Papst Franziskus betet mit Pilgern zum Barmherzigkeitssonntag

Santa-Faustina-Kowalska

Die heilige Faustina Kowalska

Tausende Pilger sind seit Donnerstag in Rom, um mit dem Papst an diesem Sonntag den „Tag der Göttlichen Barmherzigkeit“ (Dies Divinae Misericordia) zu feiern. Gemäß den Organisatoren des Heiligen Jahres – dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung – handelt es sich um einen der vielen Höhepunkte im gesamten Barmherzigkeitsjahr. Bereits in Rom unterwegs sind Vereine, Bewegungen und Ordensgemeinschaften, die besonders der Spiritualität der Göttlichen Barmherzigkeit verbunden sind. Alle Pilger treffen den Papst an diesem Samstagabend um 18 Uhr zur Vigil auf dem Petersplatz und am Sonntag um 10 Uhr zum Pilgergottesdienst.

Zu den Tagen im Zeichen der Barmherzigkeit gehörte am Freitag ab 18 Uhr eine „Nacht der Versöhnung“ in den vier Kirchen Santo Spirito in Sassia, San Salvatore in Lauro, San Giovanni Battista dei Fiorentini und Santa Maria in Vallicella. Dort gab es bis 24 Uhr Gelegenheit zur Eucharistischen Anbetung, zur Beichte und zu individueller Bibelmeditation.

Was ist eigentlich der Barmherzigkeitssonntag?

Papst Johannes Paul II. hatte den Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit im Jahr 2000 für die gesamte Kirche eingeführt. Die heilige polnische Ordensschwester Faustina Kowalska hatte den Auftrag dazu in ihren Visionen von Jesus empfangen. Der Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit wird eine Woche nach Ostern, in Kombination mit dem „Weißen Sonntag“, begangen. Dieses Jahr jährt sich am Vortag des Festes der Todestag von Johannes Paul II. zum elften Mal.

Das Datum ist also eng verbunden mit Papst Johannes Paul II. Der 2. April 2005 ist sein Sterbetag. Es war 21:37 Uhr am Vorabend des Weißen Sonntags, als die Totenglocke für Papst Johannes Paul II. erklang. Dieser erste Sonntag nach Ostern hatte dem Papst immer besonders am Herzen gelegen.

Barmherzigkeit im Sinne der Liebe

Bei der Heiligsprechung Faustinas im Jahr 2000 hat Papst Johannes Paul II. diese Barmherzigkeit so beschrieben:

„Ist denn nicht diese Barmherzigkeit ein anderer Name für die Liebe? Verstanden im Hinblick auf ihre tiefste und zärtlichste Seite. Auf ihre Eigenschaft, sich um jedwede Not zu sorgen. Und insbesondere in ihrer grenzenlosen Fähigkeit zur Vergebung?“

Für ihn lag hier die zentrale Botschaft, des christlichen Glaubens: Gott schenkt uns seine Barmherzigkeit, seine unendliche Liebe. Diese Barmherzigkeit macht den Menschen erst fähig, Gott zu erkennen, auf ihn zuzugehen und selbst barmherzig zu sein gegenüber den Mitmenschen.

Diese Eigenschaft Gottes hervorzuheben war das große Anliegen des polnischen Papstes.

„Daher ist es wichtig, dass wir am zweiten Sonntag in der Osterzeit, der von nun an in der ganzen Kirche den Namen Barmherzigkeitssonntag haben wird, die Botschaft des Gotteswortes zu erfassen.“

(rv/kap/pm 02.04.2016 mg)

DIE BARMHERZIGKEIT GOTTES IST UNAUSSCHÖPFBAR !

Gnadenbild Barmherziger Jesus„Wenn die Sünder Meine Barmher­zigkeit kennen würden, gingen sie nicht in so großer Zahl verloren. Sage den Sündern, daß sie sich nicht fürch­ten sollen, Mir näherzukommen, sprich zu ihnen von Meiner großen Barmherzigkeit. – Der Verlust jeder einzelnen Seele stürzt Mich in Todestrauer. Du tröstest Mich im­mer, wenn du für die Sünder betest. Gebet ist Mir am liebsten, und zwar um die Umkehr der Sünder; wisse, Meine Tochter, daß dieses Gebet im­mer erhört wird.“ (26.11.37)

„Meine Tochter, bist du der Mei­nung, daß du über Meine Barmher­zigkeit genug geschrieben hast? Das, was du aufgeschrieben hast, ist erst ein Tropfen im Vergleich mit dem Ozean. Ich bin lauter Liebe und Barm­herzigkeit. Es gibt kein Elend, das sich mit Meiner Barmherzigkeit mes­sen könnte. Sie kann von der Not nicht ausgeschöpft werden, denn bei jeder Gewährung wird sie noch grö­ßer. Die glücklichste Seele ist jene, die sich Meiner Barmherzigkeit an­vertraut, denn Ich Selbst kümmere Mich um sie.“

„Meine Sekretärin, schreibe, daß Ich Sündern gegenüber freigebiger bin, als Gerechten. Für sie bin Ich auf die Erde herabgekommen… für sie habe Ich Blut vergossen; sie sollen sich nicht fürchten, sich Mir zu nä­hern; sie brauchen Meine Barmher­zigkeit am nötigsten.“ (14.9.37)

„Tochter, Ich benötige ein mit Lie­be erfülltes Opfer, denn nur dieses hat Bestand vor Mir. Groß ist die an Mir begangene Schuld der Welt. Reine Seelen können sie mit Opfer abtra­gen, indem sie im Geiste Barmher­zigkeit tun.“ – „Ich weiß, Meine Toch­ter, daß du sie verstehst und alles, was in deiner Macht ist, tust – aber schreibe das auf für viele Seelen, die sich manchmal grämen, weil sie kei­ne materiellen Güter besitzen, durch die sie Barmherzigkeit ausüben könn­ten. Einen größeren Wert hat die Barmherzigkeit des Geistes, für die man weder eine Erlaubnis haben, noch einen Speicher besitzen muß. Sie ist allen Seelen zugänglich. Wenn die Seele nicht in irgendeiner Weise Barmherzigkeit übt, wird sie am Tage des Gerichts Meine Barmherzigkeit nicht erfahren. Wenn doch die See­len ewige Schätze ansammeln woll­ten, sie würden Meinem Urteil mit Barmherzigkeit zuvorkommen und nicht gerichtet werden.“ (1.10.37)

„Um drei Uhr flehe Meine Barm­herzigkeit an, besonders für die Sünder. Vertiefe dich wenigstens kurz in Mein Leiden, vor allem in Meine Verlassenheit während des Sterbens. Das ist die Stunde der gro­ßen Barmherzigkeit für die Welt. Ich erlaube dir, in Meine Todestrauer einzudringen. In dieser Stunde ver­sage Ich nichts der Seele, die Mich durch Mein Leiden bittet.“ (10.10.37)

„Dein eindeutiger Entschluß, heilig zu werden, ist Mir außerordentlich lieb. Ich segne dein Bemühen und werde dir zu deiner Heiligung Gele­genheit schaffen. Sei aufmerksam, damit dir keine der von Meiner Vor­sehung bereiteten Möglichkeiten zur Heiligung entgeht. Wenn es dir nicht gelingt, die gegebene Gelegenheit zu nutzen, sei nicht beunruhigt, son­dern falle in tiefer Demut vor Mir hin und versenke dich mit großem Ver­trauen ganz in Meine Barmherzig­keit. Auf diese Weise wirst du mehr gewinnen, als du verloren hast; denn einer demütigen Seele gibt man mehr, als sie selbst erbittet…“

„In allen Hostien bin Ich derselbe, aber nicht alle Seelen empfangen Mich mit einem so lebendigen Glau­ben wie du, Meine Tochter, und des­halb kann Ich in ihren Seelen nicht so wirken, wie in der deinen.“ – „Was du wirklich siehst, sehen diese See­len durch den Glauben. Wie lieb ist Mir ihr starker Glaube! Siehst du, auch wenn in Mir vermeintlich keine Spur von Leben ist, in Wirklichkeit ist es in seiner ganzen Fülle in jeder einzelnen Hostie enthalten. Aber damit Ich in der Seele wirken kann, muß sie den Glauben haben. 0 wie lieb ist Mir der lebendige Glaube.“ – „0, wie mir das wehtut, daß die See­len sich so wenig in der heiligen Kom­munion mit Mir verbinden. Ich war­te auf Seelen und sie sind Mir gegen­über gleichgültig. Ich liebe sie so zärt­lich und aufrichtig und sie glauben Mir nicht. Ich will sie mit Gnaden überhäufen – sie wollen sie nicht an­nehmen. Sie gehen mit Mir um, wie mit etwas Totem, aber Ich habe ein Herz voller Liebe und Barmherzig­keit. Damit du ein wenig Meinen Schmerz erkennst, stelle dir die zärt­lichste Mutter vor, die ihre Kinder sehr liebt, doch die Kinder verschmä­hen die Liebe der Mutter. Betrachte ihren Schmerz, niemand vermag sie zu trösten. Das ist ein blasses Bild und Abbild Meiner Liebe.“

„Schreibe, spreche über Meine Barmherzigkeit. Sage den Seelen, wo sie Trost suchen sollen – im Tribunal der Barmherzigkeit, dort gibt es die größten Wunder, die sich ununter­brochen wiederholen. Um dieses Wunder zu erreichen, bedarf es kei­ner weiten Pilgerfahrt, auch nicht äußerer Zeremonien, sondern es ge­nügt, zu Füßen Meines Stellvertre­ters gläubig hinzutreten und vor ihm sein Elend auszusprechen. Dann zeigt sich das Wunder der Barmher­zigkeit in seiner ganzen Fülle. Auch wenn die Seele wie eine verwesende Leiche wäre und eine Belebung, menschlich gesehen, ausgeschlossen und alles schon verloren – so ist es anders bei Gott. Das Wunder der Barmherzigkeit Gottes belebt die Seele vollends. Ihr Armseligen, die ihr das Wunder der Barmherzigkeit Gottes für euch nicht in Anspruch nehmt, ihr werdet vergeblich rufen, weil es dann zu spät sein wird.“ (24.12.37)

„Ich habe Mein Herz als lebendige Quelle der Barmherzigkeit geöffnet; mögen alle Seelen aus ihm Leben schöpfen; mögen alle Seelen dem Meer der Barmherzigkeit mit gro­ßem Vertrauen nahen. Die Sünder werden Rechtfertigung erfahren und die Gerechten Festigung im Guten. Wer sein Vertrauen in Meine Barm­herzigkeit gelegt hat, dessen Seele werde Ich in der Stunde des Todes mit Meinem Frieden erfüllen.“

„Meine Tochter, lasse nicht nach im Künden Meiner Barmherzigkeit. Dadurch bringst du Linderung Mei­nem Herzen, das im Feuer des Er­barmens für die Sünder brennt. Sage Meinen Priestern, daß verhärtete Sünder durch ihre Worte reumütig werden, wenn sie von Meiner uner­gründlichen Barmherzigkeit spre­chen, vom Erbarmen, das Ich für sie im Herzen habe. Jenen Priestern, die Meine Barmherzigkeit künden und rühmen, werde Ich sonderbare Macht geben, ihre Worte salben und die Herzen, zu denen sie sprechen, werde Ich bewegen.“

„Tochter, schreibe diese Worte auf: Alle Seelen, die Meine Barmherzig­keit rühmen, ihre Ehre ausbreiten und andere Seelen ermutern, Meiner Barmherzigkeit zu vertrauen, erfah­ren in ihrer Todesstunde kein Ent­setzen. Meine Barmherzigkeit wird sie in diesem letzten Kampf bechirmen… Meine Tochter, rege die Seelen an, das Rosenkranzgebet zur Barmher­zigkeit zu beten, das Ich dir gegeben habe. Mir gefällt es, ihnen durch die­ses Gebet alles zu schenken, worum sie Mich bitten. Die Seelen ver­stockter Sünder werde Ich mit Frie­den erfüllen, wenn sie dieses Gebet beten werden, und die Stunde ihres Todes wird glücklich sein. Schreibe für die betrübten Seelen: Wenn die Seele die Schwere ihrer Sünden sieht und erkennt, wenn sich vor ihren Augen der ganze Abgrund ihres Elends, in das sie sich gestürzt hat, ausbreitet, soll sie nicht verzweifeln, sondern sich mit Vertrauen in die Arme Meiner Barmherzigkeit wer­fen, wie ein Kind in die Arme seiner liebenden Mutter. Diese Seelen ha­ben ein Vorzugsrecht auf Mein mit­leidiges Herz, sie haben ein Vorrecht auf Meine Barmherzigkeit. Sage ih­nen, daß keine einzige Seele, die Meine Barmherzigkeit anrief, ent­täuscht oder beschämt worden ist. An einer Seele, die Meiner Güte ver­traut, habe Ich besonde­res Wohlgefallen. Schrei­be, wenn dieses Rosen­kranzgebet zur Barmher­zigkeit bei Sterbenden ge­betet wird, werde Ich zwi­schen Meinem Vater und dem Sterbenden nicht als gerechter Richter stehen, sondern als Barmherziger Erlöser.“ (28.1.38)

„Wisse, Meine Tochter, daß zwischen Mir und dir ein unergründlicher Ab­grund ist, der den Schöpfer vom Geschöpf trennt, doch dieser Abgrund wird durch Meine B armherzig­keit ausgeglichen. Ich er­hebe dich zu Mir nicht, weil Ich dich brauche, aber Ich beschenke dich lediglich aus Barmherzig­keit mit der Gnade der Vereinigung.“

„Sage den Seelen, sie sollen in ihrem eigenen Herzen keinen Damm gegen Meine Barmherzig­keit aufstellen, denn sie will in ihnen wirken. Mei­ne Barmherzigkeit wirkt in allen Herzen, die ihre Tür für sie öffnen. Wie der Sünder, so benötigt auch der Gerechte Meine Barmher­zigkeit. Die Bekehrung, wie auch das Ausharren in ihr, ist Gnade Mei­ner Barmherzigkeit.“

„Seelen, die nach Vollkommenheit streben, sollten Meine Barmherzig­keit besonders preisen, denn die Fül­le der Gnaden, die Ich ihnen erteile, fließt aus Meiner Barmherzigkeit. Ich wünsche, daß diese Seelen sich mit unbegrenztem Vertrauen auf Meine Barmherzigkeit auszeichnen. Ich Selbst befasse Mich mit der Heiligung solcher Seelen; Ich lasse ihnen alles zukommen, was sie zu ihrer Heilig­keit benötigen. Aus Meiner Barm­herzigkeit schöpft man Gnaden mit nur einem Gefäß – und das ist das Vertrauen. Je mehr eine Seele ver­traut, um so mehr bekomnmt sie. Seelen, die unbegrenzt vertrauen, sind Mir eine große Freude, denn in solche Seelen gieße Ich alle Meine Gnadenschätze. Es freut Mich, daß sie viel verlangen, denn es ist Mein Wunsch, viel zu geben, und zwar sehr viel. Es betrübt Mich dagegen, wenn die Seelen wenig verlangen und ihr Herz verengen.“

„Im Alten Testament habe Ich zu Meinem Volk Propheten mit Blitz und Donner gesandt. Heute sende ich dich zu der ganzen Menschheit mit Meiner Barmherzigkeit. Ich will die wunde Menschheit nicht strafen, sondern sie gesundmachen, sie an Mein barmherziges Herz drücken. Von Strafen mache Ich Gebrauch, wenn sie mich selbst dazu zwingen; Meine Hand greift nicht gern nach dem Schwert der Gerechtigkeit. Vor dem Tage der Gerechtigkeit sende Ich den Tag der Barmherzigkeit.“

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Zitate aus dem Werk „TAGEBUCH der Schwester Maria Faustyna Kowalska“ aus der Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit. Deutsche Überset­zung von Dzienniczek. (Für die deut­sche Übersetzung verantwortlich: Dr. Stanislaw Swidzinski.) Buch, gebunden, 554 Seiten. mit Abbildungen.

„Das Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska (25.8.­1905 – 5.10.1938), jener pol­nischen Mystikerin, die wie ein neuer Reflektor in der so alten Kirche das göttliche Attribut „Barmherzigkeit“ beleuchtet und der Welt neu vor Augen führt, liegt hier­mit erstmals in deutscher Sprache vor. Es enthüllt uns ausdrucksvoll und überzeu­gend die Unendlichkeit der Barmherzigkeit Gottes. Es lehrt nicht nur vom Barm­herzigsten Erlöser, sondern muntert auch auf, ihn zu verehren. Es weist praktisch auf verschiedene Arten die­ser Verehrung hin und illu­striertzugleich Fakten gött­licher Vermittlung und Er­hörung derer, die ihn in­ständig bitten. Das Tage­buch besitzt zudem die wert­volle Eigenschaft, ein kind­lich-einfaches Verhältnis zu Gott zu lehren und zeigt die Möglichkeit auf, in Verbin­dung mit dem stets Gegen­wärtigen zu leben. Es zeigt das Leben in Gottes Gegen­wart als Gnade, die jeder durch demütiges Vertrauen zu Gotterbitten kann. Nichts ist aktueller in unserer Zeit, in der Elend und Sünde, Krieg und Selbstvergottung, Terrorismus und Ab­treibung u.a. gigantische Ausmaße auf­weisen, als dieser Zeit, dieser Not, die unendliche Barmherzigkeit Gottes ge­genüberzustellen. Es ist – wie Sr. Faustyna selbst am 3.4.1938 auf einem Zettel schreibt – Gottes Wille, daß dies alles zum Trost an die Seelen weiter­gegeben wird. Allen Lesern möge das Tagebuch Sr. Faustynas, wie die Enzyklika „Dives in misericordia“ unter Nr. 2 sagt: …“die väterlich erbarmende Liebe Gottes näher bringen und (damit) zugleich zu einem inständigen Gebet der Kirche um Erbarmen werden.“