Was ist das Opus Dei?

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Opus Dei hat weltweit 92.000 Angehörige, die meisten von ihnen Laien – RV

Gegründet 1928 in Madrid, 92.000 Angehörige in allen Erdteilen, davon 98 Prozent Laien – das sind die Eckdaten des Opus Dei. Doch was genau ist das „Werk Gottes“, das der spanische Heilige Josemaría Escrivá de Balaguer vor bald 90 Jahren ins Leben rief und das mit Fernando Ocáriz nun einen neuen Prälaten hat? Eine knappe Einführung mit Susanne Kummer, der Sprecherin des Opus Dei in Österreich.

„Das Opus Dei ist eine Einrichtung der katholischen Kirche. Sie wirkt am Evangelisierungsauftrag der Kirche mit. Das heißt, sie stützt Frauen und Männer dabei, ihr Christsein im Alltag tief zu leben mit einem ausgeprägten Gebetsleben, das sich mit einer intensiven Berufs- und Familienarbeit vereinen lässt.“

Und was ist das Opus Dei nicht?

„Das Opus Dei ist kein Orden, das Opus Dei ist eine Personalprälatur, das ist eine moderne Kirchenrechtsform, die im Konzil grundgelegt wurde. Auftrag ist es, die Laien zu ermutigen, ihre Taufberufung ernst zu nehmen, mitten in der Welt die Welt zu gestalten und ein frohes Zeugnis für Christus in der Welt zu geben.“

Zentral beim Opus Dei und seinen Angehörigen ist die Heiligung der Arbeit. Was heißt das?

„Die Heiligung der Arbeit bedeutet, dass man seine Arbeit und seinen Beruf im Geist der Nachfolge Jesu im Alltag lebt. Der heilige Josemaría hat im Arbeitsleben des Jesus von Nazareth das Paradigma für die Begegnung mit Gott im Alltag gesehen. Und diese 30 Jahre des verborgenen Lebens Jesu sind sozusagen die Botschaft an uns, die wir in dieser Welt leben und arbeiten, dass diese gewöhnliche Lebens- und Arbeitswelt die Welt ist, in der Gott uns sucht.“

Welche Rolle spielt christliche Bildung für die Angehörigen des Opus Dei?

„Das Opus Dei bietet all jenen, die ihm angehören und sich für den katholischen Glauben interessieren, eine tiefe Katechese an. Denn es ist wichtig, dass wir heute als Menschen in der Welt Rede und Antwort stehen können für unsere Hoffnung, und das auch in einer Sprache für Menschen, deren Grundwasserspiegel in religiösen Angelegenheiten nicht hoch ist. Im Opus Dei gibt es ein reiches Angebot für Laien, ihr Glaubenswissen zu vertiefen, um es auch anderen weitergeben zu können.“

Was können Außenstehende als anspruchsvoll bis schwierig am Opus Dei empfinden?

„Es mag sein, dass diese Schule des Gebetslebens im Alltag etwas ist, was recht steil klingt. Das schlägt sich darin nieder, dass die Mitglieder des Opus Dei täglich ihre Gebetszeiten suchen, auch alte Traditionen der Kirche wie den Rosenkranz beten, täglich die Heilige Messe besuchen. Ich kann mir vorstellen, dass das für einen Außenstehenden recht steil wirkt, sage aber aus eigener Erfahrung, dass das ein großer Schatz ist, den man entdecken darf: die Hilfsmittel, die die Kirche einem durch Gebet und Sakramente anbietet, um im Alltagsleben ein frohes Christentum zu leben.“

Das Opus Dei gilt als ausgeprägt katholische Vereinigung – wie ist das Verhältnis zu anderen Christen und Gläubigen anderer Religionen?

„Das Opus Dei ist die erste Institution der katholischen Kirche, der der Heilige Stuhl schon in den 1950er Jahren gewährt hat, auch Nicht-Katholiken und selbst Menschen anderer Religionen offiziell als Mitarbeiter zu ernennen. Wir haben hier eine lang gelebte Realität im Opus Dei, wo Orthodoxe, Anglikaner, Protestanten, Juden, Muslime und Christen gemeinsam an Projekten zum Gemeinwohl und für die Gesellschaft im guten Sinn zusammenarbeiten.“

(rv 23.01.2017 gs)

DAS GÖTTLICHE KIND MACHT UNS ZU GOTTESKINDERN

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Anbetung Der Hirten / Wikimedia Commons – Giorgione (1477–1510), Public Domain

Impuls zum Weihnachten 2016, Lesejahr A | Gedanken des hl. Josefmaria zu Weihnachten — 25. Dezember 2016

Jesus Christus, Gott-Mensch. Dies ist eine der magnalia Dei (Apg 2,11), der Großtaten Gottes, die wir in Dankbarkeit vor dem Herrn betrachten müssen, der gekommen ist, Frieden auf Erden den Menschen guten Willens zu bringen (Lk 2,14) – allen Menschen, die ihren Willen dem Willen Gottes gleichförmig machen wollen: nicht nur den Reichen und nicht nur den Armen, allen Menschen, allen Brüdern. Denn wir alle sind Brüder in Jesus, Kinder Gottes, Brüder und Schwestern Christi: seine Mutter ist unsere Mutter.

Es gibt nur ein Volk auf Erden, das Volk der Kinder Gottes. Wir alle müssen dieselbe Sprache sprechen, jene, die uns unser Vater lehrt, der im Himmel ist: die Sprache des Zwiegesprächs Jesu mit seinem Vater, die Sprache, die man mit dem Herzen und dem Verstand spricht, die Sprache, die ihr jetzt in eurem Gebet benutzt. Es ist die Sprache kontemplativer Menschen, die ein spirituelles Leben führen, weil sie sich ihrer Gotteskindschaft bewußt geworden sind. Eine Sprache, die sich in Impulsen des Willens, in Erleuchtungen des Verstandes, in Regungen des Herzens und in Entscheidungen zum rechten Leben, zum Guten, zur Freude und zum Frieden kundtut.

Schauen wir auf das Kind in der Krippe, das wir lieben. Schauen wir auf Es, wohl wissend aber, dass wir vor einem Geheimnis stehen. Wir müssen dieses Geheimnis durch den Glauben annehmen und, ebenfalls durch den Glauben, seinen Sinn vertiefen. Dazu ist die demütige Haltung nötig, die einer christlichen Seele eigen ist: nicht das Bestreben, die Größe Gottes auf die ärmliche Ebene menschlichen Begreifens und Deutens zu beschränken, sondern die Einsicht, dass dieses Geheimnis in seiner Dunkelheit Licht ist, das das Leben der Menschen erhellt.

Wir sehen, sagt der heilige Johannes Chrysostomus, dass Jesus aus uns und unserer menschlichen Natur hervorgegangen ist, dass Er aus der Mutter und Jungfrau geboren wurde, ohne dass wir verstehen, wie dieses Wunder geschehen konnte. Versuche nicht, es zu verstehen, sondern nimm einfach an, was Gott dir geoffenbart hat und grüble nicht nach dem, was dir geheim gehalten worden ist (Johannes Chrysostomus, In Matthaeum homiliae, 4,3 [PG 57, 43]). In dieser Haltung werden wir begreifen und lieben lernen, und das Geheimnis wird für uns eine eindringliche Lehre sein, überzeugender als jedes menschliche Argument

Jedesmal, wenn ich vor der Krippe spreche, versuche ich, auf Christus, unseren Herrn zu schauen, wie Er in Windeln gewickelt auf Stroh liegt: obwohl noch ein Kind, das nicht sprechen kann, sehe ich in Ihm schon den Lehrer und Meister. Ich muss Ihn so betrachten, denn ich soll von Ihm lernen. Und dazu ist es nötig, sein Leben zu kennen, das Evangelium zu lesen, sich in das Geschehen des Neuen Testamentes hineinzuversetzen, um den göttlichen Sinn des Erdenwandels Jesu zu erfassen.

Das Leben Jesu muss sich in unserem eigenen Leben wiederholen, indem wir Christus kennenlernen: durch Lesen und immer wieder Lesen, durch Meditieren und immer wieder Meditieren der Heiligen Schrift, durch Beten und wieder Beten wie jetzt hier vor der Krippe. Versuchen wir, die Lehre zu begreifen, die Jesus uns bereits jetzt gibt: als Kind, als Neugeborener, dessen Augen sich eben erst für diese unsere Erde geöffnet haben.

Indem Jesus wie einer von uns aufwächst und lebt, offenbart Er uns, dass das menschliche Dasein, das gewöhnliche und alltägliche Tun einen göttlichen Sinn hat. Sooft wir diese Wahrheit auch betrachtet haben mögen, immer wieder sollte uns der Gedanke an die dreißig Jahre seines verborgenen Lebens in Staunen versetzen, jene dreißig Jahre, die den größten Teil seines Wandels unter uns Menschen, seinen Brüdern, ausmachen. Jahre im Schatten, für uns aber klar wie Sonnenlicht. Oder vielmehr: strahlende Jahre, die unsere Tage erhellen und ihnen ihren wirklichen Sinn geben; denn wir sind gewöhnliche Christen, die ein normales Leben führen wie Millionen Menschen überall auf der Welt.

Dreißig Jahre lang lebte Jesus so: als fabri filius (Mt 13,55), als der Sohn des Zimmermanns. Dann erst folgen die drei Jahre seines öffentlichen Lebens inmitten der lärmenden Menge. Die Leute fragen sich verwundert: Wer ist dieser, woher weiß Er das alles? Denn Er war ja einer von ihnen, führte das Leben der Menschen seines Landes. Er war der faber, filius Mariae (Mk 6,3), der Zimmermann, der Sohn Mariens. Und Er war Gott, im Begriff, das Menschengeschlecht zu erlösen und alles an sich zu ziehen (Joh 12,32).

(Josefmaria Escrivá: Weihnachtshomilie aus „Christus begegnen“, Auszug)

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Quelle

OPUS DEI: Brief des Prälaten Javier Echevarría Rodríguez (November 2016)

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Das bevorstehende Ende des Jahrs der Barmherzigkeit veranlasst Bischof Echevarría, uns in seinem Brief vorzuschlagen: „Vertrauen wir uns persönlich der Barmherzigkeit Gottes an, um uns so unserer Mitmenschen anzunehmen, das heißt, uns ihnen beständig zuzuwenden.“

Ihr Lieben, Gott schütze Euch!

Vor nahezu einem Jahr hat der Papst die Heilige Pforte geöffnet, zuerst im Herzen von Afrika und dann im Petersdom. Nun geht das Jubeljahr seinem Ende entgegen, das auf das Hochfest Christkönig am 20. November festgelegt ist, und wir rufen uns die Ereignisse, die in aller Welt stattgefunden haben, in Erinnerung. Das wichtigste ist zweifellos in der Seele eines jeden zwischen ihm und Gott geschehen. Nur er weiß, wie viele Menschen sich, vielleicht nach Jahren der Gottferne oder der Lauheit, wieder mit ihm versöhnt haben.

Im Laufe dieser Monate haben wir versucht, das Geheimnis der Liebe Gottes, das im Schoß der Kirche verborgen ruht, wieder zu entdecken. Und wirklich, das göttliche Erbarmen erfüllt die ganze Erde, wie die Wasser die weite Fläche der Ozeane bedecken; wir haben ihm nachgespürt in der Heiligen Schrift – bei den Propheten und in den Psalmen, vor allem jedoch im Evangelium –, in der Liturgie, in der Volksfrömmigkeit … Auch in unserem Leben haben wir es bemerkt. Ein Blick auf die eigene Existenz genügt, um voller Staunen neu zu entdecken, wie nah Gott uns ist, seit er uns durch die Taufe in die Kirche eingegliedert hat – und sogar noch vorher.

Christus hat uns im 15. Kapitel des Lukasevangeliums eine klare Lehre hinterlassen. Dort werden seine drei Gleichnisse von der göttlichen Barmherzigkeit erzählt: vom verlorenen Schaf, von der verlorenen Drachme und vom Verlorenen Sohn. Der hl. Ambrosius schreibt dazu: „Wer sind dieser Vater, dieser Hirt und diese Frau? Stellen sie nicht Gott Vater, Christus und die Kirche dar? Christus trägt dich auf seinen Schultern, die Kirche sucht dich, und der Vater nimmt dich auf. Weil er Hirte ist, hält der eine dich fest; weil sie Mutter ist, nimmt die andere dich auf und macht sich immer wieder auf die Suche nach dir; und dann zieht der Vater dir wieder deine Kleider an. Der erste tut es als Werk seiner Barmherzigkeit; die zweite, indem sie für dich sorgt; und der dritte, indem er dich mit ihm versöhnt.“[1]

Diese Monate haben uns geholfen, unsere Gottes- und Nächstenliebe von neuem zu stärken, genau da, wo sie vielleicht immer noch etwas schwächlich sein mochte. Möglicherweise merken wir jedoch, dass in so manchen Falten unserer Seele weiterhin diese Facette fehlt; das darf uns nicht wundern, denn der Aufruf, „barmherzig wie der Vater zu sein“ ist eine Aufforderung für das ganze Leben.

Der Abschluss des Heiligen Jahres ist daher nicht ein Endpunkt, von dem aus wir zu etwas anderem übergehen, sondern ein Ausgangspunkt, um mit erneuertem Schwung auf dem Weg unseres Christseins voranzuschreiten. Von der Taufe an besitzen alle Christen das allgemeine Priestertum, das dazu führt, mit einem tiefen Sinn für die Gotteskindschaft Erbarmen zu üben. Der hl. Josefmaria sagte häufig, dass „man in allen Menschen Brüder sehen muss, denen wir aufrichtige Liebe und selbstlosen Dienst schulden“[2]. Das ist auch die Botschaft des Papstes wenige Wochen vor Abschluss dieses besonderen Gnadenjahres. „Es genügt nicht, die Barmherzigkeit Gottes im eigenen Leben zu erfahren; jeder, der sie empfängt, muss auch ihr Zeichen und Werkzeug für die anderen sein. Außerdem ist die Barmherzigkeit nicht nur besonderen Augenblicken vorbehalten, sondern sie umfasst unser ganzes tägliches Leben.“[3]

Daher frage ich mich und lade auch Euch ein, Euch zu fragen: Was ist in uns am Ende des Heiligen Jahres verblieben? Sind wir mehr als zuvor überzeugt, dass Gott uns wie ein Vater anschaut, „dessen Liebe zart und unerschöpflich ist“[4]? Im täglichen Miteinander, im Familienleben, in der Berufsarbeit, im Apostolat, bei den Armenbesuchen und im Einsatz für die, die leiden – steht uns die Liebe Gottes, die sich uns in Christus offenbart hat, überall vor Augen? Halten wir die Hoffnung aufrecht, dass Gott trotz unserer Irrtümer wünscht, dass wir Vermittler seines Erbarmens sind? Es ist äußerst angebracht, wie unsere Mutter Maria über diese Dinge nachzudenken und sie in unserem Herzen zu prüfen.

Um mit immer entschlossenerem Schritt weiter in die Richtung zu gehen, die der Heilige Geist der Kirche vorgibt, erlaube ich mir, Euch zwei Leitlinien vorzuschlagen, die gewissermaßen den in diesen Monaten durchlaufenen Weg zusammenfassen und uns helfen können, in unserer Seele das Licht dieses Heiligen Jahres nicht erlöschen zu lassen: Vertrauen wir uns persönlich der Barmherzigkeit Gottes an, um uns so unserer Mitmenschen anzunehmen, das heißt, uns ihnen beständig zuzuwenden.

Suchen wir daher als erstes Zuflucht bei der Barmherzigkeit Gottes, denn davon hängt alles ab. Wenn wir feststellen, dass Gott die Umstände und Aufgaben nutzt, um uns an sich zu ziehen, vertieft sich unsere Frömmigkeit und der apostolische Eifer nimmt zu. Es fällt uns leichter, zu Jesus zu flüchten, mit sportlichem Geist in unserem geistlichen Leben zu kämpfen, unseren Wunsch zu erneuern, ihm viele Menschen zuzuführen, und in einer Freude zu leben, die nichts und niemand trüben kann.

Die Liebe Gottes erweist sich als anspruchsvoll und nachgiebig zugleich. Anspruchsvoll, weil Christus das Kreuz auf seine Schultern genommen hat und möchte, dass wir ihm auf diesem Weg folgen und so seine Mitarbeiter sind, um die Früchte der Erlösung überall hingelangen zu lassen; nachgiebig, weil Jesus unsere Begrenzungen kennt und uns besser führt als die verständnisvollste Mutter. Nicht wir werden mit unserem Einsatz die Welt ändern, Gott wird es vollbringen, der fähig ist, die Herzen aus Stein in Herzen aus Fleisch zu verwandeln.

Der Herr erwartet von uns nicht, dass wir uns nie irren, sondern dass wir immer wieder aufstehen, ohne uns je an unsere Irrtümer zu klammern; dass wir gelassen und mit kindlichem Vertrauen über diese Erde wandeln. Betrachten wir häufig diese zartfühlenden Worte des hl. Johannes: Wir werden unser Herz in seiner Gegenwart beruhigen. Denn wenn das Herz uns auch verurteilt – Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles.[5] Den inneren Frieden besitzt nicht, wer seiner eigenen Ansicht nach alles gut macht, und auch nicht, wer sich nicht zu lieben bemüht, sondern er kehrt in den Menschen ein, der stets aufs Neue in die Hände Gottes zurückkehrt, auch wenn er gefallen ist. Christus ist nicht gekommen, die Gesunden zu suchen, sondern die Kranken[6], und er gibt sich zufrieden mit einer Liebe, die sich täglich erneuert, weil die Menschen, die straucheln und fallen, ihre Zuflucht zu den Sakramenten als unerschöpflichen Quell der Vergebung nehmen.

Die Barmherzigkeit drängt uns auch, uns der anderen anzunehmen, uns ihnen zuzuwenden; wenn wir selbst Gottes Erbarmen erfahren haben, sind wir in der Lage, es anderen zu schenken. Und so „wird der Christ, nachdem ihm Erbarmen und reiche Gerechtigkeit zuteil wurde, bereit, mit den Unglücklichen Mitleid zu haben und für die Sünder zu beten. Er wird barmherzig, selbst gegen seine Feinde.“[7] Einzig das grenzenlose Verständnis Gottes „ist fähig, das verlorene Gute zurückzugewinnen, das begangene Böse mit Gutem zu vergelten und neue Kräfte der Gerechtigkeit und der Heiligkeit zu erzeugen“[8].

Nicht selten kommt es vor, dass die Menge an Arbeit oder an Problemen das Herz ein wenig betäuben könnte, wie die Dornen den guten Samen ersticken. Gott aber rüttelt uns auf, damit wir uns den anderen zuwenden, nicht nur, wenn es Schwierigkeiten oder gar Tragödien gibt, sondern ebenso in der Fülle alltäglicher Kleinigkeiten, die ein aufmerksames Herz erfordern, das dem Bedeutung nimmt, was in Wirklichkeit keine hat, und sich bemüht, sie dem wirklich Wichtigen zu geben, was vielleicht unbemerkt bleibt. Gott ruft uns nicht nur auf, mit den anderen zusammen­zuleben, sondern für die anderen zu leben. Er fordert von uns, „uns jedem Menschen liebevoll und selbstverständlich zuzuwenden, mit ehrlicher Freundlichkeit“[9].

Nehmen wir daher immer unsere Zuflucht zum Gebet, vor allem wenn wir meinen, eine Situation oder ein Mensch übersteige unsere Kräfte, um dem Herrn die Hindernisse auf unserem Weg anzuvertrauen. Bitten wir ihn um Hilfe, sie zu überwinden, ihnen nicht zu viel Bedeutung zuzumessen. Bitten wir ihn auch, er möge uns auf die Fürsprache Mariens, der Mater misericordiæ, eine Nächstenliebe nach dem Maß seiner Liebe schenken.

Auf seiner apostolischen Reise nach Polen sprach der Papst vom Evangelium als “dem lebendigen Buch der Barmherzigkeit Gottes“. Dieses Buch, fuhr er fort, „hat am Schluss noch weiße Seiten: Es bleibt ein offenes Buch, und wir sind berufen, es im selben Stil weiter­zuschreiben, das heißt indem wir Werke der Barmherzigkeit vollbringen.[10] Und er schloss: Jeder von uns bewahrt in seinem Herzen eine ganz persönliche Seite des Buches der Barmherzigkeit Gottes.“[11] Füllen wir voller Hoffnungen die Seiten, die Gott jedem von uns zugewiesen hat, ohne uns von den Klecksen und Flecken, die unsere ungeschickte Schreibweise verursacht hat, entmutigen zu lassen. Dank Gottes Nachsicht wirkt der Heilige Geist in unseren Schwächen, denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark[12]; wir werden stark mit der Gnade Christi und können dann weitergeben, was wir empfangen haben.

Vergessen wir bei dieser aufmerksamen Hinwendung zu den anderen nicht das Gebet für die Verstorbenen – besonders am 2. November und während des ganzen Monates –, dieses diskrete, in den Augen Gottes aber so wohlgefällige Werk der Barmherzigkeit. Ich erbitte vom Herrn für jeden und jede von Euch die Gnade, die Gemeinschaft der Heiligen mit allen zu leben: mit denen, die unsere Fürbitte im Fegfeuer brauchen, mit denen, die bereits die himmlische Glückseligkeit genießen, und mit denen, die hier unten noch auf der Pilgerschaft sind, angefangen beim Papst und seinen Mitarbeitern, bis unsere Bittgebete alle Männer und Frauen einschließen, besonders aber die Bedürftigsten dieser Gemeinschaft.

Ich möchte nicht schließen, ohne Gott für die vor kurzem erfolgte Weihe von Diakonen der Prälatur zu danken. Bitten wir für sie und für alle geweihten Amtsdiener der ganzen Welt. Gleichzeitig erneuere ich meine Dankbarkeit für die geistlichen Früchte der Pastoralreise, die ich vor zwei Wochen in die neue Region von Finnland und Estland gemacht habe. Beten wir für die Kirche in diesen und in den anderen Ländern Nordeuropas. Wie gerne würde ich Euch im Einzelnen erzählen, wie sehr der heilige Josefmaria – und auch unser geliebter Alvaro – die Einpflanzung des Werkes in diesen Breitengraden wünschte. Betrachtet das, wenn Ihr vor dem Allerheiligsten eine Weile betet. Und danken wir Gott auch aufrichtig für den Jahrestag der Errichtung des Werkes als Personalprälatur.

In Liebe segnet Euch

Euer Vater

+ Javier

Rom, 1. November 2016


[1] Hl. Ambrosius, Expositio Evangelii secundum Lucam, VII, 208 (PL 15, 1755).

[2] Hl. Josefmaria, Gespräche, Nr. 29.

[3] Papst Franziskus, Ansprache bei der Generalaudienz, 12.X.2016.

[4] Hl. Josefmaria, Im Feuer der Schmiede, Nr. 331.

[5] 1 Joh 3, 19-20.

[6] Vgl. Mt 9, 13.

[7] Hl. Cromatius von Aquileia, Predigt 41, 5; Über die Seligpreisungen (CCL IX A, 177).

[8] Sel. Paul VI., Manuskript, Istituto Paulo VI., Notiziario 71 [2016], 7-8 (veröffentlicht auch in L‘Osservatore Romano, September 2016).

[9] Hl. Josefmaria, Im Feuer der Schmiede, Nr. 282.

[10] Papst Franziskus, Homilie, 30.VII.2016.

[11] Ebda.

[12] 2 Kor 12, 10.

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Quelle

Das Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder (II)

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Foto: Arguez

In diesem Artikel wird dargelegt, dass neben der Familie auch der Staat und die Kirche unersetzliche Pflichten im Bereich der Erziehung haben.

Der vorausgehende Artikel behandelte die natürliche Begründung des Rechts der Eltern auf Erziehung ihrer eigenen Kinder sowie den universellen und unverzichtbaren Charakter dieses Rechtes.

Geht man von dieser Überlegung aus, fällt es sicher leicht die Schule als eine Ergänzung der Bildungsarbeit zu verstehen, die zuhause erfolgen muss. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass nicht nur die Eltern gesetzlich für Fragen zuständig sind, die mit der Erziehung zu tun haben. Der Staat und auch die Kirche haben aus anderen Gründen in diesem Bereich unentbehrliche Pflichten.

Die Aufgabe des Staates auf dem Gebiet der Erziehung

Es gibt mehrfache Gründe, die das Interesse der Behörden an der Erziehung rechtfertigen. Vom Erfahrungsstandpunkt aus ist es international nachgewiesen, dass das tatsächliche Wachstum der Freiheit und des sozioökonomischen Fortschritts der Gesellschaften auf der Notwendigkeit beruht, dass die staatlichen Behörden ein gewisses kulturelles Niveau der Bevölkerung sicherstellen. Eine verflochtene Gesellschaft kann nämlich nur dann richtig funktionieren, wenn es eine angemessene Verbreitung der Informationen und der entsprechenden Kenntnisse für deren richtige Verarbeitung gibt, wie auch ein ausreichendes Verständnis für die Tugenden und die Verhaltensregeln, die das Zusammenleben der Bürger ermöglichen und die eigenen und die gemeinsamen Verhaltensweisen prägen.

Man braucht zum Beispiel nur an die Bedeutung der Bekämpfung des Analphabetismus zur Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit zu denken, um zu verstehen, dass der Staat unaufgebbare Befugnisse und Rechte bezüglich der Förderung und Verbreitung der Erziehung besitzt, auf die jeder Mensch ein unveräußerliches Recht hat i.

Als konkrete Forderung des Gemeinwohls ist es zulässig, dass die staatliche Gesetzgebung bestimmte Bildungsstufen festlegt, deren erfolgreicher Abschluss die rechtliche Voraussetzung für den Zugang zu bestimmten Universitätsstudien und anderen Arten beruflicher Tätigkeiten sein kann.

In diesem Zusammenhang kann die Frage aufkommen, ob die Zuständigkeiten der Eltern und die des Staates nicht im Widerspruch stehen oder sogar unvereinbar sind, oder ob sie im Gegenteil eine gegenseitige Ergänzung sein können. Jedenfalls wird es gut sein sich zu fragen wie sie sich aufeinander abstimmen lassen. Wie weit kann kann der Staat rechtlich eingreifen ohne das Recht der Eltern untergraben, oder wann darf er eingreifen, um die Rechte der Kinder gegenüber den Eltern sicherzustellen?

In Wirklichkeit geht es dabei um Fragen, die an sich die Rolle des Staates bezüglich der Erziehung nicht berühren. Im Gegensatz zu dem, was wünschenswert wäre, zeigt sich bei den Behörden in vielen Ländern – zumindest seit dem 18. Jahrhundert – eine Neigung, die Erziehungsaufgaben zunehmend ausschließlich an sich zu ziehen, so dass fallweise eine fast vollständiges Schulmonopol erreicht wird.

Hinter diesem Interesse steckt die Absicht, allen Menschen eine einheitliche Ethik vorzuschreiben, die einer bürgerlichen Moral entsprechen sollte, deren Inhalt aus einigen allgemein gültigen und von allen anerkannten ethischen Minimalgrundsätzen besteht; und die in besonders übertriebenen Fällen zu einer beinahe totalitären Weltanschauung verkommen ist, weil sie versucht, dem Bürger die Verantwortung zu nehmen, ein eigenes Sitten- und Gewissensurteil zu haben, und weil sie ihm Lebensentwürfe oder Lebensstile verbietet, die anders sind als jene, die von der öffentlichen Meinung verbreitet werden, die der Staat geschaffen und unterstützt hat.

Das Mittel zur Verfolgung dieser Ziele ist die hartnäckige Verteidigung des wertneutralen Unterrichtes in der so genannten öffentlichen Schule gewesen, das An-den-Rand-Drängen oder die wirtschaftliche Aushungerung der Bildungsinitiativen, die im Schoß der Zivilgesellschaft entstanden sind, oder indirekt das Einführen von amtlichen Genehmigungsbedingungen oder allgemeine Programme durch staatliche Verordnungen, die dermaßen einschränkend und erschöpfend sind, dass sie in Wirklichkeit die Möglichkeit der Spezialangebote gesellschaftlicher Alternativen beseitigen. Das führt über den Weg der vollendeten Tatsachen zu einem Erziehungsmonopol oder zu einem rein äußerlichen Vorhandensein der schulischen Vielfalt.

In diesem Zusammenhang kann man sagen, dass die angebliche Vorurteilslosigkeit der staatlichen Bildungsprogramme nur scheinbar besteht, weil sie eine ganz eindeutige ideologische Einstellung enthalten. Im Westen lässt sich darüber hinaus feststellen, dass diese Art von Initiativen üblicherweise mit dem Bestreben verbunden ist, die menschliche Kultur von jeder Art religiöser Anschauung zu befreien, oder mit der Absicht, sittliche Grundwerte als nicht so wichtig anzusehen, wie etwa den Sinn der Gemütsregungen und der Liebe, der Mutterschaft, des Rechts auf Leben vom Augenblick der Zeugung an bis zu einem natürlichen Tod …

Diese Einstellung hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt, weil auf die Schulen Grundsätze angewendet wurden, die eher für den Universitätsbetrieb geeignet sind, wie die Lehr- und Meinungsfreiheit derer, die sich der Lehre widmen. So gesehen ist die Bildungsfreiheit eingeschränkt auf die vermeintliche Freiheit, die der Lehrer als ein vom Staat gewährtes Zugeständnis besitzen soll, um seine Ideen zu äußern und seine Schüler nach seinem Gutdünken zu bilden.

Hinter dieser Art, die Freiheit zu verstehen, lässt sich ein tiefer Pessimismus erkennen hinsichtlich der Fähigkeiten des Menschen und der Eignung der Eltern sowie der Gesellschaft im allgemeinen, den Kindern eine Ausbildung in der Tugend und der bürgerlichen Verantwortung sicherzustellen.

Diese Schwierigkeiten werden überwunden, wenn man bedenkt, dass die Schule eine Vertretungsaufgabe in Bezug auf die Eltern durchführt. «Die Behörden haben die Pflicht, dieses Elternrecht zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass es auch wirklich ausgeübt werden kann» ii, das heißt, sie haben sich an das Subsidiaritätsprinzip zu halten.

DIE LEHRFREIHEIT

Die Verteidigung des Elternrechts auf Erziehung ihrer Kinder im Schulbereich, sei es in Hinblick auf die Überschreitung der Zuständigkeit der Behörden, sei es in Bezug auf die weltanschaulichen Auffassungen des Lehrers, bezeichnet man gewöhnlich als Lehrfreiheit oder auch Freiheit der Erziehung. Es ist dasselbe natürliche Recht der Eltern vom Standpunkt der Beziehungen mit dem Staat und mit den anderen Erziehungsbeauftragten her gesehen.

Die Lehrfreiheit ist deshalb ein Menschenrecht, das den Familieneltern zukommt, damit sie ihre Kinder entsprechend ihren Vorstellungen erziehen, die ganz unterschiedlich sein können iii: angefangen von Fragen, die den Lebenslauf angehen (die Wahl der Sprachen oder der Sportarten, die sie ausüben), bis zu den Unterrichtsmethoden oder den Erziehungsmodellen (dazu gehören beispielsweise der getrennte Unterricht oder andere eher disziplinäre Dinge).

Verständlicherweise gehört die religiöse Ausrichtung zu diesem Bereich: es ist normal, dass die Eltern ihre Kinder im selben Glauben erziehen wollen, den sie bekennen und ausüben. Es geht also nicht um eine konfessionelle oder ideologische Frage, sondern um das natürliche Recht der Eltern.

Diese Freiheit stellt sicher, dass sie es sind, die sich um die Erziehung der Kinder kümmern, sei es selber, sei es durch die Wahl der Schulen oder anderer Hilfsmittel, die sie dafür geeignet oder notwendig halten, oder auch durch die Errichtung eigener Erziehungszentren. Dem Staat kommen zweifellos Aufgaben in der Förderung, der Kontrolle und Beaufsichtigung des Schulwesens zu. Aber das verlangt Chancengleichheit zwischen den staatlichen Unternehmungen und privaten Initiativen. Beaufsichtigen bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu machen und die Freiheit zu behindern oder einzuschränken iv.

Jedenfalls ist dieses Recht nicht auf den häuslichen Bereich beschränkt, sondern es betrifft gerade die Bildung, die der von den Behörden rechtmäßig angeordneten Schulpflicht nachkommt, damit die Minderjährigen eine Mindestausbildung erhalten. Das heißt es gilt für die gesamte Zeit, in der sich die Kinder unter der Vormundschaft ihrer Eltern befinden.

Folglich geht es bei der Lehrfreiheit nicht um jede beliebige Art der Bildung, sondern um die Ausbildungsmaßnahmen, die eine allgemeine gesellschaftliche Bedeutung haben, damit die von einem Minderjährigen erhaltene Bildung rechtlich gültig ist. Die Lehrfreiheit setzt voraus anzuerkennen, dass nicht nur die staatliche Schule fähig ist, die Erfüllung der von den Behörden rechtmäßig festgesetzten Verpflichtung zur Mindestschulbildung nachzuweisen.

In dieser Zeit der Minderjährigkeit wird die Tätigkeit der Lehrer weder von der freien Wissenvermittlung noch von der für die Universität geltenden Forschungsfreiheit und deren Aufgabe bestimmt. Die Lehrer sind vor allem als Beauftragte der Eltern tätig. Sie stellen ihre beruflichen Fähigkeiten zur Verfügung, um mit ihnen gemeinsam die Kinder so zu erziehen, wie die Eltern es haben wollen.

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Foto: Medellin.Digital

Im Bereich der Schule ist die Lehrtätigkeit des Lehrers eine Arbeit, die sich als “väterlich” bezeichnen lässt; sie sollte niemals ideologisch sein. Die Lehrfreiheit lehnt sich gegen den Wertewandel auf, der die Beseitigung des Grundsatzes mit enthält, die Schule habe im Auftrag der Eltern zu handeln, und ihn durch jenen anderen ersetzt, der behauptet, die Schule sei als ideologisch-administrativer Vertreter der staatlichen Behörden tätig.

DIE VERPFLICHTUNG ZUM EINGREIFEN IM ÖFFENTLICHEN BEREICH BEI ERZIEHUNGSFRAGEN

Alle Bürger, insbesondere die Eltern, können und sollen einzeln oder in Vereinen im öffentlichen Bereich Stellung nehmen, wenn es um die Erziehung geht, die eine ganz wichtige Angelegenheit des Gemeinwohls ist.Im Leben der Völker gibt es zwei Bereiche, die von entscheidender Bedeutung sind: die Gesetze über Ehe und Familie und die über die Erziehung. Hier müssen die Kinder Gottes – aus Liebe zu allen Menschen – feste Grundsätze vertreten und sich selbstlos einsetzen v.

Diese Festigkeit, die besonders wichtig für eine auf der Ehe beruhenden Familie ist, stützt sich auf eine angeborene Berechtigung, die weder vom Staat noch von der Gesellschaft gewährt wird, sondern schon vor diesen besteht, weil sie in der Natur des Menschen ihre Grundlage hat. Daher muss sie bestrebt sein, dass das den Eltern zustehende Recht anerkannt wird, die eigenen Kinder selbst zu erziehen oder diese Tätigkeit jenen zu übertragen, denen sie vertrauen. Es ist also ein Ausdruck der gesellschaftlichen Eigenständigkeit der Familie und deren Umfangs der Selbstbestimmung anderen Gewalten gegenüber, die beabsichtigen sich auf diesem Gebiet einzumischen. So eine Haltung verlangt von den Eltern allerdings ein hohes Maß an Verantwortungssinn und Eigeninitiative.

J.A. Araña, C.J. Errázuriz

i Vgl. Johannes Paul II., Ansprache bei der UNESCO , 2.6.1980; Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Libertatis conscientia , Nr. 92.

ii Katechismus der Katholischen Kirche , Nr. 2229.

iii Vgl. ebd.

iv Hl. Josefmaria, Gespräche mit Mons. Escrivá de Balaguer, Nr. 79.

v Hl. Josefmaria, Im Feuer der Schmiede , Nr. 104.

Das Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder (I) – Ausdruck der Liebe –

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Auch wenn sie sich an andere Mitwirkende wenden können, sind die Eltern immer die Hauptverantwortlichen für die Erziehung der Kinder, wie in diesem Artikel näher erläutert wird.

Die heute geltende Allgemeine Erklärung der Menschenrechte legt im Artikel 26 das Recht der Eltern fest, die Erziehung zu wählen, die sie für ihre Kinder bevorzugen i, und noch erwähnenswerter ist die Tatsache, dass die Unterzeichner diese Grundregel zu den Grundgesetzen zählen, die ein Staat weder verweigern noch gezielt verändern darf.

Es gehört zur menschlichen Natur, ein von seiner inneren Art her gesellschaftliches und abhängiges Lebewesen sein. Die Abhängigkeit zeigt sich am deutlichsten in den Kindesjahren. Zum menschlichen Wesen gehört, dass wir alle eine Erziehung erhalten, in die Gesellschaft hineinwachsen, sich eine Kultur und einige Kenntnisse aneignen müssen.

Genau genommen ist ein Kind nicht nur ein in die Welt hineingestelltes Geschöpf: im Menschen gibt es eine enge Verbindung zwischen Zeugung und Erziehung, die so weit geht, dass letztere als Fortsetzung oder Vervollständigung des Zeugungsaktes angesehen wird. Jedes Kind hat ein Recht auf Erziehung, das notwendig ist, um seine Fähigkeiten entfalten zu können; und diesem Recht der Kinder entspricht das Recht und die Verpflichtung der Eltern sie zu erziehen.

AUSDRUCK DER LIEBE GOTTES

Das lässt sich gut an der lateinischen Bezeichnung für Erziehung “educatio” erkennen. Das Wort educare bedeutet vor allem die Handlung und die Folge der Versorgung oder des Aufziehens der Nachkommenschaft. Es ist klar, dass diese Versorgung nicht nur materiell zu verstehen ist, sondern auch die Entfaltung der geistigen Fähigkeiten der Kinder umfasst, der intellektuellen wie der sittlichen, zu denen auch die Tugenden und Höflichkeitsformen gehören.

Sohn und Vater, Tochter und Mutter sind, jeweils im Bezug auf den anderen, die natürlichen Zöglinge und Erzieher, und jede andere Art der Erziehung ist es nur in sinngemäßer Weise: die Erziehung betrifft den Menschen insofern er Sohn oder Tochter ist, das heißt, insofern er von seinen Eltern abhängt.

Daher liegt der Grund des Rechts auf Erziehung in der menschlichen Natur, und seine Wurzeln liegen in wirklichen Dingen, die für alle Menschen ähnlich sind und die letztlich die Gesellschaft selbst begründen. Darum hängen die Rechte zur Erziehung und zum Erzogen-werden nicht davon ab, ob sie durch ein positives Gesetz festgelegt worden sind oder nicht; sie sind auch nicht einZugeständnis der Gesellschaft oder des Staates. Es handelt sich um Grundrechte im strengsten Sinn, den dieses Wort enthält.

Das Recht der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder ist also bezogen auf jenes der Kinder, eine ihrer Menschenwürde und ihren Bedürfnissen entsprechende Erziehung zu erhalten; dieses letztere ist der Grund für das erste. Die Angriffe gegen das Recht der Eltern sind letztlich nichts anderes als ein Angriff gegen das Recht der Kinder, das aus Gerechtigkeit von der Gesellschaft anerkannt und gefördert werden muss.

Die Tatsache, dass das Recht der Kinder erzogen zu werden grundlegender ist, bedeutet jedoch nicht, dass die Eltern darauf verzichten könnten, Erzieher zu sein, etwa unter dem Vorwand, dass andere Personen oder Institutionen sie besser erziehen können. Das Kind ist vor allem Kind; und für sein Heranwachsen und Reifen ist es ganz wichtig, dass es als solches im Schoß der Familie aufgenommen wird.

Die Familie ist der natürliche Ort, an dem die Beziehungen der Liebe, des Dienstes, der gegenseitigen Hingabe, die zum innersten Bereich des Menschen gehören, erfahren, erachtet und erlernt werden. Daher sollte jeder Mensch, außer in den unmöglichen Fällen, im Schoß einer Familie von seinen Eltern erzogen werden. Dabei können andere Personen – jeder in seiner verschiedenen Rolle – mitwirken: Geschwister, Großeltern, Tanten, Onkel …

Vom Glauben erhellt erhalten die Zeugung und die Erziehung einen neuen Sinn: das Kind ist zur Vereinigung mit Gott berufen und ist für die Eltern so etwas wie ein Geschenk, das zugleich Ausdruck ihrer ehelichen Liebe ist.

Wenn neuerlich ein Kind geboren wird, bekommen die Eltern eine neue göttliche Berufung: der Herr erwartet von ihnen, dass sie das Kind in der Freiheit und in der Liebe erziehen. Sie sollen es nach und nach zu Ihm hinführen. Er erwartet, dass der Sohn oder die Tochter in der ihm oder ihr von den Eltern erwiesenen Liebe und Zuwendung ein Spiegelbild der Liebe und Aufmerksamkeit bemerkt, die Gott selbst ihnen zuwendet. Daher sind für christliche Eltern das Recht und die Pflicht zur Erziehung eines Kindes aus Gründen unverzichtbar, die weit über einen natürlichen Verantwortungssinn hinausgehen. Sie sind auch unverzichtbar, weil sie zu ihrer Hochachtung gegenüber der göttlichen Berufung gehören, die sie mit der Taufe erhalten haben.

Auch wenn die Erziehung vor allem eine Tätigkeit des Vaters und der Mutter ist, tut es jeder andere Erzieher, weil er von den Eltern dazu beauftragt wurde und ihnen unterstellt ist. «Die Eltern sind die ersten und hauptsächlichen Erzieher der eigenen Kinder und haben auch in diesem Bereich grundliegende Zuständigkeit: Sie sind Erzieher, weil sie Eltern sind. Sie teilen ihren Erziehungsauftrag mit anderen Personen und Institutionen wie der Kirche und dem Staat; dies muss jedoch immer in korrekter Anwendung des Prinzips der Subsidiarität geschehen»ii.

Es ist natürlich gestattet, dass die Eltern Hilfen suchen, um ihre Kinder zu erziehen. Die Aneignung kultureller oder technischer Fertigkeiten, die Beziehung zu Personen über den Kreis der Familie hinaus, usw. sind notwendige Teilbereiche für ein richtiges Heranwachsen des Menschen, die die Eltern auf sich allein gestellt nicht in angemessener Weise abdecken können. Das heißt, «jeder andere Mitwirkende am Erziehungsprozess kann nur im Namen der Eltern, auf Grund ihrer Zustimmung, und in einem gewissen Maße sogar in ihrem Auftrag tätig werden» iii: solche Hilfestellungen werden von den Eltern gesucht, die niemals das aus dem Blick verlieren, was sie von ihnen erwarten, und die aufmerksam sind, damit sie ihren Absichten und Erwartungen entsprechen.

ELTERN UND SCHULEN

Die Schule ist in diesem Zusammenhang als eine Einrichtung zu verstehen, die dazu ausersehen ist, mit den Eltern bei deren Erziehungsarbeit zusammenzuarbeiten. Es ist umso dringender sich dieser Tatsache bewusst zu sein, wenn wir daran denken, dass es heute viele Gründe gibt, die die Eltern – oft ohne sich dessen ganz bewusst zu sein – dazu bringen können, die große Bedeutung der ihnen zukommenden wunderbaren Arbeit nicht zu verstehen und in Wirklichkeit auf ihre Rolle als vollverantwortliche Erzieher zu verzichten.

Der von Papst Benedikt XVI. mehrmals angesprochene Erziehungsnotstand hat seinen Grund in dieser Verwirrung: Die Erziehung wurde verkürzt auf«die Weitergabe bestimmter Fähigkeiten oder Fertigkeiten (…). Den Wunsch der jungen Generationen, glücklich zu sein, versucht man dadurch zu kompensieren, dass man sie mit Konsumprodukten überhäuft und ihnen kurzlebige Freuden verschafft» iv, und auf diese Weise bleiben die Jugendlichen «letztlich allein gelassen angesichts der großen Fragen, die unweigerlich in ihnen aufbrechen» v, und einer Gesellschaft und Kultur ausgeliefert, die sich den Relativismus zu ihrem Glaubensbekenntnis gemacht hat.

Angesichts dieser möglichen Schwierigkeiten und wegen ihres von Natur aus gegebenen Rechts müssen die Eltern spüren, dass die Schule in gewisser Weise eine Erweiterung ihres Zuhauses ist. Sie ist ein Mittel ihrer eigenen Aufgabe als Eltern und nicht nur ein Ort, an dem den Kindern eine Reihe von Kenntnissen vermittelt wird.

Als erste Bedingung muss der Staat die Freiheit der Familien sicherstellen, so dass es ihnen möglich ist die Schule oder die Bildungszentren wohlüberlegt auszuwählen, die ihnen für die Erziehung ihrer Kinder am besten geeignet erscheinen. Sicherlich besitzt der Staat im Rahmen seiner Aufgabe das Gemeinwohl zu schützen, einige Rechte und Pflichten im Erziehungsbereich. Auf sie werden wir in einem der nächsten Artikel zurückkommen. Dieses Eingreifen darf aber nicht dem berechtigten Bestreben der Eltern entgegenstehen, ihre eigenen Kinder in Übereinstimmung mit den Werten zu erziehen, die von ihnen für wichtig gehalten und vorgelebt werden, und die sie als wertvoll für ihre Nachkommen ansehen.

Wie das II. Vatikanische Konzil lehrt, muss der Staat – auch wenn es nur eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit wäre – die Mittel und die günstigen Voraussetzungen bereitstellen, denn die Eltern «müssen in der Wahl der Schule wirklich frei sein, (…) für ihre Kinder die Schulen nach ihrem Gewissen wirklich frei wählen können» vi. Daher ist es wichtig, dass sich jene, die in den Bereichen der Politik und der Öffentlichen Meinung tätig sind, darum bemühen, dass dieses Recht gewahrt bleibt und so weit wie möglich gefördert wird.

Das Interesse der Eltern an der Erziehung ihrer Kinder zeigt sich in tausend Details. Unabhängig von der Einrichtung, in der die Kinder studieren, ist es ganz normal sich über das dort herrschende Klima und die vermittelten Inhalte zu erkundigen.

Auf diese Weise schützt man die Freiheit der Schüler ; das Recht, dass ihre Persönlichkeit nicht verbildet wird und ihre Fähigkeiten nicht übergangen werden; den rechtmäßigen Anspruch auf eine gesunde Bildung, ohne dass man ihre ganz natürliche Lernbereitschaft missbraucht, um ihnen Auffassungen und menschliche Teilansichten aufzudrängen. So wird es ermöglicht und gefördert, dass die Kinder einen gesunden kritischen Geist entwickeln, und gleichzeitig zeigt man ihnen, dass auf diesem Gebiet das Interesse der Eltern über die Schulergebnisse hinausgeht.

Genau so wichtig wie dieser Kontakt zwischen den Eltern und den Kindern ist jener der Eltern mit den Lehrern. Eine klare Folge davon, die Schule als ein weiteres Hilfsmittel der eigenen Erziehungsarbeit anzusehen, ist aktiv bei den Initiativen oder beim Festlegen der Grundeinstellungen der Schule mitzuarbeiten.

Insofern ist es wichtig, bei ihren Tätigkeiten mitzumachen: Erfreulicherweise hat es sich immer mehr eingebürgert, dass die staatlichen wie die privaten Schulen von Zeit zu Zeit Tage der offenen Tür, Sporttage oder Informationsrunden mit eher akademischer Ausrichtung veranstalten. Besonders bei den zuletzt genannten Zusammenkünften ist eine Teilnahme – wenn möglich – beider Eltern anzustreben, auch wenn das einigen Aufwand an Zeit oder Organisation erfordert. Auf diese Weise wird den Kindern, ohne viel sagen zu müssen, vermittelt, dass beide Eltern die Schule als einen bedeutenden Teil im Familienleben ansehen.

In diesem Zusammenhang eröffnen sich durch das Mitwirken in Elternvereinen – indem man bei der Planung von Veranstaltungen mitmacht, gute Vorschläge einbringt oder sich sogar an den Leitungsgremien beteiligt – eine Reihe von neuen erzieherischen Möglichkeiten. Ohne Zweifel bedarf es einer aufopferungsbereiten Einstellung: man muss sich Zeit nehmen, um mit anderen Familien zu sprechen, um die Professoren kennen zu lernen, an Sitzungen teilzunehmen usw. …

Diese Schwierigkeiten werden jedoch – vor allem für jemanden, der Gott liebt und den anderen dienen will – reichlich aufgewogen durch das Eröffnen eines apostolischen Betätigungsfeldes, das unermesslich groß ist. Selbst wenn die Schulordnung es nicht zulässt bei der Ausrichtung einiger Ausbildungsprogramme unmittelbar mitzuwirken, besteht die Möglichkeit, die Professoren und die Schulleitung dazu zu bringen und zu bewegen, dass im Unterricht die Tugenden, das Gute und das Schöne vermittelt werden.

Die anderen Eltern sind die ersten, die für so einen Einsatz dankbar sind. Für sie wird ein bei der Arbeit der Schule mitwirkender Vater – egal ob er diesen Auftrag erhalten hat oder ob er aus Eigeninitiative seine Sorge um das Klima in der Klasse zeigt, usw. – zu einer Bezugsperson: er ist jemand, auf dessen Erfahrung man sich stützt, oder den man bei der Erziehung der eigenen Kinder um Rat bittet.

Auf diese Weise öffnet sich der Weg zur persönlichen Freundschaft und mit ihr zu einem Apostolat, das letztlich allen Menschen im Erziehungsumfeld, in dem sich die Kinder entfalten, zugute kommt. Hier trifft voll zu, was der heilige Josefmaria im Buch Der Weg über die Fruchtbarkeit des persönlichen Apostolats geschrieben hat: Du bist für deine Umgebung, Apostel, ein Stein der in den See fällt. – Löse du mit deinem Beispiel und Wort einen Kreis aus. Dieser erzeugt einen neuen, dieser wieder einen und wieder einen . . . Jeder wird größer als der vorhergehende. Begreifst du jetzt die Größe deiner Sendung? vii

J.A. Araña – J.C. Errázuriz

i Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, 10.12.1948, Nr. 26.

ii Johannes Paul II., Brief an die Familien, 2.2.1994, Nr. 16.

iii Ebd.

iv Benedikt XVI., Ansprache bei der Eröffnung der Pastoraltagung der Diözese Rom, 11.6. 2007.

v Benedikt XVI,. Ansprache vor der Ital. Bischofskonferenz, 28.5.2008.

vi II. Vatikanisches Konzil, Erklärung über die christliche Erziehung Gravissimum educationis, Nr. 6.

vii Hl. Josefmaria. Der Weg, Nr. 831.

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Heiligung inmitten der Welt – Theologie und Spiritualität

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Harm Klueting rezensiert in „Die Tagespost“ das umfassende Werk von Ernst Burkhart und Javier Lopez über die Theologie und Spiritualität des Hl. Josefmaria Escrivá.

Im Jahr 1421 starb in der Haft in der Engelsburg in Rom der deutsche Dominikaner Matthäus Grabow, nachdem 1419 siebzehn Sätze aus seiner gegen die Brüder vom gemeinsamen Leben gerichteten Schrift als ketzerisch verdammt worden waren. Grabow hatte in dieser in Florenz öffentlich verbrannten Schrift Christentum und Mönchtum gleichgesetzt und in einem Leben nach den evangelischen Räten – Keuschheit, Armut und Gehorsam – den einzigen Weg der Nachfolge Christi gesehen. Er verneinte die Existenz anderer Wege und leugnete die Möglichkeit eines Lebens nach den evangelischen Räten außerhalb des Ordensstandes und somit auch in der Lebensform der Brüder vom gemeinsamen Leben, die keine Ordensregel befolgten und keine Gelübde ablegten. Den Gegenpol zu seiner radikal-monastischen Sicht nahm nach seinem Bruch mit dem Papst und mit der Kirche unter dem Papstprimat der ehemalige Augustinereremit Martin Luther ein, der ein Jahrhundert später in seiner 1521 entstandenen Schrift „De votis monasticis iudicium“ die auf den evangelischen Räten beruhenden Mönchsgelübde als dem Teufel gelobte gotteslästerliche, gottlose und abgöttische Sache bezeichnete, die nur dazu diene, sich selbst gerecht zu machen. Schon in seiner Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation“ von 1520 hatte Luther mit seiner Lehre vom Allgemeinen Priestertum den Unterschied von Klerus und Laien und das Weihepriestertum verworfen: „Alle Christen sind in Wahrheit geistlichen Standes und ist unter ihnen kein Unterschied denn des Amtes halben allein.“ Die Arbeit im weltlichen Beruf bezeichnete er als Gottesdienst im Sinne des Dienstes an der Gesellschaft: „Christus hat nicht zwei, noch zweierlei Art Körper, einer weltlich, der andere geistlich. Ein Schuster, ein Schmied, ein Bauer, ein jeglicher hat seines Handwerks Amt und Werk, und dennoch sind sie alle gleich geweihte Priester und Bischöfe, und ein jeglicher soll mit seinem Amt oder Werk den anderen nützlich und dienstlich sein. Man sagt zum Papst und den Seinen: Tu ora, Du sollst beten; zum Kaiser und den Seinen: Tu protege, Du sollst schützen; zu dem gemeinen Mann: Tu labora, Du sollst arbeiten. Das soll nicht heißen, dass nicht ein jeglicher beten, schützen, arbeiten sollte, denn das heißt alles beten, schützen, arbeiten, wenn sich jemand in seinem Werk übt.“

Was haben der radikale Monastizismus des Matthäus Grabow und der radikale Laizismus Martin Luthers mit dem 1902 geborenen, 1975 gestorbenen und 2002 heiliggesprochenen spanischen Priester Josefmaria Escrivá de Balaguer zu tun? Was den radikalen Monastizismus betrifft, scheint die Antwort klar, schreibt der Gründer des Opus Dei doch 1930, „dass Heiligkeit nicht eine Sache für Privilegierte ist“, oder, Jahrzehnte später, dass Menschen, die nach Heiligkeit streben, „normale Menschen sind, die einer normalen Arbeit nachgehen und in der Welt als das leben, was sie sind: als christliche Staatsbürger, die den Forderungen ihres Glaubens ganz entsprechen wollen“. In einer Äußerung über das Opus Dei heißt es, dass dieses „weder an Gelübden noch an Versprechen, noch an irgendeiner anderen Form von Weihe seiner Mitglieder Interesse hat, die über jene Weihe hinausginge, welche alle Christen bereits in der Taufe empfangen haben“. Aber Luther? Wenn der heilige Josefmaria die „Heiligung der Welt“ durch Menschen zum Programm erhebt, die „sich mit vollem Einsatz ihrer beruflichen Arbeit widmen und in den verschiedensten bürgerlichen und weltlichen Angelegenheiten verantwortlich ihren Mann stehen“, so könnte das auch von dem deutschen Reformator des 16. Jahrhunderts gesagt sein. Aber Escrivá verwirft, anders als Luther, den Ordensstand nicht; er kommt – wie die Autoren des hier vorzustellenden Werkes schreiben – „oft auf das Beispiel heiliger Ordensleute zu sprechen, um die Laien einzuladen, Christus in radikaler Konsequenz nachzufolgen und ohne Abstriche die gleiche vollkommene Hingabe zu leben, allerdings in und durch die weltlichen Tätigkeiten“. Dabei ist dieser Weg der Heiligung „in der Säkularität“ für Escrivá aber keine Verlängerung – Überbietung, Verdrängung oder Ersetzung – der Ordensspiritualität, sondern etwas Anderes und Eigenes: „Escrivá schätzt, ja verehrt das geweihte Leben, aber er lehrt die Heiligung in der Welt. In beiden Fällen handelt es sich um direkte Wege zur Heiligkeit – aber um verschiedene Wege.“ Escrivá verwirft auch nicht, wie Luther, das Papstamt, den Klerus, den hierarchischen Charakter der Kirche oder die Tradition, in der nach der Lehre des Konzils von Trient das eine Evangelium Jesu Christi ebenso gegenwärtig ist wie in der Heiligen Schrift. Das Leben der an Gelübde gebundenen Ordensleute ist für Escrivá „ein Geschenk Gottes und von unschätzbarem Wert für die Kirche – das ist die Antwort an den radikalen Laizismus –, aber es ist keineswegs das Paradigma christlicher Existenz“ – so die Antwort an den radikalen Monastizismus. Deshalb hat der heilige Josefmaria Escrivá durchaus etwas mit dem Reformator Martin Luther und mit dem Dominikaner Matthäus Grabow zu tun. Ernst Burkhart und Javier López, beide Priester der Prälatur Opus Dei und beide Professoren für Spirituelle Theologie an der Opus Dei-Universität „Santa Croce“ in Rom, haben in den Jahren 2010 bis 2013 ihr großes, dreibändiges Werk über die Theologie des heiligen Josefmaria Escrivá in spanischer Sprache unter dem Titel „Vida cotidiana y santidad e la ensenanza de San Josémaría“ veröffentlicht. Jetzt liegt der erste Band in einer von Wilhelm Mühlöcker besorgten deutschen Übersetzung vor, auf den auch der zweite und der dritte Band auf Deutsch folgen sollen. Band eins bringt nach dem mehr als 200 Seiten umfassenden Grundlagentext „Historischer und theologischer Rahmen der Lehre des heiligen Josefmaria“ den Teil I des Werkes mit dem Titel „Das Ziel des christlichen Lebens: Die Verherrlichung Gottes, das Reich Christi, die Kirche“ mit den Kapiteln „Gott verherrlichen: Beschauung inmitten der Welt“, „Auf dass Christus herrsche: Jesus Christus an der Spitze der menschlichen Tätigkeiten“ und „Die Kirche aufbauen: Heiligung und Apostolat“.

Besonders gelungen scheint dem von der Theologie- und Kirchengeschichte aus urteilenden Rezensenten die Einbindung der Theologie Escrivás in die geschichtliche Entwicklung der Rolle der Laien in der Kirche seit der Antike. Escrivá selbst sprach in einem Interview von 1966 von dem „Entfaltungsprozess der Theologie und des Lebens, der die Laien immer mehr zur vollen Übernahme ihrer ekklesialen Verantwortung und ihrer spezifischen Teilnahme an der Sendung Christi und seiner Kirche führt“. Es ist die Rede vom „Verblassen des Bewusstseins von der Berufung der Laien zur Heiligkeit in Mittelalter und Neuzeit“, aber auch von den verschiedenen Fassungen des Allgemeinen Priestertums, das ja keineswegs nur Luther beschäftigte. Auch die „Entfaltung der Laienspiritualität im 20. Jahrhundert“ mit einem interessanten Blick auf den französischen Philosophen Jacques Maritain bis zu der dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils und dem Apostolischen Schreiben „Christifideles laici“ Papst Johannes Pauls II. von 1988 wird thematisiert. Es wird deutlich, dass Escrivá mit der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils vollkommen übereinstimmt und zugleich „ein spirituelles Lehrgebäude entfaltet, das über die Konzilsdokumente hinausführt“.

Das Werk ist trotz seines großen Umfangs hervorragend geeignet, jenseits der Polemik gegen das Opus Dei einen sehr guten und in dieser Form bisher fehlenden Einblick in die Theologie Escrivás zu geben. Das erscheint auch deshalb notwendig, weil Escrivá in der akademischen Theologie kaum rezipiert wird. Dazu die Autoren: „Wer die einschlägigen wissenschaftlichen Publikationen der letzten Jahrzehnte durchgeht, stellt fest, dass es zwar nicht wenige Studien über seine Person und über Aspekte seiner Lehre gibt, dass er aber in Werken der systematischen Theologie oder in Arbeiten, die an sich zentrale Punkte seiner Lehre betreffen, praktisch nicht erwähnt wird. Es muss aber auch erwähnt werden, dass sich die heutige akademische Theologie überhaupt kaum mit den Lehren von Heiligen befasst, die nicht auch wissenschaftliche theologische Werke hinterlassen haben“ – ein Schicksal, das Escrivá mit anderen, etwa mit Edith Stein, teilt. Eine Lösung dieses Problems sehen die beiden Autoren darin, „dass die Theologie ,kontemplativer‘ werden muss, was letztlich bedeuten würde, dass sie auch wieder ,theologischer‘ wird“.

Ernst Burkhart/Javier López: Alltag und Heiligkeit in der Lehre des heiligen Josefmaria. Studie zur spirituellen Theologie, Bd. 1., Adamas Verlag, Köln 2015, 631 Seiten, ISBN 978-3-937-626-27-7, EUR 36,–

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Opus Dei: Brief des Prälaten (Juli 2016)

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„Der besondere Ausweis des Christen ist die Freude“, sagt Bischof Echevarria in seinem Brief, indem er einen Ausdruck des Heiligen Vaters wiederholt. Und er lädt uns dazu ein, dass geistige Werk der Barmherzigkeit „die Trauernden zu trösten“ in die Tat umzusetzen.

Ihr Lieben: Jesus möge meine Töchter und Söhne beschützen!

Im Laufe dieser Monate bemühen wir uns, die Werke der Barmherzigkeit in die Mitte unseres Lebens zu stellen. Wir wollen heute eins dieser Werke betrachten, auf das sich Jesus Christus ausdrücklich bezieht, wenn er den christlichen Weg der Seligpreisungen beschreibt: „Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.“[1]

Es handelt sich um ein Werk der Barmherzigkeit, das – wie die Vergebung von Beleidigungen – uns Gott ähnlicher macht, uns ihn nachahmen lässt. Schon im Alten Testament hatte Gott angekündigt: „Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch.“[2] Beim letzten Abendmahl verspricht Jesus diesen Trost auf vollkommene Weise, indem er den Heiligen Geist verspricht, die göttliche Person, der als personifizierte Liebe die Aufgabe zukommt, die Christen in ihren Schmerzen zu trösten und die Bedrückten in allen Schwierigkeiten zu stärken.

Meine Kinder, wenn wir uns die Lage der Welt vor Augen führen, stellen wir fest, dass viele Menschen weinen und leiden. Die vom Krieg ausgelösten Dramen verursachen große Katastrophen, die uns nicht gleichgültig lassen können; das Aufkommen der Migranten und himmelschreiende Ungerechtigkeiten verursachen viele Tränen. Ich denke besonders an jene, die leiden, weil sie ihren Glauben unter Einsatz ihres Lebens verteidigen.

Wenn ich Eure Briefe lese oder mich mit Euch unterhalte, teile ich von ganzem Herzen Eure Freuden und auch Eure Leiden und Schmerzen. Wie viele Familien leiden sehr, weil ein Familienmitglied sich von Gott entfernt hat oder weil sie einen Kranken leiden sehen und seine Schmerzen nicht lindern können. Wir leben mitten in der Welt und daher ist es nur logisch, dass die heutigen Dramen – die Geißel der Drogen, die Krise der Familie, die Kälte des Individualismus, die Wirtschaftskrise – uns ganz unmittelbar berühren.

Angesichts dieser Wirklichkeit dürfen wir nicht traurig werden. Wir können sicher sein: Wenn wir mit dem Herzen Jesu vereint bleiben, werden wir getröstet, nicht erst im ewigen Leben. Schon hier auf der Erde bietet uns der Herr den Trost durch seine Nähe. Wie ein liebevoller Vater lässt er uns niemals alleine. Wie uns immer der hl. Josefmaria gelehrt hat, liegt die Wurzel der übernatürlichen Freude der Christen im Bewusstsein unserer Gotteskindschaft. „Die Sicherheit der Kinder Gottes zu wissen, dass wir nie alleine sind, weil er immer bei uns ist, schenkt mir ungeheuren Trost. Rührt Euch nicht diese zärtliche Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die ihre Geschöpfe niemals im Stich lässt?“[3]

In den ersten Zeiten des Christentums war das Beispiel unserer Vorfahren, der ersten getauften Gläubigen, einer der Gründe für die Bekehrung der heidnischen Welt. Sie verloren nicht die übernatürliche Freude angesichts der Strafen und Verfolgungen, die sie aus Liebe zu Christus erlitten. In der Apostelgeschichte wird ausdrücklich erzählt, wie die Apostel, nachdem sie wegen der Verkündigung des Evangeliums ausgepeitscht worden waren, „vom Hohen Rat weggingen und sich freuten, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden“[4].

Auch heute muss die übernatürliche und menschliche Freude derer, die Christus nachfolgen, selbst inmitten der größten Widerwärtigkeiten, wie ein Magnet sein, der jene anzuziehen vermag, die in Traurigkeit oder Verzweiflung eingetaucht leben, weil sie nicht wissen, wie sehr sie Gott liebt. „Der Christ lebt in der Freude und im Staunen über die Auferstehung Jesu Christi. Wie wir im ersten Brief des heiligen Petrus lesen (1, 3-9), kann niemand uns die Freude darüber, was Gott in uns gewirkt hat, nehmen, auch wenn wir durch Prüfungen bedrängt werden … Der besondere Ausweis des Christen ist die Freude: die Freude des Evangeliums, die Freude, durch Jesus erwählt zu sein, durch Jesus gerettet zu sein, durch Jesus erneuert zu sein. Die Freude, aus der Hoffnung, dass Jesus uns erwartet, die Freude – selbst in den Kreuzen und in den Leiden dieses Lebens –, die sich auf andere Weise ausdrückt: sie ist der Frieden aus der Sicherheit, dass Jesus uns begleitet, dass er an unserer Seite ist. Im Chris­ten wächst diese Freude mit dem Vertrauen auf Gott.“[5]

Auf der Grundlage der göttlichen Tugenden des Glaubens und der Hoffnung versteht man die Sicherheit, mit der unser Vater zum Ausdruck brachte, dass „die Freude ein christliches Gut ist, das wir solange besitzen, wie wir kämpfen, denn sie ist Frucht des Friedens …“[6] und „hat ihre Wurzeln in Kreuzform“[7].

Ein Christ, der sich als Kind Gottes weiß, dürfte sich nicht von Traurigkeit einschüchtern lassen. Er kann zwar an Leib und Seele leiden. Aber selbst dann verleiht ihm das in ihm durch das Handeln des Heiligen Geistes hervorgerufene Bewusstsein seiner Gotteskindschaft neue Kräfte, um semper in laetitia! voranzukommen. Der hl. Josefmaria erteilte den folgenden Ratschlag: „Solange wir beharrlich kämpfen, schreiten wir auf unserem Weg fort, und wir heiligen uns. Die Heiligen mussten ausnahmslos hart kämpfen. Unsere Fehler dürfen uns nicht in Traurigkeit und Niedergeschlagenheit fallen lassen. Denn die Traurigkeit kann vom Stolz oder von der Müdigkeit verursacht werden. In beiden Fällen findet jedoch derjenige, der sich an den Guten Hirten wendet und mit Klarheit redet, das passende Heilmittel. Es gibt immer eine Lösung, selbst wenn jemand eine überaus schwere Verfehlung begangen hätte![8]

Das sichere Mittel, um die Traurigkeit zu meiden oder um sich aus ihrer Umklammerung zu befreien, besteht darin, vor dem Tabernakel Jesus das Herz zu öffnen, und ebenso demjenigen, der als Jesu Werkzeug auf den unwegsamen Wegen des geistlichen Lebens Orientierung bietet. Wir sollen uns den Ratschlag des hl. Josefmaria stets vor Augen führen und ihn in die Tat umsetzen: „Erhebt das Herz zu Gott, wenn sich der harte Augenblick des Tages einstellt, wenn sich die Traurigkeit in unser Herz einschleichen will, wenn wir die Last der Arbeit spüren. Dann sollen wir sagen: miserere mei Domine, quoniam ad te clamavi tota die: laetifica animam servi tui, quoniam ad te Domine anima meam levavi (Psalm 86 (85) 3–4): Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr! Den ganzen Tag rufe ich zu dir. Herr, erfreue deinen Knecht; denn ich erhebe meine Seele zu dir.[9]

Was für eine wunderbare Arbeit verrichten die Christen, wenn sie Menschen trösten, die sich wegen einer kleinen oder großen Widrigkeit, die ihnen den Frieden raubt, quälen! Über die Gebete hinaus, die sie für sie sprechen, tut es not, eine herzliche Annahme zu fördern. Denn viele Menschen suchen lediglich jemanden, der ihnen geduldig zuhört, wenn sie von ihrem Leiden erzählen. Wie vielen traurigen Gesichtern begegnen wir auf unserem irdischen Weg, weil niemand diese Menschen gelehrt hat, sich dem Herrn zu überlassen! Mit wie viel brüderlichem Trost sollen wir sie annehmen! „Wie viele Tränen werden vergossen in jedem Augenblick in der Welt – eine verschieden von der anderen –, und zusammen bilden sie gleichsam einen Ozean der Trübsal, der nach Erbarmen, Mitleid und Tröstung ruft. Die bittersten sind die, welche von der menschlichen Bosheit verursacht werden: die Tränen dessen, dem ein geliebter Mensch gewaltsam entrissen wurde; Tränen von Großeltern, von Müttern und Vätern, von Kindern (…). Wir brauchen Barmherzigkeit, wir brauchen den Trost, der vom Herrn kommt. Wir alle brauchen ihn; das ist unsere Armut, aber auch unsere Größe: den Trost Gottes zu erflehen, der mit seiner zärtlichen Liebe kommt, um die Tränen von unserem Gesicht abzuwischen“[10]

So verfuhr der Herr in seinem Leben inmitten der Menschen. Von seiner Barmherzigkeit bewegt, hielt er auf seinem Weg, um die Witwe von Naim zu trösten, die den Tod ihres einzigen Sohnes beweinte. Auf dieselbe Art und Weise verhielt er sich gegenüber Marta und Maria in Bethanien, die wegen des Tods ihres Bruders Lazarus betrübt waren. Ebenfalls weinte er über das Schicksal, das die Stadt Jerusalem ereilen sollte.[11] Zu Beginn seiner Passion litt er am Ölberg so sehr, dass er Blut schwitzte und zuließ, das ein Engel – eine Kreatur – ihm Trost spendete (vgl. Lk 22, 39-46). Kann es einen größeren Beweis für sein Menschsein geben, als dass er den Trost zulässt, die Kraft, die uns jemand anderes gibt, um unsere Niedergeschlagenheit, unsere Schwäche, unsere Verzagtheit zu überwinden?[12]

Wir wollen den Schritten Jesu folgen und diejenigen trösten, die des Trostes bedürfen. Dies gehört zum innersten Kern der christlichen Geisteshaltung. Mit folgendem, später von vielen Generationen wiederholtem Gebet wandte sich Franz von Assisi an den Herrn: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens. Wo Hass herrscht, lass mich Liebe entfachen. Wo Beleidigung herrscht, lass mich Vergebung entfachen. Wo Zerstrittenheit herrscht, lass mich Einigkeit entfachen. Wo Irrtum herrscht, lass mich Wahrheit entfachen. Wo Zweifel herrscht, lass mich Glauben entfachen. Wo Verzweiflung herrscht, lass mich Hoffnung entfachen. Wo Finsternis herrscht, lass mich Dein Licht entfachen. Wo Kummer herrscht, lass mich Freude entfachen“[13].

Am 22. des Monats werden wir Maria Magdalena gedenken. Vor wenigen Tagen hat der Papst ihren liturgischen Gedenktag zum Fest erhoben. Ihre Tränen aus Reue haben sämtliche Verfehlungen ihres vergangenen Lebens gelöscht. Sie erlaubten ihr, sich später dem Herrn in seinem Leiden anzuschließen wie sonst keine andere der heiligen Frauen – selbstverständlich mit Ausnahme der Gottesmutter. Wenden wir uns an die Mutter Gottes, die auch unsere Mutter ist, in allen unseren Nöten. Sie ist Trösterin der Betrübten, Zuflucht der Sünder, Hilfe der Christen. Sie hört nicht auf, uns zu beschützen. „Mutter! – Rufe es laut, laut. – Sie hört dich, sieht dich vielleicht bedroht, und sie – deine heilige Mutter – bietet dir mit der Gnade ihres Sohnes ihre mütterliche Hilfe, ihre liebende Zärtlichkeit an: dann bist du gestärkt zu neuem Kampfe“[14].

Beten wir weiter für den Papst und seine Anliegen. Wir wollen ihn auf seiner apostolischen Reise nach Polen aus Anlass des Weltjugendtages in Krakau geistlich begleiten.

In Liebe segnet Euch

Euer Vater

+ Javier

Aix-en-Provence


[1]Mt 5.4

[2]Is 66, 13

[3]Hl. Josefmaria, Allein mit Gott, 143

[4]Apg 5, 41

[5]Papst Franziskus, Homilie in Santa Marta, 23.5. 2016

[6]Im Feuer der Schmiede, 105

[7]Im Feuer der Schmiede, 28

[8]Hl. Josefmaria, Brief 28.3.1955, Nr. 25.

[9]Hl. Josefmaria, Brief 9.1.1932, Nr. 15.

[10]Papst Franziskus, Gebetswache „um die Tränen zu trocknen“, 5.5.2016.

[11]Vgl. Lk 7, 11-13; Joh 11, 17 ff.; Lk 19, 41-44.

[12]Hl. Josefmaria, Brief 29.9.1957, Nr. 34.

[13]Dem hl. Franz von Assisi zugeschriebenes Friedensgebet.

[14]Hl. Josefmaria, Der Weg, 516.