Rumänien: Erzbischof kritisiert Gesetz zu Sexualkunde an Schulen

Erzbischof Aurel Perca von Bukarest

Der katholische Erzbischof von Bukarest, Aurel Percă, hat sich gegen verpflichtenden Sexualkundeunterricht an den Schulen ausgesprochen. Die Eltern müssten die Wahlmöglichkeit haben und selber entscheiden, wie ihre Kinder erzogen werden sollten.

Die rumänische Regierung will mit seinem Schulreformgesetz unter anderem die Sexualerziehung an Grundschulen obligatorisch einführen. Dagegen spricht die katholische Kirche des Landes aus. „Sexualerziehung in Schulen sollte fakultativ und nicht verpflichtend sein. Die Eltern müssen ihre Zustimmung geben“, heißt es in einem Dokument, das die rumänische Bischofskonferenz auf ihrer  Website veröffentlichte. Kritisiert werde nicht der Inhalt des Sexualunterrichts, der bei der Schulreform nicht genannt wurde, sondern das Vorgehen der Regierung.

In der Mitteilung kritisiert der Erzbischof von Bukarest und Präsident der Kommission für Bildung, Aurel Percă, die Art und Weise, in der die Regierung die kürzliche Änderung des Schulreformgesetzes verabschiedete. Das Regelwerk sieht die Aufnahme des Sexualkundeunterrichts in den offiziellen Lehrplan der Grundschulen vor. „An solchen Entscheidungen hätten alle Sozialpartner, die sich um die Welt der Bildung drehen, beteiligt werden müssen“, schreibt der Erzbischof und betont: „Unter den Sozialpartnern gibt es natürlich die Kirche, die die Kompetenz und die Pflicht hat, sich ausdrücken zu können.“

Laut Erzbischof Percă verletze die Reform die Wahlfreiheit der Familien, „die in erster Linie für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind und bleiben“. Nur auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin könne die Schule solche Kurse einführen. Der Wunsch, so der Erzbischof von Bukarest abschließend, „ist, dass unsere Stimme von denen gehört wird, die sich um die körperliche und geistige Gesundheit unserer Kinder kümmern“.

(vatican news – mg)

Ditib-Moschee Wuppertal: Gebetsorgie von 200 Moslems bleibt trotz Kontaktverbots straffrei

Gegen den Strom

https://www.anonymousnews.ru

Ditib-Moschee Wuppertal: Gebetsorgie von 200 Moslems bleibt trotz Kontaktverbots straffrei

In Wuppertal haben sich 200 Moslems an der Ditib-Zentralmoschee zum Gebet versammelt. Trotz Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten blieb die strafbare Aktion für die Teilnehmer ohne Folgen. Brisant: Die Stadt erlaubte die illegale Zusammenkunft sogar.

von Jonas Pfeiffer

Erst kürzlich demonstrierten Moslems in Berlin, was sie von den aktuellen Corona-Beschränkungen halten – gar nichts. Hunderte Gläubige folgten dem Ruf ihres Imams und kamen zum traditionellen Freitagsgebet zur Moschee in Neuköln. Da das Massengebet straffrei blieb und muslimischen Mitbürgern somit ein Freifahrtsschein ausgestellt wurde, ist es nicht verwunderlich, dass Mohammeds Jünger in Wuppertal nun nachgelegt haben.

Gebetsorgie vor Wuppertaler Moschee

Trotz des aktuell herrschenden Versammlungsverbots veranstalteten ca. 200 Gläubige eine regelrechte Gebetsorgie vor der Ditib-Zentralmoschee an der Gathe. Im islamisierten Nordrhein-Westfalen ist es nicht ungewöhnlich, dass der Ruf des Muezzins durch die Gassen hallt. Auch die Anwohner im Duisburger Stadtteil Marxloh können sich neuerdings am islamischen Gebetsruf erfreuen. Ungwöhnlich ist allerdings…

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Die Feier von Ostern in der Zeit der Seuche

26 März 2020, 15:30
Die Feier von Ostern in der Zeit der Seuche

Dekret der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

Rom (kath.net/as)
DEKRET – In der Zeit von Covid-19 (II)

In Anbetracht der raschen Entwicklung der Covid-19-Pandemie und unter Berücksichtigung der von den Bischofskonferenzen erhaltenen Beobachtungen bietet diese Kongregation eine Aktualisierung der allgemeinen Hinweise und Vorschläge an, die den Bischöfen bereits im vorhergehenden Dekret vom 19. März 2020 gegeben wurden.

Da das Datum von Ostern nicht verlegt werden kann, sollen die Bischöfe und Priester in den von der Krankheit betroffenen Ländern, in denen es Beschränkungen für Versammlungen und Bewegungen von Menschen gibt, die Riten der Karwoche ohne die Teilnahme des Volkes und an einem geeigneten Ort feiern, wobei Konzelebration und Friedensgruß vermieden werden sollen.

Die Gläubigen sollten über den Zeitpunkt des Beginns der Feierlichkeiten informiert werden, damit sie in ihren Häusern gemeinsam beten können. Die live und nicht aufgezeichneten Kommunikationsmittel sowie On-line-Angebote in Streaming werden von Nutzen sein. In jedem Fall ist es wichtig, dem Gebet ausreichend Zeit zu widmen und dabei vor allem das Stundenbuch zu würdigen.

Die Bischofskonferenzen und die einzelnen Diözesen sollten es nicht versäumen, Hilfsmittel für das Gebet in der Familie und das persönliche Gebet anzubieten.

1 – Palmsonntag. Das Gedenken an den Einzug des Herrn in Jerusalem wird im Innern der Kirche gefeiert; in den Kathedralen wird die zweite Form des Missale Romanum angenommen, in den Pfarrkirchen und an anderen Orten die dritte.

2 – Chrisam-Messe. Die Bischofskonferenzen können nach der Beurteilung des konkreten Falles in den verschiedenen Ländern Hinweise auf eine mögliche Übertragung auf ein anderes Datum geben.

3 – Gründonnerstag. Die bereits optionale Fußwaschung wird weggelassen. Am Ende der Messe beim Abendmahl sollte auch die Prozession ausgelassen und das Allerheiligste im Tabernakel aufbewahrt werden. An diesem Tag wird den Priestern ausnahmsweise die Befugnis eingeräumt, die Messe an einem geeigneten Ort ohne Beteiligung des Volkes zu feiern.

4 – Karfreitag. Im universalen Gebet werden die Bischöfe darauf achten, eine besondere Gebetsmeinung für diejenigen vorzubereiten, die sich in einer Situation der Verwirrung befinden, für die Kranken, die Toten (vgl. Missale Romanum). Der Akt der Kreuzesanbetung durch den Kuss soll auf den Zelebranten allein beschränkt werden.

5 – Osternacht. Sie wird ausschließlich in den Kathedralen und Pfarrkirchen gefeiert. Für die Taufliturgie ist nur die Erneuerung der Taufversprechen zu halten (vgl. Missale Romanum).

Die Seminare, Priesterkollegien, Klöster und Religionsgemeinschaften sollen den Angaben dieses Dekrets folgen.

Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit und Prozessionen, die die Tage der Karwoche und des Ostertriduums bereichern, können nach dem Urteil des Diözesanbischofs auf andere geeignete Tage, z.B. den 14. und 15. September, verlegt werden.

De mandato Summi Pontificis pro hoc tantum anno 2020.

Aus dem Sitz der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 25. März 2020, Hochfest der Verkündigung des Herrn.

Robert Card. Sarah
Präfekt

✠ Arthur Roche
Erzbischof, Sekretär

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Quelle

PATER PIO — Der Ordensmann

Rückkehr nach Pietrelcina

 

Gegen Mitte Mai 1909 begleitete sein zweiter geistlicher Vater, Pater Agostino da San Marco in Lamis also den jungen Frater Pio nach Pietrelcina. Man meinte, es würde sich nur um einen kurzen Aufenthalt handeln, die heimische Luft und die Fürsorge seiner Mutter würden ihn bald wieder herstellen. Doch wird diese erste Etappe fast sieben Jahre andauern bis Februar 1916.

Während dieser ganzen Zeit wird er krank bleiben, ohne dass übrigens jemals irgend jemand eine genaue Diagnose erstellen konnte. Das ist übrigens ganz normal, denn recht lange danach wurde man inne, dass es sich um mystische Leiden handelte, durch die hindurch der Herr diese bevorzugte Seele darauf vorbereitete, IHN auf dem Weg nach Kalvaria einzuholen. Aber zu dieser Zeit ahnte niemand um Frater Pio herum auch nur das geringste.

Die Obern sahen die lange Abwesenheit und diesen lange sich hinziehenden Aufenthalt außerhalb des Klosters, wohin der Herr ihn gerufen hatte, nicht sehr gern. Es fehlte übrigens nicht viel, dass sie dachten, es liege hier eine listige, teuflische Versuchung vor. Man sollte also auf jeden Fall Stellung dagegen beziehen. Diese Lage wurde zeitweilig dramatisch. Die Obern veranlassten schließlich Frater Pio, dass sie gemeint hatten, er würde endgültig bei seiner Familie bleiben, er solle um die Erlaubnis bitten, außerhalb des Klosters bleiben zu dürfen, während er die Möglichkeit behielte, immer das Kleid des heiligen Franz zu tragen. Dass ihm dies das Herz zerriss, begreift man ohne Mühe.

Frater Pio machte sich zu diesem Zeitpunkt keine Illusionen über seinen Gesundheitszustand. Zu meinen oder gar sich einzubilden, dass er eines Tages gesund werden könnte, das erschien wie ein sinnloser Traum. Ganz im Gegenteil beschäftigte ihn oft der Gedanke an den Tod. Es ist wahr, dass die leiblichen und die seelischen Schmerzen, die unaufhörlichen Angriffe des Teufels, die ihn trafen und worüber man später die von Pater Pio selber gegebene Beschreibung nachlesen kann, nicht dazu angetan waren, ihn zum Überleben anzuspornen.

Er erholte sich ein wenig, aber nur vorübergehend, und 1910 war man so beunruhigt, dass Frater Pio seine Obern bat, man möge ihn doch wenigstens als Priester sterben lassen. Am 22. Januar 1910 schrieb er an Pater Benedetto, den Provinzialminister: „… Seit langem versuche ich in meinem Herzen einen sehr lebhaften Wunsch totzuschweigen. Aber ich muss Ihnen gestehen, dass alle meine Bemühungen nur dazu dienten, ihn noch größer werden zu lassen. Diesen Wunsch will ich daher dem unterbreiten, der ihn erfüllen kann. Mehrere Leute, die die neuesten Entscheidungen des Heiligen Stuhls kennen, haben mir versichert, dass, wenn Sie um Dispens für meine Priesterweihe ersuchen, indem Sie meinen derzeitigen Gesundheitszustand darlegen, man dann alles erlangen könnte. Wenn also, o Pater, alles von Ihnen abhängt, dann lassen Sie mich doch nicht länger nach diesem Tage schmachten. Wenn also Gott, der Allerhöchste, in seiner Barmherzigkeit beschlossen hat, die Leiden meines Leibes hinwegzunehmen, indem er meine Verbannung hier auf Erden abkürzt, wie ich fest hoffe, so werde ich sehr glücklich sterben, denn ich habe hier auf Erden keinen anderen Wunsch mehr …“

Frater Pio war nämlich erst 23 Jahre alt … Und das Kirchenrecht verlangte, dass einer erst nach Erreichen des Alters von 24 Jahren Priester werden könne. Aber er setzte ein solches Vertrauen auf seinen Provinzobern, den er zum ersten Mal am 25. April 1903 in Morcone gesehen hatte und mit dem zusammen er das Schuljahr 1905-1906 in San Marco la Catola verbracht hatte, und der, seit er Provinzial war, sich so sehr um seine Lage kümmerte, dass Frater Pio nicht einen einzigen Augenblick am günstigen Ausgang seiner Bemühungen zweifelte. Im übrigen war Frater Pio so krank, ja sogar zuweilen todkrank, dass man ihm sehr wohl diese Dispens gewähren konnte.

Arg von Fieber geschüttelt, unterzog er sich zu Benevent im August 1910 einem raschen Theologieexamen und er empfing schließlich in Gegenwart seiner Mutter die Priesterweihe durch die Hände von Monsignore Schinosi in der Kathedrale von Benevent. Es war genau am 10. August 1910. Seine Primiz durfte er am folgenden Tag in Pietrelcina feiern, wo er von der Blasmusik und der ganzen Bevölkerung empfangen wurde. Am 14. August wird er, der von nun an Pater Pio sein wird, ein Hochamt feiern und sein Beichtvater, Pater Agostino, wird ihm die Festrede halten.

„Wie glücklich war ich an jenem Tag, schreibt er. Mein Herz brannte in Liebe zu Jesus … Ich habe angefangen das Paradies zu verkosten!“ Auf sein Primizandenken hatte er sein Lebensprogramm schreiben lassen: „Jesus, mein Atem und mein Leben, heute, wo ich Dich zitternd erheben darf in einem Geheimnis der Liebe, möge ich MIT DIR für die Welt WEG, WAHRHEIT, LEBEN und FÜR DICH, HEILIGER PRIESTER, VOLLKOMMENES OPFERLAMM sein.“ Nun ist er Priester auf ewig. Nun beginnt jene lange Reihe von beeindruckenden Messopfern, die er bis zu seinem Tode feiern wird. Zum letzten Mal wird er zum Altar emporsteigen am 22. September 1968. Sterben wird er wenige Stunden später am 23. September um zwei Uhr dreißig im Herzen der Nacht.

Von Ende Oktober bis zum 7. Dezember 1911, lebten Pater Pio und sein geistlicher Vater im selben Kloster von Venafro. Damals entdeckte Pater Agostino gewisse Dinge, wovon wir dann später reden werden …

Nun aber hatte sich die Krankheit am 7. Dezember 1911 plötzlich verschlimmert und man brachte Pater Pio zurück nach Pietrelcina. Am nächsten Tag sang er zum großen Erstaunen aller das Hochamt in der Pfarrkirche, wie wenn er nie krank gewesen wäre. Wer sollte da noch klug werden … es sei denn die Vorsehung hätte ein für alle mal beschlossen, Pater Pio müsse in die Verborgenheit seines Geburtsdorfes zurückkommen, um dort das Siegel des Blutes zu empfangen …
Was tat er in Pietrelcina? Er lebte bei seiner Familie. Er hatte sich nicht weit vom väterlichen Haus etwas auf der Höhe eine eigene Zelle eingerichtet. Man gelangte über eine Steintreppe dorthin. Er betete auch auf einem der Grundstücke seiner Familie in Piana Romana. Dort empfing er übrigens, wie wir sehen werden, die unsichtbaren Wundmale unter einer Ulme, die eingefasst wie eine Reliquie in einer kleinen Kapelle aufbewahrt wird. Auch seinem Pfarrer, Don Salvatore Pannullo, half er beim Spenden der Sakramente. Er hatte aber noch nicht die Vollmacht zum Beichthören bekommen, trotz mehrerer Anfragen, die seinen Obern vorgebracht und von Don Pannullo unterstützt wurden.

 

Soldat …

Aber da wird Pater Pio von einer neuen Prüfung heimgesucht: der Krieg von 1914 war ausgebrochen. Die Kapuzinerprovinz von Foggia wie alle anderen Provinzen Italiens sah sich ihrer besten Kräfte beraubt. Alle Ordensleute mussten in die Kasernen einrücken. Was Pater Pio betrifft, so stellte er sich zum 6. November 1915 beim Militärdistrikt von Benevent, um dort seine Bürgerpflicht zu erfüllen. Am 6. Dezember wurde er der zehnten Sanitätskompanie von Neapel zugeteilt. Aber einige Tage später, am 18. Dezember, wurde er zu einem Krankenurlaub nach Hause geschickt.

 

Geistliches Leben

In seinem geistlichen Leben, das uns jetzt im höchsten Maße interessiert, (denn auf diesem Weg, auf dem jeder diesem Riesen an Heiligkeit zu folgen berufen ist), darf man behaupten, dass er jede Stufe erklimmen wird. Wir haben es schon gesagt, die Liebe und das Leiden, von denen nie eins ohne das andere bestehen kann, werden für Pater Pio – wie übrigens für jede großmütige Seele – der einzige Weg sein, der zur innigsten Vereinigung mit Gott führt. Er wird dabei ärgste Schwierigkeiten kennenlernen; gegen die Hölle wird er Kämpfe durchstehen, wovon es schwierig ist sich ein Bild zu machen. Aber zum Ausgleich wird er Tröstungen und geistliche Freuden verkosten, die nach den Aussagen von Pater Pio selber völlig unerklärlich bleiben.

So wird Pater Pio von einer Schwierigkeit zur andern zu jener umwandelnden Vereinigung mit Gott emporsteigen. Sein geistliches Leben wird immer mehr ein mystisches Leben. Die Ausgießungen der Gnade sind manchmal so stark, dass sie sich in seinem Leib und seinen Sinnen niederschlagen. Sein Gebet wird zunehmend passiver, wie man aus seinen Briefen, die er regelmäßig an seinen geistlichen Vater schickt, ersehen kann … Er lässt Gott in seiner Seele wirken, da Pater Pio sich von nun an ganz IHM hingegeben hat.

Zu dieser Zeit stellt man zwischen den Zeilen, die er schreibt, gewisse Aufschwünge der Liebe fest, die ihn zu Gott hinauftragen. Als Gegenleistung setzen diese mystischen Berührungen, dieses Eingenommenwerden seiner Natur durch das göttliche Wesen ein. Es ist der Zeitpunkt, wo ihn der feurige Pfeil trifft (23. August 1912), Verzückungen und Tränen über ihn kommen … Es ist auch die Zeit, wo sich für ihn an seinen Gliedern die Zeichen des Gekreuzigten bemerkbar zu machen beginnen. Die Wundmale werden erst im September 1918 im Kloster San Giovanni Rotondo sichtbar und dauernd hervortreten. Immer mehr nimmt er am Leiden Jesu teil, wie er in einem Brief vom 28. Juni 1912 schreiben wird. Dies also sind einige Erscheinungen, die man für diese Periode festhalten darf. Sie werden sich mehr oder weniger häufen, und mehr oder weniger an Kraft gewinnen, aber wir wissen, dass sie mit den Jahren so zahlreich werden, dass auch nicht ein Augenblick seines Lebens diesem göttlichen Einfluss entgeht …, aber auch dem teuflischen nicht.

Pater Pio wird während seines Aufenthalts in Pietrelcina die Nacht der Sinne kennenlernen, wie sie Johannes vom Kreuz beschrieben hat. Die Seele sinkt immer tiefer in die dunkle Nacht hinein. Die innere Reinigung wird immer spürbarer, immer gründlicher, immer schmerzhafter und die Seele des armen Paters verliert sich immer tiefer im Gefühl der Gottverlassenheit und in die totale Trostlosigkeit. Manche Briefe sind in dieser Hinsicht wahre Schreie des Entsetzens. Aber Gott ist ein Vater und wenn er das Mittel des Leidens dazu benutzt, um eine Seele herauszureißen, (in unserem Fall die Seele des Paters Pio), die er erwählt und zu einer Sendung außerhalb des Alltäglichen bestimmt, dann weiß er ihm auch Fristen der Ruhe und des süßen Trostes zu geben. Aber man versteht, dass sich in Augenblicken schrecklichster Qual die Natur Pater Pios von Zeit zu Zeit empörte. „Ich kann nicht mehr“, gestand er am 18. März 1915.

Die Kämpfe mit dem Teufel, fast tägliches Los Pater Pios, zeugen von einer scharfsinnigen Grausamkeit. Neben leiblichen Quälereien, Schlägen, die er nicht etwa bloß geistig hinnimmt, sondern in einer harten, fühlbaren Wirklichkeit empfindet, bereitet Satan unter den bestürzten Augen Pater Pios alles aus, was er an angeblicher Untreue, Undankbarkeit und Verfehlung jeglicher Art, an Sünden in seiner Kindheit und Jugend begangen haben soll.

In seinen Briefen wird Pater Pio oft auf diesen Gegenstand zurückgreifen. Sein geistlicher Vater, Pater Agostino wird sogar eine eigenartige Kriegslist ersinnen, um dem Teufel entgegenzuwirken, der von Zeit zu Zeit die Briefe abhanden kommen lässt oder sie mit großen Tintenflecken verschmiert, die eigenartigerweise unter dem Weihwasser wieder verschwinden … Pater Agostino wird also auf französisch und sogar auf griechisch schreiben. Und Pater Pio wird ihm Antwort geben, nachdem er alles verstanden hat … Denn sein Schutzengel, wie er eingestehen wird, hat ihm alles erklärt!

Diese befremdlichen Behinderungen hätten mehr als nur einen nach Heiligkeit Strebenden entmutigt, das ist ganz offensichtlich. Pater Pio jedoch lässt sich auf seinem Weg zu Gott, im Erfüllen des göttlichen Willens, in der strengen Beobachtung der Regel des heiligen Franz und in der Treue zu seinen Ordensgelübten nicht beirren. Er straft Satan mit tiefster Verachtung, der es ihm dann manchmal bitter heimzahlt. Er vertraut sich immer der Hilfe Gottes, Unserer Lieben Frau, seinem kleinen Engel und dem heiligen Vater Franziskus an. Er stützt sich auch immer wieder auf die geistliche Führung des Paters Agostino, und allmählich, wie wir sehen werden, wird Pater Agostino selber dazu übergehen, seinen geistlichen Sohn um Rat zu bitten …

In seinen ersten Jahren unterwarf sich Pater Pio der ausschließlichen geistlichen Leitung Pater Agostinos. Nachträglich wird er dann ab 1912 die des Paters Benedetto da San Marco in Lamis hinzufügen. Es gab da einige Missverständnisse, die ohne Zweifel durch den Vater der Lüge hervorgerufen worden waren, doch alles klärte sich auf und die Leitung wurde gleichsam eine kollegiale.

Sicher war es nicht leicht eine auf den Wegen der Mystik so hoch erhobene Seele wie die des Paters Pio zu beraten und zu leiten. Aber Gott war ja da und gab den damit Beauftragten das notwendige Licht, um im Gehorsam den Weg, den gar oft Satan zu verwirren sich versteifte, aufzuhellen. Pater Pio befolgte diese Empfehlungen buchstäblich und gestaltete sein Leben nach den Ratschlägen, die diese Väter ihm erteilten. So wollte es übrigens Jesus. Die Stimme seiner Leiter war für Pater Pio die Stimme Gottes selber; er brauchte sich also diesbezüglich keine Sorgen zu machen.

Und man durfte erstaunliche Entwicklungen beobachten. Sowohl Pater Agostino, als auch Pater Benedetto nahmen den tiefen Einfluss wahr, den ihr Beichtkind auf sie ausübte.

Sie wurden ihrerseits zu seinen geistlichen Söhnen, nicht nur für sich persönlich, sondern auch für die Seelen, die sich an ihren eigenen priesterlichen Dienst wandten. Pater Pio zeigte sich jedoch ein wenig zurückhaltend vor dieser neuen Aufgabe.

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So also wurde diese erneute Rückkehr in seine Heimatgegend zum Anlass dieses beeindruckenden Briefwechsels mit Pater Agostino, und später ebenfalls mit Pater Benedetto. Dank diesem Briefwechsel konnten wir gewissermaßen einen tieferen Einblick in das Innere der Seele Pater Pios werfen. Man kann der Vorsehung dafür nur dankbar sein, denn ohne diese schwere Krankheit, hätten wir nie etwas von alldem erfahren. Infolgedessen wäre es für uns schwieriger gewesen, Pater Pio kennen zu lernen und ihn nachzuahmen.

Die Obern drangen nun von neuem darauf, dass Pater Pio das Gemeinschaftsleben wieder aufnehme. Aber was er nicht wusste: sein Ruf hatte sich weit über die Grenzen seiner engeren Heimat und über die Bereiche der Klöster, denen er zugeteilt gewesen war, ausgebreitet. Er wusste auch nicht, dass eine Dame aus dem Adel von Foggia, die er schon seit zwei Jahren, nämlich seit dem 24. März 1914, mit Genehmigung Pater Agostinos brieflich leitete, seine Gegenwart in Foggia anforderte, damit der junge Ordensmann ihr beistehe und sie berate in einer schweren gesundheitlichen Prüfung, die sie durchzustehen hatte. Es war dies Raffaelina Cerase. Diese an die Obern gerichtete Anfrage bot ihnen so die Gelegenheit, Pater Pio ins Kloster der heiligen Anna zu Foggia übersiedeln zu lassen.
Er verließ also sein Vaterhaus zu Pietrelcina am Morgen des 17. Februar 1916 und kam Ende Nachmittag in Foggia an. Am folgenden Tag besuchte er zum ersten Mal Raffaelina Cerase, die am 25. des folgenden Monats sterben sollte. So begann eine neue, sehr fruchtbare Etappe seines priesterlichen Dienstes.

Da wir an diesem Punkt angelangt sind, müssen wir zurückkehren, um Schritt für Schritt, aufgrund der Briefe, die er schreibt, den genauen Verlauf des Weges Pater Pios verfolgen zu können.

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Quelle: Pater Derobert – Pater Pio durchsichtig auf Gott hin – Geistliches Bildnis aus den Briefen Pater Pios gewonnen. Hovine Verlag, Belgien und Frankreich, 1990, 814 Seiten.

Nigeria: Bischöfe führen Protest gegen Boko Haram

Nigerianischen Bischöfe führen den Protestzug in Abuja an.

Hunderte Nigerianer zogen am vergangenen Sonntag angeführt von der Nigerianischen Bischofskonferenz (CBCN) durch die Straßen Abujas. Ihr Protest richtete sich gegen die zahlreichen Anschläge der islamistischen Boko-Haram-Sekte, unter denen die Bevölkerung seit über zwölf Jahren leidet.

Bischöfe beziehen Position

„Wir protestieren gegen die brutalen Morde an unschuldigen Nigerianern durch Boko Haram, die sich mit Gewalt das Ackerland der Farmer nehmen“, sagte Erzbischof Augustine Akubueze in Richtung der nigerianischen Regierung, deren Reaktion auf die Gewalt er als unzureichend einstufte.

Nicht nur das das Töten von Gottes Kindern, sondern auch das Versäumnis, unschuldige Menschen vor den unerbitterlichen Angriffen zu schützen, sei böse. Deshalb habe man heute „einen friedlichen Protest für über 50 Millionen Katholiken und über 100 Millionen Christen in Nigeria begonnen“, sagte Akubueze.

Es habe schon zu viele Massengräber, zu viele Entführungen und zu viele Attacken auf die Häuser der Menschen und auf Heilige Stätten gegeben. Die Regierung scheine völlig unempfindlich gegenüber der Not der Nigerianer zu sein. Sie ignoriere die Schreie derer, die sie gewählt haben, so der Kirchenmann.

Akubueze bittet Staatengemeinschaft um Hilfe

Den Protest sehe er daher als religiöse Verpflichtung an. Die Aufgabe der Bischofskonferenz sei es schließlich, gegen alles die Stimme zu erheben, was gegen Gottes Willen verstößt. Mit der Behauptung der Regierung, Boko Haram sei besiegt worden, gebe die Bevölkerung Nigerias sich nicht zufrieden.

Die Terroranschläge in seinem Land verglich Akubueze mit den Morden in Syrien. Er appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, Nigeria im Kampf gegen Boko Haram zu unterstützen.

Boko Haram spricht von sich selbst als die nigerianische Taliban. 2009 lieferten sich deren Kämpfer wochenlange Gefechte mit der nigerianischen Armee, bei denen im Norden des Landes über 800 Menschen zu Tode kamen. Nachdem die Polizei den damaligen Anführer der Sekte hinrichtete, führt diese einen erbitterten Rachefeldzug und zündet Bomben auch vor christlichen Einrichtungen.

(cisa – mt)

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Pater Pio — Geistliches Bildnis aus seinen frühen Briefen

 

(Fortsetzung von hier)

Ein anderer Gefährte Francescos, Vincenzo Iabbraccio erzählt, wie nützlich die Freundschaft, die Francesco zu ihm hegte, für ihn beim Studium gewesen sei: „er übte auf mich einen Einfluss aus, den mein Lehrer nicht hatte. Seine Ratschläge, seine Hilfe und sein Beispiel waren mir von Nutzen und bestimmend für ein gutes Ergebnis und löbliches Betragen in der Schule. Das lag ihm so sehr am Herzen, dass er überglücklich und zufrieden war, wenn es mir gelang, meine Launen zu beherrschen, … Wir liebten ihn alle gar sehr …“

Aus dieser Epoche werden zwei Briefchen des künftigen Paters Pio aufbewahrt. Eins davon ist an einen Kameraden gerichtet, um ein kleines Missverständnis zu zerstreuen; das andere war an seinen Vater in Amerika geschrieben.

„Mein lieber, guter Luigino (es scheint, dass es sich um Luigi Orlando handelt), wenn Du an mir irgend einen Fehler entdeckt hast, so lass es mich bitte wissen. Gestern Abend habe ich bemerkt, dass Du mit mir schmolltest. Doch ich kann den Grund dafür nicht erraten. Mir scheint es, dass ich Dir nichts zuleide getan habe. Darum schreibe ich Dir diesen Brief, indem ich mich liebevoll um den Grund für Dein neues Betragen mir gegenüber erkundige.

Ich bin sicher, dass Du mir die Erklärung dafür geben wirst, weil ich mit allen in Freundschaft leben will. Lebe wohl! Wenn wir uns heute in der Schule oder in der Kirche wiedersehen werden, hoffe ich, dass Du nicht mehr dieselbe Einstellung mir gegenüber zeigen wirst. Wenn Du über mich wegen der Angelegenheit von gestern Abend verärgert bist, so sollst Du wissen, dass nicht ich, sondern Dein Freund Bonavita es war, der Saginario befahl, Dich auf den Boden zu legen.

Ich grüße Dich sehr und umarme Dich herzlich. Dein ergebenster Freund Forgione Francesco. Pietrelcina, 9. März 1902“ (4,591f).
Francesco war erst 15-jährig.

Einige Wochen zuvor hatte Francesco seinem Vater einen Brief geschickt. Auch der ist sehr schön und so ehrfurchtsvoll! Zi´Grazio hatte sich darüber beklagt, dass Francesco sich den Luxus geleistet hatte, nach Pompei zu reisen, wo er einige Liren vergeudet hat. Der Junge entschuldigt sich dafür und benutzt die Gelegenheit seinem Vater über die Fortschritte in der Schule zu berichten:

„Pietrelcina, 5. Oktober 1901 – Mein bester Vater, Ihr könnt Euch nicht vorstellen, mit welchem Vergnügen wir Euren Brief empfangen haben, worin Ihr uns versichert, dass Ihr Euch bester Gesundheit erfreut. Auch uns geht es, Gott sei Dank, gut, mir ganz besonders. Unablässig richte ich Bitten und Gebete an Unsere Liebe Frau, damit sie Euch vor jedem Übel bewahre und damit sie Euch gesund und heil unserer Anhänglichkeit zurückgebe. Was Eure Klage Mutter gegenüber wegen meiner Reise nach Pompei betrifft, so habt Ihr tausendmal recht. Indessen müsst Ihr bedenken, dass es vom nächsten Jahr an, so Gott will, für mich zu Ende ist mit Festen und Belustigung, weil ich ja dieses Leben verlassen werde, um mich einem anderen besseren zu widmen. Es ist wahr, ich habe ein paar Liren vergeudet, aber ich verspreche Euch jetzt, sie wiederzugewinnen durch mein Studium. Tatsächlich darf ich, wo ich unter der Leitung des neuen Lehrers stehe, feststellen, dass ich von Tag zu Tag Fortschritte mache. Und wir sind darüber sehr froh, sowohl ich selber, wie auch die Mutter. Für den Bruder macht Euch keine Sorge, denn er erfüllt seine Pflicht und gibt keinen Anlass zur Beunruhigung. Ebenso die Schwestern, sie sind immer unter der Aufsicht der Mutter oder des Bruders. Was das Grundstück des „Canino“ betrifft, wird man Euch gehorchen. Wie ihr Euch vorstellen könnt, haben wir nicht viel Mais gehabt, denn es gab nicht genug Wasser zur rechten Zeit. Wir haben kaum vier Säcke geerntet. Wir warten immer auf gute Nachrichten, was Eure Angelegenheit und die des Onkels Agostino angeht. Ihm werdet Ihr viele Grüße von Seiten aller Verwandten ausrichten. Der Lehrer und seine Familie lassen Euch ebenfalls mit Hochachtung grüßen. Alle aus unserer Familie, die Tante Ursula und ihr Gemahl, wir umarmen Euch und ich küsse Euch die Hand und bitte um Euren Segen. Euer gehorsamster Sohn: Francesco“ (4.797).

„Tragen Sie einen Bart? …“

Jedes Mal wenn der Kapuziner Bruder Camillo da Sant´Elia a Pianisi, (der 1933 in die Ewigkeit einging) nach Pietrelcina kam, um zu Gunsten seines Klosters zu betteln, bekam er immer einen sehr herzlichen Empfang bei den Forgione. Der gute Bruder verteilte Küsschen, Nüsschen und Medaillen an die Kleinen, die darüber entzückt waren. Francesco aber ließ den Ordensmann nicht mehr aus den Augen und er fühlte sich sehr angezogen vom beeindruckenden, schwarzen Bart, der das Gesicht des Kapuziners umrahmte. Er wollte von da an ein Mönch mit einem Bart werden. Obwohl man ihn in seiner Umgebung wissen ließ, dass es im Noviziat zu Morcone keinen Platz mehr gab (die glücklichen Zeiten!) Und er vielleicht bei den Ordensleuten vom Montevergine, die sich in weiß gekleideten, Schuhe trugen und im Wohlstand lebten, seinen Werdegang finden müsse, stellte Francesco die Frage: – „Tragen diese einen Bart?“ – „Nein!“ war die Antwort, – „Dann ist es auch für mich ein Nein!“ Und dabei blieb es.

Don Salvatore Panullo, Zi´Tore, wie man ihn im vertrauten Umgang nannte, der gütige Pfarrer von Pietrelcina, der Francesco um Verzeihung bitten wollte, dass er es gewagt hatte, ihn in jener lächerlichen Angelegenheit des Liebesbriefchens an die Bahnhofvorstandstochter zu verdächtigen und der ihn zur Strafe ohne Umschweife aus dem Verband der Altardiener ausgeschlossen hatte, dieser hatte also selber für Francesco um die Zulassung bei den Kapuzinern gebeten. Nach einigen Wochen des Wartens empfing er vom Provinzial aus Foggia die endgültige Zulassungsgenehmigung. Er bereitete also alle notwendigen Urkunden für sein viel geliebtes Musterpfarrkind vor. Niemand hatte damals eine Ahnung, welche harten Kämpfe um seine Berufung Francesco gegen die entfesselte Hölle austragen musste.

Er war bekanntlich erst fünfzehnjährig und doch war er schon in seiner Seele gewarnt, was für unversöhnliche Kämpfe er künftig gegen Satan auszufechten hätte, und das bis zum Ende seines Lebens. Man kann sich wohl vorstellen, dass damals, als er diesen Entschluss fassen musste, der sein ganzes Leben in Dienst nehmen sollte, die Angriffe besonders schrecklich waren und ohne Zweifel, wenn ihn Gott nicht unterstützt hätte, so wäre er nicht als Sieger daraus hervorgegangen.

„Ich spürte zwei Kräfte sich in mir bekämpfen, wird er später schreiben, die mir das Herz zerrissen: die Welt wollte mich für sich gewinnen und Gott berief mich zu einem neuen Leben. Mein Gott, wie soll ich mein Martyrium beschreiben? Schon allein die Erinnerung an den Kampf, der sich in meinem Innern abspielte, lässt mir das Blut in den Adern erstarren. 20 Jahre sind vergangen. Ich fühlte, dass ich Dir folgen sollte, wahrhaftiger, gütiger Gott, aber meine Feinde tyrannisierten mich, sie renkten mir die Knochen aus den Gelenken und drehten mir die Eingeweide aus. Ich wollte Dir gehorchen, o mein Gott und mein Bräutigam. Aber wo die Kraft finden, um dieser Welt zu widerstehen, die nicht Dir gehört? Am Ende bist Du in Erscheinung getreten und hast Deine allmächtige Hand dargereicht, hast mich dorthin geleitet, wohin Du mich gerufen hattest …

In meinem Innern, der ich sein armes, verächtliches Geschöpf bin, hat Gott mir von meiner Geburt an gezeigt, dass er nicht nur mein Heiland, mein größter Wohltäter gewesen ist, sondern mein zuverlässiger, aufrichtiger, treuer Freund, die ewige, unendliche Liebe, mein Trost, meine Freude, mein ganzer Schatz …

Mit heißer Glut, mit Liebesseufzern, mit unaussprechlichem Stöhnen, mit lieblichen, süßen Worten rief mich (der Herr) zu sich, fährt Pater Piero fort, er wollte nicht ganz bei sich haben.

Und in den Versuchungen, in den ganz gezielten Angriffen des Feindes rief ich sogleich die heiligste Namen Jesu und Mariens an, schreibt weiter Pater Pio, ich rief den gütigen Vater in heller Angst an, dass er mir doch zu Hilfe eile. Und siehe er war gefasst auf meinen Anruf. Er stellte sich mir vor und da er sah, dass ich mich anstrengte, das unheilvolle Bild von mir wegzuweisen, schien er zu lächeln, und es sah aus, als wolle er mich zu einem anderen Leben einladen. Er ließ mich verstehen, dass der Hafen der Geborgenheit, der Zufluchtsort des Friedens für mich in den Reihen der kirchlichen Streitmacht zu finden sei.“

Und immer im selben Text fragte Pater Pio: „Wo könnte ich Dir besser dienen, o Herr, als im Kloster oder unter dem Banner des kleinen Armen von Assisi?“

Pater Pio hatte diesen Text 1922 geschrieben.

Er wusste sehr wohl was ihn erwartete, und dass sein ganzes Leben nur ein Kalvarienberg sein würde, und dass er ihn in der Nachfolge Jesu würde ersteigen müssen und von IHM unterstützt. Später wird er dieses Gebet an ihn richten:

„Du hast die Tränen der bitteren Not gesehen, die meine Wangen überfluteten … Ich wollte lieber sterben als Deinen Ruf verfehlen. Du hast mich vor den Augen aller verborgen; aber von da an hast Du Deinem Sohn eine sehr große Sendung anvertraut, die nur Dir und mir bekannt ist … Vollende in mir das Werk, das Du begonnen hast. Ja, innig und unablässig höre ich Deine Stimme, die mich um eine Gunst bittet und zu mir spricht: „Heilige dich und mache (andere) heilig!“ …

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Quelle: Pater Derobert – Pater Pio durchsichtig auf Gott hin – Geistliches Bildnis aus den Briefen Pater Pios gewonnen. Hovine Verlag, Belgien und Frankreich, 1990, 814 Seiten.

MARIA GRAF-SUTTER — Beschreibungen über mein inneres Leben (04)

1943

O könnte ich sündige Seele Dich, o Jesus, so lieben, wie Du verdienst, geliebt zu werden! Gib mir doch die Gnade Dich vollkommen über alles zu lieben und nie Dein heiligstes Herz zu beleidigen! Jesus wünscht, dass ich oft Ihn empfange in der heiligen Kommunion. Ich, ein armes Weib, was soll ich tun? Was werden die Leute sagen wenn ich bräver sein will als andere. Selten empfängt ein altes Weiblein in unserer Kapelle die heilige Kommunion. Niemand ahnte meine Inneren Kämpfe. Fast unüberwindlich stand vor mir die Menschenfurcht, besonders weil ich zu allem noch hören musste, dass fromme Leute zu fürchten seien. Eine solche Person, die oft zur heiligen Kommunion ging, hielten die Leute für eine Hexe.

„Das Himmelreich leidet Gewalt und nur die Gewalt brauchen, reißen es an sich“, so hörte ich in einer Predigt. Das gilt auch für mich. Ich ging, dem Heiland zu folgen, öfter zur heiligen Kommunion. Aber ich fühlte mich immer zu unwürdig. Könnte ich einem Beichtvater alles offenbaren und ihn um Rat fragen! Aber wie kann ich tiefste Geheimnisse diesem Priester, der gegenwärtig mein Beichtvater ist, offenbaren? Einmal fragte ich ihn, ob es recht sei, wenn man dem Gatten die Liebe schenke, wenn er sie fordere, aber nie von ihm diese Liebe verlange, sondern verlange, Gott zu lieben und seine Liebe erbitte. Der Beichtvater sagte nur: „So lebten die Heiligen.“ Nun empfing ich Jesus, so oft ich Gelegenheit hatte, und Jesus half mir mit seiner Gnade und Liebe, die Menschenfurcht zu überwinden. Meine lieben Kinder wollten nicht zurückstehen und gingen mit mir zur heiligen Kommunion.

Seit aber mein Beichtvater zu mir sagte: „So lebten die Heiligen“, kann ich ihm meine seelischen Erfahrungen und Geheimnisse erst recht nicht sagen. Ich fürchte, er könnte mich für bräver halten als ich bin.

Herbst 1943. An einem Freitagmorgen hatte ich folgenden Traum: ich war in einer gewaltigen, großen Kirche. Sie war so groß und weit wie eine riesige hohe Halle. Unzählige Säulen trugen sie und sie war so wunderbar schön. Im riesig hohen Chore war ein solcher Glanz wie die Sonne. Man sah nichts als Licht und es kam vom Tabernakel aus in feurigen Strahlen, sodass ich fast nicht schauen konnte. Rechts ganz oben sah ich in meinem Zimmer den Heiligen Vater in einem Betstuhl knien. Er war ganz weiß gekleidet und betete mit erhobenen Händen. Und ich sah, wie er betend weinte. Zugleich hörte ich vom Tabernakel her eine Stimme sagen: „So sollt ihr beten für den Heiligen Vater, dann wird er befreit werden.“ Ich erwachte von der Stimme und mir war, als habe ich den göttlichen Heiland in seiner ganzen Glorie gesehen, und doch im heiligen Sakramente.

Trotz dem größten Verlangen, Ihn zu empfangen, dürfte und könnte sich ja kein Mensch ihm nahen in einem solchen Strahlenglanze. Wie unendlich groß ist doch seine Liebe zu uns Menschen, dass er sich so in die unscheinbare Hostie verhüllt, um unter uns, bei uns und in uns zu sein! Seither fühlte ich oft ein so tiefes, fast schmerzliches Verlangen nach Jesus im heiligen Sakramente, dass es mir so schwer fällt, die ganze Woche daheim zu bleiben. Doch, mein Jesus, an mir geschehe Dein heiligster Wille! Du allein weisst, wie sehr meine Seele nach Dir verlangt. Könnte ich doch all mein Verlangen jenen geben, die Dich, mein höchstes Gut, im heiligsten Sakramente beleidigen, besonders allen jenen Ärmsten, die Deine grenzenlose, unfassbare Liebe nicht kennen! Führe Du sie alle an Dein von Liebe überströmendes Erlöserherz! Jesus, mein Gott und mein Alles, lieber lass mich in Deiner Liebe sterben, als Dich beleidigen!

Trotzdem ich Freuden erlebte, die ich mit nichts in der Welt vergleichen könnte, sehnte ich mich so sehr nach Ruhe von solchen Erlebnissen. Könnte, ja dürfte ich noch einmal Mutterfreuden und -leiden annehmen und erleben! Als ich nach jener schweren Krankheit mich nochmals untersuchen liess, sagte die Hebamme, ich müsse kein Kind mehr erwarten, durch diese schwere Vergiftung haben diese inneren Organe Schaden gelitten. Ich aber sehnte mich danach, all das Geheimnisvolle, Erlebte abzuschütteln und mich ganz nur der Familie hinzugeben. Ich hatte sieben Knaben geboren, der Älteste und der Jüngste sind im Himmel. Vor der Ehe habe ich gelobt, die Ehe nur einzugehen, um Gott zu dienen und andere glücklich zu machen. Ich sagte meinem Bräutigam, ich werde und wolle Gott über alles lieben und aus Liebe zu Gott wolle ich rein werden; ich wolle nicht die fleischliche Befriedigung suchen, sondern für Gott das Opfer der Entsagung bringen; ich werde Ihm die Liebe schenken, aber für mich sie nicht fordern. In einer religiösen Woche fragte ich den Missionär. Als Antwort erhielt ich die Worte: „Endlich wieder eine Seele, die vielleicht Gott in der Ehe näher steht als eine Klosterfrau, die die Gelübte nicht halten will!“ Ich war glücklich und erkannte die Größe und Liebe Gottes, der seinem Kinde beigestanden ist.

Nun kamen mir stärkste Versuchungen, ich hätte die Ehe nicht richtig gelebt. Es ging hart auf hart. So schwer hatte ich zu kämpfen, um rein zu bleiben und Jesus treu zu sein. Den Rosenkranz immer bei mir tragend flehte ich in so starken Versuchungen um ihren Beistand. Als reine Magd des Herrn will ich Ihm dienen, koste es was es wolle. Ich betete in Zweifel und Bedrängnis. Wenn Jesus gesagt hat, durch Seine heiligen Wunden könne ich alles erlangen, wird Er mir meinen heißen Wunsch erfüllen. Gibt es etwas Schöneres, als Leben schenken, in einem Wesen weiterzuleben? Etwas Größeres kanns ja nicht geben, als vom lieben Gott sein Eigentum aus der heiligen Taufe entgegennehmen zu dürfen. Aber unfassbar ist die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ich diese von Gott mir anvertraute Seele einst Ihm wieder rein zurückgeben kann.

(Fortsetzung folgt!)