Ethikexperte: Selbsttötungs-Urteil ist „Paradigmenwechsel“

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Weihbischof Anton Losinger, Augsburg

Als „Paradigmenwechsel, der eine problematische Bewegung in Gang setzen könnte“, wertet der Augsburger Weihbischof Anton Losinger das jüngste Leipziger Urteil zur Selbsttötung. In besonderen Ausnahmefällen darf schwer und unheilbar kranken Patienten die Ausgabe von Medikamenten zur Selbsttötung künftig nicht mehr verwehrt werden, entschied das Bundesverwaltungsgericht vergangene Woche in Leipzig. Dazu sagte Losinger, der lange Zeit Mitglied im Deutschen Ethikrat war, im Gespräch mit Radio Vatikan:

„Sollte dieses Urteil in der Reichweite, wie es öffentlich beschrieben wird, in Geltung treten, wird eine schiefe Ebene in Gang gesetzt, die mehrere Ziele betrifft: Es betrifft zunächst einmal die staatliche Rechtsordnung. Soll es möglich sein, dass für extreme Ausnahmefälle durch staatliche Verordnung Medikamente in Gang gesetzt werden, deren Ziel die aktive Tötung eines Menschen in schwieriger Lage ist? Zweitens ist die Ärzteschar betroffen – und hier kommt der Warnruf des Präsidenten der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery sehr gelegen, der sehr deutlich macht, das ärztlich assistierter Suizid nicht in das Paket der ärztlichen Anwendungen gehört. Aus der Perspektive der ärztlichen Berufsordnung haben Ärzte immer gesagt: Sterbehilfe in einem aktiven Sinn ist nicht Aufgabe des ärztlichen Ethos.“

In dem Urteil ist von „extremen Ausnahmefällen“ die Rede: Voraussetzung sei, dass die Betroffenen „wegen ihrer unerträglichen Leidenssituation frei und ernsthaft entschieden haben, ihr Leben beenden zu wollen“ und ihnen keine zumutbare Alternative – etwa durch einen palliativmedizinisch begleiteten Behandlungsabbruch – zur Verfügung stehe, hieß es. Dazu gibt Losinger zu bedenken:

„Wer entscheidet das?“

„Wenn man sich die Frage stellt: Was bedeutet eigentlich extreme Ausnahmefälle, in denen eine solch unerträgliche Leidenssituation vorliegt? Geht das etwa so weit, dass Demenzfälle, Erkrankungen ein solcher Grund sein können, dass psychische Erkrankungen dazu führen, oder dass etwa schwierige Pflegesituationen das bedeuten können? Es ist völlig klar: Wenn die Frage nach extremen Ausnahmesituationen unerträglicher Lebenssituationen entsteht – wer entscheidet das? Und wo endet diese Kriterium?“

Für die Rechtsordnung in Deutschland sei ein Ausschluss aktiver Sterbehilfe „immer klar“ gewesen, so Losinger. Auch eine kommerzielle, geschäftliche Sterbehilfe wie in der Schweiz sei ausgeschlossen worden. Das Recht eines Menschen auf menschenwürdiges Sterben werde gewahrt, zeigt sich der Ethikexperte überzeugt, der auf den Aspekt des „Sterben-Lassens“ eingeht: „Dass ein Mensch das Recht und die Möglichkeit eines Therapie-Verzichtes hat – das steht jedem Menschen offen. Niemand darf etwa durch eine Intensiv-Medizin dazu gezwungen werden, ein Leben an Schläuchen über alle unabsehbaren Zeiträume hinweg führen zu müssen.“

Vor wenigen Tagen hatte in Italien noch der Fall eines schwer kranken DJ, der in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch genommen hatte, für Aufsehen gesorgt. In dem Kontext waren erneut Forderungen nach einer gesetzlichen Verankerungen eines „Rechtes“ auf assistierte Selbsttötung laut geworden, der Vatikan hatte sich klar gegen eine Selbsttötung und für mehr gesellschaftlichen Halt für Sterbewillige ausgesprochen. Losinger zeigt im Gespräch mit Radio Vatikan Verständnis für die große Belastung, der schwer kranke Menschen und ihre Familienangehörige ausgesetzt sind:

Antwort auf schwerste Lebensbedingungen: Nicht Exit, sondern Hilfe

„Es ist völlig klar, dass etwa enge Angehörige, Verwandte, Menschen, die in der Pflege beschäftigt sind, oft zutiefst beeindruckt und auch verstört sind, wenn sie schwierigste Lebenslagen von ihnen anvertrauten Menschen sehen. Gerade auch wenn man wahrnimmt, dass ein solche Mensch etwa sterben will, aber nicht sterben kann. Das wirft große Fragen für das Umfeld eines solchen kranken Menschen auf. Aber: Die Antwort kann doch niemals sein, dass aktive Sterbehilfe einsetzen muss.“

Die Antwort auf „solche schwersten Lebensbedingungen“ in der christlichen Ethik sei „nicht der Exit in den Tod, unter Umständen aktiv in Gang gesetzt, sondern Hilfe“, unterstricht der Augsburger Weihbischof, der auf die Möglichkeiten der Palliativmedizin und Schmerzversorgung sowie das Hospiz verweist. Das Potential dieser ganz auf den Patienten ausgerichteten Behandlungs- und Betreuungsformen werde unterschätzt, die Bedeutung des Sterbens als Teil des Lebens verkannt, so Losinger:

„Gerade auch Frank Ulrich Montgomery, der Präsident der Bundesärztekammer, sagt glaubhaft, dass mehr als 99 Prozent der Menschen – diese Zahl habe ich von ihm gelesen – dann von ihrer Suizidabsicht zurücktreten, wenn ihnen klar und glaubhaft eine aktive und wirksame Palliativversorgung gesichert werden kann. Und das zweite: Das Hospiz – ich denke, dass gerade mit Blick auf das Lebensende wir modernen Menschen wieder neu lernen müssen, dass vielleicht das Sterben die wichtigste Phase des Lebens ist und dass wir deswegen Menschen in dieser wichtigen Phase ihres Lebensendes eine behütete, begleitete, liebevolle Situation gewährleisten müssen, in der sie auch dann, wenn sie in einer austherapierten Situation sind, in guter Weise leben können.“

(rv 06.03.2017 pr/sk)

Kardinal Müller: Nein zu aktiver Sterbehilfe

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Kardinal Gerhard Ludwig Müller

„Schlimm“ und „traurig“: So kommentiert Kardinal Gerhard Ludwig Müller die Tatsache, dass in Belgien aktive Sterbehilfe gesetzlich erlaubt ist und immer mehr Gruppen offensteht. Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation betonte in einem Interview mit der belgischen Zeitung „Tertio“, das Leben sei ein Geschenk und stehe nicht in der Verfügung des Einzelnen. Wörtlich sagte der deutsche Kurienkardinal: „Es ist nicht unsere Aufgabe, zu entscheiden, ob ein Leben noch Wert hat.“

Müller äußert sich in dem Interview auch zum christlichen Verständnis von Barmherzigkeit, einer Schlüsselvokabel im Denken des Papstes. Barmherzigkeit sei „kein Freibrief, um zu sündigen oder weiter in Sünde zu leben“, so der Kardinal. Er betonte auch, dass die Kirche keinesfalls an der Unauflöslichkeit der Ehe rüttle. Es gebe „keine Umstände, in denen Ehebruch keine Todsünde wäre“, sagte Müller. Dem habe auch Papst Franziskus in seinem Schreiben Amoris Laetitia nicht widersprochen.

(pm tertio 01.03.2017 sk)

D: Lebensrecht ist Grundrecht

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Kardinal Woelki

Freiheit auf Kosten der Schwächsten: so bezeichnete Kardinal Rainer Maria Woelki die Abtreibungen in Deutschland. In einer Predigt zum Fest der Unschuldigen Kinder an diesem Mittwoch erinnerte Woelki Christen an ihre Pflicht, sich für einen umfassenden Schutz des Lebens einzusetzen. In Deutschland würden jährlich rund 100.000 Kinder abgetrieben, kritisierte er in seiner Predigt: „Als Christen wehren wir uns dagegen, dass in unserem Land diese hunderttausendfache Abtreibung als die Normalität einer liberalen, humanen und aufgeklärten Gesellschaft ausgegeben wird.“

Auch am Ende des Lebens stünden Menschen oftmals in einer Situation, in der ihnen Lebensqualität, Lebensrecht und Würde abgesprochen werde, sagte Woelki. Leben aber – ganz egal wie anfänglich, wie alt, wie gebrechlich und wie versehrt – sei einmalig und kostbar. Das Leben sei von Gott geschenkt, und die Menschen hätten es zu hüten. „Das Lebensrecht ist das Grundrecht eines jeden Menschen.“

(kna 29.12.2016 ord)

Siehe dazu auch:

Schweiz: „Bei Verdacht auf Sterbehilfe kein Sterbesakrament“

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Priester am Sterbebett: Was tun?

Priester des Schweizer Bistums Chur sollen nach dem Willen von Bischof Vitus Huonder bei Verdacht auf Sterbehilfe auf die  Spendung des Sterbesakraments, der Krankensalbung, verzichten. Auch Palliativ-Fürsorge könne unter Umständen dem natürlichen Vorgang des Sterbens und damit Gottes Schöpferwillen widersprechen, schreibt der Bischof zum diesjährigen „Tag der Menschenrechte“ am kommenden 10. Dezember.

„Nicht wir bestimmen über Leben und Tod. Gott verfügt über unser Leben. Gott verfügt über unser Sterben“, schreibt Huonder. In seinem Hirtenbrief mit dem Titel „Humanes Sterben aus der Sicht des Glaubens“ beruft er sich auf den Katechismus der Katholischen Kirche und eine Vatikan-Erklärung zu Sterbehilfe aus dem Jahr 1980.

Angesichts eines „weit verbreiteten Gesinnungswandels bezüglich des humanen Sterbens“ stehe ein Priester heute nicht selten vor einer schwierigen seelsorgerlichen Situation, wenn er ans Sterbebett gerufen werde, so Huonder. Unter humanem Sterben verstehe man heute „die Bestimmung der Todesstunde durch die Vorkehrungen der sogenannten Sterbehilfe-Organisationen“.

Die „Bereitschaft zur Selbsttötung des Patienten und die Beihilfe Umstehender und Verwandter“ versetze einen Priester in eine „geradezu unmögliche Lage“, wenn er zur Spendung der Sakramente gerufen werde, schreibt der Bischof; „denn unter diesen Umständen sind die Voraussetzungen für deren Empfang nicht gegeben“. Oft könne der Seelsorger die Situation gar nicht mehr „genügend durchschauen“, wenn er zu einem späten Zeitpunkt zu einem Sterbenden gerufen werde. Der Priester solle sich dann dem Sterbenden im fürbittenden Gebet zuwenden und ihn Gottes Barmherzigkeit empfehlen.

(kna 03.12.2016 sk)

Siehe dazu:

5 Bitten der US-Bischöfe an Donald Trump

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Erzbischof Joseph E. Kurtz und Donald Trump. Foto: ACI Prensa / Gage Skidmore via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB) hat in einer Stellungnahme Donald Trump gratuliert und den neu gewählten Präsidenten der USA ermutigt, sich für das Wohlergehen aller US-Bürger einzusetzen. Dabei richtete Erzbischof Joseph E. Kurtz von Louisville fünf Bitten an Trump, dessen Amtszeit offiziell am 20. Januar 2017 um 12 Uhr Mittag beginnt.

1. Hören Sie auf das amerikanische Volk

„Gestern haben Millionen Amerikaner so gewählt, um gehört zu werden: Sie haben Schwierigkeiten, für ihre Familien wirtschaftliche Chancen zu finden. Unsere Antwort sollte einfach sein: Wir hören sie“, so der Bischof. „Wir sind alle gemeinsam dafür verantwortlich, Familien zu helfen“.

2. Schützen Sie das menschliche Leben, von seiner Zeugung bis zum natürlichen Ende

Bishof Kurtz sagte, die Bischöfe der USA hofften, „mit dem Präsidenten zusammenzuarbeiten beim Schutz des menschlichen Lebens“, von seinen Anfängen bis zu seinem natürlichen Ende. Die Hirten würden sich zudem für eine Politik einsetzen, die allen Menschen, egal welchen Glaubens und welcher Tätigkeit, Chancen gibt.

3. Nehmen Sie Migranten und Flüchtlinge auf

Der Präsident der USCCB betonte, dass die Bischöfe „auch weiterhin fest davon überzeugt sind, dass unsere Brüder und Schwestern, die Migranten und Flüchtlinge sind“, aufgenommen werden könnten, ohne dabei die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

4. Schutz der verfolgten Christen im Nahen Osten

Die amerikanischen Bischöfe, betonte ihr Vorsitzender, würden „auf die gewaltsame Verfolgung aufmerksam machen, die unsere christlichen Geschwister und Menschen anderen Glaubens in der ganzen Welt bedroht, besonders im Nahen Osten.

5. Verteidigung der Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten

„Wir werden die neue Regierung auffordern, sich für die Religionsfreiheit einzusetzen, damit alle Menschen religiösen Glaubens die Freiheit haben, diesen zu verkünden und unser Leben nach der Wahrheit von Mann und Frau leben, und dem einmaligen Eheband, dass diese schließen können“.

Bischof Kurtz appellierte an alle Amerikaner, einander nicht unter als Demokraten oder Republikaner zu sehen, oder sonstige Parteigänger. „Lasst uns in unserem Nachbarn das Antlitz Christi sehen, besonders jene, die leiden oder mit denen unterschiedliche Sichtweisen haben.“

„Lasst uns für die Verantwortlichen des öffentlichen Lebens beten, damit sie der Verantwortungen, die ihnen anvertraut worden sind, mit Gnade und Mut gerecht werden. Und mögen alle Katholiken einander dabei helfen, gläubig und fröhlich Zeugen der heilenden Liebe Jesu zu sein“, sagte er.

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Quelle

Euthanasie in den Niederlanden nun auch bei Kindern!

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PÄPSTLICHE AKADEMIE FÜR DAS LEBEN

BETRACHTUNGEN VON S.E. MSGR. ELIO SGRECCIA

Euthanasie in den Niederlanden nun auch bei Kindern!

 

1. Damit ist die letzte Grenze überschritten

Es war bis jetzt nicht möglich, in den Text des Protokolls Einsicht zu bekommen, in dem die zwischen der Universitätsklinik Groningen und den niederländischen Justizbehörden getroffene Vereinbarung über die Ausweitung der Möglichkeit zur Euthanasie auch bei Kindern unter zwölf Jahren bis ins Säuglingsalter beschrieben wird. Laut den von den Nachrichtenagenturen verbreiteten und dem Leiter der genannten Klinik, Dr. Edward Verhagen, zugeschriebenen Meldungen legt dieses Protokoll »mit äußerster Strenge Schritt für Schritt die von den Ärzten zu befolgenden Vorgehensweisen« fest, um das Problem, schwerkranke Kinder (der erwähnten Altersstufe) »vom Schmerz zu befreien«, dadurch in den Griff zu bekommen, daß sie an diesen Kindern die Euthanasie vornehmen.

Das vom Niederländischen Parlament am 1. April 2002 verabschiedete Gesetz sah bereits die Sterbehilfe (»Beihilfe zum Selbstmord«, »assistierter Selbstmord«) nicht nur für schwerkranke Erwachsene auf deren »ausdrückliches, begründetes und wiederholtes Verlangen« und für Jugendliche zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, wenn sie schriftlich darum gebeten haben, vor (Art. 3, Abschn. 2 des Gesetzes), sondern auch für die zustimmungsfähigen heranwachsenden Jugendlichen zwischen dem 12. und dem 16. Lebensjahr, unter der Bedingung, daß die Eltern oder der Vormund dem Verlangen der an unheilbaren Krankheiten oder Schmerzen leidenden jungen Menschen zustimmen (Art. 4, Abschn. 2).

Mit der jüngst in den Niederlanden getroffenen Vereinbarung zwischen Ärzten und Justiz wird nun eine nach dem Vertrag von Helsinki bisher selbst für klinische Versuche geltende Verbotsgrenze überschritten: Die Euthanasie wird – so die verbreiteten Meldungen, die man aber leider für durchaus begründet halten darf – auch für Kinder unter zwölf Jahren, einschließlich jener im Säuglingsalter, gestattet, bei denen sicherlich nicht von einer gültigen Zustimmung die Rede sein kann.

Bei Kindern dieses Alters sind, wie schon angedeutet, auf der ganzen Welt klinische Versuche deshalb verboten, weil sie immer mit einem gewissen, sei es noch so geringen Risiko für den betroffenen Menschen verbunden sein können, und es ist auch nicht möglich, durch die Zustimmung der Eltern oder des Vormundes von dieser gesetzlichen Vorschrift abzuweichen, ausgenommen in Fällen, wo ein solches Experiment zum Nutzen des Lebens oder der Gesundheit des betreffenden Individuums durchgeführt wird.

Die für das klinische Experiment geltenden sittlichen Vorschriften, die von den nach den Nürnberger Prozessen verkündeten Grundsätzen inspiriert sind, wurden in den Vorgängen der letzten Zeit in den Niederlanden in hohem Maße überschritten. Die zwischen Ärzteschaft und Justiz getroffene Vereinbarung gestattet nämlich mit der Zustimmung der Eltern, aufgrund der Beurteilung des behandelnden Arztes und – wie es heißt – eines etwaigen »unabhängigen« Arztes den Zugang zur Euthanasie. Hier kann man nicht von »Sterbehilfe« oder von »Beihilfe zum Selbstmord« sprechen, sondern es handelt sich um einen absichtlich herbeigeführten Tod zum Zweck der »Befreiung von Schmerzen«, das heißt um Euthanasie im eigentlichen Sinn.

Die spontan einsetzenden Beobachtungen sind vielfältig und, vor allem auf moralischer Ebene, zutiefst erschütternd.

2. Die schiefe Ebene

Es läßt sich leicht feststellen, wie hier das Gesetz von der »schiefen Ebene« funktioniert hat: Nach der Legalisierung des aus Mitleid absichtlich herbeigeführten Todes eines Erwachsenen, der bei vollem Bewußtsein mehrfach ausdrücklich – und schriftlich dokumentiert – darum gebeten hat, besteht der nächste Schritt darin, die Anwendung dieser Regelung auch auf die Jugendlichen, auf die Heranwachsenden mit Zustimmung der Eltern oder des Vormundes und schließlich auf Kinder und Säuglinge – natürlich ohne deren Zustimmung – auszuweiten. Es läßt sich unschwer voraussehen, daß das Abgleiten auf der »schiefen Ebene« der Euthanasie in den nächsten Jahren weitergehen und schließlich die erwachsenen Patienten einschließen wird, deren Zustand – so wird man behaupten – das Einholen ihrer Zustimmung unmöglich mache, wie zum Beispiel Geisteskranke oder Menschen, die sich im Dauerkoma oder im vegetativen Zustand (»Wachkoma«) befinden.

Es gebe doch – so wird geltend gemacht – immer den Richter, der über Mißbräuche wachen, und den Arzt, der unter Umständen die Vorschriften überschreitet, bestrafen könne. Aber worauf kann sich der Richter berufen, wenn die Vorschrift jegliche Grundlage für eine Definition des Mißbrauchs selbst aufhebt? Es heißt auch, das Argument von der »schiefen Ebene« sei schwach: Meines Erachtens liefert es jedoch den unumstößlichen Beweis, daß es in seiner perversen Auswirkung sehr wohl gültig ist, weil es die Leugnung der Absolutheit der zu schützenden Werte einschließt und mit einem offenkundigen moralischen Relativismus einhergeht. Es trifft auf den Bereich der Euthanasie ebenso zu wie auf verschiedene andere Bereiche öffentlicher Sittlichkeit, ob es sich um Abtreibung handelt (in diesem Fall beginnt man bei dem mißgebildeten Embryo ohne Gehirn und endet schließlich bei dem vor dem Urlaub empfangenen Kind) oder um die künstliche Zeugung (hier steht zunächst das Verlangen nach Legalisierung der homologen Befruchtung, und am Ende steht die Frage der Zulassung des therapeutischen Klonens). Wenn danach auf der »schiefen Ebene« nicht allein der Niveauunterschied des logischen Gefälles, sondern auch das wirtschaftliche Interesse zum Tragen kommt, dann wird das Abgleiten fatal und unaufhaltsam.

3. Auf welcher ethischen Grundlage steht das Gesetz?

Bei der Suche nach einer »ethischen Motivation« für diesen »fortschreitenden Humanitätsverfall« wird man eine solche unschwer in der zeitgenössischen Literatur aufspüren können. Zur Rechtfertigung der Euthanasie hat man sich zunächst auf das Autonomieprinzip bezogen, wie es 1974 von dem Manifest über die Euthanasie formuliert und in einigen Ländern durch die Forderung verstärkt wird, bei den Ärzten das sogenannte »Lebenstestament« durchzusetzen; aus dieser Sicht würde sich das gesamte Moralbewußtsein darauf konzentrieren, daß der Patient in dem Wissen, über sein Leben verfügen zu können, die Absicht habe und gewillt sei, auch über seinen Tod zu verfügen.

Zur Beruhigung der öffentlichen Meinung wurde bei der Verabschiedung des niederländischen Gesetzes unterstrichen, daß die Bitte des Patienten nachdrücklich, klar und nach Möglichkeit schriftlich formuliert sein müsse; mit der jetzt beschlossenen Ausweitung sieht man allerdings gerade vom Willen des Individuums ab, das aufgrund seines Alters natürlich nicht zur Äußerung einer eigenen Entscheidung imstande ist: Diese wird durch den Willen anderer – Eltern oder Vormund – und durch die Einschätzung und das Urteil des Arztes ersetzt. Der Arzt muß sogar den Grad des Schmerzes und des Leidens des Patienten beurteilen und entscheiden, ob sie dermaßen unerträglich sind, daß die vorzeitige Verhängung des Todes gerechtfertigt ist. Doch hier steht nicht mehr das Autonomieprinzip auf dem Spiel, vielmehr handelt es sich um eine Entscheidung »von außen«, die auch dann ethisch einstufbar sein müßte, wenn sie von einem bewußtseinsfähigen Erwachsenen über ein zu Einschätzung und Bitte unfähiges Individuum verhängt wird: Infolge dieser Entscheidung läßt man das »befürsorgte« Individuum absichtlich sterben – wir haben es also mit einem »Tod durch Mord« zu tun. Das ist alles andere als Autonomie und Mitleidsgefühl! Wir stehen einer Form von Freiheit der Erwachsenen gegenüber, die auch dann als legitim gilt, wenn sie an dem ausgeübt wird, der keine Autonomie besitzt.

Zur Rechtfertigung der Euthanasie hat man sich auf die Befreiung von »unnötigem«, »sinnlosem« Schmerz und Leiden berufen, wie es ja die begütigende Vorsilbe (»eu«) des todbringenden Begriffes Euthanasie anzeige. Aber um welches Leiden handelt es sich eigentlich? Und wem gehört dieses Leiden? Kinder oder Säuglinge, die nach Erkenntnis von Kinderärzten weniger leiden als Erwachsene, sind nicht imstande, ihr Leiden als »unerträglich« zu beurteilen oder zu definieren; nach den niederländischen Vorschriften ist es der Arzt, der das beurteilt, und die, die zustimmen und die Entscheidung treffen, sind die Verwandten. Geht es nicht vielmehr um deren Leiden? Unsere Zeit hat, wie man weiß, den Schmerz nahezu ganz »heilbar« gemacht; durch Behandlung mit schmerzlindernden (Palliativa) und schmerzstillenden (Analgetica) Medikamenten, die, Gott sei Dank, auf der ganzen Welt vorangetrieben und von den Ärzten und Gesundheitsbehörden gefordert wird, gelingt es, die Menschlichkeit der Behandlung und das Sterben in ruhiger Gelassenheit zu wahren und harmonisch aufeinander abzustimmen. Abgesehen von der Würde, die dem Schmerz des Kranken und dem Wert der durch unschuldiges Leiden geweckten Solidarität zuerkannt werden muß, stellt sich die Frage: Lassen sich etwa der Schmerz und das Leiden durch den gewaltsam vorweggenommenen Tod behandeln?

Man muß ernsthaft an die Möglichkeit eines heraufziehenden Sozialdarwinismus denken, dessen Absicht es ist, die Eliminierung der von Leiden und irgendwelchen Schäden betroffenen Menschen zu erleichtern, um die Gesellschaft insgesamt zu »narkotisieren«. Es war eben dieser Darwin, der in der Errichtung von Irrenanstalten und Krankenhäusern sowie im Erlaß von Gesetzen zur Unterstützung der Bedürftigen ein Hindernis für die menschliche Entwicklung sah (vgl. C. Darwin, La descendence de l’homme et la sélection sexuelle, zitiert in: J. C. Guillebaud, Le principe d’humanité, Editions du Seuil, 2001, S. 368), da diese Verhaltensweisen der Gesellschaft die natürliche Eliminierung der mit Mängeln behafteten Menschen behindern bzw. verzögern würden. Nicht von ungefähr haben manche Kommentatoren unserer Tage, darunter auch Laien, in bezug auf diesen letzten Schritt des niederländischen Euthanasiegesetzes von »versteckter Eugenik« gesprochen.

4. Das Abdriften in den Utilitarismus

Ich halte es für durchaus angemessen, die Aufmerksamkeit auf ein Nützlichkeitsdenken, eine utilitaristische Geisteshaltung, zu lenken, die mit der Ideologie von der größtmöglichen Steigerung des Vergnügens (»Spaßgesellschaft«) und der Minimalisierung des Schmerzes zunehmend in die westliche Gesellschaft eindringt; unterstützt wird diese Haltung durch jenen Utilitarismus, der eng verbunden ist mit der Bilanz und der Vergabe der Finanzmittel im Bereich der Medizin, die wegen der zu großen Belastung für die Gemeinschaft für »unmöglich« erklärt wird. Dieser eng mit ökonomischen Gesichtspunkten verbundene Utilitarismus gibt den Programmen zur Vermehrung des Reichtums und der Produktivität bzw. zur industriellen Leistungssteigerung und Wettbewerbsfähigkeit absoluten Vorrang vor den Aufgaben der Linderung des Leidens und der Unterstützung des Kranken, der immer mehr auf die eigenen unsicheren wirtschaftlichen Mittel angewiesen ist und immer weniger vom Staat unterstützt wird.

Wir würden uns also nicht nur von der Ethik der Freiheit, sondern auch von der Ethik der Solidarität weit entfernen, wir würden unter der Herrschaft der Gesellschaft der Starken und Gesunden und in der Logik des Primats der Wirtschaft stehen. Aber befinden wir uns da noch innerhalb der »Menschlichkeit«?

5. Das Prinzip der Menschlichkeit

Einige Gelehrte haben in unserer modernen Gesellschaft einen krassen Widerspruch, eine Art Schizophrenie zwischen zwei Elementen festgestellt; da gibt es einerseits die Verkündigung der »Menschenrechte« und das Bemühen um die Definition von »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«, und auf der anderen Seite die Unfähigkeit zu definieren, wer der Mensch eigentlich ist und welche Handlung infolgedessen als menschlich bzw. unmenschlich zu gelten hat (vgl. J. C. Guillebaud, Le principe d’humanité, Kap. I).

Was in unserer Kultur allem Anschein nach verloren geht, ist das »Prinzip der Menschlichkeit«. Ist es human, bei Krebskranken die Schmerzen zu lindern und sie inHospize aufzunehmen, oder ist es humaner, für Menschen, die von unheilbaren Krankheiten betroffen sind, das todbringende Medikament bereitzuhalten, sei es, daß diese Patienten persönlich darum bitten, sei es, daß die Ärzte annehmen, sie würden darum bitten, wenn sie es könnten?

Auf wen ist die Kontrolle über den Begriff »menschlich/unmenschlich« übergegangen, nachdem die menschliche Natur, die Ontologie der Person und die entsprechende Auffassung von der menschlichen Würde geleugnet worden ist? Ist die menschliche Würde im Sterbenden vorhanden, so daß niemand über den leidenden und sterbenden Menschen einen Despotismus im Hinblick auf Leben und Tod ausüben kann?

Das ist der entscheidende Punkt: Es gilt, die Würde des Menschen wiederzufinden, die Würde jedes Menschen als Träger des Wertes als Person, eines die irdische Wirklichkeit übersteigenden Wertes, Quelle und Ziel des sozialen Lebens, ein Gut, auf das das Universum ausgerichtet ist (der hl. Thomas von Aquin bezeichnet die Person als das Vollkommenste in der Natur, »quod est perfectissimum in rerum natura«), ein Gut, das von niemandem für irgendein anderes Interesse instrumentalisiert werden kann (wie auch die beste Tradition der weltlichen Moral seit Kant festhält). In dieser Würde der Person sieht die biblische Überlieferung das »Abbild und Gleichnis« des Schöpfers, und besonders im Christentum finden wir die Identifikation mit Christus selbst (»Ich war krank, und ihr habt mich besucht «; Mt 25, 36). Es geht darum, durch Respektierung des Lebens und der Würde der menschlichen Person zugleich den Begriff der Menschlichkeit und das Fundament der Moralität zu retten.

6. Der Beitrag der Kirche

Die Einstellung der Kirche zum Thema Euthanasie ist wohlbekannt, sie wird immer wieder bekräftigt und bestätigt; sie muß mit dem Blick auf den Schutz der Würde und des Lebens Euthanasie in den Niederlanden nun auch bei Kindern! Von Bischof Elio Sgreccia, Vizepräsident der Päpstlichen Akademie für das Leben jedes Menschen gelesen werden: »Es muß erneut mit Nachdruck erklärt werden, daß nichts und niemand je das Recht verleihen kann, ein menschliches Lebewesen unschuldig zu töten, mag es sich um einen Fötus oder einen Embryo, ein Kind, einen Erwachsenen oder Greis, einen unheilbar Kranken oder Sterbenden handeln. Es ist auch niemandem erlaubt, diese todbringende Handlung für sich oder einen anderen zu erbitten, für den er Verantwortung trägt, ja man darf nicht einmal einer solchen Handlung zustimmen, weder explizit noch implizit. Es kann ferner keine Autorität sie rechtmäßig anordnen oder zulassen. Denn es geht dabei um die Verletzung eines göttlichen Gesetzes, um eine Beleidigung der Würde der menschlichen Person, um ein Verbrechen gegen das Leben, um einen Anschlag gegen die Menschlichkeit« (Kongregation für die Glaubenslehre, Iura et bona. Erklärung zur Euthanasie, 5. Mai 1980, Kap. II).

Die Enzyklika Evangelium vitae Papst Johannes Pauls II. bekräftigt die moralische Verurteilung der Euthanasie als »schwere Verletzung des göttlichen Gesetzes, insofern es sich um eine vorsätzliche Tötung einer menschlichen Person handelt, was sittlich nicht zu akzeptieren ist« (Nr. 65), und legt dringend einen »ganz anderen Weg« nahe, nämlich den »Weg der Liebe und des echten Mitleids, den unser gemeinsames Menschsein vorschreibt und den der Glaube an Christus, den Erlöser, der gestorben und auferstanden ist, mit neuen Einsichten erhellt. Die Bitte, die bei der äußersten Konfrontation mit dem Leid und dem Tod besonders dann aus dem Herzen des Menschen kommt, wenn er versucht ist, sich in seine Verzweiflung zurückzuziehen und in ihr unterzugehen, ist vor allem Bitte um Begleitung, um Solidarität und um Beistand in der Prüfung« (Nr. 67). Diese Perspektive vertritt die Kirche immer in ihrer Lehre, in ihrem Wirken und in ihren Strukturen.

Europa, das sich der Welt als eine Einheit solidarischer Völker im Namen der »Menschenrechte « vorstellt und das noch immer fähig ist, ein jahrtausendealtes Erbe einer von der Achtung der Person und der praktisch geübten Solidarität geprägten humanistischen Kultur und Zivilisation zu bewahren, sollte jede kulturelle Unterwanderung, die vom Zynismus des Utilitarismus oder von der Vorherrschaft der Wirtschaft über den Menschen beeinflußt ist, von sich weisen, um weiterhin Gesetzgebungsmodelle zur Unterstützung des Menschen und seiner Würde in einer solidarischen Gesellschaft anzubieten.

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Quelle

Papstrede in Polen: Aufruf zur Aufnahme von Flüchtingen

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Papst Franziskus und das polnische Präsidentenpaar am Wawel in Krakau

Papst Franziskus hat an diesem Mittwochabend seine erste Ansprache auf polnischem Boden gehalten. Menschenmengen trotzten dem Regen und säumten die Straßen, um Papst Franziskus in Krakau willkommen zu heißen; der Papst selbst war nur durch einen Überbau auf seinem offenen Jeep vor dem Regen geschützt. Vor Vertretern aus Politik und Gesellschaft sprach der Papst dann einige der Themen an, die ihm am meisten am Herzen liegen, von der Erinnerung und Vergebung über Migration und Lebensschutz.

Er freue sich, dass ihn sein erster Besuch in den östlichen Teil Mitteleuropas nach Polen führe, der Traum eines neuen europäischen Humanismus müsse mit „beiden Lungenflügeln“ atmen, zitierte er seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II., der dieses anatomische Bild für Europa entwickelt hatte. Europas Kultur habe im Christentum seine kräftigste Wurzel, das sei etwas, was man nicht vergessen dürfe.

Wobei der Papst bei seinem ersten Thema der Ansprache war, bei der Erinnerung. „Das Gedenken kennzeichnet das polnische Volk“, so der Papst. „Immer hat mich das lebendige Geschichtsverständnis von Papst Johannes Paul II. beeindruckt. Wenn er von den Völkern sprach, ging er von ihrer Geschichte aus, um ihren Reichtum an Menschlichkeit und Spiritualität hervortreten zu lassen. Ein Identitätsbewusstsein ohne jede Überheblichkeit ist unerlässlich, um eine nationale Gemeinschaft auf dem Fundament ihres menschlichen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und religiösen Erbes aufzubauen.“ Treue zur Tradition und Offenheit für Erneuerung seien nur auf diesen Fundamenten möglich.

Identität und Zusammenarbeit

Auch Zusammenarbeit reife nur unter Achtung der eigenen Identität und der Identität anderer, fuhr der Papst fort. „Es kann keinen Dialog geben, wenn nicht jeder von der eigenen Identität ausgeht.“ Eine Warnung sprach er vor der „schlechten Erinnerung“ aus, die sich auf das Schlechte fixiere, „vor allem auf das, welches die anderen begangen haben“. Polen habe es geschafft, ein „gutes Gedenken“ vorherrschen zu lassen, er verwies auf die gegenseitig angebotene Vergebung durch die Bischöfe Polens und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kraft und Gelassenheit brauche es, die Herausforderungen der Zeit anzugehen. „Diese erfordern den Mut zur Wahrheit und ein ständiges ethisches Engagement“, damit stets die Würde der Person respektiert würde. „Alles Tun ist davon betroffen: auch die Wirtschaft, das Verhältnis zur Umwelt und die Art des Umgangs mit dem komplexen Phänomen der Migration“. Womit der Papst ein weiteres Thema aufgriff.

Migration und Flüchtlinge

„Dieses letztere verlangt eine zusätzliche Portion an Weisheit und Barmherzigkeit, um die Ängste zu überwinden und das Optimum zu verwirklichen“, mahnte der Papst die Anwesenden. Zunächst müsse man die Ursachen für die Auswanderung aus Polen in den Blick nehmen, dann aber kam er auch auf Flüchtlinge zu sprechen: Es ist „die Bereitschaft zur Aufnahme derer notwendig, die vor Kriegen und Hunger fliehen; die Solidarität gegenüber denen, die ihrer Grundrechte beraubt sind, darunter des Rechtes, in Freiheit und Sicherheit den eigenen Glauben zu bekennen.“

Es brauche Formen der internationalen Zusammenarbeit, um Lösungen zur Überwindung der Kriege zu finden, welche die Menschen zwängen, ihre Heimat zu verlassen. „Es geht also darum, das Mögliche zu tun, um ihre Leiden zu lindern, ohne müde zu werden, klug und beharrlich für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten und dabei im Handeln die menschlichen und christlichen Werte zu bezeugen.“

Schutz des Lebens

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Papstansprache war die Achtung des menschlichen Lebens, „Das Leben muss immer angenommen und geschützt werden – beides gemeinsam: angenommen und geschützt – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, und alle sind wir aufgerufen, es zu achten und für es Sorge zu tragen“. Dazu gehöre aber immer auch die Begleitung in menschlichen Notlagen, „damit ein Kind niemals als eine Last, sondern als ein Geschenk empfunden wird“, so Papst Franziskus.

Polen könne sich auf die Hilfe der katholischen Kirche verlassen, schloss der Papst seine Ansprache. So könne das Land „im Licht der christlichen Grundsätze, die es orientieren und die die Geschichte und die Identität Polens geprägt haben, unter den veränderten geschichtlichen Bedingungen auf ihrem Weg voranzuschreiten, in Treue zu ihren besten Traditionen und erfüllt von Hoffnung und Zuversicht, selbst in schwierigen Momenten.“

 

(rv 27.07.2016 ord)