Hindunationalisten streben gewaltsam nach Einschränkung der Freiheit der Christen

Indien, Fahne / Wikimedia Commons – SKopp, Public Domain

Im laufenden Jahr 2017 kam es bereits bis Mitte Mai zu 260 Vorfälle

Immer häufiger werden Christen wegen ihres Glaubens in Indien angegriffen. „Das ist eine alarmierende Situation für uns“, erklärte Shibu Thomas, der 2015 die ökumenische Organisation Persecution Relief gegründet hat. Die Einrichtung bietet Opfern von Übergriffen in Indien Unterstützung an und dokumentiert diese. Für das laufende Jahr 2017 legte sie bereits Zahlen vor.

Demnach kam es bereits bis Mitte Mai zu 260 Vorfällen, die bekannt wurden. Im gesamten letzten Jahr waren dies 348 Übergriffe. Die Organisation zählt dazu körperliche Gewalt, Zerstörung von Kirchen, Nachstellungen, Bedrohungen, gesellschaftlichen Boykott, Hasskampagnen und sogar Entführungen sowie Mordversuche.

Indische Medien berichteten Anfang der Woche, dass zweimal, jeweils am Samstag sowie am Montag, evangelische Christen in Vororten von Bangalore, der Hauptstadt des südwestlichen Bundesstaats Karnataka, zur Zielscheibe gewalttätiger Hindunationalisten wurden. Zuvor hatten die Angreifer sie beschuldigt, Menschen zur Konversion gedrängt zu haben. Daraufhin steckten die Täter Kisten mit christlichem Informationsmaterial in Brand, das die Christen an öffentlichen Plätzen Passanten angeboten hatten.

Das Recht auf Mission wird von den Vereinten Nationen anerkannt und dessen Schutz wird unter den Bedingungen einer umfänglichen Religionsfreiheit gewährleistet. Jedoch ist in einigen indischen Bundesstaaten Mission unter Hindus verboten, Karnataka, wo viele Christen leben, gehört noch nicht dazu. Der Vorwurf, gegen die Anti-Konversionsgesetze verstoßen zu haben, führte mehrfach in Vergangenheit zu Spannungen und zu Gewalt zwischen den Religionsgruppen.

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Mutiger indischer Erzbischof Raphael Cheenath aus Orissa verstorben

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Nationalflagge Indiens / Wikimedia Commons, Public Domain

Der emeritierte Erzbischof von Cuttack-Bhubaneshwar
erlag am Sonntag einem Krebsleiden

In den schwierigen Zeiten der Verfolgung setzte er sich für seine Schafe ein, jetzt ist der ehemalige Oberhirte aus dem ostindischen Bundesstaat Orissa, Erzbischof Raphael Cheenath gestorben. Der emeritierte Erzbischof von Cuttack-Bhubaneshwar war auch schon in Deutschland zu Gast; so im Jahr 2009 beim katholischen Hilfswerk Kirche in Not. Dort berichtete er davon, wie Kastenlose auch noch ihre letzten Almosen verlieren, wenn sie in Indien zum Christentum übertreten.

Wie jetzt bekannt wurde, verstarb er am Sonntag im Heilig-Geist-Krankenhaus im indischen Mumbai. Er bleibt den Gläubigen als heiligmäßiger Mann und durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Opfer von Ausschreitungen in Erinnerung. Es war versucht worden, die Hintergründe der Gewalttaten von Hindunationalisten und paramilitärischen Gruppen im Jahr 2008 zu vertuschen, die rund 120 Christen das Leben kostete und mindestens 50.000 Menschen vertrieben.

Cheenath sorgte damals für die Errichtung von Flüchtlingslagern, kämpfte für ihr Recht auf Rückkehr und die Ansprüche auf Wiedergutmachung von Verletzten und Witwen sowie die Wiederherstellung von Gotteshäusern und kirchlichen Einrichtungen, die dabei zerstört wurden. Mutig trat er radikalhinduistischen Hasskampagnen und Zwangskonversionen entgegen.

Es waren die brutalsten Übergriffe gegen Christen seit der Unabhängigkeit Indiens. Auslöser war die Ermordung von Swami Laxmananda Saraswati, einem örtlichen Führer der „Vishwa Hindu Parishad (VHP)“, einer radikalen Hindu Gruppe. Saraswati trat offen für ein Verbot des Glaubensübertritts sein. Militante Maoisten hatten sich zu diesem Mord bekannt. Trotzdem beschuldigten radikale Hindus die Christen.

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz in Indien und Erzbischof von Mumbai, Kardinal Oswald Gracias erinnerte sich an seinen Mitbruder im Bischofsamt: „Die Kirche in Indien trauert wegen des Todes von Erzbischof Raphael Cheenath…der die Erzdiözese von Cuttack-Bhubaneshwar in der traumatischsten Zeit für die katholische Kirche in Indien anführte. Monsignor Cheenath setzte sich unermüdlich für die Opfer von Kandhamal (Distrikt in Orissa, Anmerkung der Redaktion) und die Überlebenden ein. Sein Tod in unserer Erzdiözese wird unserer Kirche viel Segen bringen.“

Cheenath war am 29. Dezember 1934 im indischen Bundesstaat Kerala geboren worden. Unter elf Kindern war er der zweite Sohn einer katholischen Familie. Im Jahr 1953 wurde er Steyler Missionar und zehn Jahre darauf zum Priester geweiht. Im Jahr 1972 wurde er zum Generalkonsultor seines Ordens und zwei Jahre darauf Bischof von Sambalpur im Westen von Orissa. Seit 11. August 1985 stand er der Erzdiözese von Cuttack-Bhubaneshwar vor, zu deren Wachstum er 26 Jahre lang beitragen durfte.

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„Wir wollen Böses mit Gutem vergelten“

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Simona Monti / Quelle: Privat/KIRCHE IN NOT

Italien: Familie einer getöteten Christin
unterstützt mit Trauerspenden Kirchenbau in Bangladesch

„Wir betrachten den Tod von Simona als Martyrium. Sie wurde aus Hass auf den christlichen Glauben ermordet. Aus diesem Grund wollen wir auch verfolgte Christen unterstützen und so Böses mit Gutem vergelten.“ Dies sagte der italienische Priester Don Luca Monti gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Anfang Juli war seine Schwester Simona Monti in Bangladesch bei einem islamistischen Attentat getötet worden. Sie arbeitete dort für ein Textilunternehmen. Simona Monti wurde 33 Jahre alt. „Mit ihr starb ihr ungeborenes Kind, das sie unter dem Herzen trug“, erzählt Don Luca.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat sich zu dem blutigen Übergriff bekannt, bei dem 22 Menschen gekidnappt, gefoltert und ermordet wurden. Fast alle Opfer waren Christen. Besonders die Frauen wiesen Spuren schwerer Misshandlungen auf. Seit 2012 kommt es in Bangladesch wiederholt zu Mordanschlägen auf Christen. Besonders betroffen sind Konvertiten, ausländische Priester und Ordensleute. Regierung und Religionsvertreter versuchen, gemeinsam gegen den religiösen Extremismus vorzugehen. Doch die Anschläge reißen nicht ab.

„Wir bedauern so sehr, dass wir unser Enkelkind nicht kennengelernt haben“, wurde die Mutter von Simona Monti in einem italienischen Wochenmagazin zitiert. „Der Glaube ist unser Halt und Trost.“ Deshalb hat sich die Familie zu einer großherzigen Tat entschieden: Sie wollen die Spenden, die sie von Angehörigen und Nachbarn als Zeichen der Anteilnahme erhalten haben, an „Kirche in Not“ weitergeben. Es soll den Christen in dem Land zu Gute kommen, in dem ihre Tochter und Schwester ermordet wurde. Das Geld fließt in den Bau einer Kirche in Harintana, einer Kleinstadt im Süden Bangladeschs.

„Wir haben dieses Projekt ausgewählt, weil es eine Botschaft der Hoffnung an die Christen vor Ort und auch für uns aussendet: Im Glauben ausharren, nicht vor der Gewalt zurückweichen und nicht aufgeben“, so Don Luca Monti. Er konnte seine Schwester mittlerweile in ihrem Heimatort nördlich von Rom beisetzen. „Wir hoffen auch, dass unsere Glaubensgeschwister in Bangladesch für Simonas Seelenheil beten werden, für unsere Familie und für alle Opfer religiöser Gewalt.“

Von den 170 Millionen Einwohnern Bangladeschs sind rund 600 000 Christen. „Kirche in Not“ steht dieser bedrängten Minderheit seit Jahren bei. Das Hilfswerk fördert den Bau von Kirchen, Gemeindezentren und die Ausbildung von Katechten und Gemeindehelfern. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter www.spendenhut.de oder auf folgendes Spendenkonto:

Empfänger: Kirche in Not
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Bangladesch

(Quelle: Pressemitteilung KiN)

Indien: Heiligsprechung Mutter Teresas wie Weihnachtsgeschenk

REUTERS1171510_ArticoloEin großes Weihnachtsgeschenk von Papst Franziskus an die Kirche in Indien: das ist die Nachricht von der bevorstehenden Heiligsprechung Mutter Teresas aus der Sicht des Erzbischofs von Kalkutta, Thomas D’Souza. Besonders die Missionarinnen der Nächstenliebe, die von Mutter Teresa gegründete Ordensgemeinschaft, hätten „seit vielen Jahren auf diesen Moment gewartet“, sagte der Erzbischof im Gespräch mit Radio Vatikan. Das ganze Bistum habe für die Heiligsprechung Mutter Teresas gebetet. „Sie beteten für das Wunder, das untersucht wurde, dass es von der vatikanischen Heiligsprechungskongregation anerkannt wird, dass die Ärzte es anerkennen, dass der Heilige Vater es anerkennt. Und Sie können sich vorstellen, wie voller Freude diese Menschen sind. Das ist besonders die Stimmung hier im Mutterhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe. Jetzt, da es so weit ist, sind wir sehr glücklich.“ D’Souza feierte noch am Tag der Bekanntgabe über die Anerkennung des zweiten Wunders – Voraussetzung zur Heiligsprechung – eine Dankesmesse mit den Mutter-Teresa-Schwestern in Kalkutta.

Die Heiligsprechung wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit stattfinden. Das ist bedeutungsvoll, so der Erzbischof von Kalkutta. „Ihr ganzes Leben hat Mutter Teresa damit zugebracht, Werke der Nächstenliebe zu tun. Körperliche und spirituelle Werke der Barmherzigkeit waren Teil ihrer Spiritualität, ihr ganzes Leben war dem Dienst an den Armen hingegeben. Barmherzigkeit, Mitleid sind andere Worte für sie. Sie strahlte Gottes Liebe aus unter den Ärmsten der Armen.“

Ein genauer Termin für die Heiligsprechung Mutter Teresas steht noch nicht fest; verschiedene Quellen sprechen vom 4. September 2016, dem Vortag ihres Sterbetages. Heiligsprechungen finden stets in Rom statt, während Seligsprechungen in der jeweiligen Ortskirche durch einen Stellvertreter des Papstes vorgenommen werden.

(rv 18.12.2015 gs)

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DER HEILIGE JOHANNES (João) DE BRITO, APOSTEL INDIENS

São João de Brito - Fatima

Statue des heiligen Johannes von Brito (João de Brito) im Heiligtum von Fatima als Beschützer der christlichen Inder und der Hindus, die sich der Führung und dem Schutze der Königin des Himmels, der universellen Mutter empfehlen!

Johannes de Brito (4. Februar) João de Brito, geboren am 1. März 1647, entstammte dem hohen portugiesischen Adel (sein Vater war Gouverneur von Rio de Janeiro). Mit neun Jahren wurde er Mitglied des königlichen Hofes und Spielgefährte des späteren Königs Pedro II. Gegen den Wunsch des Prinzen, der ihn an seiner Seite behalten wollte, trat er am 17. Dezember 1662 mit nur 15 Jahren in die Gesellschaft Jesu ein. Bewegt vom Vorbild des hl. Franz Xaver, bat er schon 1668 um die Entsendung nach Indien, aber erst nach seiner Priesterweihe 1673 wurde seiner Bitte entsprochen. In Goa angekommen, schloss er das Theologiestudium ab und begann, die Tamilensprache zu erlernen, um als Missionar in Madurai zu arbeiten. Ab 1674 wirkte P. de Brito in der Region von Kolei und Tattuvancherry, später auch in den Königreichen von Tanjore und Gingi. Als er sich näher mit dem indischen Kastenwesen befasste, entdeckte er, dass die meisten Christen der niedrigsten und verachtetsten Kaste angehörten. Um auch Mitglieder höherer Kasten zu bekehren, entschied er sich, nach dem Vorbild Robert de Nobilis, zu einem indischen Asketen, einem Pandaraswami zu werden. Er änderte seine Lebensweise: er aß nur mehr Reis, schlief auf einer Matte, kleidete sich mit einem roten Rock und Turban, und errichtete in der Wildnis eine kleine Hütte. Je bekannter er wurde, desto mehr Bekehrungen ereigneten sich. 1686 wurden er und einige Katechisten gefangen und in Ketten gelegt. Nachdem er einen Monat im Gefängnis verbracht hatte und gefoltert worden war, wurde er überraschend freigelassen. Im gleichen Jahr brach de Brito nach Europa auf, um in Portugal über den Zustand der Mission in Indien zu berichten. Als er zehn Monate später in Lissabon ankam, wurde er wie ein Held empfangen. Er reiste durch das Land und erzählte an den Universitäten und Kollegien über das Leben eines indischen Missionars in einem Gebiet, das völlig unabhängig war von jeglichem portugiesischen Einfluss. Sein Freund aus Kindertagen, der jetzige König Pedro II., bat ihn, im Lissabon zu bleiben und sich um die Erziehung seiner beiden Söhne zu kümmern, aber de Brito lehnte ab. Erneut segelte João de Brito nach Goa und kam im November 1690 in seiner Mission in Madurai an. Die Bekehrung des Fürsten Tadaya Theva führte schließlich indirekt zu seinem Tod. De Brito bestand als Bedingung für die Taufe darauf, dass der Prinz nur die erste seiner vielen Frauen behielt. Der Prinz war einverstanden, aber eine der entlassenen Frauen beklagte sich bei ihrem Onkel, dem Raja von Marava. Dieser ließ de Brito von seinen Soldaten gefangen nehmen: Er wurde nach Oriyur gebracht und am 4. Februar 1693 enthauptet. Papst Pius IX. unterzeichnete das Breve der Seligsprechung 1852 (veröffentlicht im folgenden Jahr), Papst Pius XII. sprach João de Brito 1947 heilig. Sein Gedenktag ist der 4. Februar.

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Quelle


 

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