Asia Bibis Tochter bittet um Gebet für ihre Mutter

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Die Internetplattform MasLibres.org hat ein Video mit Worten von Eisham Ashiq, der Tochter Asia Bibis, verbreitet. Darin erklärt sie, dass sich ihre Mutter in einem schlechten Gesundheitszustand befinde und darauf hoffe „das Gefängnis verlassen und in Spanien leben zu können.“

Nachdem sich das definitive Urteil zur Freilassung verzögert und es noch kein bestimmtes Datum dafür gibt, berichtet die Tochter Asia Bibis, die seit zwei Monaten bei ihr ist, dass sie „traurig und gesundheitlich angeschlagen“ sei.

Die junge Frau erklärte, ihre Mutter bitte darum, für sie zu beten, damit sie bald aus dem Gefängnis käme und versicherte, das Erste, was sie nach ihrer Freilassung tun werde, sei „Gott für die wiedererlangte Freiheit zu danken.“ „Meine Mutter hat volles Vertrauen auf Gott und darauf, dass er ihr helfen werde, das Gefängnis sehr bald zu verlassen“, so Ashiq.

Die Jugendliche verbrachte im März 2015 einige Tagen in Spanien, als sie am Kongress #WeAreN über verfolgte Christen und Religionsfreiheit teilnahm, der von HazteOír organisiert worden war. „Als ich meine Mutter sah, erzählte ich ihr von diesem Besuch in Spanien und wie wunderbar er gewesen war“ erzählte Ashiq, und deshalb „hofft meine Mutter, in Spanien leben zu können, wenn sie aus dem Gefängnis kommt“ erklärt sie.

Laut Angaben des Sprechers von MasLibres.org, Miguel Vidal, werden Botschaften der Unterstützung an Asia Bibi geschickt, „damit sie weiß, dass wir zuversichtlich auf ihre baldige Befreiung harren und sie mit offenen Armen in Spanien erwarten.“

Am vergangenen 13. Oktober war die definitive Verhandlung zur Freilassung von Asia Bibi vorgesehen. Sie fand jedoch letztendlich nicht statt und wurde aufgrund der „Befangenheit“ eines Richters vertagt, ohne Nennung eines neuen Termins.

Eigene Befangenheit ist die willentliche Enthaltung eines Richters in einer Verhandlung, wenn er der Meinung ist, dass ein Motiv vorliegt, das seine Unparteilichkeit erschwert.

In diesem Fall gab der Richter an, dass er am Prozess gegen Mumtaz Qadri teilgenommen hatte, dem Mörder von Salman Tasser, dem Gouverneur von Punjab, der 2011 getötet worden war, weil er Asia Bibi seine Unterstützung bekundet hatte.

Asia Bibi befindet sich seit mehr als sechs Jahren in Haft, nachdem sie 2009 angeklagt worden war, gegen das Blasphemiegesetz Pakistans verstoßen zu haben, da sie aus einem Brunnen getrunken hatte, der für Muslime reserviert war und angeblich einen Koran verbrannt hatte.

Bibi war unter Druck gesetzt worden, zum Islam zu konvertieren, hatte sich aber immer geweigert. Vor einem Jahr wurde das Todesurteil ausgesetzt, ihre Freilassung hängt aber von einer Verhandlung ab, für die es aktuell noch keinen Termin gibt.

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Quelle

Pakistan: „Boom bei Priester- und Ordensberufungen lässt auf eine rosige Zukunft hoffen“

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Pfarrer Inayat Bernard / Quelle: Fides, CC BY 4.0

15 Diakone bereiten sich in diesem Jahr auf die Weihe vor

Trotz zahlreicher Schwierigkeiten in dem zu 95 Prozent von Muslimen bewohnten Land gibt es in den pakistanischen Gemeinden zahlreiche Priester- und Ordensberufungen. Dies bezeichnet der Rektor des Kleinen Seminars „St. Mary“ in Lahore, Pfarrer Inayat Bernard, „als Segen Gottes“.

Im Kleinen Seminar „St. Mary“ werden 26 junge Seminaristen ausgebildet. Seit Anfang 2015 gab es in Pakistan 23 Priesterweihen und 15 Diakone bereiten sich auf die Weihe im Jahr 2016 vor. Am Institut für Theologie in Karachi studieren 79 Seminaristen und im Großen Seminar „St. Francis Xavier“ in Lahore sind es sogar 96.

„Diese Zahlen lassen auf eine rosige Zukunft für die katholische Kirche in Pakistan hoffen“, so Pfarrer Bernard. „Und daneben gibt es auch noch viele Kandidatinnen bei den Frauenorden: ein Zeichen der Hoffnung, das uns trotz aller Schwierigkeiten Mut macht.“

Zwar werden christliche Gemeinden im komplexen Kontext Pakistans oft diskriminiert oder Opfer von Gewalt, wie zum Beispiel bei dem jüngsten Anschlag an Ostern in Lahore, „doch der Terrorismus trifft unterschiedslos religiöse, zivile und militärische Einrichtungen“, so der katholische Geistliche. Doch die Schwierigkeiten „schränken unsere Freiheit und den Glauben der Menschen nicht ein, sondern sie stärken ihn.“

„Es stimmt, dass das Martyrium, das wir manchmal erfahren, Samen für neue Christen ist und ein Geschenk Gottes, das wir nur aus dem Glauben heraus verstehen können“, so Pfarrer Bernard abschließend. (PA)

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4. MAI 2016  WELTKIRCHE

(Quelle: Fides, 04.05.2016)