Predigt von Kardinal Joachim Meisner im Abschlussgottesdienst zum Eucharistischen Kongress 2013 in Köln

Kardinal Joachim Meisner im Jahr 2013 in Köln vor seinem Wappen.

Liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst, liebe Schwestern, liebe Brüder!

1. Nirgendwo erhält der Mensch und unsere Welt einen so unwahrscheinlichen Wertzuwachs wie in der heiligen Eucharistie. Bei der Zurüstung der eucharistischen Gaben für die heilige Wandlung betet die Kirche: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, dass es uns das Brot des Lebens werde“. Und dann entsprechend weiter: „Wir danken dir für den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, dass er uns der Kelch des Heiles werde“. Christus solidarisiert sich mit unserer Welt und mit den Menschen. Dieses Brot, die Frucht dieser Erde, wird zu seinem Leib. „Das ist mein Leib“, sagt der Priester im Auftrag des Herrn über jenes Brot, dieses Stückchen Materie von unserer deutschen Erde. Christus nimmt unser Land gleichsam in seine eigene Leibhaftigkeit auf. Von dieser Handvoll Brot, verwandelt in den Leib Christi, wird das ganze Land mitgeheiligt, von Görlitz bis Köln, von München bis Flensburg und jede Stadt und jedes einzelne Dorf dazwischen. Unser ganzes Land erhält eine andere, eine heilige Qualität. Darum tragen wir die Eucharistie, den Leib des Herrn, genommen aus dieser Erde, am Fronleichnamsfest über die Straßen unseres Landes. Denn beides gehört zusammen.

Christus bekennt sich zu uns und zu unserem Land. Deutschland ist trotz allem – von Gott her gesehen – nicht gottverlassen. Deutschland ist durch die heilige Eucharistie ein gottverbundenes Land. Dafür steht die Eucharistie in den Tabernakeln unserer Kirchen. Und die Erde Deutschlands ist darum keine wertfreie Materie, mit der man machen könnte, was man möchte. Diese Erde ist bestimmt und gesegnet, Leben zu spenden, Brot zu bringen, um den Hunger der Menschen zu stillen, aber auch den Hunger der Menschen nach Gott. Gott hat ein Recht auf unser Land. Und wo man ihm das Recht nimmt, dort verliert auch immer der Mensch sein Recht. Gott ist keine Privatsache. Er ist die öffentlichste Sache, die es überhaupt gibt. Er ist nicht ein kirchlicher Grundstücksverwalter, er ist der Herr der Welt und damit auch Herr unseres Landes.

2. Die heilige Eucharistie zeigt es uns deutlich: Es gibt keinen leiblosen Christus und folglich keinen weltlosen Gott und darum keine gottlose Welt. Wer im privaten und im gesellschaftlichen Leben Gott theoretisch oder praktisch ausklammert, der führt sich und die Menschen am Sinn des Lebens vorbei. Dieses Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, wird zum Leib Christi. Die Büros, Fabriken und Arbeitsstätten und unsere Kirchen haben darum etwas miteinander zu tun. Die Montagehallen und die Kirchengewölbe gehören zusammen. Eure tägliche Arbeit und unsere tägliche Feier der hl. Eucharistie bilden eine Einheit. Indem der auferstandene Christus sich in die Frucht menschlicher Arbeit, in das eucharistische Brot hinein vergegenwärtigt, fällt von diesem Glaubensgeheimnis aus Glanz und Würde auf die Arbeitswelt des Menschen. Gott braucht Menschen. Gott braucht Arbeiter, Ingenieure, Ärzte, um sich in die Frucht ihrer Arbeit hinein vergegenwärtigen zu können. Indem Gottes Gebote normierend für die Welt der Arbeit sind, garantiert er uns, dass die Arbeit nicht zum Götzen deformiert, und schützt die Arbeiter vor Ausnutzung und Ausbeutung. Auch deswegen feiern wir den eucharistischen Herrn heute im Eucharistischen Kongress in aller Öffentlichkeit. Wir tragen ihn hinaus aus unseren Kirchen in die Welt der menschlichen Arbeitsstätten, um zu bekennen: Du bist auch der Herr unseres Lebens und unserer Arbeitswelt.

3. Eucharistie ist auch immer das Fest des Menschen. Der Schöpfungsbericht lässt den von Gott ins Paradies gesetzten ersten Menschen, Adam, nach einer Partnerin auf die Suche gehen, nach einer Partnerin, zu der er „Du“ sagen und der er sich schenken kann. Und er findet immer nur Tiere. Und es kommt ihm nicht das menschliche „Du“ über die Lippen, sondern immer nur die Namen für die Tiere, bis ihm plötzlich Eva gegenübertritt und er in den Ruf der Freude ausbricht: „Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“ (Gen 2,23). Und er schenkt ihr sein „Du“. Der Herr sagt uns im Hinblick auf die heilige Eucharistie: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm“ (Joh 6,56). Durch die Eucharistie werden wir Fleisch von seinem Fleisch, Bein von seinem Bein. Der Herr identifiziert sich mit uns, sodass wir für Gott wirkliche Partner werden, ähnlich wie sein Sohn, sodass er auch uns sein Du-Wort schenkt, wie er zu seinem Sohn sagt: „Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Gefallen gefunden“ (Mk 1,11).

Der Herr identifiziert sich mit uns, und darum werden wir zu seinem Leib, zum Leibe Christi, zur Kirche des Herrn. Unsere Kirche ist kein frommer Zweckverband zur Durchsetzung religiöser Interessen, sondern die Kirche ist der Leib Christi in unserem Land. Und die Herzmitte dieser Kirche ist der eucharistische Herr, real gegenwärtig in den Gestalten von Brot und Wein. Die Gegenwart Christi im Altarsakrament zu suchen und in seiner Gegenwart zu verweilen, das ist weit mehr als eine bloße Gebetsgeste. Es heißt, sich der göttlichen Strahlungskraft der heilenden Liebe Gottes auszusetzen, die Jesus erfüllt. „Denn in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes“ (Kol 2,9), wie der Apostel Paulus ausdrücklich sagt. Seinem Bild sollen wir gleichgestaltet werden. Seine Herrlichkeit sollen wir widerspiegeln, (vgl. 2 Kor 3,18) wie Paulus bezeugt. Wir treten in diese Gegenwart ein, wenn wir vor der heiligen Eucharistie niederknien, jetzt bei der hl. Messe oder vor dem Tabernakel in der heimatlichen Pfarrkirche.

Liebe Freunde, es ist kein gutes Zeichen, wenn unsere Kirchen außerhalb der Eucharistiefeiern leer oder gar verschlossen bleiben. Ich frage mich oft: „Wie kommt das nur, dass die Kirchenbänke leer bleiben, obwohl die Tabernakel voll gefüllt sind?“, und ich frage mich selbst: „Reden wir Priester zu wenig davon?“. Dieses Schweigen unsererseits wäre ohrenbetäubend für das Volk Gottes. Es wüsste dann nicht mehr, dass es ein eingeladenes Volk, ein vom lebendigen Gott erwartetes Volk ist.  „Herr,  zu  wem  sollen  wir  gehen?“ (Joh 6,68), stand und steht über unserem Eucharistischen Kongress. Und wir machen das weitere Wort des hl. Petrus zu unserem eigenen Bekenntnis: „Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes“ (Joh 6,68-69). In diesem apostolischen Bekenntnis ist uns Wegweisung, Wegzehrung und Weggeleit gegeben.

Wir gehen heute wieder in unsere Pfarreien und Gemeinden zurück, und dort wartet schon der eucharistische Herr in den Kirchen und Kapellen auf uns. Das wäre auch eine gute Frucht unseres Eucharistischen Kongresses, dass wir in unseren Pfarrgemeinden vielleicht als Familiengemeinschaften, als kleine Gruppen oder als Einzelne einmal in der Woche zu einer viertelstündigen Anbetung unsere Kirchen aufsuchen. Vergessen wir nicht: Christus identifiziert sich in der heiligen Eucharistie mit uns selbst und mit unserem Land!

Nun sind wir auch eingeladen, uns mit diesem Land, das unsere Heimat ist, zu identifizieren. Diese Einladung an unsere Mitbewohner auszurichten, ist unsere Berufung und ist unsere Sendung. Amen.

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Quelle

Papst Franziskus ermutigt, das Allerheiligste Sakrament zu besuchen

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Kardinal Angelo Bagnasco / Quelle: CEI – Italienische Bischofskonferenz

Schreiben an den Präsidenten der Italienischen Bischofskonferenz
anlässlich des 26. Eucharistischen Kongresses in Italien

Mit einem Schreiben vom Mittwoch, dem 6. Juli, ernannte Papst Franziskus den Präsidenten der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, zum Päpstlichen Sondergesandten beim 26. Eucharistischen Kongress in Italien, der vom 15. bis zum 18. September 2016 in Genua stattfinden wird. Kardinal Bagnasco ist auch Erzbischof von Genua.

In seinem in lateinischer Sprache verfassten Brief ermutigt der Papst die Christen „möglichst täglich“ und „insbesonders in den schwierigen Momenten des Lebens“, das in den Kirchen aufbewahrte und „oft im Stich gelassene“ Allerheiligste Sakrament zu besuchen.

Dies sei eine Gelegenheit um „mit kindlicher Liebe“ mit Christus zu reden, ihn so „in der Stille“ anzuhören und sich ihm „in Ruhe anzuvertrauen.“ (pdm)

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Quelle

Siehe auch:


Al Venerabile Fratello Nostro

Angelo S.R.E. Cardinale Bagnasco

Arcivescovo Metropolita di Genova

Presidente della Conferenza Episcopale Italiana

Abbiamo appreso con grande gioia che nei giorni 15-18 del prossimo mese di settembre sarà celebrato nella illustre città di Genova il Congresso Eucaristico Nazionale Italiano.

All’evento parteciperanno molti Fedeli Cristiani italiani: Cardinali, Vescovi, Sacerdoti, Religiosi, Religiose e Laici per celebrare “la fonte viva della Chiesa e il pegno della gloria futura” (Unitatis Redintegratio, 15).

Desiderando aggiungere ancor maggiore decoro all’evento che sarà celebrato, abbiamo rivolto il Nostro pensiero a Te, Venerabile Fratello Nostro, solerte Arcivescovo Metropolita della stessa città e Presidente della Conferenza Episcopale Italiana.

Per questo ti eleggiamo e nominiamo Nostro Inviato Speciale, affinché rappresenti in questo Congresso Eucaristico la Nostra persona e sia interprete e messaggero dei desideri e delle esortazioni che Noi portiamo in cuore, ben certi che, per le tue nobili doti di animo e d’ingegno e per la tua esperienza pastorale, adempirai con grande diligenza, con l’aiuto dello Spirito Santo, la missione che ti affidiamo.

In questa fausta circostanza che ci viene offerta esortiamo tutti i Fedeli partecipanti ad onorare sempre più la santissima Eucaristia, “sacramento di pietà, vincolo di carità e convito pasquale” (Sacrosantum Concilium, 47), e a nutrirsene per essere fraternamente uniti tra loro e per cooperare all’edificazione della Chiesa e al bene del mondo.

Vogliamo inoltre esortare tutti a visitare – se possibile, ogni giorno – soprattutto nelle difficoltà della vita, il Santissimo sacramento dell’infinito amore di Cristo e della sua misericordia, conservato nelle nostre chiese, e spesso abbandonato, per parlare filialmente con Lui, per ascoltarLo nel silenzio e per affidarsi tranquillamente a Lui.

Inoltre con tutta la Chiesa diciamo e, ancor meglio, cantiamo con grande fede: “Tantum ergo sacramentum veneremur cernui et antiquum documentum novo cedat ritui; praestet fides supplementum sensuum defectui. Genitori Genitoque laus et iubilatio, salus, honor, virtus quoque sit et benedictio; Procedenti ab Utroque compar sit laudatio. Amen.”

Infine supplichiamo Dio affinché, per l’intercessione della Santissima Madre di Dio, faccia nascere da questo Congresso Eucaristico Nazionale abbondanti frutti spirituali, mentre, come prova del nostro affetto impartiamo di tutto cuore la Benedizione Apostolica a Te, venerabile Fratello Nostro e a tutti i partecipanti, chiedendo preghiere per Noi e per il Nostro Ministero Petrino.

 

Dal Palazzo Vaticano, il Giorno 7 del mese di giugno dell’anno 2016, Giubileo della Misericordia, quarto del Nostro Pontificato.

 

Franciscus


Die Kraft der Eucharistie verändert die Herzen

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Opening Mass of International Eucharistic Congress 2016, from Cebu, Philippines 24 January 2016 HD

Videobotschaft von Papst Franziskus zum Abschluss
des Internationalen Eucharistischen Kongresses
in Cebu (Philippinen)

Cebu/Vatikanstadt. Der nächste Eucharistische Weltkongress findet 2020 in Budapest statt. Das kündigte Papst Franziskus in einer Videobotschaft an die Teilnehmer des Weltkongresses in Cebu auf den Philippinen an. Nach1938 ist die ungarische Hauptstadt damit zum zweiten Mal Gastgeber des kirchlichen Großereignisses. Das Treffen in Cebu endete am Sonntag, 31. Januar. Im Folgenden die Videobotschaft des Papstes:

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich grüße euch alle, die ihr in Cebu aus Anlass des 51. Internationalen Eucharistischen Kongresses versammelt seid. Ich danke Kardinal Bo, der als mein Vertreter bei euch ist, und richte einen besonderen Gruß an Kardinal Vidal, Erzbischof von Palma, sowie die Bischöfe, Priester und Gläubigen in Cebu und alle Philippiner. Ebenso grüße ich Kardinal Tagle und alle Katholiken der Philippinen. Ich freue mich besonders, dass dieser Kongress so viele Menschen aus dem großen asiatischen Kontinent und aus der ganzen Welt zusammengeführt hat.

Vor fast genau einem Jahr habe ich in der Zeit nach dem Taifun Yolanda die Philippinen besucht. Ich war persönlich Zeuge des tiefen Glaubens und der Widerstandsfähigkeit seiner Einwohner. Unter dem Schutz des »Santo Niño« hat das philippinische Volk vor etwa 500 Jahren das Evangelium Jesu Christi empfangen. Seitdem hat es der Welt ein Beispiel der Treue und der tiefen Hingabe an den Herrn und seine Kirche gegeben. Es war auch ein Volk von Missionaren, die das Licht des Evangeliums in Asien und bis an die Grenzen der Erde verbreitet haben.

Das Thema des Eucharistischen Kongresses – »Christus in euch, unsere Hoffnung auf Herrlichkeit« – ist sehr zeitgemäß. Es erinnert uns daran, dass der auferstandene Jesus immer lebendig und in seiner Kirche gegenwärtig ist, vor allem in der Eucharistie, dem Sakrament seines Leibes und Blutes. Die Gegenwart Christi unter uns ist nicht nur ein Trost, sondern auch eine Verheißung und ein Aufruf. Es ist eine Verheißung, dass wir eines Tages in der Fülle seines Reiches an ewiger Freude und ewigem Frieden teilhaben werden. Aber es ist auch ein Aufruf, als Missionare hinauszugehen, um die Botschaft der Zärtlichkeit, Vergebung und Barmherzigkeit des Vaters zu jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind bringen.

Wie sehr braucht unsere Welt diese Botschaft! Wenn wir an die Konflikte, die Ungerechtigkeiten und die akuten humanitären Krisen denken, die unsere Zeit kennzeichnen, dann sehen wir, wie wichtig es für jeden Christen ist, ein wahrer missionarischer Jünger zu sein und die Frohe Botschaft der erlösenden Liebe Christi in eine Welt zu bringen, die Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden so dringend braucht.

So passt es sehr gut, dass dieser Kongress im Jahr der Barmherzigkeit abgehalten wurde, in dem die ganze Kirche eingeladen ist, sich auf die Herzmitte des Evangeliums zu konzentrieren. Wir sind gerufen, den Balsam von Gottes barmherziger Liebe der ganzen Menschheitsfamilie zu bringen, indem wir die Wunden verbinden und Hoffnung dorthin bringen, wo Verzweiflung so oft die Oberhand zu gewinnen scheint.

Da ihr euch nun vorbereitet, am Ende dieses Eucharistischen Kongresses »hinauszugehen«, möchte ich euch bitten, über zwei Gesten Jesu beim Letzten Abendmahl nachzudenken. Beide haben etwas mit der missionarischen Dimension der Eucharistie zu tun. Es sind die Tischgemeinschaft und das Waschen der Füße.

Wir wissen, wie wichtig für Jesus die gemeinsamen Mahlzeiten mit seinen Jüngern waren, aber auch und besonders mit Sündern und Ausgestoßenen. Gemeinsam am Tisch sitzend, konnte Jesus den anderen zuhören, ihren Erzählungen lauschen, ihre Hoffnungen und Erwartungen verstehen und von der Liebe des Vaters zu ihnen sprechen. In jeder Eucharistiefeier, dem Tisch des Herrenmahles, sollten wir angeregt werden, seinem Beispiel zu folgen, indem wir mit Respekt und Offenheit auf die anderen zugehen, um die Gabe mit ihnen zu teilen, die wir empfangen haben.

In Asien, wo die Kirche in einem respektvollen Dialog mit den Anhängern anderer Religionen engagiert ist, geschieht dieses prophetische Zeugnis, wie wir wissen, meist durch den Dialog des Lebens. Durch das Zeugnis eines durch Gottes Liebe verwandelten Lebens verkünden wir am besten die das Gottesreich kennzeichnende Verheißung der Versöhnung, der Gerechtigkeit und der Einheit der Menschheitsfamilie. Unser Beispiel kann Herzen für die Gnade des Heiligen Geistes öffnen, der sie zu Christus, dem Erlöser, führt.

Das zweite Bild, das der Herr uns beim Letzten Abendmahl zeigt, ist das Waschen der Füße. Am Vorabend seines Leidens wusch Jesus seinen Jüngern die Füße als Zeichen demütigen Dienens und jener bedingungslosen Liebe, mit der er am Kreuz sein Leben für die Rettung der Welt hingab. Die Eucharistie ist eine Schule des demütigen Dienens. Sie lehrt uns die Bereitschaft, für andere da zu sein. Das gehört ebenso zur Herzmitte missionarischer Jüngerschaft.

Hier denke ich an die Folgen des Taifuns. Er hat immense Zerstörungen auf den Philippinen mit sich gebracht, aber ebenso eine immense Welle der Solidarität, der Großherzigkeit und der Güte. Menschen haben sich darangemacht, nicht nur Häuser wieder aufzubauen, sondern Menschenleben. Die Eucharistie spricht von dieser Kraft, die aus dem Kreuz strömt und uns beständig neues Leben bringt. Sie verändert die Herzen. Sie macht uns fähig zu liebevoller Sorge, dazu, die Armen und Schwachen zu schützen und hellhörig zu sein für den Schrei unserer notleidenden Brüder und Schwestern. Sie lehrt uns, mit Rechtschaffenheit zu handeln und Ungerechtigkeit und Korruption zurückzuweisen, die die Wurzeln der Gesellschaft vergiften.

Liebe Freunde, möge dieser Eucharistische Kongress euch in eurer Liebe zum in der Eucharistie gegenwärtigen Jesus stärken. Möge er euch befähigen, als missionarische Jünger diese großartige Erfahrung kirchlicher Gemeinschaft und missionarischen Aufbruchs in eure Familien, eure Pfarrgemeinden und Gemeinschaften sowie in eure Ortskirchen zu tragen. Möge er ein Sauerteig der Versöhnung und des Friedens für die ganze Welt sein.

Nun, am Ende des Kongresses, freue ich mich anzukündigen, dass der nächste Internationale Eucharistische Kongress 2020 in Budapest, Ungarn, stattfinden wird. Ich bitte euch alle, gemeinsam mit mir für dessen geistliche Fruchtbarkeit zu beten und für eine Ausgießung des Heiligen Geistes über alle, die mit seiner Vorbereitung betraut sind. Da ihr nun im Glauben erneuert nach Hause zurückkehrt, erteile ich euch und euren Familien gerne meinen Apostolischen Segen als Unterpfand anhaltender Freude und beständigen Friedens im Herrn.

(Orig. engl.; ital. in O.R. 1./2.2.2016)