Papst Franziskus: Demut und Gehorsam der Bischöfe

Audienz Neue Bischöfe, 14. September 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Ansprache vor Bischöfen am 14. September 2017

Papst Franziskus richtete sich am gestrigen Donnerstag, dem 14. September 2017, mit einer Ansprache an die im Laufe des letzten Jahres ernannten Bischöfe und rief ihnen ihre Aufgaben und Verantwortung in Erinnerung.

Die Menschen bedürften einer väterlichen Begleitung, stellte der Papst fest. Nur wer von Gott geleitet sei, habe den Titel und die Autorität, um die Nächsten zu leiten. Diese Gnade dürfe ein Bischof nicht als selbstverständlich betrachten, sondern sie müsse beständig neu erbeten werden, um den Nächsten auf ihrem Weg zur Seite stehen zu können.

Das Gebet bezeichnete Papst Franziskus als Imperativ. Im Gebet erinnere man sich, vor Gott ein ewiger Junge zu sein und keine Gaben wie ein langes Leben, Reichtümer oder dergleichen zu wünschen. Ohne diese Gnade sei es den Bischöfen unmöglich, „gute Meteologen“ zu werden und das „Wetter Gottes zu bewerten“.

Die Unterscheidung sei eine Gabe des Heiligen Geistes an die Kirche, legte der Papst dar. Ihr antworte man mit Zuhören. Der Bischof sei kein „Padrone“ und auch kein „einzelgängerischer Hirte“. Im entspannten Dialog, teilend, zuhörend lebe er mit den Mitbrüdern, ohne eigene Ideen und Projekte in den Vordergrund zu stellen, sondern in Demut im Dienst am Herrn und der Gemeinschaft. Unterscheidung bedeute Demut und Gehorsam dem Evangelium, legte Papst Franziskus dar; sie sei ein Heilmittel gegenüber Unbeweglichkeit und Starrheit.

Besondere Aufmerksamkeit forderte Papst Franziskus im Bereich Kultur und Religiösität des Volkes. Am Ende zähle nicht die Bilanz, sondern das Wachstum des Gotteswerkes im Herzen der Herde. Aufgabe des Bischofs sei es, der Herde die Gnade des Heiligen Geistes nahe zu brinden, vor allem den jungen Menschen und Familien und allen anderen, die für die Leitung der Gesellschaft verantwortlich seien.

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Papst Franziskus: Wir sind auf dem richtigen Weg

68. Liturgische Woche, Audienz, 24. August 2017 / © PHOTO.VA – OSSERVATORE ROMANO

Audienz der Stiftung „Centro di Azione Liturgica“
am 24. August 2017

„Die liturgische Reform ist irreversibel“, stellte Papst Franziskus in seiner Audienzansprache vor den Teilnehmern der 68. Nationalen Liturgischen Woche der Stiftung „Centro di Azione Liturgica“ fest. Die Stiftung tagt zum Thema „Eine lebendige Liturgie für eine lebendige Kirche“ anlässlich ihres 70. Gründungsjubiläums.

In seiner Ansprache legte der Papst die enge Verknüpfung des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Reform dar. Ziel der Reformen sei eine lebendige Liturgie gewesen, mit der man die Lebendigkeit der Kirche zum Ausdruck bringe. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil habe ein Reformprozess begonnen, der Zeit benötigt habe und bis heute eine permanente Herausforderung darstelle. Die Konstitution über die Heilige Liturgie „Sacrosanctum Concilium“ der Tradition treu und gleichzeitig dem Fortschritt offen.

Papst Franziskus legte die Reformergebnisse dar, wie die größere Anteilnahme an der Liturgie oder ein umfassenderes Wissen über die Heilige Schrift: „Der Weg dieser Jahre zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ An die Audienzteilnehmer gewandt, verwies der Papst auf die bedeutende Rolle des „Centro di Azione Liturgica“ im Bereich der Ausbildung.

Papst Franziskus legte dar, dass die Liturgie durch ihre Ausführung definiert werde und gab einige Beispiele dafür wie z.B. die im Gebet versammelte Gemeinde. „Die Liturgie ist Leben für das gesamte Volk der Kirche.“ Daher sei die Liturgie auch dem Gläubigen nah und nicht klerikal. Im Gebet vereine die Kirche nämlich alle Menschen, die dem Evangelium Gehör schenkten. Niemand werde ausgeschlossen.

Papst Franziskus stellte fest, dass die Liturgie der Frömmigkeit des ganzen Volkes Ausdruck verleihe. „Die Liturgie ist Leben und nicht eine zu verstehende Idee.“ Sie sei nicht bloß Doktrin oder Ritus, sondern Lebensquell und Licht für den Weg der Gläubigen. Die Kirche sei dann wahrhaft lebendig, wenn sie Trägerin des Lebens sei, mütterlich, missionarisch, die Begegnung mit dem Nächsten suche und diene. Papst Franziskus schloss seine Ansprache mit der Bitte, für ihn zu beten und mit der Erteilung des Apostolischen Segens

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