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Viktor Orban: „Unsere Regierung repräsentiert die echt europäische Position“

Der ungarische Premier Viktor Orban betont einmal mehr, sein Land sei nie anti-europäisch gewesen. Seiner Ansicht nach hätten sich jedoch die europäischen Beamten in Brüssel auf die Seite der Terroristen gestellt. 

„Unsere Regierung repräsentiert die echt europäische Position, die den geltenden europäischen Vertrag, darunter die Teilung der Vollmachten zwischen den Mitgliedsländern und Brüssel, verteidigt. Gerade Brüssel ist es, das seine Position verändert hat“, so Orbans Ansprache vor dem ungarischen Parlament, berichtet SputnikNews.

„Brüssel unterstützt unverhohlen die Terroristen“, so Orban. Die EU  war es doch, welche die vom ungarischen Gericht verhängte zehnjährige Gefängnisstrafe gegen den syrischen Migranten Ahmed Hamed kritisierte. Dieser wurde bei Unruhen an der Grenze zu Serbien festgenommen, als er Polizisten angegriffen hatte.

Die Sicherheit der ungarischen Beamten sei den europäischen Beamten nicht so wichtig, aber die absurden Lügen eines Ahmed Hamed würden sie glauben. Orban zufolge wird der Zaun zum Schutz gegen illegale Migranten an der Südgrenze Ungarns „stehen, solange ich Premier dieses Landes bin“, sagt der Premier.

Budapest werde es Brüssel nicht erlauben, es zu erpressen, und werde weiterhin die von der EU-Kommission festgelegten Pflichtquoten für die Unterbringung von Flüchtlingen ablehnen: „Wir wollen, dass Ungarn ungarisch und Europa europäisch bleibt. Wir können es Brüssel nicht erlauben, unsere inneren Angelegenheiten zu verwalten“, so Orban. Budapest sie davon überzeugt, dass neben illegalen Migranten auch Kämpfer von Terrormilizen in die EU einzudringen versuchen.

Ungarn hatte damals umsichtig als erstes EU-Land aufgehört, Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und aus Afrika in sein Territorium zu lassen und zwei Zäune an seinen Grenzen gebaut.


Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat deutsche Politiker kritisiert, die Ungarn aus seiner Sicht ungerechtfertigterweise kritisieren. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir Ungarn den Deutschen zu irgendeinem Zeitpunkt hätten sagen wollen, was sie tun sollen“, erklärte der rechts-konservative Politiker am Freitag in seinem zweiwöchentlichen Interview im Staatsfunk.

„Wir haben ihnen stets Respekt erwiesen“, fügte er hinzu. „Wir bitten die deutschen Politiker, dass sie uns in Ruhe lassen mögen, dass sie uns nicht in den deutschen Wahlkampf hineinziehen mögen.“ Orban reagierte in dem Interview auf jüngste Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Martin Schulz.

Vertragsverletzungsverfahren

Merkel hatte am Vortag das Vorgehen der EU-Kommission gegen Polen, Ungarn und Tschechien in der Flüchtlingspolitik begrüßt. Das Brüsseler Gremium hatte am letzten Dienstag Vertragsverletzungsverfahren gegen die drei ost-mitteleuropäischen Länder beschlossen, weil sich diese an der EU-weiten Verteilung von Asylbewerbern nicht beteiligen wollen.

SPD-Chef Schulz hatte in diesem Zusammenhang zudem den Entzug von EU-Förderungen vorgeschlagen. Zudem hatte die deutsche Regierung jüngst Besorgnis über das ungarische NGO-Gesetz ausgedrückt, das bestimmt Nichtregierungsorganisationen als „aus dem Ausland geförderte Organisation“ brandmarkt.

Klartext­-Rede von Viktor Orbán: Ungarns Regierungschef rechnet mit Europa ab

anonymousnews.ru – 1. April 2017

Beim Treffen der konservativen „Europäischen Volkspartei“, in dieser Woche auf Malta, verteidigte Angela Merkel ihre kriminelle Asylpolitik. Kurz zuvor hatte Viktor Orbán das Wort und stellte klare Forderungen. Ungarns Ministerpräsident fürchtet „eine dominante muslimische Präsenz in Westeuropa, noch während unserer Lebenszeit.“

Rede von Viktor Orbán – EPP Kongress Malta

„Unser Thema heute ist die Zukunft Europas. Wir Mitteleuropäer haben jahrzehntelang unter kommunistischen Diktaturen und sowjetischer Militärbesatzung gelitten. Wir sind Gott dankbar, dass wir uns Europa wieder anschließen und Mitglieder der Europäischen Union werden konnten. Unserer Ansicht nach ist Europa der beste Ort der Welt für menschliches Leben. Momentan. Wir können in Freiheit und Wohlstand und in unserem eigenen kulturellen Umfeld leben. Momentan. Wenn wir an die Zukunft denken, sehen wir ernsthafte Gefahren, deshalb müssen wir aufrichtig und offen darüber sprechen. Das ist eine Vorraussetzung unseres zukünftigen Erfolges.

Wir haben eine Krise um die Wettbewerbsfähigkeit. Wir haben eine Migrationskrise. Wir haben eine Sicherheits- und Terrorismuskrise. Wir haben eine demographische Krise. Und wir haben eine außenpolitische Krise – mit einer destabilisierten Ukraine und einem brodelnden Balkan. Deshalb muss ich sagen, dass die Zukunft Europas einen Schatten auf die Gegenwart wirft. (…) Und das erklärt, warum radikale Parteien Rückhalt gewinnen konnten, sogar hier auf diesem erfolgreichsten Kontinent der Welt.“

Migration „Trojanisches Pferd des Terrorismus“

„Bezüglich der Migrationskrise hatten wir vor zwei Jahren in Madrid vor allem Fragen – nun haben wir vor allem Beweise: Migration erwies sich als das Trojanische Pferd des Terrorismus. Migration stellte sich als die falsche Lösung für den Arbeitskräftemangel heraus. Migration entpuppt sich mehr und mehr als NGO-Business. Migration brachte ans Licht, dass wir signifikantes antisemitisches Potential nach Europa hereingelassen haben. Migration ließ erkennen, dass die Neuankömmlinge eher in Parallelgesellschaften leben, anstatt sich in die Mitte der Gesellschaft zu integrieren. Seit unserem letzten Kongress in Madrid wurde offensichtlich, dass die Sprache der liberalen politischen Korrektheit unfähig ist, die wahren Gefahren der Migration zu benennen und zu verstehen.“

Warnung vor „dominanter muslimischer Präsenz“

„Wir Mitteleuropäer erwarten, dass es – wenn die Dinge so weiter laufen –eine dominante muslimische Präsenz in Westeuropa geben wird, sogar noch während der Lebenszeit unserer Generation. Ich verstehe, dass die Linken uns unter ideologischen Druck setzen, damit sich der Westen schuldig fühlt für die Kreuzzüge und den Kolonialismus, doch diese linksgerichtete Politik entwaffnet Europa intellektuell gegen die Invasion der muslimischen Migration.“

Reform der Einwanderungspolitik nötig

„Wir Mitteleuropäer möchten unsere Einwanderungspolitik komplett reformieren. Grenzen müssen unter vollständige Kontrolle gebracht werden. Glauben Sie niemand, der sagt, dass dies unmöglich ist. Wir Ungarn schützen die Grenzen der EU über hunderte von Kilometern – in der Tat ohne größere Hilfen der EU, wir leiden sogar unter Beschuss aus Brüssel. Wir sind der lebende Beweis, dass Verteidigung möglich ist. Das ist die wahre Solidarität.

Wir müssen diejenigen von unserem Territorium entfernen, die illegal gekommen sind und wir müssen uns weigern, irgendeinen EU-Mitgliedsstaat als nicht-sicheres Land zu bezeichnen. Der Menschenrechtsgerichtshof muss dringend reformiert werden, denn seine Richtersprüche sind eine Bedrohung für die Sicherheit der europäischen Völker und eine Einladung an Migranten. Und das Schlüsselelement [wäre]: Jedes juristische Verfahren sollte außerhalb des EU-Territoriums stattfinden, in dem man sichere Orte an der Küste Libyens einrichtet.

Es ist klar, dass wir jenen helfen müssen, die in Not sind. Wir sollten Hilfe an jene Orte liefern, wo sie gebraucht wird und nicht das Problem zu uns bringen. Wenn wir einen Ameisenhaufen zertreten, sollten wir nicht überrascht sein, wenn die Ameisen uns überrennen.

EU-Außenpolitik muss reformiert werden

„Ich schlage vor, auch die Außenpolitik der EU zu reformieren. Wir müssen offen reden, auch wenn es weh tut. Wir sind dabei, riesige Fehler zu machen. Unsere gescheiterte Politik hat zur Destabilisierung des Nahen Ostens und Nordafrikas beigetragen. Der Fakt, dass wir dies gemeinsam mit den Amerikanern begangen haben, ist keine Entschuldigung.

Die Länder dieser Region wurden nicht von Edelmännern regiert vor unserer korrupten Intervention, doch die Situation war nicht annähernd so schlimm, wie sie jetzt ist. Wir haben uns wie pyromanische Feuerwehrleute verhalten. Alles was ich dazu sagen möchte ist: Wenn wir einen Ameisenhaufen zertreten, sollten wir nicht überrascht sein, wenn die Ameisen uns überrennen.“

Balkan in EU integrieren

„Wir müssen aufwachen und eine neue europäische Außenpolitik verkündigen, die auf Stabilität fokussiert ist. Das gilt auch für Erdogans Türkei. Falls Millionen von Migranten wieder über den Balkan marschieren sollten, würde es unmöglich sein, die Stabilität aufrechtzuerhalten. Und Mazedonien kann nicht ohne Gruevskis Partei stabil bleiben. Die Stabilität des Balkans erfordert schnellstmöglich eine Neuwahl in Mazedonien.

Ich begrüße unsere Resolution zur künftigen Erweiterung der EU. Für die Stabilität des Balkans müssen wir Montenegro schnellstmöglich aufnehmen und die Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien und Serbien vorantreiben. Ich wünsche [Serbiens] Premierminister Vucic viel Glück für die Wahl am Wochenende. Meine Heimat ist das Tor zum Balkan. Ich sehe jeden Tag, wie der russische, türkische und amerikanische Einfluss wächst, während der Einfluss der Europäischen Union abnimmt. Das ist eine schlechte Politik und es ist Zeit, dass wir das ändern.“

Sozialismus in Europa wäre „fatal“

„Die Linken haben einen klaren Aktionsplan, um Europa zu transformieren. Sie wollen Millionen Muslime hereinlassen. Sie wollen das Subsidiaritäts-Prinzip abschaffen. Sie wollen unseren Arbeitsmärkten bürokratische Regeln aufzwingen. Sie wollen die Steuern erhöhen und letztlich wollen die Sozialisten den Sozialismus in Europa errichten.

Das wäre für Europa fatal. Wir würden unsere christliche Identität verlieren, unsere Wettbewerbsfähigkeit und auch die Hoffnung auf Vollbeschäftigung. Ich schlage vor, wir nehmen den intellektuellen und politischen Kampf mit den Linken an.

Wir sind die Volkspartei, (…), wir sollten keine Angst davor haben, dass linke Kritik uns Populisten nennt. Wir wissen, das wir das nicht sind. Die EVP sollte der Fürsprecher und das Flaggschiff eines Europas sein, in dem es Raum für unsere christliche Identität gibt,für unseren Nationalstolz, Raum für unsere traditionellen Familienwerte und unsere Workfare-Gesellschaften.

Wenn wir möchten, dass Europa der großartigste Ort der Welt bleibt, dann muss sich die EU ändern. Und um wegweisend zu sein, müssen wir – die Europäische Volkspartei – uns selbst ändern. Ich bin mir sicher, dass wir heute einen Schritt in die richtige Richtung unternommen haben.“

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Quelle

Viktor Orbáns Rede, die deutsche Medien nicht zeig[t]en

Treuegelöbnis-Feierlichkeit der ersten Einheit der ungarischen Grenzjäger (Bild: Facebook Orbán Viktor)

[18. Januar 2017] Viktor Orbán  vereidigte letzte Woche die neue Grenzschutztruppe des Landes. Diese Maßnahme begründete Ungarns Ministerpräsident mit dem anhaltenden, massiven Druck auf die ungarische Landesgrenze. Bei seiner Rede kritisierte er die EU ebenso massiv wie die verheerende Migrationspolitik von Angela Merkel. Eine Rede, die deutsche Medien nicht zeigen.

Ungarns Premier Viktor Orbán warnte bereits zu Beginn der von Angela Merkels initiierten Flüchtlingskatastrophe vor den Folgen eines wachsenden Immigrationsstroms. Im September 2016 forderte er einmal mehr ein, dass Europa beim Schutz seiner Grenzen Härte zeigen müsse. Bereits im August bewilligte die Fidesz-Regierung eine Erhöhung von 3000 Personen für Grenzjäger-Einheiten, die im Rahmen der Bereitschaftspolizei dienen sollen. Die landesweite Rekrutierung begann im September.

Vergangene Woche sprach der ungarische Ministerpräsident bei der offiziellen Treuegelöbnis-Feierlichkeit der ersten Einheit der Grenzjäger in Budapest Orbán vor 500 Grenzjägern über den massiven Druck, dem die ungarische Grenze nach wie vor ausgesetzt sei und über die staastsicherheitsrelevanten Aufgaben der neuen Einheit.

»Sehr geehrte Damen und Herren,

die Naivität, die Illusionen und das Zeitalter der Laxheit in Europa sind vorbei. Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. Grundlage unseres Handeln muss das sein, was wir vorfinden – nicht was wir gerne sehen würden. Es gibt einige, die denken, dass jeder, der nach Europa kommt, nach unseren Gesetzen und Bräuchen leben möchte. Die Tatsachen belegen aber genau das Gegenteil. Terrorangriffe, Unruhen, Gewalttaten, Verbrechen, ethnische und kulturelle Zusammenstöße – all das zeigt uns dass diejenigen, die hierher kommen, nicht so leben wollen, wie wir es tun. Sie wollen ihr Leben nach ihren eigenen Regeln fortsetzen, aber auf dem Level europäischen Lebensstandards jenes Landes, das ihnen von den Bürokraten in Brüssel zugewiesen wurde.

Wir wissen, dass auch Migranten Opfer sind. Opfer der Schlepper.  Opfer der einladenden europäischen Politiker, die eine schnelle Einbürgerung versprechen. Und sie sind auch Opfer ihrer eigenen Illusion. Wir verstehen sie, aber wir können ihren Forderungen nicht nachgeben. Wir können sie nicht nach Europa hineinlassen. Die Menschenrechte schreiben nirgends nationalen Selbstmord vor. Zudem kommen mit den illegalen Migranten auch Terroristen zu uns. Aus diesem Grund verloren in mehreren europäischen Ländern unschuldige Menschen ihr Leben und bezahlten so für die Schwächen der politischen Führung ihrer Länder.

Wir müssen die Wahrheit akzeptieren. Die Wahrheit ist: Für Europa wäre es besser gewesen, wenn es die ungarische Lösung, die sich als praktikable und nützlich bewiesen hat und seitdem von anderen Ländern übernommen wurde, nicht angegriffen hätte.  Die Wahrheit ist, illegale Einwanderung und unbegrenzte Migration gefährdet beides – sowohl die innere Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung wie auch unsere Kultur. Die Wahrheit ist: Wir habe es getan und werden weiterhin tun, was uns unser Pflichtgefühl und das Gewissen diktiert. Wir werden unsere Grenzen verteidigen. Wir werden unser Leben und unsere Sicherheit verteidigen. Die Wahrheit ist: Wir bewiesen mit unserem Handeln, das es möglich ist, die Migration zu stoppen, denn Unerschrockenheit, Mut und Wille sind erforderlich. In erster Linie jedoch: Leute wie Sie! Dank der Arbeit des ungarischen Militärs und der Polizei ist Ungarn heute eines der sichersten Länder der EU. Wir haben keinen Terrorismus, haben keine Massenvergewaltigungen. Niemand fährt Lastwagen in Menschen, die feiern.

Aber bitte vergessen wir nicht, dass das nicht bedeutet, dass so schreckliche Dinge uns in Ungarn niemals passieren könnten. « (SB)

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Ägypten: Jesuit wird Ungar wegen Orbans Migrationspolitik

Seine Politik hat einen ägyptischen Jesuiten zum Wechsel der Staatsbürgerschaft bewegt: Viktor Orban

Der ägyptische Jesuit Henri Boulad hat aus Sympathie für die Migrationspolitik Ungarns die ungarische Staatsbürgerschaft angenommen. Prinzipiell sei eine Unterstützung von Flüchtlingen und Armen „richtig und gut“, aber „ein wenig klarer Kopf würde dabei auch gut tun“, sagte der 85-jährige Boulad in einem Interview mit der ungarischen Wochenzeitung „Heti Valasz“, dessen Wortlaut das österreichische Magazin „Kirche In“ auf Deutsch veröffentlichte. Die Aufnahmefähigkeit Europas habe „ihre Grenzen“. Der langjährige ägyptische Jesuiten-Provinzial und Direktor des „Jesuit Cultural Center“ in Alexandria kritisierte eine „bedingungslose Zuwanderung“ und warnte vor einer künftigen muslimischen Bevölkerungsmehrheit in Europa. Er „bewundere“ Papst Franziskus, sei aber mit ihm in der Frage der Migration und des Islam „nicht einverstanden“.

Zurückhaltend bewertet der ehemalige Caritas-Chef für Ägypten, der von 1991 bis 1995 Vize-Vorsitzender von „Caritas Internationalis“ für Nordafrika und den Nahen Osten war, die Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche. Initiativen wie die Flüchtlingsmission der ungarischen Jesuiten oder die „Vorhaben des Papstes“ seien „großartig und vom Evangelium her motiviert“. Man könne sich aber „trotz der Ehrlichkeit irren“, so der Ordensmann: „Ich meine, dass der Westen und der Papst die wahre Natur des Islam nicht kennen.“ Nach dem Selbstverständnis des Islam sei „ein friedliches Zusammenleben auf längere Zeit unmöglich, oder nur unter der Bedingung, dass sich die Christen als zweitrangige Bürger zufrieden geben“, sagte Boulad.

Maßgebliche Politiker in Europa, aber auch die katholische Kirche unterschätzen aus seiner Sicht die von den beherrschenden Strömungen Islam ausgehende Gefahr. Politische Korrektheit, meinte der Jesuit wörtlich, „demoliert den Westen: sie macht es unmöglich, dass wir die wirkliche Gefahr des Islam begreifen“.

Die Kirche habe sich die Sichtweise des französischen Islamologen Louis Massignon (1883-1962) angeeignet, für den der mystische Sufismus das Wesen des Islams bedeutet habe. Der Islam habe jedoch historisch nicht diesen „mekkanischen“, sondern den „medinischen“ Weg gewählt, der ihn bis heute bestimme: „Die Suren des Korans, die gegen die Ungläubigen zur Gewalt und zum Dschihad aufrufen, stammen aus der Medina-Zeit [des Propheten Mohammed, Anm.], die toleranten, mystischen Suren aus der Mekka-Zeit.“ „Rom“, befand Boulad, verstehe dies nicht und „die Christen des Ostens, die den Islam von innen kennen, werden nicht gefragt, man stellt sie auf die Seite“.

Die katholische Kirche, so der Befund des Jesuiten, stütze sich beim Verhältnis zum Islam auf die Expertise von „Experten, die in Paris, Berlin oder Amerika als durchaus großartige Islamologen gelten, deren Ansichten aber rein akademisch sind“ und sei so „in die Falle des christlich-islamischen Dialogs geraten, der in Wirklichkeit einem Dialog von Tauben gleicht“. Boulad sieht diesen Dialog auch nach 50 Jahren „noch immer bei seinem Ausgangspunkt“. Große Ankündigungen über Reformen im Islam hätten meist kaum Konsequenzen.

Der Jesuit beklagte auch, dass es mit ihm selbst ebenso wenig einen Dialog gebe. Französische und kanadische Bischöfe hätten seine Auftritte in ihren Ländern verboten. „Massen von gemäßigten und intelligenten Muslimen und Muslima denken wie ich. Sie versuchen, den Islam zu zerstören, um die Muslima und Muslime zu retten“, zeigte sich Boulad in dem Interview überzeugt. Die Liberalen des Islam seien „den Schönheiten ihrer Religion treu. Um diese zu bewahren und zu verteidigen, wollen sie sich von der ihnen aufgezwungenen Diktatur befreien.“

(kap 12.05.2017 gs)

Bischof Ägidius Zsifkovics ruft zum gesellschaftlichen Zusammenhalt auf

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Bischof Ägidius Zsifkovics

Zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich hat der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics aufgerufen. Im Kathpress-Interview am Rande des großen Abschlussfestes zum Martinus-Jubiläumsjahr in Eisenstadt nahm der Bischof zum US-amerikanischen und österreichischen Präsidentschaftswahlkampf Stellung, warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft und forderte einmal mehr eine gesamteuropäische Lösung der Flüchtlingsfrage. Weiters zog er eine Bilanz des Martinus-Jubiläumsjahres in der Diözese Eisenstadt.

Zsifkovics ist in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Bereiche Flucht, Migration und Integration zuständig und bekleidet in der EU-Bischofskommission ComECE die Funktion des Koordinators für Flüchtlingsfragen. Eindringlich warnte der Bischof vor Alleingängen einzelner europäischer Staaten in der Flüchtlingsfrage. Es bestehe die Gefahr, dass nationale Egoismen „fröhliche Urständ‘ feiern“. Die mangelnde europäische Solidarität, um die Herausforderungen durch die vielen Flüchtlinge gemeinsam zu lösen, sei eine große Gefahr, warnte der Bischof. Die Kirchen hätten die moralische Verpflichtung, das Gewissen der Nationen zu sein und ihre Stimme für jene zu erheben, die das selbst nicht tun können, forderte Zsifkovics.

Angesprochen auf Ungarn unterstrich der Bischof, dass er mit der Ungarischen Bischofskonferenz in ständigem Kontakt stehe und diesen auch zu staatlichen Stellen suche. „Ich versuche, die Brücken aufrecht zu erhalten“, so der Bischof wörtlich. Er bemühe sich, immer wieder darauf hinzuweisen, „dass es wenig Sinn macht, sich abzuschotten und Wege zu gehen, die nicht das Gemeinsame im Blick haben“. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban bemüht sich bekanntlich, bisher noch vergeblich, um eine Verfassungsänderung gegen die Aufnahme von Asylwerbern.

Mehr Einsatz für Flüchtlinge möglich

Die Kirche in Ungarn sei durchaus auch um Flüchtlinge bemüht, betonte Zsifkovics. Freilich habe die ungarische Kirche weit weniger Möglichkeiten als beispielsweise die Kirche in Österreich. Ganz grundsätzlich wolle er festhalten, dass die Kirche in allen Ländern Europas noch mehr Zusammenarbeit und Einsatz für Flüchtlinge zeigen könnten.

In der Diözese Eisenstadt seien viele tausende Flüchtlinge erstversorgt worden, knapp 500 habe man langfristig in Quartieren aufnehmen können, so der Bischof. Für diese bemühe man sich natürlich um eine gute Integration vor Ort. Dabei würden sich viele Pfarren, aber auch die Katholische Aktion, große Verdienste erwerben.

Sachpolitik statt Emotion

Wenige Wochen vor dem nächsten Versuch zur Bundespräsidentenwahl wollte der Bischof nicht von einer großen Spaltung in zwei Lager in seiner Diözese sprechen. Bedenklich sei freilich, dass der Stil des US-amerikanischen Wahlkampfes auf Österreich überzuschwappen drohe. „An dieser Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft kann niemand Interesse haben“, sagte der Bischof.

Seitens der Kirche gebe es aus gutem Grund keine parteipolitischen Stellungnahmen, die Christen sollten frei nach ihren Gewissen entscheiden, betonte Zsifkovics. Er wolle jedoch grundsätzlich anmerken: „Wer Gott in den Mund nimmt oder auf ein Plakat schreibt, der muss auch wissen, was dieser Gott bedeutet, und dass dies nicht nur eine Formel oder Floskel ist. Gott ist immer auf Seiten der Armen, Kleinen und Schwachen, der Ausgestoßenen und auch der Flüchtlinge und Verfolgten.“ Wer immer das Bundespräsidentenamt übernimmt, sei gut beraten, sich diesen Menschen auch ganz besonders zuzuwenden. Das gelte freilich auch für alle anderen politisch Verantwortlichen.

Die Kirchen seien aufgerufen, einen Beitrag zur Besonnenheit und zum Brückenschlag zu leisten. „Wir müssen alles tun, um ein gutes Miteinander auch bei unterschiedlichen Ansichten zu fördern.“ Weniger Emotion und mehr Sachpolitik sei das Gebot der Stunde.

In Ökumene weitere Schritte gehen

Sehr dankbar zeigte sich der Bischof, dass das historische Treffen der katholischen Bischofskonferenz mit den Spitzenvertretern der evangelischen Kirchen in Österreich im Burgenland stattfand. Zum einen habe das Burgenland den höchsten Prozentsatz an Evangelischen von allen Bundesländern, zum anderen „leben wir hier ganz intensiv im Alltag diese ökumenische Einheit in Vielfalt“. Freilich könne man nie zufrieden sein, solange nicht die volle Kircheneinheit hergestellt ist. Das Reformationsjubiläum sei jedenfalls eine gute Gelegenheit, „hier weitere Schritte zu setzen“.

Am vergangenen Dienstag fand in Rust ein ökumenischer Gottesdienst statt, gemeinsam abgehalten von der Bischofskonferenz, der Kirchenleitung der evangelischen Kirchen A.B. und H.B. und der evangelisch-methodistischen Kirche. Am Mittwoch trafen sich die katholischen und evangelischen Vertreter in Eisenstadt zu einem gemeinsamen Studientag.

„1.700 Jahre Martin von Tours“

Mit einem Festgottesdienst im Eisenstädter Martinsdom wurde am Freitag das Jubiläumsjahr „1.700 Jahre Martin von Tours“ feierlich abgeschlossen. Seit dem 11. November des Vorjahres hatten Diözese und Pfarren dazu viele unterschiedliche Akzente und Initiativen gesetzt. Neben zahlreiche Wallfahrten beispielsweise auch Kinder- und Jugendaktionen oder Bildungsveranstaltungen. Eine Besonderheit in der Diözese Eisenstadt. Das Jubiläumsjahr war mit dem von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit zusammengefallen, was auch inhaltlich besonders gut zusammenpasse, so der Bischof, denn die wegweisende Spur des heiligen Martin ließen sich anhand dreier fundamentaler Wegmarken des christlichen Unterwegsseins zum Ausdruck bringen: Spiritualität, Solidarität und Barmherzigkeit.

Eine Frucht dieses „doppelten“ Jubiläumsjahres: In möglichst vielen Pfarren soll es nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern auch in Zukunft „Abende der Barmherzigkeit“ geben, kündigte der Bischof an.

Eines sei ihm noch wichtig zu betonen, so Zsifkovics: „Zum Ende des Jahres der Barmherzigkeit werden die Heiligen Pforten nun wieder geschlossen. Das soll aber gerade nicht heißen, dass die Kirche ihre Türen schließt. Wir haben in diesem Jahr unsere Türen und Herzen weit aufgemacht und werden sie auch weiter offen halten.“

(kap 12.11.2016 sk)

Ungarns Botschafter: Papstaussagen sind differenzierter geworden

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Kurze Begegnung zwischen dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban und Papst Franziskus.

Der ungarische Vatikanbotschafter Eduard Habsburg registriert in den letzten Monaten bei Papst Franziskus „Aussagen, bei denen man spüren kann, dass die Realität mancher Staaten durch den riesigen Strom von Migranten und Flüchtlingen etwas mehr bei ihm angekommen ist“. Habsburg äußerte sich in einem Interview für die deutsche katholische „Tagespost“ (30. August) im Anschluss an den Empfang für Ministerpräsident Viktor Orban und eine internationale Parlamentariergruppe beim Papst. Dessen Aussagen zur Flüchtlingspolitik seien „im Lauf der vergangenen Monate differenzierter geworden“, befand Habsburg.

Auf die Frage, wie er zur Diskrepanz zwischen Papstappellen zur großherzigen Flüchtlingsaufnahme – etwa in „Evangelii gaudium“ – und Orbans Aussage, Ungarn wolle „gar keinen Migranten aufnehmen und sich auch nicht dazu zwingen lassen“, stehe, antwortete Habsburg, Franziskus bewege sich hier zwischen zwei Polen: „Als Verkünder des Evangeliums predigt er, in jedem Menschen in Not Christus selbst zu sehen und ihn großherzig aufzunehmen. Das andere ist, dass er als Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken auch die politischen Wirklichkeiten weltweit im Blick hat.“ Unter Papst Franziskus seien die diplomatischen Aktivitäten des Staatssekretariats massiv angewachsen, die Aussagen „differenzierter geworden“.

So habe der Papst etwa beim Neujahrstreffen der Diplomaten erklärt, die Länder hätten die Pflicht, Flüchtlinge aufzunehmen, aber auch, ihre Grenzen zu sichern und ihren Bürgern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. „Der Papst weiß also auch um die Probleme der Länder in Europa in der Aufnahme so vieler Migranten und Flüchtlinge. Beim Heiligen Stuhl ist, wie ich in zahlreichen Gesprächen erfahren darf, durchaus Verständnis für die konkreten Probleme Ungarns aufgrund seiner Größe und geografischen Lage gegeben.“

Im Blick auf das Referendum am 2. Oktober, bei dem sich die ungarische Regierung grünes Licht vom eigenen Volk holen will, jegliche Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU zu blockieren, sagte Habsburg, es gehe um die Frage, „ob ohne die Zustimmung des ungarischen Parlaments Flüchtlinge nach Ungarn gebracht werden können“. Ministerpräsident Orban wolle, dass bei der Verteilung von Flüchtlingen „Rücksicht genommen werden muss auf die Belastbarkeit und auf die Biografie“ der jeweiligen Länder. Habsburg zufolge gehe es am 2. Oktober jedoch nicht um „bereits gemeinsam beschlossene Quoten“.

„Gewisse Nervosität“ in Visegrad-Staaten

Zur Islam-Debatte sagte er, die Visegrad-Staatengruppe habe selbst fast keine muslimische Bevölkerung. Daher rühre „eine gewisse Nervosität in weiten Teilen der Bevölkerung angesichts des doch massiven Zustroms“. In Ungarn komme die historische Erinnerung an die osmanische Besatzungszeit dazu.

Habsburg befürwortete aber die Dialogpolitik des Papstes gegenüber dem Islam, denn „die große, breite Masse in der islamischen Welt will mehr oder weniger ein normales Leben führen“. Das stütze die Haltung von Franziskus, die Muslime zu ermutigen, eine Friedensreligion zu sein und radikaleren Strömungen das Wasser abzugraben. „Der Papst will den anderen zeigen, dass er sie auf Augenhöhe anspricht und um Allianzen wirbt. Was sollte der weltweit am meisten respektierte religiöse Repräsentant denn sonst tun? Der Papst muss mit einem Islam in Dialog treten, der in einem Selbstfindungsprozess ist.“

Laut Eduard Habsburg wird Ungarn im Vatikan als christlich geprägt, auch in der Politik, wahrgenommen. „Hier [in Ungarn] treten Politiker ausgesprochen christlich auf. Im Umfeld des Parlaments gibt es etwa gemeinsame Gebete.“ Der Vatikan schätze auch sehr, dass „das christliche Familienbild die Politik unserer Regierung prägt“. Kinderreiche Familien würden gefördert, Gott werde in der Verfassung erwähnt, ebenso wie die Ehe „klar als freier Bund zwischen Mann und Frau“ definiert werde. Viele Sozialprojekte in Ungarn würden von den Kirchen gemacht, aber vom Staat finanziert.

(kap 30.08.2016 gs)