Papst Franziskus: „Völlige Übereinstimmung“ zu Priester und Zölibat mit Johannes Paul II.

St. Johannes Paul II. im Petersdom am 25. März 1983
Foto: L’Osservatore Romano

Er habe nicht nur viel von ihm gelernt, sondern stehe in „völliger Übereinstimmung“ mit Johannes Paul II. beim Thema Priestertum. Dazu gehört auch der Zölibat, betont Papst Franziskus in einem neuen Interview-Buch, indem er Fragen zu seiner Person und zu dem Papst aus Polen beantwortet, den er selbst 2014 heiliggesprochen hat.

Gemeinsam mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sehe er den Zölibat als „Gnade, nicht Grenze„, betont Franziskus.

Das berichtet die „Catholic News Agency“ (CNA).

„Ich denke, dass die Freude das wichtigste Merkmal der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus ist“, sagt Papst Franziskus in dem jetzt veröffentlichten Werk – und verweist auf die Freude und Barmherzigkeit des Pontifikats von Johannes Paul II.: „Ich habe von ihm gelernt“, erklärt Franziskus.

Die Aussagen des amtierenden Pontifex Maximus über seinen heiligen Vorgänger – und anderen Themen – sind in dem italienischsprachigen Buch „Johannes Paul der Große“ festgehalten, das am 11. Februar veröffentlicht wurde.

Das Buch besteht aus fünf Kapiteln, in denen der Autor, Pater Luigi Maria Epicoco, jeweils einen Aspekt des Lebens und Wirkens von Johannes Paul II. behandelt. Ergänzt werden diese Abschnitte durch einen Gesprächsteil des 39-jährigen Padres mit Papst Franziskus. Dabei konzentrieren sich die Interviews auf den Zeitraum von Juni 2019 bis Januar 2020.

„Dachte zuerst, ein Afrikaner“

In einem Abschnittl zitiert Epicoco ausführlich aus dem Brief Johannes Pauls II. „Geschenk und Geheimnis„, den der polnische Heilige zum 50. Jahrestag seiner eigenen Priesterweihe schrieb.

Franziskus sagt, man könne anhand seiner eigenen Briefe erkennen, etwa jenen, die er am Gründonnerstag geschrieben habe, oder wenn man einige der Predigten liest, die er als Bischof in Buenos Aires gehalten hat, „dass es eine völlige Übereinstimmung mit dem Gedanken Johannes Pauls II. in Bezug auf das Priestertum gibt“.

Papst Franziskus sagt weiter, er sei „überzeugt, dass der Zölibat ein Geschenk, eine Gnade ist, und auf den Spuren von Paul VI. und dann von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. zu wandeln, bin ich überzeugt, dass der Zölibat eine entscheidende Gnade ist, die die lateinisch-katholische Kirche kennzeichnet. Ich wiederhole: Er ist eine Gnade, keine Grenze„.

Papst Franziskus war ein Provinzoberer der Jesuiten, als Johannes Paul II. zum Bischof von Rom gewählt wurde. Im Buch erzählt er, die Nachricht von der Wahl des neuen Papstes gehört zu haben, als er gerade Auto fuhr. Als er den Namen „Wojtyla“ hörte und ihn nicht kannte, sagte er, dass er zuerst dachte, der neue Papst sei Afrikaner.

„Ich hörte seine ersten Worte und hatte ein sehr gutes Gefühl„, erinnert sich Franziskus. „Und dieser Eindruck verstärkte sich unmittelbar danach, als man mir erzählte, dass er ein Universitätskaplan war, ein Professor der Philosophie, ein Bergsteiger, ein Skifahrer, ein Sportler, ein Mann, der viel betete. Ich mochte ihn sehr. Ich fühlte sofort eine große Zuneigung zu ihm.“

Die erste Begegnung zwischen den beiden Männern fand statt, als Johannes Paul II. im Jahr 1987 Argentinien besuchte. Es war „ein dunkler Moment in meinem Leben“, sagte Franziskus. Damals noch P. Jorge Bergoglio, war er nach seinem Aufenthalt in Deutschland nach Argentinien zurückgekehrt, um seine Doktorarbeit zu schreiben „und um der angespannten Atmosphäre in meiner Ordensprovinz selbst zu entfliehen“.

Ihr zweites Treffen fand dann 1994 während der Bischofssynode über das geweihte Leben statt, als Bergoglio Weihbischof von Buenos Aires war. Die beiden trafen sich auch bei späteren Synoden und Ad limina-Besuchen.

Im Jahr 2001 machte Papst Johannes Paul II. Erzbischof Bergoglio zum Kardinal.

„Ich spürte den starken Wunsch, mich, während ich niederkniete, um das Birett des Kardinals zu empfangen, nicht nur auf den Austausch des Friedenszeichens zu beschränken, sondern [Johannes Paul II.] die Hand zu küssen“, erzählt Franziskus.

„Einige Leute haben mich für diese Geste kritisiert„, fügt er hinzu, „aber für mich war es eine spontane Geste“.

Papst Franziskus hat 2014 Johannes Paul II. heilig gesprochen.

„Es reicht, sein Leben zu betrachten“, um zu sehen, dass Johannes Paul II. „den Geruch der Schafe“ hatte, sagt Franziskus in dem Interviewbuch. „Er war ein Pastor, der die Menschen liebte, und die Menschen erwiderten dies mit immenser Liebe“.

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Papst Franziskus: Zölibat ist ein Geschenk und eine Gnade

Papst Franziskus hält während der wöchentlichen Audienz am 1. Oktober 2014 auf dem Petersplatz einen Rosenkranz. REUTERS/Tony Gentile (VATICAN – Tags: RELIGION) – RTR48HAS

10. Februar 2020, 11:00

Papst Franziskus verteidigt in neuem Buch den Zölibat und betont, dass die Frage der Priesterweihen für Frauen in der katholischen Kirche nicht länger eine Diskussion offen sei. Gender-Theorie: Böse und Angriff auf die Kreativität Gottes

Rom (kath.net)
„Ich bin überzeugt davon, dass der Zölibat ein Geschenk und eine Gnade ist und den Fußspuren von Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. folgend, fühle ich eine ganz starke Verpflichtung daran zu denken, dass der Zölibat eine entscheidende Gnade ist, die Latainische Kirche beschreibt. Ich wiederhole: Es ist eine Gnade.“ Dies betonte Papst Franziskus in einem im Februar veröffentlichten Buch „Heiliger Johannes Paul II. der Große“, welches in Italien vorgestellt wurde und anlässlich des 100sten Geburtstags des polnischen Papstes veröffentlicht wurde. P. Luigi Maria Epicoco, der Autor, hat dazu mehrfach mit Franziskus gesprochen.

Angesprochen auf die nicht mögliche Priesterweihe für Frauen in der katholischen Kirche betonte Franziskus, dass diese Frage nicht länger für Diskussionen offen sei. „Die Frage ist nicht länger für Diskussionen offen, weil die Ankündigung von Johannes Paul II. definitiv war.“, betonte Franziskus. Der Papst erinnerte auch daran, dass diese Frage ein Missverständis mit der Rolle des Priestertums zeigt und nur auf die Funktion von Menschen in der Kirche abziele, nicht aber auf deren Wichtigkeit.

Wie Maria seien die Frauen in der Kirche diejenigen, die der Kirche lehren, wie man durch die Nacht hindurchgeht, bis das Tageslicht kommt, sogar wenn das Tageslicht noch weit entfernt ist. „Nur eine Frau kann uns eine Liebe lehren, die auch Hoffnung ist.“

P. Epicoco merkte in den Buch auch, dass der Papst sehr oft über das Böse spreche. Auf die Frage, wo Franziskus das Böse heute sehe, erklärte Franziskus: „Ein Platz davon ist die ‚Gender-Theorie'“. Diese sei ein gefährliches kulturelles Ziel und zielt auf die Auslöschung aller Unterschieden zwischen Männer und Frauen an. Dadurch werde Gottes fundamentaler Plan den Wurzeln zerstört. „Das würde alle gleichförmig und neutral machen. Es ist ein Angriff auf die Verschiedenheit, auf die Kreativität Gottes und auf Männer und Frauen.“

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Das Geschenk des Zölibats – das endgültige ‚Ja’

Newly elected Pope Joseph Ratzinger of Germany waves to the crowd from the central balcony of St. Peter’s Basilica, at the Vatican, Tuesday, April 19, 2005. (AP Photo/ Andrew Medichini)

6. Februar 2020, 13:00

Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: ein in sich geschlossener Kreis: Es ist wichtig, sich immer von neuem von der Identifikation des ‚Ichs’ Christi mit uns durchdringen lassen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) 2010: das Jahr des ersten Missbrauchskandals in Deutschland, das Jahr nach dem schweren Missbrauchskandal in Irland. Aber auch: das Jahr, das einige deutsche Politiker, „ZDK“-Mitglieder und Rampenlicht-Theologen mit einer künstlich induzierten Diskussion um den Zölibat enden lassen hatten (wie man sieht: „nihil novi sub sole“), die sich dann im darauffolgenden Jahr fortsetzen sollte.

Der Zölibat – ein Reizthema schlechthin. In einem „offenen Brief“ hatten es die Politiker für notwendig erachtet, „die deutschen Bischöfe im Lichte der besorgniserregenden Zunahme des Priestermangels zu bitten, die Zulassung von ‚viri probati‘ zur Priesterweihe zu ihrem eigenen Anliegen zu machen“. Dazu gesellte sich ein Thesenpapier oder „Memorandum – Kirche 2011“ mit theologischen Ansprüchen.

2010 – es war auch das von Benedikt XVI. ausgerufene „Priesterjahr“, während dessen sich der Papst konstant mit dem Wesen des katholischen Priesters, des Priesterseins und des Priestertums auseinandersetzte, als Bischof den Priestern zu Seite stand und die Laien verstehen ließ, welche Schätze das sakramentale Priestertum birgt.

Im Juni 2010 endete jenes Jahr mit zwei Höhepunkten: dem internationalen Priestertreffen sowie der abschließenden Messe am Herz-Jesu Freitag und mit der Vigil auf dem Petersplatz mit Zehntausenden von Gläubigen und Priestern. An jenem lauen Vorsommerabend hatte sich eine besondere Atmosphäre auf dem Platz gebildet, eine Atmosphäre des Guten, des Sakralen, des heiligen Atmens, eine Atmosphäre, die heute nur eine ferne Erinnerung darstellt. Benedikt XVI. trat mit den nach Kontinenten eingeteilten Priestern, die ihre Anliegen und Fragen vortrugen, in einen intensiven Dialog. Die auf dem Platz eingekehrte tiefe Stille machte die Worte des Papstes umso eindringlicher, Worte, die den Zuhörenden einfach mitnahmen, erfassten, um dann als Geschenk zu bleiben.

Ein Priester stellte auch eine Frage zum Zölibat. Er betonte zum einen die Schönheit des gelebten Zölibats, zum anderen die von der Welt provozierten Verwirrungen mit Kritiken, die einer rein weltlichen Dimension entstammen. Und mit hellem und frohem Gesicht antwortete ihm der Papst.

„Der Zölibat ist ist ein endgültiges »Ja«, ein sich von den Händen Gottes Ergreifenlassen, ein sich in die Hände Gottes, in sein »Ich« Hineinlegen, das heißt es ist ein Akt der Treue und des Vertrauens, ein Akt, der auch Voraussetzung ist für die Treue in der Ehe. Es ist genau das Gegenteil dieses »Nein«, dieser Autonomie, die sich nicht verpflichten will, die keine Bindung eingehen will. Es ist das endgültige »Ja«, das das endgültige »Ja« der Ehe voraussetzt und bestätigt“.

Benedikt XVI., Gebetswache anlässlich des internationalen Priestertreffens – Abschluss des Priesterjahres, Gespräch mit den Priestern auf dem Petersplatz:

Heiliger Vater, ich heiße Don Karol Miklosko und komme aus Europa, das heißt aus der Slowakei, und ich bin Missionar in Rußland. Wenn ich die heilige Messe feiere, finde ich mich selbst und verstehe, daß ich dort meine Identität finde und die Wurzel und Energie für meinen Dienst. Das Kreuzesopfer offenbart mir den Guten Hirten, der alles für seine Herde, für jedes einzelne Schaf hingibt. Und wenn ich sage: »Das ist mein Leib … das ist mein Blut«, das für euch hingegeben und vergossen worden ist, dann verstehe ich die Schönheit des Zölibats und des Gehorsams, die ich im Augenblick der Weihe aus freiem Willen versprochen habe.

Auch mit den natürlichen Schwierigkeiten scheint mir der Zölibat einleuchtend zu sein, wenn ich auf Christus schaue, aber ich fühle mich ganz verwirrt, wenn ich die vielen weltlichen Kritiken an dieser Gabe lese. Ich bitte Sie demütig, Heiliger Vater, uns die Tiefe und den echten Sinn des Zölibats des Klerus zu erhellen.

Benedikt XVI.: Danke für die beiden Teile Ihrer Frage. Den ersten, wo Sie die beständige und vitale Grundlage unseres Zölibats aufzeigen; den zweiten, der alle Schwierigkeiten sichtbar werden läßt, in denen wir uns in unserer Zeit befinden. Wichtig ist der erste Teil, das heißt: das Zentrum unseres Lebens muß wirklich die tägliche Eucharistiefeier sein; und hier sind die Wandlungsworte zentral: »Das ist mein Leib, das ist mein Blut«, das heißt wir sprechen »in persona Christi«. Christus erlaubt es uns, sein »Ich« zu benutzen, wir sprechen im »Ich« Christi, Christus zieht uns in sich hinein und erlaubt uns die Vereinigung mit ihm, er vereint uns mit seinem »Ich«.

Und so, durch sein Handeln, durch diese Tatsache, daß er uns in sich »hineinzieht«, so daß unser »Ich« mit seinem »Ich« vereint wird, verwirklicht er das Andauern, die Einzigartigkeit seines Priestertums; so ist er wahrhaft immer der einzige Priester, und dennoch sehr gegenwärtig in der Welt, weil er uns in sich hineinzieht und so seine priesterliche Sendung gegenwärtig macht. Das bedeutet, daß wir in den Gott Jesu Christi »hineingezogen« werden: Es ist diese Einheit mit seinem »Ich«, die in den Worten der Wandlung Wirklichkeit wird. Auch im »Ich spreche dich los« – denn keiner von uns könnte von Sünden lossprechen – ist es das »Ich« Christi, Gottes, das allein die Lossprechung erteilen kann. Diese Vereinigung seines »Ichs« mit dem unseren beinhaltet, daß wir auch in seine Wirklichkeit als Auferstandener »hineingezogen« werden, daß wir vorangehen auf das volle Leben der Auferstehung zu, von dem Jesus im 22. Kapitel des Matthäusevangeliums zu den Sadduzäern spricht: es ist ein »neues« Leben, in dem es keine Ehe mehr gibt (vgl. Mt 22,23–23).

Es ist wichtig, daß wir uns immer von neuem von dieser Identifikation des »Ichs« Christi mit uns durchdringen lassen, von diesem »Hinausgezogen werden« in die Welt der Auferstehung. In dieser Hinsicht ist der Zölibat eine Vorwegnahme. Wir übersteigen diese Zeit und gehen weiter, und so »ziehen« wir uns selbst und unsere Zeit auf die Welt der Auferstehung hin, auf die Neuheit Christi, das neue und wahre Leben zu. Das heißt, der Zölibat ist eine Vorwegnahme, die möglich wird durch die Gnade des Herrn, der uns zu sich »zieht«, zur Welt der Auferstehung hin; er lädt uns immer von neuem ein, uns selbst zu übersteigen, diese Gegenwart, hin auf die wahre Gegenwart der Zukunft, die heute Gegenwart wird. Und hier sind wir an einem sehr wichtigen Punkt angelangt. Ein großes Problem des Christentums der heutigen Welt ist, daß man nicht mehr an die Zukunft Gottes denkt: die bloße Gegenwart dieser Welt scheint ausreichend zu sein. Wir wollen nur diese Welt haben, nur in dieser Welt leben. So schließen wir die Tür für die wahre Größe unseres Lebens.

Der Sinn des Zölibats als Vorwegnahme der Zukunft ist gerade das Öffnen dieser Türen, die Welt größer werden zu lassen, die Wirklichkeit der Zukunft zu zeigen, die von uns schon jetzt als Gegenwart gelebt werden muß. So leben wir im Zeugnis des Glaubens: Wir glauben wirklich, daß es Gott gibt, daß Gott in meinem Leben eine Rolle spielt, daß ich mein Leben auf Christus bauen kann, auf das zukünftige Leben.

Und jetzt erkennen wir die weltliche Kritik, von der Sie gesprochen haben. Es ist wahr, daß für die agnostische Welt, die Welt, in der Gott keine Rolle spielt, der Zölibat etwas ist, das großen Anstoß erregt, weil gerade er zeigt, daß Gott als Wirklichkeit betrachtet und erlebt wird. Mit dem eschatologischen Leben des Zölibats tritt die zukünftige Welt Gottes in die Wirklichkeiten unserer Zeit. Und das soll beseitigt werden! In gewisser Hinsicht mag diese beständige Kritik am Zölibat überraschen, in einer Zeit, in der es immer mehr Mode wird, nicht zu heiraten.

Aber dieses Nicht-Heiraten ist etwas vollständig und grundlegend anderes als der Zölibat, denn das Nicht-Heiraten ist auf den Willen gegründet, nur für sich selbst zu leben, keine endgültige Bindung zu akzeptieren, das Leben zu jedem Zeitpunkt in vollkommener Autonomie zu leben, jeden Augenblick zu entscheiden, was zu tun ist, was man vom Leben nimmt; es ist daher ein »Nein« zur Bindung, ein »Nein« zur Endgültigkeit, es bedeutet, das Leben nur für sich allein zu haben.

Der Zölibat dagegen ist genau das Gegenteil: er ist ein endgültiges »Ja«, ein sich von den Händen Gottes Ergreifenlassen, ein sich in die Hände Gottes, in sein »Ich« Hineinlegen, das heißt es ist ein Akt der Treue und des Vertrauens, ein Akt, der auch Voraussetzung ist für die Treue in der Ehe. Es ist genau das Gegenteil dieses »Nein«, dieser Autonomie, die sich nicht verpflichten will, die keine Bindung eingehen will. Es ist das endgültige »Ja«, das das endgültige »Ja« der Ehe voraussetzt und bestätigt. Und diese Ehe ist die biblische Form, die natürliche Form des Mann- und Frau-Seins, die Grundlage der großen christlichen Kultur und großer Kulturen der Welt. Und wenn das verschwindet, wird die Wurzel unserer Kultur zerstört.

Deshalb bestätigt der Zölibat das »Ja« der Ehe mit seinem »Ja« zur zukünftigen Welt, und so wollen wir weitergehen und diesen Anstoß eines Glaubens gegenwärtig machen, der sein ganzes Leben auf Gott setzt. Wir wissen, daß es neben diesem großen Ärgernis, das die Welt nicht sehen will, auch die zweitrangigen Skandale unserer Unzulänglichkeiten, unserer Sünden gibt, die das große Ärgernis verdunkeln und denken lassen: »Aber sie gründen ihr Leben nicht wirklich auf Gott!« Aber es gibt sehr viel Treue! Der Zölibat, das zeigt gerade die Kritik, ist ein großes Zeichen des Glaubens, der Gegenwart Gottes in der Welt. Bitten wir den Herrn, daß er uns hilft, uns von den zweitrangigen Skandalen zu befreien, daß er das große »Ärgernis« unseres Glaubens gegenwärtig macht: das Vertrauen, die Kraft unseres Lebens, das auf Gott und Jesus Christus gegründet ist!

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Kardinal Sarah fordert ein Ende der „sterilen Kontroverse“ um das Zölibatbuch

DRINGEND: Lesen Sie diese Übersetzung aus dem National Catholic Register:

Kardinal Sarah fordert ein Ende der „sterilen Kontroverse“ um das Zölibatbuch
Der Kardinal des Vatikans fordert die Gläubigen nachdrücklich auf, die Diskussion über „lächerliche Nebenfragen“ im Buch einzustellen und stattdessen die darin behandelte „wesentliche Frage“ zu lesen.

Kardinal Robert Sarah hat sein und Benedikts XVI. Buch über das Zölibat der Priester entschieden verteidigt. Es sei wichtig, dass die Menschen das Buch lesen, anstatt darüber zu sprechen, da „tiefe historische Ignoranz“ das Thema umgibt.

In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung Il Foglio vom 25. Januar – sein erstes seit dem Aufruhr über die Veröffentlichung des Buches in französischer Sprache Anfang dieses Monats – wies Kardinal Sarah auch darauf hin, dass das Buch von „völlig lächerlichen Nebenthemen“ umgeben war „Absurde Kontroverse, vulgäre Lügen und schreckliche Demütigungen.“

„Was mein Herz bricht und mich zutiefst verletzt, ist die Brutalität, Respektlosigkeit, Rücksichtslosigkeit und Unanständigkeit, mit der Benedikt XVI. behandelt wurde“, fügte er hinzu.

Am 12. Januar brachte die französische Zeitung Le Figaro die Nachricht des Buches mit dem Titel Aus den Tiefen unseres Herzens: Priestertum, Zölibat und die Krise der katholischen Kirche , in dem Kardinal Sarah eine sakramentale Verbindung zwischen Priestertum und Zölibat hervorhob und Benedikt erklärte, wie die Wurzeln des priesterlichen Zölibats im Alten Testament liegen.

Es folgte ein Sturm der Kritik gegen den Kardinal und den emeritierten Papst, der beide als Widerspruch zu Papst Franziskus darstellte, der derzeit überlegt, ob verheiratete Priester im Amazonasgebiet helfen sollen, den Priestermangel in der Region auszugleichen.

Der Kardinal wurde auch beschuldigt, Benedikt manipuliert zu haben, als Mitautor des Buches aufgeführt zu werden, und dessen Einführung und Schlussfolgerung mitgeschrieben zu haben. Dies bestritt er, indem er Korrespondenz zwischen ihm und Benedikt veröffentlichte.

Der italienische Herausgeber des Buches, Cantagalli, reagierte auf diese Kontroverse am 22. Januar, indem er die Autoren als „Robert Sarah mit Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.“ auflistete und feststellte, dass Benedikt XVI. die Einführung und die Schlussfolgerung von Kardinal Sarah „gelesen und zugestimmt“ hatte .

„Ohne Feindseligkeit, ohne irgendjemanden anzugreifen, haben wir unsere Überlegungen mit Klarheit, Genauigkeit und Treue zur Wahrheit über eine wesentliche Frage gemacht“, sagte der Leiter der vatikanischen Liturgie zu Il Foglio . „Warum sollte ich dann sagen, dass ich mich Papst Franziskus widersetzt hätte? Warum? Gibt es vielleicht eine einzige Phrase, ein einziges Wort, eine einzige Haltung im Text, die einen solchen Widerspruch zum Ausdruck bringt? Warum werde ich ständig mit Verleumdung und Demütigung überschüttet? “

‚Lies das Buch‘

Er fügte hinzu: „Benedikt XVI. hat mir persönlich bestätigt, dass er dieses Buch begrüßt und mit seiner Veröffentlichung zufrieden ist. Der gesamte Text bleibt daher bis auf die vom Verlag Cantagalli erläuterte Einleitung und Schlussfolgerung unverändert. Jetzt bitte ich darum, dass diese sterile Kontroverse endet. “

Er bemerkte, dass der französische Herausgeber des Buches, Fayard, „eine angemessene Antwort auf diese Diffamierung geben wird“ und sagte weiter, es sei „wesentlich“, dass die Leute auf das achten, was Benedikt geschrieben hat. „Weiter über den Rest zu reden, ist eine Ablenkung“, sagte er. „Meine Einladung ist, das Buch zu lesen, anstatt darüber zu sprechen.“

Als Kardinal Sarah gebeten wurde, das Wesentliche des Buches zu erläutern, sagte er, es könne in einem Satz ausgedrückt werden: „Das Zölibat der Priester ist keine einfache kanonische Disziplin.“ Wenn das Gesetz des Zölibats geschwächt wird, „öffnet es sich sogar für eine einzelne Region eine Verletzung, eine Wunde im Geheimnis der Kirche “, sagte er. Zwischen Priestertum und Zölibat besteht eine „ontologisch-sakramentale Verbindung“, die uns daran erinnert, dass die Kirche ein Geheimnis ist, ein Geschenk Gottes, das uns nicht gehört.

Der Kardinal sagte, es sei nicht möglich, „ein Priestertum für verheiratete Männer zu schaffen, ohne das Priestertum Jesu Christi und seiner Braut, der Kirche, zu beschädigen.“

Priester, fuhr er fort, „sind wirklich eine Erweiterung von Jesus Christus. Er kann kein geteilter Mann sein. Wenn er nach Hause kommt, ist er nicht im Urlaub. Er bleibt ein geweihter Mensch. Sein ganzes Leben gehört der Kirche, weil sein ganzes Wesen Christus gewidmet ist. “

Die Gläubigen wissen dies „durch Intuition“, sagte der guineische Kardinal und fragte sich, ob sie mit einem verheirateten Priester zur Beichte gehen würden. „Wenn sich ein Priester ganz der Kirche hingibt, welcher Platz wird für seine Frau und seine Kinder bleiben? Was werden wir tun, wenn wir uns mit der Scheidung eines Priesters befassen müssen? Warum sollten wir mit solchen Fällen rechnen? “

Als der Interviewer Matteo Matzuzzi ihn darauf hinwies, dass Zölibat eine neue Disziplin sei, antwortete Kardinal Sarah: „Überhaupt nicht!“ Er betonte, dass die Kirche seit dem Rat von Elvira im Jahr 305 entschieden habe, dass Priester sexuelle Handlungen unterlassen sollten Beziehungen zu ihren Frauen, und wenn sie keine Kinder hätten oder hätten, würden sie „aus den kirchlichen Reihen ausgeschlossen“.

Er wies darauf hin, dass eine solche Disziplin „friedlich angenommen“ werde und dass sich die Christen bereits damals bewusst seien, dass ein Priester sich „mit Leib und Seele“ anbieten müsse, da er „nicht mehr zu sich selbst gehöre“. Erst später als es zu einer „Korruption der Texte“ kam, wurde die Disziplin im Osten, den verheirateten Priestern erlaubt, „weiterentwickelt“, aber „ohne jemals die Verbindung zwischen Priestertum und Abstinenz aufzugeben“.

„Wir sind Opfer tiefgreifender historischer Ignoranz in diesem Bereich“, sagte der Kardinal und fügte hinzu, dass es beim priesterlichen Zölibat nicht darum gehe, „die Sexualität abzulehnen, sondern zu behaupten, der Priester sei der ausschließliche Ehegatte der Kirche.“

In seinem Beitrag im Buch „zeigt Benedikt XVI. deutlich, dass im Alten Testament die Verbindung zwischen sexueller Abstinenz und priesterlichem Leben hergestellt ist“, sagte Kardinal Sarah. Er rät allen Priestern, Benedikts „bewegenden“ Beitrag zu lesen, in dem der emeritierte Papst über einen „methodologischen Fehler in der Rezeption der Schrift als Wort Gottes“ schreibt. Es ist eine „meisterhafte Lektion in biblischer Theologie“, sagte Kardinal Sarah, die eine „tiefgreifende spirituelle Meditation über die wahre Bedeutung des Priestertums“ anbietet.

Auf die Frage, was er und Benedikt unter „Krise im Priestertum“ verstehen, betonte Kardinal Sarah, dass Priester keine „öffentlichen Angestellten“, sondern „Gott geweiht“ seien, und befürchtet heute die Versuchung, „eine menschliche Kirche entsprechend der Zeit und der Zeit zu bauen“ nach unseren Vorstellungen. “

„Die Kirche gehört nicht uns“

„Aber die Kirche ist nicht unsere“, fuhr er fort. „Das Priestertum gehört uns nicht. Wir können damit nicht machen, was wir wollen. “

Anschließend geht er auf das Thema Frauenarbeit ein und fragt sich, ob die Berufung zur Frauenordination von der „Treue zu Gott oder von der Befolgung der Mode“ herrührt. Er erinnerte sich an das Beispiel der heiligen Katharina von Siena, die „keinen Dienst hatte und“ wollte es nicht, aber sie hatte keine Angst zu sprechen! „

Zurück zum Thema des priesterlichen Zölibats, lehnte er die Idee ab, verheiratete Priester zuzulassen, um die Berufungskrise zu lösen, und verwies auf die protestantischen Gemeinschaften als Beispiel. „Die Krise der Berufungen ist eine Krise des Glaubens!“

„Warum sollten Christen im Amazonasgebiet den Kontakt zu Priestern verweigern, die ihr Priestertum und ihre totale Gabe an Gott und an ihn allein leben? Liegt es daran, dass sie arm sind? “, Fragte er und fragte sich, aus dem Buch zitierend, wer in der Lage sein würde zu erklären, warum das gleiche pastorale Bedürfnis nicht in anderen Gebieten der Welt wie den Pazifikinseln oder einem abgelegenen Tal in Italien angewendet werden kann.

Er bekräftigte, dass die Menschen, um effektiv zu evangelisieren, Priester treffen müssen, „die ihr ganzes Leben Christus geschenkt haben“ und sich fragten, ob er heute Priester sein würde, wenn ein verheirateter Mann aus seinem Dorf in Guinea ordiniert worden wäre. „Ich glaube nicht“, sagte er. „Wir brauchen Laien, die, wie Papst Franziskus sagt,‚ Missionare ’sind. Wir brauchen Christen, die die Taufe ernst nehmen. Die Kirche braucht die Radikalität des Evangeliums, um sich nicht an der Lauheit der Welt auszurichten. “

Er schloss das Interview mit der Betonung, wie er und Benedikt auf die „klarste Theologie des Vatikans II., Des Heiligen Paul VI., Des Heiligen Johannes Paul II. Und des Benedikt XVI.“ Zurückgreifen, um zu zeigen, was wahres Priestertum bedeutet, und um zu zeigen, dass „eine Wunde entsteht“ Das Gesetz des Zölibats unter dem Vorwand eines Priestermangels würde „Verwirrung über die Rolle der Getauften und Priester stiften.“

„Ich bin überzeugt, dass wir mehr als je zuvor heilige Priester brauchen“, sagte er und fügte hinzu, dass er Papst Franziskus, Bischöfen, Priestern und Gläubigen dieses Buch „nur in Filialform angeboten“ hat, um sie zu unterstützen und zu ermutigen, anstatt von ihnen „konditioniert“ zu werden die Medienkampagne der Amazonas-Synode, die zu „hastigen, ideologischen und rein menschlichen Lösungen“ führte.

Er erinnerte an die Ermahnung der hl. Katharina von Siena, nicht zu schweigen, und sagte: „Kein Gerede mehr. Lasst uns dieses Buch lesen. Lassen Sie uns in Frieden und Nächstenliebe darüber diskutieren. Lasst uns die Kirche zum Gebet erwecken und sie als Priesterin und treue Christin inmitten einer zunehmend atheistischen Welt mit Heiligkeit erstrahlen lassen, ohne Rücksicht auf die Realität Gottes. “

Kardinal Müller: „Es gibt nur einen Papst, Franziskus“

Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Der frühere Leiter der Römischen Glaubenskongregation, der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat den Sonderstatus Benedikt XVI. als emeritierter Papst bestritten. „Wir haben keine zwei Päpste, es gibt nur einen Papst, Franziskus“, sagte Müller der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ in der Dienstagsausgabe.

Die Anrede als Papst emeritus sei eine Höflichkeitsform. „In Wirklichkeit ist Benedikt XVI. ein emeritierter Bischof“, so der Kardinal. Müller, von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation, widersprach Deutungen, Benedikt XVI. mische sich durch Briefe und Aufsätze in die Amtsführung von Franziskus ein. Alle Bischöfe, auch emeritierte, hätten teil am Lehramt der Kirche und besäßen gemeinsam die Verantwortung für das katholische Glaubensgut, betonte er.

In der italienischen Tageszeitung „Il Giornale“ bezeichnete Kardinal Müller die Gegenüberstellung von Benedikt XVI. und Franziskus als „antikirchliches Spiel“. Es sei „absolut klar“, dass alle Kardinäle, Bischöfe und Katholiken an der Seite von Papst Franziskus stünden, so der frühere Glaubenspräfekt, dessen fünfjähriges Mandat von Franziskus 2017 nicht verlängert worden war und der sich wiederholt kritisch über Positionen des amtierenden Papstes geäußert hatte.

Zur Debatte um verheiratete Priester sagte Müller, innerhalb der katholischen Kirche des lateinischen Ritus seien Ausnahmen aus seiner Sicht nicht möglich, weil eine kirchenferne Öffentlichkeit dies als Abschaffung des Zölibats an sich interpretieren würde.

(kap – mg)

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Overbeck diffamiert Zölibat“ als ‚Relikt aus vergangenen Zeiten‘

20 Dezember 2019, 10:00

Der Bischof von Essen wettert wenige Tage vor Weihnachten gegen den Zölibat

Essen (kath.net)

Für den Essener Bischof Overbeck ist der Zölibat laut einem Bericht vom Deutschlandradio ein „Relikt aus vergangenen Zeiten“. Dies meinte der umstritten Essener Bischof auf einer Podiumsveranstaltung des WDR. Laut Overbeck habe sich die Ehelosigkeit von Priestern in den vergangenen Jahrdhunderten bewährt. Für ihn gebe es jetzt jedoch eine neue Kultur, in der laut Overbeck die Glaubwürdigkeit eines Geistlichen nicht mehr von seiner Lebensform abhänge, sondern von seiner Gesamtpersönlichkeit. Daher möchte der Bischof unter Verweis auf eine vermeintlichen Priestermangel den über Alternativen zur „Zölibatspflicht“ nachdenken und spricht sich dafür aus, dass Priester heiraten dürfen.

Overbeck hat übrigens 1989 von Kardinal Joseph Ratzinger 1989 die Priesterweihe empfangen und wurde später von Benedikt XVI. zum Weihbischof in Münster ernannt. Nach der Wahl von Franziskus hat Overbeck immer mehr seine katholischen Positionen aufgeben, er gilt bei Beobachtern inzwischen als einer der größten Wendehälse in der katholischen Kirche Deutschlands.

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Bischof Oster: Zölibat lässt sich nur aus dem Glauben heraus verstehen

Sollte das Zeugnis verschwinden, dann amputiere sich die Kirche laut Oster um ein großes geistliches Zeugnis

Passau (kath.net), 16. Dezember 2019

Der Zölibat lässt sich nur aus dem Glauben heraus verstehen. Das hat der Passauer Bischof Stefan Oster in einem Interview mit der PNP betont. Der Bischofsmann verwies dazu auf den Spruch „Gott alleine genügt“ von Teresa von Avila. Sollte das Zeugnis verschwinden, dann amputiere sich die Kirche laut Oster um ein großes geistliches Zeugnis. Angesprochen auf das Thema „Kirche und Sexualität“ erklärte der Bischof von Passau, dass das, was die Kirche dazu gesagt habe noch nie wirklich modern gewesen sei. Das Thema sei schon in der Antike eine Riesenprovokation gewesen. „Die Frage des Glaubens, die aber im Grunde kaum gestellt wird, ist eigentlich: Kann die Begegnung mit Gott, kann die persönliche Christusbeziehung jemanden befähigen, auch in diesem Bereich anders zu leben, als man es durchschnittlich in der Welt tut. Das ist die Kernfrage für unsere christliche Sexualmoral.“, betonte Oster. Angesprochen auf den Synodale Weg, erinnerte der Bischof, dass die Kirche kein Parlament sei. Für ihn gehe es dabei vor allem um das Zuhören und Lernen. Oster möchte auch, dass es in Deutschland eine neue kirchliche Gerichtsbarkeit gäbe, die auch Bischöfen übergeordnet sein sollte.

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