiligen Eremiten Maron, der als Begründer der maronitischen Tradition angesehen wird. Das Gedenkjahr wird bis zum Fest des ersten maronitischen Patriarchen am 2. März 2018 dauern. Kardinal Raï betonte in einer Botschaft die »Aktualität und Opportunität« des Themas angesichts der Tatsache, dass die Kirche heute an vielen Orten, vor allem im Nahen Osten, der Verfolgung ausgesetzt sei.

Bei ihrem letzten Monatstreffen am 1. Februar hat die Versammlung der maronitischen Bischöfe ein neues Wahlrecht für den Libanon eingefordert, das eine gerechte Repräsentation aller sozialen und religiösen Komponenten der libanesischen Gesellschaft garantiert. In einer gemeinsamen Verlautbarung unterstrichen die Bischöfe die Notwendigkeit »der Beschleunigung der Debatte über das neue Wahlrecht«.

_______

Quelle: Osservatore Romano 6/2017