Eucharistisches Wunder von Buenos Aires – Erzbischof Bergoglio und die wissenschaftlichen Analysen

(Buenos Aires) Papst Franziskus ließ als Erzbischof von Buenos Aires eine wissenschaftliche Untersuchung über ein mutmaßliches eucharistisches Wunder durchführen, das als Eucharistisches Wunder von Buenos Aires bekannt wurde und sich zwischen 1992 und 1996 zugetragen haben soll. Er selbst suchte jedes Jahr mehrfach die Marienkirche auf, in der die sichtbaren Zeichen des Wunders aufbewahrt werden, um dort eucharistische Anbetung zu halten.

Das Ereignis ist nur wenig bekannt, weil der Pfarrer und seine Gläubigen, wohl nicht ohne Rücksprache mit dem zuständigen Erzbischof, kein mediales Aufsehen wollten. Seit der Wahl Kardinal Bergoglios zum Nachfolger des Apostels Petrus spricht sich die Nachricht dennoch langsam herum. Im deutschen Sprachraum gehört das katholische Internetforum Viaveritas zu den Ersten, die bereits 2009 darüber berichteten.

Die Fakten

Das Ereignis begann 1992 im selben Jahr und Monat, in dem Jorge Mario Bergoglio von Papst Johannes Paul II. aus der argentinischen Provinz zurückgerufen und zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt wird. Alles geschah in der Pfarrkirche Santa Maria im Viertel Almagro y Caballito in der Altstadt von Buenos Aires. Am 1. Mai 1992, einem Freitag, wurden zwei konsekrierte Hostien auf dem Korporale des Tabernakels gefunden. Auf Anweisung des Pfarrers, Pater Alejandro Pezet, wurden sie in einen Wasserbehälter gelegt und im Tabernakel verschlossen, wie es in solchen Fällen üblich ist. Nach mehreren Tagen hatten sich die Hostien aber nicht aufgelöst. Eine Woche später, am Freitag den 8. Mai 1992 waren die beiden Hostien wie mit Blut durchtränkt. Am Sonntag, den 10. Mai 1992 wurden während der Abendmesse auch auf der Patene Bluttropfen entdeckt, auf der die konsekrierte Hostie während der Eucharistiefeier gelegt wird. Das Blut wurde von einem Arzt und mehreren Hämatologen untersucht. Alle stellten zweifelsfrei fest, daß es sich um menschliches Blut handelte.

Am 15. August 1996, dem Hochfest Maria Himmelfahrt, als während der Heiligen Messe die Kommunionspendung beendet war, näherte sich eine Frau Pfarrer Pezet und sagte ihm, sie hätte auf der Rückseite der Kirche eine offensichtlich profanierte Hostie gefunden. Der Priester eilte hinaus, um sie aufzulesen und legte auch diese in ein Wasserglas, damit sie sich auflöst. Statt sich aufzulösen, verwandelte sich die Hostie jedoch in ein blutiges Fleischstück. Von dieser Metamorphose wurde umgehend der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Antonio Kardinal Quarracino (1990-1998) und dessen Weihbischof Jorge Mario Bergoglio informiert. Dieser beauftragte den Pfarrer, von einem Fotografen alles ablichten zu lassen. Die Aufnahmen wurden am 6. September 1996 gemacht und nach Rom geschickt.

Wissenschaftliche Untersuchungen

Als auch nach mehreren Jahren keine Zeichen eines Zerfallsprozesses erkennbar waren, erlaubte der inzwischen zum Erzbischof von Buenos Aires gewordene heutige Papst eine gründliche Untersuchung. Eine Gewebeprobe des Fleischstückes, in das sich 1996 die aufgefundene Hostie im Tabernakel verwandelt hatte, wurde gerichtsmedizinisch untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß es sich mit Sicherheit um den Teil eines Menschenherzens handelt. Wie das pathologische Institut weiter feststellte, mußte es sich um das Herz eines noch lebenden Mannes handeln. Es handelt sich um lebende Zellen. Der beauftragten Gerichtsmedizin war die Herkunft der Gewebeprobe nicht mitgeteilt worden, um das Ergebnis in keine Richtung zu beeinflussen.

Im selben Jahr wurde der bekannte, unter anderem in Deutschland ausgebildete Neuropsychophysiologe Ricardo Castaà±on Gomez aus Bolivien mit der Durchführung einiger weiterer Untersuchungen beauftragt. Diesmal an beiden mutmaßlichen eucharistischen Wundern, jenem von 1992 und jenem von 1996. Am 6. Oktober 1999 entnahm Castaà±on in Anwesenheit von Vertretern des Erzbischofs und eines Notars je eine Blutprobe und schickte sie an das gerichtsmedizinische Institut Forence Analitycal von San Francisco in den USA. Die Entnahme war vom Erzbischof mit Rom abgesprochen worden. Direkter Ansprechpartner war der Kirchenrechtler und heutige Kurienbischof Gianfranco Girotti, der Privatsekretär von Joseph Kardinal Ratzinger, dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation. Am 28. Januar 2000 wurde das Ergebnis bekanntgegeben. Das Institut stellte fest, daß es sich um menschliches Blut handelte und bestätigte damit die bisherigen Untersuchungen. Der DNA-Code sei eindeutig menschlich. Die Proben wurden ebenso an Professor John Walker von der University of Sydney in Australien geschickt. Der unabhängig von den anderen Untersuchungen feststellte, daß die Muskelzellen und Weißen Blutkörperchen von einem Menschen stammen und vollkommen intakt sind. Aus den Untersuchungen ging zudem hervor, daß das Gewebe entzündet war, was bedeutet, daß die Person, zu dem es gehört, ein Trauma erlitten hatte. 2003 teilte Walker Castaà±on mit, daß die Proben mit einem entzündeten männlichen, nach allen Merkmalen noch lebenden Herzen übereinstimmen.

Um die Sache weiter zu vertiefen, wurden daraufhin die Proben dem bekannten Spezialisten für Herzerkrankungen Frederic Zugibe von der Columbia University von New York, einem der renommiertesten Gerichtsmediziner der USA übermittelt. Am 26. März 2005 legte er das Ergebnis seiner Untersuchungen vor. Das analysierte Material stellte er als Fragment des Herzmuskels fest, das aus der linken Herzkammer nahe der Aortenklappe stamme. Die linke Herzkammer pumpt das Blut in alle Körperteile. Der untersuchte Herzmuskel, so Zugibe, befindet sich in einem entzündeten Zustand und enthält eine große Zahl weißer Blutkörperchen. Das weise daraufhin, daß das Herz lebte, als ihm die Probe entnommen wurde, da weiße Blutkörperchen außerhalb eines lebenden Organismus absterben. Mehr noch: die weißen Blutkörperchen sind in das Gewebe eingedrungen, was anzeigt, daß das Herz eine große Streßsituation erlitten hat. Auch Zugibe und sein Wissenschaftsteam waren nicht über die Hintergründe und die Herkunft der Proben aus konsekrierten Hostien informiert.

Zeugen der Untersuchungen waren der Rechtsanwalt Ron Tesoriero und mit Mike Willesee einer der bekanntesten Journalisten Australiens, der sich dann zum katholischen Glauben bekehrte. Als Zugibe später erfuhr, daß die eine Probe einen Monat, die andere sogar drei Jahre in destilliertem Wasser aufbewahrt wurden, war er völlig verblüfft. Noch mehr verblüfft war er, als er von der Herkunft der Proben aus Hostien erfuhr. Das von ihm als Teil eines „lebenden“ männlichen Herzens festgestellte Fragment, stammte aus einem konsekrierten Brotstück. Zugibe war fassungslos: Wie konnte das Fragment eines Stückes Brot ein Teil eines menschlichen Herzens werden? Wie war es möglich, daß diese von ihm untersuchte Probe, die 1996 für alle, die nicht an Wunder glauben, von einem toten Mann entnommen worden sein mußte,  Jahre nach der Entnahme noch immer „lebte“, das heißt, daß die Gewebezellen aktiv waren und sich bewegten? Innerhalb von 15 Minuten zerfallen die weißen Blutkörperchen in einem toten Organismus. Wie war es dann möglich, sie 2005 noch immer zu beobachten? Die Antwort von Zugibe: „Wie und warum die geweihte Hostie mutieren und zu Fleisch und Blut eines lebenden menschlichen Wesens werden kann, bleibt für die Wissenschaft ein unerklärliches Geheimnis, ein Geheimnis, das außerhalb ihrer Kompetenz liegt.“

Vergleich mit Lanciano und dem Grabtuch von Turin

Die Ergebnisse der Analyse des New Yorker Instituts wurden schließlich mit jenen eines anderen eucharistischen Wunders, jenem von Lanciano verglichen, dem ältesten bekannten seiner Art. In Lanciano werden sowohl die Reste einer Bluthostie als auch eines menschlichen Herzens aufbewahrt, in das sich eine konsekrierte Hostie verwandelte. Das Hostienwunder von Lanciano liegt bereits 1300 Jahre zurück und dennoch sind noch immer Hostie und Teil des Herzmuskels zu sehen und in der dortigen Minoritenkirche ausgestellt. Das Wunder ereignete sich in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts, als die Gegend von Lanciano in Süditalien langobardisch war. Aus Byzanz waren wegen des Bildersturms unter Kaiser Leo III. (717-741) zahlreiche Mönche in den Westen geflohen. Einer von ihnen, ein griechischer Basilianermönch zweifelte während er das heilige Meßopfer zelebrierte, an der Realpräsenz Christi. Er bezweifelte, daß Brot und Wein in der Wandlung tatsächlich zum Fleisch und Blut von Jesus Christus werden und bleiben. Während der Wandlung verwandelten sich in seinen Händen und unter seinen Augen Brot und Wein tatsächlich in Fleisch und Blut. Wie auch neueste wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten, handelt es sich bei den seit bald 1300 Jahren verehrten Reliquien um menschliches Blut und menschliches Herzgewebe. Es konnten keine Konservierungsmittel festgestellt werden, die den so langen Erhalt erklären könnten.

Auch beim Vergleich der Untersuchungen von Lanciano und Buenos Aires wurde den Wissenschaftlern weder etwas über die Herkunft der beiden Proben aus Italien und Argentinien mitgeteilt. Der Vergleich ergab, daß die untersuchten Proben in beiden Fällen von derselben Person stammen. Die Blutgruppe ist jeweils AB+, die weltweit bei rund fünf Prozent aller Menschen vorkommt. Die DNA stimmt in beiden Fällen überein. Zudem gebe es Merkmale, daß der Mann aus dem Nahen Osten stamme. Weitere Vergleiche zeigten dieselbe Übereinstimmung mit dem Turiner Grabtuch und dem Schweißtuch von Oviedo.

Vom Vatikan wurde das Eucharistische Wunder von Buenos Aires (noch) nicht anerkannt. Die Kirche läßt sich damit in der Regel ausreichend Zeit und überstürzt nichts. Dennoch scheint sich Argentinien in eine lange Reihe eucharistischer Wunder einzureihen, die im Laufe der Zeit die Kirchengeschichte auf eine ganz eigene Art und Weise durchziehen, indem sie gegen die Zweifel von Priestern, Ordensleuten und Laien die Transsubstantiation ganz real und plastisch in Erinnerung rufen.

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Quelle

Siehe dazu auch:

12 Kommentare zu “Eucharistisches Wunder von Buenos Aires – Erzbischof Bergoglio und die wissenschaftlichen Analysen

  1. Vielen Dank für diesen ausführlichen und sehr interessanten Bericht. Ich bin von der Echtheit aufgrund der wissenschaftlichen Beweisführung (Blutproben usw.) überzeugt. Doch warte ich auf den endgültigen Entscheid der echten röm.-kath. Kirche warten, der dann auch für mich verbindlich ist. Auch bei positivem Entscheid muss es der gläubige Katholik nicht annehmen, wenn er es nicht will. Der verzweifelte und irregeführte Sedisvakantismus, die Agnostiker und Atheisten werden es mit fadenscheinigen und bemühten Gründen von sich weisen müssen um ihre falsche Ausrichtung nicht überdenken zu müssen. Doch noch in 100, 1000 Jahren wird bei positivem Entscheid dieses eucharistische Wunder verehrt und gedacht werden in der echten röm.-kath. Kirche, was ein überaus grosse Gnade und Trost für die künftigen Gläubigen sein wird. Natürlich wird es zur Stärkung der Gläubigen (das sie in der echten röm.-kath. Kirche sind und verbleiben sollen) auch in der Zukunft eucharistische Wunder geben, die wissenschaftlich die gleiche Blutgruppe (AB), Herzmuskel usw. und andere überzeugende Gründe ergeben.

    Die Sedisvakantisten-Sekte wird auch noch in 100, 1000 Jahren behaupten, dass der Papststuhl nicht besetzt ist, was schon entgegen dem Versprechen ist, dass Gott alle Tage bei seiner echten röm.-kath. Kirche bleibt (durch alle Hochs und Tiefs auch theologischer Art, wie von Anbeginn) bis zum letzten Tag.

    Heute bin ich überzeugt, dass die Sedisvakantisten-Sekte (vor der nicht genug gewarnt werden kann) sogar nach einer möglichen Seelenschau und Wunder zu Garabandal ihre irrigen Vorstellungen nicht aufgeben werden und weiterhin mit den unbeirrbaren Agnostikern und Atheisten gegen die echte röm.-kath. Kirche sprechen werden. Selbstverständlich wird es auch solche geben, die dann voller Reue in den Schoss der mütterlichen Kirche, der echten röm.-kath. Kirche zurückkehren werden, die sich dann selber erneuern wird. Doch bis es soweit ist, kann es noch Jahrzehnte dauern oder wenn die Voraussagen von Garabandal nicht eintreffen werden, sogar hunderte, wenn nicht Tausende von Jahren brauchen. Kaum vorstellbar für den Menschen hier auf Erden, doch möglich.

    Doch bis dahin erfreuen wir uns auch an den eucharistischen Wunder nach dem 2. vatikanischen Konzil zur Bestärkung und Freude der Gläubigen der echten röm.-kath. Kirche:

    https://poschenker.wordpress.com/2018/01/12/in-polen-verwandelte-sich-eine-hostie-zu-herzgewebe/#comment-32252
    http://www.kath.net/news/24233
    http://www.kath.net/news/24195
    http://www.therealpresence.org/eucharst/mir/german_pdf/Chirattakonam.pdf
    http://www.miracolieucaristici.org/de/Liste/scheda.html?nat=venezuela&wh=betania&ct=Betania
    https://adorare.ch/hwindien.html

    Liebe Freunde und Gläubige der echten röm.-kath. Kirche widerstehen Sie dem Sedisvakantismus und anderen Versuchungen (z.B. DIE WARNUNG, Anna Mewis usw.) und lassen Sie sich niemals beirren im Gebet und Glauben, auch an die echte röm.-kath. Kirche.

  2. „Gegen die Mitte des 20. Jahrhunderts, wenn die Zeit der Ankunft des Antichrists nahe sein wird, wird die Intelligenz des Menschen durch fleischliche Leidenschaften verdunkelt sein. Das Abweichen von den Geboten Gottes und die Abwertung des Menschen selbst werden die Menschen jener Epoche kennzeichnen….

    Dieser Abfall kommt daher, weil der Zerstörer von Anbeginn Herr über alles sein will wie auch Meister des ganzen Universums. ER WIRD WUNDER VOLLBRINGEN UND UNWAHRSCHEINLICHE ZEICHEN. Er wird auch einfachen Menschen verdorbene „Weisheit“ geben. Satan wird ihr Gewissen mit Großtuerei soweit füllen, dass sie vom richtigen Weg abkommen. Ja, er wird sie soweit bringen, dass sie den Glauben an den Dreifaltigen Gott, ja selbst den Glauben an die Existenz Gottes verlieren… “
    (Aus den Prophezeiungen des heiligen Nilus, † 430)

  3. @Alexius 16. Januar 2018 um 11:21

    Eine solche Zeit mag kommen oder ist schon teilweise vorhanden. Aber ein eucharistisches Wunder steht für exakt das Gegenteil. Nur Agnostiker, Atheisten (die sich gerne auch als Humanisten bezeichnen), Modernisten, Ungläubige und aus opportunistischen Gründen die Sedisvakantisten wollen die respektvollen Zeichen Gottes nicht annehmen. Mit Wichtigtuereien und Verblendung (wie bei Nilus erwähnt) werden sie sogar an der Existenz Gottes (auch in der Eucharistie) zu zweifeln beginnen. Die echte röm.-kath. Kirche ist äusserer Ausdruck der Existenz Gottes.

    Es ist sehr wichtig, dass die Katholiken bei der echten röm.-kath. Kirche bleiben (ungeachtet der theologischen Schwierigkeiten innerhalb der Kirche) und nicht wie die Sedisvakantisten in eine Sekte gehen, wo sie unaufhörlich gegen die echte Kirche reden. Probleme innerhalb der echten röm.-kath. Kirche müssen von den zuständigen Kardinäle mit dem Papst gelöst werden, dass gilt auch für Amoris laetizia usw.

    Nachfolgende Bibelstelle zum Überlegen für eine Zeit in der Zukunft:

    1 Joh 2,18-21:
    Meine Kinder, es ist die letzte Stunde. Ihr habt gehört, daß der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichristen gekommen. Daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.

    Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns; denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, daß sie alle nicht zu uns gehörten.

    Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. Ich schreibe euch nicht, daß ihr die Wahrheit nicht wisst, sondern ich schreibe euch, daß ihr sie wisst und daß keine Lüge von der Wahrheit stammt.

  4. @ Stefan1
    Wenn es Ihnen recht ist, beginne ich unter diesem Artikel einige Fragen zu eucharistischen Wundern zu stellen. Ich schicke voraus, dass es mir um mehr Klarheit geht, nicht darum, etwas zu beweisen oder zu widerlegen.
    Direkt zu oben: In dem Artikel wird hervorgehoben, dass wissenschaftliche Untersuchungen an dem wunderbar erschienenen Fleisch bzw. Blut jedesmal die Blutgruppe AB ergeben haben, welche auch auf dem Grabtuch von Turin festgestellt wurde.
    1. Frage: Wenn schon wissenschaftliche Untersuchungen, warum nicht gleich Gentests, mittels welcher eindeutig feststellbar ist, ob die Proben von derselben Person stammen oder nicht?
    2. Was sagt die Kirche dazu, welchem Zweck eucharistische Wunder dienen?
    3. Gemäß katholischem Glauben verwandeln sich in der hl. Eucharistie die Substanzen von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Die Gestalten von Brot und Wein bestehen nach der Substanzverwandlung (Transsubstantiation) fort. Im eucharistischen Wunder verschwinden jedoch Species (Wein oder Brot oder beide?) und werden durch physisches, organisches, lebendes, blutendes Fleisch ersetzt. Verschwindet mithin nicht auch die Substanz Christi?
    4. Sie sind überzeugt, dass (kirchlich anerkannte) eucharistische Wunder ein Beweis dafür sind, dass die sichtbare römisch-katholische Kirche unter den Päpsten seit dem 2. Vatikanischen Konzil weiterhin die wahre Kirche Jesu Christi ist. Wie bewerten Sie unter diesem Gesichtspunkt eucharistische Wunder bei nichtkatholischen Kirchen, wie den orthodoxen und altorientalischen Kirchen?
    5. Wie bewerten Sie Wunder in nichtchristlichen Religionen? Zum Beispiel ist da an das indische Milchwunder im September 1995 denken.
    Soviel erst einmal.

  5. @Gunther Michel 12. September 2018 um 22:39

    Zitat
    1. Frage: Wenn schon wissenschaftliche Untersuchungen, warum nicht gleich Gentests, mittels welcher eindeutig feststellbar ist, ob die Proben von derselben Person stammen oder nicht?

    Im obigen Bericht werden Gentests (sprich DNA-Test) erwähnt. Demzufolge sind das durchaus wissenschaftliche Methoden, die heute bei eucharistischen Wundern angewendet werden. Siehe dazu zusammenfassend folgendes aus obigen Bericht:

    (…) Der DNA-Code sei eindeutig menschlich. (…) Auch beim Vergleich der Untersuchungen von Lanciano und Buenos Aires wurde (…) Der Vergleich ergab, daß die untersuchten Proben in beiden Fällen von derselben Person stammen. (…) Die DNA stimmt in beiden Fällen überein.

    Zitat
    2. Was sagt die Kirche dazu, welchem Zweck eucharistische Wunder dienen?

    Ob die Kirche sich in direkter Weise zu den eucharistischen Wundern und deren Zweck äußerte, ist mir nicht bekannt. Vielleicht in einzelnen Predigten oder Ansprachen von Geistlichen. Die offizielle Kirche verhält sich immer zurückhaltend. Immerhin hat Papst Urban IV. das eucharistische Wunder in Orvieto verehrt (gem. Vortrag Prof. Egger). Möglicherweise findet sich ja trotzdem etwas. Eucharistische Wunder hat es immer wieder gegeben in der KIRCHE mit Papst. Das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche lehrt uns zur Eucharistie folgendes:

    „Jesus Christus ist in der Eucharistie auf einzigartige und unvergleichliche Weise gegenwärtig: wirklich, tatsächlich und substantiell, mit seinem Leib und seinem Blut, mit seiner Seele und seiner Gottheit. In der Eucharistie ist also der ganze Christus, Gott und Mensch, auf sakramentale Weise gegenwärtig, das heißt unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein“ (Nr. 282).

    Sehr aufschlussreich sind die Ausführungen des Papstes Paul VI. in seinem Mysterium Fidei-Dokument:
    http://w2.vatican.va/content/paul-vi/de/encyclicals/documents/hf_p-vi_enc_03091965_mysterium.html

    Zitat
    3. (…) Im eucharistischen Wunder verschwinden jedoch Species (Wein oder Brot oder beide?) und werden durch physisches, organisches, lebendes, blutendes Fleisch ersetzt. Verschwindet mithin nicht auch die Substanz Christi?

    Wieso soll alles verschwinden? Viele eucharistische Wunder zeigen unversehrt die Hostie mit einem Fleischfasern-Anteil, der zudem unverletzt und ohne Verwesung ist. Wieso soll also die Substanz Christi verschwinden? Im oben erwähnten Dokument Mysterium Fidei wird erwähnt, dass die Substanz nicht verschwindet (außer die äußere Form ist komplett aufgelöst). Ihre Frage kann ich nicht besser beantworten. Vielleicht kann es jemand anders?

    Zitat
    4. Sie sind überzeugt, dass (kirchlich anerkannte) eucharistische Wunder ein Beweis dafür sind, dass die sichtbare römisch-katholische Kirche unter den Päpsten seit dem 2. Vatikanischen Konzil weiterhin die wahre Kirche Jesu Christi ist.

    Ja, aber nicht nur wegen den eucharistischen Wundern, sondern sowieso.

    Zitat (Fortsetzung)
    Wie bewerten Sie unter diesem Gesichtspunkt eucharistische Wunder bei nichtkatholischen Kirchen, wie den orthodoxen und altorientalischen Kirchen?

    Ich konnte nichts Passendes finden. Können Sie Links dazu bringen? Ich hoffe, es sind nicht Mythen-Geschichten? Bis dahin empfehle ich Ihnen den spannenden Vortrag von Prof. DDDr. Peter Egger zum Thema „Eucharistische Wunder“.

    Zitat
    5. Wie bewerten Sie Wunder in nichtchristlichen Religionen? Zum Beispiel ist da an das indische Milchwunder im September 1995 denken.
    Soviel erst einmal.

    Nun, ob das von guten oder schlechten Mächten verursacht wurde, kann ich nicht beurteilen. Sicher ist nur, Gott lässt es zu und er hat seine Gründe. Vielleicht hilft da etwas die Aussagen vom Vorsteher des Londoner Southall-Tempels weiter, wo Tausende das Wunder erlebten, der dazu sagte:

    https://www.diewunderseite.de/milchwunder/
    „Alles was ich weiß, ist, daß unser Heiliges Buch sagt, daß sobald das Böse auf Erden vorherrscht, eine Große Seele herabkommen werde, um die Fesseln des Bösen aufzulösen, damit das Gute wieder herrschen kann. Wir glauben, daß dieses Wunder und jene in den anderen Hindutempeln ein Zeichen für die Ankunft einer Großen Seele, wie Lord Krishna oder Jesus Christus, sein könnte.“

    Er hat da nicht ganz unrecht (außer natürlich nicht mit dem Lord Krishna). Es ist nicht so, dass Gott nicht auch anderen Religionen Fragmente von Weisheit zugesteht. Doch nicht die Fülle der Wahrheit, was eben immer auch wieder sichtbar wird. Warum sollen die Hindus nicht auch ihre Konsequenzen aus dieser Erfahrung machen können und auf dem Weg voranschreiten, am besten Richtung Christus und seiner Lehre.

  6. @ Stefan1:
    Ad 1.) In Anbetracht der Wichtigkeit des Themas sollte die DNA aus den eucharistischen Wundern mit der des Turiner Grabtuchs abgeglichen werden. Wenn Lanciano und Buenos Aires tatsächlich dieselbe DNA aufweisen, wäre das allerdings sensationell. Dann muss es aber Artikel darüber in fachwissenschaftlichen (medizinischen, genetischen…) Zeitschriften geben, damit man es überprüfen und wissenschaftlich diskutieren kann. Wurden solche Artikel veröffentlicht? – Die Unstimmigkeiten bei der Gewebeanalyse des Grabtuchs lassen Zweifel aufkommen, ob der Vatikan an der umfassenden Erforschung dieser Phänomene interessiert ist.
    2.) Zum Sinn und Nutzen eucharistischer Wunder ist vermutlich etwas in den kirchlichen Erklärungen zu den anerkannten Fällen gesagt. — Mir fällt auf, dass z.B. im Lexikon für Theologie und Kirche (mir vorliegend in der 2. Aufl.) eucharistische Wunder gar nicht thematisiert werden. Nicht einmal im Artikel über „Lanciano“ wird etwas erwähnt.
    3.) Hier kommt es auf die genauen Einzelheiten an, was bei den Wundern geschieht. Allgemein kann jedoch gesagt werden: Die reale Gegenwart Christi in der Eucharistie dauert so lange fort, als die Gestalten von Brot und Wein unversehrt vorhanden sind. Würde also bei einem eucharistischen Wunder (a) in oder (b) nach der Konsekration eine der Species (Wein und Brot) sich vollständig in physisches Fleisch oder Blut verwandeln, so würde damit die eucharistische Gegenwart Christi (a) nicht zustande kommen oder (b) sich zurückziehen, weil diese an die sichtbaren Gestalten von Brot und Wein gebunden ist, nicht an physisches Fleisch und Blut.
    4.) Eucharistische Wunder geschehen auch in der orthodoxen Kirche, aber anders als in der römisch-katholischen. Die Tatsache, dass in der russisch-orthodoxen Kirche Vorschriften bestehen (im Sluzhebnik/ Missale, wie sich der Zelebrant zu verhalten hat, wenn ein wunderbares eucharistisches Phänomen auftritt, deutet darauf hin. Er muss dann die Göttliche Liturgie abbrechen und von neuem beginnen und gegebenfalls den Bischof verständigen. – Ein eucharistisches Wunder wird in der Hagiographie des Mönchs Theodoros Sikeotes (6. Jh.) erzählt: http://irenikontheskete.blogspot.com/2010/04/monk-theodore-sikeotes-april-22-and.html . In der Orthodoxie kommt es vor, dass bei der Zerteilung des „Lammes“ die Schlachtung eines Kindes gesehen wird. Der hl. Märtyrer Antonios Ruwah (8./9.) hingegen sah ein weißes Lamm und eine Taube (https://www.ucc.ie/archive/milmart/grkmirac.html ). — Allerdings zielte meine Frage auf Wunder nach der Kirchenspaltung ab. Vielleicht finde ich Links dazu. Allgemein spricht man dort lieber vom Wunder der Eucharistie, als dass man Wert auf eucharistische Wunder legt.
    5.) Das Bemerkenswerte beim hinduistischen Milchwunder war, dass es am selben Tag in verschiedenen Tempeln in aller Welt stattfand. https://youtu.be/xfRoJxv3nbY — Ein Krischna-Gläubiger würde Ihnen entgegenhalten, dass Krischna 3000 Jahre vor Christus erschien und sich als die höchste, absolute Persönlichkeit Gottes erklärte (siehe Bhagavad Gita) und ebenfalls Wunder vollbrachte (nachzulesen im Srimad Bhagavatam).

  7. @Gunther Michel 14. September 2018 um 01:31

    1.)
    Die eucharistischen Wunder werden heutzutage auch mit DNA-Analysen untersucht. Im obigen Bericht wird festgehalten, dass der Vergleich der Blutgruppe bei Lanciano und Buenos Aires identisch AB+ sein soll. Sehr ausführliche DNA-Analysen des Turiner Grabtuches kann man hier nachlesen:
    https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/dna-analyse-des-turiner-grabtuches20151007/

    Im Bericht hier über das Turiner Grabtuch wird von der Blutgruppe AB berichtet.
    https://poschenker.wordpress.com/2015/03/23/das-grabtuch-von-turin-daten-die-fragen-aufwerfen/

    In Höhe der Füße hat man ein rotes Blutkörperchen und einige menschliche Epidermiszellen entdecken können. Das Blut enthält die DNA eines Mannes. Die im Blut festgestellte große Menge Bilirubin zeugt von einem Menschen, der vor dem Tod ein starkes Trauma erlitten hat.

  8. 2.)
    Die KIRCHE mit Papst verhält sich immer zurückhaltend. Solche Fälle werden wissenschaftlich untersucht. Das eucharistische Wunder geschieht in jeder hl. Messe. Der einzige Unterschied ist in der visuellen Wahrnehmung, weil echtes Muskelfleisch (Fasern des Herzmuskels) und Blut sichtbar wird. Demzufolge gilt ohne Unterschied folgendes:

    Realpräsenz
    https://de.wikipedia.org/wiki/Realpräsenz
    Die Realpräsenz bezeichnet in der christlichen Theologie die Lehre, dass Leib und Blut Christi in der Eucharistie wahrhaft gegenwärtig seien.

    Transsubstantiation
    https://de.wikipedia.org/wiki/Transsubstantiation
    Der Begriff Transsubstantiation (lat. für „Wesensverwandlung“) bezeichnet in der römisch-katholischen Theologie die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi in der heiligen Messe.

  9. 3.)
    Ich bin nicht Ihrer Meinung. Für mich gilt, was ich bereits unter 2.) dokumentiert habe. Die Transsubstantion hat stattgefunden und ist beim eucharistischen Wunder zusätzlich noch visuell sichtbar (als Fleisch/Blut). Ihre Frage geht natürlich an einen Theologen (Priester).

    4.)
    Ich habe die von Ihnen verlinkten Berichte gelesen. Die Geschichte um das „eucharistische Wunder“ des Mönches St. Theodore Sikeotes haben mythische Züge. Es bleibt nichts sichtbares übrig, wie es mit den meisten eucharistischen Wundern der KIRCHE mit Papst doch der Fall ist, sieht man von den Fällen der Nahrungslosigkeit aufgrund des Kommunionsempfanges (z.B. hl. Bruder Klaus, Therese Neumann) und noch andere Fälle ab.

    5.)
    Biblisch ist, dass die Zauberer und Weisen in Egypten des Pharaos auch Stäbe in Schlagen verwandeln konnten, doch zuletzt verschlag Arons Stab alle Schlagen.

  10. In Bezug auf Wunder nach 1958 ist es leider immer wieder zu sehen, wie Sedisvakantisten eine Art Querfront mit Atheisten oder antikatholischen Sektierern eingehen, was diese Richtung für mich momentan nicht besonders attraktiv erscheinen lässt, da diese Querfront mich extrem abschreckt, da hier dieselben Argumentationsmuster wie bei antikatholischen Sektierern anzutreffen sind und ich diese unter keinen Umständen kopieren möchte.

  11. @Armin 18. September 2018 um 14:49

    Zunächst mal freue ich mich, dass ich wieder etwas von Ihnen lese. Vielen Dank. Ich dachte schon, dass Sie mit den Sedisvakantisten aus diesem Forum gegangen sind, weil Sie doch immer wieder Interesse in dieser Hinsicht gestellt haben.

    Ihre Aussage unterschreibe ich voll und ganz. Das ist ein großes Problem für den Sedisvakantismus. Es ist für einen Katholiken sehr schwer zu verstehen, warum die Kirche mit Papst in solchen Schwierigkeiten und Abfall steht. Es gibt eigentlich nur 3 Möglichkeiten für einen Katholiken:

    Verbleiben in der Kirche mit Papst und damit mitleiden und mittragen
    Austreten aus der Kirche mit Papst
    Übertreten in eine Sekte (z.B. Sedisvakantismus, Altkatholiken usw.)

    Trotzdem gibt es auch heutzutage noch Eintritt (Konversion) in die Kirche mit Papst, sogar Moslems. Sie wurden von Gott gerufen. Ich kenne sogar ehemalige Protestanten die überzeugte Priester in der Kirche mit Papst wurden.

    Die Abrünnigen der 2. und 3. Gruppe wollen das Leiden der Kirche nicht mehr mittragen und suchen den einfachen und bequemen Weg. Sie glauben, dass sie damit gerechtfertigt sind vor Gott. Sind sie es? Nein, die Visionen von Emmerick sprechen ein deutliche Sprache. Vor allem der hier letzte Abschnitt wird von den Sektierer gerne unterschlagen:

    Anna Katharina Emmerick:
    Umfassend sind die Gesichte, welche Anna Katharina in der Festoktave von Weihnachten 1819 dem Pilger erzählte. „Ich sah“, berichtete sie, „die Peterskirche und eine ungeheure Menge Menschen, welche beschäftigt waren, sie niederzureißen; aber auch andere, welche wieder an ihr herstellten. (…) Die Abbrechenden rissen ganze Stücke hinweg, und es waren besonders viele Sektierer und Abtrünnige dabei.

    (…) Den Papst sah ich betend und von falschen Freunden umgeben, die oft das Gegenteil von dem taten, was er anordnete. (…) Während die Kirche auf der einen Seite so abgebrochen wurde, ward auf der anderen Seite wieder daran gebaut, aber sehr ohne Nachdruck. (…) Schon war der ganze Vorderteil der Kirche herunter, und nur das Allerheiligste stand noch. (…)

    (…) Da erblickte ich aber eine majestätische Frau über den großen Platz vor der Kirche wandeln. Ihren weiten Mantel hatte sie mit beiden Armen gefasst und schwebte leise in die Höhe. Sie stand auf der Kuppel und breitete weit über den ganzen Raum der Kirche ihren Mantel, der wie von Gold strahlte. Die Abbrechenden hatten eben ein wenig Ruhe gegeben. Nun wollten sie wieder heran, konnten aber auf keine Weise sich dem Mantelraum nähern. (…)

    (…)Aber von der anderen Seite entstand eine ungeheure Tätigkeit der Aufbauenden. Es kamen ganz alte, krüppelige, vergessene Männer und viele kräftige, junge Leute, Weiber und Kinder, Geistliche und Weltliche, und der Bau war bald wieder ganz hergestellt. (…)

    (…) Nun sah ich einen neuen Papst mit einer Prozession kommen. Er war jünger und viel strenger als der vorige. Man empfing ihn mit großer Feierlichkeit. Es war, als solle er die Kirche einweihen, aber ich hörte eine Stimme, es brauche keine neue Weihe, das Allerheiligste sei stehen geblieben. (…)

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