Spanien: 115 Opfer des Bürgerkriegs selig gesprochen

Valle de los Caídos bei Madrid: Hier sind über 30.000 Opfer des Bürgerkriegs begraben

115 neue Selige auf einen Streich: Ein Vatikan-Kardinal hat am Samstag 115 Opfer des Spanischen Bürgerkriegs ins Buch der Seligen eingetragen. Dazu war Angelo Amato, der Präfekt der Heiligen-Kongregation, extra nach Almería gereist. Die neuen Seligen sind Priester und Laien, Männer und Frauen – was sie verbindet, ist die Tatsache, dass sie 1936 um ihres Glaubens willen gefoltert und getötet wurden. Und dass sie, Zeugenaussagen zufolge, ihren Mördern vergeben haben.

„In diesen Jahren hat sich in Spanien der Hass gegen die Kirche, ihre Diener und ihre Gläubigen, entfesselt“, sagt uns Kardinal Amato in einem Interview. „Eine große Verfolgung, die Tausende von Menschen das Leben kostete, nur weil sie Katholiken waren. Alle Bistümer Spaniens haben damals ihren Blutzoll entrichtet. Jetzt hat Papst Franziskus die Seligsprechung von 115 Märtyrern aus dem Bistum Almería verfügt. Wir erinnern an sie, um dieses Erbe des Gehorsams zu Gott nicht unbeachtet links liegen zu lassen. Wir erinnern an sie auch, um zu betonen, dass das Christentum die Religion des Lebens ist und jeder Art von Gewalt eine Absage erteilt.“

In Spanien heute an den Bürgerkrieg zu erinnern, ist ganz schön heikel, immer noch. Denn nach dem Tod des Diktators Francisco Franco im November 1975 hat es keine richtige Aufarbeitung der blutigen dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gegeben, um das zarte Pflänzchen der spanischen Demokratie nicht zu gefährden. Bis heute ist das Thema nahezu Tabu; werden Massengräber von Hingerichteten des Bürgerkriegs freigelegt, kochen die Emotionen hoch.

Wer sind die neuen Seligen? Amato nennt einen für alle: Don José Álvarez- Benavides de la Torre, Dekan der Kathedrale von Almería. „Die Zeugen sagen, dass er eine Ausnahme-Persönlichkeit war. Er wurde 1936 festgenommen und zunächst auf einem Schiff festgehalten, auf dem Eisen transportiert wurde. Seine Kleider und die der anderen Verhafteten waren schwarz wie Kohle, es war Sommer, es war unerträglich heiß auf dem Schiff. Trotzdem hat Don José bei seinen Mitgefangenen für ein Klima der inneren Sammlung und des Gebets gesorgt. Er wurde wiederholt grausam gefoltert und aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören, dem hat er sich bis zum Schluß wiedersetzt. Da haben sie ihn erschossen, während er seinen Henkern vergab.“

Das macht man als Vatikan-Kardinal so, dass man erst mal von einem heldenhaften Kleriker erzählt. Aber unter den neuen Seligen sind auch viele Laien, fährt Amato fort. „Da kann ich zum Beispiel Herrn Luis Belda y Soriano de Montoya nennen: 34 Jahre alt, Mitglied der Katholischen Aktion, Rechtsanwalt. Ein frommer Mann, der immer versuchte, den Bedürftigen zu helfen, die sich an ihn wandten. Er ging jeden Tag zur heiligen Messe, besuchte Kranke, hielt Vorträge über das Thema Familie und Erziehung, über den Schutz der Ungeborenen. Dieser Mann hat sich freiwillig den Milizen gestellt, damit seine Familie ungeschoren davonkommen konnte. Der einzige Grund, warum er in Haft kam, bestand in seinem Katholischsein. Seine letzten Worte waren die, die er vor der Erschießung seiner Frau vom Schiff aus zurief: „Ich vergebe allen, die mich beleidigt haben, und allen, die mir Böses tun.“ Man fand seine Leiche im Meer schaukelnd, nahe am Strand.“

Auch Frauen sind unter den neuen Seligen – etwa die 49-jährige Carmen Godoy Calvache. Eine Frau, die ihr Geld oft daransetzte, dass arme Leute ihre Kinder zum Arzt schicken konnten. „Als die Verfolgung losging, verlor sie ihr ganzes Geld: Die Milizen räumten sogar ihre Bankkonten leer und besetzten ihr Haus. Sie wurde verhaftet und misshandelt; die Milizen machten sich einen Spaß daraus, sie hungern und dürsten zu lassen. Man hat sie mit Messerstichen verletzt und beinahe im Meer ertränkt. An Silvester 1936 wurde sie an ihrer Brust verstümmelt und dann lebendig begraben. In der Hafenkneipe besoffen sich derweil ihre Peiniger und rühmten sich all der Folterungen, die sie dem armen Opfer zugefügt hatten.“

Schreckliche Geschichten, die der Vatikan da ans Licht gezogen hat. Das seien nur drei Beispiele, sagt Kardinal Amato. Alle Märtyrer seien „gute Menschen“ und „unschuldig“ gewesen. „Wir stehen hier vor der Würde des Guten auf der einen und der sinnlosen Dummheit des Bösen auf der anderen Seite. Oder wie eine Schriftstellerin (Hanna Arendt, Anm.d.Red.) gesagt hat: der Banalität des Bösen.“

(rv 26.03.2017 sk)

Spanischer Kardinal sieht keine islamische Dominanz in Europa

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Kardinal Blazquez

Ricardo Blazquez, Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz, sieht in Europa nicht eine Vorherrschaft des Islam. „Ich bezweifle das zutiefst“, sagte der Erzbischof von Valladolid der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ in der Sonntagsausgabe. „Wir haben hier eine christliche Kultur“, so der 74-Jährige. Es stelle sich vielmehr die Frage „Warum treten die Christen – im Vergleich zur islamischen Welt – so zurückhaltend auf?“ Er beobachte eine Art Abkühlung und Relativismus in der Gesellschaft, die „uns sehr zerbrechlich“ mache.

(kap 26.02.2017 mg)

Tagesheilige: 6. Dezember: Die selige Luisa María Canizares

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Die selige Luisa María Canizares gehört zu der Gruppe der Opfer des Spanischen Bürgerkrieges, die am 11. März 2001 von Papst Johannes Paul II. zusammen mit 232 weiteren Märtyrern der Zeit zwischen 1936 und 1938 zur Ehre der Altäre erhoben wurde. Der gemeinsame Gedenktag dieser spanischen Blutzeugen, an deren Spitze der Priester José Aparicio Sanz steht, ist der 22. September. Zu ihnen gehören 38 Priester der Erzdiözese Valencia sowie zahlreiche Männern und Frauen aus der Katholischen Aktion derselben Diözese, dazu unzählige Ordensmänner und -frauen aus den verschiedensten Kongregationen, die allesamt Opfer einer grausamen Katholikenverfolgung jener Zeit wurden.

Die am 20. Juli 1896 in Valencia geborene Luisa María Canizares war nach dem Studium der Philosophie und der Literatur als Dozentin an der Universität ihrer Heimatstadt tätig. Als eifrige Katholikin sammelte sie junge Valencianos um sich und gründete mit ihnen innerhalb der Universität einen Kreis der Katholischen Aktion. Darüber hinaus engagierte sie sich auch in ihrer Pfarrei. Luisa Maria verbrachte viel Zeit im Gebet und fühlte sich zum Dienst am Nächsten ebenso wie zur täglichen Messe und Kommunion berufen. Wie so viele andere Katholiken zu Beginn des Bürgerkrieges in Spanien fühlte auch sie sich dazu aufgefordert, die Wahrheit Christi zu verteidigen und dafür sogar ihr eigenes Leben zu opfern: Sie wurde verhaftet und am 6. Dezember 1936 ohne irgendein Urteil – was hätte man ihr auch vorwerfen können? – aus Hass auf die katholische Kirche erschossen. Sie war 40 Jahre alt.

In seiner Ansprache zur Seligsprechung hob Papst Johannes Paul II. das Zeugnis und das Vorbild der spanischen Märtyrer für nachfolgende Generationen hervor: „All diese neuen Seligen und viele weitere unbekannte Märtyrer haben den durch die Verfolgung der Katholiken und den spanischen Bürgerkrieg – jene große Tragödie des zwanzigsten Jahrhunderts – ausgelösten Hass gegen den Glauben und die Kirche mit ihrem Blut bezahlt. In diesen furchtbaren Jahren wurden zahlreiche Priester, Ordensleute und Laien getötet, lediglich weil sie aktive Mitglieder der Kirche waren.

Die heute Seliggesprochenen waren nicht in politische oder ideologische Auseinandersetzungen verwickelt; es lag ihnen fern, sich einzumischen. Viele von euch, die ihr als ihre Angehörigen heute voll Freude an dieser Seligsprechung teilnehmt, wissen, dass sie allein wegen ihrer religiösen Überzeugung gestorben sind. Mit dieser feierlichen Proklamation des Martyriums möchte die Kirche nun diese Männer und Frauen als gottbegnadete Beispiele des Mutes und standhaften Glaubens anerkennen. Für uns sind sie ein Vorbild der Treue gegenüber der von ihnen bezeugten Wahrheit und gleichzeitig eine Ehre für das spanische Volk und die Kirche.“

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Quelle

Kardinal Gerhard Müller: Was dürfen wir von der Familie erwarten?

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Eine Kultur der Hoffnung für die Familie

ausgehend vom Nachsynodalen Apostolischen Schreiben

Amoris Laetitia 

 

Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre hat am vergangenen Mittwoch [4. Mai 2016] im Priesterseminar von Oviedo in Spanien ein Referat gehalten, das man als seinen Kommentar zum Nachsynodalen Schreiben Amoris Laetitia verstehen darf. Wir veröffentlichen den Vortrag im vollständigen Wortlaut.

Einführung

Was dürfen wir von der Familie erwarten? Umfragen bestätigen, dass in unserer Zeit der Wunsch nach Familie groß ist. Dies bedeutet, dass von ihr weiterhin viel erwartet wird. Aber, handelt es sich um eine fundierte Erwartung? Ein großer Wunsch garantiert an sich nicht das erwünschte Glück. Denn wenn wir die Krise der Familie in den Blick nehmen, finden wir, dass viele dieser Wünsche Schiffbruch erleiden. Mit Schmerz denken wir an die Krise so vieler zerrütteter Familien, an den in vielen Ländern besorgniserregenden Geburtenrückgang, an die Kinder, die von ihren Eltern weder angenommen noch erzogen werden… Dies führt uns dazu, die Frage umzukehren: Auf wen kann die Familie ihre Hoffnung setzen? Was für ein Grund hält diesen großen Wunsch aufrecht, der in den Herzen schwingt? Diese Fragen stellen auch eine Herausforderung für die Christen dar: Darf die Familie auf die Kirche hoffen? Und was kann sie von ihr erwarten?

Bei der Vorstellung dieses Teils meines Buches Zur Lage der Hoffnung, bei der Frage nach dem, was wir von der Familie erwarten dürfen, rechne ich nun mit der Hoffnungsbotschaft für die Familie, die Papst Franziskus in seinem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia ausbreitet. Ähnlich wie der Heilige Vater möchte ich nicht mit einer soziologischen Untersuchung, sondern mit einer biblischen Erzählung über die Familie beginnen, damit das Wort Gottes vernommen werden kann.(1)

1.  Kirche und Familie: Die Arche Noah 

Noahs Geschichte ist eine Familienerzählung. Denn in ihm rettet Gott nicht einen Einzelnen. Hier treten Noah, seine Frau, seine Söhne und seine Schwiegertöchter auf. Die Arche selbst ist der Form nach nicht ein Schiff, sondern ein Haus, das Symbol der Familie (Gen 6, 15). Als solches wird sie denn auch in der christlichen Kunst dargestellt.

Andererseits waren zu Noahs Zeiten die Bedrohungen gegen die Familie und die gesamte Gesellschaft allgegenwärtig. Eine alte jüdische Legende beschreibt die Sintflut-Generation als wohlhabend und privilegiert (2): Der Mensch lebte im Überfluss und war nur auf sich selbst angewiesen. Er hatte die Macht, die Natur zu manipulieren. Gott wurde zunehmend vergessen. Die Schwangerschaften waren kurz, und die Kinder waren kräftig und bereits ausgewachsen bei der Geburt. Sie halfen sogar, die Nabelschnur durchzutrennen. Dies ist ein ausdrucksstarkes Bild: Die selbstgenügsamen Menschen gehörten keiner Familie an. Sie brauchten auch nicht von anderen zu lernen, denn sie waren in ihrer Selbstgenügsamkeit eingeschlossen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Sintflut nicht so sehr als göttliche Strafe, denn als logische Folge der Sünde.

In dieser Lage konnte nur die Barmherzigkeit Gottes eine Hoffnung aufkeimen lassen. Gott verwandelte das Leiden der Sintflut in Fruchtbarkeit: Aus den Wassern als Symbol des Mutterschoßes wurde ein neues, vom Bösen geläutertes Volk neu geboren. Gott drückte seine Barmherzigkeit durch eine Familie und deren Wohnung, die Arche, aus. Hier wurde eine wahre Liebe wieder entdeckt und gelebt. Gott segnete Noah in ähnlicher Weise, wie er Adam und Eva seinerzeit gesegnet hatte (Gen 8, 15–17).

Eine erste Lehre aus der biblischen Erzählung ist die Erkenntnis, dass den ursprünglichen Plan Gottes für die Familie neu entdecken bedeutet, die Hoffnung neu zu entdecken. In ihr bietet Gott dem Wunsch nach Fülle, den die Menschen erfahren, eine Grundlage. Gott baut dem Begehren eine Wohnung, eine Arche, in der jeder Mensch seinen Ursprung und sein Ziel erkennt. Daher bewahrt jede Familie die Spuren der göttlichen Hände, der liebenden Vorsehung Gottes, des Geschenks seiner ursprünglichen Liebe auf. In der Familienarche lernen wir wieder Kinder zu sein, von einem anderen zu empfangen, den eigenen Körper als Zeuge der ursprünglichen Gabe Gottes anzunehmen, die Sprache der sexuellen Verschiedenheit in der Öffnung für das Leben zu sprechen (vgl. AL 285).

Das Meer der Sintflut spricht seinerseits von unverbindlichen, der Form beraubten und stets instabilen Beziehungen der Postmoderne, die in vielfältigen unzusammenhängenden Verbindungen immer wieder von vorne beginnen. Wenn er keinen weiteren Bezug hat, endet der Wunsch nach Familie im heutigen Menschen auf sich selbst verkrümmt. Er ist nicht in der Lage, bis zu dem Ziel zu wachsen, das er verspricht. Folgerichtig drückt sich dieser Wunsch dann in den so genannten „Modellen“ oder bunten Ausformungen der Familie aus, in denen das desorientierte Begehren verloren geht. Mitten in der ideologischen Sintflut erscheint die Familienwohnung, die Arche Noah, als der Bereich, in dem das Begehren erweckt, angenommen, geheilt und auf sein Ziel hin bekräftigt wird.

Wir können uns aber fragen: Rettet Gott nicht lediglich einige wenige Privilegierte? Betrachten wir die Familienerzählung Noahs im Zusammenhang mit der biblischen Geschichte, dann stellen wir fest, dass Gott die Rettung Vieler mittels Weniger will. Im Rest der acht Personen befindet sich der Same für eine neue Menschheit. In der Tat: Es handelt sich dabei nicht nur um eine Familie, sondern um ein ganzes Volk, das die Erde wieder bewohnbar machen wird. Die Arche, der Familienbereich, in dem der Mensch seine Berufung und sein Ziel findet, lässt sich nicht auf eine vereinzelte Familie reduzieren. Sie besitzt eine soziale Berufung. Jede Gesellschaft ist dazu berufen, der Bereich und die Kultur zu werden, in der an Gottes ursprüngliche Liebe erinnert wird, wo die Liebe für immer möglich wird. Würde diese gesellschaftliche Arche, die „Kultur der Familie“ verschwinden, so würden sich die Menschen vergeblich bemühen, der Sintflut der unverbindlichen Liebe zu entkommen.

Eine erste Lesung von Amoris Laetitia hilft uns denn auch zu entdecken, dass das Problem der heutigen Familie nicht in den Bemühungen des Einzelnen, in den persönlichen Überzeugungen oder in isolierten Hingaben besteht. Die große Herausforderung besteht darin, das Fehlen eines Bereiches, eines Gewebes an Beziehungen zu überwinden, in denen das Begehren der Menschen wachsen und keimen kann. Daran erinnert die Arche Noah und ihre von Gott gestaltete Struktur, zugleich Wohnung zu sein sowie Schiff, das sich in den Wassern einen Weg bahnt. Die festgebundenen und wasserabweisenden Bretter stellen mit ihren unterschiedlichen Ebenen die Kultur der Familie dar. Diese wird vor allem in der unauflöslichen Liebe zwischen einem Mann und einer Frau bewahrt, die für die Weitergabe und die Erziehung des Lebens offen sind. Später lebt man in einem Volk, das die Familien begleitet und deren Beziehungen stärkt.

Darin sehen wir die große Aufgabe und Herausforderung der Kirche an die Familie. Die christliche Tradition hat in der Arche Noah ein Bild der Kirche gesehen: Sie ist Rest, Sakrament des Heils und Obdach für alle von der Sintflut geretteten Menschen.(3) So wie die Familie der Bereich ist, in dem die Liebe geboren wird und keimt, wo das Begehren Orientierung und Läuterung erfährt, so ist die Kirche dazu berufen, eine Großfamilie, ein großer Bereich, eine große Arche Noah zu werden, wo alle Familien Platz zum Keimen finden. Die Familie muss innerhalb der Kirche leben, wo sie an die große Berufung erinnert wird, die sie empfangen hat, wo die Liebe in Erinnerung gebracht wird, die sie mit Leben füllt und sie hält. Ihrerseits muss die Kirche inmitten einer Welt unverbindlicher Beziehungen eine günstige Wohnung, einen Bereich und eine Kultur schaffen können, in denen die Familie wachsen kann.

Ist diese Herausforderung möglich? Welche neue Hoffnung vermittelt die Kirche der Familie und durch sie der Gesellschaft? Wir können die Antwort in der ursprünglichen Gestaltung der Arche der Kirche entdecken.

2.   Die Architektur der Arche: Die in der Familie gelebte Liebe Christi 

Amoris Laetitia fasst in seinem vierten Kapitel die Hoffnung der Familie durch eine Exegese des 1. Korintherbriefes 13 zusammen. Darin liegt meines Erachtens der Schlüssel für das Verständnis des Apostolischen Schreibens. Danach ist es nur im Licht der wahren und unverfälschten Liebe (AL 67) möglich, „lieben zu lernen“ (AL 208) und dem Begehren eine Wohnung zu bereiten.

Unter der Fülle an praktischen Ratschlägen, die dieser Kommentar anbietet, möchte ich ein Schlüsselelement unterstreichen: Die Kraft zu verzeihen liegt in der Vergebung, die jeder Einzelne in Christus von Gott empfangen hat. Diese christologische Aussage finden wir auch bei Paulus: „Christus [ist] für uns gestorben, als wir noch Sünder waren (Röm 5,8) oder auch: Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?“ (Röm 8,35). Paulus fasst die Liebe nicht als eine Abstraktion oder als ein schönes Ziel auf, das aber weit entfernt oder gar kaum zugänglich ist. Im Gegenteil: Die Liebe hat einen Namen, ein Antlitz und einen bestimmten Tonfall in der Stimme, denn sie ist Jesus von Nazareth selbst, „meine gekreuzigte Liebe“.(4) Wenn das Hohelied der Liebe aus 1. Korinther 13 schlussfolgert, „die Liebe hört niemals auf“, verstehen wir vollkommen, worauf es sich bezieht: Es geht um die Liebe Christi, die ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist (Röm 5,5) ist.

Auf dieser Hoffnung, die nicht zugrunde gehen lässt (Röm 5,5), auf dieser sicheren Säule schlägt Franziskus vor, eine feste Kultur der Familie aufzubauen. Die Arche Noah wurde von den Kirchenvätern auch von Christus aus interpretiert: Indem er sich am Kreuz hingab, um uns zu retten, durchschritt er die Wasser des Todes, um ein neues Volk zu bilden. Das Holz, das die Wasser durchquerte, wurde im Hinblick auf das Kreuz und die Taufe ausgelegt: Die Liebe zum Menschen, die Christus am Kreuz bekundet, berührt uns in der Taufe und in den anderen Sakramenten und vermittelt uns eine neue Fähigkeit, geliebt zu werden sowie zu lieben.

In der Sakramentenordnung der Kirche sah Augustinus die grundlegende Architektur der Arche Noah, die der Leib Christi ist, mit der Taufe als große Türe.(5) Die Kirche kann auf dem Meer fahren, weil der Schiffsrumpf, der Mast und das Segel die Form der Liebe Jesu annehmen, die in den Sakramenten vermittelt wird. So ist sie in der Lage, in der Welt einen neuen Bereich, eine neue Kultur, eine neue Praxis zur Begleitung der Familien zu schaffen.

Von hier aus können wir die große Hoffnung der Familie entdecken. Diese Hoffnung besteht in der großen Gabe, die jede Familie im Sakrament der Ehe empfangen hat, durch die die Eheleute zum wirksamen Zeichen der Liebe Jesu und seiner Kirche werden. Wenn die Familie Hoffnung hat, dann wegen dieser von Gott empfangenen Gabe, die ihrerseits vielfältige Beziehungen hervorbringt. Es ist wohl wahr, dass jeder Ehepartner für sich alleine und auch die beiden Ehepartner zusammen wissen, dass das Hohelied der Liebe sie übersteigt. Aber sie verstehen auch, dass das Sakrament ihre Liebe aufnimmt und verwandelt. Es ist Aufgabe der Kirche, sie daran zu erinnern, ihnen beizubringen, dass sie zusammen sagen können: „Mit Jesus, der in unserer Liebe wirklich gegenwärtig ist, sind wir langmütig, wir sind gütig; mit Jesus, der in unserer Liebe wirklich gegenwärtig ist, spüren wir keinen Neid, wir prahlen nicht und blähen uns nicht auf; mit Jesus, der in unserer Liebe wirklich gegenwärtig ist, handeln wir nicht ungehörig und suchen wir nicht unser Vorteil…“

Dies bedeutet, dass jede christliche Familie in die Arche Jesu aufgenommen wird, dass jede Familie als neuer Bereich, als neue Wohnung die Liebe Jesu und der Kirche empfängt. Es ist richtig, dass die Beziehung zwischen den Ehepartnern wachsen und reifen muss, dass sie fallen und der Vergebung bedürfen werden. Unter diesem Standpunkt wird sie immer unvollendet und unterwegs sein. Andererseits aber gibt die Ehe als Sakrament den Ehepartnern die volle Gegenwart der Liebe Jesu unter ihnen, die Bindung einer so unauflöslichen Liebe bis zum Tod wie die Bindung zwischen Christus und seiner Kirche. Die Familie kann Subjekt des Lebens der Kirche werden, nicht, weil die Ehepartner sehr wirksam, intelligent oder gerecht sind, sondern weil sie die Kraft der Liebe Christi besitzen, die in der Lage ist, in der Welt eine neue Liebe, um sich herum einen Lebensbereich hervorzubringen, damit das Begehren seine Zielrichtung und seine Fülle findet.

Unter diesem Licht besteht der Papst darauf, dass die Eheseelsorge „eine Seelsorge der Bindung“ (AL 211) sein soll. Im Gegensatz zu einer emotionalen Seelsorge, die lediglich Gefühle zu wecken sucht oder sich damit zufrieden gibt, persönliche Erfahrungen in der Begegnung mit Gott zu vermitteln, ist eine Seelsorge der Bindung eine Seelsorge, die für das „Ja für immer“ vorbereitet. Unter diesem Licht wird die Ehevorbereitung vorgenommen: Die Verlobungsstadien zu begleiten, damit die jungen Menschen lernen, sich das „Jawort“ zu geben, damit sie den Plan Gottes für sie annehmen. Wenn die Bindung gehegt wird, geht die Liebe aus sich heraus. Sie überwindet das schwankende Gefühl und wird stark, um die Gesellschaft zu stützen und Kinder aufzunehmen. Es geht wiederum darum, der Familie eine Wohnung zu bereiten, in der die Ehe der Schlüsselstein ist. In der Bindung wird der Individualismus der Ehepartner oder des Paares überwunden und entsteht die Kultur der Familie, ein Bereich, in dem die Liebe aufblühen kann, die Arche Noah, mit der sie in der Sintflut der unverbindlichen Postmoderne zusammen fahren können. Den Ehepartnern versichert die Kirche: In jedem Fall, in jeder Situation, in der ihr euch befindet, werde ich über die Bindung wachen. Ich werde sie sichern und beschützen, damit sie lebendig bleibt, damit ihr immer wieder zu ihr zurückkehren könnt, weil in ihr eure tiefste Berufung liegt.

Von hier aus wird die Eindringlichkeit deutlich, mit der Papst Franziskus von dem spricht, was er „christliches Ideal“ nennt. Einige haben dieses Ideal als etwas Fernes, als ein abstraktes Ziel angesehen, das für nur wenige bestimmt wäre. Das ist aber nicht die Denkart von Franziskus. Der Papst ist kein Platoniker! Ganz im Gegenteil. Für ihn berührt das Christentum das menschliche Fleisch (vgl. Evangelii Gaudium 88, 233). Das wird besonders deutlich, wenn Franziskus davor warnt, sich „ein allzu abstraktes theologisches Ideal der Ehe [vorzustellen], das fast künstlich konstruiert und weit von der konkreten Situation und den tatsächlichen Möglichkeiten der realen Familien entfernt ist“ (AL 36). Hier lehnt der Papst den Gedanken ab, das Ideal sei etwas Abstraktes und Künstliches.

Was meint also der Papst, wenn er das Ideal der Ehe anspricht? In der Kirche ist das Ideal immer inkarniertes Ideal, weil das Wort, der Logos, Fleisch geworden ist und ihr Leben in den Sakramenten begleitet. Diese lebendige und verwandelnde Gegenwart der vollkommenen Liebe Jesu besteht gerade in den Sakramenten. Wie schon gesagt, enthalten sie die Architektur der Arche Noah. Amoris Laetitia spricht tatsächlich mehrfach von der Beziehung zwischen der christlichen Initiation und dem Eheleben (AL 84, 192, 206-207, 279) sowie von der Verbindung zwischen Eucharistie und Ehe (AL 318). Wir könnten schlussfolgern: Jede Familie und die gesamte Kirche rechnen mit dieser Kultur der Liebe Jesu, die in der Sakramentenordnung enthalten ist. Diese bleiben als lebendiges Zeichen Christi, um sein Leben selbst unter den Menschen hervorzubringen. Aus ihnen besteht die Architektur der Arche, einer Arche, deren Maße von Gott vorgegeben wurden.

Unsere von diffusen Wünschen geprägte Zeit braucht – wie ich vorhin sagte – eine Wohnung der Liebe, eine Kultur der Liebe. Die Kirche fördert diese Kultur der Liebe gerade in ihren Sakramenten, die sie begründen. Sie kann den Menschen, auch den Fernsten, Hoffnung anbieten, solange sie dieser Wohnung treu bleibt, die sie von Christus empfangen hat, solange sie diese allgemeine Kultur der Liebe Christi fördert, die in den sakramentalen Zeichen bekannt wird. Diese sind die Architektur des Schiffes, das uns an den sicheren Hafen bringt.

Das Bild der Arche Noah, der Kirche, die auf dem Meer fährt und die Hoffnung in die Welt trägt, ist mit der Zahl Acht verbunden. Sie symbolisiert seit jeher den achten Tag, den Tag der Auferstehung Christi, den Beginn der künftigen Welt. Auf diese Art und Weise wurde darauf hingewiesen, dass die Kirche nicht nur zu einer fernen Vollendung schreitet, sondern dass die Fülle der Liebe bereits in ihr begonnen hat. Ja, es ist möglich, die Liebe zu leben, von der Paulus in seinem Hohelied der Liebe spricht. Dazu brauchen wir nicht bis zum Ende der Zeit zu warten. Es ist möglich, bereits jetzt diese Liebe zu leben, weil die Kirche in ihren Sakramenten die Wohnung als ursprüngliche Gabe Christi lebendig und wirksam erhält. Eine Wohnung, die unsere armseligen Kräfte annimmt, stützt und stärkt.

3.   Die Fernsten in die Arche aufnehmen: begleiten, unterscheiden, eingliedern

Auf dem Hintergrund des breiten Horizonts einer Kultur der Liebe kann eine Frage beleuchtet werden, auf die der Papst in Amoris Laetitia eingeht: Wie kann den Menschen Hoffnung vermittelt werden, die (von der Kirche) entfernt leben, insbesondere denjenigen, die das Drama und die Wunde einer zweiten Zivilehe nach einer Ehescheidung erlebt haben? Es handelt sich sozusagen um diejenigen, die in der Sintflut der Postmoderne Schiffbruch erlitten und das Eheversprechen vergessen haben, mit dem sie in Christus eine Liebe für immer besiegelt hatten. Können sie in die auf der Liebe Christi aufgebaute Arche Noah zurückkehren und den Wassern entkommen? Der Papst weist den Weg für diese Aufgabe der Kirche mit drei Worten: Begleiten, unterscheiden, eingliedern (AL 291-292). Aus ihnen heraus kann das 8. Kapitel von Amoris Laetitia gelesen werden.

3.1 Begleiten: Die Arche, die sich über Wasser hält und auf dem Meer fährt

Zunächst einmal geht es darum zu begleiten. Diese Getauften sind von der Kirche nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil: Die Kirche als neue Arche Noah nimmt sie auf, auch wenn ihr Leben nicht den Worten Jesu entspricht. Augustinus beschreibt diese Aufnahmefähigkeit durch ein Merkmal der Arche Noah als Sinnbild für die Kirche. Zunächst einmal: In die Arche gingen nicht nur die nach dem Gesetz reinen Tiere hinein. Für Augustinus bedeutete dies, dass die Kirche sowohl Gerechte als auch Sünder beherbergt. Sie selbst besteht aus Menschen, die fallen und wieder aufstehen, die zu Beginn einer jeden Messe sagen müssen: „Ich bekenne“. Deshalb kehrt sich die katholische Kirche von der Auffassung des Donatismus ab, der für eine „Kirche der Reinen“ eintrat, in der für Sünder kein Platz sein sollte. Erst am Ende der Zeiten wird Gott Weizen und Unkraut voneinander trennen, auch das Unkraut, das in jedem Gläubigen keimt.

Allerdings kamen – so Augustinus weiter – sowohl die reinen als auch die unreinen Tiere durch ein und dieselbe Tür. Sie wohnten unter demselben Dach.(6) Hier bezieht sich der Bischof von Hippo sowohl auf die Sakramente mit der Taufe als Tür als auch auf die Lebensänderung, die von demjenigen verlangt wird, der sie empfangen möchte. Er muss die Sünde aufgeben. Durch die Harmonie zwischen den Sakramenten und dem sichtbaren Leben der Christen gibt die Kirche nach Augustinus der Welt Zeugnis nicht nur davon, wie Christus gelebt hat, sondern auch davon, wie die Glieder des Leibes Jesu zu leben berufen sind.(7) Deshalb stellt die Übereinstimmung zwischen den Sakramenten und der Lebensführung der Christen sicher, dass die Kultur der Sakramente bewohnbar bleibt, in der die Kirche lebt, und die sie der Welt vorschlägt. Nur so kann sie die Sünder aufnehmen, sie sofort empfangen und auf einen bestimmten Weg einladen, damit sie die Sünde überwinden. Was aber die Kirche niemals verlieren kann, denn dann würde sie die ursprüngliche Gabe verlieren, die sie aufrechterhält, ist die Ordnung der Sakramente. Sie würden nicht mehr die Liebe Jesu sichtbar machen, noch die Art und Weise, in der diese Liebe das christliche Leben verändert. Gerade durch die Annahme der Sakramentenordnung umgeht die Kirche die zwei Wege, eine „Kirche der Reinen“ zu werden: durch den Ausschluss der Sünder und durch den Ausschluss der Sünde.

Der erste Schlüssel für den Weg der Begleitung ist deshalb die Harmonie zwischen Sakramentsfeier und christlichem Leben. Darin liegt der Grund für die Disziplin in Bezug auf die Eucharistie, die von der Kirche seit jeher beibehalten wurde. Dank ihrer kann die Kirche eine Gemeinschaft sein, die den Sünder begleitet und aufnimmt, ohne dass sie deswegen die Sünde gutheißen würde. So bietet sie die Grundlage für einen möglichen Weg der Unterscheidung und der Eingliederung. Der heilige Johannes Paul II. hat diese Disziplin in Familiaris Consortio 84 und Reconciliatio et Poenitentia 34 bestätigt. Die Kongregation für die Glaubenslehre hat sie in ihrem Schreiben von 1994 bekräftigt; Benedikt XVI. hat sie in Sacramentum Caritatis 29 vertieft. Es handelt sich um eine konsolidierte Lehre des Lehramtes, die sich auf die Schrift stützt, und die auf der kirchlichen Lehre basiert: der für das Heil notwendigen Harmonie der Sakramente, dem Herzen der „Kultur der Bindung“, die von der Kirche gelebt wird.

Es wurde verschiedentlich behauptet, Amoris Laetitia habe diese Disziplin aufgehoben. Denn sie würde wenigstens in bestimmten Fällen den Empfang der Eucharistie durch wiederverheiratete Geschiedene erlauben, ohne dass diese ihre Lebensführung gemäß FC 84 ändern würden (indem sie die neue Verbindung aufgeben oder in ihr als Bruder und Schwester leben). Darauf ist folgendes zu antworten: Hätte Amoris Laetitia eine so verwurzelte und so gewichtige Disziplin aufkündigen wollen, hätte sich das Schreiben deutlich ausgedrückt und die Gründe dafür angegeben. Es gibt jedoch darin keine Aussage in diesem Sinne. Der Papst stellt in keinem Augenblick die Argumente seiner Vorgänger in Frage. Diese basieren nicht auf der subjektiven Schuld dieser unserer Brüder und Schwestern, sondern auf der sichtbaren, objektiven Lebensführung, die den Worten Christi entgegengesetzt ist.

Aber, so wenden einige ein, befindet sich diese Änderung nicht in einer Fußnote (Nr. 351)? Denn darin heißt es, dass die Kirche denjenigen, die in einer objektiven Situation der Sünde leben, die Hilfe der Sakramente anbieten könnte. Ohne näher darauf einzugehen(8), reicht es aus, darauf hinzuweisen, dass sich diese Fußnote auf objektive Situationen der Sünde im Allgemeinen bezieht, nicht auf den speziellen Fall der zivil wiederverheirateten Geschiedenen. Denn die Situation der Letztgenannten hat eigentümliche Züge, die sie von anderen Situationen unterscheidet. Diese Geschiedenen leben im Gegensatz zum Ehesakrament und deshalb zur Sakramentenordnung, die ihre Mitte in der Eucharistie hat. Dies ist denn auch der Grund, der vom vorangegangenen Lehramt angegeben wird, um die Disziplin in Bezug auf die Eucharistie aus FC 84 zu rechtfertigen. Dieses Argument taucht weder in der Anmerkung noch in ihrem Kontext auf. Was die Fußnote 351 besagt, betrifft folglich nicht die frühere Disziplin. Die Norm von FC 84 und SC 29 und deren Anwendung in allen Fällen bleiben weiterhin gültig.(9)

Der Grundsatz ist, dass niemand ein Sakrament – die Eucharistie – wirklich empfangen wollen kann, ohne gleichzeitig den Willen zu haben, den anderen Sakramenten, darunter dem Ehesakrament, gemäß zu leben. Wer auf eine dem Eheband entgegengesetzte Art und Weise lebt, widersetzt sich dem sichtbaren Zeichen des Ehesakraments. Was seine Existenz im Leib betrifft, macht er sich zum „Gegenzeichen“ der Unauflöslichkeit, auch wenn ihn subjektiv keine Schuld trifft. Gerade deshalb, weil sich sein Leben im Leib dem Zeichen entgegenstellt, kann er nicht am höchsten eucharistischen Zeichen teilhaben, in dem sich die menschgewordene Liebe Jesu manifestiert, indem er die Kommunion empfängt. Würde ihn die Kirche zur Kommunion zulassen, so würde sie das begehen, was Thomas von Aquin „Falschheit in den sakramentalen Zeichen“ nennt.(10) Dies ist keine überzogene Schlussfolgerung der Lehre, sondern die Grundlage selbst der sakramentalen Verfassung der Kirche, die wir mit der Architektur der Arche Noah verglichen haben.

Die Kirche kann diese Architektur nicht verändern, weil sie von Jesus selbst stammt, weil die Kirche hier entstand und sich hierauf stützt, um auf den Wassern der Sintflut zu fahren. Die Disziplin in diesem bestimmten Punkt zu ändern, einen Widerspruch zwischen Eucharistie und Ehesakrament zuzulassen, würde notwendigerweise bedeuten, das Glaubensbekenntnis der Kirche zu ändern. Denn sie lehrt und übt die Harmonie zwischen allen Sakramenten, die sie von Jesus empfangen hat. Über den Glauben an die unauflösliche Ehe – nicht als fernstehendes Ideal, sondern als konkrete Handlungsweise – ist Märtyrerblut vergossen worden.

Es könnte noch jemand nachfragen: Bleibt Franziskus in Sachen Barmherzigkeit nicht hinter seinem Anspruch, indem er diesen Schritt nicht tut? Ist es nicht unzumutbar, von diesen Menschen zu verlangen, dass sie ein Leben gemäß den Lehren Jesu führen? Es ist eher umgekehrt. Um im Bild der Arche weiter zu bleiben: Franziskus hat alle Fenster geöffnet, weil ihm die Sintflut bewusst ist, in der die gegenwärtige Welt lebt. Er hat alle eingeladen, aus diesen Fenstern Seile herunterzulassen, damit der Schiffbrüchige ins Boot gelangen kann. Jemand zur Kommunion zuzulassen, der in einer dem Ehesakrament entgegengesetzten, sichtbaren Art und Weise lebt, selbst wenn es sich um vereinzelte Fälle handelte, würde keineswegs bedeuten, ein weiteres Fenster zu öffnen. Es wäre vielmehr, als würde man ein Loch in den Schiffsgrund bohren und dadurch erlauben, dass Meereswasser ins Schiff gelangt. Auf diese Art und Weise würde die Schiffsfahrt aller gefährdet, der Dienst der Kirche an der Gesellschaft in Frage gestellt. Statt ein Weg zur Eingliederung wäre es ein Weg zur Vernichtung der kirchlichen Arche, ein Leck. Wenn die Disziplin respektiert wird, werden der Fähigkeit der Kirche, Familien zu retten, keine Grenzen gesetzt. Es wird vielmehr die Stabilität des Schiffs sowie die Fähigkeit sichergestellt, uns an den sicheren Hafen zu bringen. Die Architektur der Arche ist notwendig, gerade damit die Kirche nicht zulässt, dass jemand in einer den Worten ewigen Lebens Jesu entgegengesetzten Situation verharrt, damit also die Kirche „niemanden auf ewig verurteilt“ (vgl. AL 296–297). Dadurch, dass die Struktur der Arche bewahrt wird, wird sozusagen unser gemeinsames Haus, die Kirche, bewahrt. Sie ist auf der Liebe Jesu aufgebaut. Dadurch wird die Familienkultur oder -atmosphäre bewahrt, die für ihre gesamte Familienseelsorge und für ihren Dienst an der Gesellschaft nötig ist. Auf diese Weise kehren wir zu dem zurück, was wir als Mittelpunkt der Hoffnung der Kirche für die Familie angesehen haben: die Notwendigkeit, eine Kultur der Familie zu schaffen, dem Begehren und der Liebe ein Haus anzubieten. Es soll eine „Kultur der Bindung“ gefördert werden, parallel zur „Seelsorge der Bindung“, von der der Papst spricht. In der postmodernen Gesellschaft schafft nur die Kirche diese Kultur. Daran wird ersichtlich, dass diese Disziplin der Kirche einen unermesslichen seelsorglichen Wert besitzt.

Wir haben in den letzten Jahren häufig über die Möglichkeit diskutiert, die zivil wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion zuzulassen. Zu Beginn von Amoris Laetitia spricht der Papst mögliche überzogene Positionen an. Es wurden viele und sehr verschiedenartige Argumente vorgetragen. Dabei lief man Gefahr, vor lauter Bäumen der Kasuistik den Wald nicht mehr zu sehen. Versuchen wir also, etwas Abstand zu gewinnen und die Frage mit Perspektive zu betrachten, und dabei die Detailfragen beiseitezuschieben. Wenn die Kirche wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulässt, ohne von ihnen eine Änderung des Lebenswandels zu verlangen, indem sie zulässt, dass sie in ihrer Situation verharren, müsste man nicht einfach sagen, dass sie in einigen Fällen die Ehescheidung akzeptiert hat?

Gewiss, auf dem Papier hätte sie sie nicht akzeptiert. Sie würde weiterhin die Ehe als Ideal ansehen. Aber, sieht sie nicht auch die Gesellschaft als Ideal? Worin würde sich dann die Kirche unterscheiden? Könnte sie weiterhin von sich behaupten, dem deutlichen Wort Jesu treu zu bleiben, das damals als hart empfunden wurde? Stellte sich dieses Wort nicht der Kultur und der Praxis seiner Zeit entgegen, die eine Ehescheidung von Fall zu Fall zuließ, um sich der menschlichen Schwäche anzupassen? In der Praxis bliebe die Unauflöslichkeit der Ehe lediglich ein schöner Grundsatz, weil sie nicht mehr in der Eucharistie bekannt würde, dem wahren Ort, an dem die christlichen Wahrheiten bekannt werden, die das Leben betreffen und das öffentliche Zeugnis der Kirche formen.

Wir müssen uns fragen: Haben wir dieses Problem nicht allzu sehr unter dem Gesichtspunkt der Einzelnen betrachtet? Wir alle können den Wunsch dieser unserer Brüder und Schwestern verstehen, zur Kommunion zugelassen zu werden. Wir können die Schwierigkeiten verstehen, ihre neue Verbindung aufzugeben oder in ihr auf eine andere Art und Weise zu leben. Unter dem Standpunkt der einzelnen Geschichten könnten wir denken: Wäre es für uns so schwer, sie zur Kommunion zuzulassen? Meines Erachtens haben wir vergessen, von einer höheren Warte aus auf die Dinge zu schauen, von der Kirche als Communio, von ihrem Gemeinwohl. Einerseits hat die Ehe einen wesentlich gesellschaftlichen Charakter. Wenn in einigen Fällen das Eheverständnis verändert wird, muss es in allen anderen auch verändert werden. Wenn es Fälle gäbe, in denen es nichts ausmacht, gegen das Eheband zu verstoßen, sollten wir dann den jungen Menschen, die heiraten wollen, nicht sagen, dass diese Ausnahmen auch für sie gelten? Werden dies nicht sofort diejenigen Eheleute wahrnehmen, die zwar kämpfen, um zusammenzubleiben, die aber auch die Last des Weges und die Versuchung zur Aufgabe erfahren? Andererseits hat auch die Eucharistie eine gesellschaftliche Struktur (vgl. AL 185–186). Es kommt nicht nur auf meine subjektiven Bedingungen an, sondern auch darauf, in welche Beziehung ich zu den anderen Mitgliedern des Leibes der Kirche trete, weil die Kirche aus der Eucharistie entsteht. Die Ehe und die Eucharistie als etwas Individuelles aufzufassen, ohne das Gemeinwohl der Kirche zu berücksichtigen, löst letztendlich die Kultur der Familie auf. Als würde Noah beim Anblick der vielen Schiffbrüchigen um die Arche herum den Schiffsgrund und die Wände der Arche auseinandernehmen, um die Holzplatten zu verteilen. Die Kirche würde ihr Wesen als Gemeinschaft verwirken, das auf der Ontologie der Sakramente gründet. Sie würde zu einer Ansammlung von Individuen werden, die ziellos umherschwimmen, dem Spiel der Wellen ausgesetzt.

Die zivil wiederverheirateten Geschiedenen, die auf den Eucharistieempfang verzichten und versuchen, ihr Begehren im Einklang mit ihr zu erneuern, beschützen das Haus der Kirche, unser gemeinsames Haus.

Auch für sie selbst ist es vom Nutzen, die Wände der Arche unversehrt zu erhalten, des Hauses, in dem das Zeichen der Liebe Jesu enthalten ist. So kann die Kirche sie daran erinnern: „Bleib nicht stehen. Auch Dir ist es möglich, Du bist nicht von der Rückkehr zum sakramentalen Bund ausgeschlossen, den Du eingegangen bist, auch wenn dies Zeit erfordert. Mit der Kraft Gottes kannst Du in Treue zu ihm leben.“ Wenn jemand sagt, dies sei nicht möglich, können wir an die Worte von Amoris Laetitia denken: „Sicher ist es möglich, denn es ist das, was das Evangelium verlangt“ (AL 102). Niemand ist also vom Weg zum  großen Leben Jesu ausgeschlossen. Der Wunsch, die Kommunion zu empfangen, kann mit Hilfe des Hirten (und hier öffnet sich der Weg der Unterscheidung) zu einer Erneuerung des Begehrens führen, damit wir nach den Worten des Herrn leben wollen.

Im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben warnt uns der Papst letztlich vor zwei Irrwegen. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die verurteilen wollen. Sie geben sich mit einer starren Haltung zufrieden, die keine neuen Wege erschließt, damit diese Menschen ihr Herz erneuern können. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die darin die Lösung sehen, in den verschiedenen Fällen Ausnahmen zu finden. Sie verzichten darauf, das Herz der Menschen zu erneuern. Müsste man nicht darüber hinausgehen und einen anderen Standpunkt einnehmen? Dieser Standpunkt ist die kirchliche Communio, das Gemeinwohl der Kirche, der Standpunkt, der in die Mitte als Kultur der Familie das Leben Christi selbst stellt, das uns in den Sakramenten mit Leben füllt. Wenn wir den Bau der Arche Noah beschädigen, wie können wir sicher sein, dass sie nicht untergehen wird? Wie können wir sicher sein, dass die christliche Hoffnung für alle Familien nicht Schiffbruch erleiden wird?

3.2 Unterscheiden und eingliedern

In Bezug auf die Kultur der Familie, die sich auf die Struktur der Arche stützt, können wir uns fragen: Welche neue Wege lädt uns Amoris Laetitia ein zu eröffnen? Der Papst geht auf sie ein und ermuntert uns zu unterscheiden und einzugliedern.

Wir fragen zunächst nach der Unterscheidung. Einige haben gemeint, wenn der Papst eine größere Berücksichtigung der mildernden Umstände fordert, würde er fordern, dass die Unterscheidung auf ihnen basiert. Als bestünde sie darin, herauszufinden, ob jemand subjektiv schuldig ist oder nicht. Diese Unterscheidung wäre letzten Endes unmöglich, weil nur Gott in die Herzen schaut. Außerdem ist die Sakramentenordnung eine Ordnung von sichtbaren Zeichen, nicht von inneren Haltungen oder subjektiver Schuld. Eine Privatisierung der Sakramentenordnung wäre gewiss nicht katholisch. Es geht nicht darum, eine bloß innere Haltung zu unterscheiden, sondern – so der heilige Paulus – „den Leib zu unterscheiden“ (vgl. AL 185–186), die konkreten sichtbaren Beziehungen, in denen wir leben.

Dies bedeutet, dass die Kirche uns bei dieser Unterscheidung nicht alleine lässt. Der Text von Amoris Laetitia gibt uns die Schlüsselkriterien an die Hand, um sie in die Tat umzusetzen. Das erste Kriterium besteht im Ziel, das beim Unterscheiden angestrebt wird. Es ist das Ziel, das die Kirche für jeden in jedem Fall und in jeder Situation verkündet. Sie soll nicht aus menschlichen Rücksichtnahmen noch vor Angst schweigen, mit der Denkart der Welt in Konflikt zu geraten. Daran erinnert der Papst (AL 307). Es besteht darin, zur Treue zum Ehebund zurückzukehren und erneut in die Wohnung oder Arche hineinzugehen, die die Barmherzigkeit Gottes der Liebe und dem Begehren des Menschen angeboten hat. Der ganze Prozess zielt darauf, Schritt für Schritt, mit Geduld und Barmherzigkeit, die Wunde anzuerkennen und zu heilen, unter der diese Brüder und Schwestern leiden. Sie ist nicht das Scheitern der früheren Ehe, sondern die neue Partnerschaft.

Die Unterscheidung ist deshalb notwendig, nicht um das Ziel, sondern um den Weg auszuwählen. Wenn uns klar wird, wohin wir den anderen bringen wollen (in das Leben in Fülle, das Jesus verspricht) werden die Wege unterschieden, damit jeder je nach dem Einzelfall dorthin gelangen kann. Hier kommt als zweites Kriterium die Logik der kleinen Wachstumsschritte ins Spiel, von der der Papst spricht (AL 305). Von entscheidender Bedeutung ist es, dass die Geschiedenen darauf verzichten, sich in ihrer Lage einzurichten, dass sie keinen Frieden schließen mit der neuen Partnerschaft, in der sie leben, dass sie bereit sind, sie mit dem Licht der Worte Jesu zu beleuchten. Alles, was darauf abzielt, diese Lebensführung zu beenden, ist ein kleiner Wachstumsschritt, der zu fördern und zu ermuntern gilt.

Wer Jesus in der Eucharistie zu essen hofft, wird auch – um ein biblisches Bild zu verwenden – seine Worte essen wollen, sie in sein Leben integrieren. Oder besser: Nach Augustinus wird er ihnen gleichgeformt werden.(11) Denn es ist nicht Jesus, der sich unserem Wunsch anpassen soll, sondern umgekehrt: Unser Begehren ist darauf berufen, mit Jesus eins zu werden, um in ihm seine volle Verwirklichung zu finden.

Von hier aus können wir zum dritten Wort überleiten: „eingliedern“, und die neuen Wege untersuchen, die Amoris Laetitia für die wiederverheirateten Geschiedenen eröffnet. Im Gefolge der Synode bittet uns der Papst darum, in jeder Diözese entsprechend der Lehre der Kirche und den Richtlinien des Bischofs einen Prozess zu entwickeln (AL 300). Dies soll möglichst mit Hilfe eines Teams aus qualifizierten und erfahrenen Hirten geschehen.

Von entscheidender Bedeutung ist es, dass in diesem Prozess das Wort Gottes, insbesondere in Bezug auf die Ehe verkündet wird (AL 297). So werden diese Getauften nach und nach Licht bringen in die zweite Verbindung, die sie eingegangen sind und in der sie leben. Hier soll auch die Möglichkeit erwogen werden, gemäß den neuen, vom Papst erlassenen Normen die eventuelle Nichtigkeit der sakramentalen Ehe zu überprüfen.

Auf diesem Weg gibt es auch eine weitere Neuigkeit, die der Papst in Amoris Laetitia eröffnet hat. Ohne die allgemeine kanonische Norm zu ändern, erkennt der Papst an, dass es Ausnahmen geben kann, was die Übernahme von einigen öffentlichen kirchlichen Aufgaben durch wiederverheiratete Geschiedene betrifft. Wie ich bereits zuvor gesagt habe, ist der Maßstab dabei der Wachstumsweg des Einzelnen zur Heilung hin.

Bei diesem Prozess soll auch daran erinnert werden, dass die Sakramente nicht nur eine punktuelle Feier, sondern ein Weg sind. Wer sich auf den Weg zur Buße macht, beschreitet bereits einen sakramentalen Prozess. Er ist nicht von der Sakramentsordnung der Kirche ausgeschlossen. In gewisser Weise erhält er bereits die Hilfe durch die Sakramente. Wichtig ist wieder einmal die Bereitschaft, sich von Jesus verwandeln zu lassen, auch wenn er weiß, dass der Weg lang sein wird, und sich auf diesem Weg begleiten zu lassen. Den Hirten bewegt der Wunsch, den Betreffenden in die Kultur der Bindung hineinzuführen, seinem Begehren eine Wohnung anzubieten, damit er sich nach den Worten des Herrn erneuern kann.

Der Papst lädt uns dazu ein, einen Weg zu beschreiten. Darin liegt der Schlüssel. Die eucharistische Kommunion steht am Ende. Sie wird in dem Augenblick kommen, wann Gott will. Denn er handelt im Leben der Getauften und hilft ihnen, ihre Wünsche gemäß dem Evangelium zu erneuern. Lasst uns Schritt für Schritt beginnen, indem wir ihnen helfen, am kirchlichen Leben teilzuhaben, bis sie „für sich die Fülle des göttlichen Planes erreichen“ (AL 297).

Ich komme zum Schluss. In den Wassern der Postmoderne kann die Kirche wie die Arche Noah allen Familien und der ganzen Gesellschaft eine Hoffnung anbieten. Sie erkennt die Schwäche und die Notwendigkeit einer Umkehr seitens ihrer Glieder an. Gerade dazu ist sie berufen, gleichzeitig die konkrete Gegenwart der Liebe Jesu in ihr zu bewahren. Diese ist lebendig und wirksam in den Sakramenten, die der Arche Struktur und Dynamik verleihen und sie in die Lage versetzen, auf dem Meer zu fahren. Der Schlüssel liegt darin – und es handelt sich dabei um eine nicht geringe Herausforderung –, eine „kirchliche Kultur der Familie“ zu entwickeln, die eine „Kultur der sakramentalen Bindung“ sein soll.

Dem heiligen Johannes Chrysostomus zufolge unterscheidet sich die Arche Noah von der Kirche in einem wichtigen Punkt.(12) Denn die alte Arche nahm in sich die unvernünftigen Tiere (alogos) auf, und sie blieben unvernünftig. Die Kirche nimmt auch den Menschen auf, der durch die Sünde den Logos (die Vernunft) verloren hat, und der deshalb „unvernünftig“ geworden ist und ohne das Licht der Liebe umherwandert. Gerade aber weil die Kirche das Leben des Leibes Christi besitzt, weil sie die Harmonie der Sakramente bewahrt, ist sie im Gegensatz zur Arche Noah in der Lage, den Menschen zu erneuern, das menschliche Herz nach dem Wort (Logos) Jesu zu formen. Die Menschen gehen als „unvernünftig“ in sie hinein und kommen als „vernünftig“ aus ihr heraus. Das heißt, sie sind dann bereit, gemäß dem Licht Christi zu leben, gemäß seiner Liebe, die „alles hofft“ und die „für immer bleibt“.

Fußnoten

[1] Papst Franziskus, Amoris Laetitia (=AL), Kapitel 1.

[2] L. Ginzberg, The Legends of the Jews (The Jewish Publication Society of America, Philadelphia 1913), Bd. I, 152.

[3] Über die Arche Noah als Bild der Kirche in den Kirchenvätern vgl. J. Danielou, „Noe y el diluvio“, in Id., Tipología bíblica (ed. Paulinas, Buenos Aires 1966), 95–152; H. Rahner, Simboli della Chiesa. L’ecclesiologia dei Padri (Paoline, Milano 1995).

[4] Dieser Ausdruck von Ignatius von Antiochien (Ad Rom. VII, 2) wird später von Origines im Vorwort zu seinem Kommentar zum Hohen Lied christologisch erläutert.

[5] Augustinus, De fide et operibus XXVII, 49; auf diesen Text komme ich später zurück.

[6] Augustinus, De fide et operibus XXVII, 49: „Nec quia scriptum est introisse ad Noe in arcam etiam immunda animalia, ideo praepositi vetare non debent, si qui immundissimi ad Baptismum velint intrare saltantes, quod est certe mitius quam moechantes: sed per hanc figuram rei gestae praenuntiatum est immundos in Ecclesia futuros propter tolerantiae rationem, non propter doctrinae corruptionem, vel disciplinae dissolutionem. Non enim quacumque libuit intraverunt immunda animalia arcae compage confracta, sed ea integra per unum atque idem ostium, quod artifex fecerat.“

[7] Augustinus, De fide et operibus, IX, 14.

[8] „Objektive Situation der Sünde“ ist ein sehr allgemeiner Ausdruck. Die Situation kann beispielsweise verborgen sein. Es kann aber auch sein, dass sich jemand in einem Prozess befindet, aus ihr herauszutreten, weshalb er nicht hartnäckig in ihr beharrt. Der Begriff „irreguläre Situation“ ist ebenso allgemein. An sich besagt der Ausdruck lediglich, dass sich jemand außerhalb einer Norm befindet. Es wird aber nicht unterschieden, ob es sich um eine Norm kirchlichen oder aber göttlichen Rechtes handelt. Es sei aber jedenfalls daran erinnert: Wenn über die Auslegung eines Dokuments Zweifel bestehen, ist nach katholischer Hermeneutik einzig die Lesart möglich, die dem folgt, was das vorangegangene Lehramt gelehrt

[9] Es wurde auch behauptet, dass die Fußnote 336 diese Möglichkeit zu eröffnen scheine. Es handelt sich wiederum um eine sehr allgemeine Anmerkung. Sie besagt lediglich, dass eine kanonische Norm (selbst im Bereich der Sakramentenordnung) nicht notwendigerweise dieselben Wirkungen für alle haben muss, denn in einigen Fällen ist die subjektive Schuld gemindert. Es heißt: „nicht notwendig(erweise)“. Das bedeutet, es kann Normen geben, die sehr wohl dieselben Wirkungen für alle haben. Dies ist unleugbar der Fall beispielsweise in der Norm, die Nichtgetauften alle anderen Sakramente verwehrt. Dabei handelt es sich um eine kanonische Norm, die in jedem Fall angewandt wird, bei der die Kirche keine Ausnahme machen kann. Denn sie gehört zur Sakramentenordnung. Eine solche Norm hängt nicht von der subjektiven Schuld der Person, sondern von seiner objektiven Verfassung als Nichtgetaufter ab. Andere Normen im Bereich der Sakramente haben jedoch verschiedene Wirkungen je nach der subjektiven Schuld, so etwa die Anforderung, vor der Kommunion das Bußsakrament zu empfangen, wenn eine schwere Sünde vorliegt. In einigen Fällen könnte jemand selbst dann aus wichtigem Grund die Kommunion empfangen, indem er einen Reueakt verrichtet und den Vorsatz fasst, so bald wie möglich zu beichten. Die Norm aus FC 84 gehört indes zu der ersten Art. Es kommt nicht auf die subjektive Schuld an, sondern auf den objektiven Zustand, in dem sich jemand befindet. Das hat das Lehramt ständig erklärt. Diese Anmerkung widerspricht deshalb nicht der Gültigkeit der Norm aus FC 84 in jedem Fall oder in jeder Situation. Die Fußnote 336 kann die Normen betreffen, die in AL 299 angesprochen wurden, das heißt verschiedene öffentliche Ämter in der Kirche, die auch die Sakramentenordnung einschließen, weil sie liturgische Dienste betreffen (etwa Lektor oder Taufpate). Zu ihnen könnten diese Getauften zugelassen werden, wenn es deutlich wird, dass sie den Weg der Umkehr eingeschlagen haben, und dass eine solche Zulassung ihnen dabei helfen würde.

[10] Thomas von Aquin, S.Th. III q. 68 a. 4 co.

[11] Augustinus, Conf. VII, 10, 16: „Cibus sum grandium: cresce et manducabis me. Nec tu me in te mutabis sicut cibum carnis tuae, sed tu mutaberis in me.“

[12] Johannes Chrysostomus, Hom. Laz. 6 (PG 48, 1037:–1038).

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Übersetzung aus dem Spanischen von José García

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Quelle: „Die Tagespost“, 6. Mai 2016 unter ‚Kirche aktuell‘

JOSEMARÍA ESCRIVÁ DE BALAGUER – GRÜNDER DES OPUS DEI

MO SJM Neza

Kurzbiographie des seligen Josefmaria Escrivá

Aus dem Apostolischen Schreiben zur Seligsprechung des ehrwürdigen Dieners Gottes Josefmaria Escrivá de Balaguer, Priester, Gründer des Opus Dei:

»Der Gründer des Opus Dei erinnerte daran, daß die universale Berufung zur Fülle der Gemeinschaft mit Christus zugleich dazu führt, in allem menschlichen Tun Gott begegnen zu können. (…) Als Meister des inneren Lebens erreichte er den Gipfel der Kontemplation durch beständiges Gebet und kontinuierliche Abtötung, durch beharrliche Arbeit und einzigartige Fügsamkeit gegenüber den Eingebungen des Heiligen Geistes und vermochte so der Kirche ›zu dienen, wie sie selbst möchte, daß man ihr dient‹.«

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Ein helles und frohes Zuhause

Josefmaria Escrivá de Balaguer kommt am 9. Januar 1902 im nordspanischen Barbastro zur Welt. Er ist das zweite von sechs Kindern der Eheleute José Escrivá und María Dolores Albás. Seine Eltern – fromme Katholiken – lassen ihn am 13. Januar taufen und sind darauf bedacht, ihn durch ihr eigenes Beispiel in ein Leben als Christ einzuführen: in die Wertschätzung der Beichte und der häufigen heiligen Kommunion, ein vertrauensvolles Beten, eine herzliche Verehrung zur Gottesmutter und den Geist tätiger Nächstenliebe gegenüber bedürftigen und notleidenden Menschen.

Josefmaria wächst als froher, aufgeweckter, ausgelassener und bescheidener Junge auf und erweist sich als guter Schüler, intelligent und mit einer wachen Beobachtungsgabe. Zu seiner Mutter hat er ein warmherziges Verhältnis, mit dem Vater verbindet ihn großes Vertrauen und aufrichtige Freundschaft. Früh bereits nimmt ihn der Herr in die Schule des Leidens, als zwischen 1910 und 1913 seine drei jüngeren Schwestern sterben und 1914 die Familie vor dem finanziellen Ruin steht. Ein Jahr später ziehen die Escrivás nach Logroño um, denn dort hat der Vater eine neue berufliche Arbeit gefunden, die seiner Familie ein bescheidenes Auskommen ermöglicht.

In die Wintermonate 1917/18 fällt ein Erlebnis, das sein künftiges Leben prägt: Logroño wird über Weihnachten von starken Schneefällen heimgesucht, da entdeckt Josefmaria eines Morgens überfrorene nackte Fußspuren im Schnee, die von einem unbeschuhten Karmelitermönch stammen. Das wirft in dem Jungen die Frage auf: »Wenn Menschen aus Liebe zu Gott und zum Nächsten zu solchen Opfern bereit sind, könnte ich da nicht auch dem Herrn etwas anbieten?« In seinem Herzen entsteht eine gottgewirkte Unruhe: »Ich begann zu ahnen, was LIEBE ist, und mir klar darüber zu werden, daß mein Herz nach etwas Großem verlangte, das Liebe wäre«, sagt er später. Ohne genau zu wissen, um was der Herr ihn bittet, entschließt er sich, Priester zu werden, denn, so denkt er sich, dann bin ich für das, was immer Gott auch mit mir vorhat, verfügbarer.

Die Priesterweihe

Nach dem Abitur nimmt er das Studium im Priesterseminar von Logroño auf, das er 1920 im Seminar von Saragossa fortsetzt und an der dortigen Päpstlichen Universität abschließt. Auf Anraten seines Vaters und mit Erlaubnis der zuständigen kirchlichen Behörde beginnt er ein Jurastudium in Saragossa. Seine hochherzige und frohe, schlichte und gelassene Art machen ihn unter seinen Mitstudenten sehr beliebt. Seine Frömmigkeit, sein Ordnungssinn und sein Studieneifer wirken ansteckend auf seine Kommilitonen, so daß ihn der Erzbischof von Saragossa 1922 mit zwanzig Jahren zum Superior des Priesterseminars ernennt.

Während dieser Zeit verbringt er viele Stunden im Gebet vor dem Allerheiligsten – seine Liebe zur Eucharistie schlägt tiefe Wurzeln –, und täglich sucht er das Gnadenbild der Muttergottes von Pilar auf mit der Bitte im Herzen, der Herr möge ihm seinen Willen eröffnen: »Seit jenen Vorahnungen von der Liebe Gottes«, sagte er später am 2. Oktober 1968, »suchte ich trotz meiner Winzigkeit das zu tun, was er von diesem armseligen Werkzeug erwartete. (…) Und in jener sehnsüchtigen Unruhe betete ich, betete und betete in beständigem Flehen. Ohne Unterlaß wiederholte ich die Worte: Domine, ut sit!, Domine, ut videam!, wie jenes arme Geschöpf im Evangelium, das zu Gott ruft, weil er alles vermag. Herr, daß ich sehe!, Herr, daß es geschehe! Und im festen Vertrauen auf meine himmlische Mutter wiederholte ich die Worte: Domina, ut sit!, Domina, ut videam! Maria hat mir stets geholfen, die Wünsche ihres Sohnes herauszufinden.«

Am 27. November 1924 stirbt unerwartet José Escrivá an plötzlichem Herzversagen. Am 28. März 1925 weiht Bischof Miguel de los Santos Díaz Gómara Josefmaria in der Seminarkirche San Carlos in Saragossa zum Priester; in der Gnadenkapelle der Basilika von Pilar feiert er zwei Tage darauf seine erste heilige Messe. Schon am nächsten Tag begibt er sich als Pfarrvikar nach Perdiguera, einer kleinen Landgemeinde.

Mit Einwilligung seines Erzbischofs zieht er im April 1927 nach Madrid, um dort in Jura zu promovieren, was damals nur an der Universidad Central in Madrid möglich war. Sein geistlicher Eifer bringt ihn sehr bald in Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen: Studenten, Künstlern, Arbeitern, Intellektuellen, Priestern … Seine besondere Sorge gilt den Kindern und Bedürftigen in den Madrider Slums, denen er täglich viele Stunden widmet.

Gleichzeitig hält er seine Mutter und Geschwister mit Unterricht in Jura finanziell über Wasser. Für die Familie Escrivá ist es eine entbehrungsreiche Zeit, die sie mit großer Würde und Zuversicht durchlebt. Josefmaria gegenüber spart der Herr angesichts der Großherzigkeit des jungen Priesters nicht mit außerordentlichen Gnadenerweisen, die seinem Dienst an der Kirche und den Seelen in reichem Maße zugute kommen.

Die Gründung des Opus Dei

Am 2. Oktober 1928 kommt das Opus Dei zur Welt. Josefmaria hat sich zu Tagen innerer Einkehr zurückgezogen. Während er Notizen von gottgegebenen inneren Anregungen aus den vergangenen Jahren im Gebet betrachtet, sieht er plötzlich – mit diesem Verb hat er stets den Impuls zur Gründung umschrieben – die Sendung, die Gott ihm anvertrauen will. Er soll innerhalb der Kirche einen neuen Weg der Berufung bahnen: das Bemühen um Heiligkeit und die apostolische Sorge um andere verbreiten durch die Heiligung der gewöhnlichen Arbeit inmitten der Welt, ohne den angestammten Platz zu verlassen. Wenig später, am 14. Februar 1930, eröffnet ihm der Herr, daß sich der Geist des Opus Dei gleicherweise auch an Frauen richtet.

Mit Leib und Seele widmet sich Josefmaria von nun an seinem Sendungsauftrag. Er verbreitet unter Männern und Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten das Ideal, sich ganz der Nachfolge Christi zu verschreiben, den Nächsten zu lieben und sich im täglichen Leben zu heiligen. Dabei sieht er sich nicht als ein Neuerer oder Reformer, denn er ist zutiefst davon überzeugt, daß Jesus Christus immer der ganz Neue ist und der Heilige Geist die Kirche fortwährend verjüngt, der zu dienen Gott das Opus Dei ins Leben gerufen hat. Im Wissen darum, daß es sich um ein durch und durch übernatürliches Unternehmen handelt, gründet der junge Priester seine Sendung auf Gebet und Buße, frohgemute Gotteskindschaft und unermüdliche apostolische Arbeit. Um ihn scharen sich Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, besonders Studenten. Er entfacht in ihnen den ehrlichen Wunsch, sich um andere zu kümmern und sie aufzurütteln, »Christus in alle menschlichen Tätigkeiten hineinzutragen durch eine geheiligte Arbeit, die einen selbst wie auch die anderen heiligt«. Die apostolischen Initiativen der Mitglieder des Opus Dei sollen kraft göttlicher Gnade alles Geschaffene auf Gott ausrichten, so daß Christus alles in allem ist; »Jesus Christus kennenlernen, anderen helfen, ihn kennenzulernen, ihn überallhin tragen«. So versteht man seinen Ausruf: »Die Wege Gottes im Irdischen haben sich aufgetan!«

Die apostolische Ausbreitung

Wegen der Schlüsselrolle, die er Wissenschaft und Kultur für die Ausbreitung des Glaubens beimißt, ruft er im Jahre 1933 eine Akademie für Universitätsstudenten ins Leben. 1934 erscheint – zunächst unter dem Titel Geistliche Betrachtungen – die erste Ausgabe seines Buches Der Weg,das heute mit 4,5 Millionen Exemplaren in 44 Sprachen weltweit verbreitet ist.

Der Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs im Jahre 1936 verhindert die Ausbreitung des Opus Dei über Madrid hinaus. Trotz brutaler antikirchlicher Ausschreitungen verausgabt sich Josefmaria, gestützt auf Gebet und Buße, heroisch in der apostolischen Sorge um andere. Diese Leidensjahre der Kirche sind gleichwohl eine Zeit geistlichen und apostolischen Wachsens und einer vermehrten Hoffnung. Als der Bürgerkrieg 1939 endet, gibt der Gründer des Opus Dei der apostolischen Arbeit in ganz Spanien neue Impulse. Zahlreiche Universitätsstudenten kann er davon überzeugen, viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen für Christus zu gewinnen und die Größe ihrer christlichen Berufung zu entdecken.

Er gilt als heiligmäßiger Priester. Viele Bischöfe übertragen ihm Besinnungstage für ihren Klerus und für Laien katholischer Organisationen. Auch Ordensleute bitten ihn um Exerzitien, was er nie ausschlägt.

Während er 1941 in Lerida Besinnungstage für Priester hält, stirbt seine Mutter, die für die apostolische Arbeit des Werkes eine große Stütze war. Gegen den Gründer bricht in dieser Zeit eine Welle von Unverständnis und Widerspruch los. Der Bischof von Madrid, Leopoldo Eijo y Garay, gewährt ihm daraufhin seine aufrichtige Unterstützung und dem Werk die erste kirchenrechtliche Anerkennung. Gebet und gute Laune helfen Josefmaria über diese Widrigkeiten hinweg, wohl wissend, daß alle, »die in der Gemeinschaft mit Jesus Christus ein frommes Leben führen wollen, verfolgt werden« (2 Tim 3,12). Angesichts der Beleidigungen empfiehlt er seinen geistlichen Söhnen, zu verzeihen und zu vergessen: »schweigen, beten, arbeiten und lächeln« ist seine Devise.

1943 sieht Josefmaria während der Feier der heiligen Messe im Licht einer neuen Gründungsgnade die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz innerhalb des Opus Dei, um diejenigen als Priester inkardinieren zu können, die aus den Reihen der Laien-Mitglieder die Weihe empfangen. Die volle Zugehörigkeit von Laien und Priestern zum Opus Dei und ihr Zusammenwirken in den apostolischen Tätigkeiten des Werkes sind ein Spezifikum des Gründungscharismas, das die Kirche, als sie dem Werk 1982 das juristische Kleid einer Personalprälatur zuerkennt, bestätigt. Am 25. Juni 1944 erhalten drei Ingenieure – unter ihnen auch Alvaro del Portillo, der spätere erste Nachfolger des Gründers – die Priesterweihe. In der Folge werden zu Lebzeiten des Gründers etwa tausend Mitglieder des Opus Dei zu Priestern geweiht.

Die Priestergesellschaft vom Heiligen Kreuz, die untrennbar zur Prälatur Opus Dei gehört, widmet sich – immer in Übereinstimmung mit dem Oberhirten der jeweiligen Diözese – außerdem der geistlichen Bildungsarbeit unter dem Diözesanklerus und den Priesteramtskandidaten. Ihr können sich auch Diözesanpriester anschließen, ungeachtet ihrer bleibenden Zugehörigkeit zum Klerus der jeweiligen Diözese.

Römisch und universal

Kaum daß der Bürgerkrieg beendet ist, geht Josefmaria daran, der apostolischen Arbeit in anderen Ländern den Weg zu bahnen, denn – so seine feste Überzeugung – »Jesus möchte, daß sein Werk von Beginn an zutiefst weltumspannend ist, katholisch«. 1946 verlegt er seinen Wohnsitz nach Rom, um die päpstliche Anerkennung des Werkes vorzubereiten. Am 24. Februar 1947 gewährt Papst Pius XII. das decretum laudis und am 16. Juni 1950 die endgültige Anerkennung. Ab jetzt können auch Nichtkatholiken und Nichtchristen Mitarbeiter im Werk werden, indem sie seine apostolischen Unternehmungen mit Arbeit, Spenden und Gebet unterstützen.

In Rom richtet das Opus Dei seinen Zentralsitz ein, damit deutlich wird, worum es dem Werk in seiner gesamten Tätigkeit geht, nämlich »der Kirche zu dienen, wie ihr gedient sein will«, eng vereint mit dem Stuhl Petri und dem Episkopat. Wiederholt drücken die Päpste Pius XII. und Johannes XXIII. dem Werk gegenüber ihre Liebe und Wertschätzung aus; Paul VI. bezeichnet 1964 das Opus Dei als »lebendiges Zeichen der immerwährenden Jugend der Kirche«.

Auch in diesem Lebensabschnitt des Gründers fehlt es nicht an harten Prüfungen: sein Gesundheitszustand ist stark beeinträchtigt, u.a. leidet er mehr als zehn Jahre lang an einem starken Diabetes, von dem er 1954 wie durch ein Wunder geheilt wird; hinzu kommen große finanzielle Engpässe sowie Schwierigkeiten, die die weltweite Ausbreitung des Werkes mit sich bringt. Er strahlt jedoch stets Freude aus, ist doch »die wahre Tugend nicht traurig oder unsympathisch, sondern liebenswürdig und froh«. Aus seiner beständig guten Laune spricht seine unbedingte Liebe zum göttlichen Willen.

»Die Welt ist klein, wenn die Liebe groß ist«: Um diese Welt mit dem Licht Christi zu erhellen, kommt er gern der Bitte zahlreicher Bischöfe nach, durch das Apostolat des Opus Dei der Welt das Licht des Evangeliums zu bringen. Es entstehen die unterschiedlichsten Initiativen wie berufsbildende Schulen, Landwirtschaftsschulen, Universitäten, Studentenheime, Krankenhäuser, medizinische Versorgungsstationen usw. Diese Tätigkeiten, die er gern »ein Meer ohne Ufer« nannte, verdanken sich dem Initiativgeist gewöhnlicher Christen, die für konkrete Nöte vor Ort mit laikaler Mentalität und beruflicher Kompetenz nach Lösungswegen suchen. Rasse, Religion oder soziale Herkunft spielen dabei keine Rolle. Die durch und durch christliche Prägung geht Hand in Hand mit einem tiefen Respekt gegenüber der Freiheit der Gewissen.

Als Papst Johannes XXIII. ein Ökumenisches Konzil ankündigt, betet der Gründer und bittet andere um ihr Gebet für »einen glücklichen Ausgang einer so bedeutenden Initiative wie das Zweite Vatikanum«, wie es in einem Brief 1962 heißt. In seinem Verlauf bestätigt das feierliche Lehramt der Kirche so grundlegende Züge im Geist des Werkes wie den universalen Ruf zur Heiligkeit, die berufliche Arbeit als Angelpunkt der Heiligkeit und des Apostolates, den Wert wie auch die legitimen Grenzen christlicher Freiheit in zeitbedingten Fragen, die Heilige Messe als »Mitte und Wurzel« des inneren Lebens … Der Gründer trifft sich mit zahlreichen Konzilsvätern und Beratern, die in ihm einen authentischen Vorläufer bedeutender Konzilsaussagen sehen. Zutiefst verbunden mit den Lehren des Konzils, sorgt er dafür, daß diese weltweit in den Bildungsinitiaven des Werkes umgesetzt werden.

Heilig inmitten der Welt

»Fern am Horizont verbinden sich Himmel und Erde; doch vergiß nicht, in deinem Herzen als Sohn Gottes ist es, wo sie sich in Wahrheit vereinen.« Unermüdlich weist Josefmaria Escrivá darauf hin, daß das innere Leben Vorrang haben muß vor jeglicher organisatorischen Tätigkeit. »Die Weltkrisen sind Heiligenkrisen«, schreibt er im Weg; Heiligkeit verlangt eine enge Verzahnung von Gebet, Arbeit und apostolischem Tun in einer »Einheit des Lebens«, für die sein eigener Lebenswandel der beste Beweis ist. Um sich in der täglichen Arbeit heiligen zu können, ist es unerläßlich, ein Mensch des Gebetes und eines tiefen inneren Lebens zu sein. Dann »wird aus allem Gebet, alles bringt uns Gott näher, nährt den beständigen Umgang mit Ihm vom Morgen bis zum Abend. Jegliche Arbeit kann zu Gebet werden, und jede Arbeit, die Gebet ist, ist auch Apostolat.«

Sein glühendes inneres Leben, das ihn kontemplativ sein läßt inmitten der Welt, ist der Grund für die ungewöhnliche Fruchtbarkeit seiner Sendung. Es speist sich aus Gebet und Sakramenten, aus einer leidenschaftlichen Liebe zur Eucharistie, aus der Begegnung mit dem Herrn in der heiligen Messe, die zum Herzstück seines Lebens wird, aus einer zärtlichen Liebe zur Gottesmutter, zum heiligen Josef und zu den Schutzengeln; aus seiner Treue zur Kirche und zum Papst.

Die endgültige Begegnung mit dem dreifaltigen Gott

Während seiner letzten Lebensjahre unternimmt der Gründer des Opus Dei wiederholt katechetische Reisen durch Europa und nach Südamerika. Bei zahlreichen Treffen in schlichter und familiärer Atmosphäre vor oft mehreren tausend Zuhörern spricht er über Gott, die Sakramente, christliche Frömmigkeit, Heiligung der Arbeit, die Liebe zur Kirche und zum Papst. Am 28. März 1975 feiert er sein goldenes Priesterjubiläum. »Nach 50 Jahren bin ich immer noch wie ein stammelndes Kind: ich beginne und beginne immer wieder aufs neue in meinem täglichen inneren Kampf. Und so bis ans Ende meiner Tage: stets aufs neue beginnend.«

Am 26. Juni 1975 um die Mittagszeit stirbt der Gründer in seinem Arbeitszimmer an Herzversagen. Sein letzter Blick gilt einem Bild der Gottesmutter. Zu diesem Zeitpunkt ist das Werk mit 60.000 Mitgliedern aus 80 Ländern weltweit tätig. Die geistlichen Schriften des Gründers (Der Weg, Der Rosenkranz, Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer, Christus begegnen, Freunde Gottes, Der Kreuzweg, Die Spur des Sämanns, Im Feuer der Schmiede) sind in Millionen Exemplaren verbreitet.

Nach seinem Tod bitten viele Menschen den Papst um die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses. Am 17. Mai 1992 erhebt Papst Johannes Paul II. Josefmaria Escrivá vor Hunderttausenden auf dem Petersplatz zur Ehre der Altäre. Am 21. September 2001 anerkennt die zuständige ordentliche Kardinals- und Bischofsversammlung der Kongregation für die Heiligsprechungen einmütig den Wunder-Charakter einer Heilung auf die Fürsprache des Seligen. Das entsprechende Dekret wird in Gegenwart des Heiligen Vaters am 20. Dezember verlesen. Am 26. Februar 2002 wird in Anwesenheit des Papstes in einem ordentlichen öffentlichen Konsistorium nach Anhörung der anwesenden Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe der Tag der Heiligsprechung des Seligen auf den 6. Oktober 2002 festgesetzt.

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Quelle

Siehe auch:

Vatikan/Spanien: Bürgermeister schlägt Papst Reisetermine vor

Heilige Teresia von AvilaDie Kirche Spaniens und der Bürgermeister von Avila schlagen Papst Franziskus drei Termine zu einem Besuch der Stadt der Heiligen Teresa vor, in der vor drei Wochen das Jubiläumsjahr „Ano Teresiano“ zum 500. Geburtstag der Mystikerin und Kirchenlehrerin eröffnet wurde. Spaniens Kirche, die Stadt Avila und der weltweite Karmeliterorden haben am 15. Oktober das Jubiläumsjahr für ihre Patronin begonnen. Höhepunkt soll ein Papstbesuch sein. Franziskus hat wiederholt betont, dass er der großen Ordens-Heiligen tief verbunden ist. Vom Vatikan gibt es noch keine Bestätigung einer Papstreise nach Spanien. Franziskus wird allerdings Avilas Bürgermeister Miguel Angel Garcia Nieto am 10. November in Audienz empfangen. Gegenüber der Tageszeitung „ABC“ bestätigte Garcia Nieto, er habe drei Termine als Vorschlag für einen Avila-Besuch des Papstes: 28. März 2015, der Geburtstag Teresas; 15. Oktober, ihr liturgisches Fest; und schließlich die erste Augustwoche, in der ein Internationales Katholisches Jugendtreffen in Avila stattfinden wird.

(kap 03.11.2014 gs)

 

BOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS
AN DEN BISCHOF VON AVILA
ZUM 500. JAHRESTAG DER GEBURT
DER HL. TERESA VON AVILA

An den Bischof von Ávila,
Jesús García Burillo

Lieber Mitbruder!

Am 28. März 1515 wurde in Ávila ein Mädchen geboren, das später unter dem Namen »heilige Teresa von Jesus« bekannt werden sollte. Während ihr 500. Geburtstag näher rückt, richte ich meinen Blick auf diese Stadt, um Gott Dank zu sagen für das Geschenk dieser großen Frau und um die Gläubigen der Diözese Ávila und alle Spanier zu ermutigen, die Geschichte dieser bedeutenden Gründerin kennenzulernen wie auch ihre Bücher zu lesen, die uns gemeinsam mit ihren Töchtern in den zahlreichen Karmelitenklöstern der ganzen Welt immer noch sagen, wer und wie Mutter Teresa war und was sie uns Männer und Frauen der heutigen Zeit lehren kann.

In der Schule dieser Heiligen, die immer auf dem Weg war, lernen wir, Pilger zu sein. Mit dem Bild des Weges lässt sich die Lehre ihres Lebens und ihrer Werke sehr gut zusammenfassen. Teresa verstand das Leben als Weg der Vollkommenheit, auf dem Gott den Menschen von Wohnung zu Wohnung führt, bis zu ihm hin, und ihn zugleich zu den Menschen schickt. Auf welchen Wegen will uns der Herr führen, auf den Spuren der heiligen Teresa und von ihr an die Hand genommen? Ich möchte an vier Wege erinnern, die mir sehr guttun: Freude, Gebet, Brüderlichkeit und die eigene Zeit.

Teresa von Jesus lädt ihre Mitschwestern ein, »freudig voranzugehen« im Dienen (Weg der Vollkommenheit 18,5). Die wahre Heiligkeit ist Freude, denn: »Ein Heiliger, der traurig ist, ist ein trauriger Heiliger.« Bevor die Heiligen heroische Helden werden, sind sie die Frucht der Gnade, die Gott den Menschen schenkt. Jeder Heilige zeigt uns einen besonderen Zug des vielgestaltigen Antlitzes Gottes. In der heiligen Teresa betrachten wir Gott, »höchste Majestät, ewige Weisheit« (Gedichte 2), der sich als naher Weggefährte offenbart und dessen Freude es ist, sich mit den Menschen auszutauschen: Gott freut sich mit uns. Und seine Liebe zu spüren weckte in der Heiligen eine ansteckende Freude, die sie nicht verbergen konnte und die sie um sich verbreitete.

Diese Freude ist ein Weg, den man das ganze Leben gehen muss. Sie ist nicht momentan, oberflächlich, stürmisch. Man muss sie »am Anfang« (Leben 13,1) suchen. Sie ist Ausdruck der inneren Freude der Seele, sie ist demütig und »bescheiden « (vgl.Klostergründungen 12,1). Man erreicht sie nicht auf dem leichteren Weg unter Vermeidung von Entsagung, Leid oder Kreuz, sondern man findet sie, indem man Sorgen und Schmerzen erduldet (vgl. Leben 6,2; 30,8) und dabei auf den Gekreuzigten blickt und den Auferstandenen sucht (vgl. Weg der Vollkommenheit 26,4).

Deshalb ist die Freude der heiligen Teresa weder egoistisch noch selbstbezogen. Wie die Freude des Himmels besteht sie darin, sich »an der Freude aller zu freuen« (Weg der Vollkommenheit 30,5) und mit uneigennütziger Liebe den anderen zu dienen. Wie zu einem ihrer Klöster, das sich in Schwierigkeiten befand, sagt die Heilige heute auch zu uns, und vor allem zu den jungen Menschen: »Hört nicht auf, freudig voranzugehen! « (Brief 284,4). Das Evangelium ist kein Sack voller Blei, den man mühsam mitschleppt, sondern eine Quelle der Freude, die das Herz mit Gott erfüllt und es drängt, den Brüdern und Schwestern zu dienen! Die Heilige ist auch den Weg des Gebets gegangen, das sie sehr schön bezeichnet hat als »freundschaftlichen Umgang, bei dem wir oftmals ganz allein mit dem reden, von dem wir wissen, dass er uns liebt« (Leben 8,5). In schwierigen Zeiten »bedarf es starker Freunde Gottes, um die Schwachen zu stützen« (Leben 15,5). Beten bedeutet nicht, zu fliehen, sich in einer Luftblase aufzuhalten, sich zu isolieren, sondern in einer Freundschaft Fortschritte zu machen.

Und je mehr sie wächst, desto mehr tritt man in Kontakt zum Herrn, dem »guten Freund« und treuen »Weggefährten«, mit dem gemeinsam »man alles ertragen kann«, weil er uns immer »hilft und Kraft gibt« und »uns nie im Stich lässt« (Leben 22,6). Beim Beten »kommt es nicht darauf an, viel zu denken, sondern viel zu lieben« (Innere Burg, 4. Wohnung 1,7) und den Blick auf den zu richten, der nie aufhört, uns liebevoll anzublicken und uns geduldig zu ertragen (vgl. Weg der Vollkommenheit 26,3-4). Gott kann die Seelen auf vielen Wegen zu sich führen, aber das Gebet ist der »sichere Weg« (Leben 21,5). Ihn zu verlassen bedeutet, sich zu verirren (vgl. Leben 19,6). Diese Ratschläge der Heiligen sind von bleibender Aktualität. Geht also auf dem Weg des Gebetes entschieden voran, ohne anzuhalten bis zum Ende! Das gilt insbesondere für alle Gottgeweihten. Lebt in einer Kultur des Provisorischen die Treue des »für immer, für immer« (Leben 1,4)! Zeigt in einer Welt ohne Hoffnung die Fruchtbarkeit eines »verliebten Herzens« (Gedichte 5)! Und bezeugt in einer Welt mit so vielen Götzen, dass »Gott allein genügt« (Gedichte 9)!

Diesen Weg können wir nicht allein gehen, sondern nur gemeinsam. Für die heilige Reformerin führt der Weg des Gebets über den Weg der Brüderlichkeit im Schoß der Mutter Kirche. Das war ihre providenzielle, aus göttlicher Inspiration und weiblicher Intuition geborene Antwort auf die Probleme der Kirche und der Gesellschaft ihrer Zeit: kleine Frauengemeinschaften zu gründen, die das Kollegium der Apostel nachahmen und Christus folgen sollten, indem sie das Evangelium auf einfache Weise leben und die ganze Kirche mit einem Leben des Gebets stützen.

Dazu, »Schwestern«, hat er uns »hier vereint « (Weg der Vollkommenheit 8,1), und die Verheißung war, »dass Christus unter uns weilen würde« (Leben 32,11). Was für eine schöne Definition der Brüderlichkeit in der Kirche: gemeinsam mit Christus den Weg als Brüder und Schwestern gehen! Zu diesem Zweck empfiehlt uns Teresa nicht viel, sondern nur drei Dinge: einander sehr lieben, sich von allem loslösen und echte Demut, die »auch wenn sie von mir als letzte genannt wird, die Haupttugend ist und alle umfasst« (Weg der Vollkommenheit 4,4). Wie sehr wünsche ich mir in unserer Zeit brüderlichere Gemeinschaften von Christen, wo man diesen Weg geht: in der Wahrheit der Demut vorangehen, die uns von uns selbst befreit, um die anderen mehr und besser zu lieben, vor allem die Ärmsten! Es gibt nichts Schöneres als dies: leben und sterben als Kinder dieser Mutter Kirche!

Gerade weil die Kirche eine Mutter ist, deren Türen immer offen stehen, ist sie stets auf dem Weg zu den Menschen, um ihnen »lebendiges Wasser« (Joh 4,10) zu bringen, das den Garten ihres durstigen Herzens tränkt. Die heilige Autorin und Lehrmeisterin des Gebets war zugleich Gründerin und Missionarin auf den Straßen Spaniens. Ihre mystische Erfahrung trennte sie weder von der Welt noch von den Sorgen der Menschen. Im Gegenteil, es gab ihr neue Impulse und neuen Mut für das Handeln und die Pflichten eines jeden Tages, denn »der Herr weilt [auch] zwischen den Kochtöpfen« (Klostergründungen 5,8). Sie durchlebte die Schwierigkeiten ihrer – so komplizierten – Zeit, ohne der Versuchung zu bitteren Klagen nachzugeben. Sie nahm vielmehr diese Schwierigkeiten im Glauben an als Gelegenheit, um auf dem Weg einen Schritt weiter zu gehen. »Denn dafür, dass Gott dem, der ihm wirklich dient, große Gnaden erweist, ist immer Zeit« (Klostergründungen 4,5). Heute sagt uns Teresa: Bete mehr, um gut zu verstehen, was um dich herum geschieht, und so besser zu handeln.

Das Gebet besiegt den Pessimismus und bringt gute Werke hervor (vgl. (Innere Burg, 7. Wohnung 4,6). Das ist der Teresianische Realismus, der Werke statt Gefühle, Liebe statt Träume fordert. Das ist der Realismus der demütigen Liebe gegenüber einer mühseligen Askese! Zuweilen kürzt die Heilige ihre anmutigen Briefe ab mit den Worten: »Wir sind unterwegs« (Brief 469,7.9) als Ausdruck der Dringlichkeit, die begonnene Aufgabe zu Ende zu führen. Wenn die Welt brennt, darf man keine Zeit mit unbedeutenden Angelegenheiten verlieren. Wenn nur alle sich von dieser heiligen Eile anstecken ließen, hinauszugehen auf die Wege unserer Zeit mit dem Evangelium in der Hand und dem Heiligen Geist im Herzen! »Es ist Zeit aufzubrechen!« (Ana de San Bartolomé, Últimas acciones de la vida de santa Teresa). Diese kurz vor ihrem Tod gesprochenen Worte der heiligen Teresa von Ávila sind die Zusammenfassung ihres Lebens und werden für uns, besonders für die karmelitische Familie, für ihre Mitbürger und für alle Spanier, ein wertvolles

Erbe, das wir bewahren und bereichern müssen. Lieber Bruder, verbunden mit meinem herzlichen Gruß sage ich allen: Es ist Zeit, sich aufzumachen, und auf den Wegen der Freude, des Gebets, der Brüderlichkeit und der als Gnade erlebten eigenen Zeit voranzugehen! Gehen wir die Wege des Lebens an der Hand der heiligen Teresa. Ihre Fußstapfen werden uns immer zu Jesus führen.

Ich bitte Sie, für mich zu beten, weil ich dies nötig habe. Jesus segne euch, und die Jungfrau Maria behüte euch!

Aus dem Vatikan, am 15. Oktober 2014

In mitbrüderlicher Verbundenheit.

Franziskus