Ökumenische Eucharistiefeier – ein Gedanke von epochaler Dummheit

15 Juli 2019, 12:00
Eine „Ökumenische Eucharistiefeier“ fantasierte die deutsche Obernonne herbei, so könnte eine polemische Schlagzeile lauten. Doch was nützt die Polemik? Eine nüchterne Untersuchung einer blöden Idee. Ein Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Die Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK), Sr. Katharina Kluitmann OSF, forderte bei der internationalen Tagung „Ottmaringer Tage“ eine ökumenische Eucharistiefeier. Unterstützt wurde sie von Pater Alois Schlachter (55), von Orden der Missionare vom Kostbaren Blut. Dieser unterstellte Papst Franziskus die Aufforderung, das Thema ökumenische Eucharistie als eigene Gewissensentscheidung anzugehen. Dies werde, so der Pater, zunehmend gelebt. Viel dreister kann man sich kaum verbal an der Allerheiligsten Sakrament des Altares verbal vergehen. Den Papst hierin zu, Zeugen anzurufen, macht es noch mal einen Zacken schärfer.

Bevor nun unmittelbar Schnappatmung einsetzt, bitte zurücklehnen und entspannt der Vernunft die Bahn ebnen. Man sollte sich unbedingt klar machen, dass die Einheit der Kirche ein so enorm hohes Gut ist, dass man gar nicht genug dafür tun kann. Jeder Einsatz dafür ist gerade gut genug. In der römischen Kurie gibt es einen Rat, der angesichts der zerspaltenen Christenheit für nichts anderes als für die Arbeit an der Einheit der Christen tätig ist. Diese Aufgabe ist kleinteilig, sie erfordert unsäglich viel Geduld und Einfühlungsvermögen.

Der Präsident dieses Rates, Kurt Kardinal Koch, gehört zu den klügsten, fleißigsten und geduldigsten Menschen, die zur Zeit auf unserer Erde leben. Der Kardinal versteht kenntnisreich über die verschiedenen christlichen Denominationen zu berichten. Man arbeitet sich verständnisvoll in Lehren, Traditionen und Vorstellungen anderer Christen ein. Es ist eine unglaubliche Kärrnerarbeit, mit jeder einzelnen dieser Gruppierungen so im Gespräch zu bleiben, dass der Faden nie abreißt, der Gesprächspartner nie überfordert wird, aber die Kirche ihre Gesprächspartner in anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften trotzdem niemals über die Wahrheit im unklaren lässt.

Hinsichtlich der Eucharistie glaubt die Kirche an die Realpräsenz Christi in den gewandelten Gaben von Brot und Wein, deren Substanz sich unter den Wandlungsworten des geweihten Priesters in Leib und Blut Christi wandelt. Dabei ist auch Amt in der Kirche ein Sakrament und es verlangt die volle Einheit. Diese ist die Einheit mit dem eigenen Bischof, der gemeinsam mit seinen bischöflichen Mitbrüdern in Einheit mit dem Bischof von Rom, dem Papst steht. Es ist kompliziert. Und es ist im Grunde so einfach.

Die Spaltungen unter den Christen haben vielfältige Formen und Geschichten. Immer ist es ein Abweichen von der Wahrheit in ihrer ganzen Fülle. Und diese Abweichungen verhindern, gemeinsam miteinander Eucharistie feiern zu können. Die allermeisten Ostkirchen sind uns theologisch so nahe, dass es kaum einen Grund gäbe, nicht miteinander die Eucharistie zu feiern. Der Ritus der Liturgie, im Osten die Hl. Basilius im Westen die des Hl. Gregorius, stellt kein Hindernis dar. Das wissen wir aus den unierten Ostkirchen, die in voller Einheit mit uns stehen und dennoch den ostkirchlichen Ritus feiern.

Es sind oft nur winzige Detailfragen, in denen man sich mikrometerweise annähert. Es sind kleine Gesten, die das Gespräch am Laufen halten. Und es sind kleine Einigungen, die die Gläubigen näher zueinander bringen. Und es gehört viel Gebet dazu. Für diesen Einsatz gehört sowohl Kardinal Koch als auch seinen oft genug nicht minder geduldigen Gesprächspartnern in den christlichen Kirchen und Gemeinschaften jedes Lob ausgesprochen und jedes nur eben mögliche Gebet zugesagt. Wie demütig und hoffnungsfroh ist dieses geduldige Wirken für die Einheit.

Wie dumm und dreist ist im Gegensatz dazu jene plumpe und übergriffige Forderung nach einer „ökumenischen Eucharistiefeier“, die eine deutsche Nonne in die Welt setzt? Was soll das sein? Werden die Gaben so halbgewandelt. Brot ja, Wein nein? Reicht ein ordinierter evangelischer Geistlicher oder muss es doch ein sakramental geweihter sein? Mit ihrer denkbar dummen Aussage stellte sich die Ordensfrau ein sehr schlechtes Zeugnis aus. Ökumenische Eucharistie, das bedeute, ergänzt die Schwester, dass wir in Sachen Eucharistie nicht darauf warten könnten, bis diese Zeichen einer vollkommenen Einheit sei, von der sie in der Tat behauptete, dass es diese auch innerkatholisch nicht gebe. Richtig sind in diesem Satz gerade mal die Satzzeichen. Denn in der Kirche ist die Eucharistie das stärkste und wichtigste Zeichen der vollen Einheit. Einer Einheit, aus der heraus sich Sr. Katharina gerade in bester deutscher Manier in den Orbit des Protestantismus geschossen hat. Sie ist dort nicht allein.

Ganz sicher wird die Ordensfunktionärin mit dieser Haltung auch nicht allein in den deutschen Orden stehen. Man mache sich da keine Illusionen. Doch kann man auch hoffen, dass es noch genügend Ordensleute gibt, die einen solchen Populismus der Dekonstruktion der Eucharistie nicht mitmachen und vernehmbar protestieren. Es wäre zudem noch Sache der Ordens- und der Glaubenskongregation, diese von Sr. Katharina öffentlich geäußerten Thesen zu untersuchen und sie ggf. zum Widerruf aufzufordern, denn immerhin ist so ein Satz einer in Deutschland führenden Ordensfunktionärin durchaus geeignet, eine Menge Verwirrung hervorzurufen. Wie sagte kürzlich ein Kardinal der römischen Kirche, der zugleich auch ein deutscher Bischof ist? Wir erleben in der Kirche einen epochalen Wandel. Wenn Ordensfrauen über die Eucharistie einen solchen Unsinn verbreiten, das ist in der Tat ein Wandel von epochaler Bedeutung. Es beschleicht einen die üble Vermutung, dass das Ende der Fahnenstange epochalen Wandels noch lange nicht erreicht ist.

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Auferstehung des Sozialdarwinismus

6. Mai 2019, 12:00

Wenn das Bistum Würzburg mit Naziargumenten und laizistischen Vorurteilen gegen die priesterliche Ehelosigkeit vorgehen lässt – Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Langsam wundert einen gar nichts mehr. Während in der Gesellschaft ein Kampf gegen Rechts tobt, kann eine Kirchenzeitungsredakteurin Sozialdarwinismus in Reinkultur predigen. Anna-Lena Herbert, Redakteurin des Würzburger katholischen Sonntagsblattes, forderte in einen Kommentar, Priester sollten heiraten dürfen. Für sich genommen ist das eher langweilig, weil gar nicht so neu.

Oberflächlich fällt am Kommentar eine beängstigende Unkenntnis der katholischen Sakramentenlehre auf, die einer Kirchenzeitungsredakteurin schlecht ansteht. Priester könnten auch dann nicht heiraten, wenn der Zölibat optionale Lebensform von Priestern wäre. Die Weihe ist ein Ehehindernis. Allenfalls könnte man verheiratete Männer zu Priestern weihen. Es gibt gute Gründe dagegen.

Das Drama des Kommentars liegt nicht im erhobenen Postulat an sich. Liest man die Begründung für die Priesterehe mit nüchternem Verstand, so packt einen das Grausen. Die Autorin macht das volle „Menschsein“ allein am erfüllten Fortpflanzungstrieb fest. Das ist eine sozialdarwinistische Argumentation in Reinkultur. Mensch ist bei Frau Herbert nur der, der sich erfolgreich fortgepflanzt hat. Es gilt so gerade noch, wenn der Mann sich zumindest per legaler sexueller Betätigung die Option dafür gewahrt hat. Man wendet sich mit Grausen.

In biologistischer Anmutung wird die Freiheit des Menschen bestritten. Da schwingt der implizit angenommene Zusammenhang zwischen Ehelosigkeit und sexuellem Missbrauch mit. Wer nicht vom Eheweibe sexuell gebändigt wird, so die implizite Argumentation, wird zum Triebtäter. Das ist nicht nur abstoßend, es steht zudem noch in unguter Tradition nationalsozialistischer Kämpfe gegen den katholischen Klerus. Man erinnert sich an die sogenannten Sittlichkeitsprozesse gegen Priester in den Jahren 1936/37.

Der im weiteren Verlauf argumentativ äußerst flache Artikel reiht dann nur noch eine Ansammlung bekannter Platituden auf.

Alterseinsamkeit ist natürlich kein Merkmal von Ehelosigkeit. Selber eine Familie zu haben, bedeutet garantiert nicht, näher an der Lebenswirklichkeit zu sein. Oder ist allein der Krebspatient qualifiziert, Onkologe zu werden? Die großspurige Behauptung, der Zölibat stände „theologisch auf wackeligen Füßen“, mag gerade noch einen Lacher auslösen. Da ist es nur noch erbärmlich. Brutal beleidigend schließt der Artikel mit der implizierten These, Priester seien keine normalen Menschen.

Fazit nach Lektüre des Artikels: Es ist ein Kommentar mit Naziargumenten und laizistischen Vorurteilen gegen die priesterliche Ehelosigkeit, der in einer katholischen Bistumszeitung erschienen ist. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Ganz absurd wurde es, als sogar die Socialmediaredaktion des Bistums Würzburg diesen unsäglichen Artikel auch noch auf seiner Facebookseite anpries. Das hat die Ausmaße eines handfesten Skandals.

Gegen eine seriöse Debatte für und wider Zölibat ist nichts einzuwenden. Es muss wohl jede Generation gegen die Widerstände der Welt für sich neu entdecken und herausfinden, welch ein Schatz die Ehelosigkeit um des Himmelreiches Willen ist. Auf solcherlei Mist wie diesen Kommentar von Anna-Lena Herbert können wir dabei getrost verzichten.

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Die Kirchenspalter im Bistum Chur proben den Aufstand

8. April 2019, 12:00

Die Wahrheit ist, dass die kirchenfeindlichen Reformen gerade die Spaltung herbeiführen würden. Das gilt für alle, die die Kirche auf synodalen oder sonstigen Wegen verändern wollen – Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Bischofswahlkampf ist ein seltsamer Begriff. Auf die Vorfälle in Zürich trifft er dennoch irgendwie zu. Hinter dem Rücken des Bischofs Gelder der Kirche für eine kirchenfeindliche Aktion zu verwenden, das geht in der jetzt erfolgten Art wohl in der Tat nur in der Schweiz. Die Landeskirchen verwalten die Gelder, die Bischöfe haben kein Mitspracherecht. Das ist eine unhaltbare Situation, gegen die sich allerdings nur wenige Bischöfe wehren.

Einer, der sich wehrt, ist Bischof Vitus Huonder. Schon unmittelbar nach seiner Wahl wurde er angegriffen und verleumdet. Linke Medien hatten ihn von Anfang an im Blick. Ein Bischof, der die Lehre der Kirche in Glaube und Sitten unverkürzt vertritt, ist der Welt ein Gräuel.

Die Amtszeit von Bischof Huonder nähert sich dem Ende. Bis Ostern wird er noch im Dienst sein, dann steht bald der verdiente Ruhestand an. Die Mäuse proben schon mal den Tanz auf den Tischen. Allen voran jüngst der Regionalvikar von Zürich, Josef Annen, der jüngst gemeinsam mit Synodalratspräsidentin, Franziska Driessen-Reding, einen offenen Brief an Papst Franziskus als Anzeige in verschiedenen Zeitungen auf Kosten der Kirche schaltete.

Der Hintergrund ist der Wunsch, im Bistum Chur künftig einen Bischof zu bekommen, der die Landeskirche machen lässt und gar nicht mehr versucht, sich einzumischen. Wo der künftige Bischof in Fragen des Glaubens stehen soll, ist an den Inhalten des offenen Briefes deutlich erkennbar.

Die uralte Reformagenda der Aufgabe kirchlichen Sexualmoral, der Demokratisierung der Kirche und des Frauenpriestertums prägen die Inserate. An vielen Stellen in der Kirche – man vergleiche den synodalen Weg der DBK – zeigt sich, wie steter Tropfen langsam den Stein höhlt. Doch man bedenke an dieser Stelle, dass Reformen, die wider Glaube und Sitte erfolgen, nicht in der Wahrheit sind.
Reformen solcher Art verändern nicht die Kirche, sie verändern nicht die Lehre und schon gar nicht den Glauben. Sie führen nur unweigerlich in die Spaltung. Die Möchtegernreformatoren wissen das, denn nicht umsonst wird in dem als Inserat gestalteten offenen Brief ganz unverhohlen die Spaltung als Drohung erwähnt. Perfide ist es, die Spaltung als Druckmittel in dieser Form zu verwenden. Geradezu diabolisch kommt es daher, indem mit der Spaltung gedroht wird, wenn es nicht zu den geforderten Reformen kommt.

Die Wahrheit ist, dass die kirchenfeindlichen Reformen gerade die Spaltung herbeiführen würden. Das gilt für alle, die die Kirche auf synodalen oder sonstigen Wegen verändern wollen. Sie verändern nicht die Kirche, sie spalten Teile von der Kirche ab und nehmen viele Gutgläubige in den geistlichen Abgrund mit. Das ist die Gefahr, der es entgegenzuwirken gilt.

Nach Ende der Amtszeit des jetzigen Bischofs von Chur kommt es also nicht darauf an, einen Bischof zu bekommen, der den Reformwilligen nach dem Munde redet. Es braucht einen Bischof, der weiterhin den Glauben unverkürzt verkündet und dem ungesunden kirchlichen System in der Schweiz Paroli bieten kann und will.

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Sensationell: Kirche nicht mehr heilig – Drewermann Prophet

 

17 Dezember 2018, 12:00
Wenn Bischof Heiner Wilmer den Esoteriker Eugen Drewermann zum Propheten ernennen möchte, ist dies nur zynisch. Die Aussagen von Wilmer gehören definitiv von der Kongregation für die Glaubenslehre überprüft – Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Wer einen ungefähren Blick auf das gegenwärtige Ausmaß der Erschütterung im Episkopat haben möchte, lese jüngste Stellungnahmen von Bischöfen zum Missbrauchsskandal in den deutschen Bistümern. Päderasten im Priesterrock hatten sich zuweilen jahrelang ungehindert und ungestraft an Kindern sexuell vergangen. Es wurde vertuscht und unterdrückt. Opfer wurden nicht selten durch solche Vorgehensweise erneut zu Opfern. Geistliche Macht wurde nicht nur zum Begehen der Straftaten, sondern auch zu deren Verdunkelung gebraucht.

Manche Bischöfe verlieren über diesen von ihren zum Teil verstorbenen Vorgängern verschuldeten Skandal jegliches Maß. Dabei zeigen sie zuweilen eine erstaunliche theologische und philosophische Schwäche. Da spricht der eine von der Kirche als „Täterorganisation“ (Bischof Georg Bätzing, Limburg) und ein anderer fabulierte jüngst im Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger darüber, der Missbrauch von Macht stecke in der DNA der Kirche (Bischof Heiner Wilmer, Hildesheim). Beide Bischöfe sind neu im Amt und man ist geneigt, ihnen die Erschütterung abzunehmen. Was man nicht wahrhaben möchte ist die offensichtliche Inkompetenz, den Sachverhalt klar zu benennen.

Fakt ist: Es sind einzelne Personen durch ihr zuweilen schwer sündiges handeln schuldig geworden. Dazu kommt: Verantwortliche in der Verwaltung der jeweiligen Bistümer bis hinauf zu einzelnen Bischöfen sind persönlich zum Teil ebenfalls schwer schuldig geworden, indem sie derartige Taten nicht angemessen geahndet und die Täter nicht aus dem Verkehr gezogen haben.

Ein falsch verstandener Korpsgeist im Klerus wurde zu einem mehrschichtigen Verhängnis, das der Kirche nun als Bumerang in den Rücken fliegt. Statt also angemessene Worte zu finden, geben diese Bischöfe in lehrmäßig fragwürdiger Weise das Ansehen der Kirche der Lächerlichkeit preis.

In dem Zusammenhang dann, wie es Bischof Heiner Wilmer tat, den Esoteriker Eugen Drewermann zum Propheten zu ernennen ist einfach nur zynisch. Das auch bei Psychologen methodisch umstrittene Buch „Kleriker“ ist keinesfalls ein Schlüssel zum Verstehen dessen, was wir unter dem Begriff Missbrauchsskandal zusammenfassen.

Die fragwürdigen tiefenpsychologischen Thesen Drewermanns haben sich in keiner Weise als hilfreich zum Verstehen klerikaler Strukturen erwiesen. Als Priester des Bistums Hildesheim darf man sich jetzt durchaus Sorgen machen, wenn der eigene Bischof ein solches Werk lobpreist.

Die Dissertation und Habilitation des suspendierten und aus der Kirche ausgetretenen Priesters Drewermann erschien, wie Bischof Wilmer erwähnt als Trilogie unter dem Titel „Strukturen des Bösen“.

Dieser Zyklus bezieht sich allerdings keineswegs auf die Kirche an sich, sondern legt in drei verschiedenen Aspekten die Sündenfallerzählung aus.

Eine weitere theologische Figur, die „casta meretrix“ wird im Interview verwirrend fehlgedeutet. Es geht darum, die Heiligkeit der Kirche zu bestreiten. Allein das ist für einen Bischof der Kirche ein unerhörter Vorgang. Es hat an dieser Stelle schon fast diabolische Züge (von grch. diaballo = durcheinanderwerfen), da Ambrosius von Mailand (übrigens als einziger der lateinischen und griechischen Kirchenväter) diese Figur gerade dazu verwendet, die Heiligkeit der Kirche zu begründen und erläutern. Nachzulesen bei Ambrosius von Mailand: Expositio in Lucam III 23 (http://www.unifr.ch/bkv/werk121.htm).

Kardinal Giacomo Biffi folgend ist somit der Ausdruck “casta meretrix “ in keiner Weise ein Hinweis auf etwas Sündiges und Verwerfliches. Der Begriff will nicht nur im Adjektiv, sondern auch im Nomen auf die Heiligkeit der Kirche hinweisen. Diese Heiligkeit, so der Kardinal weiter, bestehe darin, „ohne Zögern und ohne Inkohärenz Christus nachzufolgen, ihrem Bräutigam (“casta”), wie auch im Willen der Kirche, alle zu erreichen, um alle zum Heil zu bringen (“meretrix”)“. Es handelt sich um das Gegenteil dessen, was der Bischof von Hildesheim behauptet, der hier dem Interviewer ganz offensichtlich in eine plumpe Falle gegangen ist. Für einen Bischof sollte das zumindest peinlich sein, da das Interview ja nachträglich noch autorisiert worden ist. Was machen die Mitarbeiter des Bischofs eigentlich den lieben langen Tag? Den Begriff „casta meretix“ in eine Suchmaschine einzugeben, sollte nicht die ganz große Herausforderung sein.

Es kommt aber noch besser. „Wir werden“, sagt der Bischof im autorisierten Interview wörtlich, „den Glauben an die, heilige Kirche‘ in Zukunft nur noch dann redlich bekennen können, wenn wir mitbekennen: Diese Kirche ist auch eine sündige Kirche.“ Ein solcher Satz gehört definitiv von der Kongregation für die Glaubenslehre überprüft und falls nötig beanstandet. Es geht nicht an, dass ein Bischof der Kirche einen Satz aus dem Credo ganz offen untergräbt.

Als Gläubiger kann man ruhig bleiben. Was das Credo von Nicäa / Konstantinopel über die Kirche aussagt, ist und bleibt die Wahrheit. Die Heiligkeit ist, auch wenn ein deutscher Provinzbischof anderes vorgibt zu glauben, immer noch eines der vier Attribute der Kirche. Diese ist einig, heilig, katholisch und apostolisch.

Bis zum Erweis des Gegenteils gilt jeder, auch jeder Bischof, als rechtgläubig. Das sei hier bei aller Kritik festgestellt. Dieser Kommentar ist also nicht geeignet, als Urteil angesehen zu werden. Es geht darum, das Ausmaß der Erschütterung festzustellen und das ist allerdings nötig(!) eindeutige Kritik an einschlägigen Fehlreaktionen zu üben.

Es braucht im Episkopat wieder eine klare Sprache – auch wider den Zeitgeist. Es braucht eine saubere theologisch und philosophisch begründete Redeweise von den Vorkommnissen und den zu ziehende Konsequenzen. Es ist niemandem gedient, wenn als Folge des Skandals, vor lauter Panik eine gesunde Ekklesiologie oder gar die Theologie des sakramentalen Amtes über Bord geworfen wird.

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Das Schisma ist in greifbarer Nähe

Bischof Dr. Franz Jung

09 Juli 2018, 12:00 — Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht.

Der Montagskick von Peter Winnemöller

Linz (kath.net)
Wer in den vergangenen Tagen die Webseite der Diözese Würzburg aufrief, fand unter diesem Link folgendes: »In den kommenden Monaten werde in den diözesanen Gremien intensiv über die Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz diskutiert werden. (sagte der Bischof in seiner Predigt. Anm. PW) „Aber heute ergeht die herzliche Einladung an alle gemischtkonfessionellen Paare, zum Tisch des Herrn hinzuzutreten.“«

Das ist nicht etwa von einem vorlauten Volontär der Pressestelle in die Welt gesetzt und schleunigst wieder entfernt worden. Im Gegenteil! Das ist der offizielle Bericht der Pressestelle des Bistums Würzburg über Messen, zu denen besonders Ehepaare zu ihren 50-,60, und höheren Jubiläen eingeladen waren. Der Bischof von Würzburg hatte in den Messen langjährige gemischtkonfessionelle Paare ohne jegliche Vorbedingung zur Kommunion eingeladen.

Hier war die Kommunion also eine Belohnung zu einem besonderen Anlass, nämlich einer lange währenden Ehe. Das ist insofern befremdlich, da das Kirchenrecht immer noch sehr klar regelt, dass katholische Spender die Sakramente gültig nur katholischen Empfängern spenden. Selbst die hochumstrittene Orientierungshilfe der DBK zieht keine bedingungslose Interkommunion als Belohnung als Möglichkeit in Betracht. Vielmehr geht es dort um die Abhilfe bei einer geistlichen Notlage. Auch dieser Aspekt ist keinesfalls so klar umrissen, wie es uns die derzeitige Interkommunionpropaganda einiger deutscher Bischöfe einreden will.

Noch immer steht ein valides Urteil aus Rom aus, ob ein Bischof im Falle einer gemischtkonfessionellen Ehe eine solche Notlage überhaupt feststellen kann. Da gibt es Klärungsbedarf. Insofern befremdet nicht nur die ertrotzte Veröffentlichung der sogenannten Orientierungshilfe, sondern auch das unreflektierte Vorpreschen einiger Bischöfe. Ein Faszinosum erster Güte ist, dass der Bischof von Würzburg nach seinen eigenen Worten gar nicht mehr vor hat, in der Causa überhaupt noch mit den zuständigen Stellen (z.B. dem Rat für die Auslegung der Gesetzestexte) in Rom zu sprechen. Er will nur noch mit den Gremien in seinem Bistum sprechen. Es darf folglich gefragt werden, ob der Bischof von Würzburg insgesamt überhaupt in der Einheit mit den Bischöfen weltweit und insbesondere mit dem Bischof von Rom steht. Ergänzend darf gefragt werden, ob er angesichts dieser platten Einladung überhaupt das Eucharistieverständnis der Kirche (noch) teilt.

Diese Fragen gilt es unbedingt um der Wahrheit willen zu beantworten. Es geht nicht darum, den Skandal um des Skandales willen zu suchen. Es darf an dieser Stelle auch nicht zugelassen werden, dass die in der Sache durchaus verständlichen Emotionen – gleich ob pro oder kontra – den Diskurs überlagern.

Das vorliegende Skandalon ist ein Ärgernis aus sich heraus. Es geht hier nicht um eine Kleinigkeit. Es geht nicht einfach um eine „pastorale Lösung“. Es geht um den Glauben an die Eucharistie und damit um den Kern unseres katholischen Glaubens.

Die Frage, die zu beantworten ist, ist mit einem Wort gesagt: ob ein Schisma schon vorliegt.

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Wie das kirchliche Zeugnis für das Leben noch mehr verdunkelt wird

Hier handelt es sich um einen politisch motivierten Schlußstrich – Ein Kommentar von Peter Winnemöller zur Annäherung der Deutschen Bischofskonferenz an den Verein „Donum vitae“

Bonn (kath.net)
Der Konflikt ist über 20 Jahren alt. Der Heilige Papst Johannes Paul II. hatte den deutschen Bischöfen nach einem dramatischen Konflikt untersagt, am staatlichen Beratungssystem gemäß §219a StGB teilzunehmen. Die ausgestellten Beratungsscheine berechtigen zur straffreien Tötung eines ungeborenen Menschen. Durch die Mitwirkung an diesem System sah der Papst das Zeugnis der Kirche für das Leben verdunkelt.

Das Kirchenrecht ist zudem sehr klar darin, daß jeder, der an einer Abtreibung mitwirkt, sich die Exkommunikation als Tatstrafe zuzieht. Dies dürfte auch auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Donum vitae zutreffen, insofern sie katholisch sind und jemals einen Beratungsschein ausgestellt haben, der zur Tötung eines ungeborenen Menschen geführt hat.

Noch 2007 forderte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation den Münchener Kardinal Wetter auf, dafür zu sorgen, daß die Gläubigen auf jegliche Form der Unterstützung von Donum vitae verzichten. Im selben Jahr stellte Bischof Algermissen klar, daß es sich bei Donum vitae nicht um einen katholischen Verein handele. Zu groß sind die Diffenenzen in Fragen der Moral, wie der Bischof feststellte. (http://www.kath.net/news/18046)

In einem Schreiben an den Präsidenten des ZdK würdigte Reinhard Kardinal Marx nun das Wirken ausgerechnet dieses Vereins Donum vitae und bescheinigte den Mitglieder wörtlich, „dass das Ziel von Donum Vitae ebenso wie das der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Menschen“ sei. Der Kardinal ließ im Unklaren, wie dies mit der für alle Katholiken verbotenen Ausstellung der Beratungsscheine in Einklang zu bringen ist.

Ferner bestätigte der Vorsitzende der DBK, daß künftig ehemalige Mitarbeiterinnen von Donum vitae in kirchlichen Beratungsstellen beschäftigt werden können. Mit diesem Schreiben hat der Vorsitzende der DBK eine radikale Kehrtwende vollzogen. Die Beurteilung von Donum vitae, die der Kardinal vornimmt unterscheidet sich fundamental vom bisherigen Urteil der Kirche. Versöhnung ist mmer gut. Heilung von schwärenden Wunden stellt einen Segen dar. Doch von beidem kann in diesem Falle nicht die Rede sein. Zur Versöhnung und Heilung gehört Klarheit und Wahrheit. Hier jedoch handelt es sich um einen politisch motivierten Schlußstrich.

Es ist grundsätzlich nicht auszuschließen, daß künftig in einer kirchlichen Beratungsstelle de facto exkommunizierte Mitarbeiter tätig sind, die in der Vergangenheit per Beratungsschein unmittelbar Abtreibungen mit verursacht haben. Damit tritt genau die Verdunkelung des Zeugnisses für das Leben ein, die Papst Johannes Paul II. seinerzeit zu verhindern suchte. Man muß sehr naiv sein, um anzunehmen, daß ein neuer Arbeitsvertrag bei einem neuen Dienstherrn schon gleich zu einem kompletten Gesinnungswandel führt. Es ist nicht sonderlich schwer sich das folgende Szenario vorzustellen.

Eine Frau in einem Schwangerschaftskonflikt sucht eine kirchliche Beratungsstelle auf. Nach der Beratung verlangt sie den Schein, den die Kirche jedoch nicht ausstellen kann. Die Mitarbeiterinnen müssen das ablehnen. Die ehemalige Donum vitae – Mitarbeiterin jedoch wechselt nur kurz das Namensschild an der Jacke, zieht ein Formular mit Briefkopf von Donum vitae aus der Tasche und stellt den Beratungsschein aus. Der kirchliche Träger leugnet jedes Wissen davon und wäscht seine Hände in Unschuld. Man mag bitte den Beweis führen, daß ein solches oder ähnliches Szenario absolut nicht denkbar ist oder mindestens zur sofortigen fristlosen Kündigung führen würde. Eine grausige Vorstellung ist es allemal.

Wer sich klarmacht, wie problematisch das Verhältnis der DBK zum BvL (Bundesverband Lebensrecht) und den darin vertretenen Organisationen ist, kann sich nach diesem Schreiben des DBK- Vorsitzenden nur fragen, ob sich die Kirche in Deutschland so langsam aber sicher von einem eindeutigen Zeugnis für das Leben verabschieden will. Während der BvL und alle darin zusammengeschlossenen Vereine und Verbände ein klares und völlig eindeutiges Zeugnis für das Leben geben, stellt Donum vitae die unseligen Scheine aus. Wer gibt ein Zeugnis für das Leben?

Die Unschärfe die der Vorsitzende der DBK hier durchschimmer läßt, spricht eine nur zu deutliche Sprache. Denn eigentlich ist ja nichts passiert. Alles nur reine Diplomatie. An der Lehre hat sich nichts geändert. Es gab ja nur einen freundlichen Briefwechsel. Die Zeit der Konfrontation ist vorbei. Der Konflikt ist fast beigelegt.

Und wer dagegen meckert kann ja nur eine Spaßbremse sein. Oder?

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Siehe dazu: